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Jun.-Prof. Dr. Andreas Forstner: Bipolare Störungen - Manische Depression

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Bislang größte genetische Studie zur bipolaren Störung

Wie tragen genetische Faktoren zur Entstehung der bipolaren Störung bei? 

Um mehr darüber herauszufinden, haben rund 320 Forschende rund um den Globus mehr als 40.000 Betroffene und 370.000 Kontrollen untersucht. 

Die Federführung lag unter anderem bei der Icahn School of Medicine, New York, der Universität Oslo und dem Universitätsklinikum Bonn. 

Die Studie erscheint in der Zeitschrift „Nature Genetics“. 

Prof. Dr. Markus M. Nöthen (links) - und Jun.-Prof. Dr. Andreas Forstner (rechts) vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn.
Prof. Dr. Markus M. Nöthen (links) - und Jun.-Prof. Dr. Andreas Forstner (rechts) vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn. Andreas Stein/UKB © Andreas Stein/UKB 

  • Genetische Faktoren tragen erheblich zur Entstehung der bipolaren Störung bei. 

Nun ist die bislang wohl größte Analyse zu den beteiligten Erbanlagen erschienen. Mehr als 40.000 Betroffene und 370.000 Kontrollen wurden in die Untersuchung eingeschlossen; rund 320 Forschende rund um den Globus waren beteiligt. Die Federführung der Arbeit lag unter anderem bei der Icahn School of Medicine, New York, der Universität Oslo und dem Universitätsklinikum Bonn. Die Ergebnisse liefern nicht nur neue Hinweise auf die genetischen Grundlagen der Erkrankung, sondern auch auf mögliche Risiko-Faktoren in Lebensumständen oder Verhalten. Sie erscheinen in der Zeitschrift „Nature Genetics“.

Der Name „bipolare Störung“ kommt nicht von ungefähr: 

  • Bei den Betroffenen pendelt die Stimmung zwischen zwei Extremen. Mitunter sind sie wochenlang so niedergedrückt, dass sie es kaum schaffen, ihren täglichen Aktivitäten nachzugehen. 
  • Dann wieder gibt es Phasen, in denen sie sich euphorisiert und voller Energie fühlen und rastlos ihre Projekte verfolgen. 
  • In der Umgangssprache hat sich daher der Begriff „manische Depression“ eingebürgert. Rund ein Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens. 
  • Der Leidensdruck, unter dem sie stehen, ist immens.


Als Risikofaktoren gelten frühkindliche traumatische Erfahrungen wie Missbrauch oder der Verlust eines Elternteils, aber etwa auch ein stressiger Lebensstil oder der Konsum bestimmter Drogen. 

Zu einem überwiegenden Teil ist die bipolare Störung jedoch eine Frage der Gene: 

Auf 60 bis 85 Prozent schätzen Experten den Beitrag der Erbanlagen. Vermutlich sind Hunderte von Genen beteiligt. „Wir kennen davon bislang aber nur einen kleinen Teil“, erklärt Jun.-Prof. Dr. Andreas Forstner. Der Forscher, der kürzlich von der Universität Marburg auf eine Juniorprofessur am Institut für Humangenetik der Universität Bonn und am Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1) des Forschungszentrums Jülich gewechselt ist, ist einer der leitenden Autoren der aktuellen Studie.

DNA-Lexikon an Hunderttausenden von Stellen verglichen

Diese verbessert das Verständnis der genetischen Grundlagen erheblich. Das internationale Konsortium durchforstete dazu die DNA der mehr als 400.000 Teilnehmer nach Auffälligkeiten. Der genetische Bauplan jedes einzelnen Menschen gleicht einer Art riesigem Lexikon mit rund drei Milliarden Buchstaben. Der Inhalt dieses DNA-Lexikons unterscheidet sich von Person zu Person. Bei Menschen mit einer bipolaren Störung sollten sich aber zumindest die Passagen ähneln, die etwas mit der Erkrankung zu tun haben. Und diese Grundannahme machten sich die Wissenschaftler zunutze: Indem sie die DNA ihrer Probanden an vielen hunderttausend in der Bevölkerung variabel vorkommenden Stellen verglichen, konnten sie Erbgut-Regionen identifizieren, die vermutlich zu der Erkrankung beitragen.

