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Prof. Dr. Wolfram Windisch: Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neue Möglichkeiten für COPD-Diagnostik und -Therapie: 

Wegweisendes Positionspapier macht konkrete Behandlungsvorschläge

Rund acht Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD. 

Die dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung ist weltweit eine der großen und zudem wachsenden Volkskrankheiten. 

Dennoch wissen viele Menschen vergleichsweise wenig über die Erkrankung und es gibt seit Jahrzehnten keine nennenswerten Fortschritte in der COPD-Diagnostik und -Therapie. 

Ein neues Positionspapier gibt jetzt Denk- und Handlungsanstöße, wie dieser Zustand geändert werden könnte – mehr als vier Jahre hat eine Kommission aus 29 internationalen COPD-Spezialistinnen und -Spezialisten zusammen daran gearbeitet. 

Prof. Wolfram Windisch und Prof. Daiana Stolz Prof. Windisch: privat / Prof. Stolz: Uniklinik Freiburg

„Dieses Positionspapier ist mutig und wegweisend in vielerlei Hinsicht. 

Es macht die enorme epidemiologische, gesellschaftliche und auch volkswirtschaftliche Bedeutung von COPD klar. Es zeigt, auch im Vergleich mit anderen Volkskrankheiten, wie wenig wir dennoch in der Bekämpfung bisher geschafft haben. Und das Wichtigste: Es macht konkrete Lösungsvorschläge, wie wir es schaffen könnten“, sagt Professor Wolfram Windisch, Stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) sowie Chefarzt der Lungenklinik Köln-Merheim.

„COPD wird von vielen Menschen sehr stark mit Tabakrauchen assoziiert. Das ist auch ein wesentlicher Risikofaktor, aber es gibt eben auch nennenswerte andere Faktoren, die wir genau beobachten müssen. Deswegen haben wir eine neue Klassifizierung von fünf COPD-Typen entwickelt“, erklärt Professorin Daiana Stolz, Erstautorin des Positionspapiers und Ärztliche Direktorin der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg. Demzufolge gibt es:

1. Genetische Risikofaktoren,
2. Risikofaktoren aufgrund von frühkindlichen Ereignissen, wie zum Beispiel Frühgeburt,
3. erhöhtes Risiko aufgrund von durchgemachten Infektionen,
4. den Risikofaktor Rauchen und
5. Umweltfaktoren, die das COPD-Risiko erhöhen – wie zum Beispiel Luftverschmutzung.

Dabei können Betroffene auch mehreren Risikofaktoren gleichzeitig ausgesetzt sein – zum Beispiel rauchen sie und haben eine genetische Prädisposition –, was die Lungengesundheit noch mehr schädigen kann. In Abhängigkeit von diesen jeweiligen Risikofaktoren gilt es dann, auch die individuelle COPD-Therapie zu finden.

Gezielter behandeln: Empfindlichere Diagnostik-Tools sind nötig

„Seit Jahrzehnten beruht die COPD-Diagnostik fast ausschließlich auf der Spirometrie. 

  • Das Problem ist, dass dieser Lungenfunktionstest frühe COPD-Stadien nicht zuverlässig erkennen kann, sondern nur fortgeschrittene – und damit irreversible – Krankheitsstadien“, so Professorin Stolz. 

Die Autoren des Positionspapiers plädieren daher unter anderem für sensitivere Lungenfunktionstests, die Berücksichtigung von individuellen Risikofaktoren in der Anamnese und auch unterstützende bildgebende Verfahren in der Diagnostik. 

Was die akute Verschlimmerung einer COPD, die sogenannte Exazerbation, angeht, schlagen die Experten eine neue Definition vor. 

Anhand von objektiven, messbaren Kriterien, wie zum Beispiel bestimmte Entzündungen, ließen sich Betroffene so viel gezielter behandeln als aktuell.

COPD-Bekämpfung braucht globale und koordinierte Kraftanstrengung

„COPD ist eine globale Erkrankung, die auch mit Armut korreliert: 

Länder mit geringerem Einkommen haben auch mehr Fälle. 

Deswegen sollten alle Gesellschaftsschichten Zugang zu Diagnostik und Behandlung haben“, fordert Stolz. 

Die Vision, COPD langfristig zu eliminieren, bedarf einer weltweiten Kraftanstrengung, bei der alle Stakeholder konsequent und koordiniert zusammenarbeiten – nicht nur medizinische Fachkräfte, sondern auch staatliche Behörden, die Privatwirtschaft und die breite Öffentlichkeit. 

„COPD geht alle Menschen an, nicht nur Raucher. Wir müssen uns als Gesellschaft darum kümmern, denn diese Volkskrankheit ist bedrohlich und kostet viel Geld und Lebensqualität. 

Durch Vermeiden von Rauchen und Umweltverschmutzung sowie Armutsbekämpfung können wir aktiv Einfluss darauf nehmen!“, ergänzt DGP-Vorstandsmitglied Wolfram Windisch.

Veröffentlicht wurde das neue Positionspapier unter dem Titel „Über die Eliminierung von COPD“ jetzt in „The Lancet“, einer der renommiertesten medizinisch-wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Welt.

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(22)01273-9/fullt...

Veröffentlichung des Positionspapiers in "The Lancet"

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Prof. Dr. Christian Grimm: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD - die Entwicklung von Lungenemphysemen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: COPD: Ionenkanal reguliert krankheitsförderndes Molekül

Bei der Lungenerkrankung COPD ist das Recycling eines krankheitsfördernden Moleküls durch einen bestimmten Ionenkanal beeinträchtigt, wie Forschende aufzeigen.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, ist eine der häufigsten Lungenerkrankungen. 

Weltweit sind fast 300 Millionen Menschen betroffen, von denen jedes Jahr etwa drei Millionen sterben. 

  • COPD ist ein Sammelbegriff für chronisch-obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem und entsteht vor allem als Reaktion auf Umweltschadstoffe – insbesondere Zigarettenrauch – oder aufgrund von Gendefekten. 

Der LMU-Pharmakologe Prof. Christian Grimm vom Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie konnte nun in Kooperation mit Prof. Martin Biel (Department Pharmazie) und Dr. Ali Önder Yildirim (Helmholtz Zentrum München) nachweisen, dass bestimmte Ionenkanäle in Immunzellen entscheidend an dem entzündlichen Geschehen beteiligt sind. 

Möglicherweise könnten diese Ionenkanäle nach Ansicht der Wissenschaftler Angriffsziele für neue Therapien sein.

  • Alveolarmakrophagen sind Immunzellen, die auf der Oberfläche der Lungenbläschen vorkommen. 
  • Sie sekretieren verschiedene Entzündungsmediatoren, darunter die sogenannte Makrophagenelastase MMP12. 

Von diesem Molekül war bereits bekannt, dass es die Entwicklung von Lungenemphysemen fördert, wenn es im Überschuss vorliegt. 

Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun in zwei unabhängigen Mausmodellen zeigen konnten, spielt der Ionenkanal TRPML3 bei der Regulation von MMP12 eine wesentliche Rolle: 

  • Der Kanal kommt in der Lunge fast ausschließlich in Alveolarmakrophagen vor. 

Wird er ausgeschaltet, zeigten die entsprechenden Knockout-Mäuse erhöhte MMP12-Level in der Lunge. 

Lungenfunktionstests bestätigten daraus folgende Lungenschäden, die sich durch die Behandlung mit Tabakrauch oder Elastase – beides fördert COPD – verschlimmerten.

Mithilfe verschiedener Methoden untersuchten die Forscher daraufhin die Expression und Funktion von TRPML3 in der Lunge, um aufzuklären, wie die MMP12-Konzentration reguliert wird. 

„Zu unserer Überraschung fanden wir, dass bei COPD nicht die Sekretion von MMP12 beeinträchtigt ist, sondern die Endocytose. 

  • Durch die Entzündung wird also nicht mehr MMP12 ausgeschüttet, sondern die Wiederaufnahme von überschüssigem MMP12 durch TRPML3 funktioniert nicht genügend“, sagt Grimm.

 „Dazu passt auch, dass wir mithilfe der Patch-Clamp-Technologie nachweisen konnten, dass der Kanal vor allem in den sogenannten frühen Endosomen exprimiert wird, deren Funktion es ist, Partikel aufzunehmen.“

  • Der Vergleich von Proben menschlicher Patienten mit und ohne COPD zeigte, dass TRPML3 bei COPD-Patienten sehr stark hochreguliert ist, also verstärkt gebildet wird. 

