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Schädel-Hirn-Trauma: Mikrostrukturen im Gehirn und das Neurofeddback

Medizin am Abend Berlin - MaAB- Fazit: Studie am Dresdner Uniklinikum: Schädel-Hirn-Trauma – bleibt´s beim kurzen Schrecken?

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden haben sich die Kliniken für Kinderchirurgie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Abteilung für Neuropädiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammengeschlossen, um im Rahmen eines neuen Kooperationsprojektes Bedarf und Wirksamkeit eines Nachsorgeprogramms für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma zu ermitteln. 

Der Fokus des Projektes und der damit verbundenen wissenschaftlichen Untersuchungen liegt auf Kindern und Jugendlichen, die aufgrund eines Schädel-Hirn-Trauma stationär im Universitätsklinikum behandelt wurden. 
 
Wenn noch Monate nach dem Klinikaufenthalt Probleme bei verschiedenen Denkvorgängen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Handlungsplanung feststellbar sind, haben im Rahmen des Projekts Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren die Chance, diese Probleme mit der Methode des Neurofeedbacks zu therapieren.

Vor allem Jungs lieben es, ihre Limits auszutesten – beispielsweise auf dem Skateboard oder dem Fahrrad kann es dabei schon einmal zum Crash kommen, der in der Notaufnahme eines Krankenhauses endet.

Die Klinik für Kinderchirurgie zählte allein im Jahr 2018 rund 10.000 Kinder und Jugendliche, die nach Unfällen aller Art eingeliefert wurden. Neben Knochenbrüchen, Platz- und Risswunden diagnostizieren die Chirurgen gemeinsam mit ihren Kollegen der Anästhesie und Neuropädiatrie in 554 Fällen auch ein Schädel-Hirn-Trauma – Grund genug, den Patienten zur Beobachtung ins Uniklinikum aufzunehmen.

Während sich nach der Entlassung auch die Eltern freuen, dass Wunden und Brüche in der Regel schnell verheilen, beobachten sie in einigen Fällen – Experten schätzen bei etwa 20 Prozent der Patienten – Veränderungen im Verhalten und der geistigen Leistungsfähigkeit ihrer Kinder.

Früher so aufmerksame Schüler schaffen es auch Monate nach dem Unfall plötzlich nicht mehr, sich eine Schulstunde lang zu konzentrieren, sie sind häufiger müde oder haben wiederkehrende Kopfschmerzen.

Klar zu diagnostizierende Schädigungen des Gehirns, die zum Beispiel auf einem MRT-Bild erkennbar sind, haben diese Patienten in der Regel nicht.

Und doch kann es sein, dass das Schädel-Hirn-Trauma Mikrostrukturen im Gehirn in Mitleidenschaft gezogen hat – etwa lange Nervenfasern, die Areale des Gehirns verbinden.

  • Auch die Weiße Substanz, die einzelne Hirnregionen voneinander isoliert, kann durch den Unfall oder Sturz Schaden genommen haben und zu Problemen in den Denkvorgängen führen. 

Das neue Kooperationsprojekt hat zum Ziel, für solche psychologischen Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas ein gezieltes ambulantes Versorgungsangebot für betroffene Patienten zu schaffen.
  • Glücklicherweise hat das Gehirn genügend Kapazitäten, um diese von kleinen Läsionen verursachten Defizite durch ein gezieltes Training auszugleichen. 

