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Herzkatheter-Patienten: Blutungsrisiko reduziert - Bivalirudin

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Herzkatheter-Patienten: Blutungsrisiko reduziert

Laut einer soeben im renommierten New England Journal of Medicine publizierten Studie reduziert ein neuer Blutgerinnungshemmer das Blutungsrisiko bei Herzkatheter-Patienten deutlich. An der Studie waren auch das Inselspital und die Universität Bern beteiligt. 
 
Die industrieunabhängig durchgeführte Studie mit 7213 Patienten aus 78 Zentren in 4 europäischen Ländern fand unter dem Patronat der Italienischen Gesellschaft für Interventionelle Kardiologie statt. Die Forschenden untersuchten, welches von zwei Medikamenten besser wirkt, um bei Herzkatheter-Patienten die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern: das bewährte Heparin oder das neue Bivalirudin.

  • Ergebnis: Bivalirudin reduzierte die Anzahl Blutungen und verringerte, wohl aufgrund der Reduktion von Blutungen, auch die Sterblichkeit. Das Risiko für einen nachfolgenden Herzinfarkt oder einen Hirnschlag blieb dagegen gleich hoch.

Bessere Wahl in ausgewählten Fällen

Studienleiter Dr. med. Marco Valgimigli, seit kurzem Leiter der klinischen Forschung an der Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals Bern: „Die Gesamtresultate der Studie rechtfertigen keineswegs eine komplette Umstellung auf Bivalirudin.“

In ausgewählten Fällen mit hohem Blutungsrisiko sei das neue Generikum aber die bessere Wahl.

Prof. Dr. med. Peter Jüni, Direktor des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern, war zusammen mit der Clinical Trials Unit an der Universität Bern massgeblich in die Studie involviert. Sein Urteil: „Die Studie ist exemplarisch dafür, wie klinisch wichtige Fragen ohne direkten Einbezug der Industrie beantwortet werden können.“


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Therapie gegen Zystennieren ADPKD - Familäre Zystennieren

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erste zielgerichtete Therapie gegen Zystennieren: Meilenstein, aber die Forschung muss weitergehen

Seit August ist der V2-Rezeptor-Antagonist Tolvaptan, die erste zielgerichtete Therapie gegen Zystennieren, bei Erwachsenen verordnungsfähig. Laut DGFN eignet sich die Substanz aber nur für ausgewählte Patienten, die umfassend beraten und in einem Zentrum mit Erfahrung in der ADPKD mitbetreut wurden. „Tolvaptan wirkt progressionshemmend, aber ist nicht für alle Patienten mit Zystennieren eine Option. Die Forschung an zielgerichteten Therapien gegen Zystennieren muss weitergehen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Benzing (Köln), Kongresspräsident der DGfN-Jahrestagung 2015. Derzeit wird auch ein Register zur Langzeitbeobachtung von Tolvaptan-behandelten Zystennierenpatienten initiiert. 
 
Die autosomal-dominante polyzystische Nierendegeneration (ADPKD), auch oft als „familiäre Zystennieren“ bezeichnet, ist eine erbliche Erkrankung, die in Deutschland schätzungsweise über 50.000 und weltweit über 12 Millionen Menschen betrifft [1]. Die Inzidenz beträgt 1:500 bis 1:1000 [2]. Im Allgemeinen wird die Erkrankung erst im dritten und vierten Lebensjahrzehnt symptomatisch, davor wird sie entweder im Rahmen einer bildgebenden Untersuchung als Zufallsbefund entdeckt oder auch gezielt diagnostiziert, wenn die Erkrankung eines Elternteils bekannt wird. Die Krankheitsprogression sowie das Erreichen des terminalen Nierenversagens können stark variieren, letztendlich werden aber die meisten Patienten im Laufe ihres Lebens dialysepflichtig (die Hälfte der Patienten muss im Mittel mit 58 Jahren an die Dialyse [3]). Bei ungefähr 7% aller Dialysepatienten ist eine ADPKD die Ursache der terminalen Niereninsuffizienz [4].

Zur Zystenbildung kommt es durch bestimmte Genmutationen, bei mindestens 80% der Patienten ist das PKD1-Gen auf Chromosom 16 betroffen.

Eine genetische Diagnostik wird aber in der Regel nicht durchgeführt.

Es kommt zur Fehlfunktion von Nierenzellen mit einer starken Flüssigkeitssekretion und zystischen Erweiterung der Harnkanälchen (Tubuli).

Während eine gesunde Niere ungefähr 160 g wiegt, erreichen Zystennieren ein Gewicht von mehreren Kilogramm. Im Endstadium bestehen die Nieren nur noch aus flüssigkeitsgefüllten Zysten, normales Nierengewebe ist kaum noch vorhanden.

  • Erste Symptome sind oft das Auftreten von Blut im Urin und rezidivierende Harnwegsinfektionen, aber auch Rücken-, Flanken- oder Bauchschmerzen sowie merkliche Zunahme des Bauchumfangs. Bei 60-70% der Patienten kommt es zu einem Bluthochdruck, auch Nierensteine sind möglich.

Lange Zeit konnte die Progression nur durch die medikamentöse Blutdrucksenkung und nephroprotektive Maßnahmen (Verzicht auf Nikotinkonsum und auf nierenschädigende Medikamente) verlangsamt werden. Auch heute ist die ADPKD – abgesehen von einer Nierentransplantation – nicht heilbar. Im Terminalstadium sichert die Dialyse und vor allem die Nierentransplantation das Überleben der Betroffenen.

Neue zielgerichtete Therapieansätze bei Zystennieren – „trial and error“

Die Erforschung der genetisch-molekularbiologischen Grundlagen der Pathophysiologie der Erkrankung zeigte verschiedene zelluläre Mechanismen und Signalwege auf, die bei der Zystenentstehung beteiligt sind. Basierend auf der Erkenntnis, dass durch die ADPKD-verursachenden Genmutationen unter anderem das Protein mTor („mammalian Target of Rapamycin“) verstärkt exprimiert wird, wurde den letzten Jahren die medikamentöse Therapie mit mTOR-Inhibitoren evaluiert (z. B. Everolimus, bekannt aus der immunsuppressiven Therapie nach Organtransplantation). Leider konnte im Ergebnis nur das Zystenwachstum gehemmt werden, nicht jedoch der progrediente Nierenfunktionsverlust [5].

