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Morbus Fabry: Fehlfunktionen bei Herzmuskelschwäche und Volkskrankheit Herzschwäche

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Seltene Erkrankung liefert Aufschluss

Patienten, die an der seltenen Erkrankung Morbus Fabry leiden, können häufig keinen Sport machen.

Grund dafür ist eine Hitzeintoleranz, aber auch weil ihre Herzfunktion mit der Anstrengung nicht adäquat mithält. 

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) haben jetzt beschrieben, dass eine krankhafte Gewebeveränderung im Herzen für die verminderte Belastungsgrenze entscheidend ist. 

Bislang wusste man nur wenig darüber, wie sich die Herzfunktion bei den Erkrankten unter Ruhe und Belastung verändert. Die Erkenntnisse werden dabei helfen, Fabry-Erkrankte künftig besser therapieren zu können und liefern auch Aufschluss über die Volkskrankheit Herzschwäche. 
 
Die Erbkrankheit Morbus Fabry entsteht durch eine Mutation auf dem X-Chromosom, die eine Speicherstörung im Stoffwechsel verursacht.

Dadurch kommt es zur Anreicherung bestimmter Stoffe in verschiedenen Zellen. 
  • Die Ansammlung stört im Verlauf der Erkrankung oftmals mehrere Organfunktionen, wobei insbesondere Herz, Nieren und Nervensystem betroffen sind. 
Bei über der Hälfte aller Fabry-Patienten kommt es zur Beeinträchtigung der Herzfunktion, wodurch körperliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung weiter gemindert werden.

Mediziner des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) haben jetzt den Herzmuskel von rund 100 Fabry-Erkrankten unter Belastung untersucht und dabei festgestellt, dass bei Patienten mit fortgeschrittener Fabry-Krankheit starke Narbenbildung im Herzgewebe zu sehen sind.

  • Sie zeigen charakteristische Elektrokardiogramme unter Anstrengung (Belastungs-EKG), die zudem Rückschlüsse zulassen, dass auch das autonome Nervensystem in den Krankheitsprozess involviert ist. 
  • Narbenbildung im Herzgewebe (Fibrose) ist bei Morbus Fabry ein sehr häufiges Phänomen und tritt auch bei Gesunden infolge eines Herzinfarktes auf. 


Das Elektrokardiogramm (EKG) ist eine charakteristische Kurve des „Herzschlags“. Varianten im Kurvenverlauf zeigen Funktionsdefekte, wie etwa Herzrhythmusstörungen.


Das Elektrokardiogramm (EKG) ist eine charakteristische Kurve des „Herzschlags“. Varianten im Kurvenverlauf zeigen Funktionsdefekte, wie etwa Herzrhythmusstörungen. DZHI

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie, die sie jetzt im Journal of Inherited Metabolic Disease veröf-fentlichten, Herzen von rund 100 Fabry-Patienten in Ruhe, bei Belastung und im Langzeittest.

Obwohl Morbus Fabry als seltene Erkrankung gilt, gehen viele Wissenschaftler von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da sich die Erbkrankheit schleichend und unterschiedlich äußert und daher nur sehr schwer diagnostizierbar ist.

  • Charakteristisch bei fortgeschrittenem Fabry ist die Narbenbildung auf dem geschädigten Herz. 

  • Diese sogenannte Myokardfibrose verursacht, dass bei den Patienten Herzfrequenz und Puls nicht adäquat mit zunehmender Aktivität ansteigen. 
  • Das Herz der fibrotischen Fabry-Patienten schlug signifikant langsamer, während sie auf einem Ergometer radelten, als das Herz von Fabry-Patienten mit schwacher oder noch keiner Narben-bildung. 
  • Dementsprechend niedriger war auch der Blutdruck bei den Patienten, die viel Vernarbung im Herzgewebe zeigten. Die ausgewerteten Elektrokardiogramme deuteten zudem darauf hin, dass auch das autonome Nervensystem Einfluss auf die Herzinkompetenz der Patienten hat.
„Unsere Daten deuten an, dass beim Morbus Fabry die Fibrose im Herzen für Veränderungen in der Repolari-sationsphase des Herzens verantwortlich ist: 

Unter Belastung zeigen sich ausgeprägt inadäquate Blutdruck- und Herzfrequenzanstiege. Außerdem tauchen mit zunehmender Fibrose sehr häufig Zusatzschläge im Herzrhythmus auf“, erklärt der Mediziner Dr. Johannes Krämer, der die Studie federführend koordinierte.

 „Für die Fabry-Patienten ist diese Beobachtung natürlich wichtig.

