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Christopher Street Day Parade Berlin: HIV-Infizierte - Ansteckungs-Risiko?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  HIV: Frühe Behandlung verhindert weitere Ansteckungen

Wenn HIV-Infizierte erfolgreich behandelt werden, ist das Ansteckungs-Risiko auch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr verschwindend klein. 

Das heisst, die medikamentöse Therapie schützt nicht nur die infizierte Person vor einem Ausbruch der Krankheit, sondern auch deren Partner vor einer Ansteckung. 

Das zeigt eine internationale Studie, an der das Inselspital beteiligt war. 
 
Am 18. Juli begann in Durban die 21. Internationale Aidskonferenz. Die Krankheit auszurotten, ist das erklärte Ziel der Wissenschaftler, Politiker und Gesundheitsfachleute, die sich in Südafrika versammeln. Dass dieses Ziel erreichbar ist, beweist u.a. die PARTNER Studie, deren Ergebnisse nun publiziert wurden.  

Sie zeigt, dass erfolgreich behandelte HIV-infizierte Menschen ihre Partner auch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr praktisch nicht anstecken.

888 Paare, von denen ein Partner HIV-infiziert war, hatten durchschnittlich über mehr als ein Jahr Sex ohne Kondom.

Während dieser Beobachtungszeit kam es zu keiner Ansteckung.

Die Universitätsklinik für Infektiologie des Inselspitals war an der Studie beteiligt. Chefarzt Hansjakob Furrer hält die Ergebnisse für bedeutsam:

  • „Eine frühe und erfolgreiche HIV-Therapie kann die Übertragung des Virus praktisch vollständig verhindern. Damit könnte HIV prinzipiell ausgerottet werden.“

Test bringt Klarheit, Behandlung bringt Schutz

  • Je früher eine HIV-Infektion erkannt und behandelt wird, desto besser. 

Für den Infizierten wie auch für dessen Partner oder Partnerin.

HIV wird mit sogenannten antiretroviralen Medikamenten behandelt. 

Bedingung für den Erfolg der Therapie ist, dass die Medikamente täglich und konsequent eingenommen werden. 

Etwa 2000 Personen in der Schweiz wissen jedoch gar nicht, dass sie HIV-infiziert sind. Sie haben demnach auch keinen Zugang zu Beratung und Behandlung.

Die Empfehlung muss deshalb lauten: 

  • Wer sich einer Risikosituation ausgesetzt hat oder unsicher ist, sollte sich beraten und testen lassen. Das ist auf der HIV-Beratungsstelle der Poliklinik für Infektiologie des Inselspitals und bei der AIDS Hilfe Bern auch anonym möglich.



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
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Über Google: Medizin am Abend Berlin 

Monika Kugemann Universitätsspital Bern



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CSD 2015 in Berlin: Immer weniger HIV-Infizierte benutzen Kondome

Medizin am Abend Fazit:  Immer weniger HIV-Infizierte benutzen Kondome

 

 

http://www.spritzenautomaten.de/ 

 

Erstmals haben Forschende unter der Leitung der Universität Zürich den Gebrauch von Kondomen bei HIV-Infizierten in der Schweiz in einer Langzeitstudie untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Gebrauch zwischen 2000 und 2009 relativ konstant war und seit 2009 kontinuierlich sinkt. Als Hauptgrund vermuten die Wissenschaftler das teilweise falsch interpretierte Statement der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen von 2008. Dieses besagt, dass erfolgreich behandelte HIV-Infizierte mit festem Partner auf Kondome verzichten können. 

https://idw-online.de/de/attachmentdata44449.jpg
Grafik: Kondom-Verwendung bei HIV-Infizierten von 2000 bis 2013
 
Mit jährlich eineinhalb Millionen Toten zählt Aids nach wie vor zu den gefährlichsten sexuell übertragbaren Krankheiten der Welt.

Verursacht wird die Krankheit durch eine HIV-Infektion, die über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise Sperma und Blut, übertragen wird. In der Schweiz leben zwischen 15'000 und 25'000 Menschen mit HIV und Aids. Seit 1988 erfasst und erforscht die Schweizerische HIV-Kohortenstudie (SHKS) verschiedene Daten von HIV-Infizierten in der Schweiz.