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Körper auf diese Weise versucht, schädlichen Einflüssen entgegenzusteuern, indem möglichst viel von dem schädlichen MMP12 abgebaut wird. 

Insgesamt deuteten diese Ergebnisse demnach darauf hin, dass TRPML3 ein wichtiger Regulator der MMP-12-Aufnahme durch Alveolarmakrophagen ist und als therapeutisches Ziel für COPD dienen könnte

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Prof. Dr. Christian Grimm
Professor für Molekulare Pharmakologie
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Medizinische Fakultät
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Thomas Pinter
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E-Mail-Adresse: pinter@lmu.de
Originalpublikation:

Lung emphysema and impaired macrophage elastase clearance in mucolipin 3 deficient mice
Barbara Spix, Elisabeth S. Butz, Cheng-Chang Chen, Anna Scotto Rosato, Rachel Tang, Aicha Jeridi, Veronika Kudrina, Eva Plesch, Philipp Wartenberg, Elisabeth Arlt, Daria Briukhovetska, Meshal Ansari, Gizem Günes Günsel, Thomas M. Conlon, Amanda Wyatt, Sandra Wetzel, Daniel Teupser, Lesca M. Holdt, Fabien Ectors, Ingrid Boekhoff, Ulrich Boehm, Jaime García-Añoveros, Paul Saftig, Martin Giera, Sebastian Kobold, Herbert B. Schiller, Susanna Zierler, Thomas Gudermann, Christian Wahl-Schott, Franz Bracher, Ali Önder Yildirim, Martin Biel, Christian Grimm
Nature Communications 2022


Prof. Dr. Franz Pfeiffer: Früherkennung/Therapieverlauf von Lungenerkrankungen - das Dunkelfeld-Röntgen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neue Röntgentechnologie: Dunkelfeld-Röntgen verbessert Diagnose von Lungenerkrankungen

Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben ein neues Röntgenverfahren für die Lungendiagnostik erstmalig erfolgreich bei Patienten eingesetzt. 

Dunkelfeld-Röntgen macht frühe Veränderungen in der Alveolarstruktur infolge der Lungenkrankheit COPD sichtbar, benötigt dafür jedoch nur ein Fünfzigstel der in der Computertomographie üblichen Strahlendosis. 

Dies erlaubt eine breite medizinische Anwendung in der Früherkennung und dem Therapieverlauf von Lungenerkrankungen. 

Das Dunkelfeld-Röntgenverfahren macht frühe Veränderungen in der Alveolarstruktur infolge der Lungenkrankheit COPD sichtbar. Prof. Franz Pfeiffer hofft, damit die Früherkennung von Lungenkrankheiten deutlich zu verbessern.
Das Dunkelfeld-Röntgenverfahren macht frühe Veränderungen in der Alveolarstruktur infolge der Lungenkrankheit COPD sichtbar. Prof. Franz Pfeiffer hofft, damit die Früherkennung von Lungenkrankheiten deutlich zu verbessern. Andreas Heddergott / TUM 

Millionenfach führen schwere Erkrankungen des Atmungssystems zu stark eingeschränkter Lebensqualität. 

Jedes Jahr sterben allein in Deutschland mehr als 100.000 Menschen an schweren Lungenerkrankungen. 

Typisch für eine lebensgefährliche chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) sind teilweise zerstörte Lungenbläschen und eine Aufblähung der Lunge (Emphysem).

In normalen Röntgenaufnahmen sind die feinen Unterschiede im Gewebe jedoch kaum sichtbar.  

Detaillierte diagnostische Informationen liefern erst fortschrittliche medizinische Bildgebungstechnologien, bei denen im Computer viele Einzelbilder zusammengesetzt werden. 

Eine schnelle und kostengünstige Option mit geringer Strahlenbelastung für Früherkennung und Nachuntersuchungen fehlt bisher.

Diese Lücke könnte ein an der TU München entwickeltes Verfahren schließen: 

das Dunkelfeld-Röntgen. In der aktuelle Ausgabe von „Lancet Digital Health“ präsentiert ein Forschungsteam, angeführt von Franz Pfeiffer, Professor für biomedizinische Physik und Direktor des Munich Institute of Biomedical Engineering der TUM, nun Ergebnisse einer ersten klinischen Studie mit Patienten, bei der die neue Röntgen-Technologie zur Diagnose der Lungenkrankheit COPD eingesetzt wurde.

Der Wellencharakter des Röntgenlichts macht‘s möglich

Die konventionelle Röntgen-Bildgebung beruht auf der Abschwächung des Röntgenlichts auf seinem Weg durch das Gewebe. Die Dunkelfeld-Technologie dagegen nutzt Anteile des Röntgenlichts, die gestreut werden und beim konventionellen Röntgen unbeachtet bleiben.

Die neue Methode nutzt damit das physikalische Phänomen der Streuung auf ähnliche Weise wie die schon länger bekannte Dunkelfeldmikroskopie mit sichtbarem Licht: Diese macht es möglich, Strukturen weitgehend transparenter Objekte sichtbar zu machen. Im Mikroskop erscheinen sie als helle Strukturen vor einem dunklen Hintergrund, was der Methode ihren Namen verleiht.

„An Grenzflächen zwischen Luft und Gewebe beispielsweise ist die Streuung des Röntgenlichts besonders stark“, erklärt Pfeiffer. „Dadurch lassen sich in einem Dunkelfeldbild der Lunge Bereiche mit intakten, also luftgefüllten, Lungenbläschen klar von Regionen unterscheiden, in denen weniger intakte Lungenbläschen vorhanden sind.“

Geringere Strahlendosis

Eine Untersuchung mit der Dunkelfeld-Röntgen-Technik ist außerdem mit einer deutlich geringeren Strahlendosis verbunden als die heute verwendete Computertomografie. Denn sie erfordert nur eine einzelne Aufnahme pro Patientin oder Patient, während für die Computertomografie zahlreiche Einzelaufnahmen aus verschiedenen Richtungen erstellt werden müssen.

„Wir rechnen mit einer um den Faktor Fünfzig reduzierten Strahlenbelastung“, sagt Franz Pfeiffer. Darüber hinaus haben die ersten klinischen Ergebnisse bestätigt, dass das Dunkelfeld-Röntgen zusätzliche bildliche Informationen über die zugrundeliegende Mikrostruktur der Lunge liefert.

„Angesichts des engen Zusammenhangs zwischen der Alveolarstruktur und dem funktionellen Zustand der Lunge ist diese Fähigkeit für die Lungenheilkunde von großer Bedeutung,“ erklärt Dr. Alexander Fingerle, Oberarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum rechts der Isar der TUM. „In Zukunft könnte das Dunkelfeld-Röntgen so zu einer besseren Früherkennung von COPD und anderen Lungenerkrankungen beitragen.“

Zukünftig bessere Röntgengeräte für die Früherkennung

Franz Pfeiffer hofft, mit diesen ersten klinischen Ergebnissen an Patienten die Durchführung weiterer klinischer Studien und die Entwicklung marktfähiger Geräte zu beschleunigen, die die Dunkelfeld-Methode nutzen.

„Mit der Dunkelfeld-Röntgen-Technologie haben wir aktuell eine Chance, die Früherkennung von Lungenkrankheiten deutlich zu verbessern und gleichzeitig auch breiter als bisher einzusetzen,“ betont Pfeiffer.

Da die Dunkelfeld-Bildgebung nicht auf COPD beschränkt ist, sind auch weitere translationale Studien zu anderen Lungenpathologien wie Fibrose, Pneumothorax, Lungenkrebs und Lungenentzündung, einschließlich COVID-19, von großem Interesse.

PD Dr. med. Andreas Sauter bei der Auswertung von Röntgenaufnahmen im Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie im Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.
PD Dr. med. Andreas Sauter bei der Auswertung von Röntgenaufnahmen im Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie im Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Andreas Heddergott / TUM


Die Arbeiten wurden unterstützt durch das European Research Council im Rahmen eines Advanced Grants, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Philips Medical Systems DMC GmbH. Mitautor Thomas Köhler (Philips) war Rudolf Diesel Industry Fellow des TUM Institute for Advanced Study (TUM-IAS), das aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder sowie des Marie Curie COFUND-Programm der EU gefördert wird. Ein Teil der Arbeiten wurde in Kooperation mit der Karlsruhe Nano Micro Facility (KNMF), einer Helmholtz-Forschungsinfrastruktur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), durchgeführt.

