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Prof. Dr. Ute Schäfer-Graf: Frauen mit Nierenerkrankungen und Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Erste S2k-Leitlinie zu Nierenerkrankungen und Schwangerschaft veröffentlicht

Um die Versorgung von Patientinnen mit Nierenerkrankungen vor, während und nach der Schwangerschaft zu verbessern und zu vereinheitlichen wurde eine neue S2k-Leitlinie zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. 

Der Fokus liegt auf den Zusammenhängen der einzelnen Schwangerschaftsphasen mit der Nierenfunktion. 

Erarbeitet wurde die Handlungsempfehlung unter der Federführung der DGGG e. V. und der DGfN e. V. unter Beteiligung zahlreicher weiterer Fachgesellschaften. 

Die Empfehlungen richten sich an Frauen mit Nierenerkrankungen sowohl in der Phase des Kinderwunsches als auch in der Schwangerschaft.

 Der Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter mit einer chronischen Nierenerkrankung liegt bei 0,1 bis 4%, in hochentwickelten Ländern bei etwa 3,3%. 

  • Eine Nierenfunktionseinschränkung hat direkten Einfluss auf die Fertilität der Frau und geht im Falle einer Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind einher. 
  • Je nach Ausprägung und Begleiterkrankungen stellt die Betreuung dieser Frauen in der Schwangerschaft daher eine besondere Herausforderung dar.


Empfehlungen gelten bereits ab dem Zeitpunkt des Kinderwunschs


Um die Versorgung von entsprechenden Patientinnen zu verbessern und zu vereinheitlichen, wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) nun die erste S2k-Leitlinie zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. „Ziel der vorliegenden Leitlinie ist es, die Behandlungsmöglichkeiten von Schwangeren mit Nierenerkrankungen in allen relevanten Bereichen der Schwangerschaftsbetreuung zu standardisieren“, betonen der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN), Prof. Hermann-Joseph Pavenstädt, und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), Prof. Anton Scharl, gemeinsam. Der Fokus liegt auf den Zusammenhängen der einzelnen Schwangerschaftsphasen mit der Nierenfunktion. Erarbeitet wurde die Handlungsempfehlung unter der Federführung der DGGG e. V. und der DGfN e. V. unter Beteiligung zahlreicher weiterer Fachgesellschaften. Die Empfehlungen richten sich an Frauen mit Nierenerkrankungen sowohl in der Phase des Kinderwunsches als auch in der Schwangerschaft.

„Diese Leitlinie bündelt erstmalig die relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Behandlung von Schwangeren mit Nierenerkrankungen und gibt somit den beteiligten Berufsgruppen eine gute Orientierung für die medizinische Begleitung von Betroffenen.“
Prof. Dr. Sylvia Stracke (Greifswald)
DGfN-Leitlinienkoordinatorin

Keine Schwangerschaft in den ersten 12 Monaten nach Nierentransplantation

Im Vorfeld einer Schwangerschaft – so betonen die AutorInnen – sollten Frauen mit chronischer Nierenkrankheit über das erhöhte und ggf. spezifische Risiko von Schwangerschaftskomplikationen aufgeklärt werden. 

  • Nach einer Nierentransplantation sollten den Frauen für das folgende Jahr vorerst sichere und effektive Verhütungsmethoden empfohlen werden. 

Für die Zeit während der Schwangerschaft werden bestimmte medikamentöse Behandlungen sowie individuelle Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. 

Neben grundlegenden Auswirkungen und Behandlungsempfehlungen der Nierenfunktion – vor, während und nach der Schwangerschaft – widmen sich die AutorInnen spezifischen Aspekten von Nierenerkrankungen und deren Effekten auf die Gravidität. 

Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von NephrologInnen und PerinatalmedizinerInnen wird ausdrücklich hervorgehoben, um eine optimale Versorgung der Patentinnen zu gewährleisten.

„Es ist den verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zu verdanken, dass heutzutage auch Frauen mit eingeschränkter Nierenfunktion schwanger werden können. 

Umso wichtiger ist es, die Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen und den betreuenden MedizinerInnen, nach bestmöglichen Standards ausgewertet, an die Hand zu geben.“
Prof. Dr. Ute Schäfer-Graf (Berlin)
DGGG-Leitlinienkoordinatorin


An der Erstellung der insgesamt 119 Seiten umfassenden Handlungsempfehlung waren dreizehn AutorInnen aus zehn Fachgesellschaften aus Deutschland und Österreich beteiligt. 

Die Kosten für dieses Leitlinienprojekt wurden durch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) getragen.

Leitlinien sind Handlungsempfehlungen. 

Sie sind rechtlich nicht bindend und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung.

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Sara Schönborn | Heiko Hohenhaus I Katja Mader
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Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) ist eine der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie hat sich der Stärkung der Fachgebiete der Frauenheilkunde und Geburtshilfe verschrieben und fördert das gesamte Fach und seine Subdisziplinen, um die Einheit des Faches Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiter zu entwickeln. Als medizinische Fachgesellschaft engagiert sich die DGGG fortwährend für die Gesundheit von Frauen und vertritt die gesundheitlichen Bedürfnisse der Frau auch in diversen politischen Gremien.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) ist die medizinische Fachgesellschaft für klinische und wissenschaftliche Nephrologie. Sie verfolgt das Ziel, die Wissenschaft und Forschung, Erziehung, Volks- und Berufsbildung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege auf dem Gebiet der Nephrologie, einschließlich der Erforschung der Nierenfunktion, von Nierenerkrankungen inklusive deren Prävention und Behandlung und ihren Auswirkungen, sowie auf dem Gebiet der Bluthochdruckerkrankungen zu fördern.

Leitlinienkoordinatoren

Prof. Dr. Sylvia Stracke, Greifswald
Prof. Dr. Ute Schäfer-Graf, Berlin


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Wiederkehrende Spontanaborten: humane Choriongonadotropin (hCG) (Schwangerschaftshormon)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Immunangriff auf die Schwangerschaft

Es gibt Frauen, die zwar leicht schwanger werden, aber ihr Kind in den ersten Monaten verlieren. 

Das gilt für fünf Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. 

Warum sie unter immer wiederkehrenden Spontanaborten leiden, bleibt selbst nach intensiver Untersuchung oft rätselhaft. 

Allerdings hat ein Forscherteam des LMU-Klinikums nun eine Ursache des rätselhaften Phänomens aufgeklärt: 

Manche der Frauen produzieren offenbar Abwehrstoffe (Antikörper) gegen ein ganz bestimmtes Oberflächenprotein in den Zellen des Mutterkuchens. 