An einem anderen, die Proliferation und Sekretion der Zystenzellen fördernden Signalweg ist der intrazelluläre Botenstoff cAMP (cyclisches Adenosinmonophosphat) maßgeblich beteiligt. Octreotid, ein Somatostatin-Analogon, wirkt cAMP-hemmend. Unter dem langwirksamen Octreotid-LAR konnte die mittlere Wachstumsrate des Nierenvolumens signifikant reduziert werden (46,2 ml vs. 143,7 ml) [6], ob jedoch auch der renale Funktionsverlust effektiv aufgehalten werden kann, konnte die Studie nicht zeigen.

Tolvaptan – der Durchbruch?

Die bei ADPKD hochregulierte cAMP-Bildung in den Zellen der Nierentubuli wird durch das Hormon Vasopressin über den Vasopressin2-Rezeptor (V2R) ausgelöst. V2-Rezeptor-Antagonisten blockieren den Rezeptor und somit die Bildung von cAMP und können somit die Zystenbildung aufhalten. Dies wurde für den oralen V2-Rezeptor-Antagonisten Tolvaptan in der Phase-III-Studie TEMPO 3:4 eindrucksvoll gezeigt. Über drei Jahre konnte die Wachstumsgeschwindigkeit des Nierenvolumens um 50% reduziert, der jährliche Nierenfunktionsverlust um 30% vermindert werden [7], was statistisch zu einer signifikanten Hinauszögerung der Dialysepflichtigkeit um median 6,5 Jahre führen sollte [8].

Seit Mai 2015 ist der V2-Rezeptor-Antagonist Tolvaptan für die Therapie der ADPKD bei erwachsenen Patienten im CKD-Stadium 1-3 mit schnell fortschreitender Erkrankung in Europa zugelassen. Der Wirkstoff selbst ist nicht neu, seit einigen Jahren wird Tolvaptan zur Therapie des „Syndroms der inadäquaten Vasopressin-Sekretion“/SIADH eingesetzt. Für Deutschland liegt nun seit August die Verordnungsfähigkeit für die Indikation ADPKD vor.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Nebenwirkungen von Tolvaptan umfassen Durst, Polyurie, Pollakisurie, Nykturie; aber auch Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Erhöhung der Leberwerte. Auch wenn die hepatischen Nebenwirkungen bislang nur selten und reversibel waren, so scheint prinzipiell ein hepatotoxisches Potenzial zu bestehen [9], weshalb eine Überwachung der Leberwerte vor und während der Behandlung erforderlich ist.

Aus dem Wirkmechanismus (gesteigerte Ausscheidung von „freiem Wasser“) ergeben sich zudem signifikante Begleiterscheinungen der Therapie.

Die hohe Menge an ausgeschiedenem unverdünntem Urin muss durch eine entsprechende Trinkmenge kompensiert werden. Die Substanz eignet sich aufgrund der Begleiterscheinungen und der Tatsache, dass die Substanz nur in den frühen Stadien der Erkrankung zugelassen ist, nur für ausgewählte Patienten, die umfassend beraten wurden. Am besten geschieht die initiale Beratung in einem in der Therapie der ADPKD erfahrenen Zentrum. Eignung bzw. Mitarbeit des Patienten sind wichtige Voraussetzungen für diese Therapie.

  • Erwachsene ADPKD-Patienten können sich unter anderem in der Kölner Spezialambulanz für Zystennieren vorstellen, um abklären zu lassen, ob eine Behandlung mit Tolvaptan für sie in Frage kommt. Zudem initiiert Prof. Dr. Thomas Benzing von der Universität Köln derzeit ein Register, um Langzeitdaten der mit Tolvaptan behandelten Patienten zu erfassen. Das Registerprojekt wird von der DGfN unterstützt.

„Tolvaptan wirkt progressionshemmend, aber ist nicht für alle Patienten mit Zystennieren eine Option. Die Forschung an zielgerichteten Therapien gegen Zystennieren muss weitergehen“, so das Fazit von Prof. Dr. Thomas Benzing (Köln), Kongresspräsident der DGfN-Jahrestagung 2015.


Literatur
[1] http://www.pkdcure.de/index.php?page=adpkd
[2] Wilson PD. Polycystic kidney disease. N Engl J Med 2004; 350 (2): 151-64
[3] Gabow PA, Johnson AM, Kaehny WD et al. Factors affecting the progression of renal disease in autosomal-dominant polycystic kidney disease. Kidney Int 1992; 41 (5): 1311-9
[4] Frei U, Schober-Halstenberg HJ. Nierenersatztherapie in Deutschland. QuaSi-Niere Jahresbericht 2005/2006
[5] Walz G, Budde K, Mannaa M et al. Everolimus in patients with autosomal dominant polycystic kidney disease. N Engl J Med 2010; 363 (9): 830-40
[6] Caroli A, Perico N, Perna A et al.; ALADIN study group. Effect of longacting somatostatin analogue on kidney and cyst growth in autosomal dominant polycystic kidney disease (ALADIN): a randomised, placebo-controlled, multicentre trial. Lancet 2013;382:1485-95
[7] Erickson KF, Chertow GM, Goldhaber-Fiebert JD. Cost-effectiveness of tolvaptan in autosomal dominant polycystic kidney disease. Ann Intern Med 2013;159(6):382-9
[8] Torres VE, Harris PC et al. Tolvaptan in patients with autosomal dominant polycystic kidney disease. The New England Journal of Medicine. 2012;367 (25): 2407-2418
[9] Watkins PB, Lewis JH, Kaplowitz N et al. Clinical Pattern of Tolvaptan-Associated Liver Injury in Subjects with Autosomal Dominant Polycystic Kidney Disease: Analysis of Clinical Trials Database. Drug Saf. 2015 Jul 19. [Epub ahead of print]

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360° TOP-Thema: Akuter Sauerstoffmangel in der Geburtsphase

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Sauerstoffmangel bei Neugeborenen: Schützt ein Gichtmedikament das Gehirn?