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Prof. Dr. Franz Pfeiffer
Lehrstuhl für Biomedizinische Physik
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Dr. Andreas Battenberg Technische Universität München

E-Mail-Adresse: battenberg@zv.tum.de

Originalpublikation:

Konstantin Willer, Alexander Fingerle, Wolfgang Noichl, Fabio De Marco, Manuela Frank, Theresa Urban, Rafael Schick, Alex Gustschin, Bernhard Gleich, Julia Herzen, Thomas Koehler, Andre Yaroshenko, Thomas Pralow, Gregor Zimmermann, Bernhard Renger, Andreas Sauter, Daniela Pfeiffer, Marcus Makowski, Ernst Rummeny, Philippe Grenier, Franz Pfeiffer
X-ray dark-field chest imaging for detection and quantification of emphysema in patients with chronic obstructive pulmonary disease: a diagnostic accuracy study
Lancet Digital Health, Volume 3, ISSUE 11, e733-e744, November 01, 2021 – DOI: 10.1016/S2589-7500(21)00146-1


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://www.thelancet.com/journals/landig/article/PIIS2589-7500(21)00146-1/ Originalpublikation

https://www.groups.ph.tum.de/e17/ Website der Arbeitsgruppe


https://www.bioengineering.tum.de Website des Munich Institute of Biomedical Engineering (MIBE)


Prof. Dr. Jochen Gensichen : Patienten mit Mehrfacherkrankungen (Komorbiditäten) und Depressionen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neues Graduiertenkolleg - Wie Hausärzte depressive Patienten besser versorgen

Mit welchen Mitteln lassen sich in der Primärversorgung Depressionen im Alter früher und sicherer erkennen und behandeln? 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein neuartiges Forschungs- und Ausbildungsprogramm an LMU und Technischer Universität München.

Die Lebenserwartung steigt, die Gesellschaft wird älter. 

Doch damit nimmt auch die Zahl von Patienten zu, die im Alter gleich an mehreren chronischen Krankheiten leiden. 

Und das bedeutet auch, dass in dieser Gruppe psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, zunehmend häufiger auftreten und oft auch komplexer verlaufen. 

Eine erhöhte Prävalenz von Depressionen zeigen zum Beispiel Patienten, die an Diabetes Typ II, an koronaren Herzerkrankungen, an Adipositas, Bluthochdruck oder der Lungenerkrankung COPD leiden.

Das stellt gerade Hausärzte vor große Herausforderungen. Sie sind die erste Anlaufstelle – auch eben für Patienten mit Mehrfacherkrankungen (Komorbiditäten) und Depressionen; sie gewährleisten zu weiten Teilen deren Versorgung. Doch schon eine präzise Diagnose zu stellen, ist nicht einfach. Die unterschiedlichen Symptome etwa bei Depressionen lassen sich nur schwer gegeneinander abgrenzen.  

Oft maskieren somatische Mehrfachleiden die dahinterliegenden psychischen Erkrankungen. Depressionen beeinflussen zudem häufig die Krankheitsverläufe von chronisch-somatischen Leiden. 

 Das macht deren Behandlung schwierig, ganz abgesehen von möglichen Arzneimittelinteraktionen, die die Medikation von Komorbiditäten erschweren. Und nicht zuletzt ist in die Betreuung der multimorbiden Kranken eine ganze Reihe von Professionen eingebunden, die Behandlung ist also stark fragmentiert.

Mediziner von LMU und Technischer Universität München (TUM) haben jetzt ein neues Graduiertenkolleg aufgebaut, das eine künftige Ärztegeneration befähigen soll, mit diesen Problemen besser umzugehen. Das Kolleg soll sie dafür auch mit einem besseren theoretischen Rüstzeug von forschungsbasiertem Wissen versorgen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Ausbildungs- und Forschungsprogramm in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt fünf Millionen Euro. So wollen die Mediziner in dem Vorhaben, das den Namen POKAL (PrädiktOren und Klinische Ergebnisse bei depressiven ErkrAnkungen in der hausärztLichen Versorgung) trägt, letzten Endes dazu beitragen, dass Depressionen im Alter früher und sicherer erkannt und behandelt werden.

Insgesamt sollen in der Laufzeit des Graduiertenkollegs drei Gruppen von je 20 jungen Ärzten und Wissenschaftlern forschungsnah ausgebildet werden. Es richtet sich vor allem an Kandidaten aus Medizin, Psychologie, Pharmazie sowie Gesundheits- und Pflegewissenschaften. Angehende Hausärzte können ihre medizinische Promotion parallel zu ihrer Facharztausbildung machen. „Das Kolleg wird die allgemeinmedizinische Forschungswelt im Bereich der psychosomatischen/psychiatrischen Forschung in Deutschland und international nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Zusammenarbeit zwischen LMU und TUM“, sagt Professor Antonius Schneider vom Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der TUM, Ko-Sprecher des Kollegs.

Sprecher Professor Jochen Gensichen vom Institut für Allgemeinmedizin des LMU Klinikums stellt fest: „Das Forschungskolleg verknüpft in einem neuartigen und umfassenden Ansatz synergetisch allgemeinmedizinische, psychiatrische, psychologische, psychosomatische, psychometrische und informationstechnologische Expertise“. Es soll wirksame neue Diagnose- und Therapieoptionen zur primärärztlichen Versorgung von depressiven Erkrankungen entwickeln, prüfen und implementieren. Die Doktoranden könnten sich „auf wissenschaftlich und fachlich höchstem Niveau“ qualifizieren und gleichzeitig dabei „Fragestellungen mit unmittelbarem Nutzen für unsere Patienten“ bearbeiten.

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Prof. Dr. Jochen Gensichen
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Untersucher-CAVE von Mareike Vetter: Für Schwangere und Ihre Familien

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Coronavirus: Bei Verdacht kein Lachgas unter der Geburt für Schwangere

 Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19

 

  • Wird eine Coronavirus-Infektion bei Schwangeren vermutet oder gar bestätigt, gelten besondere Regeln. 
Ausdrücklich abgeraten wird von Lachgas unter der Geburt, da es die Ausbreitung des Virus gegebenenfalls erhöhen kann. 

Aktuelle Hinweise für schwangere Frauen und ihre Familien hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) vereint im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) veröffentlicht.

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: RKI - Fachinformationen 
 
FAQ für schwangere Frauen und ihre Familien

Bin ich als Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter als andere Frauen?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist.  

Schwerwiegendere Symptome wie Lungenentzündung scheinen bei älteren Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Langzeiterkrankungen häufiger zu sein.

  • Wenn eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Herz- oder Lungenerkrankung vorliegt, könnten eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion wie bei der Coronavirusinfektion eintreten.
Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf mein Baby, wenn bei mir eine Infektion diagnostiziert wird?

Da es sich um ein sehr neues Virus handelt, fangen wir gerade erst an, etwas darüber zu lernen.

  • Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. 
  • Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann (dies wird als vertikale Übertragung bezeichnet). 

Es wird daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Fetus zu Anomalien führt. 

Bislang wurde international nur über 20 Schwangerschaften berichtet, alle fanden in China statt. In keinem Fall war ein Neugeborenes infiziert. Es wurden keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind berichtet.


Was kann ich tun, um mein Risiko, am Coronavirus zu erkranken, zu verringern?


Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Hände regelmäßig und effektiv waschen, sobald Sie von öffentlichen Orten nach Hause oder an den Arbeitsplatz kommen. Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit allen Personen, auch der Familie, wenn die Symptome einer Erkältungskrankheit oder Fieber aufweisen. Hier finden Sie nützliche Tipps, wie Sie das Infektionsrisiko am besten reduzieren können:


https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
 

https://www.infektionsschutz.de/cv/
 

https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/

Welche Reisehinweise gelten, wenn ich schwanger bin?