Die Entdeckung könnte mittel- bis langfristig zu einer neuen, gezielten Therapie führen. 
 
Der Mutterkuchen (Plazenta) bildet das Grenzgewebe zwischen der Blastocyste – einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung – und der Gebärmutterwand, also auch dem mütterlichen Blut.
  • Über die Plazenta steht der Embryo in unmittelbarem Kontakt mit dem Blutkreislauf der Mutter und wird so versorgt. 
Doch manche der Frauen mit mehreren Spontanaborten produzieren Antikörper gegen einen Teil der Plazenta, den Trophoblasten.

In vorangegangenen Untersuchungen hatten Forscher vom LMU-Hormon- & Kinderwunschzentrum Großhadern bei 17 Prozent der Frauen mit zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Aborten solche Antikörper nachgewiesen.

Und sogar bei 34 Prozent der Frauen mit drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten wurden sie entdeckt, ohne dass zunächst klar war, wogegen genau sich diese Antikörper richteten.

Dies aufzuklären ist nun einem Team um Prof. Dr. Udo Jeschke, Dr. Viktoria von Schönfeldt und Doktorandin Yao Ye gelungen: 
  • Bei Frauen mit mehreren Spontanaborten produzieren die Zellen des Trophoblasten das Protein Alpha-Enolase - und transportieren es an ihre Oberfläche. 
  • Dort erkennt es das Immunsystem versehentlich als „feindlich“ und produziert die beschriebenen Auto-Antikörper.

Das Schwangerschaftshormon hCG wird unterdrückt
 
„Es war eine aufwändige Forschungsarbeit“, erklärt Jeschke. Denn es ging darum, aus hunderten bis tausenden Molekülen das eine herauszufinden, das den zuweilen verhängnisvollen Prozess auslöst. Nachdem endlich die Alpha-Enolase als Angriffspunkt der Auto-Antikörper identifiziert war, wiesen die Wissenschaftler nach, dass das Phänomen wirklich die Funktion der Trophoblasten stört.

„Zum Beispiel wird in unserem Zellkulturmodell die Produktion des Schwangerschaft-Hormons hCG beeinträchtigt“, erklärt Viktoria von Schönfeldt. 
  • Das humane Choriongonadotropin (hCG) wird während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet und trägt dazu bei, die Schwangerschaft zu erhalten, indem es die Produktion von Progesteron ankurbelt. 
  • So wird verständlich, warum die Schwangerschaft zugrunde gehen kann, wenn die Alpha-Enolase von Auto-Antikörpern angegriffen wird.

Neue Studie mit bekannten Medikamenten
 
Das Spannende: 

Die Alpha-Enolase ist ein Molekül, das auch im Krankheitsgeschehen weiterer wichtiger Autoimmunerkrankungen beteiligt ist – zum Beispiel bei Rheumatoider Arthritis oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa. 

„Auch hier werden Antikörper gegen die Alpha-Enolase gebildet“, sagt Udo Jeschke.

In diesem Sinne gibt es bereits zahlreiche Medikamente, die diesen Prozess und seine negativen Effekte reduzieren oder stoppen. 

Das Münchner Team will so rasch wie möglich prüfen, ob diese Medikamente für eine Behandlung von Schwangeren, die Auto-Antikörper gegen die Alpha-Enolase haben, in Frage kommen - und in klinischen Studien weiter untersucht werden können.

Was betroffene Frauen jetzt machen können
 
CAVE: Schon jetzt raten die Forscher Frauen mit mehreren Aborten in der Vergangenheit, sich bei einer erneuten Schwangerschaft etwa bei einem Rheumatologen auf Antikörper gegen die Alpha-Enolase testen zu lassen. 

 „Der ungeklärte Verlust eines ungeborenen Kindes führt zu einer hohen seelischen Belastung“, erklärt Viktoria von Schönfeldt, „die Diagnose von Auto-Antikörpern bedeutet dann zumindest eine große Erleichterung.“
  • Darüber hinaus geben Ärzte den betroffenen Frauen seit einigen Jahren sogenannte gepoolte polyvalente Immunglobuline – gebräuchliche Gemische von Antikörpern aus Spenderinnen-Blut. 

Manche der behandelten Frauen gebären nach dieser unspezifischen Therapie gesunde Kinder – höchstwahrscheinlich, weil die Immunoglobuline die Antikörper gegen Alpha-Enolase unschädlich machen.

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Prof. Dr. Udo Jeschke
Leiter Forschungslabore
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Dr. Viktoria von Schönfeldt
Leitende Embryologin
Hormon- und Kinderwunschzentrum
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Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und
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Klinikum der Universität München (LMU)
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Originalpublikation:
1. Anti α-Enolase antibody is a novel biomarker for unexplained recurrent miscarriages. Ye Y, Kuhn C, Kösters M, Arnold GJ, Ishikawa-Ankerhold H, Schulz C, Rogenhofer N, Thaler CJ, Mahner S, Fröhlich T, Jeschke U, von Schönfeldt V. Accep-ted for Publication by EBioMedicine,
DOI: https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2019.02.027

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Die Fruchtbarkeit des älteren Mannes...., ein sehr ungünstiger Verlauf für Mutter und Kind

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Auch Spermien altern − späte Vaterschaft birgt Risiken für Mutter und Kind

Die verbreitete Annahme, dass Spermien nicht altern, ist überholt. 

Neuere Forschungen belegen: 

Auch männliche Keimzellen unterliegen Alterungsprozessen. 

Studien weisen darauf hin, dass die DNA der Samenzellen über die Jahre Schaden nehmen kann. 

Die Folge: 

Das Risiko von Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Nachwuchses. 

  • Ebenso erleiden die Partnerinnen häufiger Komplikationen ihrer Schwangerschaft. 

Die neuen Erkenntnisse, die Andrologen zur Fruchtbarkeit des älteren Mannes haben, und was dies für ältere Paare mit Kinderwunsch bedeutet, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz des 62. Kongresses für Endokrinologie (20. bis 22. März 2019) am 20. März 2019 in Göttingen. 
 
Mütter und Väter werden immer älter.

Das Durchschnittsalter einer Frau bei der Geburt des ersten Kindes steigt an:

2007 waren die Frauen im Schnitt 29,8 Jahre alt, für 2017 gibt das Statistische Bundesamt das Alter von 31,2 Jahren an.

„Mögliche Risiken einer späten Elternschaft wurden lange Zeit hauptsächlich in Bezug auf das Alter der Frau betrachtet. Der Einfluss des Alters des Vaters wurde bislang vernachlässigt“, berichtet Universitätsprofessor Dr. rer. nat Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster.

