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Prof. Dr. Scheele + Dr. Jana Lieberz: Bindungshormon Oxytocin - Kuschelhormon

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Kann Oxytocin gegen Einsamkeit helfen? Studie des Universitätsklinikums Bonn liefert neue Erkenntnisse

Einsamkeit ist keine Krankheit. 

  • Und dennoch stellt sie ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Depression, Herzerkrankungen oder Demenz - wer dauerhaft einsam ist, hat ein höheres Risiko krank zu werden. 

Wie man gezielt gegen Einsamkeit vorgehen könnte, hat das Team um Dr. Jana Lieberz vom Universitätsklinikum Bonn (UKB), die auch an der Universität Bonn forscht, und Prof. Dr. Dirk Scheele (Ruhr-Universität Bochum) untersucht.

In einer kontrollierten Studie, an der die Universitäten Oldenburg, Bochum, Freiburg und Haifa (Israel) ebenfalls beteiligt waren, haben 78 Frauen und Männer, die sich einsam fühlen, das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin als Nasenspray erhalten. 

Seniorautorin der Studie zu Effekten von Oxytocin konnte zusammen mit einem internationalen Team zeigen, dass das „Kuschelhormon“ kurzfristig das Einsamkeitsgefühl verringern kann, was für psychotherapeutische Interventionen vorteilhaft sein würde. Seniorautorin der Studie zu Effekten von Oxytocin konnte zusammen mit einem internationalen Team zeigen, dass das „Kuschelhormon“ kurzfristig das Einsamkeitsgefühl verringern kann, was für psychotherapeutische Interventionen vorteilhaft sein würde. Universitätsklinikum Bonn

  • Einsamkeit, ein negatives Gefühl, das auftritt, wenn die eigenen sozialen Beziehungen quantitativ oder qualitativ als nicht ausreichend wahrgenommen werden, kennt vermutlich jeder. 
  • Bleibt es jedoch bestehen, kann es mit vielen psychischen, aber auch physischen Erkrankungen einhergehen. 
  • Trotzdem mangelt es bisher an effektiven Interventionen, um chronische Einsamkeit bei Betroffenen zu verringern.

Ob das Bindungshormon Oxytocin helfen könnte, die Effektivität einer Gruppentherapie gegen Einsamkeit zu stärken, haben die Seniorautoren Dr. Jana Lieberz und Prof. Dr. Scheele zusammen mit Erstautor Ruben Berger (UKB) jetzt in einer aktuellen Studie untersucht.

Die Effekte, die die Forscherinnen und Forscher dabei beobachtet haben, könnten zukünftig helfen, die Einsamkeit und die möglichen schwerwiegenden Folgen abzumildern.

In der Proof-of-Concept-Studie haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer fünf wöchentliche Gruppentherapiesitzungen durchlaufen, die durch die Gabe von Oxytocin in Form eines Nasensprays ergänzt wurden. Eine Kontrollgruppe erhielt ein Placebo-Präparat. Die Wahrnehmung des eigenen Einsamkeitsgefühls wurde zu Beginn der Studie, nach dem Durchlaufen aller Termine und noch einmal zu zwei Nachbeobachtungszeitpunkten (drei Wochen und drei Monate) von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewertet. Zusätzlich wurden akute Einsamkeitsgefühle, das Stresslevel, die Lebensqualität sowie die therapeutische Beziehung bei jeder Sitzung bewertet.

Die Seniorautorin der Studie Dr. Lieberz resümiert: „Die psychologische Intervention war in allen Behandlungsgruppen mit einer verringerten Stresswahrnehmung und einer Verbesserung der generellen Einsamkeit verbunden, was auch bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten noch sichtbar war.“ Zwar hatte Oxytocin keinen signifikanten Einfluss auf die generell empfundene Einsamkeit, die Lebensqualität oder den wahrgenommenen Stress.  

Im Vergleich zu Placebo berichteten die Teilnehmenden, die Oxytocin erhalten hatten, jedoch ein verringertes akutes Gefühl der Einsamkeit nach den Sitzungen. Zusätzlich verbesserte die Oxytocin-Gabe die positive Bindung zwischen den Gruppenmitgliedern.

  • „Das ist eine sehr wichtige Beobachtung, die wir gemacht haben – Oxytocin konnte die positive Beziehung zu den anderen Gruppenmitgliedern stärken und von Beginn an die akuten Einsamkeitsgefühle reduzieren. 

Es könnte daher hilfreich sein, Patientinnen und Patienten zu Beginn einer Psychotherapie damit zu unterstützen. 

Denn wir wissen, dass sich Patientinnen und Patienten anfangs – sobald Probleme benannt werden – auch erst einmal schlechter als vor Beginn einer Therapie fühlen können. 

Durch die beobachteten Effekte der Oxytocin-Gabe könnten Betroffene wiederum besser am Ball bleiben und weitermachen“, erläutert Dr. Lieberz. 

Dabei betont die Psychologin, dass Oxytocin nicht als Allheilmittel gesehen werden dürfe – und es zur Verringerung von Einsamkeit auch keinesfalls immer einer Therapie bedarf.

Zwar konnten in der Studie keine langfristigen Effekte durch die Oxytocin-Gabe beobachtet werden, dennoch deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass mithilfe von Oxytocin positive Effekte bei Interventionen erzielt werden. 

Weitere Studien sind jetzt erforderlich, um optimale Interventionsdesigns zu ermitteln, sodass die beobachteten akuten Auswirkungen von Oxytocin in langfristige Vorteile umgesetzt werden können.

Die Studie wurde von der German-Israel Foundation for Scientific Research and Development (Deutsch-israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung) gefördert; Dirk Scheele und René Hurlemann wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. 

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Daria Siverina

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Originalpublikation:

Publikation: Oxytocin-augmented modular-based group intervention for loneliness: A proof-of-concept randomized-controlled trial; Ruben Berger, Rene Hurlemann, Simone G. Shamay-Tsoory, Alisa Kantermann, Maura Brauser, Jessica Gorni, Maike Luhmann, Elisabeth Schramm, Johannes Schultz, Alexandra Philipsen, Jana Lieberz, Dirk Scheele; Psychother Psychosom 2024; https://doi.org/10.1159/000538752

Untersucher-CAVE von Mareike Vetter: Für Schwangere und Ihre Familien

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Coronavirus: Bei Verdacht kein Lachgas unter der Geburt für Schwangere

 Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19

 

  • Wird eine Coronavirus-Infektion bei Schwangeren vermutet oder gar bestätigt, gelten besondere Regeln. 
Ausdrücklich abgeraten wird von Lachgas unter der Geburt, da es die Ausbreitung des Virus gegebenenfalls erhöhen kann. 

Aktuelle Hinweise für schwangere Frauen und ihre Familien hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) vereint im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) veröffentlicht.

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: RKI - Fachinformationen 
 
FAQ für schwangere Frauen und ihre Familien

Bin ich als Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter als andere Frauen?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist.  

Schwerwiegendere Symptome wie Lungenentzündung scheinen bei älteren Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Langzeiterkrankungen häufiger zu sein.

  • Wenn eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Herz- oder Lungenerkrankung vorliegt, könnten eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion wie bei der Coronavirusinfektion eintreten.
Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf mein Baby, wenn bei mir eine Infektion diagnostiziert wird?

Da es sich um ein sehr neues Virus handelt, fangen wir gerade erst an, etwas darüber zu lernen.

  • Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. 
  • Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann (dies wird als vertikale Übertragung bezeichnet). 

Es wird daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Fetus zu Anomalien führt. 

Bislang wurde international nur über 20 Schwangerschaften berichtet, alle fanden in China statt. In keinem Fall war ein Neugeborenes infiziert. Es wurden keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind berichtet.


Was kann ich tun, um mein Risiko, am Coronavirus zu erkranken, zu verringern?


Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Hände regelmäßig und effektiv waschen, sobald Sie von öffentlichen Orten nach Hause oder an den Arbeitsplatz kommen. Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit allen Personen, auch der Familie, wenn die Symptome einer Erkältungskrankheit oder Fieber aufweisen. Hier finden Sie nützliche Tipps, wie Sie das Infektionsrisiko am besten reduzieren können:


https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
 

https://www.infektionsschutz.de/cv/
 

https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/

Welche Reisehinweise gelten, wenn ich schwanger bin?

Prinzipiell gilt, dass Sie zur Vermeidung einer Übertragung Abstand zu Mitreisenden halten sollten – im Alltag, als auch unterwegs in Bahnen, Bussen etc.. Wenn Sie sich in Deutschland befinden, sollten Sie den Ratschlägen des Bundesministeriums für Gesundheit folgen (www.bundesgesundheitsministerium.de), die regelmäßig entsprechend der sich entwickelnden Situation gemeinsam mit weiteren Bundesministerien und dem RKI aktualisiert werden. Alle Personen, einschließlich schwangerer Frauen, sollten vor Reiseantritt sicherstellen, dass sie über angemessene Versicherungsvereinbarungen verfügen. 

Sie sollten auch überprüfen, ob Ihre Reiseversicherung die Geburt und Betreuung Ihres Neugeborenen abdeckt, für den Fall, dass Sie im Ausland gebären sollten.

Bezogen auf das Ausland ist das Reiserisiko für Schwangere nicht höher ist als für andere Reisende. Beachten Sie bitte die Seite des Auswärtigen Amts mit Reisewarnungen für bestimmte Gebiete (www.auswaertiges-amt.de).

Was gilt, wenn Sie engen Kontakt zu Personen hatten, die auf COVID-19 positiv getestet wurden?
  • Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. 
  • Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet. 

Wenden Sie sich telefonisch an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt. 

Durch diese/n werden Sie über alle weiteren Maßnahmen aufgeklärt. Wenden Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch an Ihr zuständiges Gesundheitsamt (dieses können Sie hier ermitteln: https://tools.rki.de/plztool/), oder rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117. Aktuell sind noch keine Behandlungsmöglichkeiten oder Impfungen bekannt. Die Diagnose wird mit einem Abstrichbefund aus dem Mund- und Rachenbereich gestellt.

Was soll ich tun, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Wenn Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sollten Sie sich telefonisch an Ihre/n Frauenärztin/-arzt wenden, um auf Ihre Diagnose aufmerksam zu machen.

Wenn Sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder weiteren Personen im Haushalt vorliegen (z. B. relevante chronische Grunderkrankungen), können Sie sich unter Betreuung durch einen behandelnden Arzt zu Hause zu erholen. Wenn Sie schwerere Symptome haben, werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.

Wann sollten Sie isoliert werden?

Eine Isolation wird empfohlen, wenn:

• Sie mit jemandem in Kontakt gekommen sind, der an einer Coronavirusinfektion leidet;
• Sie ein bestimmtes Gebiet oder Land besucht haben, in denen COVID-19-Fälle vorkommen oder das als Risikogebiet ausgewiesen wurde;
• Sie Symptome haben, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen, und darauf warten, getestet zu werden oder auf Ihre Ergebnisse;
• Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden und es Ihnen empfohlen wurde, sich zu Hause zu erholen.

Kriterien zur Aufhebung von Isolierungsmaßnahmen und zur Entlassung aus dem Krankenhaus

Nach aktuellem Wissensstand ist eine Entisolierung zu Hause bzw. Entlassung aus der Klinik frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und Erfüllung ALLER folgender Kriterien vertretbar:

• Fieberfreiheit seit mind. 48 Stunden;
• Symptomfreiheit seit mind. 24 Stunden bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung
• sowie

• 2 negative SARS-CoV-2-PCR-Untersuchungen im Abstand von 24 Stunden gewonnen aus Mund-Rachen-Abstrichen.

Was soll ich tun, wenn ich aufgefordert werde, mich selbst zu isolieren?

Schwangere, denen geraten wurde, sich selbst zu isolieren, sollten im Haus bleiben und 14 Tage lang den Kontakt mit anderen vermeiden.

Das RKI gibt hierzu dezidierte Empfehlungen https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/ambulant.html.


Konkret bedeutet das:
• nicht zur Schule oder zur Arbeit oder in öffentliche Bereiche zu gehen;
• keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen – bleiben Sie zu Hause und erlauben Sie keine Besuche;
• lüften Sie die Räume, in denen sie sich befinden;
trennen Sie sich so weit wie möglich von anderen Personen im Haushalt, indem Sie ihre eigenen Handtücher, Geschirr und Utensilien verwenden und zu unterschiedlichen Zeiten essen;
• bitten Sie Freunde und Familie oder nutzen Sie Lieferservices, um Besorgungen für Sie zu erledigen. Die Übergabe sollte dann ohne direkten Kontakt erfolgen.

Kann ich trotzdem an meinen vorgeburtlichen Terminen teilnehmen, wenn ich mich selbst isoliert habe?

Sie sollten sich an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt wenden, um sie/ihn darüber zu informieren, dass Sie sich derzeit in Selbstisolierung für eine mögliche beziehungsweise bestätigte Coronavirus-Infektion befinden. Es ist wahrscheinlich, dass routinemäßige vorgeburtliche Termine ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind herauszögert werden, bis die Isolation endet.

Wenn Ihre Hebamme oder Ihr Arzt darauf hinweist, dass Ihr Termin nicht warten kann, werden die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, damit Sie den Termin wahrnehmen können.

Was mache ich, wenn ich mich unwohl fühle oder mir während der Selbstisolation Sorgen um mein Baby mache?

Ihr ambulant betreuender Arzt und das zuständige Gesundheitsamt sollten gemeinsam mit Ihnen und ggf. Ihrer Betreuungsperson das Vorgehen im Falle einer notfallmäßigen bzw. außerhalb der üblichen Erreichbarkeiten eintretenden Zustandsverschlechterung im Vorhinein festlegen. Das Vorgehen sollte sowohl das aufnehmende Krankenhaus, die mitzuführenden Unterlagen als auch das geeignete Transportmittel dorthin umfassen. Schwangeren wird empfohlen, keine allgemeinen Sprechstunden oder Kliniken zu besuchen, es sei denn, sie benötigen dringend eine medizinische Versorgung. Wenn Sie während Ihrer Selbstisolationsphase Bedenken hinsichtlich des Wohlbefindens Ihrer selbst oder Ihres ungeborenen Kindes haben, wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin. Wenn dort die Aufnahme in ein Krankenhaus empfohlen wird, werden schwangere Frauen gebeten, mit privaten Verkehrsmitteln zu reisen oder einen Krankenhaustransport zu arrangieren und vor dem Betreten des Krankenhauses die Klinik telefonisch zu benachrichtigen.

Wird sich die Selbstisolierung aufgrund einer vermuteten oder bestätigten Infektion mit COVID-19 darauf auswirken, wo ich gebäre?

Als Vorsichtsmaßnahme wird schwangeren Frauen mit Verdacht auf oder bestätigter Coronavirus-Infektion bei Wehen empfohlen, zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann. Die kontinuierliche Überwachung des Fetus dient dazu, zu überprüfen, wie Ihr Baby auf Wehen reagiert. Da eine kontinuierliche Überwachung des Fetus nur in einer geburtshilflichen Abteilung stattfinden kann, in der Ärzte und Hebammen anwesend sind, wird nicht empfohlen, zu Hause oder in einem Geburtshaus zu gebären, in dem nur Hebammen anwesend sind.

Wird sich die Selbstisolierung aufgrund einer vermuteten oder bestätigten Infektion mit COVID-19 auf meine Geburt auswirken?

Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie nicht vaginal gebären können oder dass ein Kaiserschnitt sicherer ist, wenn eine Coronavirus-Infektion vermutet oder bestätigt wurde.