Das Projekt will dazu das Neurofeedback als neuen Therapieansatz für Kinder und Jugendliche nach einem Schädel-Hirn-Trauma nutzen. Ein weiteres Ziel des fachübergreifenden Projektes ist es daher, die Wirksamkeit dieser Methode für betroffene Patienten zu optimieren und entsprechende individuelle Behandlungsoptionen in der Nachsorge zu schaffen. Dazu können sich die Eltern bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus entscheiden, ob Sie grundsätzlich an einer Teilnahme an dem Projekt interessiert sind. Drei Monate später werden sie dann von dem Forscherteam erstmals kontaktiert und gefragt, ob sie seit dem Schädel-Hirn-Trauma Probleme in der Aufmerksamkeit oder anderen Denkvorgängen ihrer Kinder beobachtet haben. Falls dies der Fall ist, erhalten die Kinder und Jugendlichen einen Diagnostiktermin im Uniklinikum. In diesem Rahmen werden Aufmerksamkeit, Gedächtnis und das allgemeine geistige Leistungsvermögen getestet, über Fragebögen die Symptome erfasst und die Gehirnaktivität mittels EEG gemessen. Dazu müssen die Probanden Aufmerksamkeitsaufgaben am PC erledigen. Sollten sich bei diesen Untersuchungen die geschilderten Probleme bestätigen und die Teilnahme sinnvoll und notwendig erscheinen, kann die Aufnahme in die Neurofeedbackbehandlung erfolgen.

Was ist eigentlich Neurofeedback?

Traditionell ist Neurofeedback an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Angebot für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen wie zum Beispiel ADHS. Ziel des Neurofeedbacks ist es, die mit Aufmerksamkeit verbundene Gehirnaktivität zu erhöhen. Dafür wird die mit fünf Elektroden gemessene Gehirnaktivität in ein einfaches Computerspiel – etwa ein Autorennen – umgewandelt. Mit einem höheren Konzentrationslevel geht eine Erhöhung der Gehirnaktivität einher – dadurch lässt sich beim Neurofeedback das Autorennen steuern. Durch ein intensives Training besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich auch generell Fortschritte beim Leistungsvermögen erreichen lassen. Der Patient kann so lernen, seine Konzentration bewusster zu steuern. Der Therapeut erarbeitet mit dem Patienten Konzentrationsstrategien, die auch im Alltag nutzbar sind. Das Training wird durch psychotherapeutische Elemente unterstützt. Um eine bedeutsame Verringerung der Aufmerksamkeitsprobleme in verschiedenen Bereichen zu erreichen, findet das Neurofeedback acht Wochen lang je zweimal wöchentlich statt. Neben einer psychischen Erkrankung oder einem Unfall können auch verschiedenen körperliche Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen zu Aufmerksamkeitsproblemen führen. Auch in diesem Fall kann nach erfolgter Diagnostik eine Neurofeedbackbehandlung passend sein.

Die Leiter des neuen Kooperationsprojektes streben mit dieser Initiative an, die längerfristige klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schädel-Hirn-Trauma zu verbessern und auszuweiten.

Damit soll ein entscheidender Beitrag zur Patientenversorgung und auch zum wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Spätfolgen eines Schädel-Hirn-Traumas geleistet werden.

Kontakt für Patienten
 
Betroffene, die an einer Teilnahme interessiert sind, wenden sich bitte an: 

Univer-sitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Telefon: 
0351 - 4 58 7168
E-Mail: KJPForschung@uniklinikum-dresden.de

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.de










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Direktor: Prof. Dr. med. Veit Rößner
Telefon: 0351 458 22 44
KJPChefsekretariat@uniklinikum-dresden.de

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Deutschland
Sachsen


Holger Ostermeyer
Telefon: 0351 / 458-4162
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin  Beteiligte
http://www.uniklinikum-dresden.de/kjp

CAVE: Kreislauflabor - EKG - Akuten Herzinfarkt https://compass-mi.com/

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: UKE: Personalisierter Algorithmus hilft Herzinfarkt schneller und sicherer zu erkennen

  • Herzforscher des UKE entwickeln einen Risiko-Kalkulator für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt

Patienten mit Verdacht auf akuten Herzinfarkt können auf eine schnellere und sicherere Diagnose hoffen: 


Dank eines neuen auch online verfügbaren Risiko-Kalkulators „Compass MI“ können Kardiologen, Neurologen, Nephrologen, Gastrologen, Urologen und andere medizinische/pflegerische Ausrichtungen nun früher und sicherer als bislang abschätzen, ob tatsächlich ein Infarkt vorliegt. 

