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Untersucher-CAVE: Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), HP-Viren, https://intimarzt.de/

Medizin am Abend Berlin Fazit: GBCOG: Frauenärztinnen und -ärzte rufen dringend zur HPV-Impfung auf

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) vereint im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) rufen dringend zur Teilnahme an der Impfung gegen Humane Papillomviren auf: 

Wirksamkeit und Sicherheit nach mehr als 12-jähriger Anwendung belegt. 
 
12 Jahre nach erfolgreicher Einführung der ) als Standardimpfung aller Mädchen ab 9 Jahren hat die Ständige Impfkommission 2018 die HPV-Impfung auch für alle Jungen im gleichen Altersbereich in den aktuellen Impfkalender aufgenommen. 

Alle Jungen und Mädchen, die nicht schon früh geimpft wurden, sollen die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachholen. 

Die Kosten werden sowohl von den gesetzlichen Krankenkassen als auch den privaten Krankenversicherungen voll übernommen.

Damit ist jetzt der Weg frei zur Verhinderung von Erkrankungen, die durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden.

Laut Statistik erkranken in Deutschland jährlich 4.600 Frauen neu an einem Zervixkarzinom, 1.600 Frauen sterben jedes Jahr daran.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Intimarzt  

Auch andere Karzinome, insbesondere im Genital- (Scheide, Scheidenvorhof und Penis), Anal- sowie im Mund- und Rachenbereich werden durch die gleichen HP-Viren ausgelöst.

Mehr als 30% aller HPV-bedingten Krebse in Europa finden sich bei Männern.

In Deutschland liegen für Männer die Fallzahlen an Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Karzinomen (Zunge, Mandeln, Mund-Rachenbereich) bei 4.800 Neuerkrankungen und 1.924 Sterbefällen pro Jahr. 
  • Neben den bösartigen Erkrankungen werden durch Humane Papillomviren auch übertragbare Warzenbildungen im Genitalbereich bei jeweils etwa 300.000 Männern und Frauen jährlich ausgelöst.

Die Übertragung der HP-Viren erfolgt durch Hautkontakte, besonders durch Sexualkontakte und ist durch Kondomgebrauch nicht zu verhindern. 

  • Da sich mehr als 80% aller Menschen im Laufe des Lebens mit HPV infizieren und diese Infektionen symptomlos verlaufen, kann sich das Virus in der Bevölkerung gut verbreiten.

Das Mitimpfen der Jungen wird zu einer Verringerung der Virusübertragung und zur deutlichen Reduktion der Krankheitslast von HPV-assoziierten Tumoren bei beiden Geschlechtern führen.

Bei hoher Impfbeteiligung besteht sogar die Chance, durch Verringerung des Virusaustausches auch eine Auslöschung von Erkrankungen durch die in den Impfstoffen berücksichtigten HPV-Typen zu erreichen.

Nach mehr als 12-jähriger Impfstoff-Anwendung können verlässliche Angaben zu Nebenwirkungen, Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfstoffe gemacht werden:

So wurde die Effektivität der HPV-Impfung bei Mädchen und Frauen anhand vieler Studien inzwischen bewiesen.

In Ländern mit hoher Impfbeteiligung konnte bereits wenige Jahre nach Einführung der Impfung ein Rückgang der Erkrankungszahlen an Genitalwarzen, eine Abnahme der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals und sogar eine Verringerung der Krebsdiagnosen festgestellt werden.

Seit Einführung der HPV-Impfung sind nach Auswertung aller Melderegister keine schweren bleibenden Schäden aufgetreten, wie die STIKO in ihrer Begründung zur HPV-Impfung der Jungen nochmals eindringlich ausführt. Nebenwirkungen der Impfung sind ebenso selten wie bei den anderen Standardimpfungen im Impfkalender.

Die Impfung entfaltet den höchsten Schutzeffekt, wenn vor einem möglichen HPV-Kontakt geimpft wird. 

Deshalb empfehlen der BVF und die DGGG, die HPV-Impfung im frühestmöglichen Alter durchführen zu lassen.

Zugelassen sind die HPV-Impfstoffe ab einem Alter von 9 Jahren, eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht. 

Auch nach dem 18. Geburtstag bis ins höhere Alter ist die Impfung hoch wirksam, und es gibt viele Gründe für die Durchführung der Impfung auch in diesem Altersbereich, die mit dem Frauenarzt besprochen werden sollten.

Frauenärzt/innen haben es in der Hand, zukünftig Frauen wie Männern viel Leid durch HPV-abhängige Tumore zu ersparen, und stehen für weitere Informationen und die Durchführung der Impfung bereit. 

Man braucht nicht mehr über Sicherheit, Wirksamkeit und Nutzen der HPV-Impfung zu diskutieren: 

Die Nutzen-Risiko-Abwägung spricht bewiesenermaßen längst für die Impfung.

  • Gynäkolog/innen in Klinik und Praxis sollten jetzt dazu beitragen, diese segensreiche Impfung allen Jungen und Mädchen verfügbar zu machen.

Verfasser:
Dr. Michael Wojcinski
Sprecher der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

© German Board and College of Obestrics and Gynecology 2019

German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG)

Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) und des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) e.V.

