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Prof. Cora Weigert: Nicht-alkoholisch bedingten Lebererkrankung (NAFLD, auch metabolische Lebererkrankung MAFLD genannt)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wie regelmäßiger Sport vor Fettleber-assoziierten Erkrankungen schützen kann

  • Sport trainiert nicht nur die Muskeln, sondern kann auch die Entstehung einer Fettleber verhindern. 

Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), Helmholtz Munich und dem Universitätsklinikum Tübingen zeigt, welche molekularen Anpassungen insbesondere der Mitochondrien der Leber dabei zu beobachten sind. 

Die Studie ist in ‘Molecular Metabolism’ erschienen.

  • Weltweit leidet jeder vierte Mensch an einer nicht-alkoholisch bedingten Lebererkrankung (NAFLD, auch metabolische Lebererkrankung MAFLD genannt). 
  • Die Betroffenen haben häufig auch einen Typ-2-Diabetes sowie ein erhöhtes Risiko für Leberzirrhose und kardiovaskulären Erkrankungen. 

Zudem ist NAFLD mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. 

Als eine Ursache für die Erkrankung wird eine Dysbalance von Energiezufuhr und -verbrauch diskutiert. 

  • Das führt zur Fettablagerung in der Leber und beeinträchtigt mit der Zeit die Funktion der Mitochondrien* – beides Risikofaktoren für die Entstehung einer hepatischen Insulin-Resistenz und Leberentzündung.


Wie Sport die Anpassung der Leber an eine erhöhte Energiezufuhr verändert

  • Um NAFLD vorzubeugen und zu behandeln, wird eine Veränderung des Lebensstils mit erhöhter körperlicher Aktivität empfohlen. 

In wieweit regelmäßiger Sport die Anpassung der Leber an eine erhöhte Energiezufuhr verändert und welche Rolle der Skelettmuskel dabei spielt, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie am Universitätsklinikum Tübingen und am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen bei Helmholtz Munich an der Universität Tübingen untersucht. Dabei haben sie mit dem Institut für Experimentelle Genetik (IEG) am Helmholtz Zentrum München, dem Leibniz Institut für Analytische Wissenschaften in Dortmund und dem Dalian Institute of Chemical Physics in China zusammengearbeitet.

Sport kann vor Leberfetterkrankungen durch zu viel Essen schützen

In der von Dr. Miriam Hoene und Dr. Lisa Kappler durchgeführten Studie wurden Mäuse mit einer energiereichen Nahrung gefüttert. Ein Teil der Mäuse erhielt zusätzlich regelmäßiges Laufbandtraining. Im Anschluss an die sechswöchige Intervention untersuchten die Forschenden die Lebern und Muskeln der Tiere auf Veränderungen bei den Genen, die abgelesen werden (Transkriptom), bei den in den Mitochondrien gebildeten Proteinen (mitochondriales Proteom), der Lipidzusammensetzung und der Mitochondrienfunktion.

  • Dabei zeigte sich, dass durch das Training in der Leber wichtige Enzyme des Glukose- und Fruktose-Abbaus sowie des mitochondrialen Pyruvatmetabolismus reguliert werden. 
  • So kann der Substratüberschuss für die mitochondriale Atmung und die Lipidsynthese verringert werden. 

Die Folge: 

Es wird weniger Fett in der Leber gespeichert – und weniger spezielle Lipide wie Diacylglycerol. 

Zudem verbessert sich die Glukosekontrolle in den trainierten Mäusen. 

Zusätzlich entlastet eine erhöhte Atmungskapazität der Skelettmuskeln den Stoffwechsel in der Leber.

Die systembiologischen Daten bieten einen umfassenden Einblick in die molekulare Anpassung von Leber und Muskel an eine energiereiche Diät, an Training, und kombinatorische Effekte. „Die Ergebnisse passen sehr gut zu Ansätzen laufender klinischer Studien, in denen Inhibitoren gegen einige der hier gefundenen Targets wie z.B. den mitochondrialen Pyruvattransporter getestet werden“, sagt DZD-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Cora Weigert.

 „Sie zeigen auch, wie durch regelmäßige körperliche Aktivität gleichzeitig viele, kleine Veränderungen an zentralen Schaltstellen des Metabolismus stattfinden, was durch eine Monotherapie nicht erreicht werden kann“, führt die Leiterin der Studie und Professorin für Molekulare Diabetologie am Universitätsklinikum Tübingen weiter aus.

*Mitochondrien
Aufgabe der Mitochondrien ist es, Energie für die Zelle verfügbar zu machen. 

Dies geschieht durch Zellatmung. 

Dabei handelt es sich um einen Stoffwechselvorgang, bei dem in Glukose und anderen organischen Substanzen gespeicherte Energie durch das Aufbrechen der chemischen Verbindung gewonnen wird. 

Bei diesem Vorgang wird Adenosin-Triphosphat, kurz ATP gewonnen. 