  • Während der lebenslange Keimzellen-Pool von Frauen, bestehend aus rund 400 000 unreifen Eizellen pro Eierstock, bereits zum Zeitpunkt der Geburt angelegt ist und ab diesem Datum altert, produzieren Männer im Laufe ihres Lebens Millionen von Spermien täglich immer wieder neu.

 „Daraus leitete sich die Annahme ab, männliche Keimzellen würden nicht altern“, erklärt Schlatt.

  • Dabei würde jedoch nicht berücksichtigt, dass auch bei älteren Männern die Integrität der Spermien-DNA beeinträchtigt sein könnte, etwa durch genetische und epigenetische Veränderungen. 
„Das dadurch verursachte veränderte Ablesen von Genen könnte sowohl die Embryonal- als auch die Plazentaentwicklung beeinträchtigen“, so Professor Schlatt.

Eine aktuell im British Medical Journal veröffentlichte populationsbasierte Kohortenstudie untersuchte, welche Auswirkungen das Alter der Eltern für die Gesundheit von Mutter und Kind hat.

Die Forscher werteten die vorliegenden Daten von mehr als 40,5 Millionen Lebendgeburten in den USA zwischen 2007 und 2016 aus. Sie erfassten neben verschiedenen Angaben zur Person (wie soziale Herkunft, Schulbildung, Nationalität) auch das Alter der Väter.

  • Registriert wurden Ereignisse wie Frühgeburtlichkeit (Schwangerschaftsdauer unter 37 Schwangerschaftswochen),
  • ein geringes Geburtsgewicht (unter 2 500 Gramm), 
  • Atemhilfe nach Geburt, 
  • Aufnahme auf eine neonatologische Intensivstation, 
  • Antibiotikagabe 
  • sowie das Auftreten von Krampfanfällen. 

Bei der Gesundheit der Mütter wurde vor allem nach Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftung (Präeklampsie sowie Eklampsie) geschaut.

Das Ergebnis zeigt, dass die Schwangerschaften mit den ältesten Vätern den ungünstigsten Verlauf nahmen.

Ein Alter des Vaters ab 45 Jahren ging im Vergleich zum Referenzalter zwischen 25 und 34 Jahren mit einem signifikant höheren Risiko für eine Frühgeburt sowie für ein niedriges Geburtsgewicht einher.

Die Kinder der ältesten Väter benötigten auch deutlich häufiger eine Atemunterstützung nach der Geburt und mussten öfter auf eine neonatologische Intensivstation aufgenommen werden.


  • Das Risiko für die Frau, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, nahm bei einem Vater im Alter zwischen 45 und 54 Jahren um 28 Prozent und bei einem Alter des Mannes ab 55 Jahre um 34 Prozent zu. 

Das Risiko für die schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikationen Präeklampsie und Eklampsie bei der Mutter war mit alten Vätern jedoch nicht höher.

„Diese Studie macht deutlich, dass ein höheres Alter des Vaters Komplikationen beim Kind und der Mutter begünstigt. 

Andere frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Erkrankungen wie Autismus und Schizophrenie ebenfalls mit dem Alter des Vaters assoziiert sind“, ergänzt Schlatt.

Ob und welche Risiken in der alternden Keimzelle genau auftreten, werde zurzeit intensiv erforscht, berichtet der Androloge. Bis mehr Studienergebnisse vorliegen, sollten andere Strategien verfolgt werden.

Professor Dr. med. Heide Siggelkow, DGE-Kongresspräsidentin und Ärztliche Leiterin MVZ ENDOKRINOLOGIKUM Göttingen, wünscht sich mehr Beratung und Aufklärung:

„Es gibt hierzulande einen Trend zu später Elternschaft bei beiden Elternteilen.

  • Da die gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind gravierend sein können, sollten Paare mit Kinderwunsch darauf hingewiesen werden, dass mit steigendem väterlichem Alter die Spermaqualität ab- und die Gefahr weiterer altersbedingter Risikofaktoren zunimmt. 

Unter diesem Gesichtspunkt sollten Männer unter 40 Jahren darüber nachdenken, ob das Einfrieren ihrer Spermien (Kryokonservierung) eine Option sein könnte“, sagt die Kongresspräsidentin.

Auf der Konferenz des 62. Kongresses für Endokrinologie (20. bis 22. März 2019) am 20. März 2019 in Göttingen werden die Experten darüber hinaus über die „Rolle des Mikrobioms beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS)“ sprechen, neue Forschungsergebnisse zum „Knochen als endokrinem Organ“ vorstellen und über die Gründung spezieller Zentren zur Behandlung von Mädchen und Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom berichten.

Literatur:
Khandwala YS et al. Association of paternal age with perinatal outcomes between 2007 and 2016 in the United States: population based cohort study. BMJ 2018; 363: k4372. DOI: 10.1136/bmj.k4372. https://www.bmj.com/content/363/bmj.k4372
Lorenz J. Höheres Alter der Väter begünstigt neonatale Komplikationen. Z Geburtshilfe Neonatol 2019; 223(01): 11-12. DOI: 10.1055/a-0818-8072. https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-0818-8072
Gromoll J, Tüttelmann F, Kliesch S. Social freezing – the male perspective. Der Urologe 55(1),· November 2015. DOI: 10.1007/s00120-015-3943-8. https://www.springermedizin.de/andrologie/fertilitaet-und-kinderwunsch/social-fr...
 
Berthold-Lecture:
Harald Jüppner, Insights into biology through immunoassays, molecular cloning and genetics
Vorsitz: Josef Köhrle, Heide Siggelkow
Termin: Donnerstag, 21.03.2019, 09:30 bis 10:15 Uhr
Ort: LOKHALLE Göttingen, Raum Lichtenberg
Anschrift: Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen

S7: Erhalt oder Wiederherstellung der Hodenfunktion – von Bertholds Göttinger Experimenten bis zur Zukunftsvision
Vorsitz: Helmut Schatz, Stefan Schlatt
Termin: Freitag, 22.03.2019, 08:30 bis 10:00 Uhr
Ort: LOKHALLE Göttingen, Raum Gauss
Anschrift: Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen

Patiententag zum 62. Deutschen Kongresses für Endokrinologie:
Kurzvorträge von: Dr. med. Caroline Bouter, Clemens Freiberg, Prof. Dr. med. Raddatz, Prof. Dr. med. Heide Siggelkow
Themen: Schilddrüse, Diabetes mellitus, Wachstumsstörungen im Kindesalter und Osteoporose
Termin: Samstag, 23. März 2019, 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Universitätsmedizin Göttingen, Hörsaal 552
Anschrift: Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zum Kongressprogramm unter http://www.dge2019.de