Wenn Ihre Atemwegserkrankung (Atmung) jedoch darauf hindeutet, dass eine dringende Entbindung erforderlich ist, kann eine Kaiserschnittgeburt empfohlen werden. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Frauen mit Verdacht auf oder mit bestätigter Coronavirus-Infektion keine PDA haben können. Die Verwendung von Lachgas kann jedoch die Aerosolisierung und Ausbreitung des Virus erhöhen – davon wird ausdrücklich abgeraten.

Was passiert, wenn ich während meiner Selbstisolationsphase Wehen bekomme?

Wenn Sie Wehen bekommen, sollten Sie Ihre Entbindungsstation um Rat fragen und sie darüber informieren, dass Sie eine Coronavirus-Infektion vermutet oder bestätigt haben. Ihr Geburtsteam wird Sie über Möglichkeiten beraten.

Könnte ich meinem Baby das Coronavirus übertragen?

Da es sich um ein neues Virus handelt, gibt es nur begrenzte Hinweise auf die Behandlung der Coronavirus-Infektion bei Frauen, die gerade geboren haben. Es gibt jedoch keine Berichte darüber, dass Frauen, bei denen im dritten Schwangerschaftstrimester eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert wurde, das Virus im Mutterleib an ihre Babys weitergegeben haben. Die Datenbasis ist hier sehr gering; Bei 20 Fällen wurde bei den Neugeborenen kein Virus nachgewiesen. Alle Infektionen sind im 3. Trimenon erfolgt.

Wird mein Baby auf Coronavirus getestet?

Ja, wenn zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Babys ein Coronavirus bei Ihnen vermutet oder bestätigt wurde, wird Ihr Baby auf Coronavirus getestet.

Kann ich bei meinem Baby bleiben, wenn das Coronavirus bei mir vermutet oder bestätigt wird?

Ja, wenn das Ihr Wunsch ist. Vorausgesetzt, Ihrem Baby geht es gut und es muss nicht in der Neugeborenenstation gepflegt werden. Eine Diskussion über die Risiken und Vorteile sollte zwischen Ihnen, Ihrer Familie und den Ärztinnen bzw. Ärzten, die sich um Ihr Baby kümmern, stattfinden. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Kann ich mein Baby stillen?

Ja. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Daher wird davon ausgegangen, dass die anerkannten Vorteile des Stillens die potenziellen Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, werden die folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

• Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren;
tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust;
• befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung;
• wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten;
• wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.

Ist eine Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt werden und über eine weitere Person an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.

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Herz- und Nierenschutz: Spontanurin

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Würzburg randomisiert 100. Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz

Am 14. Februar dieses Jahres hat das EMPA-KIDNEY-Studienteam der Uniklinik Würzburg (UKW) den ersten Patienten für die Studie zum Herz- und Nierenschutz randomisiert. 

Heute haben die Ärztinnen den hundertsten Patienten auf eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe verteilt. 

Er ist einer von 5.000 Studienteilnehmern, an denen weltweit untersucht wird, ob die tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann.

Die internationale EMPA-KIDNEY-Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW koordiniert. 

EMPA-KIDNEY-Team am Uniklinikum Würzburg begrüßt hundertsten Probanden. V.l.n.r.: Dr. Susanne Brenner, Dr. Maria Lazariotou, Anja Knoppe, Ernst Sawitsch, Dr. Sharang Ghavampour und Katrin Weyer.
EMPA-KIDNEY-Team am Uniklinikum Würzburg begrüßt hundertsten Probanden. V.l.n.r.: Dr. Susanne Brenner, Dr. Maria Lazariotou, Anja Knoppe, Ernst Sawitsch, Dr. Sharang Ghavampour und Katrin Weyer. Kirstin Linkamp
 
Ob er die Tablette mit dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin bekommt oder ein Placebo, ein Scheinmedikament ohne Wirkung, weiß weder der Patient noch das Studienteam des Uniklinikums Würzburg. Doch die Hoffnung ist groß, dass die Studie künftig vielen Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung hilft. Ernst Sawitsch (73) ist der hundertste Teilnehmer, der heute am Uniklinikum Würzburg für die internationale klinische EMPA-KIDNEY Studie randomisiert wurde, also auf eine Kontroll- oder Vergleichsgruppe verteilt wurde. Er ist einer von 5.000, an denen weltweit untersucht wird, ob die tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW) koordiniert.

In der großen klinischen EMPA-REG OUTCOME Studie, in der Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und Typ-2-Diabetes untersucht wurden, haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat.

Nun bauen neue klinische Studien wie EMPA-KIDNEY auf diese wichtigen Ergebnisse auf.

  • Sie sollen zeigen, ob das Diabetes-Medikament Empagliflozin auch bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung einen Herz- und Nierenschutz aufweist.

„Wir haben große Hoffnungen, dass Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringern und schlussendlich Leben retten kann“, sagt Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung und der Nephrologie am UKW.

Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. In Deutschland nehmen 35 Zentren an der EMPA-KIDNEY Studie teil. Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt. Bis Ende 2019 sollen bundesweit insgesamt 1.250 Patienten rekrutiert werden. „Die Studienteilnehmer werden innerhalb der ersten sechs Monate zu drei Zeitpunkten im Studienzentrum gesehen und im weiteren Studienverlauf alle sechs Monate. Bei jeder Studienvisite werden Blutdruck und Nierenfunktion gemessen und Informationen zum Gesundheitsstatus erfasst. Bei einigen Visiten wird zusätzlich der Spontanurin untersucht“, erklärt die Studienärztin Dr. Susanne Brenner.

Für den hundertsten Probanden, Ernst Sawitsch, ist die Teilnahme an der Studie eine Selbstverständlichkeit. „Ich sehe darin einen großen Wert, nicht nur für mich, auch für andere“, äußert der 73-Jährige. Der Schausteller hat seit den 1980er Jahren bereits vier Herzinfarkte erlitten. Die daraus resultierende Herzschwäche und die zahlreichen Tabletten haben seine Nieren geschwächt. Durch die Studie erhofft er sich, dass er seinen augenblicklich stabilen Gesundheitsstand halten und noch viele Jahre auf dem Weihnachtsmarkt in Würzburg Mützen und Schals verkaufen kann.

Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetespatienten entwickelt. 
  • Der SGLT-2 Hemmer (Natrium-Glukose-Transporter-2-Hemmer) sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. 
Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. 

Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen.

Gleichzeitig werden Niere und Kreislauf entscheidend entlastet.

„Unser Lebensstil ist von zu hohem Kohlenhydrat- und Zuckerkonsum bei unzureichender Bewegung geprägt, weshalb Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zunehmen, die wiederum zu Herz- und Nierenerkrankungen führen“, resümiert Dr. Susanne Brenner.

„SGLT-2-Hemmern scheinen diese Erkrankungsspirale zu durchbrechen.“

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Dr. Susanne Brenner, brenner_s@ukw.de
Prof. Dr. Christoph Wanner, wanner_c@ukw.de

Kirstin Linkamp
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Kardiomyopathie - DCM - krankhafte Erweiterung des Herzmuskels

Medizin am Abend Berlin MaAB - Fazit: Unbekannte Mini-Eiweiße im Herzen

Ein Team um die MDC-Arbeitsgruppe von Professor Norbert Hübner hat den Eiweißfabriken menschlicher Herzzellen bei der Arbeit zugesehen und dabei erstmals ganze Gewebe untersucht. 

In „Cell“ berichtet die Gruppe von überraschenden Beobachtungen und möglichen Folgen für die Therapie von Herzleiden. 

Ein großer Teil der Mikroproteine wandert nach ihrer Herstellung zu den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Das Bild zeigt den Nachweis.
Ein großer Teil der Mikroproteine wandert nach ihrer Herstellung zu den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Das Bild zeigt den Nachweis. Franziska Trnka, MDC
 
Das menschliche Herz birgt viele Geheimnisse.

Und das nicht nur im übertragenen, emotionalen Sinn:

Auch ganz rational betrachtet weiß man erstaunlich wenig darüber, wie das muskuläre Organ, das jede Zelle des Körpers mit Sauerstoff versorgt, funktioniert – und warum es manchmal nicht das tut, was es eigentlich soll.