Das ist das wichtigste Energiemolekül im Körper. 

Mitochondrien gelten deswegen auch als Kraftwerke der Zelle.

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Prof. Cora Weigert
Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen
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Telefon: 07071 29-8567
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Birgit Niesing Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

ngolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Deutschland
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E-Mail-Adresse: contact@dzd-ev.de

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Originalpublikation:

Hoene, M. et al.: Exercise prevents fatty liver by modifying the compensatory response of mitochondrial metabolism to excess substrate availability. Molecular Metabolism; DOI: https://doi.org/10.1016/j.molmet.2021.101359


 

LDL - Cholesterinspiegel: Behandlung von Hypercholosterinämie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Schützt Eisen vor Atherosklerose?

Der erstmalige Nachweis von direkten Interaktionen zwischen Eisenstoffwechsel und Lipidhaushalt könnte einen neuen therapeutischen Weg zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels ebnen und damit die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen optimieren. 

Die wegweisenden Erkenntnisse sind das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit von Innsbrucker Forschungsteams rund um den Internisten und Eisenexperten Günter Weiss von der Medizinischen Universität Innsbruck. Das renommierte European Heart Journal berichtet. 

Mikroskopische Aufnahme von Kupfferzellen (rot umrandet) und primären Hepatozyten nach 48h. Das Cholesterin (grün) wurde fast vollständig an die primären Hepatozyten abgegeben.
Mikroskopische Aufnahme von Kupfferzellen (rot umrandet) und primären Hepatozyten nach 48h. Das Cholesterin (grün) wurde fast vollständig an die primären Hepatozyten abgegeben.
MUI/Innere II
 
Ausgangspunkt dieser Forschungsarbeit war die überraschende Entdeckung, dass TrägerInnen eines mutierten HFE-Gens – Veränderungen dieses Proteins lösen die hereditäre Hämochromatose (genetische Eisenüberladung) aus – einen niedrigen LDL-Cholesterinspiegel haben.

„Überraschend deshalb, weil Personen mit der genetischen Eisenspeicherkrankheit, übrigens die häufigste rezessive Erbkrankheit bei Europäern, aufgrund von Eisenablagerungen in den Gefäßen ein erhöhtes Atherosklerose-Risiko zugeschrieben wurde. 

In der Fachwelt herrschte bislang Uneinigkeit darüber, ob eine Eisenüberladung positive oder negative Effekte auf das kardiovaskuläre Risikoprofil hat“, erklärt der Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin II, Günter Weiss, der bereits seit vielen Jahren zum Eisenstoffwechsel und damit assoziierten Erkrankungen forscht.


Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: EisenlaborUntersuchung
 
Regulation von LDL-Rezeptoren und Cholesterin-Transport

Bei einem im Labor von Günter Weiss etablierten Knockout Mausmodell mit Eisenüberladung und einem dem menschlichen Organismus angeglichenen Cholesterin-Spiegel konnte das Team, darunter Egon Demetz und Ivan Tancevski, nach der Verabreichung einer Eisendiät feststellen, dass die Mäuse weniger Atherosklerose entwickelten. Die Innsbrucker ForscherInnen konnten zudem in über 200.000 humanen Proben von HFE-GenträgerInnen aus verschiedenen Biodatenbanken und Genomweiten Assoziationsstudien niedrige LDL-Werte nachweisen. „In unseren Untersuchungen identifizierten wir schließlich drei Mechanismen, die diesen Zusammenhang aufklären.

Wir konnten nachweisen, dass das Hämochromatoseprotein HFE die Expression des LDL Rezeptors auf Leberzellen reguliert, indem es sie an der Zellmembran verfügbar macht und dass auch Kupffer Zellen, das sind die Fresszellen der Leber, LDL-Rezeptoren exprimieren und so an der Verstoffwechslung des LDL-Cholesterins beteiligt sind“, so Tancevski. 

„Für den Transfer von den Blutfetten aus diesen Kupffer Zellen ist schließlich das Eisen zuständig, indem es das Transportprotein ABCA1 hochreguliert, sodass LDL aus dem Serum abtransportiert wird“, ergänzt Egon Demetz, Erstautor der Arbeit, die physiologischen Details.

Neuer Ansatz zur Behandlung der Hypercholesterinämie

Die Aufklärung dieses Zusammenhangs wollen die Innsbrucker ForscherInnen nun für neue Strategien zur therapeutischen Vorbeugung von Atherosklerose nützen.

„Vor allem im Rahmen der familiären Hypercholesterinämie, bei der ein genetischer Defekt die Funktion des LDL-Rezeptors beschränkt, ist es denkbar, diese Interaktion zwischen dem HFE-Protein, den Kupffer Zellen und Eisen zu forcieren, um mehr LDL aus dem Serum zu transportieren und den Cholesterinspiegel zu senken“, so Weiss.

