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TOP-Untersucherhinweis von Marika Vetter: Gabe von Cytotec (Misoprostol) zur Geburtseinleitung

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Stellungnahme zur Berichterstattung über „Cytotec zur Geburtseinleitung“

Recherchen der SZ und des BR hinsichtlich der Gabe von Cytotec (Misoprostol) zur Geburtseinleitung haben zu einem breiten Medienecho geführt. 

In einem ausführlichen wissenschaftlichen Statement beziehen die DGGG e. V., die AGG e. V. in der DGGG, die DGPM e. V., die DGPGM e. V. sowie die BLFG e. V. Stellung zum Einsatz des Medikaments und relativieren die einseitige Berichterstattung, um insbesondere eine mögliche Verunsicherung der Patientinnen zu vermeiden. 
 
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. in der DGGG (AGG), die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) e. V., die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (BLFG) möchten zur Berichterstattung über „Cytotec zur Geburtseinleitung“ Stellung nehmen.

Es wurde berichtet, dass mit „Cytotec“ ein Magenmedikament zur Geburtseinleitung verwendet wird, das in der Geburtshilfe „umstritten“ ist und in einer „bisher unveröffentlichten Umfrage“ in rund der Hälfte der deutschen Kliniken verwendet wird.

Es ist richtig, dass „Cytotec 200“ ein Medikament ist, das zum Schutz der Schleimhaut des Magens zugelassen wurde.

  • Der Wirkstoff „Misoprostol“, ein Prostaglandin-E1-Analogon, hat wie andere Wirkstoffe auch Effekte an verschiedenen Organen. 

Es führt so zum Beispiel an der Gebärmutter zu einer Reifung des Gebärmutterhalses und Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, weshalb es auch zur Geburtseinleitung verwendet wird.
Entgegen der Berichterstattung ist der Wirkstoff Misoprostol zur Geburtseinleitung bei geburtshilflichen Experten nicht umstritten, weshalb fast alle Perinatalzentren höchster Ordnung diesen Wirkstoff verwenden.
  • Hierbei wird nicht „Cytotec 200“ genutzt, sondern ein Misoprostol-Präparat geringerer Dosierung.

Die Behauptung, dass sich die Ärzte hierbei lediglich auf „Erfahrungswerte und Anwendungsbeobachtungen stützen“, ist falsch; es gibt keinen Wirkstoff zur Geburtseinleitung, der ähnlich gut in Studien untersucht wurde!

Mittlerweile gibt es mehr als 80 randomisiert-kontrollierte Studien zur Verwendung von oralem Misoprostol zur Geburtseinleitung und dutzende randomisiert-kontrollierte Studien zur vaginalen Applikation.

Die Evidenz ist unstrittig: Der Wirkstoff Misoprostol ist das effektivste Medikament zur Geburtseinleitung und führt vor allem bei der oralen Anwendung zu weniger Kaiserschnitten als mit anderen Medikamenten (Dinoproston, Oxytocin).

Es ist korrekt, dass jedes Medikament potenzielle Nebenwirkungen haben kann.

Zu den seltenen Nebenwirkungen von Misoprostol gehören erhöhte Temperatur/Fieber, Zittern und Überstimulation.

In der Berichterstattung wurde von „in seltenen Fällen verstarben Mütter, nachdem ihre Gebärmutter nach der Gabe von Cytotec gerissen war“ gesprochen und sogar von „vielen mütterlichen Todesfällen“ und „mehrere Babys verstarben“ war die Rede.


Diese Einzelfälle betreffen vor allem Geburten, bei denen im Vorfeld eine Operation der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Entfernung von Myomen oder Endometriose) erfolgte. 

Hier gibt es unabhängig von einer Geburtseinleitung immer das Risiko, dass es zu einer Uterusruptur mit entsprechendem erhöhtem Risiko für Mutter und Kind kommen kann.

  • In dieser Situation darf Misoprostol nicht zur Geburtseinleitung verwendet werden, was seit vielen Jahren bekannt ist und im klinischen Alltag beachtet werden muss. 
  • Ebenso dürfen Prostaglandin-Präparate (Misoprostol und Dinoproston) nicht gegeben werden, wenn Wehentätigkeit vorhanden ist, da dies zu Überstimulationen („Wehenstürmen“) führen kann. 

Komplikationen wie mütterliche und kindliche Todesfälle sowie peripartale Morbidität werden sehr wohl im Rahmen der Qualitätserhebung erfasst und an das IQTIQ (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) weitergeleitet.


„Cytotec 200“ ist nicht zur Geburtseinleitung zugelassen worden und darf daher nur im „Off-Label-Use“ hierfür verwendet werden. 

Da Zulassungsstudien fast aller Medikamente Kinder und Schwangere ausschließen, werden in der Geburtshilfe und Kinderheilkunde überwiegend Antibiotika, Bluthochdruckmittel und Medikamente zur kindlichen Lungenreifung „off-label“ angewendet.

