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MaAB-Cardiolotse: Einladung zur Studie: Depressive Störungen und Alkoholkonsum

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: ZI sucht gesunde Menschen zwischen 45 und 69 Jahren als Kontrollprobanden

In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen ForscherInnen am ZI den Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und Alkoholkonsum. 

Dazu werden gesunde Freiwillige gesucht. 
 
Wer kann an der Studie teilnehmen?
 
  • Wenn Sie psychisch gesund sowie zwischen 45 und 69 Jahren alt sind, können Sie als KontrollprobandIn an unserer Studie teilnehmen.

Was wird in der wissenschaftlichen Studie genau gemacht?
 
  • Neben einer psychologischen Eingangsuntersuchung, beinhaltet die Studie eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT ohne Kontrastmittel)
  • Entschädigt wird Ihr Aufwand mit 15 Euro. 
  • Darüber hinaus haben Sie die Chance, bei einer Reaktionszeitaufgabe bis zu 20 Euro zu gewinnen.

Was ist der Hintergrund der Studie?
 
  • Etwa 40 Prozent der alkoholabhängigen PatientInnen weisen zusätzlich eine depressive Störung auf. Trotz des häufigen gemeinsamen Auftretens beschäftigen sich bisher nur wenige wissenschaftliche Arbeiten mit dem Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und problematischem Alkoholkonsum. Dieser Fragestellung geht aktuell die Abteilung Klinische Psychologie (Leiter Prof. Dr. Peter Kirsch) am ZI in einer neuen Studie nach.

Welchen Fragen gehen die ForscherInnen nach?
 
  • Viele Menschen trinken Alkohol, um psychische Probleme, wie zum Beispiel niedergeschlagene Stimmung oder unangenehme Gefühle, „wegzutrinken“. 
  • Es gibt aber auch Betroffene, bei denen negative Gefühle durch häufigen Alkoholkonsum verstärkt oder sogar erst verursacht werden. 
  • Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 40 Prozent der alkoholabhängigen Patienten zusätzlich eine affektive Störung – meist eine Depression – aufweisen
  • Im Fokus der Studie der Abteilung Klinische Psychologie steht daher die Frage, welche Rolle die Verarbeitung von verschiedenen Arten der Belohnung und die Fähigkeit zur Emotionsregulation spielen und welche Vorgänge während dieser Prozesse im Gehirn ablaufen. Um diese Vorgänge besser vergleichen zu können, werden insbesondere gesunde KontrollprobandInnen gebraucht.

Kontakt für Freiwillige unter Telefon 
0621 / 1703 6165 (AB) oder 
E-Mail an dare@zi-mannheim.de.

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CAVE-Untersucher: Schmerzen in der Brust: Nicht invasive Computertomographie (CT)

Medizin am Abend Berlin MaAB - Fazit: Manchmal geht’s auch ohne invasiven Eingriff

  • Wann eine CT statt eines Herzkatheters zur Diagnose aussagekräftig ist

Klagt ein Patient über Schmerzen in der Brust, wird meist mithilfe eines Katheters überprüft, ob sein Herz noch ausreichend durchblutet ist. 


Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt festgestellt: 
  • In bestimmten Fällen kann eine nicht invasive Computertomographie (CT) eine ebenso verlässliche Diagnose liefern wie eine Herzkatheter-Untersuchung – ganz ohne Eingriff in den Körper. 

Die Studie ist in der Fachzeitschrift The BMJ* erschienen. 

Die Herz-CT ist nicht invasiv und schmerzfrei.
Die Herz-CT ist nicht invasiv und schmerzfrei. Foto: Dewey/Charité
 
Ein drückender Schmerz in der Brust oder ein Gefühl der Beklemmung: 

  • Diese Symptome können auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) hinweisen, bei der der Herzmuskel durch Verengungen der Herzkranzgefäße schlecht durchblutet wird. 

Im schlimmsten Fall kann es dadurch zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod kommen – daher muss die Diagnose so schnell wie möglich gestellt werden.

Bisher werden Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf KHK häufig mithilfe eines Katheters untersucht, der über einen kleinen Schnitt in der Leiste oder am Arm in das Herz vorgeschoben wird.

Der Vorteil der Methode ist, dass sie Diagnostik und Therapie vereint:

Mit einem Herzkatheter lassen sich mögliche Verengungen der Blutgefäße sofort beheben.

Dennoch ist der Eingriff nicht ohne Risiko und in 58 Prozent der 880.000 Untersuchungen pro Jahr in Deutschland muss kein Gefäß aufgeweitet werden. 

Ein internationales Forschungskonsortium unter Leitung der Charité konnte jetzt belegen:

  • Bei bestimmten Patientinnen und Patienten liefert die CT, ein nicht invasives bildgebendes Verfahren, eine ebenso verlässliche Diagnose.

Für die Arbeit kooperierten Forschungsgruppen aus 22 Ländern, um die Daten von 65 abgeschlossenen Studien mit mehr als 5.300 Patientinnen und Patienten zu analysieren.

  • Die statistische Auswertung ergab, dass sich die Herz-CT dann als Diagnosemethode eignet, wenn die Betroffenen eine geringe bis mittlere Wahrscheinlichkeit haben, an einer KHK zu leiden. 

„Die KHK-Wahrscheinlichkeit können Mediziner anhand von individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht und der Art des Brustschmerzes bestimmen“, sagt Prof. Dr. Marc Dewey, Stellvertretender Direktor der Klinik für Radiologie am Campus Charité Mitte und Leiter der Studie.

„Liegt diese Wahrscheinlichkeit bei 7 bis 67 Prozent, lässt sich mithilfe der CT zuverlässig ermitteln, ob Gefäßverengungen vorliegen oder nicht. 

  • Bei höheren Wahrscheinlichkeiten ist eine Herzkatheter-Untersuchung angezeigt, weil voraussichtlich therapeutisch eingegriffen werden muss.“

„Die Computertomographie des Herzens ist eine sehr schonende Methode, die nur wenige Minuten dauert“, betont Robert Haase, Erstautor der Studie und Doktorand in der Arbeitsgruppe um Prof. Dewey.

Dabei nimmt ein ringförmiger Röntgenapparat 1.000 Aufnahmen pro Sekunde aus unterschiedlichen Richtungen auf. 

Aus den Röntgenbildern wird anschließend eine dreidimensionale Abbildung des Herzens errechnet.

Durch die Gabe eines Kontrastmittels werden die Herzkranzgefäße klar sichtbar. 