Die im European Heart Journal veröffentlichten Erkenntnisse basieren auf der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit zahlreicher Arbeitsgruppen und Institute am Standort, darunter die Univ.-Klinik für Neurologie (Direktor: Stefan Kiechl) und das Institut für Genetische Epidemiologie (Direktor: Florian Kronenberg) im Rahmen des Global Lipids Genetics Consortiums (GLGC).

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Doris Heidegger Medizinische Universität Innsbruck
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E-Mail-Adresse: doris.heidegger@i-med.ac.at

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa140

 

TOP-Untersucher-Hinweis: Gefäßstütze (Stent) - verengtes Herzkranzgefäß

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Universitätsklinikum Gießen führt erste robotische PCI-Behandlung in Deutschland durch

Das Universitätsklinikum Gießen ist das erste Klinikum in Deutschland, an dem assistiert von einem Robotersystem eine Gefäßstütze (Stent) minimalinvasiv in ein verengtes Herzkranzgefäß eingesetzt wurde, um es wieder zu öffnen. 

Diese perkutane Koronarintervention führte das Team von Prof. Dr. Holger Nef, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik I (Kardiologie / Angiologie) durch. 

Prof. Dr. Nef, stellvertretender Direktor der Klinik Kardiologie und Angiologie am Uniklinikum Gießen, im Hintergrund: Prof. Elsässer, Leiter der akademie-eigenen Kurse der DGK.
Prof. Dr. Nef, stellvertretender Direktor der Klinik Kardiologie und Angiologie am Uniklinikum Gießen, im Hintergrund: Prof. Elsässer, Leiter der akademie-eigenen Kurse der DGK. Andi Mährlein / Universitätsklinikum Gießen
 
Um den Katheter zu führen und den Stent zu setzen, nutzen die Ärzte ein endovaskuläres Robotersystem zusammen mit einem Angiographie-System. Das Angiographie-System lieferte den Ärzten während des gesamten Eingriffs die Bildgebung zur Darstellung der Gefäße des Patienten, durch die der Katheter geführt wurde.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen in den westlichen Industrienationen. Ihre Folgen, beispielsweise der akute Herzinfarkt, gehören in der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen.

  • In der Therapie des akuten und chronischen Koronarsyndroms hat sich die perkutane Koronarintervention (PCI) mit Stent-Implantation (Gefäßstützen) als sogenannter Goldstandard etabliert und wird dementsprechend in den europäischen Leitlinien empfohlen.

Die PCI ist im klinischen Alltag nach wie vor mit einigen potentiellen Risiken, sowohl für den Patienten als auch für das Personal des Herzkatheterlabors, verbunden.  

„Für den Patienten sind dies unter anderem die Strahlenbelastung, das akute Nierenversagen durch Kontrastmittelgabe und die Stentthrombose / Stentstenose bei falscher visueller Einschätzung der Läsionslänge“, berichtet Prof. Nef .

Auch das klinische Personal ist auf Dauer einer Belastung ausgesetzt, welche sich vor allem durch das Tragen von schweren Bleischürzen und die Röntgenstreustrahlung bemerkbar macht.

Interventionelle Kardiologen entwickeln bereits in den frühen Lebensjahren häufiger Katarakte als Ärzte aus anderen Fachgebieten.

In einer kürzlich publizierten Beobachtungsstudie wurde zudem die Sorge um einen möglichen Zusammenhang zwischen der lebenslangen Strahlenbelastung bei interventionellen Kardiologen und der Entwicklung von linksseitigen Hirntumoren geäußert. 


Nicht zuletzt aus diesen Gründen wurde seit Jahren nach einer Roboter-gestützen und ferngesteuerten Alternative geforscht.

Die Zukunft der PCI liegt in der Robotik


- Roboter im OP: Ärzte am Universitätsklinikum Gießen nutzen erstmals in Deutschland das Robotersystem von Corindus, einem Tochterunternehmen von Siemens Healthineers.
- Roboter im OP: Ärzte am Universitätsklinikum Gießen nutzen erstmals in Deutschland das Robotersystem von Corindus, einem Tochterunternehmen von Siemens Healthineers.
Andi Mährlein / Universitätsklinikum Gießen


In diesem Zusammenhang wurden roboter-gestützte und ferngesteuerte Systeme für koronare und endovaskuläre Eingriffe entwickelt, um einige dieser oben erwähnten Risiken zu minimieren. Erste Versuche haben die Sicherheit, Anwendbarkeit und Effektivität des nun in Gießen eingesetzten Gerätes mit der konventionellen PCI verglichen. In der ersten veröffentlichten Studie beurteilen die Behandler die Leistungen des Robotersystems in 97,5 Prozent der Fälle als gleichwertig oder besser als das herkömmliche manuelle PCI-Verfahren. 

 Die Strahlenbelastung des interventionellen Kardiologen reduzierte sich um 97 Prozent im Vergleich zur konventionellen PCI.

