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Die Anamnesebogen neu: Therapie: Das „vertiefte Lesen“, auch „Deep Reading“ von Bücher ist Ihre Gesundheit.....!

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: 

Bücherlesen in der zweiten Lebenshälfte 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachlink: Gesundheit zum Lesen 

Das Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen steht regelmäßig im Fokus, insbesondere dann, wenn gerade wieder internationale Studien deutschen Schüler*innen mangelnde Lesekompetenzen attestieren. Doch wie viele Bücher werden in der zweiten Lebenshälfte gelesen? 

Und gibt es Zusammenhänge mit Aspekten eines guten Lebens im Alter?

Mit Daten des Deutschen Alterssurveys wurde untersucht, wie viele Bücher die 46- bis 85-Jährigen in den vorangegangenen zwölf Monaten gelesen haben. 

Es zeigte sich, dass mehr als zwei Fünftel (41,7 Prozent) 6 Bücher und mehr gelesen hatte. 

Auch konnte festgestellt werden, dass die durchschnittlich gelesene Zahl der Bücher in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen hat. Von einer Krise des Lesens kann in dieser Altersgruppe also keine Rede sein.

  • Zudem zeigte sich, dass Menschen, die vergleichsweise viele Bücher gelesen haben, eher von häufigen positiven Emotionen berichteten und ihre Gesundheit besser einschätzten als Menschen, die gar nicht lasen. 
  • So gaben fast 86 Prozent der „Viel-Leser*innen“ an, häufige positive Gefühle zu erleben und über 63 Prozent in dieser Gruppe schätzten ihre Gesundheit gut oder sehr gut ein.

Diese Ergebnisse sind mit Vorsicht zu betrachten, da die Wirkrichtung hier nicht abgebildet werden konnte, das heißt, dass nicht zwingend das Bücherlesen Emotionen und Gesundheitsempfinden positiv beeinflusst, sondern es auch sein könnte, dass Menschen, die sich wohl und gesund fühlen, mehr lesen.

  • Studien aus anderen Ländern legen jedoch nahe, dass das Lesen von Büchern sich sehr wohl positiv auf verschiedene Aspekte eines guten Alterns auswirken kann. 
  • Dabei spielt scheinbar das „vertiefte Lesen“, auch „Deep Reading“ genannt, eine entscheidende Rolle, bei dem sich die/der Leser*in empathisch und emotional auf das Gelesene einlässt – im Gegensatz zu dem oft flüchtigen Lesen in digitalen Medien.

CAVE: 

Wenn sich der Befund erhärtet, dass das Lesen von Büchern für die Lebensqualität in der zweiten Lebenshälfte förderlich ist, sollte es Interventionen geben, um Lesen auch in dieser Lebensphase besser zu fördern und zu ermöglichen: 

Durch Aufrechterhaltung bzw. Förderung von Bibliotheksangeboten sowie von Bücherbussen und Onlineangeboten, oder durch Lesepatenschaften, bei denen ältere Menschen Kinder und Jugendliche beim Lesenlernen unterstützen und durch ihr Engagement selbst sozial eingebunden werden.

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Hartmann, S., Klasen, L., Keller, N., & Huxhold, O. (2023). Bücher lesen in der zweiten Lebenshälfte: Welche Zusammenhänge gibt es mit Aspekten von Lebensqualität und Gesundheit? [DZA Aktuell 04/2023]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen.

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. 

Im Rahmen der Studie werden seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. 

Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 https://www.dza.de/fileadmin/dza/Bilder/Pressebilder/PM_Abb_DZAAktuell_04_2023_Lesen.JPG

 

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Prof.Dr. Marta Rizzi: Erkenntnis der Entwicklung des Immunsystems in verschiedenen Lebensphasen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: COVID-19: Unterschiedliche Immunantwort bei Kindern und Erwachsenen bleibt lange bestehen

Unterschiede in der Immunantwort bei Kindern und Erwachsenen auch nach milden oder asymptomatischen Verläufen / Studie der baden-württembergischen Unikliniken unter Leitung der Universitätskliniken Freiburg und Ulm / Studie in Nature Communications 

  • Welche Teile des Immunsystems wie viel zur Immunantwort bei COVID-19 beitragen, unterscheidet sich bei Kindern und Erwachsenen und ändert sich über die Zeit. 

Universitätsklinikum Freiburg / Biorender.com

Bildunterschrift: Welche Teile des Immunsystems wie viel zur Immunantwort bei COVID-19 beitragen, unterscheidet sich bei Kindern und Erwachsenen und ändert sich über die Zeit.

Welche Art der Immunantwort Kinder und Erwachsene nach einer milden oder asymptomatischen Infektion mit SARS-CoV-2 ausbilden, haben Forscher*innen der Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm in einer gemeinsamen Studie untersucht. 

  • Es zeigte sich, dass bei Kindern selbst nach zwölf Monaten noch eine Immunantwort nachweisbar war, diese aber über die Zeit deutlich an Stärke verloren hat. 
  • Während bei Erwachsenen die Immunantwort vor allem von Gedächtnis-B- und -T-Zellen getragen wird, übernehmen bei Kindern spezifische Serum-Antikörper, die von Plasmazellen produziert werden, eine zentrale Funktion. 

Die Studie erschien am 28. November 2022 im internationalen Fachmagazin Nature Communications.

„Wir fanden heraus, dass im Beobachtungszeitraum von einem Jahr spezifische Antikörper abnahmen, aber die neutralisierende Antikörperaktivität und -breite in beiden Altersgruppen zunahmen. 

  • Bestimmte Gedächtniszellen bleiben stabil und reifen mit der Zeit. 

Obwohl die Immunität gegen SARS-CoV-2 quantitativ abnimmt, hat sich die Qualität durch eine Reifung kontinuierlich gebessert, bei Kindern sogar deutlicher als bei Erwachsenen“, sagt Privatdozentin Dr. Marta Rizzi, Forschungsgruppenleiterin an der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Freiburg und Professorin für klinische und experimentelle Immunologie an der Medizinischen Universität Wien. Rizzi hat die Studie gemeinsam mit Dr. Aleš Janda vom Universitätsklinikum Ulm geleitet.

„Unsere Daten tragen zur Erkenntnis der Entwicklung des Immunsystems in verschiedenen Lebensphasen bei. 

Sehr wahrscheinlich kann man durch die gefundenen Unterschiede auch Rückschlüsse auf andere virale Infektionen ziehen. 

Die COVID-19-Pandemie hat uns dabei geholfen, das Immunsystem in unterschiedlichen Altersgruppen besser zu verstehen“, ergänzt Janda, Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm. 

„Wir freuen uns, dass es uns die Finanzierung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ermöglicht hat, diese enge und effektive Kooperation zwischen den vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg aufzubauen“, sagen Rizzi und Janda.

