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MORGEN: Kater-Symptome - Hangover-Symptome : AlkoholTag: HerrenTag - PflanzenCombo-Hinweis

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Berlin: Pflanzen-Cocktail hilft gegen den Katzenjammer

Weniger Kopfschmerzen und Übelkeit nach Alkoholkonsum dank einer Mischung aus Pflanzenextrakten – Studie mit 214 Teilnehmerinnen und Teilnehmern veröffentlicht  
  • Eine Mischung aus Pflanzenextrakten hilft effektiv gegen Symptome, die durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht werden und sich meist am nächsten Tag als Kater zeigen. 
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Prof. Dr. Bernhard Lieb und Patrick Schmitt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt haben. 
  • Demnach wirkt ein Pflanzen-Cocktail aus Früchten, Blättern und Wurzeln, versehen mit Mineralstoffen und Vitaminen, gut gegen die häufigsten Kater-Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit. 

Mineralstoffe und Vitamine alleine hatten keinen günstigen Effekt. 

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass eine Intervention gegen Kater-Beschwerden auch eine klinische Signifikanz hat“, sagt Patrick Schmitt. An der Untersuchung nahmen 214 Probanden im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil. Es handelt sich um die bislang größte Studie auf diesem Gebiet, die zudem nach den höchsten wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurde.

  • Pflanzen-Combo aus Acerola, Kaktusfeige, Ginkgo, Silberweide und Ingwer getestet

Die Biologen wollten herausfinden, ob Kater-Symptome, die nach einem gemäßigten Alkoholkonsum auftreten, durch eine intensive Wasserzufuhr und die Einnahme von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln und Pflanzenextrakten schwächer ausfallen. 

Schmitt hat dazu im Vorfeld auf der Basis von 600 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften eine Formulierung aus verschiedenen pflanzlichen Substanzen entwickelt. 
  • Dazu gehören Acerolakirsche, Kaktusfeige, Ginkgo, Silberweide und Ingwerwurzel, die für den Test mit Mineralstoffen und Vitaminen kombiniert wurden. 

Als Vergleich dienten ein Placebo und eine Mischung, die nur aus Mineralstoffen und Vitaminen bestand. Der Alkoholkonsum der Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmer im Rahmen des Experiments belief sich im Durchschnitt auf rund 1,6 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht bei einem Gewicht von 60 Kilogramm etwa 2,5 Liter Bier.

Hangover-Symptome fallen milder aus

  • Die Probanden konnten sich aussuchen, ob sie Bier, Radler, Weißwein oder Weißweinschorle trinken wollten. Sie erhielten jeweils vor und nach dem Alkoholgenuss einen vorgefertigten Drink der Pflanzenmischung, der Mineralstoff-Vitamin-Mischung oder das Placebo. Wie sich zeigte, kamen die Versuchsteilnehmer, die den Pflanzen-Cocktail erhielten, am besten über die Runden: Im Vergleich zur Placebo-Gruppe war die Intensität der Kopfschmerzen um 34 Prozent geringer und Übelkeit war um 42 Prozent reduziert, Gleichgültigkeit beziehungsweise Apathie fiel um 27 Prozent schwächer aus und Ruhelosigkeit zeigte gegenüber Placebo eine Reduktion um 41 Prozent.  
  • Insgesamt erfasste die Studie 47 Symptome von Durst bis Tinnitus und Lichtempfindlichkeit bis Impulsivität.

Der Kontrollgruppe, die lediglich Mineralstoffe und Vitamine ohne den Pflanzenextrakt erhielt, erging es in etwa wie der Placebo-Gruppe, das heißt sie konnte keine positiven Effekte verbuchen.

  • „Wir sehen also deutlich, dass die Pflanzenauszüge beim Alkoholabbau im Körper interagieren und damit bei der Vorbeugung oder Behandlung von Kater-Erscheinungen helfen beziehungsweise die Probleme lindern“, fasst Schmitt zusammen. 

„Die Pflanzenextraktmischung stellt nach gegenwärtigem Kenntnisstand die einzige wissenschaftlich belegte Möglichkeit dar, um gegen Kater-Beschwerden zu intervenieren.“

Alkoholkonsum führt nicht zu Dehydration

Schmitt, der die Studie im Rahmen seiner Masterarbeit an der JGU durchgeführt hat und nun über Naturstoffe aus Pflanzen gegen Antibiotika-resistente Keime promoviert, weist auf ein weiteres Ergebnis hin:

Ein Flüssigkeitsverlust infolge von Alkoholkonsum ist de facto nicht festzustellen. 

„Das ist ein Mythos aus den 1950er-Jahren.

Tatsächlich kommt es aber nicht zu einer Dehydration infolge von Alkohol.“

Die Studie hatte dazu die Flüssigkeitsaufnahme und Urinausscheidung verglichen.

Für die Zukunft könnte sich der Biologe weitere Untersuchungen vorstellen, um aus den verschiedenen Pflanzenstoffen einen einzelnen Wirkstoff herauszufiltern, der für die positiven Effekte gegen Kater-Beschwerden hauptsächlich verantwortlich ist.