„Wir haben auf diese Weise 64 Genorte gefunden, die mit der bipolaren Störung in Verbindung stehen“, erklärt Prof. Dr. Markus Nöthen, Leiter des Instituts für Humangenetik. „33 von ihnen waren bislang unbekannt.“ Damit liefern die Treffer auch Hinweise auf 

neue Therapieansätze. So enthalten die in den identifizierten Regionen gelegenen Gene oft Bauanleitungen für sogenannte Ionen-Kanäle. Diese sind für die Entstehung elektrischer Pulse im Gehirn wichtig, der Aktionspotenziale. 

Durch die Studie rücken insbesondere Kalziumkanäle in den Fokus der Forschung. 

„Sie scheinen an der Entstehung der Krankheit beteiligt zu sein“, erklärt Forstner. „Es gibt Medikamente, die die Funktion dieser Kanäle beeinflussen, aber bislang nur für die Behandlung anderer Krankheiten zugelassen sind. Vielleicht sind sie auch eine Option für die Therapie der bipolaren Störung.“

Rauchen ein möglicher Risikofaktor


Die genetischen Daten erlauben es zudem, besser zwischen verschiedenen Formen der Erkrankung zu differenzieren. 

Denn bipolare Störung ist nicht gleich bipolare Störung: 

Die Symptome und Verlaufsformen der Erkrankung können sehr unterschiedlich sein. „Wir rechnen damit, dass es bei der Krankheit verschiedene Subtypen gibt, die möglicherweise auch jeweils eine etwas andere Behandlung erfordern“, sagt Forstner. 

  • Wir konnten zum Beispiel zeigen, dass eine häufig sehr schwer verlaufende Form der bipolaren Störung, Typ I genannt, auf genetischer Ebene stärker mit der Schizophrenie zusammenhängt. 
  • Eine etwas ,milder' verlaufende Variante - der Typ II - scheint dagegen eher mit der Depression verwandt zu sein.“


Die Wissenschaftler verglichen ihre Funde zudem mit den Ergebnissen von Studien, die nach den genetischen Grundlagen bestimmter Verhaltensweisen suchen. Dabei stießen sie auf interessante Zusammenhänge: 

So scheint Rauchen das Risiko für eine bipolare Störung signifikant zu erhöhen.  

Beim problematischen Alkoholkonsum legen die Analysen dagegen einen bidirektionalen Zusammenhang nahe: 

Menschen mit einer Veranlagung für eine bipolare Störung trinken öfter; umgekehrt scheint dieses Verhalten auch ihre Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen.

 „Wir raten aber bei der Interpretation dieser Befunde zur Vorsicht“, erklärt Forstner. 

„Die nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen bestimmten Verhaltensweisen und der bipolaren Störung müssen zunächst noch in weiteren, großen Studien untersucht werden.“

Die Ergebnisse waren nur durch die Zusammenarbeit von rund 320 Forschenden in einem internationalen Konsortium (Psychiatric Genomics Consortium) möglich. Neben den Bonner Wissenschaftlern beteiligten sich als deutsch-schweizerischer Verbund unter anderem auch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Prof. Dr. Marcella Rietschel), das Klinikum der Universität München (LMU, Prof. Dr. Thomas G. Schulze) und das Universitätsspital Basel (Prof. Dr. Sven Cichon) an den Analysen. Prof. Nöthen ist an der Universität Bonn Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich „Leben und Gesundheit“ sowie Mitglied im Exzellenzcluster ImmunoSensation².

Förderung:

Die Studie wurde vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health und dem National Institute of Health sowie zahlreichen weiteren Institutionen gefördert. In Deutschland flossen unter anderem Mittel der DFG, des BMBF sowie der Dr. Lisa Oehler-Stiftung in das Projekt.

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Originalpublikation:

Niamh Mullins, Andreas J. Forstner et al.: Genome-wide association study of more than 40,000 bipolar disorder cases provides new insights into the underlying biology. Nature Genetics, DOI: 10.1038/s41588-021-00857-4


Körperliche und/oder sexuelle Gewalt als Kind https://www.childrescue.eu/

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Welche Psychotherapie hilft Menschen mit Missbrauchs- und Gewalterfahrung? Biomarker sollen Therapie-Erfolg anzeigen

Wie kann Psychotherapie Menschen mit Missbrauchs- und Gewalterfahrungen am besten dabei helfen, traumatische Erlebnisse aus der Kindheit zu verarbeiten? 

Eine Antwort auf diese Frage sucht die „ENHANCE“-Studie, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 3 Millionen Euro gefördert wird. 