Die Studie ist Teil der COVID-19-Haushaltsstudie Baden-Württemberg, einer gemeinsamen Initiative der Universitätskinderkliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm www.corona-kinderstudie.de

Die Forschenden analysierten die Dynamik der Immunantwort in 28 Familien bis zu 12 Monate nach einer leichten oder asymptomatischen Infektion.

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PD Dr. Marta Rizzi
Gruppenleiterin
Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761-270-62170
marta.rizzi@uniklinik-freiburg.de

MUDr. Aleš Janda, M.Sc., Ph.D.
Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Ulm
Telefon: 0731-500-57154
ales.janda@uniklinik-ulm.de

Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Deutschland
Baden-Württemberg

Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de 
Originalpublikation:

Original-Titel der Studie: High antibody levels and reduced cellular response in children up to one year after SARS-CoV-2 infection
DOI: (2022)13:7315
Link zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41467-022-35055-1


CAVE-Untersucher: Gedemütigt, Geschlagen, Sexuel Missbraucht

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Traumata verändern langfristig die Wahrnehmung

Menschen mit Misshandlungserfahrungen in ihrer Kindheit verfügen später als Erwachsene über eine veränderte Reizwahrnehmung. 

Das haben Wissenschaftler der Medizinischen Psychologie an der Universität Bonn herausgefunden. 

  • Traumatisierte Personen empfanden Berührungsreize weniger beruhigend als Menschen ohne Traumata. 
  • Außerdem hielten sie zu unbekannten Personen eine größere soziale Distanz. 
  • Darüber hinaus entdeckten die Forscher Veränderungen in der Aktivierung bestimmter Gehirnareale. 
Die Ergebnisse eröffnen möglicherweise Optionen für neue Therapien. Sie sind nun in „The American Journal of Psychiatry“ veröffentlicht. 

Der funktionelle Magnetresonanztomograph zeichnet die Aktivität der Gehirnareale auf (von links): Mitjan Morr (hier nur mit Füßen zu sehen), Ayline Maier und Dr. Dirk Scheele.
Der funktionelle Magnetresonanztomograph zeichnet die Aktivität der Gehirnareale auf (von links): Mitjan Morr (hier nur mit Füßen zu sehen), Ayline Maier und Dr. Dirk Scheele.
(c) Foto: Rolf Müller/UKB
 
Wer in der Kindheit gedemütigt, geschlagen oder sexuell missbraucht wurde, hat im Erwachsenenalter häufiger mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstattacken zu kämpfen als Menschen, denen diese Erfahrungen in jungen Jahren erspart blieben. 

Das zeigen zahlreiche Studien. Doch was sind die Gründe für diese größere Anfälligkeit?

Führen Gewalterfahrungen als Kind möglicherweise zu einer dauerhaft veränderten Wahrnehmung von sozialen Reizen? Diese Frage haben Wissenschaftler der Abteilung für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) mit ihren Kollegen der Ruhr-Universität Bochum und aus Chengdu (China) untersucht.

Die Forscher befragten insgesamt 120 Personen zu ihren Gewalterfahrungen und Begleiterkrankungen. Davon wurden insgesamt 92 Erwachsene (64 Frauen) in die Studie einbezogen. Voraussetzung war, dass die Teilnehmer weder unter neurologischen Erkrankungen litten noch Medikamente einnahmen, um diese Einflüsse auszuschließen. Die sensorische Wahrnehmung testeten die Wissenschaftler, indem sie mit einer Hand entweder in einer schnellen oder einer langsameren Bewegung über die nackte Haut der Schienbeine strichen. „Berührungen sind von zentraler Bedeutung, weil sie die Gehirnentwicklung beeinflussen, ein Gefühl für den eigenen Körper vermitteln und als Stressregulator dienen“, sagt Dr. Dirk Scheele von der Abteilung für Medizinische Psychologie des UKB.

Nervenfasern sind auf unterschiedliche Reize spezialisiert


Zwischenmenschliche Berührungen werden über zwei unterschiedliche Nervenfasern in der Haut vermittelt: 

Aß-Fasern übertragen den sensorischen Reiz und sprechen primär auf schnellere Berührungen an, C-taktile Fasern hingegen übertragen das emotionale Wohlgefühl und werden primär durch langsame Berührungen aktiviert, erläutert Erstautorin Ayline Maier.

Die Testpersonen lagen während der Experimente im Hirnscanner und konnten den Experimentator nicht sehen, der die Bewegungen vollführte. Dessen Hände steckten in Baumwollhandschuhen, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Der funktionelle Magnetresonanztomograph zeichnete die Aktivität der Gehirnareale auf. Nach jedem Messdurchgang wurden die Probanden befragt, wie beruhigend die Berührungen empfunden wurden.

Je ausgeprägter die Misshandlungserfahrungen während der Kindheit waren, umso stärker reagierten zwei Gehirnregionen auf schnelle Berührungen. Der somatosensorische Kortex ist im Gehirn in etwa über dem Ohr lokalisiert und registriert, wo eine Berührung stattfindet.

„Dieses Areal kodiert haptische Empfindungen und ist an der Vorbereitung und Initiierung von Körperbewegung beteiligt – zum Beispiel daran, das berührte Bein wegzuziehen“, sagt Maier. Die posteriore Inselrinde ist ein tief im Gehirn hinter der Schläfe liegendes Areal, das für jegliche Körperwahrnehmung wie Berührung, Hunger, Durst und Schmerz zuständig ist.

„Bei traumatisierten Menschen ist die Aktivität bei schnellen Berührungen in diesen beiden Arealen deutlich erhöht“, fasst Scheele das Ergebnis zusammen.

Dagegen war der Hippocampus bei langsamen Berührungen deutlich schwächer aktiviert, wenn traumatische Erfahrungen in der Kindheit gemacht worden waren. Die einem Seepferdchen ähnliche Gehirnstruktur dient der Gedächtnisbildung und speichert damit auch negative und positive Assoziationen von Reizen ab. „Konkret könnte die Aktivität des Hippocampus widerspiegeln, wie belohnend eine Berührung im Experiment empfunden wurde“, erläutert Maier. Stärker traumatisierte Teilnehmer könnten insbesondere eine langsame und damit emotionaler aufgeladene Berührung als weniger belohnend empfinden.

Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler die soziale Distanz.

Die Teilnehmer wurden gebeten, auf einen ihnen unbekannten Menschen zuzugehen und stehen zu bleiben, wenn die Distanz gerade noch als angenehm empfunden wurde. Er war bei stärker traumatisierten Menschen deutlich größer – im Schnitt um zwölf Zentimeter.

Potenzial für neue Therapien

„Die Resultate zeigen, dass bei Menschen mit traumatischen Erlebnissen in der Kindheit die Wahrnehmung und die sensorische Verarbeitung verändert sind“, fasst Scheele die Ergebnisse zusammen. Berührungen wirken weniger beruhigend als bei Personen ohne Misshandlungserfahrung.

Wie Kontrolluntersuchungen zeigen, seien dafür nicht die Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angstattacken verantwortlich, sondern die Traumatisierung selbst. 