Prinzipiell gilt, dass Sie zur Vermeidung einer Übertragung Abstand zu Mitreisenden halten sollten – im Alltag, als auch unterwegs in Bahnen, Bussen etc.. Wenn Sie sich in Deutschland befinden, sollten Sie den Ratschlägen des Bundesministeriums für Gesundheit folgen (www.bundesgesundheitsministerium.de), die regelmäßig entsprechend der sich entwickelnden Situation gemeinsam mit weiteren Bundesministerien und dem RKI aktualisiert werden. Alle Personen, einschließlich schwangerer Frauen, sollten vor Reiseantritt sicherstellen, dass sie über angemessene Versicherungsvereinbarungen verfügen. 

Sie sollten auch überprüfen, ob Ihre Reiseversicherung die Geburt und Betreuung Ihres Neugeborenen abdeckt, für den Fall, dass Sie im Ausland gebären sollten.

Bezogen auf das Ausland ist das Reiserisiko für Schwangere nicht höher ist als für andere Reisende. Beachten Sie bitte die Seite des Auswärtigen Amts mit Reisewarnungen für bestimmte Gebiete (www.auswaertiges-amt.de).

Was gilt, wenn Sie engen Kontakt zu Personen hatten, die auf COVID-19 positiv getestet wurden?
  • Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. 
  • Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet. 

Wenden Sie sich telefonisch an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt. 

Durch diese/n werden Sie über alle weiteren Maßnahmen aufgeklärt. Wenden Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch an Ihr zuständiges Gesundheitsamt (dieses können Sie hier ermitteln: https://tools.rki.de/plztool/), oder rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117. Aktuell sind noch keine Behandlungsmöglichkeiten oder Impfungen bekannt. Die Diagnose wird mit einem Abstrichbefund aus dem Mund- und Rachenbereich gestellt.

Was soll ich tun, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Wenn Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sollten Sie sich telefonisch an Ihre/n Frauenärztin/-arzt wenden, um auf Ihre Diagnose aufmerksam zu machen.

Wenn Sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder weiteren Personen im Haushalt vorliegen (z. B. relevante chronische Grunderkrankungen), können Sie sich unter Betreuung durch einen behandelnden Arzt zu Hause zu erholen. Wenn Sie schwerere Symptome haben, werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.

Wann sollten Sie isoliert werden?

Eine Isolation wird empfohlen, wenn:

• Sie mit jemandem in Kontakt gekommen sind, der an einer Coronavirusinfektion leidet;
• Sie ein bestimmtes Gebiet oder Land besucht haben, in denen COVID-19-Fälle vorkommen oder das als Risikogebiet ausgewiesen wurde;
• Sie Symptome haben, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen, und darauf warten, getestet zu werden oder auf Ihre Ergebnisse;
• Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden und es Ihnen empfohlen wurde, sich zu Hause zu erholen.

Kriterien zur Aufhebung von Isolierungsmaßnahmen und zur Entlassung aus dem Krankenhaus

Nach aktuellem Wissensstand ist eine Entisolierung zu Hause bzw. Entlassung aus der Klinik frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und Erfüllung ALLER folgender Kriterien vertretbar:

• Fieberfreiheit seit mind. 48 Stunden;
• Symptomfreiheit seit mind. 24 Stunden bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung
• sowie

• 2 negative SARS-CoV-2-PCR-Untersuchungen im Abstand von 24 Stunden gewonnen aus Mund-Rachen-Abstrichen.

Was soll ich tun, wenn ich aufgefordert werde, mich selbst zu isolieren?

Schwangere, denen geraten wurde, sich selbst zu isolieren, sollten im Haus bleiben und 14 Tage lang den Kontakt mit anderen vermeiden.

Das RKI gibt hierzu dezidierte Empfehlungen https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/ambulant.html.


Konkret bedeutet das:
• nicht zur Schule oder zur Arbeit oder in öffentliche Bereiche zu gehen;
• keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen – bleiben Sie zu Hause und erlauben Sie keine Besuche;
• lüften Sie die Räume, in denen sie sich befinden;
trennen Sie sich so weit wie möglich von anderen Personen im Haushalt, indem Sie ihre eigenen Handtücher, Geschirr und Utensilien verwenden und zu unterschiedlichen Zeiten essen;
• bitten Sie Freunde und Familie oder nutzen Sie Lieferservices, um Besorgungen für Sie zu erledigen. Die Übergabe sollte dann ohne direkten Kontakt erfolgen.

Kann ich trotzdem an meinen vorgeburtlichen Terminen teilnehmen, wenn ich mich selbst isoliert habe?

Sie sollten sich an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt wenden, um sie/ihn darüber zu informieren, dass Sie sich derzeit in Selbstisolierung für eine mögliche beziehungsweise bestätigte Coronavirus-Infektion befinden. Es ist wahrscheinlich, dass routinemäßige vorgeburtliche Termine ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind herauszögert werden, bis die Isolation endet.

Wenn Ihre Hebamme oder Ihr Arzt darauf hinweist, dass Ihr Termin nicht warten kann, werden die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, damit Sie den Termin wahrnehmen können.

Was mache ich, wenn ich mich unwohl fühle oder mir während der Selbstisolation Sorgen um mein Baby mache?

Ihr ambulant betreuender Arzt und das zuständige Gesundheitsamt sollten gemeinsam mit Ihnen und ggf. Ihrer Betreuungsperson das Vorgehen im Falle einer notfallmäßigen bzw. außerhalb der üblichen Erreichbarkeiten eintretenden Zustandsverschlechterung im Vorhinein festlegen. Das Vorgehen sollte sowohl das aufnehmende Krankenhaus, die mitzuführenden Unterlagen als auch das geeignete Transportmittel dorthin umfassen. Schwangeren wird empfohlen, keine allgemeinen Sprechstunden oder Kliniken zu besuchen, es sei denn, sie benötigen dringend eine medizinische Versorgung. Wenn Sie während Ihrer Selbstisolationsphase Bedenken hinsichtlich des Wohlbefindens Ihrer selbst oder Ihres ungeborenen Kindes haben, wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin. Wenn dort die Aufnahme in ein Krankenhaus empfohlen wird, werden schwangere Frauen gebeten, mit privaten Verkehrsmitteln zu reisen oder einen Krankenhaustransport zu arrangieren und vor dem Betreten des Krankenhauses die Klinik telefonisch zu benachrichtigen.

Wird sich die Selbstisolierung aufgrund einer vermuteten oder bestätigten Infektion mit COVID-19 darauf auswirken, wo ich gebäre?

Als Vorsichtsmaßnahme wird schwangeren Frauen mit Verdacht auf oder bestätigter Coronavirus-Infektion bei Wehen empfohlen, zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann. Die kontinuierliche Überwachung des Fetus dient dazu, zu überprüfen, wie Ihr Baby auf Wehen reagiert. Da eine kontinuierliche Überwachung des Fetus nur in einer geburtshilflichen Abteilung stattfinden kann, in der Ärzte und Hebammen anwesend sind, wird nicht empfohlen, zu Hause oder in einem Geburtshaus zu gebären, in dem nur Hebammen anwesend sind.

Wird sich die Selbstisolierung aufgrund einer vermuteten oder bestätigten Infektion mit COVID-19 auf meine Geburt auswirken?

Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie nicht vaginal gebären können oder dass ein Kaiserschnitt sicherer ist, wenn eine Coronavirus-Infektion vermutet oder bestätigt wurde.

Wenn Ihre Atemwegserkrankung (Atmung) jedoch darauf hindeutet, dass eine dringende Entbindung erforderlich ist, kann eine Kaiserschnittgeburt empfohlen werden. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Frauen mit Verdacht auf oder mit bestätigter Coronavirus-Infektion keine PDA haben können. Die Verwendung von Lachgas kann jedoch die Aerosolisierung und Ausbreitung des Virus erhöhen – davon wird ausdrücklich abgeraten.

Was passiert, wenn ich während meiner Selbstisolationsphase Wehen bekomme?

Wenn Sie Wehen bekommen, sollten Sie Ihre Entbindungsstation um Rat fragen und sie darüber informieren, dass Sie eine Coronavirus-Infektion vermutet oder bestätigt haben. Ihr Geburtsteam wird Sie über Möglichkeiten beraten.

Könnte ich meinem Baby das Coronavirus übertragen?

