Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Posts mit dem Label Arbeitsschutz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arbeitsschutz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Rosenkauf am Valentinstag: Fairtrade-Rosen kaufen und verschenken

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zum Valentinstag: Beim Rosenkauf auf Fairtrade-Siegel achten

Am Valentinstag werden in Deutschland traditionell mehrere Millionen Rosen gekauft und verschenkt. 

Wie und auf welchem Weg diese Blumenpracht zu uns in den Handel kommt und welche ausgeklügelte logistische Lieferkette dahintersteckt, erklärt der Logistik-und Handel-Experte der Hochschule Fresenius, Professor Dr. Heinz Walterscheid. 


 
FRAGE: Herr Professor Walterscheid, bald ist wieder Valentinstag, an dem traditionell Millionen von Rosen in Deutschland gekauft und verschenkt werden. Auf welchen Wegen gelangen die Rosen zu uns in die Blumengeschäfte bzw. in die Supermärkte?


ANTWORT:
Die meisten Rosen werden aus Ostafrika und aus Südamerika importiert. In Ländern wie Kenia, Äthiopien, aber auch Ecuador und Kolumbien, herrschen ganzjährig ideale klimatische Anbaubedingungen. Von den dortigen Blumenfarmen werden die Rosen gekühlt per LKW zu einem Flughafen transportiert, der häufig in der Nähe der jeweiligen Landeshauptstadt liegt. Luftfrachtgesellschaften transportieren die Blumen dann in gekühlten Frachtflugzeugen nach Europa. Die Weitertransporte erfolgen meistens per LKW zum Blumenhandel.

FRAGE: Wie lange dauert denn der Transport von den Blumenfarmen in Ostafrika und Südamerika bis zu uns in die Blumengeschäfte?

ANTWORT: Es dauert nur circa zwei Tage, bis die Rosen hier am Flughafen in Deutschland ankommen. Ungefähr sieben Tage dauert es, bis die Blumen in den Blumengeschäften und Supermärkten verkauft sind. Und dann sollen die Rosen ja noch circa sieben weitere Tage blühen und schön ausschauen. Insgesamt bedarf es bei den Millionen roter Rosen zum Valentinstag also einer umfangreichen, frühzeitigen und sehr detaillierten Logistikplanung.

FRAGE: Die Rosen haben von Ostafrika und Südamerika aus ja einen sehr langen Weg per Flugzeug hinter sich. Wie sieht denn die Klimabilanz der Rosen aus?

ANTWORT: Der lange Lufttransport verursacht sehr hohe CO2-Emissionen und ist damit wenig ökologisch nachhaltig. Eine Alternative wäre daher der Anbau der Rosen in von uns nicht so weit entfernten Gewächshäusern, die allerdings wegen des Datums 14. Februar und der damit verbundenen kalten Jahreszeit energieintensiv beheizt und beleuchtet werden müssten und damit häufig ebenfalls wenig ökologisch nachhaltig sind. Der Rosenanbau im warmen und fast immer sonnigen Ostafrika und Südamerika hat diesen Nachteil nicht.

FRAGE: Können Sie uns eine Aussage zur sozialen Nachhaltigkeit der Rosen machen?

ANTWORT: Vielfach heißt es, dass die Rosenzucht in den beschriebenen Anbauländern in Afrika und Südamerika nicht sozial nachhaltig sei, da die Arbeitsbedingungen auf vielen Blumenfarmen nicht gut seien. Als Stichworte seien hier niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten und schlechter Arbeitsschutz genannt. Deshalb sollte beim Rosenkauf auf Nachhaltigkeitszertifikate wie Fairtrade geachtet werden, die nur verwendet werden dürfen, wenn die Arbeitsbedingungen bestimmten sozialen Mindestanforderungen genügen. Hier hat es in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen gegeben, alleine im Jahr 2016 wurden in Deutschland 367 Millionen Fairtrade-Rosen verkauft.


Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit rund 12.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre re-akkreditiert.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Websites:
www.wir-sind-unsere-Zukunft.de 

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Melanie Hahn Hochschule Fresenius

Limburger Straße 2
65510 Idstein
Deutschland
Hessen


Telefon: 0171 3592590
E-Mail-Adresse: melanie.hahn@hs-fresenius.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.hs-fresenius.de

GenderMedizin-Anamese: Staub, Rauch, Gase und Dämpfe . Noxen und die Berufskrankheit

Medizin am Abend Berlin Fazit:  BAuA-Faktenblatt zu Belastungen durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe

Staub. Im Alltag ebenso verbreitet wie unbeachtet und dennoch gefährlich.

Denn Staub, Rauch, Gase und Dämpfe schädigen die Gesundheit vieler Berufstätiger. 

Etwa jeder achte Erwerbstätige ist bei der Arbeit häufig Staub, Rauch, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt. 

Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Detailanalyse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.  