„Dieses Ergebnis eröffnet jedoch möglicherweise auch Chancen für neue Therapien:

Ergänzende körperbasierte Therapien in einem sicheren Umfeld könnten ein Umlernen dieser Reizverarbeitung ermöglichen“, vermutet Maier.

Doch dieses Potenzial müssten erst noch weitere Studien genauer untersuchen.

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Dr. Dirk Scheele
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Originalpublikation:
Ayline Maier, Caroline Gieling, Luca Heinen-Ludwig, Vlad Stefan, Johannes Schultz, Onur Güntürkün, Benjamin Becker, René Hurlemann and Dirk Scheele: Association of Childhood Maltreatment With Interpersonal Distance and Social Touch Preferences in Adulthood, The American Journal of Psychiatry, DOI: 10.1176/appi.ajp.2019.19020212

Kinderlebensmittel: Fluch oder Segen....?

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie zu Kinderlebensmitteln: Was verführt zum Kaufen?

Mini-Würstchen, Kinderfruchtjoghurts oder Tierkekse: 

Kinderlebensmittel gibt’s inzwischen in allen Supermärkten. 

Neben den Kleinen sollen besonders die Eltern angesprochen werden. 

Was denken sie über die Produkte, lassen sie sich zum Kauf verleiten? 

Darüber weiß man wenig, weshalb die Wirtschaftspsychologen der Universität Duisburg-Essen (UDE) Prof. Dr. Oliver Büttner und Raphaela Bruckdorfer sich daran setzen, es zu erforschen. 

Die Studie, die sie gemeinsam mit einem österreichischen Kollegen durchführen, wird vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW mit 32.000 Euro gefördert. 
 
„Gesundheits- und Verbraucherschutz kritisieren Kinderlebensmittel häufig als ungesund und machen sie teils mitverantwortlich für kindliches Übergewicht“, sagt Professor Büttner.

Allerdings sei bisher nur sehr wenig über die Überzeugungen der Käufer bekannt.

Deswegen möchte das Team zunächst mit einer Online-Befragung herausfinden, welche Laientheorien es gibt:

Welche Einstellung haben Erwachsene zu Kinderlebensmitteln, wie finden sie deren Aufmachung und was motiviert zum Kauf? 

Hierzu erforschen die Wissenschaftler u.a., ob Geschlecht, Alter und Bildung der Verbraucher für ihre Entscheidungen wichtig sind.

„Im zweiten Teil des Projektes untersuchen wir durch Blickaufzeichnung, welche Verpackungsmerkmale Erwachsene bei den Kinderlebensmitteln besonders beachten“, so Büttner.

„Sind es beispielsweise knallige Farben, Comicfiguren oder Gewinnspiele auf dem Karton?“

Mit ihrer Studie ‚Laientheorien zu Kinderlebensmitteln‘ wollen die drei Wissenschaftler eine Forschungslücke schließen und die Verbraucherarbeit und -bildung verbessern.


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Fettleibige Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie: Übergewichtig durch Videospiele?

Sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die intensiv Computer spielen, tatsächlich fettleibiger? 

Eine Meta-Studie mit Beteiligung der Universität Würzburg hat das nun untersucht. 

Das Klischee stimmt – aber nur bei Erwachsenen. 
 
Ein pummeliger Jugendlicher sitzt stundenlang auf dem Sofa mit dem Controller in der Hand, direkt daneben die fettigen Chips und die ungesunde Cola auf dem Couchtisch.

So stellen sich viele Menschen die typischen Gamerinnen und Gamer vor.

Daher ist auch das Vorurteil, das intensives Spielen von Videospielen dick macht, weit verbreitet. Zurecht?

„Die Studienlage bei Kindern und Jugendlichen widerspricht dem Stereotyp, bei Erwachsenen gibt es kleine Zusammenhänge zwischen Computerspielen und Körpermasse“, erklärt Professor Markus Appel, Kommunikationspsychologe an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. Forscher der JMU (Markus Appel, Caroline Marker) und der Johannes-Kepler-Universität Linz bzw. dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg (Professor Timo Gnambs) haben mit einer Meta-Analyse insgesamt 20 aussagekräftige Studien mit mehr als 38.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgewertet. 
  • Der Zusammenhang zwischen Videospielen und Übergewicht bzw. Körpermasse zeigt sich aber nur in geringem Umfang. 
  • Lediglich ein Prozent des individuellen Übergewichts kann demnach durch die Zeit mit Videospielen erklärt werden.

Kein Zusammenhang bei Kindern und Jugendlichen

  • Der Zusammenhang konnte auch nur bei Erwachsenen nachgewiesen werden, bei Kindern und Jugendlichen jedoch nicht. 
  • „Möglicherweise bleiben fettleibigere Personen beim Übergang ins Erwachsenenalter eher ihrem Hobby Videospielen treu, während für andere neue Freizeitangebote wichtiger werden“, vermutet Appel.

In der Vergangenheit haben sich schon einige Forscherinnen und Forscher mit der Frage beschäftigt, inwiefern Videospiele und Übergewicht zusammenhängen.

„Übergewicht und Fettleibigkeit werden meist mit Medienkonsum im Sitzen verbunden, wie Fernsehen oder nicht-aktive Videospiele“, schreibt das Forscherteam in seiner aktuellen Studie, die im Fachmagazin

„Social Science and Medicine“ erschienen ist.

Doch die einzelnen Untersuchungen kamen bislang zu unterschiedlichen Ergebnissen, daher der aktuelle Vergleich.

Weniger Zeit beim Sport

Warum es zu dem Zusammenhang kommt?

  • „Wir haben einen signifikanten indirekten Effekt gefunden, der zeigt, dass Menschen, die mehr Zeit mit Videospielen verbringen auch weniger Zeit mit Sport verbringen und daher ein höheres Körpergewicht bzw. mehr Körpermasse haben“, schreibt die das Team aus Würzburg und Linz. 

Andere Faktoren, wie zum Beispiel eine ungesunde Ernährung vor der Spielekonsole oder Schlafmangel, konnten aufgrund zu weniger Studien nicht überprüft werden.


Die Forscherinnen und Forscher haben bei ihrer aktuellen Analyse lediglich nicht-aktive Videospiele berücksichtigt – also solche, die man im Sitzen spielen kann.

Aktive Videospiele, zum Beispiel Wii-Sports oder Pokémon Go, bei denen Bewegung erforderlich ist, wurden bewusst nicht berücksichtigt.