Etwas mehr Licht ins Dunkel bringt jetzt eine im Fachblatt „Cell“ veröffentlichte Studie. Ein internationales Team aus 56 Forscherinnen und Forschern unter Leitung des MDC berichtet darin, welche Proteine von den Ribosomen, den zellulären Eiweißfabriken, in den Herzzellen gesunder und kranker Menschen hergestellt werden.

Bei ihren Experimenten ist die Gruppe auf so manche Überraschung gestoßen, zum Beispiel auf eine Vielzahl winziger Proteine, die man bislang noch gar nicht kannte.

Beteiligt waren an der Arbeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin, unter anderem aus mehreren Arbeitsgruppen des MDC und der Charité, sowie aus Bad Oeynhausen, Göttingen, Hamburg, Münster, Australien, Großbritannien, Japan, den Niederlanden, Singapur und den USA.

Im Erbgut gibt es viele erst jetzt entdeckte Baupläne

Die im Zellkern jeder Zelle verpackte DNA enthält einen Bauplan für sämtliche Proteine, die im Körper gebildet werden.

Die Produktion der Eiweiße erfolgt stets in zwei Schritten, der Transkription und der Translation.  
  • Im ersten Schritt werden Kopien von Teilstücken der DNA in Form von Boten- oder Messenger-RNA (mRNA) hergestellt, die den Zellkern verlassen. 
  • Im zweiten Schritt bauen die Ribosomen aus einzelnen Aminosäuren, die in der Zelle umherschwimmen, die entsprechenden Proteine zusammen. 

Während die Transkription ein wissenschaftlich recht gut untersuchter Prozess ist, sind bei der Translation noch vergleichsweise viele Fragen offen.

„Wir haben nun mithilfe einer noch recht jungen Technik, dem Ribosomen-Profiling oder kurz Ribo-Seq, zum ersten Mal nicht nur in isolierten Zellen, sondern in intaktem menschlichen Herzgewebe ermittelt, zu welchen Stellen der mRNA sich die Ribosomen begeben“, sagt Dr. Sebastiaan van Heesch aus der MDC-Arbeitsgruppe „Genetik und Genomik kardiovaskulärer Erkrankungen“ von Professor Norbert Hübner. „Über spezielle Algorithmen konnten wir daraus anschließend errechnen, welche Proteine bei der Translation im Herzen gebildet werden“, erläutert van Heesch, der Erstautor der Studie ist.

Auf diese Weise entdeckten die Forscherinnen und Forscher eine ganze Reihe winziger, bislang unbekannter Eiweiße. „Was uns zusätzlich überraschte, war die Tatsache, dass sehr viele der Mikroproteine von RNAs kodiert wurden, von denen man bislang dachte, dass sie gar nicht kodierend sind, also keine Bauanleitung für Proteine enthalten“, berichtet van Heesch.

Die meisten Mini-Eiweiße dienen der Energiegewinnung

Mit speziellen mikroskopischen Techniken konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anschließend beobachten, dass mehr als die Hälfte der Mikroproteine nach ihrer Herstellung zu den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, wanderten. „Das bedeutet, dass sie offenbar für die Energiegewinnung des Herzens benötigt werden“, sagt Norbert Hübner.

„Da viele Herzerkrankungen auf Fehler im Energiestoffwechsel zurückgehen, interessierte uns dieses Resultat natürlich ganz besonders.“

Um mögliche Unterschiede des Translatoms, also der Gesamtheit der hergestellten Eiweiße, zwischen kranken und gesunden Herzen aufzuspüren, untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum einen Gewebeproben von 65 Patientinnen und Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie (DCM), einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels. 

  • Die Proben wurden den Betroffenen während einer ohnehin anstehenden Herzoperation per Biopsie entnommen. 

Zum Vergleich diente das Gewebe von 15 nicht erkrankten Herzen.

  • Das Herzleiden DCM, das bei vielen Patientinnen und Patienten irgendwann eine Herztransplantation erforderlich macht, geht bei manchen Erkrankten auf eine Mutation im Gen für das größte und wichtigste Eiweiß des menschlichen Herzens zurück: 
  • Titin. 

„Aufgrund der Genveränderung entsteht in der mRNA ein Stoppsignal, das den Ribosomen signalisiert, ihre Arbeit zu beenden und das Titin nicht fertig zu bauen“, erläutert van Heesch. Allerdings erkranken nicht alle Menschen, die diese Mutation in ihrem Erbgut tragen, im Laufe ihres Lebens tatsächlich an DCM.

Neue Ansätze gegen Herzleiden sind nun in Sicht

Den Gründen dafür sind van Heesch und seine Kolleginnen und Kollegen jetzt auf der Spur. „Wir haben beobachtet, dass die Ribosomen zuweilen das rote Ampellicht einfach ignorieren und mit der Titin-Produktion fortfahren können“, berichtet der Forscher. Nun gelte es herauszufinden, unter welchen Umständen dies geschehe. „Möglicherweise liegt es an der Position, die die Genveränderung auf der mRNA einnimmt“, spekuliert van Heesch. Vielleicht seien aber auch Faktoren beteiligt, die sich, wenn man sie erst einmal erkannt habe, therapieren lassen.

Auch die Rolle der neu entdeckten Mikroproteine will er gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen nun noch näher untersuchen. „Es scheint sich bei diesen Eiweißen um evolutionär recht junge Substanzen zu handeln, die wir beispielsweise in Mäuseherzen nicht entdecken konnten“, sagt van Heesch.

Die Mini-Eiweiße zeigten einmal mehr, wie besonders das menschliche Herz doch sei.

Darüber hinaus hofft der Wissenschaftler, sie eines Tages entweder zur Diagnostik von Herzerkrankungen nutzen zu können – oder aber als therapeutische Zielstruktur, über die sich ein gestörter Energiestoffwechsel des Herzens besser als bisher behandeln lässt.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

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Professor Norbert Hübner
Leiter der Arbeitsgruppe „Genetik und Genomik kardiovaskulärer Erkrankungen“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
+49 (0)30-9406-3512 (Sekretariat)
nhuebner@mdc-berlin.de

Dr. Sebastiaan van Heesch
Postdoktorand in der Arbeitsgruppe „Genetik und Genomik kardiovaskulärer Erkrankungen“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
sebastiaan.vanheesch@mdc-berlin.de

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13125 Berlin
Deutschland
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Jana Schlütter
Telefon: 030-9406-2121
E-Mail-Adresse: jana.schluetter@mdc-berlin.de


Originalpublikation:
Sebastiaan van Heesch et al. (2019): „The Translational Landscape of the Human Heart“. Cell, DOI:10.1016/j.cell.2019.05.010.



CAVE: Plötzlicher Herztod - Genetisch bedingte Herzerkrankung (vererbte Herz- oder Gefäßerkrankung)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßkrankheiten in Würzburg gegründet

Immer wieder schrecken Meldungen über Sportler, die plötzlich tot umfallen, die Gesellschaft auf. 

Nicht selten steckt eine genetisch bedingte Herzerkrankung hinter dem plötzlichen Herztod. 

Denn das unerwartete Auftreten der Erkrankung in jungen Jahren ist typisch für eine erblich bedingte Herzerkrankung. 

Die Krankheitsbilder einer vererbten Herz- oder Gefäßerkrankung sind häufig komplex und ihre Erforschung und die Betreuung entsprechend vielschichtig. 
  • Um die Betroffenen künftig noch besser in einem multiprofessionellen und interdisziplinären Ansatz zu behandeln, wurde am Uniklinikum Würzburg (UKW) jetzt das Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen gegründet. 

Im Labor der Kardiovaskuläre Genetik dienen Stammzellenmodelle als Modellsystem, um genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu untersuchen und neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu testen.
Im Labor der Kardiovaskuläre Genetik dienen Stammzellenmodelle als Modellsystem, um genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu untersuchen und neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu testen. Gregor Schläger
 
Eine Mutter pflegt ihren schwerkranken Sohn, der auf ein neues Herz wartet.

