Bei komplexen strategischen Entscheidungen geht eine kürzere Überlegensdauer mit einer höheren Qualität der Entscheidung einher. Das zeigt Ökonom Uwe Sunde in einer Studie am Beispiel des Schachspiels. Im Schachspiel sind schnellere Entscheidungen von einer höheren Qualität. Das ist das Ergebnis einer Studie, die aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PNAS erschienen ist. Das Forschungsteam, dem neben Professor Uwe Sunde von der LMU Wissenschaftler der Erasmus-Universität Rotterdam und der FernUni Schweiz angehören, analysierte Daten aus professionellen Schachpartien. Ihr Ziel war es, zu untersuchen, wie die Zeit, die für eine Entscheidung benötigt wird, mit deren Qualität zusammenhängt. Sunde und seine Kollegen sehen in dem Ergebnis einen Hinweis darauf, dass die Entscheidungsdauer die subjektiv empfundene Schwierigkeit des Problems widerspiegelt, die sich je nach Situation verändern kann. Prof. Dr. Uwe Sunde |
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Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
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Kardiomyopathie
Eine Studie des Standortes Heidelberg/Mannheim des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) identifiziert die Überaktivität von CaMKIIδ als zentralen Treiber der RBM20-Kardiomyopathie. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg um den Erstautor Maarten van den Hoogenhof haben in Nature Cardiovascular Research einen entscheidenden Mechanismus einer erblichen Form der Herzschwäche beschrieben. Ihre Studie zeigt, dass nicht allein eine gestörte Genverarbeitung im Herzen die Erkrankung antreibt. Vielmehr spielt die Überaktivierung eines Signalproteins eine zentrale Rolle. Die Arbeit eröffnet damit erstmals die Perspektive auf eine ursachenorientierte Therapie für Patientinnen und Patienten mit RBM20-Kardiomyopathie und unterstreicht das Potenzial genetisch zugeschnittener Behandlungsstrategien in der Kardiologie. |
Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen schwerer Komplikationen
Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen schwerer Komplikationen bei Müttern und Neugeborenen. Ein aktueller Cochrane Review zeigt: Wird die Geburt bei Schwangeren mit Bluthochdruck ab der 34. Woche früh eingeleitet, erleiden diese Frauen nur noch gut halb so viele Komplikationen wie wenn man abwartet – ohne dass die Kaiserschnittrate steigt. In Ländern mit niedrigem Einkommen fanden sich in den Daten Hinweise, dass eine geplante frühe Geburt die Zahl an tot geborenen Kindern verringern könnte. Ob dieser Effekt auf die Versorgungssituation in Deutschland übertragbar ist, bleibt unklar.
Der passend zum Welt-Präeklampsie-Tag (22.5.) veröffentlichte Cochrane Review hat sechs randomisiert kontrollierte Studien mit insgesamt 3.491 Frauen ausgewertet. Verglichen wurde eine geplante frühzeitige Geburtseinleitung oder – sofern medizinisch erforderlich – ein Kaiserschnitt mit einem abwartenden Management, bei dem die Schwangerschaft unter engmaschiger Überwachung fortgeführt wird, solange keine schwerwiegenden Komplikationen auftreten.
Die eingeschlossenen Studien wurden zwischen 2002 und 2022 durchgeführt. Fünf der sechs Studien stammen aus Ländern mit hohem Einkommen (Großbritannien, Niederlande, USA), eine Studie wurde in zwei Ländern mit niedrigem bzw. niedrig-mittlerem Einkommen durchgeführt (Sambia und Indien). Die Studien schlossen Frauen mit verschiedenen Bluthochdruckerkrankungen ein: Präeklampsie, Schwangerschaftsbluthochdruck und chronischer Bluthochdruck. Der Zeitpunkt der geplanten Geburt variierte je nach Studie zwischen der 34. und der 41. Schwangerschaftswoche.
