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Chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: COPD behandeln: Wie Forschende der chronischen Atemwegserkrankung weiter den Kampf ansagen

2,1 Mio. EUR Forschungszuschuss zur Entwicklung einer künstlichen Lunge bei chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) 

Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis
 Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis

Atemnot, Husten und allgemeine Trägheit:

Wer unter COPD leidet, also an einer chronischen Verengung der Atemwege, leidet an einer nicht heilbaren Krankheit.

Auslöser kann die Schadstoffbelastung in der Umwelt, das Rauchen oder das eigene Erbgut sein.

COPD ist mittlerweile einer der häufigsten Todesursachen weltweit.

Umso wichtiger ist es, dass Forscherinnen und Forscher daran arbeiten, diesem traurigen Trend etwas entgegenzusetzen.

Ein Projektzusammenschluss um die enmodes GmbH aus Aachen, die Lungenklinik Köln-Merheim/Universität Witten-Herdecke und der ECC-Forschungsgruppe des Instituts für Physiologie der Uniklinik RWTH Aachen erhält nun für die Erforschung eines innovativen Lungenunterstützungssystems für COPD Patienten rund 2,1 Mio. EUR. Das Projekt wurde als eines von 10 Projekten ausgewählt, die aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union als Leuchtturmprojekt gefördert werden.

Lebensqualität und Selbstbestimmung zurückgewinnen

Der Verbund erforscht ein Lungenunterstützungssystem, dass dauerhaft ausreichend CO2 aus dem Blut entfernen, und letztendlich die Anwendung im heimischen Umfeld ermöglichen soll.

Durch die Neuentwicklung sollen Risiken bereits existierender Kurzzeit-Systeme erheblich reduziert werden, und eine dauerhafte Anwendung ermöglichen. Durch diesen Ansatz sollen Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität und Selbstbestimmung zurückgewinnen.

Neben der hohen Anzahl von Patienten sind die Krankheitsschwere und die damit einhergehende Einschränkung der Lebensqualität sowie die hohen Dauerkosten in der Behandlung eine enorme Belastung für Patienten und das Gesundheitssystem. Insbesondere Patienten in fortgeschrittenen Stadien sind in Ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt oder bettlägerig. Die einzig rettende Maßnahme wäre eine Lungentransplantation, die aber bei dem enormen Organmangel in Deutschland nur für etwa 100 Patienten pro Jahr in Betracht kommt. In Anbetracht von vielen hunderttausend Patienten in fortgeschrittenen Stadien stellt dies keine echte Alternative dar. Daher sind dauerhafte künstliche Lungen ein Weg, um den Patienten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Die Partner erhalten anteilig vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union, genauer aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), 2,1 Mio. EUR für die Erforschung erster Prototypen. Im Rahmen des Projektwettbewerbes Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW werden rund 17 Mio. Euro an die zehn besten Anträge ausbezahlt. Dabei konnte sich das Konsortium gegen 50 konkurrierende Projektideen durchsetzen.

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Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis
Leiter ARDS und ECMO Zentrum Köln-Merheim
Professur für extrakorporale Lungenersatzverfahren der Universität Witten/Herdecke
Leitender Oberarzt Lungenklinik
Abteilung Pneumologie, Intensiv- und Beatmungsmedizin
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Kay Gropp
Referent
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Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.



Heute - und diese Woche: Hitzesentivere Personen/Patienten

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Summer in the City: Wie ältere Menschen mit der Hitze in der Stadt umgehen

Für diese Woche sind Temperaturen über 30 Grad angesagt. 

Vor allem für ältere Menschen hat diese Hitze einen großen Einfluss auf die Gesundheit. 

Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) und die Interdisziplinäre Alternswissenschaft (IAW) der Goethe-Universität Frankfurt a. M. untersuchen, wie ältere Menschen in der Stadt damit umgehen und was Kommunen tun können, um ihnen den Alltag zu erleichtern. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Laborgemeinschaften in Berlin  
 
  • „Bei Hitze ändern viele ältere Menschen ihr Alltagsverhalten. 
  • Das gilt vor allem für hitzesensitivere Personen, also diejenigen, die sich besonders bei Hitze belastet fühlen. 