Das Herz der Mutter ist ebenfalls schwach, auch sie wird eines Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein. Eine andere Mutter kommt nicht eher zur Ruhe, bis sie weiß, woran ihre vierjährige Tochter plötzlich mitten in der Nacht gestorben ist. Ist ihre Familie genetisch vorbelastet? Wenn ja, trägt ihr Sohn ebenfalls die Mutation? Ein junger Mann wiederum, gerade 18 Jahre alt, ist bislang kerngesund, möchte aber Klarheit mittels eines Gentests, ob er die genetische Herzmuskelerkrankung seines Vaters geerbt hat; das Risiko liegt bei bis zu 50 Prozent. Trägt er die Mutation, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens ebenfalls eine Herzerkrankung und Herzrhythmusstörungen bekommen, in der Regel eher früher als später. Er wird Medikamente nehmen, sich vermutlich mit einem Defibrillator vor einem plötzlichen Herztod schützen müssen und vielleicht sogar eines Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein.

Diagnose, Therapie und Forschung
Das sind nur drei Fälle von hunderten, die Prof. Dr. Brenda Gerull in der Spezialsprechstunde für familiär bedingte Herzerkrankungen am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) behandelt, betreut und untersucht. „Nicht alle Verläufe sind so dramatisch, manchmal reicht es auch, lebenslang zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Aber auch das ist schwer, vor allem, wenn es mit viel Ungewissheit verbunden ist“, erzählt die Kardiologin, die seit Frühjahr 2016 im DZHI das Department für Kardiovaskuläre Genetik leitet. Hier diagnostiziert und therapiert sie nicht nur die genetisch bedingten Herzerkrankungen, hier erforscht die Wissenschaftlerin auch gemeinsam mit ihrem Team die Ursachen und Auslöser.

Da genetische Herzerkrankungen sehr komplex sind und viele Fachbereiche betreffen, hat Brenda Professor Gerull jetzt gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg unter dem Dach des Zentrums für Seltene Erkrankungen (ZESE) das Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen (ZGH) gegründet. Hier werden unter Gerulls Leitung die Kompetenzen mehrerer Abteilungen des Uniklinikums Würzburg und des Instituts für Humangenetik der Universität Würzburg gebündelt.

Vernetzte Patientenversorgung
„Ich freue mich sehr, dass wir den betroffenen Familien im neuen Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen eine intensivere und fachübergreifende Versorgung bieten können. 


Die Erwachsenenkardiologie arbeitet hier noch enger mit der Kinderkardiologie und Herzchirurgie zusammen, die Ambulanzen für Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen, die Bildgebungsabteilungen sind ebenfalls eingebunden. Und auch psychologische Unterstützung können wir im Bedarfsfall vermitteln“, erläutert Brenda Gerull. „Langfristig streben wir jedoch an, dass die Patienten kardiologisch und hausärztlich von den niedergelassenen Kollegen weiterbetreut werden und wir beratend zur Seite stehen.“

Translationale Forschung
Neben der interdisziplinären Diagnose und Behandlung ist die Translationale Forschung ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Zentrums für genetische Herz- und Gefäßerkrankungen. Das bedeutet die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Behandlung – von der Laborbank zum Krankenbett und zurück. „Im Fokus stehen die Mechanismen und Therapien von genetischen Herzerkrankungen“, erklärt Professor Christoph Maack, stellvertretender Leiter des neuen Zentrums und Leiter des Departments Translationale Forschung am DZHI. „Gemeinsam versuchen wir herauszufinden, auf welchen Wegen genetische Veränderungen beim Patienten zu Herz- und Gefäßerkrankungen führen, um aus diesen Erkenntnissen spezifische Therapien zu entwickeln, übrigens auch für Erkrankungen, die nicht genetisch bedingt sind.“

  • Vererbte Veränderungen führen zwar deutlich seltener zu einer Herz- und Gefäßerkrankung als Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Nikotin oder andere Erkrankungen wie Diabetes, doch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Summe führen hierzulande mit Abstand am häufigsten zum Tod.

Weitere Informationen zum Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen finden Sie auf der Webseite: www.ukw.de/zgh

Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßkrankheiten in Würzburg gegründet


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Prof. Dr. Brenda Gerull, Leiterin des Zentrums für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen und des Departments für Kardiovaskuläre Genetik am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI): gerull_b@ukw.de

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Blutdruckeinstellung: Gefährliche Depressionen - depressive Stimmungslagen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neue US-Richtlinie für Bluthochdruck bietet keine Vorteile für Betroffene

Wo beginnt gefährlicher Bluthochdruck? 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Kältehilfe  

Auf diese Frage geben Ärzteorganisationen unterschiedliche Antworten. 

Beispielsweise gelten Patienten in den USA früher als krank als in Deutschland. 

Ein Team um Prof. Karl-Heinz Ladwig von der Technischen Universität München (TUM) und dem Helmholtz Zentrum München kommt zu dem Schluss, dass eine niedrige Schwelle für eine Behandlung nicht vor tödlichen Herzerkrankungen schützt – sie könnte sich sogar negativ auf die Psyche der Betroffenen auswirken.  


Ein Mann sitzt auf einer Bank und stützt den Kopf auf die Arme.

Wie Bluthochdruck und Rauchen sind auch Depressionen ein Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen. (Bild: hikrcn / fotolia.com)

Seit 2017 gibt es in den Leitlinien des American College of Cardiology eine zusätzliche Kategorie für Bluthochdruck:

„Stage 1 Hypertension“. Patientinnen und Patienten müssen demnach behandelt werden, wenn bei ihnen die entsprechenden Werte (130-139 mmHg / 80-89 mmHg) gmessen werden.

Die European Society of Cardiology sieht bei diesen Werten noch einen „erhöht normalen Blutdruck“ und keinen zwingenden Handlungsbedarf.

„Die Idee hinter den US-Leitlinien ist, Bluthochdruck möglichst früh zu senken und durch die Diagnose einer Erkrankung Patienten zu motivieren, gesünder zu leben“, erläutert Prof. Karl-Heinz Ladwig, Forscher an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des TUM-Universitätsklinikums rechts der Isar und am Helmholtz Zentrum München.

„Motivations-Effekt“ fraglich

Anhand von Daten von knapp 12.000 Patientinnen und Patienten haben Ladwig und sein Team sich ein Bild der Situation in Deutschland verschafft.

„Wir haben untersucht, wie hoch innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren das Risiko für Menschen in den verschiedenen 'Blutdruck-Kategorien' war, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben und welche anderen Risikofaktoren jeweils vorlagen“, sagt Seryan Atasoy, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am Helmholtz Zentrum München und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

  • In der neugeschaffenen Kategorie „Stage 1 Hypertension“ waren das Risiko an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben nicht signifikant höher als bei normalem Blutdruck. 

„Auch der Motivations-Effekt ist fraglich“, sagt Karl-Heinz Ladwig. 

Bei Patientinnen und Patienten mit gefährlichem Bluthochdruck, die sowohl nach US- als auch nach europäischen Leitlinien mit Medikamenten behandelt werden sollen („Stage 2 Hypertension“), sei das Risiko, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben, deutlich erhöht.

„Gleichzeitig sind Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel besonders ausgeprägt.

Das zeigt, dass viele trotz Diagnose ihren Lebensstil nicht umstellen.“

Gefährliche Depressionen

Während Menschen mit gefährlichem Bluthochdruck grundsätzlich seltener depressiv waren als andere, lag der Wert bei einer Teilmenge deutlich höher:

  • Bei rund der Hälfte derjenigen, die wegen des gefährlichen Bluthochdrucks Medikamente nahmen, wurden depressive Stimmungslagen festgestellt. 
  • Das war nur bei etwa einem Drittel der Nicht-Behandelten der Fall.