Der Cochrane Review, der von einem internationalen Forscherinnen-Team um die Erstautorin Dr. Alice Beardmore-Gray (King’s College London) erstellt wurde, zeigt im Detail: Eine geplante frühe Geburt senkt das insgesamte Risiko der Schwangeren, eine von mehreren verschiedenen schweren Komplikationen zu erleiden. Damit waren verschiedene schwere Erkrankungen wie etwa epileptische Krampfanfälle, Lungenödeme, Nierenversagen und das lebensbedrohliche, so genannte HELLP-Syndrom sowie der Tod der Mutter gemeint. Ohne eine geplante frühe Geburt erlitten etwa 47 von 1.000 Schwangeren mit Bluthochdruckerkrankungen irgendeine dieser schweren Komplikationen. Mit geplanter früher Geburt waren es nur etwa 25 von 1.000 Schwangeren. (RR 0,54; 95%-KI: 0,37 bis 0,77; 6 Studien, 3.491 Teilnehmerinnen; Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: hoch)
Und wie beeinflusst eine geplante frühe Geburt das Risiko für eine bestimmte, einzelne schwere Komplikation – also beispielsweise das Risiko nur für ein Lungenödem oder das Risiko nur für eine schwere Nierenfunktionsstörung? Diese Frage lässt sich auf Basis der vorliegenden Daten nicht beantworten. Die verschiedenen einzelnen Komplikationen traten in den Studien nämlich jeweils zu selten auf, um daraus sichere Schlüsse ableiten zu können.
Auf die Sterblichkeit der Mütter hat eine geplante frühe Geburt möglicherweise keinen oder nur einen geringen Einfluss. Allerdings ist die Datenlage bei dieser Frage sehr beschränkt: Es kam nämlich nur in 2 der 6 ausgewerteten Studien überhaupt zu Todesfällen – und zwar zu lediglich 4 Todesfällen insgesamt (3 bei abwartendem Management und 1 bei geplanter früher Geburt). Wegen der dünnen Datenbasis ist dieses Teil-Ergebnis des Reviews mit einer relativ großen Unsicherheit behaftet und weitere Forschung könnte das Ergebnis noch ändern. (6 Studien mit 3491 Teilnehmerinnen, Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: low)
Zugleich erhöht eine früh eingeleitete Geburt das Kaiserschnittrisiko nicht: Von 1.000 Schwangeren mit Bluthochdruckerkrankung, bei denen unter engmaschiger Überwachung abgewartet wurde, brachten etwa 429 ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Von 1.000 Schwangeren, bei denen die Geburt früh eingeleitet wurde, waren es etwa 403. (RR 0,94; 95%-KI: 0,83 bis 1,06; 6 Studien, 3.539 Teilnehmerinnen; Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: hoch)
„Wenn man Frauen eine frühe Einleitung anbietet, lautet ihre erste Frage: Erhöht das nicht mein Risiko für einen Kaiserschnitt? Diese Frage klar mit Nein beantworten zu können, ist eine wirklich wichtige Information, wenn wir sie über den besten Zeitpunkt für die Geburt beraten“, erklärt Review-Erstautorin Dr. Alice Beardmore-Gray, Oberärztin am King’s College London. „Mit der Einschätzung, ab wann wir eine Geburt einleiten sollen, ringen wir klinisch jeden Tag. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Mutter und Kind durch weiteres Zuwarten mehr Zeit gewinnen. Tatsächlich aber verzögert man damit oft nur eine unvermeidliche Notgeburt – zu einem Zeitpunkt, an dem es beiden möglicherweise schlechter geht.“
Hinweise auf weniger tot geborene Kinder durch eine frühe Geburtseinleitung fanden sich ausschließlich in der einzigen Studie aus Ländern mit niedrigem beziehungsweise niedrig-mittlerem Einkommen. (In den Studien aus Ländern mit hohem Einkommen wurden keine Totgeburten berichtet.) Wartete man bei Schwangeren mit Bluthochdruckerkrankung unter engmaschiger Überwachung ab, werden laut der einen ausgewerteten Studie etwa 7 von 1.000 Kindern tot geboren. Mit einer früh eingeleiteten Geburt sind es wahrscheinlich etwa 2 pro 1.000. Die Übertragbarkeit dieses Teilergebnisses auf Deutschland bleibt allerdings unklar. (RR 0,25; 95%-KI: 0,07 bis 0,87; 5 Studien, 3.407 Teilnehmerinnen, Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: moderat)
Die Forschenden wollten auch herausfinden, ob eine früh eingeleitete Geburt dafür sorgt, dass weniger lebend geborene Kinder in den ersten Tagen sterben oder schwer erkranken. Die Ergebnisse der einbezogenen Studien weichen allerdings stark voneinander ab, sodass sich dazu keine verlässlichen Aussagen ableiten ließen. (RR 1,06; 95%-KI: 0,75 bis 1,51; 6 Studien mit 3576 Teilnehmerinnen, Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: sehr niedrig).
