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CAVE: Rettungsstellen-KANZEL: Angststörungen - Depressionen

Medizin am Abend Berlin MaAB - Fazit: Pollenallergie tritt häufiger bei Angstpatienten auf

Saisonale Allergien gegen Gräser oder Baumpollen treten bei Menschen mit Angststörungen vermehrt auf, während Patienten mit Depressionen häufiger unter ganzjährigen Allergien wie etwa gegen Tierhaare leiden. 

Das hat ein Team der Technischen Universität München (TUM) erforscht. 

Medizin am Abend Berlin MaAB-CARDIOLOTSE-HörfunkBeitrag 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Geschlossene Unterbringung nach PsychKG 

  • Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien werden von diesen beiden psychosozialen Erkrankungen dagegen nicht beeinflusst. 
 
Das Team befragte über 1700 Personen aus dem Raum Augsburg zu ihren Allergien.

Hierbei unterschieden die Forscherinnen und Forscher um Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin am Universitären Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Universitätsklinikum Augsburg (UNIKA-T) und Professorin für Umweltmedizin an der TUM zwischen ganzjährig auftretenden Allergien wie Hausstaub- oder Tierhaarallergien, saisonalen Allergien wie gegen Gräserpollen und anderen Allergien wie Nahrungsmittelallergien.

Zudem beantworteten die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer Fragen zu ihrem psychischen Zustand. 

  • Hierbei lag das Augenmerk auf Depressionen, generalisierten - das heißt den kompletten Alltag betreffenden - Angsterkrankungen und akutem mentalen Stress. 

„Es gibt Untersuchungen, die sich auf die psychische Komponente von Hauterkrankungen oder allergischem Asthma konzentrieren. 

Wir zeigen erstmals einen Zusammenhang mit saisonalen Allergien auf“, erklärt Katharina Harter, Erstautorin der Publikation.

Etwa ein Viertel der Befragten (27,4 %) gaben an, unter Allergien zu leiden; davon 7,7 Prozent an ganzjährigen, 6,1 Prozent an saisonalen und 13,6 Prozent an anderen Formen von allergischen Reaktionen.

Einfluss von psychischen Faktoren nachgewiesen

  • Es zeigte sich, dass Menschen, die an einer generalisierten Angststörung litten, auch häufiger Pollenallergien hatten, nicht aber das ganze Jahr andauernde Allergien. 

Diese traten in der Gruppe der Angsterkrankten sogar statistisch seltener auf.

  • Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass Personen mit andauernden Allergien andere Stressverarbeitungsstrategien entwickelt haben, die sie vor Angststörungen schützten.
  • Bei den ganzjährigen Allergien gab es dagegen einen positiven Zusammenhang mit Depressionen und depressiven Phasen. 

Durch den Aufbau der Studie konnte aber nicht geklärt werden, ob Allergien die Angreifbarkeit für Depressionen erhöht oder ob sie selbst ein Risikofaktor für Allergien sind. Für das Forschungsteam überraschend war die Tatsache, dass das Auftreten von Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien nicht oder nur geringfügig von psychischen Faktoren beeinflusst wurde.

Weitere Untersuchungen geplant

In der Studie wurden mögliche Störfaktoren, die den Zusammenhang fälschlicherweise beeinflussen könnten, statistisch herausgerechnet. Hierzu zählten Alter, der Status Raucher/Nichtraucher, das Geschlecht und familiäre Vorbelastungen (z. B. allergisches Asthma).

Katharina Harter erklärt aber auch die Schwachstellen der Studie:

„Wir haben ein relativ hohes Durchschnittsalter von 61 Jahren, somit sind jüngere Menschen eher unterrepräsentiert. Außerdem handelt es sich nur um eigene Angaben und nicht um echte Allergiediagnosen.

Wir haben aber Blutproben von allen Probanden und wollen diesen Punkt wissenschaftlich überprüfen.“, sagt sie.

Insbesondere zeige diese Studie, so Prof. Traidl-Hoffmann, wie wichtig es sei, dem Patienten ausreichend Zeit zu widmen.

 Nur so könnten psychosoziale Aspekte neben den klinischen Untersuchungen in eine ganzheitliche Therapie einfließen, wie sie in der Hochschulambulanz für Umweltmedizin am UNIKA-T praktiziert wird.