Da es sich um ein neues Virus handelt, gibt es nur begrenzte Hinweise auf die Behandlung der Coronavirus-Infektion bei Frauen, die gerade geboren haben. Es gibt jedoch keine Berichte darüber, dass Frauen, bei denen im dritten Schwangerschaftstrimester eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert wurde, das Virus im Mutterleib an ihre Babys weitergegeben haben. Die Datenbasis ist hier sehr gering; Bei 20 Fällen wurde bei den Neugeborenen kein Virus nachgewiesen. Alle Infektionen sind im 3. Trimenon erfolgt.

Wird mein Baby auf Coronavirus getestet?

Ja, wenn zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Babys ein Coronavirus bei Ihnen vermutet oder bestätigt wurde, wird Ihr Baby auf Coronavirus getestet.

Kann ich bei meinem Baby bleiben, wenn das Coronavirus bei mir vermutet oder bestätigt wird?

Ja, wenn das Ihr Wunsch ist. Vorausgesetzt, Ihrem Baby geht es gut und es muss nicht in der Neugeborenenstation gepflegt werden. Eine Diskussion über die Risiken und Vorteile sollte zwischen Ihnen, Ihrer Familie und den Ärztinnen bzw. Ärzten, die sich um Ihr Baby kümmern, stattfinden. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Kann ich mein Baby stillen?

Ja. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Daher wird davon ausgegangen, dass die anerkannten Vorteile des Stillens die potenziellen Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, werden die folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

• Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren;
tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust;
• befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung;
• wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten;
• wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.

Ist eine Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt werden und über eine weitere Person an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.

Abgestimmt mit dem Royal College of Obstetricians and Gynaecologists © 2020 und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

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CAVE: Essen von Reis

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Sinkende Erträge und steigende Arsenbelastung gefährden die Versorgung mit Reis

Forscher der Universitäten Stanford, Tübingen und Bayreuth gehen von Rückgang der Ernte um bis zu 40 Prozent bis zum Jahr 2100 aus 
 
Durch die Klimaerwärmung könnte die Reisernte weltweit deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen.

  • Der Reis könnte zudem deutlich über die heutigen EU-Grenzwerte hinaus mit dem giftigen Halbmetall Arsen belastet sein. 

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam an den Universitäten Stanford, Tübingen und Bayreuth unter der Leitung von Dr. Eva Marie Muehe, Forscherin an den Universitäten Stanford und Tübingen. Den Szenarien des Forschungsteams zufolge könnte die Reisproduktion bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 40 Prozent zurückgehen. Die Studie wurde im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stellt Reis das wichtigste Grundnahrungsmittel dar. Global gesehen liefert er die meisten Kalorien pro Kopf und Tag. Schon lange wird befürchtet, dass der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und erhöhtem Kohlendioxidgehalt der Luft sowie Wasserknappheit die Ernteerträge um bis zu 15 Prozent mindern könnte. In der neuen Studie berücksichtigten die Forscherinnen und Forscher neben den Klimadaten die steigende Schadstoffbelastung der Böden und errechneten weit dramatischere Ernteeinbußen – und das bei einer rasant wachsenden Weltbevölkerung, deren Ernährung sichergestellt werden sollte.

Wechselwirkungen verstärken die Probleme

In Asien, wo 97 Prozent der weltweiten Reisernte produziert werden, kommt das giftige Halbmetall Arsen vielfach natürlicherweise im Grundwasser vor. 

Durch die Bewässerung der Reisfelder reichert sich Arsen immer stärker im Boden an.

„Wir haben festgestellt, dass das Arsen aus dem Boden bei höheren Temperaturen und höherem Kohlendioxidgehalt der Luft verstärkt von den Reispflanzen aufgenommen wird“, sagt Eva Marie Muehe. 

Das Arsen schädige die Bildung der Reiskörner und verringere somit den durch die Bedingungen der Klimaerwärmung bereits verminderten Ertrag weiter.

Mit Hilfe von Gewächshausstudien konnten die Wissenschaftler basierend auf bisherigen Simulationsmodellen zeigen, dass die Klimaerwärmung allein bei der kalifornischen Reisvariante M206 einen Ertragsverlust von 16 Prozent verursacht.

„Wenn wir die erhöhte Verfügbarkeit von Arsen im Boden mit einbeziehen, kommen wir auf einen Ertragsverlust von insgesamt 42 Prozent“, sagt Muehe.

Dies bedeute, dass Prognosen zum künftigen Reisertrag deutlich zu hoch seien.

  • Der künftig produzierte Reis werde zudem mehr des für den Menschen giftigen Arsens enthalten. 
  • Die ständige Aufnahme größerer Mengen Arsen kann zu Hautverletzungen, Krebs, einer Verschlimmerung von Lungenerkrankungen und sogar zum Tod führen.

Die Wissenschaftlerin will in Zusammenarbeit mit anderen Forschungsteams die Modelle zur künftigen Reisproduktion unter Berücksichtigung der Effekte von Schadstoffen wie Arsen weiter verbessern.

„Die neuen Studienergebnisse haben eine immense Bedeutung für die Einschätzung der Ernährungssicherheit großer Teile der Weltbevölkerung“, sagt Eva Marie Muehe.

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Eva Marie Muehe
Universität Tübingen
Zentrum für Angewandte Geowissenschaften
Stanford School of Earth
eva-marie.muehe[at]uni-tuebingen.de

Dr. Karl Guido Rijkhoek Eberhard Karls Universität Tübingen
Wilhelmstr. 5
72074 Tübingen
Deutschland
Baden-Württemberg


Dr. Karl Guido Rijkhoek
Telefon: 07071 / 29 -767 88
E-Mail-Adresse: karl.rijkhoek@uni-tuebingen.de

Originalpublikation:
E. M. Muehe, T. Wang, C. F. Kerl, B. Planer-Friedrich, S. Fendorf: Rice production threatened by coupled stresses of climate and soil arsenic. Nature Communications, https://doi.org/10.1038/s41467-019-12946-4

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): systemische Entzündung

Medizin am Abend Berlin MaAB - Fazit:  

COPD: hohe Sterblichkeit und fehlendes Krankheits-Bewusstsein

Kaum bekannt, aber tödlich – so könnte das Urteil über die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) lauten, die weltweit bereits die dritthäufigste Todesursache ist. 

Eine Untersuchung zum öffentlichen Interesse an COPD mittels der Applikation Google Trends durch ein Ärzti*nnen-Team der Medizin Uni Innsbruck bestätigt diesen Befund: 

Beim Vergleich der Suchanfragen unter den zehn, nach WHO-Klassifikation häufigsten Todesursachen rangiert COPD nur auf Platz 8. Das mangelnde Bewusstsein hat fatale Folgen. 
 
  • Obwohl die Prävalenz und die Sterblichkeitsrate von COPD weltweit kontinuierlich ansteigen, bleibt die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung oft unerkannt und nicht diagnostiziert. 

„COPD ist in den Köpfen der Menschen viel zu wenig verankert“, weiß Alex Pizzini, Facharzt an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin II (Direktor: Günter Weiss), der zusammen mit Anna Böhm und Studienleiter Ivan Tancevski die aufschlussreiche Analyse durchführte.

Stagnierendes Interesse an COPD trotz steigender Todesraten
Um das mangelnde Bewusstsein für die Erkrankung quantifizieren zu können, hat das Pneumologie-Team um Böhm, Pizzini und Tancevski mithilfe der Analyse-Applikation Google Trends die Frequenz der globalen Suchanfragen nach COPD im Zeitraum von 2004 bis 2018 untersucht. Dabei wurde das relative Suchvolumen für COPD mit neun weiteren, aus der von der WHO in einer jährlichen Statistik veröffentlichten Liste der weltweit häufigsten Todesursachen verglichen. Um die Analyse nicht zu verzerren, beschränkten sich die Forscher*innen in ihrer Internetsuche auf Industrienationen, also auf Länder, in denen rund 80 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen. „Wir konnten zeigen“, so Pizzini, „dass medizinische Themen grundsätzlich ein geringeres Suchvolumen aufweisen, am häufigsten aber nach Diabetes, Schlaganfall und Brustkrebs gegoogelt wird.

  • COPD findet sich erst auf dem achten Platz, saisonal bedingt interessieren sich Nutzerinnen und Nutzer der Suchmaschine Google im ersten und vierten Jahresquartal, also in den Wintermonaten, ein bisschen mehr als sonst für COPD“. 