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Prof. Dr. Markus Appel
Lehrstuhl für Kommunikationspsychologie und Neue Medien
Universität Würzburg
T: +49 (931) 31-86176 (Sekretariat)
markus.appel@uni-wuerzburg.de

Sanderring 2
97070 Würzburg
Deutschland
Bayern 

Kristian Lozina
Telefon: 0931 / 31-85300
E-Mail-Adresse: kristian.lozina@uni-wuerzburg.de

Originalpublikation:
Exploring the myth oft he chubby gamer: A meta-analysis on sedentary video gaming and body mass. Caroline Marker, Timo Gnambs, Markus Appel. Social Science and Medicine, 2019




Versorgung von Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen

Medizin am Abend Berlin MaAB - Fazit: Wie medizinische Zentren Menschen mit Behinderung versorgen

Innovationsfonds fördert Projekt von Universität Bielefeld, Krankenhaus Mara und Diakovere Annastift

Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung hatten in der Vergangenheit kaum niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in der Nähe, die auf ihren Bedarf spezialisiert waren. 

Das änderte sich 2015 mit einem Gesetz, das die Gründung von Medizinischen Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) ermöglicht. 

Bislang fehlt eine Studie dazu, wie die Zentren arbeiten und was sie für die ambulante Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten bedeuten. 

Ein Forschungsprojekt geht nun dieser Frage nach. 

Die medizinischen Behandlungszentren, wie hier das MZEB Bethel, sind fachlich, organisatorisch und räumlich auf Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen ausgerichtet.
Die medizinischen Behandlungszentren, wie hier das MZEB Bethel, sind fachlich, organisatorisch und räumlich auf Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen ausgerichtet. Foto: Krankenhaus Mara
 
Die Universität Bielefeld kooperiert dafür mit dem Krankenhaus Mara in Bielefeld und dem Diakovere Annastift in Hannover, die beide ein MZEB betreiben.

Jetzt haben die Datenerhebungen begonnen. Der Innovationsfonds zur Gesundheitsversorgung in Deutschland fördert das Projekt mit rund einer Million Euro.

„Die Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen ist für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eine große Herausforderung. 

Sie sind fachlich, organisatorisch und räumlich oft nicht auf die Betroffenen ausgerichtet“, sagt Professor Dr. Thorsten Meyer von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, der das neue Projekt zusammen mit Dr. Margret Xyländer leitet. Meyer ist Stiftungsprofessor für Rehabilitationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Rehabilitative Versorgungsforschung.

MZEB schließen die bisherige Versorgungslücke und unterstützen als dritte Stufe nach haus- und fachärztlicher Versorgung die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

  • Die Behandlung im MZEB erfolgt auf Überweisung durch Haus- und Fachärzte. 
  • Sie ist auf Erwachsene ausgerichtet, die das besondere Angebot wegen der Art, Schwere oder Komplexität ihrer Behinderung benötigen. 
  • „So werden in einem MZEB vor allem Menschen mit solchen Erkrankungen behandelt, die durch Behinderungen, Entwicklungsstörungen oder geburtsbedingte Schädigungen entstanden sind“, sagt Meyer. 

„Eine Besonderheit der MZEB sind die multiprofessionellen Teams und die interdisziplinäre Zusammenarbeit“, sagt Meyer.

Für Behandlungen in den medizinischen Zentren arbeiten zum Beispiel Fachärztinnen und -ärzte mit Therapeutinnen und Therapeuten wie auch Psychologinnen und Psychologen zusammen.

Das Projekt untersucht mit verschiedenen Forschungsmethoden die Arbeit der MZEB und die Auswirkungen auf die medizinische Versorgung.

So werden Patientinnen, Patienten und Angehörige im MZEB des Krankenhauses Mara in Bethel und im MZEB Bruno-Valentin-Institut des Diakovere-Krankenhauses in Hannover unter anderem in Interviews zu ihren Erfahrungen mit der Gesundheitsversorgung befragt.

In der ersten Befragungsphase geht es um die Erfahrung mit der regulären Versorgung, im Folgeinterview nach anderthalb Jahren um die Erfahrung im jeweiligen MZEB.

Außerdem untersuchen die Forschenden die tägliche Arbeit der Teams in den MZEB.

„Dazu gehört, dass wir Behandlungen und Besprechungen in teilnehmender Beobachtung begleiten“, sagt Dr. Margret Xyländer, die das Projekt koordiniert und inhaltlich-methodisch leitet. Auch durch Gruppendiskussionen mit den Fachleuten und Einzelinterviews verschaffen sich die Forschenden einen Einblick in die Arbeit. Parallel zu diesen Erhebungen untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer ländlichen Region ohne MZEB, wie dort Betroffene die Qualität ihrer Gesundheitsversorgung wahrnehmen.

Das Forschungsprojekt heißt mit vollem Namen „Versorgung von Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen vor und nach Einführung von Medizinischen Zentren“. Es ist im Januar 2019 angelaufen und wird drei Jahre bis Ende 2021 gefördert. Von der Förderung in Höhe von einer Million Euro gehen rund 550.000 Euro an die Universität Bielefeld. Geldgeber ist der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). In dem Gemeinsamen Bundesausschuss sind für ganz Deutschland Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen organisiert.


Ein Schwerpunkt des MZEB Bruno-Valentin-Institut in Hannover liegt in der orthopädischen Behandlung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen.
Ein Schwerpunkt des MZEB Bruno-Valentin-Institut in Hannover liegt in der orthopädischen Behandlung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen.
Foto: Diakovere Annastift


Die Stiftungsprofessur Rehabilitationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Rehabilitative Versorgungsforschung wurde im Oktober 2017 an der Universität Bielefeld eingerichtet.

Hauptstifter ist die Deutsche Rentenversicherung Westfalen. Die Stiftungsprofessur soll dazu beitragen, die Leistungen und Verfahren in der Rehabilitation nachhaltig zu optimieren.

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Prof. Dr. Thorsten Meyer, Universität Bielefeld
Stiftungsprofessur Rehabilitationswissenschaften / Rehabilitative Versorgungsforschung
Telefon: 0521 106-67606
E-Mail: thorsten.meyer@uni-bielefeld.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/reha/projekte/mezeb.html

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Depressionen, Angststörungen oder traumatische Stresssituationen https://mentalhealth.charite.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gebündelte Expertise für psychische Gesundheit: Charité Mental Health gegründet

  • Depressionen, Angststörungen oder traumatische Stresssituationen – in Deutschland leidet etwa jeder vierte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. 

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin tragen Ärzte und Wissenschaftler täglich dazu bei, dass Patientinnen und Patienten ihre seelische Gesundheit wiedererlangen. 

Ihre Expertise wird jetzt in der neuen Forschungsplattform Charité Mental Health gebündelt. 

  • Ziel ist es, Forschungsvorhaben zu vernetzen und so die Prävention, die Diagnostik sowie die Therapien von psychischen Erkrankungen weiter zu verbessern. 
 
Psychische Erkrankungen nehmen weltweit zu und belasten den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen in erheblichem Maße.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Kliniken und zwei Instituten der Charité haben sich nun in Charité Mental Health zusammengeschlossen, um gemeinsam die Ursachen psychischer Erkrankungen noch gezielter zu erforschen und neue Strategien für ihre Behandlung zu entwickeln.  
  • Zusätzlich bringt eine Arbeitsgruppe des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin ihre Fachkompetenz ein.

Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité, erklärt: „In allen psychiatrischen und psychologischen Einrichtungen der Charité wird Forschung auf internationalem Spitzenniveau betrieben. Mit der Gründung von Charité Mental Health wird diese nun gebündelt, um die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser zu vernetzen und unsere Forschungsleistung weiter auszubauen.“

Prof. Dr. Isabella Heuser-Collier, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin und wissenschaftliche Sprecherin der neuen Plattform, ist der Überzeugung:

„Forschung, Lehre und Krankenversorgung gehen an der Charité Hand in Hand.

Unsere neue Initiative profitiert in erheblichem Maße von der exzellenten Forschungsinfrastruktur und greift auf eine breit aufgestellte wissenschaftliche Expertise an der Charité zu häufigen und seltenen psychischen Erkrankungen zurück.“

Ziel von Charité Mental Health ist es, Patientinnen und Patienten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren und zu vernetzen. 

Dafür sollen regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen durchgeführt und Forschungsergebnisse öffentlich präsentiert werden.

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Prof. Dr. Isabella Heuser-Collier
Direktorin Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Sprecherin Charité Mental Health
Campus Benjamin Franklin
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 517 501
E-Mail: isabella.heuser@charite.de

Manuela Zingl Charité – Universitätsmedizin Berlin

Charitéplatz 1
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: 030 / 450 570 400
Fax: 030 / 450 570 940
E-Mail-Adresse: manuela.zingl@charite.de

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Die Taubheit von Kinder und Erwachsenen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Taubheit mit Gentherapie heilen

Professor Schambach erhält rund zwei Millionen Euro von der Europäischen Union für das Projekt „iHEAR“/ Neue Gentherapie soll Kinder und Erwachsene vor Taubheit schützen 
 
Hohe Auszeichnung für einen Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Professor Dr. Dr. Axel Schambach hat von der Europäischen Union die sehr begehrte Auszeichnung „Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrates „European Research Council“ (ERC) erhalten. Damit verbunden ist eine Förderung seiner Wissenschaft in Höhe von rund zwei Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre.

Der Leiter des MHH-Instituts für Experimentelle Hämatologie nutzt die Förderung für das Projekt „iHEAR“, dessen langfristiges Ziel es ist, Kinder und Erwachsene vor Taubheit zu schützen. 


Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Professor Dr. Dr. Axel Schambach, Dr. Juliane Schott und Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke (von links)


Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Professor Dr. Dr. Axel Schambach, Dr. Juliane Schott und Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke (von links)
MHH/Kaiser


Die Anzahl der Betroffenen ist groß: 

Etwa zwei bis fünf von tausend Kindern werden taub geboren.

  • Zudem erfahren im Laufe des Lebens rund 20 Prozent der Bevölkerung eine Beeinträchtigung ihres Hörvermögens
  • So sind in Deutschland rund 15 Millionen Menschen schwerhörig bis gehörlos. 

Sie müssen mit den Folgen leben, die sich auch auf gesellschaftliche Teilhabe sowie auf Bildungs- und Berufschancen beziehen.

Derzeit ist Gehörlosigkeit nicht heilbar.

Beim Ausfall des Innenohres kann sie allerdings mit einem Cochlea-Implantat technisch überwunden werden, wobei die Taubheit biologisch bestehen bleibt. 

Bei rund der Hälfte der taub geborenen Kinder liegt die Gehörlosigkeit daran, dass ein oder mehrere Gene nicht funktionieren. 

Derzeit sind rund 100 Gene bekannt, deren Fehlfunktionen zur Taubheit führen können.

Das „iHEAR“-Team will Taubheit mit Gentherapie heilen. Dabei konzentriert es sich auf Gene, die für die zum Hören notwendigen Haar- und Sinneszellen im Innenohr verantwortlich sind.

Das Ziel: sogenannte Genfähren (lentivirale und adenoassoziierte Virus-Vektoren) ins Innenohr zu injizieren, die mit der funktionierenden Version des Gens beladen sind. Die Fähren sollen das Gen in die Haar- und Sinneszellen bringen, damit das fehlende Protein gebildet werden kann und die Zellen wieder funktionieren. 


Heilen und Schützen – in jedem Alter

Dem Team geht es zudem darum, mit Hilfe der Gentherapie spontaner Ertaubung entgegenzuwirken.

  • Diese kann durch die Behandlung mit Medikamenten wie etwa bestimmten Chemotherapeutika entstehen. 
  • Hierbei soll die Gentherapie die ungewollte Aufnahme der Medikamente in die Haarzellen verhindern beziehungsweise das Herauspumpen des Medikaments aus diesen empfindlichen Zellen bewirken. 


Die Studien werden zunächst anhand von Zellversuchen und in Modellsystemen durchgeführt. Damit die Forschungsergebnisse möglichst bald auch am Menschen angewendet werden können, entwickeln sie auch selber patientenspezifische Erkrankungsmodelle. Diese basieren auf sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen, die – im Falle dieses Projekts – von Zellen gehörloser Menschen abstammen.

Das Forschungsteam geht davon aus, dass die Arbeiten nicht nur Kindern und jungen Erwachsenen nützen werden: „Wir hoffen, dass die von uns erzielten Ergebnisse langfristig auch zur Therapie der Altersschwerhörigkeit beitragen“, sagt Professor Schambach.

Teamleistung führt zum Erfolg
Der nun erzielte Fördererfolg beruht auf einer Teamleistung. „Ohne die Vorarbeiten, die unter anderem im Rahmen der Exzellenzcluster ‚REBIRTH – Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie‘ und ‚Hearing4all‘ stattgefunden haben, gäbe es das neue Projekt ‚iHEAR‘ nicht“, sagt Professor Schambach. Beispielsweise entstanden die Genfähren im Rahmen des Exzellenzclusters REBIRTH, in dem sie auch mehr als zwölf Jahre weiterentwickelt wurden.

Maßgeblich am Projekt „iHEAR“ beteiligt sind unter anderem Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger und Dr. Bernd Auber, MHH-Institut für Humangenetik, sowie Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke, Ärztin der MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO). „Die Gentherapie eröffnet grundsätzlich neue Behandlungsmöglichkeiten der Schwerhörigkeit. Sie ermöglicht, die Ursache der Hörstörung zu beseitigen und somit eine Heilung herbeizuführen. Der Grant ist eine herausragende Auszeichnung der Arbeiten der jungen interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftler an der MHH“, erklärt Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik an der MHH und Sprecher des Exzellenzclusters Hearing4all am Standort Hannover. Für die Klinikerin Dr. Warnecke steckt die größte Herausforderung in der komplexen Zellarchitektur des Innenohrs.

„Bei der von uns angestrebten Gentherapie bei Schwerhörigkeit müssen exakt diejenigen Strukturen wiederhergestellt werden, die defekt sind, und nur exakt in genau jenen Zellen, in denen sie natürlicherweise vorkommen“, erläutert sie.

