Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Posts mit dem Label Interleukin-33 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Interleukin-33 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Prof. Dr. William Horsnell: Infektion mit Genital-Herpesviren (Wurminfektion + sexuell übertragene Viruserkrankungen)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wurmbefall im Darm hat Fernwirkung auf Virenabwehr

Eine neue Studie der Universitäten Kapstadt und Bonn zeigt, dass Parasiten die Immunantwort in der Vagina beeinträchtigen können. 

Ausschnitt aus dem Genitaltrakt einer weiblichen Maus. Die genetische Bauanleitung von Interleukin-33 wurde grün angefärbt. Der Botenstoff sorgt indirekt für die Heranreifung der Granulozyten. © Pia Vornewald (CEMIR, IKOM, NTNU; Trondheim, Norway)
Ausschnitt aus dem Genitaltrakt einer weiblichen Maus. Die genetische Bauanleitung von Interleukin-33 wurde grün angefärbt. Der Botenstoff sorgt indirekt für die Heranreifung der Granulozyten. © Pia Vornewald (CEMIR, IKOM, NTNU; Trondheim, Norway) Pia Vornewald © Pia Vornewald (CEMIR, IKOM, NTNU; Trondheim, Norway)

  • Eine Infektion mit parasitischen Eingeweidewürmern, sogenannten Helminthen, kann augenscheinlich dafür sorgen, dass virale Infektionen anderswo im Körper erheblich schwerwiegender verlaufen. 

Das zeigt eine Studie unter Federführung der Universitäten Kapstadt und Bonn. Demnach entwickelten Helminthen-befallene Mäuse nach einer Infektion mit Genital-Herpesviren deutlich gravierendere Symptome. 

Die Forschenden vermuten, dass sich diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. 

Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Cell Host & Microbe erschienen.

In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind sowohl Wurminfektionen als auch sexuell übertragene Viruserkrankungen äußerst häufig. 

Die viralen Infekte verlaufen zudem oft besonders schwerwiegend. Möglicherweise hängen diese Befunde zusammen. Diesen Schluss legen zumindest die aktuellen Befunde aus Mäusen nahe.

Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler haben untersucht, wie sich in den Tieren ein Befall mit Helminthen auf den Verlauf einer Infektion des weiblichen Genitaltrakts mit Herpes simplex-Viren auswirkt. „Die Ergebnisse haben uns in ihrer Deutlichkeit selbst überrascht“, erklärt Prof. Dr. William Horsnell vom Institut für Infektionserkrankungen und molekulare Medizin der Universität Kapstadt:  

„Genitalherpes-Erkrankungen gehen oft mit Vernarbungen der Vagina einher, sogenannten Nekrosen.  

Diese gravierende Symptomatik kam in unserer Studie nach einem Helminthen-Befall doppelt so häufig vor wie normal.“

Der Befund ist auch deshalb erstaunlich, weil die Würmer selbst nie die Vagina befallen. 

  • Es handelt sich um Parasiten, die mit der Nahrung oder durch die Haut aufgenommen werden und schließlich in den Darm wandern. 

„Es handelt sich also um eine Fernwirkung der Helminthen-Infektion, die vorher nicht bekannt war“, erklärt Dr. Laura Layland vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn.

Fehlgeleitete Immunreaktion

Die Forschenden konnten zeigen, dass für die Nekrotisierung eine bestimmte Gruppe von Immunzellen verantwortlich ist, die eosinophilen Granulozyten

  • Dabei handelt es sich um weiße Blutkörperchen, die auf die Bekämpfung von Würmern und anderen Parasiten spezialisiert sind. 

Als Waffe dienen ihnen zellzersetzende Enzyme, die sie in ihrem Innern mit sich herumtragen. 

Diese liegen aber nicht frei vor - dazu sind sie zu gefährlich. Stattdessen sind sie in so genannte Granula verpackt (daher auch der Name „Granulozyten“). Bei Kontakt mit einem Parasiten schleusen die Zellen diese Granula nach außen, wo sie ihre tödliche Fracht freisetzen.