Sie erledigen Besorgungen zum Beispiel in den kühleren Morgen- oder Abendstunden oder verschieben sie ganz“, berichtet ILS-Wissenschaftlerin Kerstin Conrad, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Penger (IAW) die Auswirkungen der Hitze in der Stadt auf ältere Menschen untersucht hat. 

Durch altersbezogene, körperliche Einschränkungen sind sie geringer anpassungsfähig an steigende Temperaturen und weniger leistungsfähig.

Prognostizierte Klimaveränderungen wie anhaltende Hitzeperioden oder steigende Temperaturen stellen Städte vor Herausforderungen.

„Alltägliche Mobilität ist eine Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe und vor allem auch wichtig, um die Grundversorgung sicherzustellen. 

CAVE: Dies gilt auch in einem Krankenhaus bzw. anderen Gesundheitseinrichtungen.

 Das Thema hat daher eine große politische Dimension.

Die Kommunen sind gefragt, die Umwelt- und Wohnumgebungen für ihre alternde Bevölkerung anzupassen“, so Conrad weiter.

Bisherige Maßnahmen reichen von Trinkwasserspendern und Sonnenschutz an Haltestellen bis zu baulichen Veränderungen wie hellere Straßenbeläge und Fassaden, die die Strahlung effektiver reflektieren.

„Neben individuellen Verhaltensanpassungen kann auch die Stadt- und Verkehrsplanung viel tun, um älteren Menschen den Alltag bei Hitze zu erleichtern und ein gelingendes gesundes Altern zu sichern“, so Conrad.

Zu den Ergebnissen der Forschung ist das aktuelle ILS-TRENDS „Summer in the City:

Wie ältere Menschen der ‚Heißzeit‘ in der Stadt begegnen“ erschienen.

Es stellt Ergebnisse zu klimatischen Veränderungen, außerhäuslicher Mobilität und Gesundheit älterer Menschen aus den Projekten autonomMOBIL und amore vor (gefördert von der Fritz und Hildegard Berg-Stiftung sowie von der Dr. Pritzsche-Stiftung im Deutschen Stifterverband).

Das ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut, das die aktuelle und künftige Entwicklung von Städten interdisziplinär und international vergleichend untersucht. Weitere Informationen auf www.ils-forschung.de.

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Originalpublikation:
Conrad, Kerstin; Penger, Susanne (2019): Summer in the City: Wie ältere Menschen der „Heißzeit“ in der Stadt begegnen. Dortmund = ILS-Trends 1/19.

Risiko für Schulterverletzungen - Schultergelenk - Sehnenriss

Medizin am Abend Berlin Fazit: Leben im Rollstuhl geht mit drastisch erhöhtem Risiko für Schulterverletzungen einher

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Coca Cola Studie  

Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar legte mit einer Reihe von Studien erstmals belastbare Zahlen vor und erhielt dafür nun den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung / Konsequenz der Ergebnisse: 
  • Spezielle Physiotherapie-Programme zur Stärkung der schulterumgreifenden Muskulatur und des Schultergelenkes bei paraplegischen Patienten dringend notwendig 

  • Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung.
Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung. Universitätsklinikum Heidelberg 
Rund zwei Drittel der Querschnittgelähmten in Deutschland ziehen sich im Laufe ihres Lebens Sehnenrisse in der Schultermuskulatur zu. 
Das ist viermal häufiger als bei Menschen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. 

Privatdozent Dr. Michael Akbar, Leiter des Wirbelsäulenzentrums an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, ermittelte in verschiedenen Studien erstmals mit Hilfe bildgebender Verfahren die Häufigkeit dieser durch Überlastung des Schultergelenks verursachten Verletzung sowie Risikofaktoren. Für seine wegweisenden Arbeiten ist der Orthopäde nun mit dem Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) ausgezeichnet worden. Die Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Preises fand am 31. März 2017 in feierlichem Rahmen in der Alten Aula der Universität Heidelberg statt.

Unter dem Motto "Querschnittgelähmte gehen auf ihren Händen" gab Dr. Akbar einen Überblick über seine Forschungsergebnisse.

"Diese Studien zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, dass Querschnittgelähmte nicht allein unter chronischen Schmerzen leiden. 