Auch der Vorstand des Zentrums für regenerative Medizin, REBIRTH, freut sich außerordentlich über die ERC-Auszeichnung. „Als einer von vielen Ansätzen, die im Bereich Stammzellforschung in REBIRTH entwickelt wurden, kann das geförderte Konzept nun ganz neue Anwendungen erforschen, nämlich stammzellbasierte Krankheitsmodelle und die Vermeidung von Zellschädigung durch die Chemotherapie. Falls erfolgreich, ließen sich diese hoch-innovativen Ansätze für das Innenohr sicher auf andere Organsysteme übertragen“, sagt Professor Dr. Axel Haverich. Professor Schambach wird auch weiter von REBIRTH unterstützt werden, das seit 2019 Professor Dr. Dr. Thomas Thum an der MHH leitet.

Ebenfalls herausragend am Projekt „iHEAR“ beteiligt sind Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Dr. Axel Rossi, Dr. Dirk Hoffmann und Dr. Juliane Schott aus dem MHH-Institut für Experimentelle Hämatologie.

Für „iHEAR“ ist zudem die Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover essenziell, deren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen und der Organischen Chemie sowie des Biomolekularen Wirkstoffzentrums die für diese Forschungsarbeiten notwendigen Wirkstoffe und Wachstumsfaktoren bereitstellen.


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Nicht-Alkoholische Fettleber bei Kindern und Erwachsenen: Advents- Weihnachtszeit 2018

Medizin am Abend Berlin Fazit: „Leberfröhliche“ Weihnachten 2018 – Deutsche Leberstiftung gibt Tipps zum bewussten Genießen

Apfel, Nuss und Mandelkern werden in einem adventlichen Kinderlied als besonderer Genuss für die Weihnachtszeit besungen. 

Damit werden heutzutage keine Kinderaugen mehr zum Leuchten gebracht. 

Auch der klassische Schokoladen-Adventskalender mit 80 Gramm Inhalt ist ein Auslaufmodell. 

Der Trend bei Adventskalendern für Kinder und Erwachsene heißt: 

größer, voller, teurer. 

Und die „Kalorien-Kalender“ sind nur der tägliche Auftakt zum weihnachtlichen Schlemmer-Finale. 

Mit dem Hinweis auf den Anstieg von nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) bei Erwachsenen und Kindern rät die Deutsche Leberstiftung zum bewussten Genuss in der Weihnachtszeit, bei dem auch die Leber „fröhlich“ bleibt. 
 
  • „Die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung nicht-alkoholische Fettleberhepatitis zeigen, dass offensichtlich Aufklärungsbedarf besteht. 

Die Deutsche Leberstiftung nutzt die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit, um auf diese wichtige Gesundheitsthematik aufmerksam zu machen. Speziell in den Wochen vor Weihnachten und an den Festtagen kombinieren viele Erwachsene und Kinder ein überreiches, ungesundes Nahrungsangebot mit wenig körperlicher Bewegung. 

  • Diese Kombination kann über einen längeren Zeitraum zu dem sogenannten metabolischen Syndrom führen, einer Kombination verschiedenster risikobehafteter Aspekte wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes, die auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt haben“, sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. 

Er erklärt weiter: „Selbstverständlich ist nicht der gelegentliche Verzehr eines Dominosteins oder eines Lebkuchens ursächlich für eine Erkrankung. Es ist der westliche bewegungsarme Lebensstil mit falscher Ernährung, nach dem viele Menschen ganzjährig den Alltag ausrichten.

  • Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine Fettleber entstehen, die sich entzünden kann. 
  • Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine Leberfibrose entwickeln, die eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs zur Folge haben kann.“

Damit eine geschädigte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist der Test der Leber-Blutwerte wichtig.

Dieser gehört in der Regel nicht zu den Routine-Untersuchungen. 

  • Speziell übergewichtige Menschen und Patienten mit einem Diabetes mellitus sollten beim Arztbesuch eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und abklären.

Nur langsam reagieren Politik, Krankenkassen und Ernährungsindustrie auf die drängenden Ernährungsprobleme.

Auf dem zweiten Deutschen Zuckerreduktionsgipfel im Oktober 2018 ging es um Strategien, wie der individuelle Zuckerkonsum in Deutschland, der deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt, reduziert werden kann.

Als ersten Schritt vereinbarten Bundesernährungsministerium und Wirtschaftsverbände die Zusammenarbeit zur Absenkung des Zucker-, Salz- und Fettgehalts in Lebensmitteln. In Fertignahrungsmitteln sollen zukünftig weniger Zucker, Fette und Salz verwendet werden.

Bis die Ernährungsindustrie adäquat reagiert, ist der Konsument gefordert, aufmerksam beim Einkauf auf die „Zutaten-Listen“ und „Nährwertangaben“ zu achten.

Und für die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit rät Professor Manns:

„Bei fettigen Speisen wie Gänsebraten unbedingt Maß halten, kleine Portionen langsam und bewusst genießen. 

Als Vorspeisen sind leichte Suppen und frische Salate empfehlenswert.

Und zwischen den Mahlzeiten unbedingt bewegen – am besten an der frischen Luft. 

Gerade die Zeit mit der Familie oder Freunden an Weihnachten kann man wunderbar für gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise einen ausgedehnten Spaziergang nutzen.“

Und auch an anderer Stelle kann Weihnachten „leberfröhlich“ werden:

So kann man den bunten Teller mit Mandarinen, Walnüssen und Mandeln anstelle mit Schokolade und Marzipan bestücken.

Und Stollen oder Lebkuchen in klein geschnittenen Stücken anbieten.

Allerdings gilt diese Empfehlung auch für die Zeit nach Weihnachten, wie Professor Manns betont:

„Das ganze Jahr über ist eine maßvolle Ernährung in Kombination mit Bewegung wichtig, um die Leber und den gesamten Körper gesund zu halten.“

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich.

Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.

Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Asthma - Verlaufkontrolle

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma grundlegend überarbeitet

Aktuell erscheint die überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma.

Sie ist auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) kostenlos abrufbar.
 
119 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Asthma: 

Die grundlegend überarbeitete NVL Asthma fasst den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten zusammen.

Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 21 Fachgesellschaften und Organisationen hat die bisherige NVL Asthma geprüft und dabei neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung berücksichtigt.

Zur Unterstützung des Arzt-Patienten-Gesprächs wurden 5 Patientenblätter entwickelt.

Asthma betrifft alle Altersgruppen und gehört zu den häufigen Volkskrankheiten. 

Deshalb ist es wichtig, die Versorgung stetig zu verbessern.

Der Großteil der NVL wurde aktualisiert.

Wenige weitere Kapitel, wie die Behandlung des Asthmaanfalls, werden zeitnah bearbeitet und ergänzt.

Die methodische Vorgehensweise ist im Leitlinienreport beschrieben.

Für die Klassifikation und Behandlung des Asthmas ist die Asthmakontrolle entscheidend. 