Auch die in der Berichterstattung erwähnten „zugelassenen“ Alternativen (Prostaglandine, Oxytocin) zur Geburtseinleitung sind nur in bestimmten Situationen je nach Gebärmutterhalsbefund zugelassen. 
Nicht erwähnt wurde in der Berichterstattung, dass der Wirkstoff Misoprostol in vielen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen wurde – und somit eher eine Besonderheit in Deutschland besteht. 

Diese Präparate heißen nicht „Cytotec“, sondern beispielsweise Angusta® oder Vagiprost®. 

Auch wenn manche internationale Gesundheitsbehörden wie die französische ANSM vor „Cytotec“ warnten, wurde dort das niedriger dosierte Misoprostol-Präparat Angusta® genauso wie in allen skandinavischen Ländern zur Geburtseinleitung zugelassen. Nachdem es bis zum letzten Jahr mit Misodel® ein zugelassenes Misoprostol-Präparat zur Geburtseinleitung in Deutschland gab, soll auch Ende 2020 in Deutschland mit der Zulassung von Angusta® gestartet werden.

Angesichts dieser ganzen Datenlage sind wir irritiert über die aktuelle einseitige Berichterstattung, die zu einer unnötigen und gefährlichen Verunsicherung der Schwangeren und der in die Betreuung der Schwangeren eingebundenen Fachkräfte führt(e).

Die Frauenärztinnen und Frauenärzte in Deutschland engagieren sich seit Jahren für eine hohe Qualität auch in der Geburtshilfe. Daher werden Komplikationen kontinuierlich erfasst und diese an zentrale Stellen gemeldet. Wir können aus den Daten entgegen der Berichterstattung schlussfolgern, dass Frauen, die zur Geburt eingeleitet werden (und keine Gebärmutteroperation in der Anamnese haben) sogar ein niedrigeres Risiko für schwere Komplikationen erleiden.

Hinsichtlich der kindlichen Komplikationsraten muss immer das Risiko berücksichtigt werden, das zur Einleitung geführt hat.

Aktuell ist eine S2k-Leitlinie zur Geburtseinleitung der DGGG, der SGGG (Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) und der OEGGG (Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) in Erstellung. Nach Sichtung der Literatur wird die Verwendung von Misoprostol zur Geburtseinleitung in der DACH-Region im Einklang mit den anderen internationalen Leitlinien, z. B. USA (ACOG, American College of Obstetricians), Kanada (SOGC, Society of Obstetricians and Gynaecologists of Canada), Großbritannien (NICE, National Institute for Health and Care Excellence) und Frankreich (CNGOF, French national college of obstetricians and gynecologists), sowie der FIGO (International Federation of Gynaecology and Obstetrics) und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) empfohlen werden.

Die Stellungnahme wurde von Prof. Dr. med. habil. Sven Kehl und Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn verfasst.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.


Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) ist eine der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie hat sich der Stärkung der Fachgebiete der Frauenheilkunde und Geburtshilfe verschrieben und fördert das gesamte Fach und seine Subdisziplinen, um die Einheit des Faches Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiter zu entwickeln. Als medizinische Fachgesellschaft engagiert sich die DGGG fortwährend für die Gesundheit von Frauen und vertritt die gesundheitlichen Bedürfnisse der Frau auch in diversen politischen Gremien.

Die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V.

Die Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin e. V. (AGG) in der DGGG ist eine selbständige Untergliederung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. Sie verfolgt die Förderung der Wissenschaft und Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung von Medizinern in dem Themen- und Aufgabenbereichen der Pränatal- und Geburtsmedizin. Er befasst sich mit allen klinischen, wissenschaftlichen und organisatorischen Anliegen auf diesem Gebiet.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM) ist die älteste und mit Abstand größte Fachgesellschaft für das interdisziplinäre Gebiet „Perinatale Medizin" (Geburtshilfe/ Neonatologie und Nachbargebiete) im deutschsprachigen Raum. Aktuelle Entwicklungen des Faches im wissenschaftlichen oder politischen Bereich werden von der Gesellschaft unmittelbar durch Publikationen oder öffentliche Stellungnahmen begleitet.

Die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) ist eine der großen Fachgesellschaften in Deutschland mit dem Ziel, das Gebiet der Frauenheilkunde in Praxis, Klinik und Forschung zu vertreten. Darüber hinaus soll der Pränatal- und Geburtsmedizin im Interesse von Müttern, Kindern und Familien zu einer den Fortschritten entsprechenden Anerkennung und einer angemessenen Förderung verholfen werden.

Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (BLFG) vertritt die Interessen der Chefärztinnen und -ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Deutschland zum Wohl der Patientinnen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft setzt sich dafür ein, allgemein das Verständnis der Belange des Berufsstandes zu verbessern. Auf dem alle zwei Jahre stattfinden Chefärzte-Kongress werden politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Aspekte thematisiert und diskutiert.