Darüber hinaus wurden Robotersysteme für die PCI auch mit dem Ziel entwickelt, die Präzision zu erhöhen. So erlaubt ein Robotersystem durch seine mechanische Präzision eine exakte Steuerung der Stent- und Ballonpositionierung (0,5-mm-Schritte). „Eine genaue Positionierung von Stent und Ballon ist entscheidend für den prozeduralen Erfolg der PCI und das langfristige Ergebnis“ sagt Prof. Dr. Christian Hamm, Direktor der Medizinischen Klinik I, Kardiologie und Angiologie, am Uniklinikum Gießen.

„Wenn koronare Läsionen nicht vollständig durch Stents abgedeckt werden, ist dies ein wesentlicher Risikofaktor für Folgeeingriffe durch Restenosen.“ Zukünftige Implementierung von künstlicher Intelligenz erlaubt zudem eine weitere Simplifizierung der PCI-Prozedur.

Technische Innovationen ermöglichen komplexere Eingriffe

Durch diesen technischen Fortschritt im Bereich der interventionellen Kardiologie kann es ferner gelingen, zunehmend komplexere Prozeduren wie beispielsweise Mehrgefäßerkrankungen, Hauptstammstenosen, Bifurkationsstenosen oder auch Wiedereröffnungen von chronischen Verschlüssen erfolgreich routinemäßig durchzuführen.

„Gerade bei diesen Untersuchungen kann die Präzision durch robotische Untersütztung, sowie die Reduktion der Strahlenbelastung elementar wichtig sein.“ so Prof. Nef.

Doch um die zahlreichen Optionen der Robotersysteme im Rahmen der Prozedur zu nutzen, sollte eine standardisierte und differenzierte Ausbildung der Interventionalisten mit dieser Technik erfolgen.

"Hierdurch könnten wir optimale Eingriffsergebnisse bei gleichzeitiger Risikoreduktion für unsere Patienten erzielen", so Prof. Albrecht Elsässer, Leiter der Akademie-eigenen Kurse der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

„Derzeit wird bereits ein Curriculum erstellt und der Ausbildungsprozess wissenschaftlich begleitet.

Wenn wir von einer flächendeckenden Verbreitung der Methode in den kommenden Jahren ausgehen, können wir durch solche Programme eine hohe Versorgungsqualität der Patienten garantieren“, erläutert Prof. Elsässer.

Das Universitätsklinikum Gießen freut sich, nun als erstes deutsches Zentrum seinen Patienten dieses neue Verfahren anbieten zu können.

 „Die optimale Patientenversorgung mit innovativer Technologie ist uns eine Herzensangelegenheit, weshalb wir uns für dieses neue Verfahren entschieden haben“, sagt Dr. Christiane Hinck-Kneip, die Kaufmännische Geschäftsführerin am Universitätsklinikum Gießen.

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Medizinische Klinik I – Kardiologie / Angiologie
Prof. Dr. Christian Hamm
Klinikdirektor
Telefon: 0641 / 985 - 42101
E-Mail: christian.hamm@innere.med.uni-giessen.de
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Prof. Dr. Holger Nef
Stellvertretender Klinikdirektor
Telefon: 0641 / 985 – 42122
E-Mail: Holger.nef@innere.med.uni-giessen.de
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Universitätsklinik Oldenburg
Prof. Dr. Albrecht Elsässer
Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie, Oldenburg
Leiter der Akademie-eigenen Kurse der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
Telefon: 0441 / 40372539
Email: Elsaesser.Albrecht@klinikum-oldenburg.de

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Dr. Manuela Rutsatz
Telefon: 06421 5866308
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GenderMedizin: Frauen und Migräne: Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Migräne als Risikomarker für Schlaganfall und Herzinfarkt


Patientinnen mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema Link: Arbeitsbedingungen und psychische Belastungen  

  • Frauen, die unter Migräne leiden, haben langfristig ein leicht erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.  
Wissenschaftler um Prof. Tobias Kurth, Leiter des Instituts für Public Health (IPH) der Charité – Universitätsmedizin Berlin, haben anhand einer Datenanalyse festgestellt: 

  • Migränepatientinnen erleiden im Vergleich eher einen Schlaganfall oder Herzinfarkt als Frauen ohne Migräne. 

Die aktuelle Auswertung greift auf Daten aus der amerikanischen Nurses' Health Study II zurück, die Ergebnisse sind jetzt im British Medical Journal* erschienen. 
 
Migräne ist eine verbreitete Kopfschmerzerkrankung, laut Berufsverband Deutscher Neurologen sind in Deutschland schätzungsweise ein Fünftel aller Frauen betroffen.

Migräneerkrankungen werden bereits jetzt mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht.

Dennoch existieren nur wenige Studien, die die Zusammenhänge zwischen Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhter Sterblichkeit aufzeigen.

Nun haben amerikanische und deutsche Wissenschaftler unter der Federführung von Prof. Kurth die Daten von mehr als 115.500 Teilnehmerinnen der großangelegten Nurses' Health Study II ausgewertet.