Vorläufiges Programm:

Jenseits von Stützen, Schützen und Bewegen: hormonaktives Gebein – der Knochen als endokrines Organ
Professor Dr. med. Heide Siggelkow
Ärztliche Leiterin MVZ ENDOKRINOLOGIKUM Göttingen, Zentrum für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Nuklearmedizin und Humangenetik, Osteologisches Zentrum DVO und DGE-Kongresspräsidentin

Hormone und Darm im Austausch: Die Rolle des Mikrobioms beim „Frauenleiden“ polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
Professor Dr. med. Barbara Obermayer-Pietsch
Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie, Medizinische Universität Graz und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel (ÖGES)

Fruchtbar bis in hohe Alter? Was alte Männer alt macht – neue Forschungserkenntnisse aus der Andrologie
Univ.-Professor Dr. rer. nat Stefan Schlatt
Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster

Wenn eines von zweien fehlt: Monosomie X – welche Therapie brauchen Mädchen und Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom?
Professor Dr. med. Joachim Wölfle
Leiter des Schwerpunkts Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinikum Bonn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED)

Neugegründete Turner-Zentren: Was betroffene Frauen erwarten und fordern
Kerstin Subtil
Referentin der Turner-Syndrom Vereinigung Deutschland e.V., Dornburg

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Die biologische Grenzen von Mutterschaft im Jahr 2019?

Medizin am Abend Abend Berlin Fazit: Gratwanderung: Immer mehr „späte“ Mütter

Das FWF-Projekt „Die biologisch Uhr tickt“ („Running against the clock” - RAC) misst „späte“ Mutterschaft. 

Die Autorin der aktuellen Studie, Eva Beaujouan, ging der Frage nach, ob und wie der Kinderwunsch von Frauen über 35 Jahren realisiert wird, und wie stark biologische Grenzen von Mutterschaft eine Rolle spielen. 
 
  • Die Zahl der Frauen, die im fortgeschrittenen Alter Mütter werden, nahm in vielen Ländern Europas stark zu. 

In Österreich hatte im Jahr 2014 jedes fünfte Neugeborene eine Mutter im Alter 35+, zu Beginn der 1980er Jahre waren es nur 7%.

Dieser Trend ist am stärksten verbreitet unter gebildeten Frauen und der starke Anstieg von weiblichen Studierenden in den letzten Jahrzehnten war wesentlich für das Verschieben von Mutterschaft in spätere Jahre.

  • Auch ein instabiler Arbeitsmarkt, eine immer schlechtere wirtschaftliche Situation von jungen Erwachsenen in ganz Europa, Änderungen im Partnerschaftsverhalten und effiziente Verhütungsmittel führten zu einem Hinausschieben von Elternschaft.

Immer mehr Frauen im Alter 35+ wünschen sich Kinder, vor allem kinderlose Frauen. 

Laut Mikrozensus-Befragungen wünschten sich im Jahr 2016 in Österreich 62% der 35-39-jährigen kinderlosen Frauen ein oder mehrere Kinder, gegenüber 21% im Jahr 1986.

Aber viele dieser Frauen werden wegen mit dem Alter abnehmender Fruchtbarkeit Probleme haben, ihre Pläne zu realisieren. 

Tatsächlich bestätigen für Österreich Daten aus den „Generations and Gender“-Befragungen 2008 und 2012 einen starken Zusammenhang zwischen dem Alter von Frauen und der Realisierung ihrer Kinderwünsche: Im Alter von 30 Jahren konnten zwei Drittel der österreichischen Frauen innerhalb von vier Jahren ihre Kinderwünsche realisieren, mit Mitte 30 waren es 40%, Ende 30 nur 20%. Nur weniger als 10% der Frauen im Alter 40+ war es möglich, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Können sich Frauen im fortgeschrittenen Alter auf assistierte Reproduktionsmedizin verlassen?

Ihr Einsatz hat vor allem unter Frauen im Alter 40+ stark zugenommen. 
  • Dennoch sind mit diesem Alter die Chancen niedrig schwanger zu werden, die Schwangerschaft auszutragen und ein Baby zu bekommen, wenn Frauen ihre eigenen Eizellen verwenden. 
  • Die Chancen auf ein Baby sind viel höher, wenn Eizellen von jüngeren Spenderinnen oder eigene Eizellen, die in jungen Jahren eingefroren wurden, zum Einsatz kommen.

Dabei gibt es Argumente für Elternschaft in jungen als auch in späteren Jahren.

Biologische und gesundheitliche Gründe sprechen für Elternschaft in jungen Jahren.

Eine gefestigtere ökonomische Situation, größere Stabilität in der Partnerschaft und generell mehr Freude und Glück an Elternschaft in höherem Alter sprechen für späte Elternschaft. 

Zudem möchten die meisten Frauen und Männer ihre Ausbildung abschließen, einen Job und andere Lebensziele erreichen, bevor sie Eltern werden. 

Generell ist in Österreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, eine stabile Partnerschaft zentral, um Kinder zu planen.

Das RAC Projekt wurde gefördert vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) (P 28071-G22). Es wurde in 2016-2017 unter der Leitung von Isabella Buber-Ennser am Institut für Demographie/ Österreichische Akademie der Wissenschaften (VID/ÖAW) durchgeführt.

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Eva Beaujouan
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Originalpublikation:
Beaujouan, Eva (2018). Late fertility intentions and fertility in Austria. VID Working Paper 6/2018. Vienna: Vienna Institute of Demography.
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Sobotka, T., & Beaujouan, É. (2018). “Late Motherhood in Low-Fertility Countries: Reproductive Intentions, Trends and Consequences”. In D. Stoop (Ed.), Preventing age related fertility loss, Springer International Publishing Switzerland, pp. 11–29.

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Endometriose: Schwangerschaft und spontan gebären?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Natürliche Geburt nach Endometriose-Operation

Spontan gebären trotz früherer Operation wegen schwerer Endometriose? 

Die Frauenklinik am Inselspital hat nachgewiesen, dass nach einer minimal-invasiven Operation, entgegen der allgemeinen Meinung, Endometriosepatientinnen nicht nur schwanger werden, sondern auch spontan gebären können.  Kernspintomographie (MRI): Tief-infiltrierende Endometriose mit Befall der Darmwand (roter Pfeil); v: vorne, h: hinten, B: Bauchwand, G: Gebärmutter, D: Darm, W: Wirbelsäule.
Kernspintomographie (MRI): Tief-infiltrierende Endometriose mit Befall der Darmwand (roter Pfeil); v: vorne, h: hinten, B: Bauchwand, G: Gebärmutter, D: Darm, W: Wirbelsäule.
Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern
 
Endometriose betrifft jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter.