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG e.V.
Prof. Dr. Anton Scharl, Amberg/Weiden

Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte BVF
Dr. Christian Albring, München

Sprecher GBCOG
Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Tübingen

Stellvertretender Sprecher GBCOG
Prof. Dr. Uwe Wagner, Marburg

Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG e.V.
Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, Hamburg
Prof. Dr. Frank Louwen, Frankfurt

Vertreter des Berufsverbandes der Frauenärzte BVF e.V.
Dr. Klaus König, Steinbach
Dr. Doris Scharrel, Kronshagen

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Hautkrebs Vorbeugung: Humane Papillomviren (HPV) - Impfung

Medizin am Abend Berlin Fazit:    Hautkrebs: Vorbeugung von Papillomvirus-induzierten Hauttumoren

Humane Papillomviren sind nicht nur Verursacher des Gebärmutterhalskrebses, sondern auch an der Entstehung von gut- und bösartigen Hauttumoren beteiligt. Besonders betroffen davon sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie Patienten nach einer Organtransplantation. Eine Impfung gegen die Viren könnte das Hautkrebsrisiko der Betroffenen drastisch verringern. Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Frank Rösl am Deutschen Krebsforschungszentrum hat nun einen entsprechenden Impfstoff entwickelt und diesen erfolgreich in einem einzigartigen Tiermodell für Papillomviren im Rahmen einer präklinischen Studie getestet.

Mastomys coucha Daniel Hasche, Doktorand in Arbeitsgruppe, DKFZ, Heidelberg
Mastomys coucha
Krebs kann durch verschiedene Umwelteinflüsse, wie bestimmte Chemikalien oder Strahlung verursacht werden. 

  • Daneben spielen jedoch auch Viren eine wichtige Rolle. Aktuelle Studien zeigen, dass humane Papillomviren (HPV) eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des nicht-melanozytären, sogenannten „weißen“ Hautkrebses, spielen. 

  • Diese Art von Krebs geht von den Zellen der obersten Hautschicht aus. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind hierbei besonders anfällig, da sie die Viren in der Haut nicht mehr erfolgreich abwehren oder kontrollieren können. 

Vor allem organtransplantierte Patienten, deren Immunsystem durch spezielle Medikamente stark geschwächt ist, leiden aufgrund der Papillomvirusinfektionen unter massiver Warzenbildung und Hautkrebsvorstufen.

Sie besitzen daher ein stark erhöhtes Risiko, an bösartigen Hauttumoren zu erkranken, besonders an sonnenexponierten Körperregionen, zu erkranken. 

Verwandt mit den Erregern der Hauttumoren sind Papillomviren, die für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses verantwortlich sind. 

  1. Hier ist Dank der Einführung einer Impfung ein drastischer Rückgang der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in den kommenden Jahren zu erwarten. Der Impfstoff besteht aus virusähnlichen Partikeln („Virus-like particles“, VLP), welche die Virusoberfläche nachahmen, jedoch keine infektiöse Erbinformation enthalten. 

Weitgehend unerforscht sind bislang die Erfolgsaussichten und Wirkungsweisen einer vergleichbaren Impfung gegen den weißen Hautkrebs.

Dieser Frage ist nun die Forschergruppe um Prof. Frank Rösl nachgegangen. Zunächst wollten die Forscher klären, zu welchem Zeitpunkt und gegen welche Art von Infektionen, z.B. ob akut oder chronisch, erfolgreich geimpft werden kann. Diese Aspekte wurden anhand einer VLP-Impfung in einer präklinischen Studie am Tiermodell untersucht. Durch den Einsatz von Medikamenten, die das Immunsystem weitgehend ausschalten, wurde darüber hinaus die Wirksamkeit eines solchen Impfstoffes auch unter Bedingungen getestet, wie sie bei Organempfängern nach der Transplantation vorgefunden werden.

  • Die Papillomviren sind auf einzelne Organismen und Organe spezialisiert. So befallen die kutanen HPV ausschließlich die Haut des Menschen. 

Sie können also an keinem anderen Organismus erforscht werden. Die Heidelberger Wissenschaftler verfügen jedoch über ein ausgezeichnetes und einmaliges Modellsystem: die Vielzitzenmaus Mastomys coucha. (Abb.) Die Tiere sind insofern einzigartig, als dass sie mit eigenen Papillomviren infiziert sind, die genau wie beim Menschen im Falle einer ausgeschalteten Immunabwehr für die Bildung von Hauttumoren verantwortlich sind. Damit hatte die Arbeitsgruppe einen idealen Ausgangspunkt, um den Erfolg einer Impfung gegen Hautkrebs an einem natürlichen Organismus zu studieren.

Werden die Tiere nun mit Mastomys Papillomvirus VLPs immunisiert, entwickelten diese Antikörper gegen die Virushüllen, die im Blut nachgewiesen werden konnten. Wenn diese Antikörper mit Viren im Rahmen einer natürlichen Infektion in Kontakt kommen, kann das Immunsystem die Eindringlinge bekämpfen.

Das Ergebnis dieser umfangreichen Studie war: unter allen geimpften Tieren wurden keine Hauttumoren gefunden – weder gutartige noch bösartige. Die hochspezifische Wirkung des entwickelten Impfstoffs zeigte sich weiterhin eindrücklich bei Tieren, deren eigenes Immunsystem - ähnlich wie beim Menschen - unterdrückt wurde. Auch hier war der Schutz komplett und es fand keine Tumorbildung statt.

Dies sind vielversprechende Ergebnisse um präklinische Forschung zur Anwendung im Patienten zu bringen. Wann eine solche Impfung beim Menschen zur Verfügung steht, ist gegenwärtig jedoch noch nicht abzusehen. 


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt: 

Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
Abteilung „Virale Transformationsmechanismen“ – Forschungsschwerpunkt Infektionen und Krebs
Prof. Dr. Frank Rösl, Abteilungsleiter; E-Mail f.roesl@dkfz.de
Dr. Sabrina E. Vinzon, Postdoktorandin, Email: s.vinzon@dkfz.de
Bernhard Knappe Wilhelm Sander-Stiftung


Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die zweite Phase dieses Forschungsprojekts mit 73.000 Euro, nachdem sie die erste Phase mit 154.000 Euro unterstützt hatte. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 220 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de