 

Prof. Axel Franz, Oberarzt der Abteilung für Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Tübingen und Prof. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereichs Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden haben eine europaweite Studie initiiert, mit der die Wirksamkeit einer neuen Medikation für Babys überprüft werden soll, die in der Geburtsphase akutem Sauerstoffmangel erlitten haben. Bei einem ungünstigen Verlauf führt dieser Mangel zum Tod oder zu dauerhaften Folgen in Form von motorischen Störungen oder einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit. 

 Blick in die Neonatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.
Blick in die Neonatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Uniklinikum Dresden
 
Die beiden wissenschaftlich tätigen Ärzte und Wissenschaftler aus Baden-Württemberg und Sachsen konnten die Gutachter des von der Europäischen Union initiierten Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ von ihrem Vorhaben überzeugen. Die EU finanziert die ALBINO-Studie mit knapp sechs Millionen Euro, in der Wissenschaftler und Kliniker aus 14 europäischen Ländern zusammenarbeiten werden. Die Initiatoren der Studie reisen deshalb als Koordinatoren der Studie am morgigen Donnerstag (10. September) nach Brüssel. Hier informieren sie sich in einem initialen Treffen aller „Horizon 2020“-Koordinatoren über die Modalitäten des Förderprogramms zu ihrem Forschungsvorhaben.

  • Dank der intensiven medizinischen Überwachung während des Geburtsvorgangs erleiden heute nur noch ein bis vier von eintausend Neugeborenen einen Sauerstoffmangel unter der Geburt. Deutschlandweit sind das etwa 400 bis 600 Kinder, so dass dieser Mangel als häufigste Geburtskomplikation mit Folgeschäden gilt. 

Der Sauerstoffmangel schädigt grundsätzlich alle Organe, doch das Gehirn reagiert am empfindlichsten. Hier sterben am schnellsten Zellen ab, wenn das Blut zu wenig Sauerstoff enthält. Die Schäden reichen von vorübergehenden Problemen, die von alleine wieder verschwinden, bis hin zu schweren Entwicklungsstörungen, Lähmungen und Behinderungen. Eine wirksame Methode, um das Gehirn nach einem solchen Ereignis zu schützen, ist das vor zehn Jahren als Behandlungsstandard eingeführte und bereits in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Dresden wissenschaftlich untersuchte, gezielte Kühlen des Neugeborenen. Der Körper wird dabei für 72 Stunden auf 33,5 Grad abgekühlt und danach langsam wieder erwärmt.

  • Trotzdem sterben noch immer 45 bis 50 Prozent der betroffenen Kinder oder behalten schwere neurologische Schäden zurück. In kleineren klinischen Studien wurde bereits gezeigt, dass sich durch die Gabe des Medikaments „Allopurinol“ direkt nach der Geburt die langfristigen Schäden weiter reduzieren lassen. Der zur Behandlung von chronischen Gicht-Erkrankungen eingesetzte Wirkstoff sorgt dafür, dass die Harnsäure-Konzentration im Blut gesenkt wird und beugt so akuten Gichtanfällen vor. Wie genau „Allopurinol“ nach einem Sauerstoffmangel wirkt, war lange Zeit unbekannt. In den vergangenen Jahren konnten Forscher in einem ersten Schritt die Mechanismen beschreiben, die infolge des Sauerstoffmangels zum Untergang von Hirnzellen führen. 
  • Der Mangel setzt komplexe Prozesse in Gang, welche die Nervenzellen schädigen – zum Beispiel das Anlagern von Glutamat, den Anstieg der Kalziumkonzentration oder das Auslösen des programmierten Zelltods. Diese Vorgänge entwickeln sich nicht unmittelbar in der Mangelsituation, sondern während der ersten Stunden nach dem Ereignis. Hieraus ergibt sich ein „therapeutisches Fenster“ für mögliche, die Hirnnerven schützende Behandlungen – auch mit „Allopurinol“.

In der durch die EU geförderten ALBINO-Studie (Effect of ALlopurinol in addition to hypothermia for hypoxic-ischemic Brain Injury on Neurocognitive Outcome) soll die Wirksamkeit dieses Medikamentes bewiesen werden.

Dazu sollen rund 900 Neugeborene mit Sauerstoffmangel unter der Geburt untersucht werden. Da selbst große Kliniken jährlich nicht mehr als fünf derartiger Kinder behandeln, ist eine große multizentrische internationale Studie notwendig, um die Patientenzahlen zu rekrutieren. Die enge Kooperation der Wissenschaftler aus Tübingen und Dresden sorgt für Synergieeffekte. Beide bringen ihr spezielles Wissen und Know-how ein, um dieses Forschungsvorhaben erfolgreich abwickeln zu können. Prof. Axel Franz` Expertise liegt in der Organisation multizentrischer Studien. Der Arzt und Wissenschaftler ist Leiter des „Center for Pediatric Clinical Studies“ (CPCS) in Tübingen. Diese Einrichtung koordinierte bereits zwei große, öffentlich durch die Europäische Union beziehungsweise die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte neonatologische Studien. Prof. Mario Rüdiger leitet das Deutsche Hypothermienetzwerk und ist Organisator eines jährlich stattfindenden wissenschaftlichen Symposiums europäischer Forscher auf diesem Gebiet. Diese Kombination an Expertisen hat die Gutachter der EU davon überzeugt, die auf „Allopurinol“ basierende Therapie erstmals in einer großen Studie zu erforschen und damit die Chance zu nutzen, den betroffenen Kindern besser als bisher zu helfen.

Weitere Informationen unter

www.medizin.uni-tuebingen.de/kinder/de/abteilungen/cpcs/

www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/Kliniken/Kinder_+und+Jugendmedizin-p-796/Kinderheilkunde+IV.html

www.hypothermienetzwerk.de


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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Zentrum für Neonatologie
Leiter: Prof. Dr. med. Mario Rüdiger
Tel. 0351 458 2440
E-Mail: kik@uniklinikum-dresden.de

Universitätsklinikum Tübingen
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Center for Pediatric Clinical Studies
Leiter: Prof. Dr. Axel Franz
Tel. 07071 29 82211
E-Mail: axel.franz@med.uni-tuebingen.de
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uniklinikum-dresden.de/kik
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360° TOP-Hinweis: Darmkrebs www.krankheitserfahrungen.de

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Neues Modul „Darmkrebs“ ist online

Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de bietet Informationen für Patienten und Angehörige 

Foto: Britt Schilling
 Foto: Britt Schilling

Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de hat ein neues Modul: Es widmet sich dem Thema „Darmkrebs“, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Eine Arbeitsgruppe am Institut für Psychologie der Universität Freiburg und an der Berlin School of Public Health der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat die Inhalte erarbeitet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat das Projekt innerhalb des Nationalen Krebsplans gefördert. Das Modul ergänzt die auf der Plattform vorhandenen Erfahrungssammlungen zu Diabetes, chronischem Schmerz, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Epilepsie, Brust- sowie Prostatakrebs.