Diese gutartige chronische Erkrankung verursacht vor allem während der Regelblutung teils starke Bauchschmerzen und kann eine Rolle bei unerfülltem Kinderwunsch spielen.

  • Dabei wächst Gewebe, das der Gebämutterschleimhaut ähnlich ist, ausserhalb der Gebärmutter im Bauch. 

Selten kann dieses Gewebe tief in andere Organe wie etwa den Darm oder die Vagina einwachsen (sogenannte tief-infiltrierende Endometriose).

  • Oft wird dann eine Operation zur Entfernung der Endometriose nötig.

Forschende der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital wollten nun wissen, ob eine Schwangerschaft und Geburt nach einer solchen Operation risikoreicher ist als die einer Frau ohne Endometriose.

Dazu untersuchten sie 62 Frauen nach einer erfolgreich durchgeführten Endometriose-Operation und verglichen sie mit 186 gesunden Frauen.

Ihre Studie wurde im renommierten Journal «Fertility and Sterility» publiziert.

Weniger Risiken als erwartet

Die Ergebnisse:

  • Die Frauen mit Endometriose hatten einen leicht höheren Blutverlust während der Geburt, aber sonst keine Tendenz zu vermehrten Komplikationen für Mutter und Kind. 
  • Spontangeburten waren fast so häufig wie in der Vergleichsgruppe. 
  • Aufgrund der Operation an Darm und Vagina wurde bisher angenommen, dass Vaginalgeburten problematisch seien mit beispielsweise häufigen Vaginalrissen oder Geburtsstillstand. 
«Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass Frauen nach grösseren Endometriose-Operationen keine nennenswert höheren Risiken für die Geburt haben», erklärt Studienleiter Dr. med. Konstantinos Nirgianakis.



Skizze analog zum MRI: Typische Lokalisation bei tief-infiltrierender Endometriose zwischen Gebärmutter und Enddarm.


Skizze analog zum MRI: Typische Lokalisation bei tief-infiltrierender Endometriose zwischen Gebärmutter und Enddarm. Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern 

Weiter ergab die Studie: Frauen mit Endometriose hatten eine leicht erhöhte Neigung zu kleineren Kindern (Geburtsgewicht unter dem Durchschnitt) und zu Bluthochdruck während der Schwangerschaft. 

Ausserdem kam es etwas häufiger als gewöhnlich zu einer sogenannten «Plazenta previa», bei welcher der Mutterkuchen den Geburtskanal verschliesst.

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Dr. med. Konstantinos Nirgianakis
Oberarzt, Endometriosezentrum, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern,
Konstantinos.Nirgianakis@insel.ch.

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Bern 

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2018.04.036

Nahrungsergänzungsmittel: Pflanzen-, Algen-, Pilzen- oder Flechtenextrakten (sogenannte „Botanicals“

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nahrungsergänzungsmittel - ein Trend ohne Risiko?


Calcium-Brausetabletten zum Frühstück, Vitamin D-Kapseln zum Mittag und abends Folsäure und Isoflavone - welche Nahrungsergänzungsmittel sind für wen und wann gesundheitlich sinnvoll? 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf dem BfR-Forum „Nahrungsergänzungsmittel - Ein Trend ohne Risiko?“ über Nutzen und mögliche Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln sowie zum Konsumverhalten verschiedener Verbrauchergruppen informiert.

„Das Wissen ist für die Risikokommunikation wichtig, denn eine zu hohe Dosis an Vitaminen und Mineralstoffen kann in einigen Fällen der Gesundheit schaden“, sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

„Bei einer abwechslungsreichen Ernährung erhält der Körper in der Regel alle Nährstoffe, die er braucht. 

Es gibt nur wenige Ausnahmen: 

  • Beispielsweise Folsäure für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere.“ 

Das BfR-Forum, das am Donnerstag, den 26. Januar 2017, im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2017 in Halle 3.2 (Erlebnisbauernhof) von 13 bis 16 Uhr in Berlin stattgefunden hat, vermittelte den Teilnehmenden eine differenzierte Sichtweise in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel.

Die Regulation von Nahrungsergänzungsmitteln, die gesundheitliche Risikobewertung von Vitamin D sowie von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln (Botanicals) und die Risikokommunikation zum Thema wurden diskutiert.

Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Personen, die sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, in der Regel überflüssig. Bei ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Dagegen kann der unkontrollierte Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Verbraucherinnen und Verbraucher sind deswegen für einen achtsamen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln zu sensibilisieren und sollten auch über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

  • Bei einer überhöhten Vitamin D-Aufnahme durch hochdosierte Präparate können unerwünschte Wirkungen wie die Bildung von Nierensteinen oder Nierenverkalkung auftreten. 
  • Allgemein wird die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D nur dann empfohlen, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und wenn eine gezielte Verbesserung der Versorgung weder durch die Ernährung noch durch die körpereigene Vitamin D-Bildung durch Sonnenbestrahlung zu erreichen ist. 
  • Zu Risikogruppen einer Unterversorgung mit Vitamin D zählen Personen, die sich bei Sonnenschein kaum oder gar nicht bzw. nur mit gänzlich bedecktem Körper im Freien aufhalten oder Personen mit dunkler Hautfarbe. 
  • Zu den Personen, die nicht ausreichend und regelmäßig in die Sonne gehen, gehören insbesondere mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen (Pflegeheimbewohner, geriatrische Patienten, Osteoporose- und sturzgefährdete Senioren). 
Gestillte und nicht-gestillte Säuglinge bekommen im Rahmen der kinderärztlichen Versorgung je nach Maßgabe für einen bestimmten Zeitraum spezifische Präparate mit Vitamin D zur Rachitisprophylaxe verschrieben.

Die synthetisch hergestellte Form des Vitamins Folat wird als „Folsäure“ bezeichnet.

Folsäure wird in Nahrungsergänzungsmitteln und zur Anreicherung von Lebensmitteln verwendet. Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, und Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt das BfR, ergänzend zu einer folatreichen Ernährung Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen.

  • Dadurch kann das Risiko eines Neuralrohrdefekts („offener Rücken“) beim Kind verringert werden. 
  • Für die Allgemeinbevölkerung ist dagegen die Einnahme von Folsäurepräparaten nur empfehlenswert, wenn eine unzureichende Versorgung medizinisch nachgewiesen wurde. 
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen Nutzen von Folsäuresupplementen oberhalb der Mengen, die für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig sind. Folatverbindungen sind natürlicherweise in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise Grünkohl, Feldsalat oder Hühnerei enthalten.