Die Teilnehmerinnen waren zu Studienbeginn zwischen 25 und 42 Jahre alt und hatten keine diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt 17.531 von ihnen, etwas mehr als 15 Prozent, litten unter einer ärztlich festgestellten Migräne. Im Untersuchungszeitraum von 1989 bis 2011 ist bei 1.329 dieser Frauen ein kardiovaskuläres Ereignis beobachtet worden. 223 der Frauen verstarben in der Folge.

„Unsere Auswertung legt nahe, dass Migräne als ein wichtiger Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet werden muss, insbesondere bei Frauen“, folgert Prof. Kurth. 
  • „Es hat sich gezeigt, dass Migränepatientinnen ein um 50 Prozent höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten als Nichtbetroffene. Das Risiko für einen Herzinfarkt war bei ihnen um 39 Prozent, für Schlaganfall um 62 Prozent und für eine Angina pectoris um 73 Prozent erhöht“, so der Wissenschaftler.
Die aktuelle Studie hat eine ganze Reihe von Faktoren einbezogen, die die Wahrscheinlichkeit von Gefäßerkrankungen erhöhen. 

Keine Informationen waren dagegen über einzelne Biomarker und migränespezifische Charakteristika, wie die Wahrnehmung einer Aura, enthalten.

Weitere Forschungsarbeiten sind daher notwendig, um die Ursachen dieser Zusammenhänge genauer bestimmen zu können und vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Ob bei Männern mit Migräne ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht, ist noch zu klären.

  • „Migräneerkrankungen sind weit verbreitet, daher ist es dringend notwendig, die biologischen Prozesse zu verstehen, die an diesen Prozessen beteiligt sind, um Patienten vorbeugende Maßnahmen anbieten zu können“, so Prof. Kurth.

*Tobias Kurth, Anke C. Winter, A. Heather Eliassen, Rimma Dushkes, Kenneth J. Mukamal, Eric B. Rimm, Walter C. Willett, JoAnn E. Manson, Kathryn M. Rexrode. Migraine and risk of cardiovascular disease in women: prospective cohort study. BMJ 2016;353:i2610. doi: 10.1136/bmj.i2610. http://dx.doi.org/10.1136/bmj.i2610

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Prof. Dr. Dr. Tobias Kurth
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Adipositas und Bluthochdruck - Sprech-und Singstimme

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erwachsenenstudie: Adipositas und Bluthochdruck auf dem Vormarsch

Im Dezember 2014 begrüßte das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) der Universität Leipzig seinen 10.000. Teilnehmer bei der Erwachsenenstudie und erreichte damit das vorgesehene Ziel. Danach begann die Datenauswertung. Am Donnerstag stellte das Projektteam unter Leitung von Prof. Markus Löffler ausgewählte Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. 
 
Das Projekt ist eines der größten der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. "Die Resonanz und Teilnahmebereitschaft der Leipziger Bevölkerung war überwältigend", meint PD Dr. Kerstin Wirkner. Sie leitet die LIFE-ADULT-Studienambulanz.

Adipositas und Körperformen

Bereits in der Zwischenauswertung 2013 berichteten die Forscher, dass Adipositas und Bluthochdruck auf dem Vormarsch sind. Insbesondere mit höherem Alter wächst der Anteil an übergewichtigen Personen. Besorgnis erregend ist jedoch, dass dieser Trend zunehmend bei den jüngeren Altersgruppen zu finden ist. Bereits acht Prozent der unter 40-jährigen Studienteilnehmer weisen einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 auf.
Mit der 3D-Bodyscan-Technik wurde in LIFE eine neue Methode eingesetzt, um Körperformen und Fettverteilung zu erfassen. Die Wissenschaftler konnten an dem bisher größten derartigen Datensatz die Einteilung der Körperformen wesentlich verfeinern.

 "Insgesamt haben wir 17 verschiedene Körperformen ermitteln können", erklärt Dr. Henry Löffler-Wirth, der die Daten des Bodyscanners ausgewertet hat.

"Allein für Menschen mit Präadipositas und Adipositas haben wir acht verschiedene Körperformen gefunden. Es reicht also nicht aus, die Menschen nur nach Apfel- und Birnenform zu unterscheiden". Die Forscher hoffen, mit dieser verfeinerten Einteilung Frühzeichen bestimmter Erkrankungen zu finden und Risikofaktoren für Erkrankungen besser abschätzen zu können.

Stoffwechsel und Gene

Ein wichtiges Ziel des LIFE-Forschungszentrums besteht in der Aufklärung genetischer Mechanismen, die zu Krankheiten führen können. In einem sehr aufwändigen Analysegang von Labormedizinern und genetischen Statistikern wurden sechs neue genetische Varianten entdeckt, die mit Veränderungen des Energiestoffwechsels im Zusammenhang stehen. Darüber hinaus gelang es nachzuweisen, dass die Stoffwechselveränderungen durch veränderte Aktivität der Gene ausgelöst werden. "Dies eröffnet perspektivisch Therapieansätze zur Behandlung von stoffwechselassoziierten Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes oder Herzerkrankungen", sagt Markus Scholz, Professor für genetische Statistik. Die Ergebnisse wurden gerade in der renommierten Fachzeitschrift PLOS Genetics publiziert.