„Wie unsere Arbeit zeigt, lassen sich Engstellen bei Frauen und Männern mit dieser Methode gut erkennen“, ergänzt er.


ei der Herz-CT werden tausende Röntgenaufnahmen des Herzens zu einer 3D-Abbildung verrechnet. So werden Engstellen (Pfeil) an Blutgefäßen (grau) sichtbar.
ei der Herz-CT werden tausende Röntgenaufnahmen des Herzens zu einer 3D-Abbildung verrechnet. So werden Engstellen (Pfeil) an Blutgefäßen (grau) sichtbar.
Foto: Dewey/Charité


„Unsere Ergebnisse werden Ärztinnen und Ärzten die Einschätzung erleichtern, in welchen Fällen eine Herz-CT statt einer Herzkatheter-Untersuchung zur Diagnose einer koronaren Herzkrankheit sinnvoll sein könnte“, sagt Prof. Dewey.

Der Radiologe hofft zudem, dass die Studie auch zu einer Vereinheitlichung der medizinischen Leitlinien beiträgt. 

Diese raten in unterschiedlichen Ländern bisher noch zu verschiedenen Vorgehen bei Verdacht auf KHK.

*Haase et al., Diagnosis of obstructive coronary artery disease using computed tomography angiography in patients with stable chest pain depending on clinical probability and in clinically important subgroups: meta-analysis of individual patient data. BMJ. 2019; 365:l1945. doi: 10.1136/bmj.l1945

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Prof. Dr. Marc Dewey
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Originalpublikation:
https://doi.org/10.1136/bmj.l1945

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CAVE: ZNA- Rettungsstellen-KANZEL: Leberkrebs - Alpha-Fetoprotein (AFP)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs. 

Ein gängiges Verfahren zur Diagnose ist die Ultraschalluntersuchung. 

  • Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird, können Leberkarzinome sogar schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. 

In einer aktuellen Metaanalyse fanden US-Forscher heraus, dass so 40 Prozent mehr Tumoren frühzeitig erkannt werden. 

Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) machen vor diesem Hintergrund auf die Relevanz einer qualitativ hochwertigen Diagnostik aufmerksam. 
 
„Je früher ein Leberkarzinom erkannt wird, desto besser sind auch die Chancen auf Heilung“, sagt DEGUM-Experte Professor Dr. med. Christoph Sarrazin. Das Problem sei jedoch, dass die Erkrankung häufig spät entdeckt würde, da sie in einem frühen Stadium oft nur unspezifische, allgemeine Beschwerden verursache. „Insofern ist die Erkenntnis der amerikanischen Forscher sehr wertvoll für die Krebsdiagnostik“ so Sarrazin, Hepatologe am Leberzentrum Wiesbaden.

  • Mögliche Anzeichen eines Leberkarzinoms sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und eine unerklärliche Gewichtsabnahme. 
  • Auch ein Schwächegefühl, eine erhöhte Temperatur ohne erkennbare Ursache und eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen können auf ein Leberkarzinom hindeuten. 

Wer mehrere dieser Anzeichen wahrnehme, solle sich dringend untersuchen lassen, rät der Experte.

Bei der Diagnose des Leberkarzinoms ist die Ultraschalldiagnostik das Mittel der ersten Wahl.

„Mit der Sonografie des Bauchraumes können wir auch recht kleine Lebertumoren entdecken.

Der Einsatz von Kontrastmitteln kann dabei hilfreiche zusätzliche Informationen liefern“, sagt Sarrazin. Die Sonografie hat gegenüber anderen Verfahren wie der Computertomografie (CT) den Vorteil, dass sie strahlenfrei und somit besonders gesundheitsschonend durchgeführt werden kann. Zudem ist sie für den Patienten schmerzfrei.

  • Eine Herausforderung war bislang die frühe Diagnose des Leberkarzinoms, da die Tumoren im zirrhotisch veränderten Lebergewebe im Anfangsstadium häufig noch extrem klein, schlecht abgrenzbar und somit schwieriger zu finden sind. 

Hier gibt es nun Hoffnung: 

Laut Erkenntnissen von US-Forschern, die auf einer Metaanalyse aus 32 Studien beruhen, können die Karzinome auch in einem frühen Stadium gut entdeckt werden, wenn neben der modernen Ultraschalldiagnostik bei Risikopatienten auch ein spezieller Bluttest durchgeführt wird.

Dann würden 40 Prozent der Tumoren mehr frühzeitig erkannt.

„Bei diesen Tests wird das Blut der Patienten auf das sogenannte Alpha-Fetoprotein (AFP) hin untersucht.

Dieses Protein ist ein Eiweiß, das im Verdauungstrakt, in der Leber und im Dottersack eines Fötus gebildet wird“, sagt DEGUM-Experte Professor Dr. med. Andreas Schuler, Ärztlicher Direktor der Alb Fils Kliniken Göppingen-Geislingen.

„Bei gesunden, nicht schwangeren Erwachsenen ist der Protein-Wert normalerweise recht gering, bei Schwangeren, den meisten Leberkrebs-Patienten und Personen mit anderen Lebererkrankungen oder anderen Krebserkrankungen ist er hingegen erhöht.“ 

  • Ein solcher erhöhter Wert gibt Anlass zur besonders sorgfältigen und hochqualifizierten Ultraschalluntersuchung der Leber. 
  • Die Kombination der Methoden mit erhöhtem Wert und auffälligem Ultraschall seien deutliche Anzeichen für ein Leberkarzinom.

„Diese aktuellen Erkenntnisse zeigen wie relevant es bei der Diagnostik von Leberkrebs ist, die bewährte Sonografie des Bauchraumes mit Blutuntersuchungen zu kombinieren“, meint Schuler, ärztlicher Direktor der Alb Fils Klinik Geislingen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei die Qualität der Ultraschalldiagnostik. Nur mit qualifiziertem Wissen und Expertise in den Diagnostikverfahren könnten diese kompetent angewendet werden. Die DEGUM bietet Ärzten dafür entsprechende Aus- und Weiterbildungen an.

Risikofaktoren: Wie entsteht Leberkrebs? Wer ist besonders gefährdet?

Ein relevanter Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs ist eine Leberzirrhose, die auch als „Schrumpfleber“ bekannt ist. 

Dabei handelt es sich um eine schwere Leberschädigung, die häufig durch jahrelangen Alkoholmissbrauch entsteht.

Auch Personen, die an einer dauerhaften Leberentzündung – also an einer Hepatites-Erkrankung – leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko an einem Leberkarzinom zu erkranken.

Ein weiterer relevanter Faktor ist die Fettleber, die etwa durch erhöhten Alkoholkonsum, Diabetes mellitus und starkes Übergewicht entstehen kann.

Zudem können leberschädigende Substanzen in der Nahrung wie Aflaxion B 1 – ein spezielles Pilzgift -, erbliche bedingte Erkrankungen des Stoffwechsels – wie Hämochromatose oder Morbus Wilson -, die Einnahme von Sexualhormonen wie Anabolika und die berufliche Belastung mit chemischen Substanzen wie Pflanzenschutzmitteln die Entstehung der Krankheit begünstigen.