An dem von der Universität Gießen geleiteten Verbundprojekt sind auch Ulmer Forscherinnen und Forscher beteiligt. 

Für die Untersuchung wird nicht nur die Wirkung unterschiedlicher Therapieformen verglichen. 

Sondern es sollen auch Biomarker gefunden werden, die den Effekt einer Therapie zugleich auf biomolekularer Ebenen nachweisen können. 

Eine psychotherapeutische Behandlung kann dabei helfen, Gewalterfahrungen aus der Kindheit besser zu verarbeiten. Im Bild eine Therapiesituation aus der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Ulm
Eine psychotherapeutische Behandlung kann dabei helfen, Gewalterfahrungen aus der Kindheit besser zu verarbeiten. Im Bild eine Therapiesituation aus der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Ulm Foto: Elvira Eberhardt Copyright: Universität Ulm 
  • Menschen, die als Kind körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren mussten, leiden unter den Folgen oft ein Leben lang. 
  • Häufig kommt es zu schwerwiegenden psychischen Erkrankungen wie einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). 
Eine bundesweite Studie möchte nun herausfinden, wie Psychotherapie Betroffenen am besten dabei helfen kann, diese traumatischen Kindheitserlebnisse zu verarbeiten.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 3 Millionen Euro geförderte „ENHANCE“-Studie wird von der Universität Gießen geleitet.

Im Oktober geht das Projekt, an dem auch die Universität Ulm und das Ulmer Universitätsklinikum beteiligt sind, an den Start. 

Für die Studie werden übrigens noch Probanden gesucht.  

Menschen, die in ihrer Kindheit Missbrauchs- und Gewalterfahrungen gemacht haben, erhalten bei einer Teilnahme eine 6-monatige therapeutische Behandlung.

„Ziel des Forschungsprojektes ist es, evidenzbasierte Konzepte zur Prävention, Erkennung und Therapie von PTBS zu entwickeln, wie sie nach Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der Kindheit häufig auftreten“, erklärt Projektkoordinator Professor Falk Leichsenring von der Justus-Liebig-Universität Gießen. In der Hauptstudie, an der Forschende der Universität Ulm und der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm beteiligt sind, sollen unter der Leitung von Professorin Iris-Tatjana Kolassa und Professor Harald Gündel zwei Psychotherapie-Verfahren getestet und evaluiert werden, die bereits bei der Behandlung traumatisierter Patientinnen und Patienten zum Einsatz kommen.

  • Verglichen werden eine kognitiv-behaviorale Trauma-fokussierte Psychotherapie sowie die Trauma-fokussierte psychodynamische Psychotherapie. 

Hierbei handelt es sich um zwei klinisch bewährte Formen der psychotherapeutischen Behandlung, die bei Patienten ganz unterschiedlich anschlagen.

Um deren Wirksamkeit zu verbessern, sind die beiden im Projekt angebotenen Therapieformen noch spezifischer auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten worden.

Besonders berücksichtigt wurden dabei die Probleme von Menschen, die in ihrer Kindheit Gewalt erfahren haben.

„Wir wollen dabei nicht nur herausfinden, ob Betroffene von den beiden angepassten Therapien profitieren, sondern außerdem nach biologischen Markern suchen, die dabei helfen, Krankheitszustände und Therapieeffekte zu messen“, erklärt Professorin Iris-Tatjana Kolassa, Leiterin der Abteilung für Klinische & Biologische Psychologie an der Universität Ulm. Die Wissenschaftlerin koordiniert die mit 430 000 Euro geförderte Ulmer Teilstudie zur biomolekularen Psychotraumatologie. Im Mittelpunkt steht dabei die Identifikation von Biomarkern, die Auskunft geben könnten über den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand der Betroffenen – und zwar vor und nach der psychotherapeutischen Behandlung. „Der Körper reagiert auf traumatische Erlebnisse mit dauerhaften und gravierenden Stressreaktionen, die das Stress-Antwort-System des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen“, so Kolassa. 

Es kommt zu Veränderungen im Immun- und im Hormonsystem, und auch neuronale Prozesse bleiben davon nicht unbeeinflusst. Diese Veränderungen lassen sich mit molekularbiologischen Methoden sichtbar machen.