Was der Review hingegen zeigen konnte: Wahrscheinlich hat eine geplante frühe Geburt keinen oder nur einen kleinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, dass Neugeborene anschließend auf eine Neugeborenenstation aufgenommen werden müssen (RR 1,11; 95%-KI: 0,90 bis 1,37; 6 Studien mit 3.560 Teilnehmerinnen; Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE: moderat)
Langfristige Daten zur kindlichen Entwicklung nach einer späten Frühgeburt – also ab der 34. Schwangerschaftswoche – und zur dauerhaften kardiovaskulären Gesundheit der Mütter, die während der Schwangerschaft an einer Bluthochdruckerkrankung litten, fehlen bislang. Die Cochrane-Autorinnen empfehlen, diesen Fragen in künftiger Forschung nachzugehen.
Die Ergebnisse des Reviews stützen im Wesentlichen die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie „Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft“ (AWMF 015-018, Stand: Juli 2024). Die Leitlinie empfiehlt bei Präeklampsie, die Schwangerschaft nicht über die 37+0 Schwangerschaftswoche hinaus fortzuführen und den Geburtszeitpunkt ab der 34+0 Schwangerschaftswoche individuell anhand der Risiken für Mutter und Kind abzuwägen. Der Cochrane Review liefert hierfür die aktuellste und umfassendeste Evidenzgrundlage und schließt erstmals auch Daten zu chronischem Bluthochdruck ein.
Sowohl die deutsche Leitlinie als auch die Review-Autorinnen betonen, dass bei der Entscheidung über den Geburtszeitpunkt die Präferenzen der Frau sowie die Art, die Anzahl und die Schwere ihrer Krankheitssymptome berücksichtigt werden müssen. Für Länder mit niedrigem Einkommen heben die Autorinnen zudem hervor, dass es besonders wichtig sei, diese Zeichen zeitnah zu erkennen und eine geplante frühe Geburt zügig durchzuführen, um die dort deutlich höhere Sterblichkeit bei Müttern und Neugeborenen zu senken.
„Diese Ergebnisse geben Ärzt*innen und Frauen eine klarere Orientierung, wann der richtige Zeitpunkt für die Geburt ist, wenn sich in der Schwangerschaft Bluthochdruck entwickelt“, ordnet Prof. Catherine Cluver, Seniorautorin des Reviews von der Stellenbosch University und dem Tygerberg Hospital in Südafrika den Review ein. „Insbesondere für Frauen mit Präeklampsie unterstützt die Evidenz das Vorgehen, ihnen eine geplante frühe Geburt ab der 34. Schwangerschaftswoche anzubieten – spätestens aber bis zur 37. Woche.“
Das Herz und die Herzmedizin bei einer Frau
Warum Herzmedizin Frauen anders in den Blick nehmen muss Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen – dennoch orientieren sich viele diagnostische und therapeutische Standards bis heute überwiegend am männlichen Patienten. Gleichzeitig zeigen Studien seit Jahren: Frauen erkranken oft anders, entwickeln andere Symptome und haben andere Risikofaktoren als Männer. Das kann schwerwiegende Folgen haben – bis hin zu schlechteren Überlebenschancen bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. |
Reproduktionsmedizin
Wir möchten gerne auf die heute erschienene wissenschaftliche Publikation des Deutschen IVF-Registers (D·I·R) sowie auf das begleitende Editorial im Deutschen Ärzteblatt aufmerksam machen, die sich einem unserer und einem der zentralen Themen der modernen Reproduktionsmedizin widmen: dem Single Embryo Transfer (SET). Kernfrage: Sollte ein Double Embryo Transfer (DET) im Frischzyklus einem SET im Frischzyklus mit einem sich ggf. anschließenden SET im Auftauzyklus bevorzugt werden?