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Die Daten der Studie wurden im Rahmen der zweiten Nachfolgestudie zur KORA-Studie S4 erhoben. Das Universitäre Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Universitätsklinikum Augsburg, UNIKA T, ist ein vom Universitätsklinikum Augsburg, der Universität Augsburg, der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gemeinsam getragener Forschungsverbund mit Sitz in Augsburg. Die aktuelle Studie wurde vom Lehrstuhl für Epidemiologie am UNIKA-T unterstützt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.


Prof. Claudia Traidl-Hoffmann
Lehrstuhl und Institut für Umweltmedizin
Technische Universität München und Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Universitätsklinikum Augsburg – UNIKA-T
Tel.: 0821 - 598 6411
claudia.traidl-hoffmann@tum.de

Dr. Ulrich Marsch Technische Universität München
Arcisstr. 21
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Deutschland
Bayern

Telefon: 089 / 289 - 22778
Fax: 089 / 289 - 23388


Originalpublikation:
Katharina Harter, Gertrud Hammel, Lisa Krabiell, Birgit Linkohr, Annette Peters, Lars Schwettmann, Johannes Ring, Hamimatunnisa Johar, Karl-Heinz Ladwig, Claudia Traidl-Hoffmann, Different Psychosocial Factors Are Associated with Seasonal and Perennial Allergies in Adults: Cross-Sectional Results of the KORA FF4 Study, International Archives of Allergy and Immunology, April 2019, DOI: 10.1159/000499042
https://www.karger.com/Article/Abstract/499042

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.professoren.tum.de/traidl-hoffmann-claudia/
Profil von Prof. Claudia Traidl-Hoffmann

https://www.unika-t.de/lehrstuehle/umweltmedizin/willkommen/

Webseite des Lehrstuhls und Instituts für Umweltmedizin

Notfallambulanzen: Diagnose Medikamentenallergie wird bei Kindern und Jugendlichen http://www.gpau.de/

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Noch immer zu häufig gestellt!

Etwa fünf Prozent der Eltern geben bei der Vorstellung ihres Kindes in deutschen Notfallambulanzen an, dass ihr Nachwuchs an einer Medikamentenallergie leidet. 

Da eine Behandlung bei einer vermuteten Arzneimittelallergie ohne abklärende Allergiediagnostik für die Patienten unsicher ist, kommen in diesen Fällen oft weniger gängige, potentiell nebenwirkungsreichere Alternativpräparate zum Einsatz. 

Eine interdisziplinäre Expertengruppe hat kürzlich erstmalig für den deutschsprachigen Raum einheitliche Empfehlungen zur Durchführung und Auswertung allergologischer Tests bei Medikamentenallergie veröffentlicht. 
 
Bei fast jeder zwanzigsten Vorstellung eines Kindes in deutschen Notfallambulanzen geben die Eltern im Aufnahmegespräch an, dass ihr Sprössling an einer Medikamentenallergie leidet. Ist dann eine medikamentöse Behandlung erforderlich, führt dies in manchen Fällen zu Schwierigkeiten.

 „Nicht selten müssen in solchen Fällen weniger gängige, potenziell nebenwirkungsträchtigere Alternativpräparate eingesetzt werden“, berichtet Dr. Lars Lange, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Eine Behandlung mit dem vermuteten Arzneimittelallergen wäre ohne vorherige Allergiediagnostik für die kleinen Patienten einfach zu unsicher, so Lange.

Gleichzeitig weisen aktuelle Studien aus ganz Europa übereinstimmend darauf hin, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Kinder, bei denen ein Verdacht auf eine Medikamentenallergie besteht, tatsächlich allergisch reagiert.

Gut erforscht ist dies insbesondere im Falle der Penicilline und verwandter Antibiotika, die bei Infektionen unterschiedlicher Art gerade bei Kindern und Jugendlichen häufig eingesetzt werden. „Es entspricht auch unserer klinischen Erfahrung, dass bei maximal 10% der untersuchten Kinder tatsächlich eine Allergie nachgewiesen werden kann“, bemerkt Privatdozent Dr. Hagen Ott, Sprecher der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Arzneimittelallergie der GPA.

Um die Diagnose Medikamentenallergie zu stellen oder eine solche sicher auszuschließen, sind neben allergologischen Hauttests und Blutuntersuchungen auch Provokationstestungen mit dem angeschuldigten Arzneimittel erforderlich.