Weiterführende Informationen:

https://www.eurekalert.org/pub_releases/2018-02/usmc-btp020918.php

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

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Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)
Friederike Gehlenborg
Postfach 30 11 20
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Tel.: 0711 8931-295
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: gehlenborg@medizinkommunikation.org

Charlottenstr. 79/80
10117 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: geschaeftsstelle@degum.de

Marion Schapheer-Risse
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Fax: 030 20608888-9
E-Mail-Adresse: geschaeftsstelle@degum.de


 

Verträglichkeit von Magnetresonanz (MR)-Kontrastmitteln bei Kindern und Jugendlichen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Arthur-Schlossmann-Preis für UKJ-Kinderradiologin PD Dr. Diane Renz

Erstmals erhält eine Kinderradiologin die Auszeichnung der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie e.V. 
 
PD Dr. Diane Renz, Oberärztin an der Sektion Kinderradiologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ), wurde für ihre Forschungsarbeit zur Verträglichkeit von Magnetresonanz (MR)-Kontrastmitteln bei Kindern und Jugendlichen mit dem Arthur-Schlossmann-Preis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie e.V. ausgezeichnet. Sie ist die erste Kinderradiologin, die den mit 1.500 Euro dotierten Preis erhält. Der Preis würdigt jährlich besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin.
 PD Dr. Diane Renz, Oberärztin am Uniklinikum Jena, erhält als erste Kinderradiologin den Arthur-Schlossmann-Preis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und -chirurgie
PD Dr. Diane Renz, Oberärztin am Uniklinikum Jena, erhält als erste Kinderradiologin den Arthur-Schlossmann-Preis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und -chirurgie Foto: UKJ/Schroll

Kontrastmittel werden bei magnetresonanztomografischen Untersuchungen eingesetzt, um etwa die Durchblutung von entzündlichen Veränderungen oder Tumoren zu beurteilen.

  • Die aus der Substanz Gadolinium bestehenden MR-Kontrastmittel werden je nach ihrer chemischen Struktur in zwei Untertypen eingeteilt – die weniger stabilen linearen und die stabilen makrozyklischen Substanzen. 
  • „Für erwachsene Patienten wurde nachgewiesen, dass die linearen MR-Kontrastmittel zu einem Herauslösen des Gadoliniums führen können, die mögliche Ablagerungen der Substanz im Gehirn zur Folge haben können“, berichtet PD Dr. Renz.

Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Renz und Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Sektionsleiter der Kinderradiologie am UKJ, hat nun zum ersten Mal in einem Vergleich zwischen einem linearen und einem makrozyklischen MR-Kontrastmittel überprüft, ob sich Gadolinium bei Kindern und Jugendlichen im Gehirn ablagern kann. 

Die Studienergebnisse zeigen: 

Während das makrozyklische Kontrastmittel keine Veränderungen im Gehirn verursacht, scheint das linearkettig aufgebaute Kontrastmittel zu solchen Ablagerungen in tiefen Hirnkernen zu führen. 

„Dass derartige Ablagerungen Krankheitssymptome verursachen, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht belegt“, so PD Dr. Renz. 
  • Aufgrund ihrer geringeren Stabilität ruht die Zulassung der weniger stabilen linearen MR-Kontrastmittel für die Anwendungen seit ein paar Monaten in Deutschland. 

„Ähnlich wie bei erwachsenen Patienten müssen daher auch bei Kindern und Jugendlichen stabile makrozyklische Kontrastmittel eingesetzt werden, um Gadolinium-Ablagerungen zu vermeiden“, resümiert PD Dr. Renz. 

  • „Wir müssen demnach nicht komplett auf die Gabe von MR-Kontrastmitteln verzichten. 
  • Es ist jedoch wichtig, das richtige Kontrastmittel einzusetzen und die Indikationen sorgfältig zu prüfen.“

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PD Dr. med. Dipl. journ. Diane Renz
Oberärztin an der Sektion Kinderradiologie am Universitätsklinikum Jena
E-Mail: diane.renz@med.uni-jena.de

Anne Böttner/ UKJ
Bachstraße 18
07743 Jena
Deutschland
Thüringen


Dr. Uta von der Gönna
Telefon: 03641/ 93 42 93
Fax: 03641/ 93 30 13
E-Mail-Adresse: pr-dekanat@med.uni-jena.de




Originalpublikation:
Renz DM, et. al. Comparison of Unenhanced T1-Weighted Signal Intensities Within the Dentate Nucleus and the Globus Pallidus After Serial Applications of Gadopentetate Dimeglumine Versus Gadobutrol in a Pediatric Population. Invest Radiol. 2018, 53(2):119-127. doi: 10.1097/RLI.0000000000000419.

Chronischer und aktuter Herzprobleme: Herz-Bildgebung: Herz-SPECT-Gerät

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg

Neues Gerät am Universitätsklinikum Freiburg liefert hochauflösende Bilder des Herzens / Sicherheit und Komfort für die Patienten deutlich erhöht / Einsatz in der Diagnostik chronischer und akuter Herzprobleme 

Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden.
Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden. Universitätsklinikum Freiburg
 
Seit Kurzem setzt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg ein hochempfindliches Herz-SPECT-Gerät ein, wie es nur an wenigen Standorten in Deutschland verfügbar ist. 

In Baden-Württemberg ist es das erste Gerät seiner Art.

Damit lassen sich die Durchblutung und Kontraktion des Herzens deutlich schneller und präziser ermitteln. Eine Aufnahme dauert mit höchstens zehn Minuten weniger als halb so lange wie bei vergleichbaren Methoden. Das System soll zur Diagnose und Kontrolle chronischer Herzbeschwerden genutzt werden, ist aber aufgrund der schnell verfügbaren Ergebnisse auch bei neuen beziehungsweise akuten Beschwerden einsetzbar.

„Das neue Gerät verbessert die nicht-invasive Diagnostik von Patienten, bei denen Durchblutungsstörungen des Herzens vermutet werden oder bereits bekannt sind. Die Untersuchung ist signifikant schneller und bequemer und die Bildqualität wesentlich besser. Gleichzeitig können wir die benötigte Strahlendosis unter das Niveau der jährlichen natürlichen Strahlenexposition senken. Dadurch ist die Untersuchung mit dem neuen Gerät auch im Vergleich zu anderen Methoden wie Herzkatheter und Computertomografie schonender“, sagt Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Was ist eine Herz-SPECT-Untersuchung und wie funktioniert sie?

SPECT steht für „single-photon-emission computed tomography“ oder, im Deutschen, Einzelphotonentomographie.

  • Bei einer SPECT wird zunächst ein leicht radioaktiver Stoff in eine Armvene gespritzt, der sich schnell mit dem Blut im Körper verteilt. 
  • Je nach eingesetztem Stoff können bestimmte Körper- und Organfunktionen sichtbar gemacht werden. 