Essverhalten

Erstmals überhaupt wurde in einem so großem Rahmen wie der LIFE-Studie das Essverhalten der Teilnehmer untersucht. Die Auswertung der Daten zeigt, dass bei sechs Prozent der Probanden das Essverhaltens stark gestört ist.

  • Dies äußert sich beispielsweise in vermehrtem Essen bei Angst, Anspannung oder in Gesellschaft. 

Über 28 Prozent der Probanden kontrollieren ihr Essverhalten bewusst. "Diese Kontrolle ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Es handelt sich eher um das Bemühen, Übergewicht zu vermeiden", erläutert Ernährungswissenschaftlerin Antje Löffler. Als schwierig zu kontrollieren wird von vielen Studienteilnehmern das Verlangen nach Süßem betrachtet, von dem sowohl 30 Prozent der Männer als auch 47 Prozent der Frauen berichten.

Blutdruck und kardiovaskuläre Risiken

Ein bedeutendes Gesundheitsproblem stellt der Bluthochdruck dar. 56 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen in der ADULT-Studie sind betroffen. Unter den 70- bis 79-Jährigen haben mehr als 75 Prozent einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck. Hochgerechnet auf die Leipziger Erwachsenenbevölkerung wird die Prävalenz für Männer auf 38 Prozent und für Frauen auf 32 Prozent geschätzt. Bluthochdruck ist die häufigste Indikation für medikamentöse Behandlung in Leipzig. Hoher Blutdruck trägt wesentlich zu einem hohen Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei.

Schlaf


Schlafstörungen sind häufig und belasten das Wohlbefinden. Knapp 40 Prozent der LIFE-Teilnehmer beklagen eine subjektiv schlechte Schlafqualität. In fast zehn Prozent der Fälle werden Schlafprobleme berichtet, die als klinisch relevant zu bewerten sind. Frauen sind stärker betroffen als Männer. "Eine Besonderheit von LIFE ist, dass nicht nur die Zufriedenheit mit dem Schlaf erfragt wurde, sondern in einer Gruppe von 3.000 Probanden auch eine einwöchige objektive Messung des Schlaf-Wach-Verhaltens mit Hilfe von Aktometern erfolgte", berichtet Psychologe Dr. Christian Sander.

  • Männer haben im Tagesdurchschnitt eine Netto-Schlafdauer von etwa 6 Stunden 30 Minuten und Frauen von ungefähr 6 Stunden 50 Minuten bei jeweils großen individuellen Unterschieden. 

Ein wichtiger Parameter ist die Schlafeffizienz (Anteil der schlafend verbrachten Zeit an der gesamten Bettzeit). "Bei über 35 Prozent der Probanden fand sich eine geringe Schlafeffizienz von weniger als 80 Prozent, was für das Vorliegen von Schlafstörungen spricht. Bei über 12 Prozent ergab sich eine sehr hohe Schlafeffizienz von über 90 Prozent, was auf Erschöpfung und Übermüdung hinweist", erklärt Sander.

Depression - Soziale Isolation

Erwartungsgemäß fielen die Ergebnisse zur Häufigkeit depressiver Symptome aus. So deuten die Ergebnisse an, dass 6,4 Prozent aller Leipziger zwischen 18 und 79 Jahren depressive Symptome aufweisen, wobei hier Frauen mit 8,3 Prozent nahezu doppelt so häufig betroffen sind wie Männer mit 4,5 Prozent. "Auffällig war bei unseren Auswertungen, dass die Häufigkeit depressiver Symptome stark vom sozioökonomischen Status abhängt. Neu für uns ist ein enger Zusammenhang mit der sozialen Isolation, sagt Psychologe PD Dr. Tobias Luck. Dabei untersuchten die Forscher unter Leitung von Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, wie viel Kontakt die Probanden zu Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn pflegen oder ob es Vertraute gibt, die sie um Hilfe bitten können. Soziale Isolation stellt einen Risikofaktor für unser psychisches Wohlbefinden und unsere Gesundheit dar. Wie die Ergebnisse von LIFE zeigen, wiesen insgesamt 13 Prozent der Erwachsenbevölkerung ein erhöhtes Risiko für soziale Isolation auf. "Spannend war hier zu beobachten, dass sich das Verhältnis Männer - Frauen im Vergleich zur Depression umkehrt. Das heißt, dass Männer mit 14,6 Prozent häufiger von sozialer Isolation betroffen waren als Frauen mit 11,6 Prozent", erklärt Riedel-Heller. Analog zur depressiven Symptomatik zeigten allerdings auch hier Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status das höchste Risiko für eine soziale Isolation (21,1 Prozent vs. 7,8 Prozent bei Menschen mit hohem Status).