Hierbei wird der vermutete Auslöser unter ärztlicher Aufsicht in aufsteigender Dosis und in definierten Abständen verabreicht. Kommt es zu einer Reaktion, wird die Testung abgebrochen, der Patient im Bedarfsfall sofort behandelt und bis zum Abklingen der Beschwerden überwacht. Tritt keine Reaktion auf, kann der untersuchte Patient das Arzneimittel zukünftig wieder einnehmen und muss nicht auf eine möglicherweise ungünstigere Alternative ausweichen.

Alle genannten Untersuchungsmethoden sind anspruchsvoll und sollten gemäß der etablierten diagnostischen Standards durchgeführt werden.

Ansonsten können zuverlässige Testergebnisse nicht immer erzielt werden. Glücklicherweise ist es einer interdisziplinären Expertengruppe kürzlich gelungen, für den deutschsprachigen Raum erstmalig einheitliche Empfehlungen zur Durchführung und Auswertung allergologischer Tests bei Medikamentenallergie zu formulieren [1].

Mit Hilfe dieser AWMF-Leitlinie können zukünftig auch bei Kindern und Jugendlichen mit Verdacht auf eine Medikamentenallergie standardisierte, sichere und aussagekräftige Untersuchungen zur definitiven Abklärung angeboten werden.



http://www.gpau.de/service/leitlinien-der-gpa/gemeinsame-leitlinien-mit-anderen-fachgesellschaften/


Quellenangabe

1) Brockow K et al. Guideline for the diagnosis of drug hypersensitivity reactions: S2K-Guideline of the German Society for Allergology and Clinical Immunology (DGAKI) and the German Dermatological Society (DDG) in collaboration with the Association of German Allergologists (AeDA), the German Society for Pediatric Allergology and Environmental Medicine (GPA), the German Contact Dermatitis Research Group (DKG), the Swiss Society for Allergy and Immunology (SGAI), the Austrian Society for Allergology and Immunology (ÖGAI), the German Academy of Allergology and Environmental Medicine (DAAU), the German Center for Documentation of Severe Skin Reactions and the German Federal Institute for Drugs and Medical Products (BfArM). Allergo J Int. 2015;24(3):94-105


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

/o iKOMM GmbH, Friesenstr. 14
53175 Bonn
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0228373841
Fax: 0228373840
ulrich.kuemmel@ikomm.info
Dr. Ulrich Kümmel
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4479479/ Link zur Originalarbeit

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/057/1805734.pdf 


Gesundheit/Kleine Anfrage
Mögliche Nebenwirkungen des umstrittenen Impfstoffes Pandemrix gegen die sogenannte Schweinegrippe sind Thema einer Kleinen Anfrage (18/5734) der Fraktion Die Linke. Im Winter 2009/2010 hatten sich viele Menschen in Europa nach behördlichen Empfehlungen gegen die "Neue Grippe" impfen lassen. In Deutschland kam dabei der Impfstoff Pandemrix der Firma Glaxo Smith Kline (GSK) mit einem Wirkverstärker (Adjuvans) zum Einsatz. Derweil seien für die Bundeswehr und die Bundesregierung wirkverstärkerfreie Impfstoffe bereitgestellt worden.

Inzwischen wird die Vergabe des Mittels mit der Schlafkrankheit Narkolepsie in Verbindung gebracht. Noch Ende November 2009 habe die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) erklärt, dass die verfügbaren Daten zur Sicherheit der wirkverstärkten Impfstoffe keine Hinweise für ein vermehrtes Auftreten schwerer unerwünschter Wirkungen enthielten.

Im Juli 2011 habe dann die Europäische Arzneimittelagentur EMA in London angesichts neuer Studien aus Finnland und Schweden empfohlen, Pandemrix nicht mehr an Patienten unter 20 Jahren zu verabreichen.

Im September 2011 habe die finnische Gesundheitsbehörde den Zusammenhang zwischen einer Impfung mit Pandemrix und einem stark erhöhten Risiko für Kinder und Jugendliche, an Narkolepsie zu erkranken, festgestellt.

Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung nun wissen, welche Erkenntnisse über mögliche Impfschäden durch Pandemrix in Deutschland vorliegen und wie es dazu kommen konnte, den Impfstoff anfangs als unbedenklich einzustufen.