  • Das kostenfreie Angebot präsentiert nach einem wissenschaftlichen Konzept erhobene Krankheitserfahrungen von Betroffenen. Forscherinnen und Forscher erfragen die Inhalte bundesweit in Interviewstudien und präsentieren sie mittels ausgewählter Texte, Audiodateien und Videos. 

Die Betroffenen erzählen von ihrem Leben mit einer Erkrankung sowie den Folgen und Veränderungen im Alltag. Im Vordergrund stehen persönliche Erlebnisse mit der Diagnose, Therapiemöglichkeiten, Behandlungen und Nebenwirkungen, medizinischer Versorgung und Bewältigung der Krankheit.

  • Die Inhalte dienen der Information und Unterstützung von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen, bieten Anschauungsmaterial für die Ausbildung von Ärztinnen, Ärzten und medizinischem Personal. Das Team wertet das Material zudem in wissenschaftlichen Studien zur Perspektive von Betroffenen auf das Leben mit einer Erkrankung weiter aus. 

Die Internetplattform ist werbefrei, kommerziell unabhängig und wird von der Arbeitsgruppe DIPEx (Database of Individual Patients’ Experiences) Germany an der Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg sowie am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen betreut. DIPEx International ist der Dachverband, in dem sich Arbeitsgruppen, die Online-Portale zum Thema Krankheitserfahrungen betreiben, aus derzeit 13 Ländern zusammengeschlossen haben. Koordinatorin von DIPEx Germany ist die Freiburger Psychologin Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene.

Außerdem untersucht ein Team um Dr. Christine Holmberg von der Berlin School of Public Health der Charité in einer Online-Studie, inwieweit das Portal Patienten den Umgang mit einer Erkrankung erleichtern kann. Mit den Ergebnissen ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene
Institut für Psychologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3050
E-Mail: lucius@psychologie.uni-freiburg.de
info@krankheitserfahrungen.de
Rudolf-Werner Dreier Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:

http://www.krankheitserfahrungen.de

Elefant – Emotionales Lernen ist fantastisch - Emotionsverständnis

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Mangelndes Emotionsverständnis begünstigt Aufmerksamkeitsprobleme bei Kindern

Kinder haben später weniger Aufmerksamkeitsprobleme, wenn sie schon früh ein gutes Verständnis ihrer eigenen und der Emotionen anderer entwickeln. Das belegt eine kürzlich in der Zeitschrift Kindheit & Entwicklung veröffentlichte Studie der Leuphana Universität Lüneburg und der George Mason University (USA). Die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Maria von Salisch hat die Untersuchung geleitet. 
 
Die Wissenschaftlerinnen befragten im Rahmen ihrer Studie zur Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen 261 Kinder, deren Eltern und Erzieherinnen aus 33 Kindergärten in Niedersachsen. In der ersten von zwei Untersuchungsphasen lag das durchschnittliche Alter der Kinder bei fünf Jahren. 14 Monate später wurde die Befragung wiederholt.

Getestet wurden das Emotionsverständnis, die behavioriale Selbstregulation, die komplexe Gedächtnisspanne und das rezeptive Sprachverständnis. Der soziodemographische Hintergrund und das Geschlecht der Kinder wurden ebenfalls berücksichtigt.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, welche Faktoren es Kindergartenkindern erleichtern oder erschweren zu lernen, ihre Aufmerksamkeit zu steuern. 

Dabei spielt das sogenannte Emotionswissen eine entscheidende Rolle.

  • Es bezeichnet die Fähigkeit, Emotionen bei sich und den Mitmenschen zu erkennen, mit Worten zu benennen und das eigene emotionale Ausdrucksverhalten zu steuern. Die Studie zeigt, dass Kinder, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung über ein umfangreiches Emotionswissen verfügten, ein gutes Jahr später weniger Schwierigkeiten mit ihrer Aufmerksamkeitssteuerung hatten, als Kinder mit einem anfangs niedrigen Emotionswissen.

Die Aufmerksamkeitsprobleme von Kindern mit großem Emotionswissen verringern sich im Zeitablauf sogar überdurchschnittlich. Dieses Ergebnis hat auch dann Bestand, wenn die Einflussfaktoren Geschlecht, Sozialschicht und Sprachverständnis in die Bewertung mit einbezogen werden.

„Das eigene Erleben und Verhalten und das Verhalten anderer Menschen wird mit fortschreitendem Emotionsverständnis vorhersagbarer. Das bindet weniger Aufmerksamkeit und begünstigt prosoziales Verhalten“, erklärt Professor von Salisch den Befund. „Kinder mit beschränktem Emotionswissen erscheinen hingegen oft abgelenkt. Ihre Aufmerksamkeit wird davon in Anspruch genommen, sich ihre eigenen Gefühlszustände oder negative Emotionen anderer zu erklären und die eigenen daraus entstehenden Emotionen zu regulieren.“

Die Studie erweitert den bisherigen Forschungsstand zur Entstehung von Aufmerksamkeitsproblemen bei Kindern. „Die bislang gängige Annahme in der Forschung ist, dass vor allem ein Defizit bei den exekutiven Funktionen (EF) ausschlaggebend für die Entstehung von ADHS ist“, so von Salisch. Diese Funktionen entwickeln sich im Vorschulalter in schnellem Tempo und umfassen – unter anderem – die willentliche Steuerung der Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und Fähigkeiten zur Unterdrückung kognitiver und motorischer Impulse. „Mit unserer Studie haben wir nun nachweisen können, dass neben den EF eben auch das Emotionswissen ein entscheidender erklärender Faktor für die Entstehung von Aufmerksamkeitsproblemen ist“, so die Wissenschaftlerin. Das Emotionswissen solle daher in künftigen Studien viel stärker als bisher in den Fokus rücken.