Entwickelt wurde die Diagnosehilfe von einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Federführung der Medizinerinnen und Mediziner des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). 

v.l. Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums und Studienleiter Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie.
v.l. Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums und Studienleiter Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie. UKE
 
Grundlage der Diagnosehilfe sind moderne Tests, die auch sehr geringe Troponin-Konzentrationen feststellen können.

Troponin ist ein Proteinkomplex, der nur im Herzmuskel vorkommt und bei Schädigungen der Muskelzellen ins Blut gelangt.

  • „Mithilfe der gemessenen Troponin-Werte und der genauen Zeit zwischen den Messungen kann man nun unter Berücksichtigung der Art des verwendeten Bluttests ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der betreffende Patient einen akuten Herzinfarkt hat. 

Das ist ein Novum“, erklärt Dr. Johannes Neumann, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

Entscheidend für die Infarktdiagnose sei nicht mehr ein fester Grenzwert der Troponin-Konzentration im Blut, sondern das Ansteigen der Troponin-Werte während des Messzeitraums.

„Wir haben das in den medizinischen Leitlinien niedergeschriebene Konzept zur Diagnose eines akuten Herzinfarkts aufgebrochen“, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

Für die klinische Praxis bedeutet das: 

Wenn bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt das EKG (Elektrokardiogramm) keine eindeutigen Zeichen für einen Infarkt liefert, können Ärzte dennoch innerhalb von rund einer Stunde zu einer gesicherten Diagnose kommen, um dann die notwendigen Therapiemaßnahmen einzuleiten. 

  • Bislang konnte es passieren, dass solche Patienten bis zu zwölf Stunden warten mussten, bis die Ärzte einen Infarkt sicher diagnostizieren oder ausschließen konnten.

Weltweite Studie mit 22.000 Patienten führt zu Neudefinierung

Das neue Konzept haben die Hamburger Herzforscherinnen und Herzforscher gemeinsam mit internationalen Kollegen in der aktuellen Ausgabe der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Es ist das Ergebnis der Datenauswertung von mehr als 22.000 Patienten aus weltweit 13 Ländern. Bei allen Patientinnen und Patienten, die mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in eine Notaufnahme kamen, maßen die Ärzte unmittelbar bei der Eingangsuntersuchung und bis zu dreieinhalb Stunden später jeweils mithilfe hochsensitiver Bluttests die Konzentration von Troponin I oder Troponin T.

 
„Wir haben hier in Hamburg den Algorithmus entwickelt.

Dazu haben wir die weltweiten Daten harmonisiert und dann als gemeinsamen Datensatz für die Analyse verwendet“, erklärt Dr. Neumann, der auch einer der beiden Erstautoren der Veröffentlichung ist.

Lediglich 15 Prozent der Studienpatienten hatten tatsächlich einen Herzinfarkt.

Geringe Ausgangskonzentrationen an Troponin und ein geringer Konzentrationsanstieg waren mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt verknüpft. 

  • Diese Patienten hatten zudem ein geringes Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Komplikationen in den kommenden 30 Tagen. 
  • Mit einer Ausgangskonzentration an Troponin I von unter 6 Nanogramm pro Liter (<6 ng/L) und einem nur geringen Anstieg (<4 ng/L) innerhalb von 45 bis 120 Minuten gehörte insgesamt mehr als die Hälfte aller Patienten (57%) zu dieser Niedrig-Risiko-Gruppe.

Im ersten Schritt lieferte die Studie den Wissenschaftlern wertvolle Daten zur Erstellung des Algorithmus, um im zweiten Schritt daraus einen Risiko-Kalkulator zu entwickeln, der künftig den Ärztinnen und Ärzten bei der Entscheidung zu weiteren therapeutischen Maßnahmen die Richtung weist.

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Prof. Dr. Stefan Blankenberg
Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
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Telefon: 040 7410-53972
s.blankenberg@uke.de

Saskia Lemm Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Originalpublikation:
Literatur:
Neumann J.T., Twerenbold R. et al. Application of High-Sensitivity Troponin in Suspected Myocardial Infarction. Doi: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1803377

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://Weitere Informationen zum Risikokalkulator „MI-Compass“ unter:
https://compass-mi.com