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Vorhofseptumdefekt: Verschluss von Defekten der Herzscheidewand - Atrium-Septum-Defekt (ASD)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Kinderkardiologische Premiere

Zum europaweit ersten Mal wurde am DHZB ein neuartiges Implantat zum Verschluss von Defekten der Herzscheidewand eingesetzt. 

Es passt sich dem umliegenden Gewebe noch besser an und kann den Patiententen in manchen Fällen sogar eine offene Operation am Herzen ersparen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Notfallsanitäter 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Medikamente  
  • Der Vorhofseptumdefekt oder Atrium-Septum-Defekt (ASD) ist – vereinfacht gesagt – ein „Loch“ in der Scheidewand zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens und gehört zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern.

In den meisten Fällen können ASD heute schonend über Herzkatheter verschlossen werden, eine Operation am offenen Herzen ist dann nicht mehr nötig.


  • Dabei wird ein sogenannter Okkluder, ein doppelter Schirm aus einem Drahtgeflecht über die Blutgefäße bis in den Herzvorhof geschoben und an beiden Seiten des „Lochs“ aufgespannt.

Nach diesem schonenden und risikoarmen Eingriff wächst der Okkluder ein und ermöglicht eine meist uneingeschränkte Lebensqualität und –Erwartung.

Zum europaweit ersten Mal ist am Deutschen Herzzentrum Berlin nun ein neuartiger Okkluder eingesetzt worden.

Wie die bisher eingesetzten Schirme besteht auch das Gerüst dieses Modells aus einer speziellen formstabilen und gleichzeitig weichen Metalllegierung.

Der Unterschied: 

  • Die Maschen des Geflechts sind wesentlich weiter, die dabei entstehenden Zwischenräume werden mit einer Kunststoffmembran verschlossen.

„Der Okkluder wird durch dieses neue Konstruktionsprinzip insgesamt weicher und flexibler, er passt sich dem umliegenden Gewebe also noch besser an, kann damit sehr gut einheilen und wird aufgrund des geringeren Metallanteils auch in seltenen Fällen einer Metall-Unverträglichkeit besser aufgenommen“, erläutert Kinderkardiologe Prof. Dr. med. Stephan Schubert, Oberarzt und Leiter des Herzkatheterlabors an der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB.

  • Das neue System stammt aus den USA, wurde dort bereits rund hundertmal erfolgreich eingesetzt und hat Ende 2019 auch die EU-Zulassung erhalten. 

Am Montag, also vor vier Tagen,  haben Professor Schubert und sein Team den „Cardioform Occluder“ den ersten vier Patienten im Alter von drei bis 17 Jahren implantiert.

Die Eingriffe dauerten jeweils nur etwa eine Stunde und verliefen ohne Komplikationen.

Bei einer der „Premieren“-Patienten kam ein weiterer großer Vorteil des neuen Implantats zum Tragen:

Bei der vierjährigen Emilia aus Berlin lag der ASD sehr nahe an der Mündung der Hauptschlagader (Aorta). 

Ein herkömmlicher Schirm aus engmaschigem Metallgewebe hätte hier womöglich nicht eingesetzt werden können, da er langfristig die Aortenwand hätte verletzen können.

Beim neuen Cardioform Occluder besteht diese Gefahr nicht.

Eine Operation am offenen Herzen blieb Emilia damit erspart.

Schon am übernächsten Morgen nach dem Katheter-Eingriff konnte sie das DHZB beschwerdefrei verlassen.

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Kinderalter: Die Katheterablation bei Herzrhythmusstörungen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Ergebnisse aus dem Europäischen Kinder-Ablationsregister

Die Katheterablation bei Herzrhythmusstörungen wird seit 25 Jahren auch im Kindesalter durchgeführt. 

Über die ersten Ergebnisse aus dem europäischen pädiatrischen Katheterablationsregister wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) in Leipzig berichtet.  
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen können in jedem Lebensalter auftreten. 
Das häufigste Substrat für supraventrikuläre Tachykardien im Kindesalter ist das Vorliegen einer akzessorischen Bahn, die zweithäufigste Form ist die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. 

Vom nordamerikanischen Kinderablationsregister wurden Anfang der 2000er Jahre die Ergebnisse von insgesamt 7600 Kindern vorgestellt. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzDiskussion: EKG-Früherkennung 

Medizin am Abend Berlin ZusatzDiskussions-Thema: Spirometrie

Die prozedurale Erfolgsquote lag in der ersten Ära dieser Studie initial bei 90.4 % und am Ende der Studie bei 95 %.

Die Durchleuchtungszeiten waren damals beträchtlich und betrugen im Schnitt 50 resp.40 Minuten; die Komplikationsrate lag bei 4.2 bzw. 3.0%.

Auf der Jahrestagung der DGPK in Leipzig wurde jetzt aus der Kinderkardiologie Göttingen über erste Ergebnisse des europäischen multizentrischen pädiatrischen Katheterablations-Registers (EUROPA) berichtet.

Die primäre Ablationserfolgsquote für alle erfassten Tachykardieformen lag hier bei 95%. 

Die Durchleuchtungszeiten und die Komplikationsrate waren im Vergleich zu den amerikanischen Registerdaten deutlich niedriger und betrugen 8.7 Minuten bzw. 0.5%.
  • Die Einführung der 3D-Mapping-Systeme führte wie im Erwachsenenalter auch bei Kindern zu einer deutlichen Reduktion der Durchleuchtungszeiten sowie auch zu einer Erhöhung des Ablationserfolgs und einer Senkung der Rezidivrate.
Seit etwa 15 Jahren wird neben der Hochfrequenzstrom-Ablation auch die Kryoenergie zur Ablationsbehandlung bei Kindern eingesetzt.

Vorteil ist die Vermeidung eines AV-Blocks durch das Cryonapping. 

Hier wird bei AV-Knoten-nahen Substraten wie der AVNRT eine reversible Cryo-Läsion erzeugt, so dass sowohl der Erfolg wie auch das AV-Blockrisiko unmittelbar beurteilt werden können.

Nachteilig sind deutlich verlängerte Prozedurzeiten und eine höhere Rezidivrate. 

Hinsichtlich des Ablationszeitpunktes gilt für das Kindesalter, dass möglichst ein Körpergewicht von 15 kg erreicht werden soll, da die Komplikationsrate darunter erhöht ist.

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Prof. Dr. Thomas Paul
Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie,
Neonatologie, Intensivmedizin und Pneumologie
Universitätsklinikum Göttingen
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Tel.: 0551-3966203
Prof. Dr. med. Angelika Lindinger Geschäftsstelle
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E-Mail-Adresse: angelika.lindinger@uks.eu
Weiterführende Literatur
Paul T, Krause U, Della Bella P, Gulletta S, De Filippo P, Ferrari P, Gebauer R, Paech C, Kubus P, Janusek J (2016): The European Pediatric Catheter Ablation Registry (EUROPA) – first results. Heart Rhythm 13 Suppl. p187