Mit der SPECT-Kamera wird die ausgesendete Strahlung erfasst und genutzt, um Schnittbilder zu erzeugen.

So lassen sich beispielsweise Knochen bei Tumorerkrankungen oder orthopädischen Problemen, Hirnfunktionen bei neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Erkrankung oder, im vorliegenden Fall, Durchblutungsstörungen des Herzens untersuchen.

Das am Universitätsklinikum Freiburg eingesetzte Gerät „Discovery NM 530c“ wurde für SPECT-Untersuchungen speziell des Herzen optimiert.

Das Gerät besitzt neunzehn unabhängige Kameras, die gleichzeitig aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen vom Herzen machen. 

Dank einer speziellen Halbleitertechnologie erfolgt dies deutlich sensitiver und schneller als mit konventionellen Systemen.

Zudem ist die Untersuchung in dem neuen, kompakteren System erheblich bequemer und auch für Patienten mit Platzangst problemlos möglich. 

Auch Umstände, unter denen andere Methoden nicht eingesetzt werden können, wie etwa Kontrastmittel-Allergie, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen oder Schrittmacher, stellen keine Hindernisse für das Verfahren dar.





Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen.
Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen. Universitätsklinikum Freiburg 

Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg


Wann wird ein Herz-SPECT gemacht?

Mit einem Herz-SPECT können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels in Ruhe und unter körperlicher oder medikamentöser Belastung erkannt werden. 

Sie wird ergänzend oder alternativ zu invasiven Methoden wie einer Herzkatheter-Untersuchung oder anderen bildgebenden Verfahren genutzt.

Bei der Untersuchung werden auch die Kontraktions-Abläufe des Herzens erfasst, was wichtige Aufschlüsse über die Pumpleistung des Herzens liefert.

Bei Bedarf kann auch die Nervenversorgung des Herzmuskels untersucht werden.

„Wir freuen uns, diese Diagnostik nun schnell und einfach in Freiburg zur Verfügung zu haben. Sie stellt einen diagnostischen Zugewinn und eine große Erleichterung für viele unserer Patienten dar“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen.

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Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer
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Telefon: 0761 270-39160
philipp.meyer@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Schoch-Waschow
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https://youtu.be/9ylJklTKznI Youtube-Video: Herzkrankheiten mit modernster SPECT-Bildgebung diagnostizieren

https://www.uniklinik-freiburg.de/nuklearmedizin.html Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg


CAVE: Augen - Rettungsstelle -KANZEL: Daclizumab-Therapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Multiple Sklerose: Mögliche schwere Nebenwirkungen einer Daclizumab-Therapie erkennen

Schwere Enzephalitiden und Meningoenzephalitiden können nach einer Daclizumab-Therapie auftreten und haben zur Marktrücknahme des Medikaments geführt. 

  • Da diese Nebenwirkungen auch noch Monate nach Absetzen entstehen können, müssen die Patienten langfristig gut beobachtet werden. 

Erkenntnisse aus sieben untersuchten Fällen aus dem KKNMS-Zentrum Göttingen sollen behandelnden Neurologen helfen, diese gefährlichen Erkrankungen zuverlässig zu erkennen. 


Auch über drei Monate nach Beendigung der Daclizumab-Therapie können schwere Enzephalitiden und Meningoenzephalitiden, d.h. Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute, auftreten. 

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen haben sieben der Fälle untersucht und weisen auf wichtige Symptome hin, die bei diesen Patienten auffällig waren:

„Alle ehemaligen Daclizumab-Patienten sollten auf diese Symptome hin beobachtet werden, um die potentiell tödlich verlaufenden Nebenwirkungen frühzeitig und zuverlässig zu erkennen“, so Prof. Dr. med. Wolfgang Brück, Vorstandsmitglied des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) und Direktor des Instituts für Neuropathologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Aufgrund der Erkenntnisse der uns bekannten Verläufe empfehlen wir behandelnden Neurologen Folgendes:

1) Auf systemische Symptome wie Fieber oder gastrointestinale Symptome achten,
welche zusätzlich zu Symptomen einer Meningo-/Enzephalitis auftreten.

2) Bei den betroffenen Patienten können Wesensänderungen auftreten.

3) Untersuchungen der eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut, da diese erhöht
sein können.

4) Bei MRT-Kontrollen sollte neben neuen Kontrastmittel-aufnehmenden Läsionen auf
eine meningeale Kontrastmittelaufnahme, eine Kontrastmittelaufnahme des
Ependyms, der Hirnnerven oder spinaler Nerven geachtet werden.
 

  • Auch Veränderungen, wie sie bei einer Vaskulitis gesehen werden, können
  • auftreten.

5) Im Liquor finden sich typischerweise eine erhöhte Zellzahl und ein deutlich erhöhtes
Gesamtprotein.

Warum derartige Verläufe nicht in den Zulassungsstudien beschrieben worden sind, ist unklar.

  • Möglicherweise wurden einzelne Fälle als schwerwiegende MS-Schübe verkannt. 

Erste Fachpublikationen zum Thema wurden eingereicht und werden demnächst veröffentlicht.

Sollten weitere auf Daclizumab zurückzuführende Nebenwirkungen auftreten, wären wir für Rückmeldungen dankbar.

Federführende Autoren:
Klinisches MS Zentrum der Universitätsmedizin Göttingen:
PD Dr. Imke Metz (Neuropathologie), Prof. Dr. Martin Weber (Neurologie).

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Prof. Dr. Wolfgang Brück und PD Dr. Imke Metz
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Tumorarten: Bilder von Blutgefäßen in Tumoren - Ergebnis der Chemotherapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Detailgetreue Bilder des Gefäßsystems von Tumoren

Eine neue Art der Auswertung von Ultraschallbildern macht es möglich, mit herkömmlichen Geräten hochauflösende Bilder von Blutgefäßen in Tumoren zu erzeugen. 
  • Damit lassen sich verschiedene Tumorarten besser unterscheiden, und man kann verfolgen, wie gut eine Chemotherapie anschlägt. 
Die neue Technik entwickelten die Teams von Prof. Dr. Georg Schmitz am Lehrstuhl für Medizintechnik der Ruhr-Universität Bochum und von Prof. Dr. Fabian Kiessling vom Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung der Uniklinik RWTH Aachen. Sie berichteten im Journal Nature Communications vom 18. April 2018. 
 
Mikrobläschen durch den Körper verfolgen

  • Die neue Technologie namens „Motion Model Ultrasound Localization Microscopy“ basiert auf kontrastmittelverstärkten Ultraschallaufnahmen. 

Dabei werden den Patienten als Kontrastmittel Mikrobläschen verabreicht: nur etwa einen Mikrometer kleine Gasblasen, die mit dem Blutstrom durch den Körper wandern. Im Ultraschallbild erscheinen sie als unförmige weiße Flecken. „Wenn man aber nun von jedem dieser Flecken den Mittelpunkt bestimmt, kann man auf den Aufenthaltsort einzelner Bläschen schließen“, erläutert Georg Schmitz.