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Marika Vetter | Sara Schönborn
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
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CAVE: Endometriose - Wucherung der Gebärmutterschleimhaut

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr als nur Regelschmerzen | Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose

Starke Schmerzen, unregelmäßige Monatsblutungen und ungewollte Kinderlosigkeit. 

Dies alles können Symptome von Endometriose, also von gutartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, sein. 

Jede achte bis zehnte Frau leidet an der häufigen, aber relativ unbekannten Krankheit. 

Am Mittwoch, 7. November um 18.30 Uhr, informieren die Expert*innen der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Ulm Patientinnen und Interessierte über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. 

Der Eintritt zur Veranstaltung im Endometriosezentrum der Frauenklinik ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Anhand eines Modells der Gebärmutter erklärt Dr. Peter Widschwendter, wo genau sich Endometrioseherde befinden können.
Anhand eines Modells der Gebärmutter erklärt Dr. Peter Widschwendter, wo genau sich Endometrioseherde befinden können. Foto: Universitätsklinikum Ulm


„Circa 40.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Endometriose – eine enorme Anzahl.

Leider vergehen im Schnitt zehn Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird und entsprechende Therapien eingeleitet werden können. 

Deshalb liegt es uns besonders am Herzen, Betroffenen zu helfen und ein öffentliches Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen“, erklärt Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums am Universitätsklinikum Ulm.

  • Bei Endometriose handelt es sich zwar um eine gutartige Erkrankung, diese geht jedoch häufig mit zahlreichen Beschwerden einher. Patientinnen sind in ihrem täglichen Leben teilweise stark eingeschränkt. 
  • Bei jeder Periodenblutung können Zellen, die große Ähnlichkeiten mit der Gebärmutterschleimhaut haben, eine Art Entzündung hervorrufen, welche in der Regel große Schmerzen verursacht. 

CAVE: Bei einigen Frauen kann die Erkrankung zusätzlich die Fruchtbarkeit einschränken und so zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.


Um ihre Beschwerden zu lindern, stehen Betroffenen an der Universitätsfrauenklinik Ulm mehrere Möglichkeiten zu Verfügung:

Eine hormonelle Therapie in Form der „Pille“, eine Schmerztherapie oder eine Operation, also die chirurgische Entfernung der Endometrioseherde. 

Letztere wird fast ausschließlich mittels schonender Schlüsselloch-Chirurgie durchgeführt.

„Eine Behandlung heißt aber nicht immer Medikamenteneinnahme oder Operationen“, betont Dr. Widschwendter.

„Für unsere Patientinnen entwickeln wir individuelle Therapieansätze, die zum Beispiel auch Akupunktur oder Physiotherapie beinhalten. Wir empfehlen ihnen außerdem den Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen, die es auch in Ulm gibt.“

Mehrere Referent*innen informieren die Teilnehmenden während der Informationsveranstaltung umfassend zum Thema Endometriose und beantworten gerne auch individuelle Fragen.

Zudem berichten zwei Patientinnen über ihre persönlichen Erfahrungen sowie das Leben und den Umgang mit der „unsichtbaren“ Krankheit.

Terminüberblick Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose:
Datum und Uhrzeit: Mittwoch, 7. November 2018, 18.30 Uhr
Ort: Universitätsfrauenklinik Ulm, Prittwitzstraße 43, 89075 Ulm,
Hörsaal Michelsberg


Referent*innen:
Prof. Dr. Wolfgang Janni | Direktor der Frauenklinik
Dr. Dr. Peter Widschwendter | Leiter Endometriosezentrum
Prof. Dr. Katharina Hancke | Leiterin KiWu-Zentrum UniFee
Dr. Klaus Hönig | Leiter Konsiliar-/Liasionpsychosomatik
Dr. Raphael Mangold | Frauenarzt, Endometriosespezialist
Dr. Gaby Stalter | Frauenärztin, TCM


Selbsthilfegruppe „Endotreff Ulm“:
Treffen an jedem 1. Freitag in geraden Monaten im Raum „Donau“ in der Universitätsfrauenklinik Ulm, Beginn 19.00 Uhr
www.facebook.com/Endotreff-Ulm

Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte gekennzeichnet. Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte gekennzeichnet.
Foto: Universitätsklinikum Ulm


Mehr als nur Regelschmerzen | Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose



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Universitätsfrauenklinik Ulm, Endometriosezentrum
Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums,
Tel.: 0731 500-58662, E-Mail: peter.widschwendter@uniklinik-ulm.de

Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Deutschland
Baden-Württemberg



Nina Schnürer
Telefon: 0731 500 43025
Fax: 0731 500 43026
E-Mail-Adresse: nina.schnuerer@uniklinik-ulm.de


Endometriose: Schwangerschaft und spontan gebären?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Natürliche Geburt nach Endometriose-Operation

Spontan gebären trotz früherer Operation wegen schwerer Endometriose? 