„In unserem Fall sorgt der Wurmbefall im Darm aber dafür, dass sich bei einer gleichzeitigen Genitalherpes-Infektion eosinophile Granulozyten im weiblichen Genitaltrakt ansammeln“, betont Horsnell. 

  • „Sie schütten dann dort ihre zellschädigenden Enzyme aus, obwohl gar keine Helminthen vorhanden sind. 
  • Und diese fehlgeleitete Immunreaktion ist es, die zu den schwerwiegenden Schäden in der Schleimhaut der Vagina führt, die wir beobachtet haben.“


Eine wichtige Rolle scheint bei diesem Prozess ein bestimmter Immunbotenstoff zu spielen, das Interleukin-33. 

Es sorgt indirekt für die beschleunigte Heranreifung der Granulozyten in der Vagina. 

„Wir haben IL-33 mit einem speziellen Wirkstoff gehemmt“, erklärt Horsnell. „Die Mäuse entwickelten daraufhin deutlich geringere Gewebsschäden im Genitaltrakt.“ Die Wissenschaftler suchen nun nach möglichen Medikamenten, die auch für den Einsatz im Menschen geeignet sind und die sich kostengünstig herstellen lassen.

Erfolgreiches Kooperationsprogramm

Dass die Studie erfolgreich durchgeführt werden konnte, ist auch einem Kooperationsprogramm zwischen Deutschland und Afrika zu verdanken, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird. „Das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie der Universität Bonn sieht dabei seine Rolle unter anderem im Knowhow-Transfer“, erläutert Dr. Laura Layland. „Wir schulen Forschende in den Ländern vor Ort beispielsweise im Umgang mit Analysetechniken und wissenschaftlichen Methoden, ein Angebot, von dem gerade auch der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert.“

Dazu führen Layland und ihre Kollegen unter anderem Workshops in afrikanischen Ländern und in Bonn durch. Ziel ist es, in den betroffenen Regionen die vorhandene wissenschaftliche Expertise zu stärken und so die Erforschung und Bekämpfung von Helminthen-Infektionen mittelfristig deutlich zu verbessern.

Förderung:

Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die südafrikanische Poliomyelitis Research Foundation, sowie die National Research Foundation in Südafrika finanziell unterstützt. An den Arbeiten waren neben den Universitäten Kapstadt und Bonn Wissenschaftler aus Trondheim (Norwegen), Lüttich (Belgien), Birmingham (Großbritannien), Orléans (Frankreich) und Lomé (Togo) beteiligt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

 


 

 

 

Über Google: Medizin am Abend Berlin  
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Laura Layland
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0151 26624206
E-Mail: Laura.Layland@sbcomputing.de

Prof. Dr. William Horsnell
Institut für Infektionserkrankungen und molekulare Medizin der Universität Kapstadt
Telefon: +27 (0)21 406 6220
E-Mail: wghorsnell@gmail.com

Svenja Ronge Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 

Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn
Deutschland
Nordrhein-Westfalen 

Telefon: +49 251 83-22115
E-Mail-Adresse: sronge@uni-bonn.de

Originalpublikation:

Alisha Chetty u.a.: Il4ra -independent vaginal eosinophil accumulation following helminth infection exacerbates epithelial ulcerative pathology following HSV-2 infection. Cell Host & Microbe, https://doi.org/10.1016/j.chom.2021.02.004


Leukämie-ähnliche Blutkrankheiten - chronische Bluterkrankungen

Medizin am Abend Fazit:   Berner Krebsforschende bremsen tödliche Blutkrankheiten

Viele Leukämie-ähnliche Blutkrankheiten sind bislang unheilbar. Forschende der Universität Bern verlangsamten nun erfolgreich das Fortschreiten der Krankheiten, indem sie einen bestimmten Botenstoff blockierten. 
 