Die Ulmer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob sich die Trauma-bedingten biologischen Veränderungen durch Psychotherapie rückgängig machen lassen. Analysiert werden dafür Blutproben, Haarsträhnen und Speichelproben von Probandinnen und Probanden nach bestimmten Risiko- oder Schutzfaktoren. Diese können gegebenenfalls auch auf biomolekularer Ebene darüber Auskunft geben, wie nachhaltig effektiv die therapeutische Behandlung war. „So sollen biologische Marker identifiziert werden, die dabei helfen können, individuell passende Therapieformen zu finden und den Therapieerfolg vorherzusagen und langfristig zu verbessern“, meint Projektmitarbeiterin Melissa Hitzler, die in der Abteilung für Klinische & Biologische Psychologie der Universität Ulm promoviert.

Die Forschungsergebnisse aus dem ENHANCE-Projekt sollen dabei helfen, die Therapiepraxis zur Behandlung von Menschen mit frühen Missbrauchs- und Gewalterfahrungen zu verbessern und individuelle Ansätze zu finden, die an die jeweils spezifischen persönlichen Voraussetzungen angepasst sind. Beteiligt an dem Forschungsvorhaben sind Universitäten und Universitätskliniken aus Berlin, Dresden, Gießen, Hamburg, Mainz und Ulm.

  • Für die Studie, die voraussichtlich im Oktober startet, werden auch in Ulm noch Probandinnen und Probanden mit Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der Kindheit gesucht. 

Im Rahmen der Studienteilnahme wird eine 6-monatige psychotherapeutische Behandlung angeboten.

Interessentinnen und Interessenten melden sich bitte per E-Mail unter der Adresse enhance-studie@uni-ulm.de oder telefonisch unter der Nummer 0731 / 500 – 619 49.

Mehr Informationen zur Studie und zu Teilnahmevoraussetzungen finden Sie unter

www.enhance-traumatherapie.de

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Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa, Leiterin der Abteilung für Klinische & Biologische Psychologie an der Universität Ulm, E-Mail: iris.kolassa@uni-ulm.de

Prof. Dr. Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums, Tel.: 0731 / 500 - 61801, harald.guendel@uniklinik-ulm.de

Prof. Dr. Jörn von Wietersheim (Leiter der Ulmer Studie), Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums, Tel.: 0731 / 500 - 61820,
E-Mail: Joern.Vonwietersheim@uniklinik-ulm.de

Andrea Weber-Tuckermann Universität Ulm
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ZNA-Rettungsstelle RETTUNGSKANZEL: CAVE: Suizidalen Verhalten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Lässt sich ein Suizid vorhersagen?

Etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens Suizidgedanken. 

Eine genaue Vorhersage, wer diesen Gedanken auch Taten folgen lässt, ist der aktuellen Forschung zufolge nicht sicher möglich. 

  • Dennoch brauchen Ärzte und Therapeuten Anhaltspunkte, um das Risiko suizidalen Verhaltens abschätzen zu können. 

Wissenschaftler der Leipziger Universitätsmedizin untersuchen eine Theorie zur Vorhersage von suizidalen Gedanken und Handlungen. Die Ergebnisse stellen sie auf dem gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie vor. 


  • Wann sollte ein suizidgefährdeter Patient stationär aufgenommen und versorgt werden? 
  • Darf ein Patient die Klinik über das Wochenende verlassen oder ist die Gefahr eines Suizids zu hoch? 

Diese Fragen müssen Ärzte und Therapeuten regelmäßig beantworten und anhand von bestimmten Faktoren das Risiko einschätzen.

Es gibt zwar etablierte Risikofaktoren für suizidale Handlungen, wie männliches Geschlecht, Substanzmissbrauch oder ein bereits erfolgter Suizidversuch, deren praktische Bedeutung für die Vorhersage von suizidalen Handlungen ist im Einzelfall jedoch kritisch zu sehen. 

„Die Studienlage aus den vergangenen Jahrzehnten ist eindeutig: 

Wir können einen Suizid bislang nicht sicher vorhersagen“, sagt Prof. Dr. Heide Glaesmer, Psychologische Psychotherapeutin und stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. „Wir wollen die Vorhersage von suizidalen Handlungen verbessern und untersuchen deshalb Theorien suizidalen Verhaltens in empirischen Studien.“

Theorie suizidalen Verhaltens empirisch geprüft
In einer aktuellen Untersuchung prüften Wissenschaftlerinnen die Evidenz zur Interpersonalen Theorie suizidalen Verhaltens von Thomas Joiner.