Aus allen Teilen der Welt sind mittlerweile Nahrungsergänzungsmittel aus Pflanzen-, Algen-, Pilzen- oder Flechtenextrakten (sogenannte „Botanicals“) über das Internet leicht zugänglich geworden.

Daten zu deren Sicherheit für die menschliche Gesundheit und den Eigenschaften einer Vielzahl der darin enthaltenen bioaktiven Substanzen sind allerdings nur in beschränktem Umfang verfügbar. Dies bringt Herausforderungen mit sich sowohl bei der Durchführung von Risikobewertungen der aktiven Verbindungen als auch bei der Ableitung von sicheren Zufuhrmengen für diese Stoffe.

Verbraucherinnen und Verbrauchern ist oftmals nicht bekannt, dass Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln zählen und nicht zu den Arzneimitteln, obwohl sie ebenfalls als Tabletten, Dragees oder Pulver angeboten werden.

Anders als Arzneimittel durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel kein Zulassungsverfahren, sie unterliegen nur einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). 
Für ihre Sicherheit sind ausschließlich die Hersteller verantwortlich.

Wie bei anderen Lebensmitteln auch erfolgt die Überwachung des Verkehrs von Nahrungsergänzungsmitteln einschließlich der Kontrolle der Produktkennzeichnung und der Einhaltung von lebensmittelrechtlichen Bestimmungen durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Bundesländer.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

In diesem Jahr feiert das BfR sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat das BfR eine Jubiläumsbroschüre herausgegeben, die unter http://www.bfr.bund.de/de/publikation/broschueren-660.html kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden kann.


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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle-KANZEL: Konsum von Crystal- drogenabhängige Mütter (vor/nach Schwangerschaft)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Fachübergreifende Initiative des Dresdner Uniklinikums gibt abhängigen Müttern eine Chance

Dank einer fachübergreifenden Zusammenarbeit von drei Kliniken des Universitätsklinikums Carl Gustav Dresden steigen die Chancen drogenabhängiger Mütter – im Mittelpunkt steht der Konsum von Crystal –, um während beziehungsweise nach der Schwangerschaft aus der Sucht aussteigen zu können. 

Die innovative Initiative „Mama denk´ an mich“ verbessert auf diese Weise die Aussichten, dass die Neugeborenen weiter von ihren Müttern betreut werden können. In den ersten zehn Monaten des neuen Angebots ließ sich die Rate der ins ursprüngliche Zuhause entlassenen Babys von einem Drittel auf zwei Drittel erhöhen. 

"Mama, denk' an mich" "Mama, denk' an mich" Uniklinikum Dresden
 
Die innovative Initiative „Mama denk´ an mich“ verbessert auf diese Weise die Aussichten, dass die Neugeborenen weiter von ihren Müttern betreut werden können. Seit Januar 2016 gibt es im Rahmen der Initiative eine Koordinatorin zur Betreuung der Abhängigen und ihrer Neugeborenen. Initiatoren und Ansprechpartner sind Mitarbeiter der Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, für Kinder und Jugendmedizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapie. Um mehr Betroffene, deren Angehörige, aber auch Institutionen auf das Angebot aufmerksam zu machen, hat das Klinikum nun einen Flyer herausgegeben.

„Unser Ziel ist es, mehr von Sucht betroffenen Familien die Chance zu geben, komplett zu bleiben“, sagt Prof. Reinhardt Berner. Der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin spricht auch im Namen von zwei weiteren Direktoren, deren Kliniken Kontakt zu drogenanhängigen Müttern haben. Das Klinikteam von Prof. Berner ist immer dann gefragt, wenn ein Neugeborenes aufgrund der Sucht der Mutter behandelt werden muss – das ist der späteste Moment, an dem sich eine Abhängigkeit offenbart. Oft aber zeigt sich das Problem bereits den Frauenärzten, die die Schwangeren betreuen.
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Doch es gibt eine Dunkelziffer, denn die betroffenen Frauen scheuen sich, ihr Suchtproblem zu offenbaren. Neben dem Nichteingestehen-Wollen und dem Schamgefühl ist es die Angst der werdenden Mütter, ihr Kind nicht behalten zu dürfen. Deshalb setzt die fachübergreifende Initiative „Mama denk´ an mich“ darauf, Vertrauen zu schaffen und den Abhängigen eine konkrete Perspektive zu bieten.

Erster Anlaufpunkt dieser Mütter sind häufig niedergelassene Gynäkologen. Um diese Fachärzte zu entlasten und den Patientinnen sowie den ungeborenen Kindern eine möglichst umfassende ärztliche Betreuung in der Schwangerschaft anzubieten, hat die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Dresdner Uniklinikum eine Spezialsprechstunde eingerichtet. In diesem Rahmen wird den abhängigen Müttern die Zeit eingeräumt, die notwendig ist, um alle Fragen in dieser schwierigen Situation zu klären und die auch aus medizinischer Sicht bestmöglichen Lösungen zu finden. „Mit unserem Angebot, über das wir unsere niedergelassenen Fachkollegen informiert haben, wollen wir den Frauen ohne jede Vorverurteilung helfen, dass sie und ihre Babys gesund durch die Schwangerschaft kommen“, sagt Dr. Katharina Nitzsche. Die Oberärztin der Geburtshilfe an der Uni-Frauenklinik ist für diese Spezialsprechstunde verantwortlich. „Wir verstehen uns dabei auch als Tor zu weiteren Betreuungsangeboten, die den Frauen im Rahmen unserer Initiative ‚Mama denk´ an mich‘ am Uniklinikum offenstehen“, so die Oberärztin weiter.

„Ein Kind zu erwarten und Mutter zu werden, ist ein guter Anlass, sein Leben zu ändern“, sagt Privatdozent (PD) Dr. Jörg Reichert. Der Psychologe leitet den im Fachbereich Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin angesiedelten psychologisch-sozialmedizinischen Versorgungsbereich – kurz „FamilieNetz“, der seit mittlerweile acht Jahren vor allem Eltern zu früh oder krank geborener Kinder betreut. In diesen Fällen geht es vor allem darum, die elterlichen Bindungen zu den lange im Krankenhaus behandelten Kindern zu fördern und die Eltern darin zu begleiten, mit der daraus resultierenden schwierigen Situation umzugehen. Angesichts der Zunahme von Kindern, die infolge des Crystal-Konsums ihrer Mütter am Klinikum behandelt werden müssen, sah das Team um PD Dr. Reichert Handlungsbedarf und aufgrund der eigenen Erfahrungen auch Ansatzpunkte, den Süchtigen neue, innovative Angebote einer fachübergreifenden Betreuung zu unterbreiten.