Jedes Bläschen bekommt einen Namen

Mithilfe von Algorithmen, die aus der Radarortung stammen, ist es den Forscherteams gelungen, die Bewegung einzelner Mikrobläschen zu verfolgen. „Wir versuchen dabei, dem Computer beizubringen, was unsere Augen auch können, nämlich aus einer Folge von Bildern, auf denen ein Punkt jeweils an einem anderen Ort erscheint, seine Bewegung abzulesen“, so Schmitz. Dafür versahen die Forscher jedes einzelne Bläschen mit einer Bezeichnung. So konnten sie ihren Weg durch das Gefäßsystem verfolgen und sie dabei auszählen.

Auflösung weit über der des Bildes

Aus der Bewegung der Bläschen lassen sich dann feine Gefäßbahnen rekonstruieren. Auch die Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses können so erfasst werden. Die Auflösung der Bilder liegt weit über den Grenzen der Bildauflösung. Die Experten sprechen von Superresolution.

„Wir konnten in der Veröffentlichung zeigen, dass die Zusammenschau der morphologischen und funktionellen Parameter eine hervorragende Unterscheidung von Tumortypen erlaubt“, so Fabian Kiessling. In ihrer Arbeit testeten sie das Verfahren in drei Modellfällen auch an Menschen erfolgreich. In Kooperation mit Prof. Dr. Elmar Stickeler von der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin der Uniklinik RWTH Aachen gelang es, bei Patientinnen mit Brustkrebs die Reaktionen der Tumorgefäße auf Chemotherapien zuverlässig zu erfassen.

Wirkung von Therapie beobachten

„Das ist auch deswegen von großer Bedeutung, weil neue Therapieverfahren darauf zielen, das Tumorgefäßsystem gezielt zu beeinflussen, um eine stärkere Anreicherung von Medikamenten in den Tumoren zu erreichen und somit den Therapieeffekt zu verstärken“, so Fabian Kiessling. 
  • Zu diesen Verfahren gehört zum Beispiel die Sonoporation. Dabei werden Tumoren mit Ultraschall behandelt, um die Gefäßwände durchlässiger für Wirkstoffe zu machen.
„Der große Vorteil unseres Verfahrens liegt darin, dass es mit herkömmlichen Ultraschallgeräten funktioniert, die eine niedrige Bildwiederholrate von manchmal nur 15 Bildern pro Sekunde haben“, sagt Georg Schmitz. Die Forscherteams haben bereits ein Anschlussprojekt beantragt, in dem sie breitere klinische Studien mit dem Verfahren durchführen wollen.

Förderung

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert (SCHM1171/4-1, KI1072/11-1)

Originalveröffentlichung

Tatjana Opacic, Stefanie Dencks et al: Motion model ultrasound localization microscopy for preclinical and clinical multiparametric tumor characterization, in: Nature Communications, 2018, DOI: 10.1038/s41467-018-03973-8, https://www.nature.com/articles/s41467-018-03973-8

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Lehrstuhl für Medizintechnik
Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Ruhr-Universität Bochum
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E-Mail: georg.schmitz@rub.de

Prof. Dr. Fabian Kiessling
Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung
Uniklinik RWTH Aachen
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https://www.nature.com/articles/s41467-018-03973-8 - Originalveröffentlichung

Diagnostik von Brustkrebs: Vermeidung von Kontrollbiopsien

Medizin am Abend Berlin Fazit: Brustkrebs: Wie bildgebende Verfahren unnötige Biopsien vermeiden können

Die Diagnostik von Brustkrebs zu verbessern ist das erklärte Ziel eines Forscherteams vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
Die Wissenschaftler kombinieren eine Weiterentwicklung der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomografie mit intelligenten Bildanalyseverfahren, um bösartige Veränderungen im Gewebe aufzuspüren. 
Diese Methode könnte künftig viele Kontrollbiopsien nach einem auffälligen Mammographie-Befund ersparen, wie die Wissenschaftler in einer von der Dietmar Hopp-Stiftung geförderten Studie belegen. 

Das verspricht eine gravierende Verbesserung für die Diagnose von Brustkrebs.
 http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Abbildung_maligne.jpg
Quelle: Bickelhaupt/DKFZ
 
Die Mammographie zählt zu den wichtigsten Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Private Krankenversicherung  

Sie kann Veränderungen im Gewebe sichtbar machen. Daher unterziehen sich jedes Jahr rund 2,8 Millionen Frauen in Deutschland im Rahmen eines Mammographie-Screenings dieser speziellen Röntgenuntersuchung der Brust.

Doch die Ergebnisse sind nicht immer einfach zu interpretieren. Etwa jede zwanzigste Frau, die am Screening teilnimmt, muss deshalb mit einem auffälligen Befund rechnen. Erhärtet sich daraufhin der Verdacht, schlagen Ärzte in der Regel vor, eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen.

  • „Das betrifft jährlich fast knapp 35.000 Frauen, doch nur bei rund der Hälfte von ihnen findet sich tatsächlich ein bösartiger Tumor“, sagt Sebastian Bickelhaupt vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
Der Radiologe hat sich daher gemeinsam mit seinen Kollegen daran gemacht, die diffusionsgewichtete Magnetresonanz-Tomografie (MRT) für die Untersuchung der weiblichen Brust zu optimieren und mit intelligenten computerbasierten Bildanalyseverfahren zu verbinden.

Mit der diffusionsgewichteten MRT lässt sich die Bewegung der Wassermoleküle im Gewebe sichtbar machen und mit Hilfe eines Computeralgorithmus beobachten. Bösartige Tumoren verändern die Gewebestruktur, was sich auf die Bewegungsmuster der Wassermoleküle auswirkt. 
 
Dieser Zusammenhang wiederum könnte sich für die Früherkennung von Brustkrebs nutzen lassen – ohne Gewebeproben entnehmen zu müssen, und ohne den Körper mit Kontrastmitteln zu belasten.

„Ziel ist es, einen besseren nicht-invasiven Einblick in das Körpergewebe zu erlangen und damit den Radiologen neben den weiterhin wichtigen Standardverfahren zusätzliche Gewebeinformationen für die klinische Beurteilung zur Verfügung zu stellen“, erklärt Sebastian Bickelhaupt.

Jetzt belegen die DKFZ-Wissenschaftler in einer von der Dietmar-Hopp-Stiftung geförderten Studie, dass die optimierte diffusionsgewichtete MRT in Kombination mit intelligenten Bildanalyseverfahren tatsächlich zuverlässige Aussagen über bösartige Veränderungen in der Brust erlaubt.