Sie besagt, dass drei Komponenten einen möglichen Suizid bedingen:

  • Betroffene empfinden sich als Last für andere
  • und fühlen sich keiner wertgeschätzten Gruppe der Gesellschaft zugehörig

Der dritte Aspekt beschreibt die „capability for suicide“, also die Fähigkeit durch Suizid zu sterben. 

Denn nicht jeder Mensch ist in der Lage, sich Schmerzen und Verletzungen zuzufügen, die zum Tod führen können.

  • Diese Eigenschaft können Betroffene etwa durch traumatische Erfahrungen wie Missbrauch oder Krieg erwerben, aber auch durch bereits erfolgte Suizidversuche. 

Die Theorie ging bislang davon aus, dass sie erworben wird und dann zeitlich eher stabil bleibt.

Patienten per Smartphone zu Befinden befragt

Die Studie der Leipziger Wissenschaftler zeigt etwas Anderes:

  • Die Fähigkeit, sich selbst diese Verletzungen zuzufügen, kann von Tag zu Tag variieren. 

Stationäre Patienten, die an Depressionen litten und Suizidgedanken hatten, nahmen an der Studie teil. Für die Untersuchung wurden sie an sechs Abenden hintereinander per Smartphone um eine Einschätzung gebeten, ob sie heute großen körperlichen Schmerz hätten aushalten können und wie furchtlos sie heute gegenüber dem Tod waren. „Ein gewisser Prozentsatz der Probanden hat immer gleich geantwortet. Die Mehrheit hingegen gab jeden Tag eine etwas andere Antwort. Die Fähigkeit, durch Suizid zu sterben, hat somit nicht ausschließlich mit den vorangegangen Lebensereignissen und -erfahrungen zu tun, sondern auch mit dem aktuellen Befinden“, sagt Dr. Lena Spangenberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin der Studie. Aktuell wird eine weitere Studie gemeinsam mit Kollegen aus Aachen und Bochum durchgeführt. In dieser wurden rund 300 Patienten, die nach einem Suizidversuch oder wegen akuter Suizidalität in psychiatrische Kliniken aufgenommen wurden, befragt. Sie werden nun nach sechs, neun und zwölf Monaten erneut befragt. Ziel dieser Studie ist es, die Bedeutung der Interpersonalen Theorie suizidalen Verhaltens für die Vorhersage von Suizidalität in dieser Hochrisikogruppe genauer unter die Lupe zu nehmen.

Über 250 Teilnehmer zur Tagung erwartet
Die Ergebnisse der Untersuchung werden nun erstmals auf der gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie vom 26. bis 28. September vorgestellt.

Unter dem Motto „Von globalen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung zu gemeindebasierten und individuellen psychosozialen Interventionsstrategien“ werden in Leipzig etwa 300 Wissenschaftler aus Deutschland erwartet.

„Wir beschäftigen uns auf der Konferenz mit den aktuellen Herausforderungen einer globalisierten Welt.

Dazu zählen die älter werdende Bevölkerung mit einer hohen Morbidität und spezifischen Versorgungsbedürfnissen, die zunehmende Bedeutung psychischer Störungen, wie Depression und Angsterkrankungen, sowie die Zunahme von Adipositas und deren Folgeerkrankungen in den Industriestaaten“, sagt Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf, die die Abteilung und die Tagung leitet.

Der Kongress bietet die Möglichkeit des Austauschs zwischen Wissenschaftlern und Klinikern sowie allen in der Medizinpsychologie und Medizinsoziologie tätigen Berufsgruppen. 

Ein Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung und der Fortbildung.

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Prof. Dr. Heide Glaesmer
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Dr. Katarina Werneburg Universität Leipzig

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PIA Psychiatrische Institutsambulanz: Aversiven Kindheitserfahrungen - Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung in der Kindheit

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wunden aus der Kindheit - Biochemischer Fingerabdruck weist auf belastende Erfahrungen hin

Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung in der Kindheit hinterlassen Spuren bis ins Erwachsenenalter. 

Dadurch steigt nicht nur das Risiko der Betroffenen für psychische Erkrankungen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, körperlich zu erkranken. 

Ulmer Wissenschaftler konnten nun spezifische Stoffwechselprodukte im Blut identifizieren, die wie ein biochemischer Fingerabdruck auf belastende Kindheitserfahrungen hinweisen. 