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Schwangerschaft Bluthochdruck
Deutsche Hochdruckliga und BVF informieren zum „Welt-Präeklampsie-Tag“ am 22. Mai:
Wie der Körper einer Frau auf eine Schwangerschaft reagiert, kann ein Hinweis auf ihre spätere Herzgesundheit sein.
Verläuft dieser natürliche Belastungstest ohne größere Komplikationen, stehen die Chancen gut, auch langfristig ein gesundes Herz-Kreislauf-System zu behalten. Treten dagegen während der Schwangerschaft Bluthochdruck oder sogar eine Präeklampsie auf, gilt dies als wichtiges Warnsignal – und als Anlass, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und den eigenen Lebensstil anzupassen.
Anlässlich des Welt-Präeklampsie-Tages am 22. Mai 2026 rücken die Deutsche Hochdruckliga (DHL) und der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft in den Fokus. Ihre gemeinsame Botschaft: Schwangere mit Bluthochdruck sollten konsequent behandelt und engmaschig betreut werden.
Für den Körper einer Frau ist eine Schwangerschaft mit einer dauerhaften Ausdauerbelastung vergleichbar: Sie wirkt wie ein natürlicher Belastungstest für das Herz-Kreislauf-System. Bluthochdruck in dieser Phase ist daher ein wichtiges Warnsignal. Liegen die Blutdruckwerte dauerhaft über 140/90 mmHg, empfehlen aktuelle Leitlinien eine medikamentöse Behandlung. Frauen mit dieser Vorgeschichte haben später im Leben ein zwei- bis siebenfach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche, verengte Herzkranzgefäße oder Schlaganfälle. Die Erkenntnisse aus der Schwangerschaft liefern damit einen wichtigen Baustein für die langfristige Gesundheitsvorsorge.
„Bluthochdruck betrifft etwa fünf bis zehn Prozent aller Schwangeren und erhöht das Risiko für eine Präeklampsie deutlich“, sagt Prof. Dr. med. Markus van der Giet, Internist, Nephrologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. Präeklampsie ist eine Erkrankung der Schwangerschaft, bei der die Mutter hohen Blutdruck entwickelt und Organe wie Nieren oder Leber belastet werden. Sie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und kann für Mutter und Kind gefährlich werden. „Wird der Blutdruck frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lassen sich Komplikationen deutlich reduzieren“, so van der Giet.
Auch Dr. Jochen Frenzel, niedergelassener Frauenarzt, Pränataldiagnostiker und Vorstandsmitglied des BVF, betont die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose: „Präeklampsie ist eine ernstzunehmende Multiorganerkrankung. Wird sie zu spät erkannt, kann sie schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben.“ Häufig entwickle sich die Erkrankung zunächst unauffällig. Erste Symptome würden nicht selten mit normalen Schwangerschaftsbeschwerden verwechselt. „Umso wichtiger sind die Vorsorgeuntersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel und eine kontinuierliche Betreuung während der gesamten Schwangerschaft.“
Die Deutsche Hochdruckliga und der BVF empfehlen Frauen nach einer Präeklampsie die Nutzung eines speziellen „Nachsorgepasses“ (Link siehe "Quellen und weitere Informationen"). Darin werden kardiovaskuläre Risikofaktoren erläutert und Hinweise zur langfristigen Risikoreduktion gegeben – etwa zu gesundem Körpergewicht, Stilldauer oder regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Ergänzt wird der Pass durch einen Zeitplan für empfohlene Gesundheits- und Blutuntersuchungen.
Grundsätzlich raten die Deutsche Hochdruckliga und der BVF Schwangeren mit erhöhten Blutdruckwerten zu regelmäßigen Kontrollen in der gynäkologischen Praxis.
Eine kontinuierliche Betreuung sei entscheidend, da sich mögliche Folgeschäden häufig schleichend entwickeln.
Zum „Welt-Präeklampsie-Tag “
Der Welt-Präeklampsie-Tag wird jedes Jahr am 22. Mai begangen und soll weltweit auf die Risiken dieser Schwangerschaftserkrankung aufmerksam machen. Ziel des Aktionstags ist es, das Bewusstsein für Früherkennung, Vorsorge und eine rechtzeitige Behandlung zu stärken, um Komplikationen für Mutter und Kind zu vermeiden. Gleichzeitig macht der Tag darauf aufmerksam, wie wichtig Aufklärung, Forschung und eine gute medizinische Betreuung während der Schwangerschaft sind.