Kognitive Leistungsfähigkeit und Neurodegeneration

Bestätigt wurden frühere vorläufige Ergebnisse bezüglich der kognitiven Leistungsfähigkeit.

Diese erfasst mehrere Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Orientierung. Diese Fähigkeiten nehmen mit zunehmenden Alter im Mittel ab, aber mit erheblichen Unterschieden zwischen den Probanden. Unter den Teilnehmern hatte jeder Zweite das Gefühl, dass sich das eigene Gedächtnis verschlechtern würde. "Nicht jeder, der sich selbst ein schlechtes Gedächtnis bescheinigt, hat allerdings auch gleich ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken", erklärt Psychologin Dr. Francisca Then. Nur bei jedem fünften Probanden (20,3 Prozent) über 60 Jahre konnten die Wissenschaftler eine sogenannte leichte neurokognitive Störung ermitteln, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz einhergeht.

Eine eindrucksvolle Auswertung kommt aus dem Max-Planck-Institut für Neurokognition. Mittels bildgebender Verfahren können strukturelle Veränderungen des Gehirns, wie Marklagerläsionen - Schädigungen in Bereichen unter der Hirnrinde - oder das Volumen bestimmter Hirnareale qualitativ und quantitativ bestimmt werden. Ein interessantes Areal ist zum Beispiel der Hippocampus, eine Struktur im Inneren des Gehirns, die für Lernen und Gedächtnis eine wichtige Rolle spielt. Die Auswertung der mehr als 2.600 MRT-Bilder zeigt, einhergehend mit der Literatur, dass das mittlere Volumen des Hippocampus in der LIFE-Adult-Kohorte ab einem Alter von etwa 60 Jahren kontinuierlich abnimmt, während die Marklagerläsionen zunehmen. Gleichzeitig korrelierten ein größeres Hippocampus-Volumen und ein vermindertes Marklagerläsion-Volumen mit einem besseren Abschneiden in kognitiven Aufgaben.

Stimmprofil

Im Rahmen der Studie wurde erstmals eine Untersuchung der Sprech- und Singstimme an knapp 2.500 Probanden durchgeführt. Phoniater Prof. Dr. Michael Fuchs erklärt dazu: "Wir konnten weltweit erstmals bei einer so großen Gruppe die Normwerte einer Stimme definieren. Diese Werte sind ein wichtiger Parameter für die klinische Untersuchung von Stimmstörungen". Zukünftig wird es damit sicherer zu beurteilen, wie hoch und wie tief, wie laut und wie leise ein Patient singen kann und in welchen Tonhöhen und Lautstärken er seine Stimme benutzt, wenn er im Gespräch ist, einen Vortrag hält oder ruft und ob das dem Durchschnitt der Bevölkerung entspricht oder davon abweicht.

"Ein überraschendes Ergebnis war, dass stimmgesunde Frauen ihre Sprechstimme deutlich tiefer einsetzen, als gemeinhin angenommen wird und in den Lehrbüchern zu lesen ist. Statt einer ganzen Oktave liegt die Frauenstimme nur noch etwa eine Quinte - also die Hälfte des Wertes - über der Männerstimme", erörtert Prof. Fuchs. Zum anderen erstaunte, dass sich die Grundfrequenzen der Sprechstimmen von Nichtrauchern und Ex-Rauchern nicht unterschieden, während die Stimmen der Raucherinnen und Raucher deutlich tiefer waren.

  • Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Stimmveränderungen durch das Rauchen reversibel sind - ein weiterer guter Grund, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ausblick

Die vorgestellten Themen stellen nur einen kleinen Teil der aktuellen Auswertungen dar. "Diese Basisauswertung zeigt das große Forschungspotenzial der LIFE-Studie, aber sie erweist sich auch als ein Instrument, den Gesundheitszustand der Leipziger Bevölkerung tiefgreifend zu erfassen und daraus Hinweise für praktischen Handlungsbedarf zu erhalten", erläutert Prof. Dr. Markus Löffler.

Die umfassenden Ergebnisse, die Notwendigkeit die Entstehung von Zivilisationserkrankungen über lange Zeiträume zu beobachten und nicht zuletzt die sehr gute Resonanz in der Leipziger Bevölkerung haben die Forscher bestärkt, neue Gelder für eine Nachbeobachtungsuntersuchung aller 10.000 Teilnehmer ab Herbst 2016 einzuwerben. "Nur so können wir die Dynamik der Gesundheitsveränderungen einschätzen und verlässliche Vorhersagen für Risiken erlangen", so Löffler.