„Wir nehmen an, dass es sich um einen Labeling-Effekt handelt“, sagt Ladwig. „Wird man offiziell mit dem Etikett 'krank' versehen, wirkt sich das auf die psychische Gesundheit aus.“ 
  • In einer früheren Studie hatten er und sein Team gezeigt, dass Depressionen einen ähnlich hohen Risikofaktor für tödliche Herz-Kreislauferkrankungen darstellen wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit.
Mehr Kranke durch neue Richtlinien

„Das American College of Cardiology selbst hat errechnet, dass der Anteil der Erwachsenen mit der Diagnose Bluthochdruck durch die neue Leitlinie von 32 auf 46 Prozent steigt“, sagt Karl-Heinz Ladwig.

„14 Prozent werden also zusätzlich psychischem Druck ausgeliefert – ohne dass für sie eine signifikant höhere Gefahr bestehen würde, eine tödliche Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln und ohne, dass eine Motivationswirkung der Diagnose zu erwarten wäre.“

Eine Übernahme der US-Leitlinien in Europa wäre daher aus Ladwigs Sicht grundsätzlich falsch.

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Originalpublikation:
S. Atasoy, H. Johar, A. Peters, K.-H. Ladwig. „ Association of hypertension cut-off values with 10-year cardiovascular mortality and clinical consequences: a real-world perspective from the prospective MONICA/KORA study “. European Heart Journal (2018). DOI:10.1093/eurheartj/ehy694

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Arbeitsgruppe an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Mit und ohne Diabetes: Schutz von Herz und Niere

Medizin am Abend Berlin Fazit: Vielversprechende Studie zum Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin gestartet

In der großen klinischen Studie EMPA-REG OUTCOME mit Patienten mit Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes haben Würzburger Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. 

Nun bauen neue klinische Studien auf diese wichtigen Ergebnisse auf. 

Gerade gestartet ist die EMPA-KIDNEY-Studie, die den Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin auch bei Patienten ohne Diabetes zeigen soll. 
 
Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt.

Die Wissenschaftler untersuchen in dieser Studie, ob die einmal tägliche Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. 

Dazu erhält die Hälfte der Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, die sie einmal täglich einnehmen muss, während die andere Hälfte ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.

Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung: „Ich freue mich, dass wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der University of Oxford fortsetzen und die EMPA-KIDNEY-Studie auf den Weg gebracht haben. Das Uniklinikum Würzburg hat bereits seit dem Jahr 2005 mit den Wissenschaftlern aus Oxford mehrere große Studien wie SHARP und REVEAL erfolgreich koordiniert und abgeschlossen. Gemeinsam möchten wir nun herausfinden, ob sich die einmal tägliche Einnahme von Empagliflozin bei Patienten mit einer Nierenerkrankung aber ohne Diabetes ebenfalls positiv auswirkt.

  • Somit können wir hoffentlich das Leben von Patienten mit Nierenerkrankungen retten und die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung in Zukunft verringern.“

Auch Patienten mit Herzerkrankungen dürfen hoffen.

Professor Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI):

„Die EMPA-REG- OUTCOME Studie, an der das DZHI in der Person von Professor Wanner ebenfalls beteiligt war, zeigte, dass Empagliflozin die Anzahl von Todesfällen infolge einer Herzerkrankung um 38 Prozent und von Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Herzinsuffizienz um 35 Prozent senkt. 
  • Aufgrund dieser Ergebnisse wird Empagliflozin inzwischen weltweit bei Patienten mit Diabetes und erhöhtem Risiko für eine Herzerkrankung oder bereits bestehender Herzerkrankung eingesetzt. 

Nun gilt es zu prüfen, ob Empagliflozin auch Patienten ohne Diabetes zugutekommt und es für weitere Indikationen zugelassen werden kann. 
  • Parallel zur EMPA-KIDNEY-Studie, die sich an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung richtet, haben wir zwei klinische Funktionalitätsstudien namens EMPERIAL gestartet, bei denen untersucht wird, ob Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz die körperliche Belastbarkeit verbessert. 
Ich freue mich, dass das Uniklinikum Würzburg und unser Clinical Trial Office vom DZHI zu diesem möglichen und wichtigen Therapiefortschritt einen Beitrag leisten können.“

Professor Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI und Leiter des Departments Translationale Forschung begrüßt ebenfalls das neue Studienprogramm, zumal der Fokus seiner Forschung unter anderem auf der Wechselwirkung von Herzinsuffizienz und Diabetes liegt. Als Ergebnis eines internationalen Expertenworkshops der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Brüssel, an dem auch Christoph Wanner teilnahm, hat Maack vor kurzem ein Positionspapier zu diesem Thema veröffentlicht.

„Immer mehr Menschen leiden hierzulande an Herzinsuffizienz und an Diabetes mellitus. Auch die Kombination aus Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz steigt mit der Zunahme von Adipositas stetig. 

Umso wichtiger ist es, eine medikamentöse Therapie zu finden, die sich positiv auf alle Erkrankungen auswirkt.“

Die Behandlung von Patienten mit Diabetes und Herzinsuffizienz ist Christoph Maack zufolge bislang ein klinisches Dilemma. 

„Obwohl viele Medikamente den Blutzucker senken, haben sie sehr unterschiedlich den Verlauf von Herz-Kreislauferkrankungen beeinflusst“, erklärt der Kardiologe.

„Dies legt nahe, dass nicht die Blutzuckersenkung an sich, sondern womöglich andere Effekte auf den Stoffwechsel und/oder das Herz-Kreislaufsystem die Effektivität verschiedener Medikamente bestimmen. 

Im Falle von Empagliflozin, Dapagliflozin und anderer Medikamente aus dieser Substanzklasse werden neben dem Schutz der Nierenfunktion auch Blutdrucksenkung, Entwässerung mit Gewichtsreduktion sowie Beeinflussung des Elektrolythaushalts und Stoffwechsels des Herzens als zugrundeliegende Mechanismen diskutiert.

Die zukünftigen Studien sollen zeigen, ob die Gliflozine auch bei Patienten ohne Diabetes eine Herzschwäche und Nierenschwäche günstig beeinflussen.“

Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt.

Es sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über den Urin ausgeschieden wird. 
  • Dies kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. 
  • Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz und Nieren aus. 

Vielversprechende Studie zum Herz- und Nierenschutz mit Empagliflozin gestartet



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Prof. Christoph Maack, Maack_C@ukw.de
Prof. Stefan Störk, Stoerk_S@ukw.de
Prof. Christoph Wanner, Wanner_C@ukw.de

Kirstin Linkamp, DZHI Universitätsklinikum Würzburg
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Originalpublikation:
https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehy600/...

CAVE: Diabetische Retinopathie + diabetische Makula-Ödem: Blutgefäßwachstum

Medizin am Abend Berlin Fazit: Struktur und Funktionsbereich des Vasoinhibin-Hormons identifiziert

Mexikanische und deutsche Wissenschaftler der Nationalen Universität Mexikos (UNAM) und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg veröffentlichen Studie zur dreidimensionalen Struktur und Funktion des Vasoinhibin-Hormons. 
 
  • Patienten mit Diabetes Mellitus leiden häufig an Erkrankungen der Netzhaut, welche sich als Langzeitfolge der Zuckerkrankheit entwickeln. 
Bei der sogenannten diabetischen Retinopathie und dem diabetischen Makula-Ödem, zwei der häufigsten Augenschäden bei Patienten mit Diabetes, kommt es zu krankhaften Veränderungen der Durchblutung und der Blutgefäß-Funktionen in der Netzhaut.

Experimentelle Daten sowie Messungen bei Patienten legen nahe, dass dies durch eine verminderte Menge von Vasoinhibin – einem Hormon, welches die Blutgefäßfunktion steuern kann – verursacht werden könnte. 

  • Vasoinhibin wird durch proteolytische Spaltung aus dem Vorläufermolekül Prolaktin, einem Hormon der Hirnanhangsdrüse, umgangssprachlich auch als „Stillhormon“ bekannt, generiert. 
  • Dem Vasoinhibin wird auch eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Peripartum Kardiomyopathie, einer Herzerkrankung die bei schwangeren Frauen auftreten kann, beigemessen.