Dr. Alexander Karabatsiakis
Dr. Alexander Karabatsiakis (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)

Prof. Dr.  Iris-Tatjana Kolassa
Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)
 
„Wenn Kinder sexuell missbraucht oder emotional misshandelt, wenn sie geschlagen oder vernachlässigt werden, führt dies zu chronischen Stressbelastungen. 
  • Diese können in späteren Jahren nicht nur psychische Erkrankungen hervorrufen, sondern sind auch für den Körper sehr belastend. 
  • Denn sie erhöhen das Risiko für weitere Krankheiten wie Herzkreislauferkrankungen und Diabetes, insbesondere wenn nicht versucht wird, durch einen besonders gesunden Lebensstil entgegenzuwirken“, erklärt Dr. Alexander Karabatsiakis, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Ulm.
Eine Schlüsselrolle spielen dabei molekulare Stress-Signale und deren biologische Auswirkungen

So ist bereits bekannt, dass sich bei dauerhaftem oder extremem Stress – ausgelöst durch kritische und belastende Lebensereignisse – im Körper vermehrt freie Radikalverbindungen bilden. Diese führen in Form von oxidativem Stress zu Schäden in der Zelle. 

Außerdem gibt es Hinweise, dass sich der Energie- und der Phospholipid-Stoffwechsel verändert, und dass auch chronische niederschwellige Entzündungsprozesse häufiger auftreten. 

Die Ulmer Wissenschaftler haben nun in Zusammenarbeit mit australischen Krebsforschern und Biotechnologen untersucht, ob sich bestimmte Stoffwechselprodukte identifizieren lassen, die als biochemischer Fingerabdruck einen Hinweis auf solche aversiven Kindheitserfahrungen geben könnten. Und zwar bei Erwachsenen, die bislang körperlich gesund sind.

Für ihre Studie, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports publiziert wurde, haben die Wissenschaftler das Blutserum von 105 jungen Müttern untersucht, darunter waren 59 Frauen mit und 46 ohne aversive Kindheitserfahrungen. 

Dabei stieß das Forscherteam im Blutserum auf acht spezielle Stoffwechselprodukte (Metabolite), deren Spiegel sich bei beiden Gruppen deutlich unterschied. 

Diese Metabolite stehen in Verbindung mit dem zellulären Energiestoffwechsel sowie mit entzündlichen Prozessen und oxidativem Stress. 

Darunter waren sogenannte Phospholipide sowie Substanzen aus der Endocannabinoidfamilie oder auch Abbauprodukte des Hämoglobins, einem sehr potenten körpereigenen Antioxidanz. 

  • „Wir fanden eine ganz spezielle Biomarker-Signatur, die es ermöglicht, mit fast 90-prozentiger Genauigkeit in unserer Stichprobe festzustellen, ob diese Frauen als Kind misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt wurden“, erläutert Professorin Iris-Tatjana Kolassa, Leiterin der Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Ulm.

Für diese Untersuchung haben die Wissenschaftler einen sogenannten ungerichteten Ansatz gewählt, bei dem die Gesamtheit aller bekannten Stoffwechselprodukte, also das sogenannte „Metabolom“, mit Hilfe ausgefeilter laboranalytischer und biostatistischer Methoden durchsucht wird. Dabei werden die Ergebnisse biochemischer Analyseverfahren aus der kombinierten Anwendung von Flüssigkeits-Chromatographie und time-of-flight Massenspektrometrie multivariat ausgewertet, um nach spezifischen Biomarker-Mustern zu suchen. „Mit Hilfe des biomolekularen Fingerabdruckes, den wir gefunden haben, lassen sich in Zukunft möglicherweise weitere pathophysiologische Prozesse aufdecken, die für die langfristige Entstehung stressbedingter Erkrankungen verantwortlich sind“, hofft auch Alexandra König, Doktorandin in der Abteilung. Für die betroffenen Frauen heiße dies, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, irgendwann einmal im Leben psychisch zu erkranken oder eine alters-assoziierte Erkrankung zu entwickeln – auch wenn sie momentan gesund sind.  