Die Initiative nutzt die Tatsache, dass die Schwangere beziehungsweise frisch entbundene Mutter mit ihrem Neugeborenen regelmäßig im Universitäts Kinder-Frauenzentrum ambulant oder stationär behandelt werden. Damit befinden sich die Betroffenen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ambulanz für Suchterkrankungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Klinik bietet den Müttern im Rahmen des Klinikaufenthalts ihrer Kinder erste Therapiesitzungen an, um den Weg aus der Abhängigkeit zu finden. „Das ist unsere beste Chance, wenn wir junge Frauen und deren Familien weg von der Sucht führen wollen“ sagt Prof. Ulrich Zimmermann, Arzt und Suchtforscher am Dresdner Uniklinikum. Vor allem die Geburtsmediziner des Uniklinikums, die sich ebenfalls in der Initiative „Mama denk´ an mich“ engagieren, werben bereits vor der Geburt für diese Option. Die Zahlen der ersten zehn Projektmonate zeigen, dass diese besondere Form der Betreuung erfolgversprechend ist: Erfahrungsgemäß entscheiden die zuständigen Jugendämter in zwei Dritteln der Fälle, dass das Kind nach der Krankenhausbehandlung nicht in den Haushalt der Eltern entlassen werden kann, sondern in eine Pflegefamilie kommt. Bei den insgesamt 20 Müttern, die bisher das Angebot der fachübergreifenden Betreuung am Dresdner Uniklinikum wahrgenommen haben, drehte sich das Verhältnis um: Hier konnte in zwei Dritteln der Fälle das Kind in der eigenen Familie bleiben. „Wir nehmen die Frauen als Mütter und nicht als Süchtige an“, betont PD Dr. Reichert und hofft so, dass es durch diese Haltung und den bisherigen Erfolg des Projekts für die Frauen attraktiv wird, sich der Sucht zu stellen.

  • Der Wille, sich nach der Geburt neu zu orientieren und einen Weg aus der Abhängigkeit zu finden, reicht allein für den Ausstieg aus der Abhängigkeit nicht aus. Erst wenn Betroffene Hilfe annehmen und an einer Therapie teilnehmen, können sich Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und Jugendamt ein verlässlicheres Bild davon machen, ob das Kind in der eigenen Familie gut aufgehoben sein könnte. Deshalb werden die an der Betreuung beteiligen Klinikumsmitarbeiter angehört, bevor das Jugendamt entscheidet, wie es mit den Kindern weitergeht. „Der Umstand, dass diese vom Jugendamt anberaumten Fallkonferenzen im Universitätsklinikum stattfinden, ist ein großer Vertrauensbeweis für unsere Arbeit“, sagt Prof. Berner.

Wie erfolgreich das Projekt „Mama denk´ an mich“ langfristig ist, soll in einer Studie untersucht werden, die alle betreuten Familien einschließt und deren weiteren Lebenswege untersucht. „Der finanzielle Aufwand für die Koordinatorin des Projekts und seine wissenschaftliche Begleitung wird derzeit noch aus Drittmitteln bestritten,“ so Professor Dr. Mario Rüdiger, Leiter des Fachbereichs Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, „Um diesen besonderen Betreuungspfad über die Grenzen des Großraums Dresden ausrollen zu können, bedarf es neben dem Beweis für die Wirksamkeit weiterer Projektpartner und Unterstützer. Unter den Müttern, die es nicht geschafft haben, gibt es einige, die an ihren weit von Dresden entfernten Heimatorten keine adäquaten Hilfsangebote finden konnten. Wenn deshalb ihre Kinder in eine Pflegefamilie müssen, tut es uns sehr leid, dass wir nicht helfen konnten“, sagt PD Dr. Reichert.

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Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
FamilieNetz – Initiative „Mama, denk‘ an mich“
Heike Menz
Tel.: 0351 458 66 33
E-Mail: mama.dam@ukdd.de

Universitätsklinikum Carl Gustav
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
FamilieNetz – Initiative „Mama, denk‘ an mich“
Leiter: PD Dr. Jörg Reichert
Tel.: 0351 458
E-Mail: joerg.reichert@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/kik

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Spezialambulanz für Crystal-abhängige Schwangere
Oberärztin Dr. Katharina Nitzsche
Tel.: 0351 458 56 74
E-Mail: katharina.nitzsche@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/gyn

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Suchtambulanz
Leiter und stellvertretender Klinikdirektor: Prof. Dr. med. Ulrich Zimmermann
Tel.: 0351 458 54 22
E-Mail: UlrichS.Zimmermann@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/psy

Frauen und ihre Fernbeziehung - werden sie schwanger?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Schwangerwerden trotz Fernbeziehung: Kinderwunsch durch hormonelle Steuerung erfüllen

Frauen, die in einer Fernbeziehung leben, haben es oft besonders schwer, schwanger zu werden. Denn fällt ihre kurze fruchtbare Phase mit dem monatlichen Eisprung nicht auf die mit dem Partner verbrachte Zeit – etwa das Wochenende –, sinkt ihre Aussicht, schwanger zu werden auf unter fünf Prozent. Mit welchen Möglichkeiten Endokrinologen Paaren heute helfen können, dennoch schwanger zu werden, diskutieren Experten auf der  der DACH-Tagung am 26. Mai 2016 in München. 
 
Bei jedem fünften Paar in Deutschland klappt es nicht mit dem Schwangerwerden.

  • Dies liegt zum einen an organischen Ursachen wie geringer Spermienqualität beim Mann, seltenen bis ausbleibenden Eisprüngen bei der Frau oder Krankheiten wie Diabetes oder Schilddrüsenfunktionsstörungen. 
Aber auch Lebensstilfaktoren können dazu führen, dass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

„Dazu gehören Über- oder Untergewicht, Stress oder Rauchen, aber auch schlicht Terminprobleme“, weiß PD Dr. med. Vanadin Seifert-Klauss, leitende Oberärztin an der Poliklinik/Endokrinologie, Frauenklinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar in München.

So kommen in die Hormonsprechstunde der Münchener Hormonexpertin immer häufiger Paare, bei denen ihre Fernbeziehung mit ein Grund ist, dass die Frau nicht schwanger wird.

Fernbeziehungen sind heute für viele Menschen Alltag, oft aus beruflichen Gründen. Jeder Achte lebt unter der Woche getrennt vom Lebenspartner. Wünschen sich Paare ein Kind, kann die Fernbeziehung plötzlich zu einem großen Hindernis werden. „Für Paare, die weitgehend zusammenleben, können wir von einer 25-prozentigen Schwangerschaftschance pro Monat ausgehen“, berichtet Dr. Seifert-Klauss. Sehe man sich hingegen nur selten, könne das kurze fruchtbare Zeitfenster rund um den weiblichen Eisprung oft nicht genutzt werden. „Die Eizelle ist nach dem Eisprung nur 12 bis 24 Stunden bereit, befruchtet zu werden“, so die Hormonexpertin.