Die Ergebnisse stammen aus dem vom Niedersächsischen Forschungsverbund für Bildung und Entwicklung und von der Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft geförderten Forschungsprojekt „Elefant – Emotionales Lernen ist fantastisch“.

von Salisch, Maria; Hänel, Martha; Denham, Susanne A. (2015). Emotionswissen, exekutive Funktionen und Veränderungen bei Aufmerksamkeitsproblemen von Vorschulkindern, in: Kindheit und Entwicklung 24 (2), 78-85.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Maria von Salisch
Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Psychologie
Telefon: +49.4131.677-1704
Sekretariat: +49.4131.677-1708
Email: salisch@uni.leuphana.de
Henning Zuehlsdorff -  Leuphana Universität Lüneburg

360° zum Montag - ElternFrühstück: Hausaufgaben: Nicht die Zeit ist entscheidend, sondern die Motivation

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Tübinger Bildungsforscher identifizieren fünf Hausaufgabentypen und zeigen Strategien zur Förderung schwächerer Lerner auf   

 

Viele Lehrkräfte, die mit dem Lernerfolg ihrer Schüler unzufrieden sind, haben ihren Schülern schon einmal diese Frage gestellt: Wie viel Zeit habt Ihr für die Hausaufgaben aufgewendet?

Tübinger Bildungsforscher konnten nun zeigen, dass man damit nicht unbedingt den Kern des Problems trifft. 

Ob Schülerinnen und Schüler bei ihren Hausaufgaben erfolgreich lernen, hängt vielmehr damit zusammen, mit wie viel Sorgfalt und Anstrengung sie bei der Sache sind.

In ihrer Studie untersuchten Wissenschaftler des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung das Hausaufgabenverhalten von knapp 2000 Achtklässlern im Fach Französisch. Dabei betrachteten sie die mit den Hausaufgaben verbrachte Zeit in Verbindung mit Sorgfalt/Anstrengung und der letztendlichen Leistung der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse wurden nun in der internationalen Fachzeitschrift „Learning and Instruction“ veröffentlicht.

Den Bildungsforschern gelang es, fünf unterschiedliche Hausaufgabentypen zu identifizieren: 

  • Die fleißigen Schnellen
  • Die Hochengagierten,
  • Die Durchschnittsschüler
  • Die sich abmühenden Lerner
  • Die Minimalisten. 

 Die Wissenschaftler konnten außerdem zeigen, dass diese Typen über einen längeren Zeitraum stabil bleiben.

Ob lange Hausaufgabenzeiten zu einer höheren Leistung führen, hängt davon ab, zu welchem Hausaufgabentyp ein Schüler gehört. So benötigen die sich abmühenden Lerner meist lange für ihre Aufgaben und erzielen dennoch keine guten Ergebnisse. Eine Annahme, die viele Wissenschaftler und Praktiker für selbstverständlich hielten, ist damit widerlegt: Ein hoher Zeitaufwand bei den Hausaufgaben wirkt sich nicht automatisch positiv auf die Leistung aus. Ob lange Bearbeitungszeiten ein Zeichen für Fleiß sind oder von Eltern als Alarmsignal gesehen werden sollten, hängt vielmehr stark vom Arbeitsstil des Kindes ab.

Ziel von Fördermaßnahmen sollte den Ergebnissen der Studie zufolge sein, Schüler in die „Fleißig aber schnell“ Kategorie zu bringen. Dies gilt vor allem für die sich abmühenden Lerner, die unter den in der Studie identifizierten Hausaufgabentypen eine Risikogruppe darstellen.

Wie kann man dieses Ziel erreichen? „Der nächste Schritt in der Hausaufgabenforschung sollte es sein, an Maßnahmen zu arbeiten, die Kindern helfen, ihre Hausaufgaben effizient zu bewältigen“, so Barbara Flunger, Erstautorin der Studie. Strategien für die Förderung schwächerer Lerner könnten zum Beispiel Maßnahmen sein, die den Schülerinnen und Schülern verdeutlichen, wie wichtig Hausaufgaben tatsächlich sind. Verschiedene wissenschaftliche Studien konnten bereits belegen, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft durch solche Maßnahmen nachhaltig gesteigert wer-den können. Eine weitere Fragestellung für künftige Studien sei außerdem herauszufinden, wie sich zum Beispiel die elterliche Hausaufgabenhilfe auf das Hausaufgabenverhalten auswirkt.

„Mit ihrem Fokus auf die Hausaufgabenzeiten ging die Forschung zu Hausaufgaben die letzten Jahrzehnte in die falsche Richtung“, sagt Ulrich Trautwein, Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung.

  • „Entscheidend für gute Leistung sind bei der Hausaufgabenbearbeitung die Motivation und Selbstregulation und weniger die Zeit, die Schülerinnen und Schüler auf dem Hosenboden sitzend verbringen.“

Originalpublikation:
Flunger, B., Trautwein, U., Nagengast, B., Lüdtke, O., Niggli, A., & Schnyder, I. (2015). The Janus-faced nature of time spent on homework: Using latent profile analyses to predict academic achievement over a school year. Learning and Instruction, 39, 97-106. doi:10.1016/j.learninstruc.2015.05.008

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt: 

Prof. Dr. Ulrich Trautwein
Universität Tübingen
Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung
Exzellenz-Graduiertenschule LEAD
Telefon +49 7071 29-73931
ulrich.trautwein[at]uni-tuebingen.de
Dr. Karl Guido Rijkhoek Eberhard Karls Universität Tübingen

360°TOP-Thema: www.medizin-hilft-fluechtlingen.de

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Flüchtlinge im Norden: Alle NDR Programme am 14. September mit diesem Schwerpunktthema
 
Täglich berichtet der NDR in Radio, Fernsehen und online über die Lage der Flüchtlinge im Norden, über Menschen in Not, über Hilfsaktionen und die großen Herausforderungen, vor denen Kreise und Kommunen überall im Land stehen.