„Insbesondere bei chronischem oder exzessivem Stress sowie bei einem ungünstigen Lebensstil kann dies gravierende Folgen für die Gesundheit haben“, warnt Karabatsiakis. Umso wichtiger für die Betroffenen ist es, hier rechtzeitig gegenzusteuern.
  • So könnten geeignete Psychotherapien noch im Erwachsenenalter dabei helfen, die gesundheitlichen Langzeitfolgen von belastenden Kindheitserfahrungen zu vermindern, meint Kolassa. 
Einen günstigen Effekt habe auch ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und ausgewogener, am besten mediterraner Ernährung. Außerdem helfen regelmäßige Entspannung und ein stützender Freundeskreis. „Unsere Arbeitsgruppe will sich in Zukunft noch stärker mit der Frage befassen, welche Lebensstil-Faktoren eine besonders schützende Wirkung haben“, so die Leiterin der Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie Kolassa.

Die Ulmer Wissenschaftler haben bei diesem Projekt eng zusammen gearbeitet mit australischen Forschern aus der Cancer Research Group von Dr. Michelle M. Hill vom Translational Research Institute (TRI) in Brisbane. Für gemeinsame Experimente im dortigen Labor reiste Dr. Alexander Karabatsiakis eigens von Ulm aus für einen sechswöchigen Aufenthalt nach Down Under. Ein weiterer Projektpartner kommt ebenfalls aus Australien: Dr. Thomas Hennessy von der Firma Agilent Technologies.

Die Studie entstand aus dem Verbundprojekt „Meine Kindheit – Deine Kindheit“. Im Fokus dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten interdisziplinären Forschungsinitiative stand die Frage, wie positive und negative Beziehungserfahrungen auf psychobiologischer Ebene von Müttern an ihre Kinder weitergegeben werden.


Weitere Informationen im Netz zum Rahmenprojekt „Meine Kindheit – Deine Kindheit“
https://www.uni-ulm.de/in/psy-kbio/forschung/forschung/ag-molekulare-psychotraum...


Literaturhinweis:
Koenig AM, Karabatsiakis A, Stoll Th, Wilker S, Hennessy Th, Hill MM & Kolassa IT: Serum profile changes in postpartum women with a history of childhood maltreatment: a combined metabolite and lipid fingerprinting study. Scientific Reports (2018) 8:3468; DOI:10.1038/s41598-018-21763-6; 

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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle-KANZEL: Missbrauch und Misshandlung von Kinder

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Wenn die Kindheit lange Schatten wirft - Missbrauch und Misshandlung verändern Immunprozesse

Wenn Kinder misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt werden, finden sich noch viele Jahre danach erhöhte Entzündungswerte im Blut. 

Die Folgen sind nicht nur ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, sondern auch für bestimmte altersassoziierte körperliche Erkrankungen. 

Bislang war unklar, welche molekularen Mechanismen diesem chronischen Entzündungszustand zugrunde liegen. Nun ist es Wissenschaftlern der Ulmer Universität und Uni-Klinik gelungen, veränderte Prozesse in den Immunzellen sowie oxidativen Stress als möglichen Mit-Verursacher zu enttarnen. 
 Christina Böck bei der Arbeit  im Labor
Christina Böck bei der Arbeit im Labor Universität Ulm

 
  • Spuren finden sich bis heute in ihrem Blut: In den Körpern erwachsener Frauen, die als Kinder misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt wurden, lassen sich noch Jahre danach erhöhte Entzündungswerte nachweisen. 

Die Folgen sind nicht nur ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, sondern auch für bestimmte altersassoziierte körperliche Erkrankungen.

Bislang war unklar, welche molekularen Mechanismen diesem chronischen Entzündungszustand zugrunde liegen. Nun ist es Wissenschaftlern der Ulmer Universität und Uni-Klinik gelungen, veränderte Prozesse in den Immunzellen, genauer in den Zell-„Kraftwerken“ (Mitochondrien), sowie oxidativen Stress als möglichen Mit-Verursacher zu enttarnen. Ihre Erkenntnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Mitochondrion“ veröffentlicht.

Entzündliche Prozesse im Körper sind eine natürliche Antwort des Immunsystems auf beispielsweise Krankheitserreger oder Verletzungen des Gewebes. Im Normalfall klingen sie nach kurzer Zeit ab, weil der Körper sie – mit medikamentöser Unterstützung oder ohne – erfolgreich bekämpft hat. „Langfristig bestehende Entzündungen können jedoch auf Dauer die Struktur sowie die Funktion von Zellen schädigen und das Immunsystem schwächen. Eine erhöhte Anfälligkeit für körperliche und psychische Erkrankungen kann die Folge sein“, erklärt Professorin Iris-Tatjana Kolassa, Leiterin der Abteilung Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Ulm. Die Psychologin ist dem molekularen Mechanismus auf der Spur, der Misshandlungserfahrungen und chronische Entzündungsprozesse biologisch miteinander verknüpft. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zellen. Diese kommen nicht zuletzt bei der Initiierung von Entzündungsreaktionen ins Spiel“, erläutert Doktorandin Christina Böck, die Erstautorin der Studie. „Gleichzeitig können sie durch Entzündungen und oxidativen Stress geschädigt werden. Dabei treten womöglich mitochondriale Veränderungen auf, die sich langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken können.  