Besonders häufig betroffen sind unter anderem Männer, die in Vollzeit arbeiten, Beschäftigte im Baugewerbe oder Beschäftigte mit einem geringen Bildungsniveau. Husten, Hautreizungen und eine laufende Nase gehören zu den Beschwerden, die unter den Betroffenen wesentlich häufiger auftreten als unter den Erwerbstätigen, die nur selten mit diesen Noxen in Kontakt kommen.

Diese und weitere Daten und Fakten fasst die BAuA in dem nun veröffentlichten Faktenblatt "Bloß keinen Staub aufwirbeln - Belastungen durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe" zusammen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Arztregister  


  • Rund 6.000 Fälle staubbedingter Atemwegserkrankungen werden laut BAuA-Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014" jährlich als Berufskrankheit anerkannt. 

Auch wenn Staub keine gefährlichen Chemikalien enthält, kann er die Gesundheit gefährden. Besonders kleine Staubpartikel können in die feinen Lungenbläschen eindringen und dort Entzündungen oder sogar Krebs hervorrufen.

  • Gröbere Staubteilchen, die zwar nicht bis in die Lunge vordringen, können dennoch Schäden in Nase, Hals und Rachenraum verursachen. 

Um die Belastung durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe am Arbeitsplatz abzubilden, hat die BAuA die Daten der Erwerbstätigenbefragung differenziert nach Branchen und einzelnen Berufen ausgewertet.

  • Fast jeder zweite, der häufig mit komplexen Gefahrstoffen wie Staub arbeitet, fühlt sich dadurch belastet. 
  • In der Vollzeitarbeit kommen Männer mit 16 Prozent deutlich häufiger mit Staub in Kontakt als Frauen mit 9 Prozent. 

Eine hohe Staubbelastung tritt oftmals in Berufen auf, die nur eine geringe Qualifikation erfordern. Somit sind Erwerbstätige ohne oder mit nur einem niedrigen Schulabschluss überdurchschnittlich betroffen (19 %).

Gerade im Baugewerbe (29 %) und im produzierenden Gewerbe (19 %) sind viele Erwerbstätige bei der Arbeit Staub, Rauch, Gasen und Dämpfen ausgesetzt.

Von denjenigen, die mit diesen Stoffen bei der Arbeit häufig in Kontakt kommen, geben 22 Prozent ihren Gesundheitszustand mit weniger gut bis schlecht an. Mit 28 Prozent leiden doppelt so viele der Belasteten an Husten als Erwerbstätige, die nur selten unter Einfluss dieser Stoffe arbeiten. Hautreizungen und Juckreiz treten sogar dreimal so häufig auf (24 %).

Mithilfe des Einfachen Maßnahmenkonzepts Gefahrstoffe (EMKG) der BAuA lassen sich Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz systematisch beurteilen. Um die Beschäftigten vor gesundheitlichen Schäden durch Gefahrstoffe wie Staub, Rauch, Gase und Dämpfe zu schützen, rät die BAuA außerdem dazu, Arbeitsschutzmaßnahmen fest in die Arbeitsabläufe zu integrieren.

Das Faktenblatt "Bloß keinen Staub aufwirbeln - Belastungen durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe" gibt es als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.
 
Hintergrund
Bei der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 handelt es sich um eine repräsentative Erhebung unter 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Durch sie werden differenzierte Informationen über ausgeübte Tätigkeiten, berufliche Anforderungen, Arbeitsbedingungen und -belastungen, den Bildungsverlauf der Erwerbstätigen sowie über die Verwertung beruflicher Qualifikationen gewonnen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
www.baua.de

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com


Über Google: Medizin am Abend Berlin 


Jörg Feldmann
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel.: 0231 9071-2330
Fax: 0231 9071-2299
E-Mail: presse@baua.bund.de
www.baua.de

Gesundheits - Situation von Beschäftigten (auch Schwangere) an Tankstellen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Benzolbelastungen an Tankstellen unbedenklich

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat gemeinsam mit Berufsgenossenschaften und Unfallkassen die besondere Situation von Beschäftigten an Tankstellen untersucht und konnte zeigen:  

Die Belastung an Tankstellenarbeitsplätzen liegt inzwischen im Bereich der Konzentration, die durch Verteilung überall in der Atemluft vorhanden ist. 
 
Benzol kann beim Menschen krebserzeugend wirken.

Trotzdem lässt sich der Stoff nicht von allen Arbeitsplätzen verbannen.
Insbesondere an Tankstellen können Belastungen auftreten, weil dort mit Ottokraftstoffen umgegangen wird, die immer noch geringe Mengen an Benzol enthalten dürfen. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat gemeinsam mit Berufsgenossenschaften und Unfallkassen die besondere Situation von Beschäftigten an Tankstellen untersucht und konnte zeigen:  

Die Belastung an Tankstellenarbeitsplätzen liegt inzwischen im Bereich der Konzentration, die durch Verteilung überall in der Atemluft vorhanden ist.