Zwar sind die Effekte des Vasoinhibin-Hormons gut untersucht, über seine dreidimensionale Struktur lagen allerdings bisher keine Erkenntnisse vor.

Dabei sind solche Informationen wichtig und können dazu beitragen die Funktionsweise des Vasoinhibin-Hormons genauer zu verstehen.

Hierdurch könnten Behandlungsversuche bei Erkrankungen, in denen Vasoinhibin eine Rolle spielt, erheblich verbessert werden.

Ein Team aus mexikanischen und deutschen Wissenschaftlern hat nun eine Studie veröffentlicht, in der die Struktur des Vasoinhibins mithilfe von computer-gestützten Simulationen modelliert wurde (molecular dynamics).

Hierbei zeigte sich, dass die dreidimensionale Struktur des Vasoinhibins aus einem Bündel von drei Helices besteht und die biologisch aktive Domäne in der Schleife liegt, welche die ersten beiden Helices miteinander verbindet.

  • Experimentelle Untersuchungen des Vasoinhibins bestätigten, dass die antiangiogene Wirkung (Hemmung des Blutgefäßwachstums) durch einen Bereich innerhalb der ersten 79 Aminosäuren des Hormons verursacht wird, welche in jeder Vasoinhibin-Isoform vorhanden sind. 

Diese Erkenntnisse sind relevant, da sie zur Entwicklung analytischer Verfahren zur quantitativen Bestimmung von Vasoinhibin im Blut von Patienten beitragen können. 

Die Studie wurde am 20. November in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

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PD Dr. Jakob Triebel
Institut für Klinische Chemie, Laboratoriumsmedizin und Transfusionsmedizin
Klinikum Nürnberg & Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Tel: +49.911.398.114181
Jakob.Triebel@klinikum-nuernberg.de
http://jakobtriebel.de/


Prof. Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Deutschland
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Bernd Siegler
Telefon: 0911 398 3774
Fax: 0911 398 5031
E-Mail-Adresse: siegler@klinikum-nuernberg.de

Originalpublikation:
Vasoinhibin comprises a three-helix bundle and its antiangiogenic domain is located within the first 79 residues
Juan Pablo Robles, Magdalena Zamora, José Luis Velasco-Bolom, Miriam Tovar, Ramón Garduño-Juarez, Thomas Bertsch, Gonzalo Martínez de la Escalera, Jakob Triebel, and Carmen Clapp

http://www.nature.com/articles/s41598-018-35383-7
 

45. Berliner BMW Marathon: EKG-Funktion Herzrhythmusstörungen: EKG App

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kardiologen veröffentlichen erste Einschätzung zur EKG-Funktion der Apple Watch 4

Die neue Apple Watch 4 kann mit ihrer neuen EKG-Funktion Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern früh erkennen. Doch auch wenn erste Studien die Verlässlichkeit des Devices stützen, birgt die Interpretation der Messergebnisse Risiken. 
 
Eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern.

Es kann auf das Vorliegen einer Herzerkrankung hindeuten und mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle einhergehen.

Das frühzeitige Erkennen von Vorhofflimmern ist somit ausschlaggebend für eine positive Prognose der Patienten. Die neue Apple Watch 4 beinhaltet einen kardialen Monitor, der dazu dient, unregelmäßigen Herzschlag zu erkennen. Dafür befinden sich auf der Rückseite der Smart Watch ein optischer Pulssensor und ein elektrischer Sensor, die von einer Elektrode in der Krone ergänzt werden. Mit einer speziellen EKG-App kann die Apple Watch 4 damit ein 1-Kanal-EKG durch einfaches Fingerauflegen aufzeichnen.

„Ziel dieser durch die American Heart Association unterstützten Apps,“ erklärt Professor Dr. med. Thomas Deneke, Sprecher der Arbeitsgruppe Rhythmologie der DGK sowie Chefarzt der Klinik für interventionelle Elektrophysiologie der Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt, „ist es, frühzeitig einen unregelmäßigen Herzrhythmus zu erkennen, der auf Vorhofflimmern hindeutet und eine weiterführende ärztliche Abklärung einzuleiten.

Die Apple Watch 4 kann somit ein wertvolles Monitoring-Tool zur Etablierung wichtiger Informationen für Patienten und deren Ärzte darstellen.“ Voruntersuchungen zeigen tatsächlich, dass eine 95%-ige Übereinstimmung mit der von Smart Watch detektiertem Vorhofflimmern und klinisch dokumentiertem Vorhofflimmern besteht.

Die Apple Heart Study, eine Kooperation zwischen Apple und Stanford Medicine, entwickelt derzeit eine Strategie der EKG-Diagnostik (inklusive Evaluation mittels 7-Tage-Langzeit-EKG) basierend auf einer durch die Apple Watch detektierten unregelmäßigen Herzfrequenz.

Seit August ist der Einschluss in diese Studie abgeschlossen.

Professor Dr. Peter Radke, Vorsitzender des Ausschusses Electronic & Mobile Health der DGK, von der Schön Klinik in Neustadt sieht eine zwingende Notwendigkeit weiterer Studien zu dem Device:

„Die Apple Watch 4 erweitert ihr Leistungsspektrum stetig von Fitnessapplikationen hin zu medizinischen Fragestellungen, wie aktuell der Detektion von Vorhofflimmern. Bevor auf dieser Datenbasis konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden können, beispielsweise die Einleitung einer Antikoagulation bei asymptomatischen Patienten mit einem in der Apple Watch 4 detektierten Vorhofflimmern, sind noch umfangreiche klinische Folgestudien notwendig.“

Die Zulassung durch die Amerikanische Zulassungsbehörde für Medizinprodukte (Food and Drug Administration, FDA) zeigt die zunehmende Relevanz dieser Technologien zum Monitoring gesundheitsrelevanter Informationen.

Dennoch weist die Behörde in ihrem „Device approval letter“ explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der EKG App in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden müssen. 

Professor Deneke folgt dieser Einschätzung:

„Die Apple Watch sollte nicht als Ersatz für einen Besuch beim Arzt verwendet werden, sondern kann vielmehr helfen, relevante Herzrhythmusdaten aufzuzeichnen und einen betreuenden Arzt in der Diagnostik zu unterstützen.“

Insgesamt bietet die Apple Watch eine interessante Möglichkeit zum Monitoring möglicher Herzfrequenzauffälligkeiten und kann vor allem Patienten mit bekannten Herzrhythmusstörungen bei der Nachsorge unterstützen. 

Die Nutzer der Funktion sollten aber hinlänglich über die Notwendigkeit einer ärztlichen Begleitung insbesondere bei Risikopatienten aufgeklärt werden.

Auch der Schutz von patientenbezogenen Daten ist ein relevantes Thema für die Zukunft.

Ob die App in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen wird, ist derzeit noch fraglich.

Apple erwähnt die begleitende EKG-App auf der deutschen Produktseite vorerst noch nicht.

Weitere Informationen:
Apple Heart Study, https://med.stanford.edu/appleheartstudy.html
U.S. Food and Drug Administration, Center for Devices and Radiological Health.
Device approval letter, 13. August 2018. Abgerufen am 17.09.2018,
https://www.accessdata.fda.gov/cdrh_docs/pdf18/DEN180044.pdf

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Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82
Kerstin Kacmaz, Tel.: 0211 600 692 43, Melissa Wilke, Tel.: 0211 600 692 13
presse@dgk.org

Prof. Dr. Eckart Fleck Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
Deutschland
Nordrhein-Westfalen


Mitglied des Vorstands
Telefon: 030/4593-2400
Fax: 030/4593-2500
E-Mail-Adresse: fleck@dhzb.de


Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

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Psychokardiologie + Psychosomatische Medizin + Psychotherapie + Rehabilitation,

Medizin am Abend Berlin Fazit: Einheit von Herz und Seele. Symposium zur Psychokardiologie

„Klinische Psychokardiologie: Wo stehen wir heute?“ 

Symposium zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen. Freitag, den 14. September 2018, 14:00 bis 18:30 Uhr. Alte Mensa am Wilhelmsplatz, Adam-von-Trott-Saal, Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen 

 Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen
 Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen umg/rschmidt

Zusammenhänge zwischen einer Herzerkrankung und dem seelischen Befinden sind seit der Antike bekannt.