Dazu untersuchten sie insgesamt 222 Frauen, die sich nach einem auffälligen Mammographiebefund einer Biopsie unterziehen sollten. Bevor die Gewebeprobe genommen wurde, analysierten die Forscher das Brustgewebe der Studienteilnehmerinnen mit ihrer neu entwickelten Methode.

Das vielversprechende Ergebnis: Die Zahl der falsch positiven Befunde ließ sich in der Studiengruppe um 70 Prozent reduzieren. Tatsächlich vorhandene bösartige Veränderungen konnten die Wissenschaftler in 60 von 61 Fällen erkennen. 

Das entspricht einer Trefferquote von 98 Prozent und ist vergleichbar mit der Zuverlässigkeit von MRT-Methoden, bei denen Kontrastmittel zum Einsatz kommen.

„Wir werten die Aufnahmen mit Hilfe einer von uns entwickelten, intelligenten Software aus“, erklärt der Informatiker Paul Jäger, der sich mit Bickelhaupt die Erstautorschaft der Studie teilt. „Das macht die Methode weitgehend unabhängig von der Interpretation durch einzelne Ärzte.“ Auf diese Weise lässt sich gewährleisten, dass die Methode an verschiedenen Studienzentren gleichermaßen zuverlässige Ergebnisse erzielt.

In einem nächsten Schritt muss sich die Methode in größeren multizentrischen Studien bewähren, bevor sie routinemäßig in der Klinik Anwendung finden kann. Die Wissenschaftler bauen derzeit die dafür notwendigen Kooperationen auf. „Wenn sich unser Ergebnis in zukünftigen Studien bestätigt, haben wir ein zusätzliches Diagnoseinstrument zur Verfügung, mit dem sich die Früherkennung von Brustkrebs weiter verbessern lässt“, hofft Bickelhaupt.

Sebastian Bickelhaupt, Paul Jaeger, Frederik Bernd Laun, Wolfgang Lederer, Heidi Daniel, Tristan Anselm Kuder, Lorenz Wuesthof, Daniel Paech, David Bonekamp, Alexander Radbruch, Stefan Delorme, Heinz-Peter Schlemmer, Franziska Steudle, Klaus H. Maier-Hein: Radiomics Based on Adapted Diffusion Kurtosis Imaging Helps to Clarify Most Mammographic Findings Suspected of Being Cancer. Radiology, 2018, DOI:10.1148/radiol.2017170723

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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Dr. Sibylle Kohlstädt
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http://www.uke.de Kardio-MRT CAVE 2018: Augenscheinlich gesunde Sportler mit Vernarbungen am Herzmuskel

Medizin am Abend Berlin Fazit: UKE-Studie mit Triathleten: Intensiver Ausdauersport kann Männerherzen schädigen

Athleten, aufgepasst: 

Zu intensiver Sport kann ungesund sein! 

Wie eine Forschergruppe des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Wissenschaftsmagazin JACC: Cardiovascular Imaging berichtet, riskieren männliche Triathleten möglicherweise ihre Herzgesundheit, wenn sie sich im Wettkampf zu stark belasten. Bei weiblichen Triathleten konnten die Forscher derartige negative Effekte nicht feststellen.  
  • „Wir haben Hinweise, dass die ausschließlich bei männlichen Studienteilnehmern beobachteten Vernarbungen des Herzmuskels mit dem Wettkampfpensum zu tun haben. 
  • Je größer die Belastung, je länger die im Wettkampf absolvierten Distanzen, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Schädigungen des Herzmuskels“, erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Gunnar Lund von der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des UKE.
  • „Es gibt wahrscheinlich eine persönliche Belastungsgrenze.
  • Wird sie überschritten, kann das Herz Schaden nehmen.“
Augenscheinlich gesunde Sportler mit Vernarbungen am Herzmuskel

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie untersuchte das UKE-Team 54 männliche und 29 weibliche Triathleten – allesamt ambitionierte und gesunde Freizeitsportler, die mindestens zehn Stunden in der Woche trainieren und durchschnittlich 43 Jahre (plus/minus zehn Jahre) alt sind. Die Mediziner untersuchten die Triathleten nach Gabe von Kontrastmittel mit der Kardio-Magnetresonanztomografie (MRT). Das Ergebnis: Kontrastmittelansammlungen fanden sich im Muskel der linken Herzkammer bei zehn männlichen Teilnehmern, die zuvor längere Strecken schwimmend und/oder auf dem Fahrrad bewältigt hatten. „Das Kontrastmittel zeigt Vernarbungen des Herzmuskels an, so genannte myokardiale Fibrosen, die mit dem Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen assoziiert sein können“, erklärt Prof. Lund.

Eine bestehende und zuvor nicht erkannte Herzmuskelentzündung kann eine mögliche Ursache für die festgestellten Vernarbungen sein: 
  • „In der Normalbevölkerung kommt eine Herzmuskelentzündung mit einer Häufigkeit von drei bis vier Prozent vor. 
Bei unseren männlichen Studienteilnehmern sind dagegen 17 Prozent betroffen, so dass noch andere Ursachen vorliegen müssen.“ 

Denkbar ist eine Überlastung des Herzens durch zu viel Sport an der Leistungsgrenze. 

Die Betroffenen hatten eine erhöhte Herzmuskelmasse und zum Teil einen zu hohen Blutdruck unter Belastung, was möglicherweise die Herzmuskelschädigung begünstigt hat. 

Prof. Lund: „Ähnlich einem schlecht eingestellten Motor, der dauerhaft auf zu hohen Touren läuft, kann sich so das Herz auf Dauer selbst schädigen.“ 

Außerdem könnte das männliche Hormon Testosteron noch eine Rolle spielen. 

  • „Das würde erklären, warum wir bei Frauen keine fibrotischen Veränderungen des Herzmuskels gefunden haben. 
Aber vielleicht sind Frauen auch aus einem anderen Grund von Natur aus besser geschützt – oder sie sind einfach cleverer und verausgaben sich nicht so sehr wie die Männer.“

Freizeitsportler müssen sich dem Arzt zufolge aber keine Sorgen machen: 

„Auf einem moderaten Niveau ist Sport zweifellos gesund und lebensverlängernd.“ 

Wer sich stark bis sehr stark belastet, sollte sich jedoch mindestens einmal das Herz untersuchen lassen, so Prof. Lund. 

„Am besten mit einem Kardio-MRT wie wir es eingesetzt haben. 

  • Das ist die einzige Technik, mit der man die Vernarbungen der Herzmuskulatur bei Sportlern nachweisen kann. 

Eine Ultraschalluntersuchung oder ein EKG genügen dafür nicht.“

Literatur:
Tahir, E. et al Myocardial Fibrosis in Competitive Triathletes Detected by Contrast-Enhanced CMR Correlates With Exercise-Induced Hypertension and Competition History. JACC: Cardiovascular Imag-ing, 2017. DOI: 10.1016/j.jcmg.2017.09.016

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MRT - Magnetresonanztomografie (MRT) Kontrastmittel

Medizin am Abend Berlin Fazit: MRT-Kontrastmittel: Neue Studie spricht für Sicherheit

Untersuchungen bei Kindern mit Magnetresonanztomografie und Kontrastmittel sind in einigen Situationen unumgänglich. 