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Prof. Dr. Markus Löffler
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Web: http://www.imise.uni-leipzig.de


Prof. Dr. Joachim Thiery
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PD Dr. Kerstin Wirkner
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Susann Huster Universität Leipzig
 

EMAH - Erwachsene mit angeborenem Herzfehler http://www.escardio.org

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Kardio-Risikofaktoren nicht ausreichend behandelt

Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2015 in London 
 
Dank diagnostischer und therapeutischer Fortschritte werden Menschen mit angeborenen Herzfehlern immer älter und sind daher auch dem Risiko für erworbene Herzerkrankungen ausgesetzt.

Diese werden allerdings nicht ausreichend behandelt, zeigt eine Studie des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler, die beim Kongress der Europäischen Kardiologi-schen Gesellschaft (ESC) in London präsentiert wurde.


„Unsere Daten zeigen, dass die Möglichkeiten einer leitliniengerechten Primär- bzw. Sekundärprävention erworbener kardiovaskulärer Erkrankungen bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern nicht voll ausgeschöpft werden“, berichtete Dr. Marc-André Körten vom Nationalen Register für angeborene Herzfehler, Berlin.

Diese Registerdatenbank ist das Kernprojekt des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler und wird vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung finanziert.

  • Im Detail zeigte die Datenauswertung, dass nur sieben Prozent der Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH), die bereits an einem Diabetes mellitus litten, entsprechend den aktuellen Leitlinien therapiert wurden, 
  • bei EMAH mit manifesten Blutfettstoffwechselstörungen erhielten nur 37 Prozent einen Lipidsenker. 
  • Ein Drittel (33,6 Prozent) der EMAH mit Bluthochdruck erhielten keine blutdrucksenkende Behandlung.
  • Am besten versorgt waren EMAH mit einer koronaren Herzkrankheit, aber auch in dieser Gruppe blieben knapp 19 Prozent ohne medikamentöse Therapie.
„Es besteht also ein großes Potenzial für eine Optimierung der Behandlung und damit einhergehend möglicherweise eine Verbesserung der Langzeitprognose dieser wachsenden Patientengruppe“, so Dr. Körten.

Quelle: ESC 2015 Abstract Cardiovascular risk factors in adults with congenital heart disease: recongized, but not treated? M.-A. Körten, G.P. Diller, H. Baumgartner, F. De Haan; P. Helm; J. Bauernsachs; U.M.M. Bauer; O. Tutarel

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

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Prof. Dr. Eckart Fleck 
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 9.000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nau-heim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa.

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Erhöhter Fettmassenanteil: Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Neue Studie: Niedrigeres Geburtsgewicht führt zu erhöhter Fettmasse im Alter

Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2015 in London 
 
Ein niedriges Geburtsgewicht steht in einem signifikanten Zusammenhang mit einer erhöhten Fettmasse im Alter. 

Das fand eine Studiengruppe des „Cardiovascular Research Institute Basel“ heraus, nachdem sie bei 1.774 Studienteilnehmern den Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und Körperzusammensetzung überprüft hatte.

„Die Neigung zu einem erhöhten Fettmassenanteil scheint früh bestimmt zu sein. Auf welche Art und Weise ein niedriges Geburtsgewicht im Alter zu einer erhöhten Fettmasse führt, ist noch ungeklärt“, so Dr. Thomas Kofler (Cardiovascular Research Institute, Universitätsspital Basel/Felix Platter Spital), Erstautor der Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in London vorgestellt wurde.

Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und späterer Muskelmasse konnte dagegen nicht festgestellt werden.

Im Rahmen der GAPP Studie (Genetic and Phenotypic Determinants of Blood Pressure and other Cardiovascular Risk Factors) wurden junge gesunde Patienten aus Liechtenstein zwischen 25 und 41 Jahren ohne bereits bestehende kardiovaskuläre oder metabolische Erkrankungen untersucht. Anhand von Fragebögen und Untersuchungen einschließlich Blutabnahmen, 12-Kanal EKG, 24 Stunden Blutdruck- und Bioimpedanz-Messungen wurden die Daten für die statistischen Analysen erhoben.

Dass ein niedriges Geburtsgewicht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, kardiovaskuläre oder metabolische Erkrankungen im Alter zu entwickeln, ist bekannt. Die Basler Studiengruppe wollte herausfinden, welche Faktoren mit einem geringen Geburtsgewicht in einem Zusammenhang stehen und potenzielle Mediatoren für die Entwicklung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung darstellen.

Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und der individuellen Körperzusammensetzung, präsentiert durch den jeweiligen Anteil an Fett und Muskelmasse.

Dr. Kofler: 

  • „Der erhöhte Fettmassenanteil an sich könnte durch eine gesteigerte metabolische Aktivität und verstärkte Ausschüttung von Adiponektinen und Entzündungsmediatoren eine unterschätzte Rolle in der Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen spielen.“

Quelle: ESC 2015 Abstract Relationship of birth weight with body composition in young adulthood; T. Kofler, M. Bossard, S. Aeschbacher, A. Tabord, J. Ruperti Repilado, S. Van Der Lely, S. Berger, M. Risch, L. Risch, D. Conen

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Weitere Informationen unter www.dgk.org.