Auch gegenwärtig werden sie intensiv beforscht.

Das seelische Befinden kann das Verhalten eines Menschen verändern; das zeigen übermäßige Kalorienaufnahme oder Rauchen zur Beruhigung gegen den Stress.

Seelisches Befinden kann aber auch körperliche Veränderungen nach sich ziehen, gut sichtbar etwa beim Blutdruckanstieg in Wut- und Ärgerreaktionen. 
  • Herzerkrankungen stellen für viele Patienten und deren Angehörige eine erhebliche Belastung im Alltag dar. 
  • Nicht selten führt dies zu psychischen Beschwerden mit Angst, Depression oder psychischer Traumatisierung und kann dann mit psychosomatischen Beschwerden einhergehen. 
  • Einige Patienten entwickeln funktionelle Herzschmerzen trotz normaler Durchblutung der Herzkranzgefäße, die sich nur schwer von Brustschmerzen als Folge einer Minderdurchblutung unterscheiden lassen. 

Die Behandlung von Patienten mit Herzkrankheiten und die Vorbeugung durch einen gesundheitsförderlichen Lebensstil betreffen immer den ganzen Menschen.

Diese Zusammenhänge beforscht und behandelt an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen. Er ist Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und hat als Lehrstuhlinhaber die von ihm geleitete Klinik in verschiedenen Forschungsverbünden auf unterschiedliche Aspekte der Psychokardiologie ausgerichtet.

Seine Klinik nimmt etwa an einer Pilotstudie zur kollaborativen Versorgung teil und ist die Studienzentrale für eine multizentrische Studie zu den Effekten von Psychotherapie bei Herzkranken.

Anlässlich des 60. Geburtstages von Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen sprechen externe Referenten und Wegbegleiter Herrmann-Lingens über den aktuellen Stand der klinischen Psychokardiologie.

Die Veranstaltung findet statt am Freitag, dem 14. September 2018, von 14:00 bis 18:30 Uhr in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz, Adam-von-Trott-Saal, Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen.

Wissenschaftliches Symposium aus Anlass des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Herrmann-Lingen
Klinische Psychokardiologie: Wo stehen wir heute?
Freitag, den 14. September 2018, 14:00 bis 18:30 Uhr
Alte Mensa am Wilhelmsplatz, Adam-von-Trott-Saal
Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen
Öffentliche Veranstaltung – Der Eintritt ist frei!

Die Fortbildung ist von der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen mit vier Punkten zertifiziert.

Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen leitet seit dem Jahr 2007 als Direktor die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UMG. Als Internist und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist er ein national und international anerkannter Vertreter der internistischen Psychosomatik mit klinischem und wissenschaftlichem Schwerpunkt im Gebiet der Psychokardiologie. Seine Forschungsleistungen haben in den zurückliegenden Jahrzehnten dazu beigetragen, die Klinische Psychokardiologie als eine anerkannte akademische Disziplin im universitären Fächerkanon zu verankern. Prof. Herrmann-Lingen ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften und Fachvereinigungen. Von 2016 bis 2017 leitete er als erster Europäer die Präsidentschaft der renommierten American Psychosomatic Society. Weiterhin ist Herrmann-Lingen im Präsidium der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) neben allgemeiner Medizin- und Wissenschaftspolitik für die Leistungsevaluation in Forschung und Lehre zuständig.

PSYCHOKARDIOLOGIE AN DER UMG

Der Schwerpunkt Psychokardiologie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UMG ergänzt die biomedizinische Hochleistungsmedizin im UMG-Herzzentrum. Göttingen zählt wissenschaftlich zu den führenden deutschen Standorten auf diesem Gebiet und ist an zahlreichen Forschungsprojekten zur Psychosomatik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt. Seit 2011 besteht an der Klinik auch ein eigenes Forschungslabor für psychokardiologische Grundlagenforschung, in dem Biochemiker und Kliniker gemeinsam an molekularen und physiologischen Fragestellungen auf diesem Gebiet arbeiten.

Eine eigens eingerichtete psychokardiologische Station widmet sich der ganzheitlichen Behandlung von Patienten mit psychischen Erkrankungen und Herzerkrankungen. 

In der Krankenversorgung stehen dabei neben ausführlichen Arzt-Patient-Gesprächen über mögliche körperliche und seelische Krankheitsursachen und -folgen auch medikamentöse, körpertherapeutische und kunsttherapeutische Angebote zur Verfügung.

Neben der Organdiagnostik setzten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter differenzierte psychometrische Testverfahren sowie nicht invasive psychophysiologische Untersuchungsmethoden ein. 

Letztere erlauben eine ausführliche Untersuchung der individuellen Stressanfälligkeit des Herz-Kreislauf-Systems.

Abhängig vom Untersuchungsergebnis können je nach Einzelfall unterschiedliche Behandlungswege eingeschlagen werden.

Dazu gehören stationäre oder teilstationäre psychotherapeutische Behandlungen, vielfältige Angebote in der Poliklinik sowie eine Begleitung vor und nach Herztransplantation. 
  • Beratungen oder Begleitung zur Krankheitsbewältigung bzw. psychokardiologische Rehabilitation, ambulantes Entspannungstraining, Herzgruppen und Psychotherapie runden das Behandlungsangebot ab.

PROGRAMM
14:00 Uhr BEGRÜSSUNG
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG, Dekan der Medizinischen Fakultät
14:15 Uhr LAUDATIO
Prof. Dr. Ulrich Rüger, Emeritierter Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen

Vorsitz: Prof. Dr. Frank Edelmann, Oberarzt der Kardiologischen Hochschulambulanz und Kardiologischen Prophylaxe, Leiter der klinischen Forschung, Charité Berlin
14:30 Uhr Ist akuter mentaler Stress wirklich ein Risikofaktor für den Myokardinfarkt?
Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychologische Medizin der TU München, Helmholtz Zentrum München
14:55 Uhr Stressbedingtes kardiovaskuläres Risiko – Was sind mögliche Schutzfaktoren und Interventionen?
Prof. Dr. rer. nat. Petra Wirtz, Lehrstuhlinhaberin für Biologische Arbeits- und Gesundheitspsychologie der Universität Konstanz

Vorsitz: Dr. Hilka Gunold, Oberärztin des Herzzentrums des Universitätsklinikums Leipzig
15:40 Uhr Was leisten Biochemie und Tiermodelle zum Verständnis psychokardiologischer Krankheitsbilder?
Prof. Dr. mult. Thomas Meyer, Professor für Molekulare Psychokardiologie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen
16:05 Uhr Wie verstehen wir die koronare Herzerkrankung aus psychosomatischer Sicht?
Prof. Dr. Christiane Waller, Ärztliche Leiterin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg
16:30 Uhr Was wünscht sich der Kardiologe von der Psychosomatik zur gemeinsamen Behandlung von Herzpatienten?
Prof. Dr. Rolf Wachter, Oberarzt der Klinik und Poliklinik der Kardiologie des Universitätsklinikums Leipzig und der Universitätsmedizin Göttingen

Vorsitz: Priv.-Doz. Dr. Günther Bergmann, Ehemaliger Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Fachpsychotherapie, Christophsbad Göppingen
17:15 Uhr Psychotherapie depressiver Koronarpatienten: Was lernen wir aus der SPIRR-CAD Studie?
Prof. Dr. Christian Albus, Klinikleiter der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universität zu Köln
17:40 Uhr Stationäre Psychokardiologie im klinischen Alltag - Fakten, Erfahrungen und Herausforderungen
Dr. Christina Kleiber, Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Gesundheit Nordhessen, Klinikum Kassel:
18:05 Uhr ABSCHLIESSENDE WORTE
Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen 

Einheit von Herz und Seele. Symposium zur Psychokardiologie

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