„Dann könnte man aus einer Substanz eventuell auch ein Medikament herstellen“, meint Schmitt.

Weiterführende Links:
https://www.staff.uni-mainz.de/lieb/ - Prof. Dr. Bernhard Lieb

https://imp.biologie.uni-mainz.de/structural_biology/ - Arbeitsgruppe Strukturbiologie

https://www.bio.uni-mainz.de/fachbereich/institute/imp/ - Institut für Molekulare Physiologie

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Patrick Schmitt
Strukturbiologie
Institut für Molekulare Physiologie (IMP)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
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Telefon: 06131 39-22369
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Originalpublikation:
Bernhard Lieb, Patrick Schmitt
Randomised double-blind placebo-controlled intervention study on the nutritional efficacy of a food for special medical purposes (FSMP) and a dietary supplement in reducing the symptoms of veisalgia
BMJ Nutrition, Prevention & Health, 30. April 2020
DOI: 10.1136/bmjnph-2019-000042
https://nutrition.bmj.com/content/early/2020/04/01/bmjnph-2019-000042

 

FeelWell Festival Berlin: Serumkaliumwerte bei nierenkranken Menschen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mediterrane Küche empfiehlt sich auch für nierenkranke Menschen

Die Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ der „European Renal Association–European Dialysis Transplant Association“ (ERA-EDTA) diskutiert in einer Veröffentlichung [1] die Vor- und Nachteile der mediterranen Ernährung bei Nierenpatienten. 

Grundsätzlich empfiehlt sie diese Diät, sie habe zahlreiche positive Effekte. 

Allerdings sollten bei nierenkranken Patienten, die sich mediterran ernähren, regelmäßig die Laborparameter überprüft werden, und zwar insbesondere die Serumkaliumwerte. 

  • Denn unter der mediterranen Diät wird vermehrt Kalium zugeführt. 
 
Bekannt ist, dass die mediterrane Diät für die Allgemeinbevölkerung und für Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden empfohlen wird. 

Sie ist fleischarm und basiert hingegen auf Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen wie kaltgepresstem Olivenöl.

  • Einer großen Studie [2] zufolge, kann sie das Risiko für Herzkreislauferkrankungen von kardiovaskulären Risikopatienten allein um 30% senken. 
  • Auch nierenkranken Patienten bringt sie Vorteile:

- Die durchschnittliche Eiweißzufuhr entspricht bei mediterraner Kost in etwa der für nierenkranke Patienten empfohlenen Menge (∼0,8 g/kg/Tag), wobei das Eiweiß hauptsächlich aus Gemüse, Fisch und weißem Fleisch stammt.

- Unter der Diät kommt es zu einer niedrigen glykämischen Last / glykämischem Index.

- Die Diät reduziert oxidativen Stress und Entzündungen.

- Durch die frischen Zutaten/frische Zubereitung der Speisen ist die Salz- und Phosphataufnahme geringer als bei vielen anderen Ernährungsweisen.

Die europäische Arbeitsgruppe geht davon aus, dass sich diese Vorteile gerade auch bei nierenkranken Patienten günstig auswirken. Sie räumt allerdings auch ein, dass diese Kost zu höheren Kaliumwerten führen kann, da Früchte und Gemüse viel Kalium enthalten. 

Inwieweit das schädlich oder gar gefährlich ist, könne noch nicht abschließend eingeschätzt werden.

  • Die Arbeitsgruppe empfiehlt daher Patienten, die sich mediterran ernähren, regelmäßig zur Laborwertkontrolle zu gehen. 
  • Ideal wäre eine Betreuung durch einen Ernährungsberater.

„Grundsätzlich schließt sich die deutsche Nephrologie dieser Empfehlung an“, erklärt Prof. Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

„Solange die Kaliumwerte im Normalbereich liegen, spricht vieles dafür, dass Nierenpatienten im Hinblick auf ihr kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische Problematiken von der mediterranen Diät profitieren. 

Sie ist phosphatarm – und wir wissen, dass ein hohes Phosphat zu einer höheren Sterblichkeit bei unseren Patienten führt. 

Sie ist salzarm und kann daher den Blutdruck senken, was für Nierenpatienten bedeutsam ist, um die verbliebe Nierenfunktion noch möglichst lange zu erhalten.

Sie ist arm an gesättigten, aber reich an ungesättigten Fettsäuren, die in Fisch oder hochwertigen Ölen enthalten ist. 

Das führt zu einem guten Lipidspiegel und wirkt sich positiv auf die Herz-Kreislaufgesundheit aus.“

Wichtig:

Einige Menschen glauben, dass jedes mediterrane oder mediterran klingende Gericht zur mediterranen Kost zählt.

Das ist falsch. Fastfood-Gerichte wie Döner, fett- und fleischlastige Pasta oder Tiefkühlpizzen entsprechen nicht der mediterranen Diät.

[1] https://academic.oup.com/ndt/article/doi/10.1093/ndt/gfx085/3917052/Mediterranea...
[2] Estruch R, Ros E, Salas-Salvado J et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. N Engl J Med 2013; 368: 1279–1290

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