Myeloproliferative Neoplasien (MPN) sind eine Gruppe oft tödlich verlaufender, chronischer Bluterkrankungen. Ähnlich wie bei der mit ihnen verwandten Leukämie kommt es zu einer erheblichen Störung der Blutbildung:

Die MPN lösen eine unkontrollierte Anhäufung von weissen oder roten Blutkörperchen sowie Blutplättchen aus. Die wuchernden Blutzellen führen dazu, dass sich die Milz vergrössert und sich unter anderem gefährliche Blutgerinnsel oder Blutungen bilden. Auf 1 Million Menschen leiden etwa 500 bis 1000 an diesen bislang unheilbaren Krankheiten. Der Berner Krebsforscher Philippe Krebs und sein Team vom Institut für Pathologie der Universität Bern haben nun in einer Studie aufgezeigt, wie MPN angetrieben werden – und damit mögliche neue Therapieansätze offengelegt. Die Erkenntnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift «The Journal of Clinical Investigation» publiziert.

Überproduktion von Botenstoffen treibt Krankheit voran

«Die Entstehung von MPN wird durch Gendefekte im Knochenmark gefördert, die man im Laufe des Lebens erwirbt», sagt Philippe Krebs. Verbunden mit MPN ist indes auch eine Überproduktion verschiedener Botenstoffe – Substanzen, die auf chemischem Wege Signale von Zelle zu Zelle übertragen. Wie diese Botenstoffe die Entstehung von MPN beeinflussen, war bislang unklar, wie Krebs sagt. Ihm und seinem Team ist es nun gelungen, einen Teil dieses Mechanismus aufzudecken. Mittels Tests an Zellkulturen und Mäusen konnten die Forschenden nachweisen, dass insbesondere ein bestimmter Botenstoff, das sogenannte Interleukin-33 (IL-33), die Entwicklung der Krankheit vorantreibt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten auch das Knochenmark von MPN-Patienteninnen und -Patienten und stellten dort eine vermehrte Anzahl von IL-33-produzierenden Zellen fest. Sie stimulierten ebenfalls von MPN-Patienten stammende Blutstammzell-Kulturen mit IL-33. Dies führte dazu, dass diese Zellen begannen, sich unkontrolliert zu vermehren – was bei den Erkrankten wiederum die eingangs beschriebenen Symptome auslöst.

Antikörper soll Botenstoff blockieren

Das bessere Verständnis dafür, wie MPN entstehen, hat es dem Team um Philippe Krebs auch ermöglicht, neue Behandlungsmethoden zu erforschen. «In dem wir den IL-33 genetisch blockierten, haben wir es geschafft, das Fortschreiten der Krankheit im Tiermodell zu stoppen oder zu verlangsamen», erklärt Philippe Krebs. Zu diesem Zweck benützten die Forschenden Mäuse mit einem Gendefekt im IL-33-Rezeptor auf den Blutzellen. Bei diesen Mäusen kann der Botenstoff daher nicht an die Blutzellen andocken und es wird keine unkontrollierte Wucherung ausgelöst.

«Die Entwicklung eines Antikörpers, welcher spezifisch IL-33 oder dessen Rezeptor auf den Blutzellen blockiert, wäre im Falle der MPN somit ein vielversprechender Therapieansatz», sagt Philippe Krebs. Bei anderen bösartigen und entzündlichen Krankheiten werden solche auf Antikörper basierenden Strategien gegen Botenstoffe bereits erfolgreich eingesetzt. Bis es bei MPN soweit ist, sind laut Krebs jedoch zusätzliche Studien nötig, um die Funktion von IL-33 – vor allem für die späteren Stadien der Erkrankungen – besser zu verstehen.

Angaben zur Publikation:

Mager L., Riether C., Schürch C., Banz Y., Wasmer MH., Stuber R., Theocharides A., Li X., Xia Y., Saito H., Nakae S., Baerlocher G., Manz M., McCoy K., Macpherson A., Ochsenbein A., Beutler B., Krebs. P. IL-33 signaling contributes to the pathogenesis of myeloproliferative neoplasms. The Journal of Clinical Investigation, 2015 (in press).

Medizin am Abend DirektKontakt


Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Schweiz
Bern


Marcus Moser
Telefon: 0041/31/ 631-3175
Fax: 0041 / 31 / 631-4562
E-Mail-Adresse: marcus.moser@kommunikation.unibe.ch

lic. phil. Nathalie Matter
Telefon: 0041-31-631 45 80
Fax: 0041-31-631 45 62
E-Mail-Adresse: nathalie.matter@kommunikation.unibe.ch