  • Sie ergibt sich aus der Symptomatik und dem Risiko für eine Verschlechterung des Asthmas. 

Die früher verwendete Einteilung nach dem Schweregrad hat keinen Stellenwert mehr. 

Die Grundprinzipien der Therapie sind geblieben:

Reicht die Bedarfsmedikation nicht aus, sollen Patienten kontinuierlich inhalative Corticosteroide (ICS) erhalten.

  • Diese behandeln die Entzündung, die der Erkrankung zugrunde liegt. 

Von einer Monotherapie mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA) ohne ICS wird deutlich abgeraten. 

Vor einer Therapieeskalation soll der Arzt folgende Faktoren prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten:

  • Schulungsbedarf
  • Allergie- und Umweltkontrolle
  • Adhärenz 
  • Diagnose. 

Schulungen unterstützen das Selbstmanagement und helfen Patienten, mit der chronischen Erkrankung umzugehen.

Daher ist es wichtig, allen Patienten mit einer Langzeittherapie die Teilnahme an Schulungen zu empfehlen und zu ermöglichen.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Zu ausgesuchten Erkrankungen hoher Prävalenz werden unter Berücksichtigung der Methoden der evidenzbasierten Medizin versorgungsbereichsübergreifende Leitlinien entwickelt und implementiert.

Mit der Durchführung, Organisation und methodischen Begleitung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) beauftragt.

Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma grundlegend überarbeitet



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Martina Westermann
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://www.leitlinien.de/nvl/html/asthma/kapitel-1 NVL Asthma

https://www.leitlinien.de/nvl/asthma Übersichtsseite inklusive Patientenblätter


https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/asthma/ph/asthma-3aufl-flyer.pdf Flyer


https://www.leitlinien.de/nvl Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien


Blutdruck und Pulsrate: Bitte Blutentnahme/Labortest mit Phosphat und Vitamin D

Medizin am Abend Berlin Fazit: Erhöhte Phosphatzufuhr steigert den Blutdruck bei gesunden Erwachsenen
Wird mehr Phosphat über die Nahrung aufgenommen, steigen Blutdruck und Pulsrate auch bei gesunden jungen Erwachsenen an. 

Das zeigt eine Studie unter Leitung der Universität Basel, die das «Journal of the American Society of Nephrology» veröffentlicht hat. 
 
  • Sie machen den Schmelzkäse streichfähig, halten Kaffeepulver rieselfähig und unterstützen die Konservierung in vielen Fleischprodukten: 
  • Phosphate kommen in industriell hergestellten Lebensmitteln häufig als Zusatzstoff zum Einsatz.

Zwar enthalten auch natürliche Lebensmittel Phosphate, aber die heutigen Essgewohnheiten führen dazu, dass wir immer mehr davon zu uns nehmen.

Über den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln hat die Aufnahme der Salze in den letzten Jahren deutlich zugenommen, sodass sie heute in vielen Fällen über der in den USA empfohlene empfohlenen Tagesdosis von 700 mg liegt.

Risiko auch für Gesunde

  • Da ein hoher Phosphatspiegel beispielsweise zu Ablagerungen in Blutgefässen führt, wird für Menschen mit chronischen Nierenproblemen seit Langem eine phosphatarme Ernährung empfohlen.

Mit einer erhöhten Phosphataufnahme über die Nahrung steigt aber auch bei gesunden Menschen die Wahrscheinlichkeit, eine Gefässverkalkung oder eine Herz-Kreislauf- Erkrankung zu entwickeln oder gar daran zu sterben.

Darauf weisen epidemiologische Studien hin, die den Zusammenhang zwischen potenziellen Risikofaktoren und bestimmten Erkrankungen untersuchen.

Physiologische Studie mit jungen Erwachsenen

Ein Forscherteam um Professor Reto Krapf von der Universität Basel hat nun diesen statistischen Zusammenhang erstmals in einer qualitativen Studie mit 20 gesunden Versuchspersonen überprüft.

Die Hälfte der Probandinnen und Probanden erhielt während elf Wochen zu ihrer normalen Nahrung eine zusätzliche Dosis Natriumphosphat in Tablettenform. 

Dadurch erhöhte sich der Phosphatgehalt in ihrem Blut auf ein überdurchschnittliches, wenn auch in der Bevölkerung weit verbreitetes Niveau.

Die zweite Gruppe nahm ein Mittel ein, das Phosphat bindet und die Aufnahme in den Körper hemmt. Zusätzlich erhielten sie Kochsalz, um sie in Bezug auf die Gabe von Natrium der ersten Gruppe gleichzustellen.

Effekt auf Blutdruck und Pulsrate

Nach 6 Wochen untersuchten die Ärzte, wie sich die unterschiedliche Diät auf verschiedene Indikatoren der Herz-Kreislauf-Funktion wie Blutdruck und Puls auswirkt.  

Ein Vergleich der beiden Gruppen zeigte, dass die erhöhte Phosphataufnahme den systolischen und diastolischen Blutdruck bei jungen, gesunden Erwachsenen deutlich steigert – und zwar um 4,1 bzw. 3,2 Millimeter-Quecksilbersäule. 

Gleichzeitig nahm die Pulsrate im Mittel um 4 Schläge pro Minute zu.
  • Als Ursache vermuten die Forscher, dass die erhöhte Phosphatzufuhr bzw. ein erhöhter Serum-Phosphatspiegel auf das sympathische Nervensystem einwirkt, welches Herztätigkeit und Blutdruck beeinflusst. 

Der Effekt war jedoch reversibel: 

Zwei Monate nach Abschluss der Studie hatten sich die Werte bei den Probanden wieder normalisiert.


Vitamin D ohne Effekt

In einer zweiten Phase untersuchte die Studie, wie sich die zusätzliche Gabe von Vitamin D auswirkt.

Obwohl das Vitamin die Aufnahme von Phosphaten im Darm steigert, liess sich bei beiden Gruppen kein Einfluss auf die kardiovaskulären Werte feststellen.

«Unsere Ergebnisse liefern eine wichtige Erklärung für den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Phosphat über die Nahrung und der erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität in der Allgemeinbevölkerung», so Studienleiter Reto Krapf.

 «Diese Schlussfolgerungen sind für die öffentliche Gesundheit von Bedeutung und sollten durch grössere Studien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen weiter untersucht werden.»

Unterstützt wurde die vorliegende Studie durch den Nationalen Forschungsschwerpunkt «Nieren – Kontrolle der Homöostase durch die Nieren» (NCCR Kidney).