COPD wird also viel seltener gesucht, als Menschen daran erkranken. 

Im zeitlichen Verlauf lässt sich seit 2004 gar ein stagnierendes Suchveralten feststellen – ein Trend, der der Neuerkrankungsrate zuwider läuft.

Immerhin leidet in Österreich jede/r Zehnte an COPD, nach dem 70. Lebensjahr schon jede/r Vierte. Den Daten von Statistik-Austria zufolge wurde von 2002 bis 2016 in Österreich ein Anstieg der Todesraten von COPD Patient*innen von über 60 Prozent registriert – ein Trend, der mit einem Anstieg von 130 Prozent vor allem auch Tirol betrifft.

Unbekannte bleibt Unerkannte mit tödlichen Folgen
Dabei ist COPD als systemische Entzündung mit zahlreichen Begleiterkrankungen und sich stetig verschlechternder Lebensqualität verbunden. Schon eine geringe Abnahme der Lungenfunktion steigert das Herzinfarktrisiko.

Das Risiko, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln ist bei COPD sechsmal erhöht, das Schlaganfallrisiko zehn Mal höher.

Sogenannte Exazerbationen (akute Verschlimmerung der Erkrankung), die in der dritten und vierten Krankheitsstufe zunehmend auftreten und in schweren Fällen eine Aufnahme in der Intensivstation notwendig machen, führen in zehn Prozent der Fälle zum Tod, das Sterblichkeitsrisiko bleibt bis zu einem Jahr danach noch um bis zu 40 Prozent erhöht.

Mit einem höheren Bewusstsein und einer rechtzeitigen Diagnose könnten jedoch Risikofaktoren wie etwa das Rauchen eliminiert, Exazerbationen verhindert und Begleit- bzw. Folgeerkrankungen entsprechend behandelt werden.

Über 90 Prozent aller COPD Patient*innen rauchen oder haben über lange Zeit geraucht. 

Symptome wie erhöhte Schleimbildung und chronischer Husten sollten deshalb vor allem für Raucher*innen Grund genug sein, Atemwege und Lunge untersuchen zu lassen. 

„Vor dem Hintergrund des fehlenden Krankheitsbewusstseins wird der Raucherhusten allzu oft bagatellisiert. Rauchen, auch das Passiv-Rauchen, steht jedoch an erster Stelle der Risikofaktoren für COPD“, warnt Studienleiter Ivan Tancevski, der die Ergebnisse der im Fachjournal European Respiratory Journal veröffentlichten Internet-Analyse als wichtigen Impuls für gezielte Maßnahmen zur Awareness-Bildung sieht.

Das Team in Innsbruck arbeitet derzeit bereits an Folgeprojekten, um die Patient*innenversorgung weiter zu verbessern.

Hintergrundinformation
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung geht von einer chronischen Entzündung der unteren Atemwege aus. 

  • Diese andauernde Entzündungsreaktion bewirkt Veränderungen und Umbauprozesse, die eine bleibende Verengung der Bronchien und Bronchiolen bedingen. 
  • Chronische Symptome wie Husten, Auswurf und Atemnot sind möglich, fortgeschrittene Stadien sind häufig mit Lungenemphysem assoziiert, betroffene Patient*innen benötigen häufig eine chronische Sauerstoffversorgung.

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Dr. Alex Pizzini
Universitätsklinik für Innere Medizin II
Tel.: +43 50 504 82075
E-Mail: Alex.Pizzini@i-med.ac.at

Priv.-Doz. Dr. Ivan Tancevski
Universitätsklinik für Innere Medizin II
Tel.: +43 50 504 86750
E-Mail: Ivan.Tancevski@i-med.ac.at

Innrain 52
6020 Innsbruck
Österreich
Tirol


Doris Heidegger
E-Mail-Adresse: doris.heidegger@i-med.ac.at

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1183/13993003.00351-2019

Typ-2- Diabetes: RLD - Restriktive Lungenerkrankung // ILD-interstitielle Lungenerkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden häufiger an restriktiven Lungenerkrankungen

  • Atemnot und restriktive Lungenerkrankungen (RLD) wie zum Beispiel Lungenfibrose könnten eine späte Komplikation von Typ-2-Diabetes sein. 
Darauf deutet eine gemeinsame Studie von Forschern des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg hin. 

Die aktuellen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Respiration veröffentlicht. 


Jeder vierte ambulant behandelte Patient leidet an Atemnot. 
  • Meist sind akute und chronische Lungenerkrankungen die Hauptursachen dafür. 
  • Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Menschen mit einer interstitiellen Lungenerkrankung (IDL) auch an Typ-2-Diabetes leiden. 

Doch haben Patienten mit Typ-2-Diabetes auch häufiger Lungen- und Atemwegserkrankungen? 

Könnten Atemnot, IDL und RDL eine Folge von Diabetes sein? 

Diese Fragen untersuchten erstmals Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am Universitätsklinikum Heidelberg in einer Studie.

Das Forscherteam, unter der Leitung von Dr. Stefan Kopf, untersuchte 110 Patienten mit einem langjährigen Typ-2-Diabetes, außerdem 29 Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes, 68 Patienten mit Prädiabetes und 48 Menschen ohne Diabetes auf Stoffwechselstörungen, diabetesbedingte Komplikationen, Atemnot und Lungenfunktion.

  • Dabei zeigte sich, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes signifikant häufiger an Atemnot und restriktiven Lungenerkrankungen leiden als die Kontrollgruppe. 

27 Prozent der Langzeit-Diabetes-Patienten waren an RLD erkrankt, bei Menschen mit einem neudiagnostiziertem Diabetes waren es 20 Prozent. Zudem konnte bei neun Prozent der Probanden mit Prädiabetes RLD festgestellt werden.

Patienten mit ausgeprägter Symptomatik und RLD zeigten auch CT-morphologisch eine fibrosierende interstitielle Lungenerkrankung.

Zudem wiesen Lungengewebe von Probanden mit und ohne Diabetes in der morphologischen Analyse Unterschiede auf. 

Patienten mit Diabetes hatten vermehrt Lungenfibrosen.
  • Darüber hinaus zeigte die Studie, dass RLD mit Albuminurie assoziiert ist. 
  • Bei der Erkrankung ist der Gehalt des Eiweißes Albumin im Urin erhöht. 
  • Dies kann ein Anzeichen sein, dass Lungenerkrankungen und Nierenerkrankungen (Nephropathie) miteinander assoziiert sein können.
„Verstärkte Atemnot, RLD und interstitielle Lungenanomalien können mit Typ-2-Diabetes assoziiert sein“, fasst Erst-Autor Dr. med. Stefan Kopf (Studienleiter) von der Abteilung Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

 „In dieser Studie lag die Prävalenz für RLD bei Patienten mit Diabetes zwischen 20 und 27 Prozent. 
Außerdem deuten die radiologischen und histologischen Analysen auf eine Assoziation mit fibrosierenden, d.h. vernarbenden interstitiellen Lungenanomalien hin“, ergänzt Professor Dr. med. Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

„Die aktuelle Untersuchung sowie Erkenntnisse aus Tierversuchen zeigen einen bedeutsamen Zusammenhang zwischen restriktiven Lungenerkrankungen und Diabetes mellitus“, erläutert Professor Dr. med. Michael Kreuter, Leiter des Zentrums für seltene und interstitielle Lungenerkrankung an der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg.

„Wir vermuten daher, dass manche Lungenerkrankungen eine späte Folge von Typ-2-Diabetes sein können“, sagt Letzt-Autor Professor Dr. med. Peter P. Nawroth. Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg sowie Assoziierter Partner des DZD. 
  • Patienten mit Diabetes, Nephropathie und Atemnot sollten deshalb regelmäßig auf RLD untersucht werden.
Hintergrund
  1. Interstitielle Lungenerkrankungen (englisch: Interstitial Lung Disease, ILD) umfassen eine heterogene Gruppe verschiedener Lungenerkrankungen, die das Zwischengewebe der Lunge (Interstitium) und die Lungenbläschen (Alveolen) betreffen.
  1. Bei restriktiven Lungenerkrankungen (RLD) ist die Entfaltung der Lunge behindert. 
  2. Zu den restriktiven Lungenerkrankungen gehört unter anderem die Lungenfibrose.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung.

Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten.

Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. 
http://www.dzd-ev.de

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL):
Das im Jahr 2011 gegründete Deutsche Zentrum für Lungenforschung ist ein Zusammenschluss aus 28 führenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen, die sich der Erforschung von Atemwegserkrankungen widmen. Es ist eines der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG). Ziel des DZL ist es, neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie von weit verbreiteten Lungenerkrankungen zu entwickeln und zügig in die praktische Anwendung zu überführen. Im Fokus stehen: Asthma und Allergien, Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Mukoviszidose, Diffuse Parenchymatöse (Interstitielle) Lungenerkrankungen, Lungenentzündung und Akutes Lungenversagen, Lungenhochdruck, Lungenkrebs sowie Lungenerkrankungen im Endstadium. Standorte sind Borstel/Lübeck/Kiel/Großhansdorf, Gießen/Marburg/Bad Nauheim, Hannover, Heidelberg und München. https://www.dzl.de


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
http://www.klinikum-heidelberg.de

Originalpublikation:
Stefan Kopf, Jan B. Groener, Zoltan Kender, Thomas Fleming, Maik Brune, Christin Riedinger, Nadine Volk, Esther Herpel, Dominik Pesta, Julia Szendrödi, Mark O. Wielpütz, Hans-Ulrich Kauczor, Hugo A. Katus, Michael Kreuter, Peter P. Nawroth.
Breathlessness and Restrictive Lung Disease: An Important Diabetes-Related Feature in Patients with Type 2 Diabetes.
Respiration 2018, DOI: 10.1159/000488909


 


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69120 Heidelberg
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Pharmakologische Werkzeuge: Hormone + Neurotransmitter + G-Protein-gekoppelte Rezeptoren

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Wie gestörte Zellkommunikation zu Krankheiten führt

Forscher an der Universität Bonn untersuchen die Kommunikation von lebenden Zellen. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, wie wirksam mit pharmakologischen Werkzeugen eingegriffen werden kann, wenn die Signalketten zwischen den Zellen gestört sind. Im Fokus des Teams stehen so genannte G-Proteine, die auch ein wichtiger Ansatzpunkt für die Entwicklung neuartiger Therapien sind. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die neue Forschergruppe in den nächsten drei Jahren mit 3,1 Millionen Euro. 
 
Die Wissenschaftler der Universität Bonn, des Universitätsklinikums Bonn, des Life & Brain Centers und der TU Darmstadt wollen gemeinsam pharmakologische Werkzeuge entwickeln und einsetzen, um zu verstehen, auf welche Weise lebende Zellen miteinander kommunizieren.

Schwarze Hautkrebszellen: Die bösartigen Zellen teilen sich stark.
Schwarze Hautkrebszellen: Die bösartigen Zellen teilen sich stark. © Foto: Evelyn Gaffal/Thomas Tüting/UKB
„Bei vielen Erkrankungen, zum Beispiel Krebs, ist diese zelluläre Kommunikation gestört“, sagt die Sprecherin der neuen DFG-Forschergruppe, Prof. Dr. Evi Kostenis vom Institut für pharmazeutische Biologie der Universität Bonn.
  • Zellen benutzen chemische Botenstoffe, wie zum Beispiel Hormone und Neurotransmitter, die auf Sensoren in der Zellmembran treffen und eine Reaktion der Zellen einleiten. 
Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die über G-Proteine chemische Signale an das Zellinnere weitergeben.

 „Genau diese G-Proteine wollen wir als Informationsübermittler pharmakologisch manipulieren“, sagt der stellvertretende Sprecher der Initiative, Prof. Dr. Klaus Mohr vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn.

Bislang standen die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren im Zentrum von Arzneimittelentwicklungen.

Aber bei Lungenerkrankungen sowie bestimmten Schmerz- und Krebsformen kann dieses Konzept versagen, weil bei diesen Krankheiten gewöhnlich eine Vielzahl verschiedener Rezeptoren beteiligt ist.

Mit einem Fokus auf G-Proteine ließe sich jedoch die krankhaft veränderte Rezeptorkommunikation konzertiert ausschalten. Genau auf diese G-Proteine, die erste Instanz in der Signalkette direkt unterhalb der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, richtet die Forschergruppe ihren Blick.

Die Wissenschaftler möchten zum einen die G-Proteine im Krankheitsgeschehen besser verstehen und sie gleichzeitig als neuen Ansatzpunkt für neuartige Therapien erforschen. „Derzeit stehen fast keine G-Protein-Blocker zur Verfügung“, sagt Prof. Kostenis. 
  • Mit geeigneten Hemmstoffen ließen sich jedoch absehbar Störsignale in der Kommunikation besser unterbinden. Dieses therapeutische Prinzip sollte sich nicht nur auf Krebserkrankungen, sondern auch auf Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktive Bronchitis anwenden lassen.

Aktuelle Studie in „Nature Communications“

Dass G-Proteine als Signalvermittler in der Tat ein vielversprechender Ansatzpunkt für pharmakologische Behandlungsverfahren sind, zeigte ein internationales Forscherteam unter Leitung von Prof. Kostenis, Prof. Dr. Thomas Tüting, und Prof. Dr. Gabriele König in einer aktuellen Studie, die kürzlich in „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Für den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) entwickelte die Wissenschaftlergruppe eine neue therapeutische Strategie: Hemmung verschiedener G-Proteine zur effektiven Unterdrückung von Wachstum, Stoffwechsel und Beweglichkeit der entarteten Zellen.

Durch die Zugabe des G-Protein-Hemmstoffs wird das Wachstum der Krebszellen gestoppt.
Durch die Zugabe des G-Protein-Hemmstoffs wird das Wachstum der Krebszellen gestoppt.
© Foto: Evelyn Gaffal/Thomas Tüting/UKB

Publikation: The experimental power of FR900359 to study Gq-regulated biological processes, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms10156

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Prof. Dr. Evi Kostenis
Institut für Pharmazeutische Biologie
Universität Bonn
Tel. 0170/2479037
E-Mail: kostenis@uni-bonn.de
Johannes Seiler Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Lungenerkrankung Primary Ciliary Dyskinesia, kurz PCD

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erstes internationales Patientenregister für seltene Lungenerkrankung PCD online

Wissenschaftler um Prof. Heymut Omran von der Universität Münster haben das erste internationale Patientenregister für die seltene Lungenerkrankung PCD eingerichtet. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse durch die Dokumentation möglichst vieler Fälle betroffener Patienten. 
 
Der erfolgreiche Online-Start des ersten internationalen Patientenregisters für die seltene Lungenerkrankung PCD durch ein internationales Wissenschaftlerteam um Prof. Heymut Omran von der Universität Münster eröffnet neue Heilungschancen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: HIV positive Menschen  


  • Die Lungenerkrankung Primary Ciliary Dyskinesia, kurz PCD, verursacht lang anhaltende und immer wiederkehrende Atemwegsinfekte. 

Bislang steht keine erfolgreiche Therapie zur Behandlung der Erkrankung zur Verfügung, vor allem besteht keine Aussicht auf Heilung.

Trotz Fortschritten in der Erforschung der seltenen Erkrankung konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler viele Aspekte wie die unterschiedliche Symptomatik bei Patienten und die Auswirkungen einzelner therapeutischer Interventionen noch nicht vollständig verstehen. Zur Generierung grundlegend neuer Forschungserkenntnisse wird eine Vielzahl von dokumentierten Fällen benötigt. Patientenregister sind gerade bei seltenen Erkrankungen effektive Instrumente zur Dokumentation der gesundheitlichen Konstitution der betroffenen Patienten, des Krankheitsverlaufs und der Reaktion auf die angewandten Therapien.

PCD tritt bereits bei Kindern auf und wird durch einen Gendefekt ausgelöst. 

  • Die Flimmerhärchen in den Atemwegen, Nasennebenhöhlen und dem Mittelohr werden unbeweglich. In der Folge sammelt sich Schleim in diesen Organen an, der nicht abtransportiert werden kann. Es entstehen irreversible, sackförmige Bronchienweiterungen, die langfristig auch zu Lungenversagen führen können. 

In der aktuellen Studie, heute im European Respiratory Journal online publiziert, beschreiben Wissenschaftler, wie sie das neue Register als eine internationale Online-Plattform zur systematischen Dokumentation von PCD-Diagnosen, -Symptomen, -Therapien und -Krankheitsverläufen einsetzen. Die münstersche Arbeitsgruppe um Prof. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Münster (UKM), kooperierte eng mit international führenden Wissenschaftlern und Patientenorganisationen.