Denn wir müssen jetzt diskutieren, ob und wann wir beispielsweise bestimmte Herzschrittmacher einsetzen wollen oder ob die derzeitige Therapie des Morbus Fabry, bei dem der Gendefekt durch lebenslange Enzymgabe ausgeglichen wird, noch verbessert werden kann.“

Und weiter: „Wissenschaftlich tun sich jetzt ebenfalls eine ganze Reihe von Rätseln auf. Wir müssen jetzt weiter forschen, wie die Abnormitäten in den EKG-Kurven von Fabry-Patienten entstehen.

Wir fragen uns, ob die Fibrose ursächlich ist oder die Ablagerungen in den Zellen oder auch, ob andere pathologische Vorgänge die Leistungsminderung begründen.“

Weitere Untersuchungen sollen nun folgen und werden das Verständnis von Herzerkrankungen –auch bei Nicht-Fabry Betroffenen – erweitern.

Publikation:
Krämer J et al.: Electrical Changes in Resting, Exercise, and Holter Electrocardiography in Fabry Cardiomyopathiy. JIMD Reports, DOI 10.007/8904_2015_502

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http://www.dzhi.de

HeartMate III - Modernstes Herzunterstützungssystem - fortgeschrittene Herzinsuffizienz

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Tübinger Herzchirurgen implantieren modernstes Herzunterstützungssystem

Weltweit neuste Technik zur Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz 
 
Herzchirurgen am Universitätsklinikum Tübingen haben als eine der ersten ein neuartiges Herzunterstützungssystem implantiert. Das neue HeartMate III, das seit der Zulassung erst sechsmal in Deutschland und erstmals in Süddeutschland zum Einsatz kam, bietet deutliche Verbesserungen für die Patienten.

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink hier 


  • Es arbeitet besonders schonend für das Blut des Patienten, da die Zentrifugentechnik vollständig magnetisch gelagert ist. 

Darüber hinaus ist das System sehr viel kleiner und kompakter als das Vorgängermodell HeartMate II und kann somit schonender implantiert werden.

Die kleine Pumpe unterstützt die Herzfunktion von Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz, die auf eine Herztransplantation warten, für eine solche nicht geeignet sind oder sich von einem Herzinfarkt erholen müssen.



Das Team im Operationssaal

Das Team im Operationssaal Universitätsklinikum Tübingen
Aufnahme aus dem Operationssaal: Das Ärzte-Team um Prof. Dr. med. Christian Schlensak (rechts) aus der Tübinger Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie mit Prof. Dr. med. Tobias Walker, Dr. med. David Schibilsky und dem Anästhesisten Dr. med. Leo Häberle

Anders als bei Kunstherzen wird das menschliche Herz durch ein sogenanntes linksventrikuläres Unterstützungssystem (Left Ventricular Assist Device, LVAD) nicht ersetzt. Vielmehr unterstützen diese kleinen implantierbaren Geräte die Pumpfunktion des Herzens bei Patienten, deren Herz zu schwach ist, um das Blut aus eigener Kraft durch den Körper zu Pumpen.

LVADs können für Patienten von Vorteil sein, die auf eine Transplantation warten; in diesem Fall spricht man von einer "Bridge-to-transplant-Therapie" (Überbrückungstherapie). LVADs können aber auch als "Destination-Therapie" (Dauertherapie) bei Herzinsuffizienzpatienten angewandt werden, deren Herz noch jahrelang unterstützt werden muss, die jedoch für eine Transplantation nicht in Frage kommen.

Sitz und Funktionsweise des Herzunterstützungssystems

Die kleine Pumpe wird oberhalb des Zwerchfells unmittelbar neben dem Herzen des Patienten implantiert und mit der Aorta verbunden. Dort übernimmt es die Pumpfunktion des geschwächten linken Ventrikels (Herzkammer), der normalerweise die Aufgabe hat, sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in den Körper zu pumpen.

Dabei bleibt die natürliche Blutzirkulation erhalten, während das System zugleich die gesamte Energie liefert, die zum Transport des Blutes durch den Körper benötigt wird. Der Patient trägt außen am Körper eine Steuereinheit und das Batteriesystem, das die Pumpe mit Strom versorgt. Das LVAS HeartMate III kann bis zu 10 Liter Blut pro Minute pumpen.

Die neue weltweit modernste Herzpumpe ist das erste linksventrikuläre Unterstützungssystem (Left Ventricular Assist Device, LVAD) auf Zentrifugalpumpen-Basis, die eine Technologie nutzt, die den Rotor des Systems durch Magnetkräfte zum "Schweben" bringt. Diese Bauweise zielt darauf ab, eine Schädigung des durch die Pumpe strömenden Blutes zu vermeiden und die klinischen Ergebnisse zu verbessern.