Die Frauenklinik am Inselspital hat nachgewiesen, dass nach einer minimal-invasiven Operation, entgegen der allgemeinen Meinung, Endometriosepatientinnen nicht nur schwanger werden, sondern auch spontan gebären können.  Kernspintomographie (MRI): Tief-infiltrierende Endometriose mit Befall der Darmwand (roter Pfeil); v: vorne, h: hinten, B: Bauchwand, G: Gebärmutter, D: Darm, W: Wirbelsäule.
Kernspintomographie (MRI): Tief-infiltrierende Endometriose mit Befall der Darmwand (roter Pfeil); v: vorne, h: hinten, B: Bauchwand, G: Gebärmutter, D: Darm, W: Wirbelsäule.
Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern
 
Endometriose betrifft jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter.

Diese gutartige chronische Erkrankung verursacht vor allem während der Regelblutung teils starke Bauchschmerzen und kann eine Rolle bei unerfülltem Kinderwunsch spielen.

  • Dabei wächst Gewebe, das der Gebämutterschleimhaut ähnlich ist, ausserhalb der Gebärmutter im Bauch. 

Selten kann dieses Gewebe tief in andere Organe wie etwa den Darm oder die Vagina einwachsen (sogenannte tief-infiltrierende Endometriose).

  • Oft wird dann eine Operation zur Entfernung der Endometriose nötig.

Forschende der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital wollten nun wissen, ob eine Schwangerschaft und Geburt nach einer solchen Operation risikoreicher ist als die einer Frau ohne Endometriose.

Dazu untersuchten sie 62 Frauen nach einer erfolgreich durchgeführten Endometriose-Operation und verglichen sie mit 186 gesunden Frauen.

Ihre Studie wurde im renommierten Journal «Fertility and Sterility» publiziert.

Weniger Risiken als erwartet

Die Ergebnisse:

  • Die Frauen mit Endometriose hatten einen leicht höheren Blutverlust während der Geburt, aber sonst keine Tendenz zu vermehrten Komplikationen für Mutter und Kind. 
  • Spontangeburten waren fast so häufig wie in der Vergleichsgruppe. 
  • Aufgrund der Operation an Darm und Vagina wurde bisher angenommen, dass Vaginalgeburten problematisch seien mit beispielsweise häufigen Vaginalrissen oder Geburtsstillstand. 
«Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass Frauen nach grösseren Endometriose-Operationen keine nennenswert höheren Risiken für die Geburt haben», erklärt Studienleiter Dr. med. Konstantinos Nirgianakis.



Skizze analog zum MRI: Typische Lokalisation bei tief-infiltrierender Endometriose zwischen Gebärmutter und Enddarm.


Skizze analog zum MRI: Typische Lokalisation bei tief-infiltrierender Endometriose zwischen Gebärmutter und Enddarm. Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern 

Weiter ergab die Studie: Frauen mit Endometriose hatten eine leicht erhöhte Neigung zu kleineren Kindern (Geburtsgewicht unter dem Durchschnitt) und zu Bluthochdruck während der Schwangerschaft. 

Ausserdem kam es etwas häufiger als gewöhnlich zu einer sogenannten «Plazenta previa», bei welcher der Mutterkuchen den Geburtskanal verschliesst.

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Dr. med. Konstantinos Nirgianakis
Oberarzt, Endometriosezentrum, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern,
Konstantinos.Nirgianakis@insel.ch.

Monika Kugemann Universitätsspital Bern
Telefon: +41 31 632 05 81
E-Mail-Adresse: monika.kugemann@insel.ch

3010 Bern
Schweiz
Bern 

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2018.04.036

Schmerztherapie nach Operationen und bei chronischen Schmerzen.

Medizin am Abend Berlin Fazit: Goldstandard für die Messung von Schmerzen

Das Universitätsklinikum Jena und die Firma Grünenthal leiten einen internationalen Forschungsverbund zur Verbesserung der Schmerztherapie nach Operationen und bei chronischen Schmerzen. 

Im jetzt gestarteten Projekt PROMPT wollen Partner aus Hochschulen, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen, Schmerzfachgesellschaften und kleinen und mittleren Unternehmen geeignete Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht ermitteln und evaluieren. 

Die dabei identifizierten Fragebögen sollen künftig zur Bewertung des Therapieerfolges sowohl im klinischen Alltag als auch in klinischen Studien dienen. 

PROMPT ist eines von drei Teilprojekten des IMI-PainCare-Verbundes. 

Jenaer Schmerzmediziner ermitteln in einem internationalen Forschungsverbund Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht.
Jenaer Schmerzmediziner ermitteln in einem internationalen Forschungsverbund Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht. Michael Szabó/ Universitätsklinikum Jena Goldstandard für die Messung von Schmerzen

 
  • Für die Schmerzbehandlung im klinischen Alltag, aber auch für kontrollierte klinische Studien ist eine möglichst exakte Erfassung der Schmerzen enorm wichtig, denn nur dann können wirksame Therapieverfahren erforscht und routinemäßig eingesetzt werden. 