Innerhalb dieser Studie haben nun Schweizer Forschende die erfassten Daten bezüglich der Kondomverwendung zwischen 2000 und 2013 ausgewertet. Geleitet wurde die Studie von Huldrych Günthard, leitender Arzt in der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des UniversitätsSpitals Zürich und Professor am Institut für medizinische Virologie der Universität Zürich und Dr. Roger Kouyos, Forschungsgruppenleiter an den selben Instituten.

Verzicht auf Kondom beim Sex mit Gelegenheitspartner verdreifachte sich bei HIV-infizierten homosexuellen Männern

Die Studie basiert auf einer halbjährlichen Befragung aller an der SHKS teilnehmenden Menschen zwischen 2000 und 2013. Insgesamt wurden über 12'000 HIV-Infizierte befragt.

Vier Kategorien wurden unterschieden: 

«Sex ohne Kondom mit festem Partner bei homosexuellen Männern»,

«Sex ohne Kondom mit Gelegenheitspartnern bei homosexuellen Männern»

«Sex ohne Kondom mit festem Partner bei heterosexuellen Männern und Frauen»

«Sex ohne Kondom mit Gelegenheitspartnern bei heterosexuellen Männern und Frauen».

Die Auswertungen zeigen, dass die Kondom-Verwendung bei allen vier Kategorien zwischen 2000 und 2009 relativ konstant blieb und zwischen 2009 und 2013 in drei von vier Gruppen markant abnahm.


Haben 2009 zum Beispiel nur circa fünf Prozent der Homosexuellen angegeben, mit Gelegenheitspartnern nicht immer ein Kondom zu benutzen, waren es 2013 fast dreimal so viele.

Am wenigsten griffen heterosexuelle HIV-Infizierte beim Sex mit festem Partner zum Kondom.

Knapp 30 Prozent (2009: 20 Prozent) verzichteten 2013 auf den Schutz aus Gummi. 

Vorreiter in der Benutzung von Kondomen sind Heterosexuelle beim Sex mit Gelegenheitspartnern, von denen 2013 trotz Abnahme seit 2009 noch über 97 Prozent immer Kondome verwendeten.

«Swiss Statement» als wichtiger Grund für den Rückgang vermutet

Als wichtigen Grund für den starken Rückgang sehen die Forschenden das sogenannte Swiss Statement der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF).  

Am 30. Januar 2008 hat die EKAF vermeldet, dass HIV-Infizierte, die erfolgreich mit antiretroviraler Therapie behandelt werden und in einer stabilen Beziehung leben, nicht infektiös sind und deshalb auf Kondome verzichten können. 

 «Obwohl diese Aussage nur für Patienten in festen Beziehungen galt, haben sich anscheinend auch HIV-Infizierte angesprochen gefühlt, welche nicht in festen Partnerschaften leben und seither öfter auf Kondome verzichtet», erklärt Prof. Huldrych Günthard.

Ein weiterer Grund könnte laut dem Professor die geringere Angst der Bevölkerung in Bezug auf HIV sein, da in den westlichen Ländern viel weniger Todesfälle aufgrund der neuen äusserst erfolgreichen Therapiemöglichkeiten verzeichnet werden. Zudem sei die Verhütung mit Kondomen früher auch mehr im Fokus der präventiven Aids-Kampagnen gestanden als heute. Dies könne ebenfalls ein möglicher Grund für den Rückgang sein.

Die geringere Kondom-Verwendung könne zudem dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der HIV-Neuinfizierten trotz der zahlreichen Präventionsmassnahmen nur langsam zurückgeht.
Gleichzeitig stieg die Anzahl der Neu-Diagnosen bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, wie beispielsweise Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien, zwischen 2009 und 2013, was laut den Forschern ebenfalls mit der geringeren Verwendung von Kondomen zusammenhängen könnt.

Schweizerische HIV-Kohortenstudie

Die SHKS erfasst seit 1988 prospektiv epidemiologische, klinische und labormässige Daten in anonymisierter Form von HIV-infizierten Frauen, Männern und Kindern in der Schweiz. Gesamtschweizerisch wurden bisher über 19'000 Patienten eingeschlossen; pro Jahr kommen ca. 500-600 neue Teilnehmende hinzu. Die Studie ist repräsentativ für die Schweiz, denn circa 70% der dem Bundesamt für Gesundheit gemeldeten Aids-Fälle sind auch in der SHKS dokumentiert. Die SHKS wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.



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