In Studien hat das Modell durch hohe Überlebensraten, substantielle Verbesserungen beim funktionellen Status, sehr niedrige Komplikationsraten und insbesondere durch das Ausbleiben jeglicher pumpenbedingter Thrombose-Ereignisse überzeugt. Das hochtechnisierte Gerät ist dennoch sehr kompakt und kann so besonders schonend für die Patienten implantiert werden. Das Team aus der Tübinger Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie konnte das Gerät am 20.10.2015 erfolgreich implantieren.


Prof. Dr. med. Christian Schlensak




Prof. Dr. med. Christian Schlensak Universitätsklinikum Tübingen


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Universitätsklinikum Tübingen
Deutsches Herzkompetenz Zentrum
Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christian Schlensak
Ärztlicher Direktor
Tel. 07071/29-8 66 38
E-Mail: Christian.Schlensak@med.uni-tuebingen.de
Dr. Ellen Katz Universitätsklinikum Tübingen


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten.html Universitätsklinikum Tübingen

Koronare Herzerkrankung (KHK) und deren Folgen wie Herzinfarkt und Herzinsuffizienz

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Forscher identifizieren Gene für Herzerkrankungen

Die koronare Herzerkrankung (KHK) und deren Folgen wie Herzinfarkt und Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten lebensbedrohlichen Erkrankungen. Trotz zunehmend verbesserter Therapien ist die KHK unverändert eine der führenden Diagnosen der Todesursachenstatistik. Deshalb untersuchen viele internationale Studien, welchen Einfluss unsere Erbanlagen haben, an einer KHK zu erkranken. Forscher des LIFE-Forschungszentrums der Universität Leipzig haben in Zusammenarbeit mit dem internationalen Konsortium CARDIoGRAM Gene identifiziert, die das Risiko, an einer KHK zu erkranken, erhöhen. 
 
LIFE beteiligte sich an diesem Konsortium mit den in der Leipziger Herzstudie gewonnen Daten (LIFE-Heart). Das Projekt wurde vom LIFE Forschungszentrum von Prof. Dr. Joachim Thiery (Institut für Laboratoriumsmedizin) und von Prof. Dr. Gerhard Schuler und Dr. Frank Beutner vom Herzzentrum Leipzig durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 7.000 Blutproben für das Projekt gesammelt.

Die genomweiten Analysen hat Prof. Dr. Markus Scholz vorgenommen.

  • Das Konsortium hat zehn Gene identifiziert, die in Zusammenhang mit den Ursachen für koronare Herzerkrankungen stehen. 
  • Für einige dieser Gene ist bereits eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel und Übergewicht bekannt. 

Diese Ergebnisse könnten zur Erklärung der Entstehung der koronaren Herzerkrankung beitragen sowie perspektivisch zur Entwicklung von präventiven und therapeutischen Maßnahmen und Medikamentenentwicklungen führen. "Mit dieser Studie wurde der Katalog genetischer Varianten, die mit der Entstehung koronarer Atherosklerose in Zusammenhang stehen beträchtlich erweitert. Wir können diese Varianten nun in den Leipziger Kohortenstudien wie zum Beispiel LIFE-Adult und LIFE-Heart weiter untersuchen, etwa hinsichtlich der Zusammenhänge mit frühen subklinischen Veränderungen oder Veränderungen des Fettstoffwechsels", sagt Scholz.

  • Die Studie konnte weiterhin zeigen, dass die für koronare Herzerkrankung verantwortlichen genetischen Varianten häufig sind, aber mit jeweils geringem Einfluss. 

Vermutete seltene Varianten mit starkem Einfluss wurden in der Studie dagegen nicht gefunden.

Das internationale Konsortium CARDIoGRAM ist ein gemeinsames Projekt, das Daten aus mehreren genetischen Studien in großem Maßstab kombiniert. Ziel ist es, die Risikofaktoren für koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt zu identifizieren. An den Forschungen sind Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt. Das Konsortium wird durch das Wellcome Trust Sanger Institut, ein Forschungsinstitut mit Wohltätigkeitsorganisation, gefördert.

Originaltitel der Fachveröffentlichung in "Nature Genetics": "A Comprehensive 1000 Genomes-based GWAS meta-analysis of Coronary Artery Disease", doi:10.1038/ng.3396


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Prof. Dr. Markus Scholz
Telefon: +49 341 97 16190
E-Mail: markus.scholz@imise.uni-leipzig.de
Andrea Wittrodt
Susann Huster Universität Leipzig

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte:
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.3396.html