„Derzeit existiert aber eine Vielzahl von Messinstrumenten, ohne dass es einen Konsens über das besten Verfahren gibt“, berichtet Winfried Meißner, Leiter der Sektion Schmerz an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena.

  • Diese Messinstrumente und Fragebögen werden – wenn überhaupt - uneinheitlich eingesetzt und spiegeln oft weder die Wirkung von Therapien noch die Prioritäten der Patienten wider.

Der Forschungsverbund PROMPT mit 14 europäischen Partnern aus Hochschulen, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen, Schmerzfachgesellschaften und kleinen und mittleren Unternehmen will nun aus der Vielfalt der existierenden Patientenbefragungs- und Messinstrumente Standards für Patienteneinschätzungen zum postoperativen und chronischen Schmerz identifizieren und testen.

„Solche Standards für die Patienteneinschätzungen, die sogenannten Patient-reported outcomes, verbessern die Vergleichbarkeit klinischer Studien und erleichtern es, erfolgreiche Therapieverfahren in Studien und im Alltag sicher zu erkennen. Außerdem ist es wichtig, dass diese Messverfahren auch den klinischen Alltag widerspiegeln, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse aus den klinischen Studien auch auf ‚reale Bedingungen in der Klinik‘ übertragbar sind“, betont Hiltrud Liedgens, die für die Firma Grünenthal zusammen mit Winfried Meißner das Projekt leitet.

Auf der Grundlage großer Literaturrecherchen und von den Industriepartnern zur Verfügung gestellter Daten aus klinischen Studien werden die Teilnehmer in einem Konsensprozess zunächst diejenigen Messgrößen auswählen, die sie in den Teilprojekten einsetzen wollen. In einer groß angelegten Beobachtungsstudie werden dann jeweils 1000 Patienten nach Operationen am Thorax, an der weiblichen Brust, bei Kniegelenkersatz sowie bei Endometriose befragt und bis zu sechs Monate postoperativ beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studie werden mit denen der Studien der Industriepartner verglichen, sodass der Nutzen der Messinstrumente im klinischen Alltag sowie in kontrollierten klinischen Studien bewertet werden kann. Ähnliche Analysen sind auch an Studiendaten von chronischen Schmerzpatienten bei Neuropathie oder Endometriose geplant.

  • Ein weiteres Ziel ist es, frühe Hinweise auf problematische Schmerzverläufe nach Operationen zu identifizieren. 

Eine Checkliste soll ermöglichen, Risikopatienten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Daneben werden auch tragbare elektronische Geräte erprobt, die die Mobilität und Schlafqualität von Patienten nach Operationen messen und so frühzeitig Hinweise auf anhaltende Schmerzen oder andere Komplikationen geben könnten.

In einem weiteren Teilprojekt soll überprüft werden, ob die Methoden der Patienteneinschätzung auch bei chronischen Schmerzpatienten eingesetzt werden können, um erfolgreiche Therapieverfahren zu identifizieren.

Der Forschungsverbund PROMPT wird im Rahmen der Innovative Medicines Initiative-Förderlinie des EU-Förderprogramms Horizon 2020 von der Europäischen Kommission und der EFPIA mit 4,1 Millionen Euro gefördert und kooperiert im Konsortium IMI-PainCare mit zwei weiteren europäischen Verbundprojekten zur Schmerztherapie.

Diese suchen, in Ergänzung zu den subjektiven Patienteneinschätzungen, nach ‚objektiven‘ Biomarkern für Schmerzen und beschäftigen sich mit chronischen Schmerzen im Becken und bei Endometriose.

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www.medizin-am-abend.blogspot.com












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apl. Prof. Dr. Winfried Meißner
Leiter der Sektion Schmerz, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/ 9323 353
E-Mail: prompt@med.uni-jena.de

Dr. Uta von der Gönna Universitätsklinikum Jena



Bachstraße 18
07743 Jena
Deutschland
Thüringen

Telefon: 03641/ 93 42 93
Fax: 03641/ 93 30 13
E-Mail-Adresse: pr-dekanat@med.uni-jena.de


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.imi-paincare.eu

Interdiziplinäre Reha: Schmerzbehandlung im klinischen Alltag

Medizin am Abend Berlin Fazit: Goldstandard für die Messung von Schmerzen

Das Universitätsklinikum Jena und die Firma Grünenthal leiten einen internationalen Forschungsverbund zur Verbesserung der Schmerztherapie nach Operationen und bei chronischen Schmerzen. 

Im jetzt gestarteten Projekt PROMPT wollen Partner aus Hochschulen, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen, Schmerzfachgesellschaften und kleinen und mittleren Unternehmen geeignete Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht ermitteln und evaluieren. 