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Prof. em. Dr. Reto Krapf
Universität Basel, Departement Klinische Forschung
Tel. +41 79 818 75 44
E-Mail: reto.krapf@unibas.ch

Iris Mickein Universität Basel
Petersgraben 35, Postfach
4001 Basel
Schweiz
Basel-Stadt

Iris Mickein
Telefon: +41 (0)61 207 24 25
Fax: +41 (0)61 267 30 13
E-Mail-Adresse: iris.mickein@unibas.ch
 

Originalpublikation:
Jaber Mohammad, Roberto Scanni, Lukas Bestmann, Henry N. Hulter, and Reto Krapf
A Controlled Increase in Dietary Phosphate Elevates BP in Healthy Human Subjects
Journal of the American Society of Nephrology (2018), doi: 10.1681/ASN.2017121254

 

Hautschutz und Hautkrebsprävention

Medizin am Abend Berlin Fazit: Was wird aus "gesunder Bräune" in 25 Jahren? Die App zeigt's!

"Sunface App" soll Jugendliche für Gefahren durch UV-Strahlung sensibilisieren / Dr. Titus Brinker, Universitäts-Hautklinik und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, für digitale Idee zur Hautkrebsprävention ausgezeichnet / Preisverleihung war auf der Frühjahrstagung der Universitäts-Hautklinik Heidelberg am 24. März 2018 
 Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Preisträger Dr. Julius Brinker und Dr. Irene Rosengarten, Loreal.
Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Preisträger Dr. Julius Brinker und Dr. Irene Rosengarten, Loreal. Universitätsklinikum Heidelberg


UV-Strahlung - egal ob bei ausgedehnten Sonnenbädern oder häufigem Solariumsbesuch - setzt der Haut zu. Nachhaltig.

Wie das in fünf oder 25 Jahren am eigenen Gesicht aussieht, zeigt die von Dr. Titus Brinker - seit Dezember 2017 am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg tätig - entwickelte "Sunface App".

Inwieweit die App Jugendliche und Erwachsene für Hautschutz und Hautkrebsprävention sensibilisieren und ihr Verhalten diesbezüglich beeinflussen kann, sollen mehrere groß angelegte, internationale Studien unter Heidelberger Federführung klären. Für seine Arbeit um die Sunface App ist der junge Arzt nun mit dem mit 25.000 Euro Preisgeld dotierten Young Research Award der La Roche-Posay Foundation ausgezeichnet worden. Brinker, der bereits mehrere Gesundheits-Apps entwickelt hat, leitet seit Januar 2018 die App-Entwicklung am NCT und absolviert parallel seine Facharztweiterbildung an der Universitäts-Hautklinik.

Die Sunface App soll vor allem Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf lockere Art ihr persönliches Hautkrebsrisiko vor Augen führen. Sie zeigt anhand eines Selfies das Gesicht der Zukunft - abhängig davon, ob für gewöhnlich auf Sonnen- und UV-Schutz geachtet wird oder nicht. "Die Haut vergisst nichts. Die Sunface App verdeutlicht das sehr eindrücklich und richtet sich primär an eine Altersgruppe, die man ansonsten mit Präventionsmaßnahmen nur schwer erreicht", erklärt Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg, der die Auszeichnung bei Frühjahrstagung der Klinik am 24. März mit überreichte.

Sunface App kann kostenlos heruntergeladen werden
"Vor allem junge Leute wollen mit dem ungesunden Bräunen ihre Attraktivität steigern. 
Das zeigen Befragungen unter Solariennutzern", erklärt Brinker. "Dass dieser Schuss nach hinten losgeht, die Haut schädigt und ihre Alterung beschleunigt, zeigt die Sunface App als Blick in den Spiegel in naher oder auch etwas weiter entfernter Zukunft." So funktioniert es: App kostenlos herunterladen, Selfie schießen, Hauttyp sowie eine von drei Verhaltensoptionen - Sonnenschutz, kein Sonnenschutz oder wöchentlicher Solariumsbesuch - auswählen und dem um fünf oder 25 Jahre gealterten Ich ins Gesicht blicken, in 3D und mit animierten Effekten.  

Dazu berechnet die App, wie stark sich, je nach Verhalten, das Hautkrebsrisiko erhöht, erklärt, wie man Hautkrebs und seine Vorstufen bei sich erkennen kann, und gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz. Wer will, kann sein animiertes Selfie via Social Media teilen.

Der 27-Jährige Mediziner entwickelte die App am Universitätsklinikum Essen. Seit Mai 2017 gibt es sie kostenlos für iPhones und Android Smartphones. Eine erste Studie mit insgesamt 205 Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren in Essen zeigte bereits: Die App motivierte die Schüler, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen und das Solarium zu meiden. "Die Sunface App scheint ihren Zweck als niederschwellige Präventionsmaßnahme zu erfüllen", so Dr. Brinker. "Prospektive Effekte müssen langfristig angelegte Folgestudien mit Vergleichsgruppe allerdings noch bestätigen."

Apps aus dem NCT sollen Infos zu Krebsprävention breiter streuen

Das Potential dieser niederschwelligen Angebote in Form von Apps hat man am NCT erkannt und eine Forschungsgruppe "App-Entwicklung" eingerichtet. Ziel des vierköpfigen Teams unter Brinkers Leitung ist es, digitale Gesundheitsangebote für Smartphone und Webbrowser zu entwickeln und auszuwerten. An Ideen und Erfindergeist mangelt es dem Nachwuchswissenschaftler nicht: Neben Sunface entwickelte er bereits sieben weitere Apps, darunter die Tabakpräventions-Apps Smokerface und Smokerstop mit mehr als 500.000 Nutzern. Außerdem ist er Inhaber der Smart Health Heidelberg GmbH, die Gesundheitsapps unter Nutzung von künstlicher Intelligenz entwickelt und vertreibt.

Der schwarze Hautkrebs, das Melanom, nimmt in seiner Häufigkeit so rasant zu wie weltweit kein anderer bösartiger Tumor: Laut Robert Koch-Institut haben sich die Erkrankungsraten allein in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verfünffacht. "Das liegt vor allem daran, dass es in Mode kam, sich im Urlaub, oder später auch im Solarium, bräunen zu lassen. Viele empfinden das leider auch heute noch als schick", so Brinker. "Da ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig." In Deutschland erkranken jährlich rund 21.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs, rund 3.000 sterben daran. Wichtigster Risikofaktor ist die natürliche oder künstliche UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien, insbesondere in der Kindheit und Jugend.

"Sunface App" kostenlos für iPhones: itunes.apple.com/de/app/sunface/id1226606410

"Sunface App" kostenlos für Android Smartphones play.google.com/store/apps/details

Wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Sunface App:

1) Vorstellung der App-Funktionalität und Querschnittsdaten in Fokusgruppe: mhealth.jmir.org/2017/7/e101/
2) Querschnittsdaten bei Sekundarschülern aus Deutschland: www.jmir.org/2017/9/e319/
3) Querschnittsdaten bei Sekundarschülern aus Brasilien: mhealth.jmir.org/2018/3/e60/
4) Protokoll zu randomisierter Längsschnittstudie bei Schülern in Brasilien: bmjopen.bmj.com/content/8/3/e018299

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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

http://www.nct-heidelberg.de

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Hautklinik.113977.0.html

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