Die in den USA ansässige Preeclampsia Foundation nutzt den gesamten Monat Mai als Präeklampsie-Aufklärungsmonat, um über die Erkrankung zu informieren: https://www.preeclampsia.org/AwarenessMonth.
Quellen und weitere Informationen
• S2k-Leitlinie Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-018
• Pre-eclampsia and risk of cardiovascular disease and cancer in later life: systematic review and meta-analysis | The BMJ: https://www.bmj.com/content/335/7627/974
• Podcast HyperTon (Folge 4): Bluthochdruck in der Schwangerschaft: https://www.youtube.com/watch?v=cb1DFAzKxbs
• Patientenblatt: Nachsorgepass für Mütter nach Präeklampsie: https://register.awmf.org/assets/guidelines/015_D_Ges_fuer_Gynaekologie_und_Gebu...
Die Deutsche Hochdruckliga bietet auf Ihrer Website einen Überblick zum Thema Bluthochdruck in der Schwangerschaft und Stillzeit: https://www.hochdruckliga.de/betroffene/bluthochdruck/bluthochdruck-in-der-schwa...
Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) informiert im Rahmen seiner Kampagne „Schwanger mit dir“ rund um das Thema Schwangerschaft: https://schwanger-mit-dir.de/.
Über uns
Die Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)® I Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention ist eine gemeinnützige, unabhängige medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft. Sie setzt sich seit 1974 für die Förderung der Wissenschaft und eine wissenschaftlich fundierte Aufklärung der Öffentlichkeit auf dem Gebiet der Hypertonie ein. Sie bündelt die Expertise aus allen relevanten Fachgruppen und stellt diese allen Beteiligten zur Verfügung. Wissenschaftliche Sektionen und der jährliche wissenschaftliche Kongress sichern aktuelles Fachwissen und den fachlichen Austausch. Stipendien und Wissenschaftspreise fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs. Durch die Zertifizierung von Fachärztinnen und -ärzten sowie interdisziplinären Hypertonie-Zentren sichert die Deutsche Hochdruckliga eine qualitativ hochwertige, umfassende Versorgung von Hypertonikerinnen und Hypertonikern im deutschsprachigen Raum. https://www.hochdruckliga.de/
Über den Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF)
Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. ist mit rund 14.000 Mitgliedern einer der größten ärztlichen Berufsverbände in Deutschland. Er vertritt mit seinen 17 Landesverbänden seit 75 Jahren die wirtschaftlichen und standespolitischen Interessen seiner Mitglieder bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, den Kassenärztlichen Vereinigungen, der Bundesärztekammer, den Landesärztekammern, den Kostenträgern sowie in Politik und Wirtschaft, internationalen Organisationen und der Öffentlichkeit. Der BVF verfolgt hierfür gesundheitspolitisch relevante Vorgänge auf deutscher sowie auch auf europäischer Ebene und setzt sich für die standespolitischen Anliegen, Forderungen und Belange seiner Mitglieder ein.
https://www.bvf.de/
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Agnes Tzortzis
Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V.
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Yvonne Kaul
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Kostenerstattung leitliniengerechter MS-Therapien in der privaten Krankenversicherung
Das biologische Alter
Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht an MMA-Kämpfern biologische Alterungsprozesse. Ziel der Studie ist es, die epigenetische Uhr des Alterns genauer zu entschlüsseln. Manche Menschen altern schneller als andere. Doch wie kann man das biologische Alter zuverlässig messen? Dieser Frage geht ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in einer Studie zu den biologischen Altersuhren von Kampfsportlern nach, die die Vollkontakt-Kampfsportart Mixed Martial Arts (MMA) betreiben. Das biologische Alter kann sich vom tatsächlichen Lebensalter deutlich unterscheiden. Faktoren wie Lebensstil, Ernährung, Bewegung und Stress beeinflussen, wie schnell der Körper altert. Ziel der Studie ist es, zuverlässige Marker zu identifizieren, mit denen sich das biologische Alter bestimmen lässt.