Die dabei identifizierten Fragebögen sollen künftig zur Bewertung des Therapieerfolges sowohl im klinischen Alltag als auch in klinischen Studien dienen. 

PROMPT ist eines von drei Teilprojekten des IMI-PainCare-Verbundes. 

Jenaer Schmerzmediziner ermitteln in einem internationalen Forschungsverbund Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht.Goldstandard für die Messung von Schmerzen Jenaer Schmerzmediziner ermitteln in einem internationalen Forschungsverbund Standards für die Beurteilung der Schmerztherapie aus Patientensicht. Michael Szabó/ Universitätsklinikum Jena
 
Für die Schmerzbehandlung im klinischen Alltag, aber auch für kontrollierte klinische Studien ist eine möglichst exakte Erfassung der Schmerzen enorm wichtig, denn nur dann können wirksame Therapieverfahren erforscht und routinemäßig eingesetzt werden.

„Derzeit existiert aber eine Vielzahl von Messinstrumenten, ohne dass es einen Konsens über das besten Verfahren gibt“, berichtet Winfried Meißner, Leiter der Sektion Schmerz an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena.  

Diese Messinstrumente und Fragebögen werden – wenn überhaupt - uneinheitlich eingesetzt und spiegeln oft weder die Wirkung von Therapien noch die Prioritäten der Patienten wider.

Der Forschungsverbund PROMPT mit 14 europäischen Partnern aus Hochschulen, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen, Schmerzfachgesellschaften und kleinen und mittleren Unternehmen will nun aus der Vielfalt der existierenden Patientenbefragungs- und Messinstrumente Standards für Patienteneinschätzungen zum postoperativen und chronischen Schmerz identifizieren und testen. „Solche Standards für die Patienteneinschätzungen, die sogenannten Patient-reported outcomes, verbessern die Vergleichbarkeit klinischer Studien und erleichtern es, erfolgreiche Therapieverfahren in Studien und im Alltag sicher zu erkennen. Außerdem ist es wichtig, dass diese Messverfahren auch den klinischen Alltag widerspiegeln, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse aus den klinischen Studien auch auf ‚reale Bedingungen in der Klinik‘ übertragbar sind“, betont Hiltrud Liedgens, die für die Firma Grünenthal zusammen mit Winfried Meißner das Projekt leitet.

Auf der Grundlage großer Literaturrecherchen und von den Industriepartnern zur Verfügung gestellter Daten aus klinischen Studien werden die Teilnehmer in einem Konsensprozess zunächst diejenigen Messgrößen auswählen, die sie in den Teilprojekten einsetzen wollen. In einer groß angelegten Beobachtungsstudie werden dann jeweils 1000 Patienten nach Operationen am Thorax, an der weiblichen Brust, bei Kniegelenkersatz sowie bei Endometriose befragt und bis zu sechs Monate postoperativ beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studie werden mit denen der Studien der Industriepartner verglichen, sodass der Nutzen der Messinstrumente im klinischen Alltag sowie in kontrollierten klinischen Studien bewertet werden kann. Ähnliche Analysen sind auch an Studiendaten von chronischen Schmerzpatienten bei Neuropathie oder Endometriose geplant.

Ein weiteres Ziel ist es, frühe Hinweise auf problematische Schmerzverläufe nach Operationen zu identifizieren. 
  • Eine Checkliste soll ermöglichen, Risikopatienten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. 
Daneben werden auch tragbare elektronische Geräte erprobt, die die Mobilität und Schlafqualität von Patienten nach Operationen messen und so frühzeitig Hinweise auf anhaltende Schmerzen oder andere Komplikationen geben könnten.

In einem weiteren Teilprojekt soll überprüft werden, ob die Methoden der Patienteneinschätzung auch bei chronischen Schmerzpatienten eingesetzt werden können, um erfolgreiche Therapieverfahren zu identifizieren.

Der Forschungsverbund PROMPT wird im Rahmen der Innovative Medicines Initiative-Förderlinie des EU-Förderprogramms Horizon 2020 von der Europäischen Kommission und der EFPIA mit 4,1 Millionen Euro gefördert und kooperiert im Konsortium IMI-PainCare mit zwei weiteren europäischen Verbundprojekten zur Schmerztherapie.

Diese suchen, in Ergänzung zu den subjektiven Patienteneinschätzungen, nach ‚objektiven‘ Biomarkern für Schmerzen und beschäftigen sich mit chronischen Schmerzen im Becken und bei Endometriose.