Am Montag, 14. September, setzen das NDR Fernsehen, die NDR Radioprogramme und NDR.de
gemeinsam auf das Schwerpunktthema Flüchtlinge im Norden. So sind z. B. in der Sendung "NDR//Aktuell extra" im NDR Fernsehen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und sein schleswig-holsteinischer Kollege Torsten Albig Gesprächspartner der Moderatorin Susanne Stichler. NDR 2 widmet sich den ganzen Tag über vor allem den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich um die Flüchtlinge im Norden kümmern. NDR.de stellt gängige Vorurteile zum Thema Flüchtlinge in einem Faktencheck auf den Prüfstand.

Wegen der angespannten Lage in der Betreuung der Flüchtlinge im Norden zieht der NDR außerdem die Öffnung des Kontos für seine vorweihnachtliche Spendenaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" in diesem Jahr vor: Bereits von Montag, 14. September, an sind Einzahlungen von Spenden möglich. Partner der NDR Aktion ist diesmal der Paritätische Wohlfahrtsverband mit seiner Flüchtlingshilfe für den Norden.

NDR Intendant Lutz Marmor: "Das Thema Flüchtlinge wird die öffentliche Diskussion noch auf Jahre hinaus beschäftigen. Der NDR bündelt für einen Tag seine Kräfte in Fernsehen, Radio und Internet, um zu dieser wichtigen Debatte beizutragen und dabei unterschiedliche Facetten und Standpunkte zu beleuchten. Zugleich verbinden wir den Thementag mit einem Dank an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer überall im Norden. Der NDR ruft dazu auf, ihre wichtige Arbeit mit Spenden zu unterstützen - Hand in Hand für Norddeutschland."

Die Schwerpunktsendungen am 14. September im Überblick: 

Im NDR Fernsehen geht u. a. ab 21.00 Uhr um die großen Herausforderungen für die vielen Helfer und die Kommunen in Norddeutschland, die durch die täglich neu ankommenden Flüchtlinge entstehen. Die Sendung "NDR//Aktuell extra - Flüchtlinge im Norden: Menschen in Not - Kommunen unter Druck" macht eine Bestandsaufnahme: Wie ist die Lage in den Aufnahme-Einrichtungen im Norden? Was motiviert die ehrenamtlichen Helfer? Und wie schaffen es Bürgermeister, vor dem Winter feste Unterkünfte zu finden? NDR Reporter berichten unter anderem live aus den Erstaufnahmestellen Boostedt bei Neumünster und Friedland, porträtieren eine Flüchtlingsfamilie, begleiten die Polizei auf der Suche nach Schleusern und zeigen auf, vor welche Schwierigkeiten die Situation die Kommunen stellt. In der Sendung stellen sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig den Fragen von Moderatorin Susanne Stichler.

Daneben gehen u. a. die Regionalmagazine um 18.00 Uhr und um 19.30 Uhr auf das Thema ein. So wird "Hallo Niedersachsen" nach Friedland schauen, in das am stärksten überfüllte Flüchtlingslager im Norden. Auch "Mein Nachmittag" und "DAS!" weisen auf den Schwerpunkt Flüchtlinge hin, ebenso das "Kulturjournal".
NDR 2 berichtet am gesamten Tag in allen Sendungen über das Thema "Flüchtlinge im Norden". Das besondere Augenmerk liegt an diesem Tag auf den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ab 19.05 Uhr widmet sich ein "NDR 2 Spezial" eine Stunde lang dem Flüchtlings-Thema.

N-JOY fragt unter dem Stichwort "Helfen statt haten", wie Hörerinnen und Hörer Flüchtlinge unterstützen. Dazu kommt u. a. ein "Vorurteils-Check", in dem Behauptungen aus sozialen Netzwerken und Kneipendiskussionen wie "Denen geht's doch gut, die haben ja auch die neuesten Smartphones" auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.
NDR Info geht stündlich auf das Thema ein, u. a. mit Reportagen über Flüchtlingsprojekte in Norddeutschland und die Situation in den Unterkünften. Dazu kommen z. B. Informationen zu Sportangeboten norddeutscher Vereine für Flüchtlingskinder und Korrespondenten-Berichte über die Situation der Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern. Das Programm bildet außerdem die kontroverse Debatte innerhalb der EU zur Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedstaaten ab. Außerdem stellt NDR Info die Frage, wie sich die Versorgungskrise in Hinblick auf die kalte Jahreszeit lösen lässt.

NDR Kultur informiert u. a. über besondere Hilfsprojekte für traumatisierte Flüchtlinge und entsprechende kulturelle Angebote. Der Musiker Heinz Rudolf Kunze erläutert im Interview, warum und wie er sich für Flüchtlinge einsetzt. In der halbstündigen Sendung "NDR Kultur Kontrovers" geht es ab 19.30 Uhr um die Frage "Worte - Bilder - Taten: Wie begegnen wir der Flüchtlingskrise?". Auch musikalisch geht NDR Kultur auf das Thema ein und spielt Werke von Komponisten und mit Interpreten, die Flucht und Vertreibung erfahren haben.

NDR 1 Niedersachsen wird in einer Langzeitbeobachtung junge Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Integration begleiten. Auch deren Familie und die Personen, die bei der Integration eine Rolle spielen wird, sind Teil der Berichterstattung, die an diesem Montag beginnt. NDR 1 Welle Nord geht u. a. der Frage nach, wie die Integration von Flüchtlingen gelingen kann, und berichtet, wie Schleswig-Holsteiner Schutzsuchende unterstützen können.
NDR 1 Radio MV nimmt das Thema Flüchtlinge in den Sendungen und Nachrichten auf.

NDR 90,3 stellt in der Sendung "Treffpunkt Hamburg" um 20.00 Uhr die große Hilfsbereitschaft zahlreicher Hamburger in den Mittelpunkt. Das Stadtradio für die Hansestadt berichtet auch in seinem Tagesprogramm über das Thema.

NDR.de bringt aktuelle Berichte, dazu gibt es eine Zusammenfassung der Angebote in den Radioprogrammen und im NDR Fernsehen. Daneben informiert das Online-Angebot u. a. darüber, wie und wo Nutzer Flüchtlingen helfen können, bietet einen Daten-Überblick und unterzieht Vorurteile einem Faktencheck.