In diesen Fällen könne eine Hormontherapie helfen, den Eisprung gezielt etwa auf das Wochenende zu verschieben.
  • Haben Frauen keinen oder nur selten einen Eisprung, helfen andere Hormontherapien, um die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu verbessern. 
Dr. Seifert-Klauss erläutert:

„Viele Frauen haben direkt nach Absetzen der Pille vorübergehend eine Erhöhung ihres Follikelstimulierenden Hormons (FSH), das das Wachsen des Eibläschens anregt. Man nennt dieses Absetzphänomen auch „Rebound-Effekt“. Den so ausgelösten FSH-Schub auf die Eierstöcke können Patientinnen gezielt nutzen, um im ersten Zyklus nach dem Absetzen der Pille in vielen Fällen einen Eisprung hervorzurufen.“
Etwa fünf bis acht Prozent der Frauen leiden an einem Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS). 
  • Es hat zur Folge, dass der Eisprung nur selten stattfindet. Hier kann eine zweiwöchige Gestagen-Gabe in der zweiten Zyklushälfte die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs im nächsten Zyklus der Patientin mit einem milden PCOS erhöhen.
  • Um die gezielt hervorgerufenen Eisprünge bestmöglich für eine Befruchtung zu nutzen, empfiehlt die Expertin, bereits einige Tage im Vorfeld Verkehr zu haben. Da Spermien im Körper der Frau drei bis zu fünf Tage befruchtungsfähig blieben, bestünde so die Chance, dass sie auf eine Eizelle treffen würden.
Professor Dr. med. Günter Stalla, Tagungspräsident und Leiter der Inneren Medizin, Endokrinologie und Klinischen Chemie, Neuroendokrinologische Ambulanz und Andrologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München ergänzt:

„Die hormonellen Regelkreise sind sehr kompliziert. Daher gehört diese Behandlung unbedingt in die Hände von gynäkologisch-endokrinologisch versierten Expertinnen und Experten.“

Für wen genau welche Therapie in Frage kommt und welche Vor- und Nachteile es dabei zu bedenken gilt, ist eines der Themen auf der der DACH-Tagung am 26. Mai 2016 in München.

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http://www.rhekiss.de Rhekiss-Register zu Schwangerschaften bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Rhekiss-Register zu Schwangerschaften bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen online!

Rhekiss (Rheuma-Kinderwunsch und Schwangerschaft) ist ein neues bundesweites Register, in dem Daten zum Ausgang von Schwangerschaften bei Patientinnen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen systematisch erfasst werden. Es soll die Sicherheit in der Betreuung der betroffenen Frauen erhöhen und den behandelnden Ärzten dabei helfen, die Patientinnen auf einer fundierten Datenbasis zu beraten. 

Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz
 Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz
 
Rhekiss ist ein Gemeinschaftsprojekt des Rheumazentrums Rhein-Ruhr e.V. in Düsseldorf und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. Die Studienleitung haben Frau Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz aus Düsseldorf und Frau Dr. med. Anja Strangfeld aus Berlin inne.

  • Das Register ist seit dem 15. September 2015 online. Eingeschlossen werden können schwangere Frauen mit einer gesicherten entzündlich-rheumatischen Erkrankung (z. B. Kollagenosen, Vaskulitiden, Rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, autoinflammatorische Syndrome). 

Die Finanzierung erfolgt über beide Partner gemeinschaftlich. Das Rheumazentrum Rhein-Ruhr ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Regionalen Kooperativen Rheumazentren (AGRZ) in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die eine bundesweit gute Versorgung Rheumakranker zum Ziel hat.

  • In Rhekiss dokumentieren Rheumatologen und Patientinnen parallel Daten zu Krankheit und Therapie, den Verlauf der Schwangerschaft und die Kindesentwicklung. Der Einschluss in das Register erfolgt unabhängig von einer medikamentösen Therapie und soll nach Möglichkeit bereits bei Äußerung eines konkreten Kinderwunsches oder während des ersten Drittels der Schwangerschaft erfolgen. Die Beobachtung dauert bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes.
  • Später soll das Register auch auf männliche Patienten mit entzündlich-rheumatischer Erkrankung ausgedehnt werden, deren Partnerin schwanger ist.

Ärzte und Patientinnen dokumentieren 

▪ Krankheitsverlauf vor Empfängnis
▪ Krankheitsverlauf in der Schwangerschaft
▪ Krankheitsverlauf nach der Geburt
▪ Verlauf/Ausgang der Schwangerschaft
▪ Mütterliche oder kindliche Komplikationen während der Schwangerschaft
▪ Kindliche Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren.

  • Die Erhebung erfolgt durch ein komfortables, datenschutzrechtlich abgesichertes elektronisches Online-Befragungssystem für Ärzte und Patienten. Der Arzt dokumentiert in der Praxis, die Patientin separat (z. B. zu Hause). Der Zeitaufwand wird durch den modularen Aufbau gering gehalten. Der Einschluss der Teilnehmerinnen erfolgt durch den behandelnden Rheumatologen.

„Das Register wird nur dann aussagefähige Ergebnisse erbringen, wenn viele Rheumatologinnen und Rheumatologen aktiv daran teilnehmen“, betont Dr. Fischer-Betz.

„Wir bitten daher alle Kolleginnen und Kollegen, die Patientinnen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft betreuen, aktiv am Register teilzunehmen.“ Informationen sind unter http://www.rhekiss.de zu finden.

Um sich anzumelden reicht eine formlose E-Mail an rhekiss@drfz.de


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Studienleitung: Privatdozentin Dr. med. Rebecca Fischer-Betz, Dr. med. Anja Strangfeld

Studienkoordination: Christina Bungartz

Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Angela Zink, Privatdozentin Dr. med. Jutta Richter, Prof. Dr. med. Matthias Schneider

Biometriker: Dr. Joachim Listing, M. Sc. Biostatistics Adrian Richter


Köpenicker Str. 48/49, Aufgang A
10179 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: info@dgrh.de

Dr. Julia Rautenstrauch
Telefon: 030 24048470
Fax: 030 42048479
E-Mail-Adresse: julia.rautenstrauch@dgrh.de


Barbara Gundelach
Telefon: 030 / 240484 - 72
Fax: 030 / 240484 - 79
E-Mail-Adresse: barbara.gundelach@dgrh.de

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.500 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

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