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apl. Prof. Dr. Winfried Meißner
Leiter der Sektion Schmerz, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/ 9323 353
E-Mail: prompt@med.uni-jena.de

Dr. Uta von der Gönna Universitätsklinikum Jena

Bachstraße 18
07743 Jena
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Myome - Gutartige Gebärmuttertumore - Hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU)

Medizin am Abend Fazit: Kein Schnitt, keine Narbe: Gutartige Gebärmuttertumore ohne OP mit Ultraschall behandeln

Gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, sogenannte Myome, gehören bei Frauen zu den häufigsten Tumoren. Etwa jede vierte Frau im gebärfähigen Alter ist betroffen. In der Regel sind Myome nicht behandlungsbedürftig, doch bei zehn bis zwanzig Prozent der Patientinnen verursachen sie Beschwerden. Diesen Frauen können Ärzte nun mit dem sogenannten Hochintensiven fokussierten Ultraschall helfen. Hiermit zerstören sie Myome ohne Schnitt oder Punktion durch die intakte Haut. Mit der Technik ließen sich Operationen und in einigen Fällen auch die Entfernung der Gebärmutter vermeiden, betonen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). 
 
„Große Myome oder solche, die ungünstig in der Gebärmutter liegen, können zu Menstruationsstörungen führen oder Grund für unregelmäßige, starke oder lang anhaltende Regelblutungen sein“, erläutert DEGUM-Experte Professor Dr. med. Holger Strunk, Oberarzt in der Radiologischen Universitätsklinik Bonn.

Eine neuartige Methode, Myome zu beseitigen, bietet der „Hochintensive fokussierte Ultraschall“: der Ultraschallkopf bündelt die hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf über 60 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß, und die Zellen der Geschwulste sterben ab. „Ein großer Vorteil ist, dass die Gebärmutter erhalten bleibt und die Frauen nach wie vor schwanger werden können.

In Einzelfällen wird eine Schwangerschaft durch das Abtragen eines Myoms sogar überhaupt erst möglich“, erklärt Strunk. Zudem erfolge die Behandlung ambulant. „Anstelle einer Vollnarkose bekommen die Patientinnen ein Beruhigungsmittel und sie können nach ein bis zwei Tagen wieder ihren Alltagsgeschäften nachgehen“, so der Experte.

Üblicherweise behandeln Ärzte Myome operativ, entweder indem sie die ganze Gebärmutter herausnehmen oder die Myome einzeln abtragen. Je nachdem wie groß die Tumore sind und wo sie sich in der Gebärmutter befinden, kommen hierfür offene Operationen, „laparoskopische“ Eingriffe mittels Bauchspiegelung oder Behandlungen über die Scheide in Frage.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die so genannte „Myomembolisation“: Hierbei führen Ärzte über die Leiste einen Katheter ein. Über ihn verstopfen sie die Gefäße, die das Myom mit Blut versorgen, mittels winziger Kunststoffkügelchen. Das Myom wird von der Blutversorgung abgeschnitten und stirbt allmählich ab. „Allerdings muss die Punktionsstelle durch einen Druckverband versorgt werden und die Patientinnen werden während der Behandlung einer potentiell schädigenden Röntgenstrahlung ausgesetzt“, erläutert Strunk.

HIFU kommt hingegen ohne den Einsatz von Röntgen aus. Seit knapp einem Jahr steht Professor Strunk und seinen Kollegen in Bonn ein HIFU-Gerät zur Verfügung, bei dem sowohl die Steuerung als auch die Behandlung mittels Ultraschall erfolgt. „Das ist insofern etwas Besonderes, als das bislang alle anderen HIFU-Geräte in Deutschland mit Magnetresonanztomografie, auch „MR“ genannt, gesteuert werden“, erklärt Dr. med. Dr. rer nat. Milka Marinova, Assistenzärztin in der Radiologischen Universitätsklinik Bonn. Die Ultraschallsteuerung biete den Vorteil, dass die Ärzte während der Behandlung Atmung und Bewegung der Patienten berücksichtigen können. „So stellen wir sicher, dass kein umliegendes, gesundes Gewebe geschädigt wird“, erläutert Marinova. Zudem sei das Ultraschall-gesteuerte Gerät leistungsstärker. „Die Behandlung geht schneller und wir können mitunter Myome behandeln, die mit MR-gesteuerten Geräten nicht zugänglich sind“, so die Expertin.

Allerdings kommen nicht alle Patientinnen für eine Behandlung mit HIFU in Frage.

Idealerweise sollten die Patientinnen nicht mehr als fünf Myome haben, die jeweils nicht größer als zehn Zentimeter sind. Außerdem gehört die Therapie bislang nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. „Die Kassen entscheiden nach Anfrage im Einzelfall, ob sie die Kosten übernehmen“, erklärt Marinova.