Das Ulmer Forscherteam aus Psychologen, Molekularbiologen und Ärzten hat nun erste Hinweise auf eine veränderte Mitochondrienfunktion bei den misshandelten Frauen gefunden.

Im Rahmen einer Voruntersuchung zur Ulmer Studie „Meine Kindheit – Deine Kindheit“ haben Wissenschaftler der Abteilung für Biologische und Klinische Psychologie der Uni Ulm sowie der Ulmer Universitätsmedizin deshalb 30 Frauen im Alter von 22 bis 44 Jahren Blut entnommen, die bis zum Alter von 18 Jahren in unterschiedlichem Ausmaß emotionale und körperliche Misshandlung und Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch erlebt haben.

  • Ihr Blut wurde auf pro-entzündliche Biomarker (Zytokine, C-reaktives Protein), Hinweise auf oxidativen Stress und die Aktivität der Mitochondrien untersucht. 
  • Die Analyse der Blutproben brachte ans Licht, dass diese Frauen mehr Entzündungsmarker im Blut aufwiesen und dass dies mit einer gesteigerten Aktivität der Mitochondrien einherging. Zudem offenbarte sich ein erhöhtes Maß an oxidativem Stress, sichtbar an der Zunahme der reaktiven Sauerstoffspezies und an einer Verringerung anti-oxidativer Substanzen.

„Mit dieser Studie zeigen wir, dass die Schatten der Kindheit lange nachwirken“, so Böck. Die Analyse machte zudem deutlich, dass die Veränderungen auf Zellebene umso ausgeprägter waren, je schwerwiegender die Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen waren.

  • In den ersten Lebensjahren entwickelt sich die so genannte Stressantwort des Körpers als ein Zusammenspiel des Hormon-, Nerven- und Immunsystems. Diese ermöglicht uns, in akuten Stresssituationen zum Beispiel auf Umweltfaktoren adäquat zu reagieren.

„Wir vermuten, dass die Stressantwort nachhaltig verändert ist, wenn Kinder in dieser hochsensiblen Phase negativen Erlebnissen wie Missbrauch ausgesetzt sind“, sagt die Wissenschaftlliche Mitarbeiterin Böck. „Die vermehrten Entzündungsprozesse und die erhöhte mitochondriale Aktivität könnten eine schützende Anpassungsreaktion des Körpers unter exzessivem und chronischem Stress sein“, glaubt auch Professorin Iris-Tatjana Kolassa.

Langfristig führten diese aber zu einer erhöhten Anfälligkeit für bestimmte körperliche Folgeerkrankungen. 




Prof. Iris-Tatjana Kolassa

Prof. Iris-Tatjana Kolassa Universität Ulm / Elvira Eberhardt

Doch die Wissenschaftler haben bereits Hinweise auf Schutzfaktoren, die solche Folgeerkrankungen verhindern können. So erhöht körperliche Aktivität das anti-oxidative Potenzial des Körpers, und soziale Unterstützung – beispielsweise durch einen Partner oder Freunde – vermindert entzündliche Prozesse. In Zukunft wollen sich die Forscher diesen protektiven Prozessen zuwenden.

Das Ziel: die Entwicklung neuer psychotherapeutischer und medikamentöser Strategien zur Behandlung und Prävention der psychischen und körperlichen Folgen von Psychotraumata.


Literaturhinweis:
Boeck, C., et al., Inflammation in adult women with a history of child maltreatment: The involvement of mitochondrial alterations and oxidative stress, Mitochondrion (2016),


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Christina Böck, M.Sc., christina.boeck@uni-ulm.de, Tel.: 0731/ 50 26596
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Andrea Weber-Tuckermann Universität Ulm
Marieke Behnel / Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie


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http://dx.doi.org/10.1016/j.mito.2016.08.006