Tatsächlich sind diese Verletzungen der Schultermuskulatur ein unterschätztes Problem, das die Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann und dem bisher noch viel zu wenig entgegen gesetzt wird", erklärt der Preisträger. 

Als Konsequenz seiner Ergebnisse regte er bereits die Entwicklung spezieller Trainingsprogramme für Rollstuhlfahrer an, um gezielt die Schultermuskulatur zu stärken und das Schultergelenk vor Überlastung zu schützen. 




Die Trainingsprogramme werden aktuell von der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. (DMGP) ausgearbeitet.

Studie zeigt: Verschleiß der Schultergelenke bei 63 Prozent der Patienten

Rund 2.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland eine Verletzung des Rückenmarks, die eine Querschnittlähmung zur Folge hat.

Bei knapp 60 Prozent betrifft die Lähmung die untere Extremität (Paraplegie). 

Betroffene sind fortan in ihrer Mobilität auf den mechanischen Rollstuhl angewiesen.

Antreiben des Rollstuhls, Stemmen des eigenen Körpergewichts sowie häufiges Heben des Armes über Schulterhöhe und über Kopf beanspruchen - über viele Jahre - die Schultergelenke enorm.

Früher Verschleiß der schulterumgreifenden Muskulatur ist vorprogrammiert. 

"Da bislang die Ursachen dafür noch nicht systematisch aufgeklärt waren, war eine gezielte Behandlung und vor allem Vorbeugung nicht möglich", so Akbar.

Die Häufigkeit der Schulterverletzungen ermittelte Akbar unter anderem in einer Vergleichsstudie mit 100 querschnittgelähmten (paraplegischen) Patienten (Durchschnittsalter 52 Jahre, durchschnittliche Lähmungsdauer 34 Jahre) und 100 nicht gelähmten Probanden im selben Alterspektrum.

Die Schultergelenke wurden jeweils klinisch und mittels Kernspintomographie untersucht:

Bei 63 Prozent der Querschnittgelähmten fand sich auf mindestens einer Seite ein Sehnenriss der schulterumgreifenden Muskulatur, in der Kontrollgruppe bei 15 Prozent. 

Gleichzeitig waren die querschnittgelähmten Patienten mit Sehnenriss deutlich jünger als Betroffene aus der Kontrollgruppe.
  • Sport im Rollstuhl fördert Gesundheit - ist aber ein wichtiger Risikofaktor für Sehnenrisse
Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig.


Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig. Universitätsklinikum Heidelberg 

In einer weiteren Studie untersuchte der Preisträger Sport als möglichen Risikofaktor für Sehnenrisse in der Schulter: Er verglich eine Sport-Gruppe mit 103 Patienten, die ein- bis zweimal pro Woche Überkopfsport wie z.B. Basketball ausübten, mit einer Gruppe mit 193 Patienten, die sich seltener als einmal pro Woche oder überhaupt nicht sportlich betätigten. Ohne regelmäßigen Sport traten bei 36 Prozent der Patienten Sehnenrisse auf, in der Sport-Gruppe bei 76 Prozent. "Daraus ergibt sich ein Dilemma: Wer als Rollstuhlfahrer Sport treibt, hat ein doppelt so hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Auf der anderen Seite - auch das hat die Studie gezeigt - sind die sportlich aktiven Patienten insgesamt gesünder und fitter", so Akbar.

"Es ist daher nicht sinnvoll, Querschnittgelähmten von Sport abzuraten.

Vielmehr sind auch in diesem Bereich spezielle Trainingsprogramme, die Sehnenschäden vorbeugen, dringend notwendig."

Die deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschung und Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter und soziales Engagement für Inklusion zu fördern. Ein wesentliches Instrument zur Umsetzungen dieser Ziele stellt der DSQ-Forschungspreis dar, mit dem in regelmäßigem Turnus Forschungsarbeiten und Entwicklungen mit hoher Relevanz für Querschnittgelähmte auszeichnet werden.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
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Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Priv.-Doz. Dr. med. Michael Akbar
Leiter des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie
Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie
Sekretariat Tel.: 06221 56-26305
E-Mail: Wirbelsaeule.Orthopaedie@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Wirbelsaeulenzentrum

Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Telefon: 06221 564537
Fax: 06221 564544
E-Mail-Adresse: julia.bird@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum-heidelberg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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