Weitere Informationen zur NDR Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland", u. a. die Kontonummer für Spenden, im Internet unter NDR.de/handinhand


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Multiple Sklerose: CPD-Cholin Regeneration von Nervenhüllen (Myelin)

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Wenn die Nerven blank liegen

Multiple Sklerose: MHH-Wissenschaftler finden Substanz zur Regeneration von Nervenhüllen / Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Brain“ 
 
Bei Multipler Sklerose werden die Hüllen von Nerven (das Myelin) in Gehirn und Rückenmark geschädigt, so dass Reize schlechter fließen und Nerven absterben können. So kann beispielsweise das Sehen und Gehen beeinflusst werden. Die Krankheit verläuft meist in Schüben, und nach einem Schub kann sich das Myelin ganz oder teilweise zurückbilden. 

  1. Bisher gibt es noch keine Medikamente, die diese Regeneration fördern.

Doch nun haben Forscher der Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit CDP-Cholin eine Substanz entdeckt, die in zwei Mausmodellen diese Regeneration fördert. Professor Dr. Martin Stangel und Privatdozent Dr. Thomas Skripuletz sowie Kollegen unter anderem des Teams von Professor Dr. Ralf Linker vom Universitätsklinikum Erlangen veröffentlichten diese Arbeit in der Zeitschrift „Brain“.

„CDP-Cholin beschleunigt bei Mäusen die natürlicherweise ablaufende Regeneration nach einem Schub von ein paar Wochen auf ein paar Tage.

Die Geschwindigkeit ist entscheidend, weil Nervenzellen irgendwann zugrunde gehen, wenn sie ohne Myelinhülle quasi ‚nackt‘ sind“, sagt Professor Stangel. CDPCholin stimuliert ein Enzym, wodurch mehr Myelin-Vorläuferzellen entstehen und sich die Myelinhülle schneller regenerieren kann. „So könnten weniger Nervenzellen sterben, was langfristig zu weniger Behinderungen bei den Patienten führen würde“, ergänzt PD Dr. Thomas Skripuletz.

  1. Bei Erkrankten könnte eine Therapie mit CDP-Cholin bei einem Schub für ein bis zwei Monate gegeben werden – zusätzlich zur bisher üblichen Therapie mit Cortison. 

Zudem könnte sie mit präventiven Maßnahmen kombiniert werden. „Letztlich müssen klinische Studien aber zeigen, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind“, sagt Professor Stangel.

Da CDP-Cholin bereits im Rahmen von anderen Erkrankungen untersucht worden und als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar ist, sind baldige klinische Studien möglich.



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Professor Dr. Martin Stangel
Privatdozent Dr. Thomas Skripuletz
MHH-Klinik für Neurologie,
Telefon (0511) 532-6676 oder (0511) 532-3816, stangel.martin@mh-hannover.de
skripuletz.thomas@mh-hannover.de
Stefan ZornMedizinische Hochschule Hannover

Privatdozent Dr. Thomas Skripuletz und Professor Dr. Martin Stangel (von links). Privatdozent Dr. Thomas Skripuletz und Professor Dr. Martin Stangel (von links). "Foto: MHH/Kaiser"

Die Schwangerschaft und die Augen - Augenmedikamente

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Schwangerschaft: Augenmedikamente meist ungefährlich, Sehverschlechterung bildet sich zurück

Augentropfen und -salben können in der Regel während Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. 

So können werdende Mütter etwa Herpes, bakterielle Entzündungen oder Allergien am Auge behandeln, ohne gesundheitliche Nachteile für das Kind zu befürchten. Entwarnung geben Experten auch für Sehverschlechterungen, die sich bei vielen Schwangeren einstellen. Kurzsichtigkeit und Kontaktlinsenunverträglichkeit bilden sich nach der Entbindung meist von selbst wieder zurück, betont die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres 113. Kongresses. 

  • Mit Fragen zu Medikamenten können sich Schwangere an spezielle Beratungszentren wenden.  
Viele Augenerkrankungen lassen sich auch in der Schwangerschaft ohne Nachteile für das ungeborene Kind behandeln. „Dies gilt beispielsweise für eine Infektion mit Herpesviren“, erklärt Professor Dr. med. Karl Ulrich Bartz-Schmidt, Kongress-Präsident und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen. „Die Therapie mit Aciclovir-Salbe ist unbedenklich.“ Auch spricht meist nichts gegen lokal angewendete Antihistaminika, um eine allergische Bindehautentzündung während der Schwangerschaft zu kurieren.

Ist ein Antibiotikum gefragt, um eine bakterielle Entzündung in den Griff zu bekommen, können Betroffene auf Salben mit den Substanzklassen Fluoroquinolone oder Aminoglykoside zurückgreifen. Als Tabletten sind allerdings Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Penicilline oder Cephalosporine zu bevorzugen. „Auch diese Antibiotika können in Tablettenform in der Stillzeit vorübergehend zur Veränderungen der kindlichen Stuhlflora führen, mit der Folge einer Stuhlverdünnung“, erläutert Privatdozent Dr. med. Thomas Neß, Leiter des Schwerpunktes Uveitis an der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. „Das sollten die Eltern vorher wissen, um sich darauf einstellen zu können.“

Muss der Augendruck während der Schwangerschaft gesenkt werden, gilt Timolol als das Mittel der Wahl. Ist ein Eingriff am Auge erforderlich, sollte nach Möglichkeit örtlich betäubt werden. „Wir empfehlen dafür den Wirkstoff Bupivacain“, so Neß. „Er geht nur minimal in die Muttermilch über.“ Unbedenklich bei gelegentlichem Einsatz ist auch das Mittel Paracetamol, um leichte bis mittelschwere Schmerzen zu bekämpfen. „Bestehen Zweifel beim Einsatz eines Medikaments oder bei einer augenärztlichen Untersuchung, helfen Beratungszentren für Reproduktionstoxikologie und Pharmakovigilanz mit Auskünften weiter“, rät Neß. Sie können unter www.reprotox.de oder www.embryotox.de kontaktiert werden.