Umso wichtiger ist, dass das eingesetzte Kontrastmittel möglichst gut verträglich ist. 

In einer Untersuchung zum Einsatz von makrozyklischem Gadolinium bei Kindern fanden Kinderradiologen aus Düsseldorf keine Anzeichen für Ablagerungen des MRT-Kontrastmittels im Nervensystem.
In einer Untersuchung zum Einsatz von makrozyklischem Gadolinium bei Kindern fanden Kinderradiologen aus Düsseldorf keine Anzeichen für Ablagerungen des MRT-Kontrastmittels im Nervensystem.
In einer Untersuchung zum Einsatz von makrozyklischem Gadolinium bei Kindern fanden Kinderradiologen aus Düsseldorf keine Anzeichen für Ablagerungen des MRT-Kontrastmittels im Nervensystem.
Dr. Dirk Klee
 
Für viele radiologische Untersuchungen ist es erforderlich, den Patienten Kontrastmittel zu geben. Sie erlauben es, bestimmte Arten von Untersuchungen durchzuführen, die ohne Kontrastmittel nicht möglich wären. Kontrastmittel tragen dazu bei, dass sich die interessierenden Strukturen besser abgrenzen lassen. Das ist zum Beispiel bei der Krebsdiagnostik sehr wichtig. 


Bei dem in der Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzten Kontrastmittel Gadolinium ist es in letzter Zeit zu Diskussionen über die Sicherheit gekommen. Gadoliniumhaltiges Kontrastmittel gibt es in zwei unterschiedlichen chemischen Verbindungen.

Im einen Fall ist Gadolinium linear gebunden, im anderen Fall ist es eingebettet in so genannte makrozyklische Moleküle.

Klinische Relevanz der Gadolinium-Ablagerung ist bisher unklar

„Gadolinium lagert sich in einigen Geweben ab und verbleibt dort eventuell dauerhaft“, erläutert der Kinderradiologe Dr. Dirk Klee von der Universitätsklinik Düsseldorf, der seine Erkenntnisse beim 98. Deutschen Röntgenkongress / 8. Gemeinsamen Kongress der DRG und ÖRG (24.-27. Mai 2017, Leipzig) vorstellte. .

Nachgewiesen wurden solche Ablagerungen in den letzten Jahren im Nervengewebe von Patienten, die wiederholt MRT-Untersuchungen mit linearen MRT-Kontrastmitteln erhalten haben. 
  • Makrozyklisch gebundenes Gadolinium scheint sich nicht abzulagern. 
„Es gibt bisher keinerlei Hinweis darauf, dass die Ablagerung gadoliniumhaltiger Kontrastmittel im Nervengewebe irgendwelche negativen klinischen Konsequenzen für die Betroffenen nach sich zieht“, betont Klee. „Dennoch können wir das auch nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen“.

Deshalb ist es wichtig, die Problematik im Auge zu behalten.

Die Deutsche Röntgengesellschaft hat eine eigene Task Force ins Leben gerufen, die sich mit gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln beschäftigt. Und wissenschaftlich tätige Radiologen bemühen sich intensiv, die Datenlage zur Ablagerung von Gadolinium-Kontrastmittel im Körper zu verbessern. Besonders schwierig sind solche Studien bei Kindern: Zum einen gibt es nur wenige Kinder, die wiederholt MRT-Kontrastmittel erhalten. Zum anderen ändert sich die Signalintensität des Nervengewebes im Laufe der Kindheit, sodass es schwierig ist, mögliche Ablagerungen – die per MRT sichtbar gemacht werden – von einem Normalbefund zu unterscheiden.

Makrozyklisches MRT-Kontrastmittel: Kein Hinweis auf Ablagerung

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit unter Klees Leitung hat die Medizinstudentin Christin Rademacher jetzt eine der ersten, systematischen Untersuchungen zur Ablagerung von MRT-Kontrastmitteln bei Kindern durchgeführt. Die Arbeit wurde bereits von der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie mit dem Wissenschaftspreis 2016 ausgezeichnet. Rademacher identifizierte aus über 8000 Kopf-MRT-Untersuchungen 24 Kinder, die mindestens neun Mal eine Kopf-MRT mit makrozyklischem gadoliniumhaltigem Kontrastmittel erhalten haben. Im Mittel wurden 14 Untersuchungen durchgeführt.

Um reifungsbedingte Veränderungen im Gehirn auszugleichen, wurde jedem Kind eine gleich alte Vergleichsperson mit unauffälligem Kopf-MRT ohne Kontrastmittelgabe zugeordnet. Dann wurden die Signalintensitäten verglichen.

„Wir fanden in zwei für die Ablagerungen relevanten Regionen des Gehirns, dem Globus pallidus und dem Nucleus dentatus, keine höhere Signalintensität im Vergleich zur Kontrollgruppe. Und es gab auch keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der MRT-Untersuchungen und der Signalintensität“, fasst Klee die Ergebnisse zusammen.

Der Radiologe interpretiert die Daten als Hinweis darauf, dass sich makrozyklische gadoliniumhaltige Kontrastmittel nicht in größerem Umfang im Nervengewebe von Kindern ablagern, und dass sie auch bei wiederholter Gabe sicher sind. 
  • Ob makrozyklische Kontrastmittel gegenüber linearen Kontrastmitteln bevorzugt werden sollten, wird diskutiert. 
In den USA hat sich das National Institutes of Health und in Europa der Pharmakovigilanz-Ausschuss (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee / PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA dafür ausgesprochen. 

Eine abschließende, gesetzlich bindende Entscheidung steht noch aus. 
  • „In jedem Fall sollte die Indikation für eine Kontrastmittelgabe bei Kindern streng gestellt werden. 
Wenn Kontrastmittel für die Diagnose notwendig sind, sollten sie auch angewendet werden“, fordert Klee.

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360° TOP-Hinweis: Klinikaufenthalt ohne Komplikationen - Blutzuckerwerte

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Diabetespatienten den Klinikaufenthalt ohne Komplikationen überstehen

Drei von zehn Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden, haben erhöhte Blutzuckerwerte, häufig ohne es zu wissen. 

Ein Diabetes mellitus gefährdet jedoch die Genesung, wenn er nicht erkannt oder nicht richtig mitbehandelt wird. 
  • Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt deshalb in einem Positionspapier eine Reihe von Empfehlungen, die Ärzte bei der stationären Betreuung von Diabetespatienten unterstützen sollen. 

Ziel ist die Vermeidung von schweren Komplikationen, Medikationsfehlern und verlängerten Liegezeiten. 
 
Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel, aber auch eine zunehmende Lebenserwartung führen dazu, dass immer mehr Menschen in Deutschland an Diabetes leiden. „Derzeit nimmt die Zahl der Menschen mit Diabetes in Deutschland jährlich um 300.000 zu“, berichtet Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, DDG Präsident und Mitautor des Positionspapiers.

Betroffen sind meist ältere und kranke Menschen.

Dies erklärt den hohen Anteil von Krankenhauspatienten mit Diabetes, der derzeit bei dreißig Prozent liegt. 

Davon kommen aber die wenigsten wegen ihres Diabetes zur Behandlung in die Klinik.

„Der Diabetes ist in der Regel dann eine Nebendiagnose, im Vordergrund stehen Eingriffe etwa an Hüfte oder Herz“, sagt Gallwitz. 

Dennoch ist der Diabetes aber immer auch ein Warnhinweis, da die Behandlung von Menschen mit Diabetes im Krankenhaus häufig Probleme aufwirft – vor allem wenn eine Operation ansteht.

So kommt es bei Diabetespatienten nach Operationen häufig zu Komplikationen. 

„Die Wundheilung ist verzögert, die Gefahr von Infektionen steigt“, erläutert Gallwitz. 
Bei vielen Diabetespatienten sind Herz und Nieren vorgeschädigt, das Risiko von Durchblutungsstörungen und Thrombosen damit erhöht. Zugleich wird die Dosierung von Medikamenten unter der Narkose erschwert. „Insgesamt haben Diabetespatienten ein um fünfzig Prozent erhöhtes Risiko, an den Folgen einer Operation zu sterben“, betont DDG Präsident Gallwitz.

Auch die Diagnostik- und Operations-bedingten Nahrungspausen können zu Problemen führen.

Der Körper greift in dieser Situation auf Reserven zurück, und es kommt zur Freisetzung von Hormonen, die den Blutzucker ansteigen lassen.

Bei Diabetespatienten fällt diese Reaktion häufig extrem aus.

„Sehr viel hängt dann von der richtigen Dosierung der blutzuckersenkenden Medikamente ab“, erläutert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel vom St. Josefskrankenhaus Heidelberg.

Eine zu hohe Dosis könne rasch zur Hypoglykämie führen, einer lebensgefährlichen Unterzuckerung.

„Fehler bei der Dosierung von Insulin sind häufig“, erklärt Siegel.

„Insulin gehört zu den Top-5-Hochrisiko-Medikamenten bei stationären Patienten“, fügt der Mitautor des Positionspapiers hinzu. Ein Drittel aller Medikationsfehler mit Todesfolge innerhalb von 48 Stunden sind auf eine fehlerhafte Insulinverabreichung zurückzuführen.
  • In ihren neuen Empfehlungen gibt die DDG daher genaue Anweisungen zur Insulinbehandlung vor und nach Operationen. 

Die Ärzte erfahren, welche Medikamente sicher und welche Wirkstoffe riskant sind.

„Metformin beispielsweise, der am häufigsten eingesetzte Blutzucker-Senker beim Typ-2-Diabetes, sollte 48 Stunden vor einem Eingriff abgesetzt werden“, erläutert Siegel. Diese Karenzzeit gilt auch für Kontrastmittel-Untersuchungen, die sonst die Niere schädigen könnten. Grund: Metformin wird über die Nieren ausgeschieden, und bei einem zu hohen Anstieg der Blutkonzentration kann es – allerdings in sehr seltenen Fällen – zur Laktatazidose kommen, einer lebensgefährlichen Übersäuerung des Blutes.

Die DDG rät, nach Möglichkeit auf eine Narkose zu verzichten und die Operation unter Regionalanästhesie durchzuführen. 

„Wenn möglich, sollte ein Facharzt den Blutzucker in den Wochen vor der Operation einstellen“, so Gallwitz.

Ist die Stoffwechselsituation ungünstig – etwa wenn der Langzeitblutzuckerwert HbA1c auf über 8,5 Prozent gestiegen ist – muss eine Verschiebung des Eingriffs erwogen werden. 

Jede Stoffwechsel-Optimierung erhöht die Chancen, dass die Patienten den Operationsstress gut überstehen und frühzeitig nach Hause entlassen werden können.

Das „Positionspapier der DDG zur Therapie des Diabetes mellitus im Krankenhaus“ umfasst 102 Seiten. Ärzte und interessierte Laien können es auf der Homepage der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) kostenlos als PDF herunterladen.

Weiterführender Link

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Therapie des Diabetes im KH


 
Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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DDG
Kerstin Ullrich
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Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
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Albrechtstraße 9, 10117 Berlin
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360° TOP-Einladung: Studienteilnehmer ohne Zahnbeschwerden gesucht

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wissenschaftler der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg untersuchen Früherkennung von Zahnerkrankungen mittels Kernspintomographie 

 
Für eine Studie der Abteilung Neuroradiologie, Neurologische Universitätsklinik Heidelberg, werden ab sofort Frauen und Männer im Alter von 30 bis 70 Jahren gesucht, die gesunde Zähne oder aktuell keine Zahnbeschwerden haben.

Die Probanden sollten bereit sein, sich einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes unter Einsatz eines gut verträglichen Kontrastmittels zu unterziehen.

Zuvor wird die Mundgesundheit in einer zahnärztlichen Routineuntersuchung überprüft.

  • Wer an beiden Untersuchungen teilnimmt, erhält eine Aufwandentschädigung von 50 Euro. Für die Zahnuntersuchung gibt es auf Wunsch einen Stempel in das Bonusheft der Krankenkasse.

  • Die MRT ist ein Bildgebungsverfahren ohne Belastung durch Röntgenstrahlen, das dazu genutzt werden könnte, Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen. 

So wäre eine Behandlung möglich, bevor irreparable Schäden entstehen.

Im Rahmen der Studie sollen nun u. a. Bilddaten zahngesunder Probanden gewonnen werden, um gesunde und im frühen Stadium erkrankte Zähne präzise unterscheiden bzw. Auffälligkeiten im MRT-Bild besser einschätzen zu können.

Die Studienteilnehmer sollten keine Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) und keinen aktuell behandlungsbedürftigen Karies haben. 

Füllungen oder bisher unbemerkter Karies im Anfangsstadium, sogenannter Initialkaries, der keine Beschwerden verursacht, stellen kein Problem dar.

Implantate, kieferorthopädische Zahnstabilisatoren (Retainer) oder Zahnspangen schließen von der Studienteilnahme aus.

Wer sich nicht sicher ist, ob er für die Studie in Frage kommt, kann gerne einen Termin zur Zahnkontrolle vereinbaren.


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E-Mail: dental.mrt@gmail.com
Dr. med. Alexander Heil
Abteilung für Neuroradiologie
Neurologische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221/5634732
Constanze Jelinek
Tel.: 0176/23491408
Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de