Auch bei anderen Krankheitsbildern kommt HIFU zum Einsatz. So hat sich die Methode als wertvolle Therapie bei der Adenomyose erwiesen. Bei dieser Erkrankung, einer Form der Endometriose, verursachen kleine Inseln von Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Gebärmuttermuskulatur Schmerzen. Auch setzen Ärzte ultraschall-gesteuerten HIFU erfolgreich zur Schmerzbehandlung bei nicht operablen Pankreaskarzinomen oder bei Lebertumoren ein. Urologen nutzen die Methode seit Beginn des Jahrtausends zur Therapie der krankhaft vergrößerten Prostata und des Prostatakrebs. „Medizinischer Ultraschall ist sehr viel mehr als ein diagnostisches Instrument“, betont DEGUM-Präsident Professor Dr. med. Dirk Becker. Besonders bei der Behandlung von Krebserkrankungen biete HIFU in der Zukunft noch große Chancen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

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Medizin am Abend DirektKontakt 

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Deutscher Pflegetag heute: Tabuthema: Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Medizin am Abend Fazit: Spezialwissen: Beckenboden- und Endometriosezentrum sichern optimale Betreuung

Seit Januar 2015 ist das Beckenbodenzentrum der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe als zertifiziertes interdisziplinäres Zentrum durch die entsprechenden Fachgesellschaften anerkannt. Damit ist es im Umkreis von 50 Kilometern das einzige zertifizierte Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. Das Endometriosezentrum ist bereits seit Herbst 2014 durch die Stiftung für Endometriose-Forschung (SEF) als „klinisches Endometriosezentrum“ ausgezeichnet. Die beiden Zentren der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm bündeln das Fachwissen der Experten und schaffen damit eine optimale medizinische Versorgung. 

Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm


Tabuthema: Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden gehören zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Rund jede dritte Frau leidet an ungewolltem Urinverlust und/oder einer sogenannten Senkung der Unterleibsorgane.

Dies führt häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität bis hin zu sozialer Isolation. Zugrunde liegt diesen Krankheitsbildern meist eine Schwäche des Beckenbodens. Obwohl die Zahl der Betroffenen hoch ist, handelt es sich bei diesen Volkskrankheiten immer noch um ein Tabuthema. Dabei kann durch eine genaue Abklärung der Beschwerden und die richtige Therapie den meisten Betroffenen geholfen werden. „Wir nehmen uns für unsere Patientinnen Zeit, um mit ihnen über ihre Beschwerden zu sprechen und sie zu beraten. Dabei bieten wir moderne Untersuchungsmethoden und, durch die enge Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten des Universitätsklinikums, ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden an. Diese reichen von der Akupunktur der Reizblase bis hin zu minimal-invasiven Operationsverfahren mit dem ‚daVinci Si‘ OP-System bei Senkungsbeschwerden“, so Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie .

Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. Miriam Deniz, Leiterin der Abteilung Urogynäkologie an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm

Dank moderner chirurgischer Verfahren sind die Eingriffe schonend und werden mit kleinsten Schnitten ausgeführt. „Neben der ärztlichen Behandlung spielen aber auch die psychosoziale Betreuung der Frauen und die Physiotherapie eine große Rolle. Eine Konzentration der Behandlung an Zentren trägt daher viel dazu bei, die Versorgung der Patientinnen zu verbessern“, so Professor Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm. Neben der medizinischen Kompetenz runden regelmäßige Informationsveranstaltungen für PatientInnen und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie die monatliche Interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenkonferenz das Behandlungskonzept ab.

Endometriose – das Chamäleon in der Gynäkologie

Zu den häufigsten, aber auch den am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden zählt die Endometriose. Zwischen zehn und 15 Prozent der weiblichen Bevölkerung leiden unter dadurch verursachten Schmerzen und Kinderlosigkeit. Werden Frauen während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt, denken die wenigsten an eine ernsthafte Erkrankung. „Starke Unterleibsschmerzen sind jedoch kein Normalzustand und sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden“, warnt Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt der Universitätsfrauenklinik Ulm. Bei der Endometriose handelt es sich um eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut.

Zyklusabhängig baut sich das Gebärmuttergewebe durch die Hormonumstellung auf und ab, es kommt zu Blutungen und zyklusabhängig zu starken Schmerzen. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde vergrößern sich und es können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden. „Die Endometriose stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen“, beschreibt Professor Dr. Katharina Hancke, Koordinatorin des Endometriosezentrums und Leiterin der Abteilung Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. „So dauert es im Schnitt sechs bis sieben Jahre bis zur Diagnose. Diese Zeitspanne soll deutlich kürzer werden. Das ist eines unserer Ziele als Endometriosezentrum. Bei uns finden die Patientinnen alle Ansprechpartner unter einem Dach. Gemäß dem neuesten Stand der Medizin erfolgt die Betreuung aus einer Hand.“


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Prof. Dr. Katharina Hancke, Koordinatorin des Endometriosezentrums und Leiterin der Abteilung Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Ulm

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Um den Patientinnen und Patienten an einer zentralen Anlaufstelle eine an den neuesten Erkenntnissen orientierte, ganzheitliche Behandlung anbieten zu können, arbeiten an beiden neuen Zentren der Frauenklinik Ulm unterschiedliche Fachdisziplinen zusammen. Neben der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Klinik für Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, der Physiotherapie ist der soziale Beratungsdienst Teil der interdisziplinären Einrichtung. Nur ein interdisziplinärer Austausch kann die Qualität der Arbeit gewährleisten.


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