  • Leidet eine werdende Mutter unter Diabetes Typ 1, ist Vorsicht geboten. „Die diabetesbedingte Netzhauterkrankung ist die häufigste Augenerkrankung in der Schwangerschaft“, berichtet Neß. „Sie kann sich in den neun Monaten massiv verschlechtern.“ Deshalb ist eine konsequente Behandlung der diabetischen Retinopathie vor oder spätestens zu Beginn der Schwangerschaft wichtig, 
  • ferner eine Kontrolle der Augen mindestens alle drei Monate.

Entwarnung geben die Ärzte für plötzlich auftretende oder sich verstärkende Kurzsichtigkeit, die oft Besorgnis auslöst und zu Besuchen in den Klinikambulanzen führt. „Bei 14 Prozent der werdenden Mütter ändert sich die Brillenstärke“, erläutert Neß.

  • Noch häufiger stellen sich Kontaktlinsenunverträglichkeiten ein. 

„Das ist bei bis zu dreißig Prozent der Schwangeren der Fall“, erklärt der DOG-Experte aus Freiburg. Ursache ist vermutlich eine veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit sowie eine Zunahme der Dicke von Hornhaut und Linse.

„Beide Phänomene bilden sich nach der Geburt aber meist wieder zurück“, beruhigt Neß.

Oftmals werden Augenerkrankungen als Grund für eine Entbindung per Kaiserschnitt herangezogen. „Dies entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage“, betont Neß. Bei Netzhauterkrankungen, einem Glaukom, Kurzsichtigkeit oder nach Augenoperationen ist eine normale Entbindung ohne Gefahr für das Auge möglich.

Worauf bei Medikamenten und Augenerkrankungen während Schwangerschaft und Geburt zu achten ist, diskutieren DOG-Experten auf dem 113. Kongress in Berlin.

Professor Dr. med. Christian Ohrloff
Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

113. DOG-Kongress
Kerstin Ullrich/Corinna Deckert
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-641/-309
Telefax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org
Anna Julia Voormann Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:
http://www.dog-kongress.de

http://www.dog.org

360°TOP-Hinweis: www.toechtersoehne.de Online-Kurs für pflegende Angehörige

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Neu: Online-Kurs für pflegende Angehörige

Gemeinsames Projekt der Hochschule Bremen und des Berliner Start Up-Unternehmens „Töchter & Söhne“ 
 
In Deutschland leben 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen. Davon werden 1,6 Millionen zu Hause versorgt. Erstmals können sich Angehörige und Ehrenamtliche jetzt online auf die Pflege im häuslichen Umfeld vorbereiten. In einem gemeinsamen Projekt des 2012 gegründeten Berliner E-Health Unternehmens „Töchter & Söhne“ www.toechtersoehne.com und der Hochschule Bremen (HSB) wurde der erste Online-Kurs für pflegende Angehörige entwickelt. Grundlegende Pflegekenntnisse werden durch den Einsatz von E-Learning ab sofort leichter zugänglich. Anders als bei herkömmlichen Schulungsangeboten ist es jetzt möglich, diesen kontinuierlich qualitativ weiterzuentwickeln. 

Der Online-Pflegekurs ist unter: https://pflege.curendo.de/pflegekurse im Netz verfügbar.

Prof. Dr. Matthias Zündel begleitete für die HSB im Forschungscluster Lebensqualität das Vorhaben aus pflegewissenschaftlicher Sicht. Ihm kam es besonders darauf an, dass der Kurs mit Blick auf den Bedarf der Zielgruppe die Probleme von Lebensgestaltung und Lebensqualität sowohl der pflegenden Angehörigen als auch der zu Pflegenden integriert. „Es ist ein Kurs entstanden, der zunächst praktische Hilfestellungen bei den konkreten pflegerischen Tätigkeiten leistet,“ so der 39-jährige Pflegewissenschaftler. „Andererseits haben wir Wert darauf gelegt, dass pflegende Angehörige die Fähigkeiten ihrer Angehörigen nicht übersehen, sondern diese integrieren. Zudem macht der Online-Lehrgang deutlich: Es geht um den Aufbau eines gemeinsamen Alltags, der nicht nur auf die pflegerische Unterstützungsleistung fokussiert.“

  • Wie ein persönlicher Pflegeberater führt der Online-Kurs mit anschaulichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Illustrationen und Fallbeispielen durch alltagstypische Situationen der Pflege und bietet unmittelbar auf den Pflegehaushalt zugeschnittene Unterstützung. Damit überträgt „Töchter & Söhne“ erstmals die Vorteile des E-Learnings auf den Bereich der häuslichen Pflege. 
„Mit einem Kurs, der in den Pflegealltag integriert werden kann und jederzeit verfügbar ist, entlasten und stärken wir die Pflegenden“ erläutert Thilo Veil Geschäftsführer des Berliner Start Up-Unternehmens. „Entsprechende Seminare außer Haus wahrzunehmen ist Angehörigen häufig allein zeitlich nicht möglich.”
  • In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Zündel wurden relevante Pflegetipps- und -informationen zusammengetragen und in ein attraktives, leicht zugängliches und nutzerorientiertes Format gebracht. 
Als flexible Online-Hilfe wird den Pflegenden eine zeit- und ortsunabhängige Unterstützung geboten, die einfach zu bedienen und wiederholt abrufbar ist und dabei durch interaktive Anwendungen motiviert. „Durch die Zusammenarbeit der HSB und der Firma ,Töcher & Söhne‘ ist ein Produkt entstanden, das in die gesetzliche Regelversorgung Einzug gehalten hat und dadurch auch nachhaltig für pflegende Angehörige zur Verfügung steht. Dies sichert Zugangsmöglichkeiten für eine Zielgruppe, die gesamtgesellschaftlich auf Unterstützung angewiesen ist,“ so Zündel.

In der angeschlossenen curendo Community können Pflegende untereinander Erfahrungen austauschen, Pflegetipps veröffentlichen und Treffen organisieren.

  • Für individuelle Fachfragen aus dem Pflegealltag stehen qualifizierte Expertinnen und Experten für eine schnelle und kompetente Hilfe per Mail zur Verfügung.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Matthias Zündel
Hochschule Bremen
Fakultät Gesellschaftswissenschaften, Internationaler Studiengang Pflege- und Gesundheitsmanagement, 0421-5905 2192
matthias.zuendel@hs-bremen.de
Ulrich Berlin Hochschule Bremen

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:

https://pflege.curendo.de/pflegekurse