Bis heute wurden 201 Patienten nach ihrer Zustimmung im PCD-Register durch Gesundheitsexperten aufgenommen.

Dr. Claudius Werner, Erstautor der Studie am Universitätsklinikum Münster fasst die Erwartungen der Wissenschaftler zusammen: "PCD ist eine seltene, langsam die Atemwege zerstörende Erkrankung, bei der noch immer Unsicherheiten hinsichtlich der Diagnose und Therapie bestehen.

Wir glauben, das neue Online-Register wird das Verständnis dieser seltenen Erkrankung verbessern und uns helfen, Patienten für klinische Studien zu gewinnen, um schließlich die Heilungschancen von PCD zu steigern.“

Dr. Werner weiter: „Durch die Rekrutierung weiterer Referenzzentren werden wir mehr Patienten einbeziehen können, um damit die Basis für weitere wissenschaftliche Analysen zu schaffen. 

Wir planen auch, regionale Registrierungs-Koordinatoren zu etablieren, um den Forschungsstand breiter zu kommunizieren und den Patienten-Zugang aus Ländern außerhalb des Konsortiums zu erleichtern.“




Dr. Claudius Werner, Leiter des Bereichs Pädiatrische Pneumologie in der münsterschen Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Erstautor der Publikation zum PCD-Online-Register

Dr. Claudius Werner, Leiter des Bereichs Pädiatrische Pneumologie in der münsterschen Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie Erstautor der Publikation zum PCD-Online-Register Foto: FZ


Originalpublikation:

Werner C. et al. (2015): An international registry for primary ciliary dyskinesia. European Respiratory Journal online; DOI: 10.1183/13993003.00776-2015

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Astrid Bergmeister
Tel.: 0251-83-55871
astrid.bergmeister@ukmuenster.de
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://erj.ersjournals.com/content/early/2015/12/08/13993003.00776-2015 Originalpublikation

Lungenerkrankungen: Asthma und Herzinfarkte - RDE-Testwerte erst ab 2018?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gefährlich hohe Stickoxidwerte in deutschen Städten

  • Jüngste Messwerte: Jede zweite Station überschreitet in den ersten neun Monaten die Grenzwerte

  • Die Bevölkerung in deutschen Städten muss auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter Stickoxid-Belastungen leiden, die deutlich über den zugelassenen Grenzwerten liegen. 

Jede zweite der bislang ausgewerteten 137 Luftmessstationen in Städten überschreitet im Neun-Monats-Mittel den erlaubten Jahreswert von 40 Mikrogramm. Dies ergab die Greenpeace-Auswertung der jüngsten Daten des Umweltbundesamts (UBA). Das Gesamtergebnis dürfte sich bis Ende des Jahres deutlich verschlechtern. "Wir haben nicht alleine einen Manipulationsskandal bei VW, sondern einen handfesten Abgasskandal", sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser. "Die massiv überhöhten Innenstadtwerte bedrohen die Gesundheit der Menschen. Verkehrsminister Dobrindt muss uns endlich vor den Abgaslügen der Autoindustrie schützen."

Der jüngste Skandal über manipulierte Stickoxidwerte in Millionen von VW-Dieselwagen unterstreicht, dass die Politik handeln muss. Obwohl der NOx-Ausstoß von PKW in den vergangenen Jahren schrittweise gesenkt wurde, werden die innerstädtischen Luftgrenzwerte seit Jahren massiv überschritten. Im Jahr 2014 meldeten etwa zwei Drittel der innerstädtischen Messstationen höhere Durchschnittswerte als zugelassen. Im Gesamtjahr 2015 drohen ähnlich schlechte Ergebnisse. Zum einen liegen in den Wintermonaten die Werte der Stickoxide (NOx) aus dem Verkehr erfahrungsgemäß höher. Zum anderen haben die noch ausstehenden Messstationen in der Vergangenheit zu fast drei Viertel überschrittene Grenzwerte gemeldet.

  • Abgastests müssen realistischer werden 

  • Erhöhte Stickoxidbelastungen können zu Lungenerkrankungen wie Asthma und Herzinfarkten und vorzeitigen Todesfällen führen. Verkehr ist die mit Abstand größte Stickoxid-Quelle in Deutschland. 

"Das Verursacherprinzip muss auch für die Autoindustrie gelten. Die Hersteller müssen künftig für die massiven Gesundheitsfolgen insbesondere von schmutzigen Dieselwagen aufkommen", so Moser.

Derzeit wird der Abgasausstoß von PKW im Labor getestet, unter Bedingungen, die mit dem alltäglichen Gebrauch von Autos nur wenig zu tun haben.

Entsprechend klaffen die offiziellen Werte der Hersteller und die tatsächlichen weit auseinander. Um diese seit Jahren bekannte legalisierte Manipulation der Hersteller zu unterbinden, sollen die Tests künftig realistischer werden.

  • Ab 2016 soll der Abgasausstoß in so genannten RDE-Tests ("Real Driving Emissions") gemessen werden, also im Straßenverkehr - allerdings nur zu Informationszwecken.
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  • Neuzugelassene Fahrzeuge sollen die RDE-Testwerte erst ab 2018 einhalten müssen. 

"Die viel zu hohen NOx-Werte in den Städten und der VW-Betrug zeigen, dass wir realistische Untersuchungen brauchen - nicht erst 2018, sondern schon ab dem nächsten Jahr", fordert Moser.

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Daniel Moser, Tel. 0151-6529 1025, oder Gregor Kessler, Tel. 0151-72 70 29 18. Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de, auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.


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VW Abgasskandal - Fachanwalt fordert Rücknahme von VW, Audi, Seat, Skoda PKW

Die VW Abgasaffäre und der Abgasskandal (Dieselgate) zieht immer weitere Kreise. Mittlerweile ist bekannt, dass neben VW Modellen (Motor EA 189) auch Audi-, Skoda- und Seat-Dieselfahrzeuge betroffen sind. Durch eine Nachbesserungsaktion will Volkswagen nun die Softwaremanipulationen bereinigen. Doch die rechtlichen Fragen der Autofahrer sind damit noch nicht gelöst. Denn trotz der Nachbesserungsaktion ist nicht abzusehen, welche Schäden am Ende bei den Autofahrern verbleiben. Viele Käufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden versuchen den Kaufpreis zu drücken wegen des Mangels. Autokäufer von Volkswagen Dieseln (VW Golf, VW Jetta, VW Beetle, VW Tiguan VW Passat , VW Sharan, VW Caddy, VW Transporter, VW Polo), Audi Diesel (A 1, A 3, A 5, A 6, TT, Q 3, Q 5), Skoda Diesel (Fabia, Roomster, Octavia, Superb) oder Seat Diesel müssen daher befürchten, dass ihr VW Diesel einen Makel behält trotz des Softwareupdates.

Fahrzeugbesitzer sollten daher umgehend ihre Rechte wahrnehmen, insbesondere weil diese möglicherweise verjähren werden. Wenn ein Auto mangelhaft ist, dann stehen Käufern Rechte zu. Sie können Behebung von Fehlern verlangen und möglicherweise ihren VW Diesel zurückgeben. Auch gegen den VW Konzern selbst können Ansprüche geltend gemacht werden, weil die Käufer hinters Licht geführt wurden. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vertritt bereits eine Vielzahl von Autobesitzern, die gegen den VW Konzern vorgehen wollen, notfalls auch gerichtlich. Fachanwalt Dr. Ralf Stoll teilt mit: "Unsere Kanzlei wird den VW Konzern in Anspruch nehmen und den Rücktritt von den Kaufverträgen über VW Dieselfahrzeuge erklären. Wenn Volkswagen sich nicht bewegt, werden wir die Ansprüche gerichtlich geltend machen. Wir sehen sehr gute Chancen für die Autobesitzer."

Autobesitzer von VW, Audi, Seat und Skoda Dieseln sollten sich daher dringend an einen Fachanwalt wenden, bevor es zu spät ist und die Ansprüche verjährt sind. Eine kostenlose Erstberatung bietet die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH an.

http://www.vw-schaden.de/rechte-der-autokaeufer
 

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