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Oxytocin Kuschelhormon
Das «Kuschelhormon» Oxytocin spielt nicht nur in Momenten der Nähe eine Rolle, sondern auch beim Kräftemessen: Forschende der Universität Zürich zeigen, dass es besonders dann ausgeschüttet wird, wenn Rivalität oder klare Gruppengrenzen im Spiel sind – und zwar vor allem bei Männern. Oxytocin – häufig als Kuschelhormon bezeichnet – ist auch bei Gruppenwettbewerben von Bedeutung. Das verdeutlicht eine neue Studie unter der Leitung von Charlotte Debras und Adrian Jaeggi vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich. «Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass die Verabreichung von Oxytocin in Form eines Nasensprays gruppenorientiertes Verhalten fördern kann», sagt Debras, die die zugrundeliegende Studie im Rahmen ihrer Dissertation durchgeführt hat. «Es war jedoch unklar, ob Oxytocin in Wettbewerbssituationen auch auf natürliche Weise ansteigt.» Prof. Adrian V. Jäggi |
Aorta
Ein internationales Konsortium aus zehn akademischen Organisationen innerhalb des Global Cardiovascular Research Funders Forum (GCRFF) startet eine neue internationale Studie. Erstmals wird darin die optimale Plättchenhemmung bei der spontanen Koronararteriendissektion (SCAD) untersucht – einer besonderen Form des Herzinfarkts, die vor allem Frauen betrifft. Die Initiative wird vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) geleitet und vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) koordiniert.
Die spontane Koronararteriendissektion (spontaneous coronary artery dissection, SCAD) ist eine seltene Ursache des akuten Koronarsyndroms, bei der der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Sie betrifft überwiegend Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren und tritt in der Regel ohne Arterienverkalkung auf.
Lange blieb SCAD unterdiagnostiziert und wird erst seit wenigen Jahren systematischer erkannt. Ein internationales Forschungskonsortium unter Leitung des DZHK startet nun die SCAD-ALIGN-Studie, bei welcher erstmals Therapiestrategien der Plättchenhemmung in einer randomisierten Studie systematisch verglichen werden.
Herzinfarkt ohne Gefäßverkalkungen
Einer SCAD liegen meist weder relevante Gefäßverkalkungen noch ein klassischer, durch ein Blutgerinnsel verursachter Gefäßverschluss zugrunde. Stattdessen kommt es zu einer Einblutung in die Wand einer Herzkranzarterie, wodurch sich die Gefäßwandschichten voneinander trennen und der Blutfluss beeinträchtigt oder vollständig unterbrochen wird. Die Betroffenen entwickeln Symptome eines akuten Herzinfarkts wie Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit. Charakteristisch ist, dass diese Beschwerden häufig bei Menschen auftreten, die zuvor herzgesund waren und keine bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen.
Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, können sich aber auch in Gefäßen anlagern und so den Blutfluss behindern. Plättchenhemmende Medikamente sollen dies verhindern. In der aktuellen klinischen Praxis werden Patient:innen mit SCAD häufig nach den allgemeinen Leitlinien für das akute Koronarsyndrom behandelt, die typischerweise zwei unterschiedliche plättchenhemmende Medikamente vorsehen – eine Strategie, die ursprünglich für ältere Patient:innen mit nachgewiesener Atherosklerose entwickelt und getestet wurde.
Wie intensiv sollte die Plättchenhemmung sein?
Der Ansatz der SCAD-ALIGN-Studie beruht auf einem grundlegenden Unterschied zwischen SCAD und dem klassischen Herzinfarkt. Bei typischen Herzinfarkten verschließt meist ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß, und nach der Implantation eines Stents wird eine intensive Plättchenhemmung eingesetzt, um die Bildung weiterer Gerinnsel zu verhindern. Bei SCAD hingegen liegt ein Einriss oder eine Einblutung innerhalb der Gefäßwand vor. In dieser Situation könnte eine intensive Plättchenhemmung das Abklingen der Blutung verzögern oder sie sogar verschlimmern und damit den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen. Die Studie untersucht daher, ob eine weniger intensive Therapie für diese Patient:innen vorteilhafter sein könnte.
In der SCAD-ALIGN-Studie werden zwei Behandlungsstrategien miteinander verglichen: eine moderate Plättchenhemmung mit einem einzelnen Medikament über drei Monate sowie eine intensivere Therapie mit zwei Wirkstoffen über drei Monate, gefolgt von einer neunmonatigen Behandlung mit einem einzelnen Medikament. Der primäre Endpunkt umfasst eine Kombination aus erneuter myokardialer Ischämie, wiederkehrender SCAD, Herzinfarkt, der Notwendigkeit einer Revaskularisation sowie Tod.
„Bei SCAD behandeln wir Patient:innen bisher nach Standards, die für andere Krankheitsbilder entwickelt wurden“, sagt Prof. Peter Clemmensen, nationaler Studienleiter für Deutschland. „Mit der SCAD-ALIGN-Studie wollen wir klären, welche Form der Plättchenhemmung tatsächlich nützt und welche eher schadet. Ziel ist eine belastbare Grundlage für künftige Therapieempfehlungen“.
Internationales Zusammengehen für bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen
Die SCAD-ALIGN-Studie ist Teil der Multinational Clinical Trials Initiative des Global Cardiovascular Research Funders Forum (GCRFF). „Die Studie adressiert eine Fragestellung, die überwiegend Frauen betrifft und für die es bislang kaum belastbare Evidenz und kein nennenswertes industrielles Entwicklungsinteresse gibt“, betont Prof. Christina Magnussen, nationale Co-Studienleitung für Deutschland und Mitglied des globalen Executive Board.
Erstmals arbeiten dabei mehrere internationale Förderorganisationen auf Basis eines gemeinsamen Studienprotokolls zusammen. Die wissenschaftliche Idee der Studie stammt von Mitgliedern des DZHK.
„Unabhängig von der medizinischen Fragestellung zeigt die Studie, dass ein Zusammenschluss internationaler Förderorganisationen und Forschender gemeinsam tragfähige Strukturen schaffen kann, um medizinische Fragestellungen zum Wohl der Patient:innen zu bearbeiten“ sagt Prof. Stefan Blankenberg vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg, wissenschaftlicher Leiter und Initiator der Studie.
Er betont: „Ein gemeinsames Vorgehen der Förderorganisationen aus demokratischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Spanien, Australien, Neuseeland, Kanada ergänzt durch die Förderung der Kühne Stiftung mit konsekutiver Teilnahme von Brasilien, Argentinien und Chile schafft eine globale akademische Struktur. Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen zeigt dieses gemeinsam legitimierte Vorgehen seine besondere Stärke.“
Die Studie ist als internationale, multizentrische, randomisierte und offene klinische Prüfung angelegt. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist eine enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg notwendig. Die Ergebnisse sollen künftig maßgeblich dazu beitragen, evidenzbasierte Therapieempfehlungen für die Behandlung von SCAD zu entwickeln und die Versorgung und Lebensqualität betroffener Patient:innen weltweit zu verbessern.
Beteiligte Förderorganisationen des GCRFF:
British Heart Foundation (BHF), United Kingdom
Canadian Institutes of Health Research (CIHR) - Institute of Circulatory and Respiratory Health, Kanada
Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Deutschland
Dutch Heart Foundation (Hartstichting), Niederlande
National Heart Foundation of New Zealand, Neuseeland
National Heart Foundation of Australia, Australien - Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
National Institutes of Health - National Heart, Lung, and Blood Institute (NIH/NHLBI), USA - Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
Beteiligte nationale und institutionelle Förderorganisationen:
Danish Heart Foundation (Hjerteforeningen), Dänemark
Swedish Heart-Lung Foundation, Schweden
Swiss Heart Foundation, Schweiz- Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
Institutionelle Mittel der Victor Chang Cardiac Research Institute, Sydney, Australien
Institutionelle Mittel der Westmead Applied Research Centre, University of Sydney and NSW Health Cardiovascular Research Grant, Australien
Institutionelle Mittel des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland
Institutionelle Mittel der teilnehmenden spanischen Zentren (u.a. Hospital Universitario de La Princesa, Madrid, Spain)
Beteiligte private Stiftungen:
Kühne Stiftung
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Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE),