Benzol ist eine Grundchemikalie. 2012 lag die Produktion weltweit bei über 57 Millionen Tonnen. In den meisten Fällen setzt die Industrie Benzol in geschlossenen Anlagen ein, Belastungen der Umgebungsluft sind damit ausgeschlossen. Arbeitsbereiche, in denen das nicht möglich ist, finden sich vor allem an Tankstellen: Betroffen sind Beschäftigte an Zapfsäulen, im Werkstattbereich und in Verkaufs- und Kassenräumen von Tankstellen.

Vor allem im Verkaufsbereich stellt sich mit Blick auf eine mögliche Benzolbelastung häufig die Frage, ob Schwangere hier tätig sein dürfen.

 "Die Voraussetzung ist, dass der Benzolwert am Arbeitsplatz sich nicht wesentlich vom Benzolwert in der Außenluft unterscheidet", sagt Professor Dietmar Breuer, Gefahrstoffexperte im IFA. So lege es das baden-württembergische Merkblatt für werdende Mütter fest, auf das sich auch andere Länder beziehen. Das IFA hat für alle 13 untersuchten Tankstellen gezeigt, dass diese Voraussetzung erfüllt ist.

Breuer: "Damit wird selbstverständlich auch die so genannte Akzeptanzkonzentration, wie sie der Arbeitsschutz für Benzol an Arbeitsplätzen fordert, deutlich unterschritten." Selbst wenn in der Zukunft irgendwann ein noch niedrigerer Wert gelten sollte, wäre man an diesen Arbeitsplätze in puncto Arbeitsschutz immer noch auf der sicheren Seite.

Weitere Informationen

Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) gibt gemeinsam mit der Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) die Fachzeitschrift "Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft - Air Quality Control" heraus. Den Artikel aus dem aktuellen Heft ("Benzol – Messungen in verschiedenen Arbeitsbereichen mit Bezug zur Toleranz- und Akzeptanzkonzentration nach TRGS 910") können Sie dort im Volltext als PDF-Datei finden.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Zentrale Telefonnummer:
030-288763800
Homepage der Einrichtung
Homepage der Einrichtung
Homepage der Einrichtung
Homepage der Einrichtung


Glinkastraße 40
10117 Berlin
Deutschland
Berlin


Gregor Doepke
Telefon: 030 - 288 763 760
Fax: 030 - 288 763 771
E-Mail-Adresse: gregor.doepke@dguv.de


Stefan Boltz
Telefon: 030 / 288763-768
Fax: 030 / 288763-771
E-Mail-Adresse: presse@dguv.de


Elke Biesel
Telefon: 030 / 288 763 - 767
Fax: 030 / 288 763 - 771
E-Mail-Adresse: elke.biesel@dguv.de


Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: ifa@dguv.de

Ina Neitzner
Leiterin Wissenschaftliche Kooperationen
Telefon: (02241) 231 2721
Fax: (02241) 231 2234
E-Mail-Adresse: ina.neitzner@dguv.de


Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG)
Königsbrücker Landstr. 2
01109 Dresden
Deutschland
Sachsen
E-Mail-Adresse: iag@dguv.de

Sabine Strickrodt
Telefon: 0351 / 4571107
Fax: 0351 / 4571005
E-Mail-Adresse: sabine.strickrodt@dguv.de


Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: ipa@ipa-dguv.de

Dr. Monika Zaghow
Telefon: 0234/3024-564
Fax: 0234/3024-505
E-Mail-Adresse: zaghow@ipa-dguv.de


360° TOP-Thema: Arbeits- und Gesundheitsschutz - Atypische Beschäftigte

Medizin am Abend Fazit:  Arbeits- und Gesundheitsschutz erreicht atypisch Beschäftigte oft nicht

Der Arbeitsschutz hat mit den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht Schritt gehalten: Bei atypisch Beschäftigten wie Werkvertragsbeschäftigten, Minijobbern oder Leiharbeitern greifen viele Instrumente oft nicht, ergibt eine neue Analyse.*




Die klassische Arbeitssicherheit gelte hierzulande als gut aufgestellt, schreiben Dr. Karina Becker und Thomas Engel. Bei der Unfallprävention habe es Verbesserungen gegeben und auch in die betriebliche Gesundheitsförderung komme Bewegung hinein. Allerdings profitierten nicht alle Arbeitnehmer von diesen Fortschritten: Bei atypisch Beschäftigten gebe es gravierende Defizite. Das schließen die Soziologen von den Universitäten Trier und Jena aus Befragungsdaten und Fallstudien, in die auch Ergebnisse eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekts eingeflossen sind.*

Rechtlich seien Leiharbeiter, Minijobber oder Werkvertragsbeschäftigte beim Arbeitsschutz zwar den Normalarbeitnehmern weitgehend gleichgestellt, so die Wissenschaftler in ihrer Analyse, die in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen erschienen ist.


In der Praxis ergäben sich aber erhebliche Schwierigkeiten. So seien atypisch Beschäftigte aufgrund kurzer Einsatzzeiten oft von Arbeitsschutzroutinen wie regelmäßigen Unterweisungen ausgeschlossen. Zudem gebe es Mängel bei der Betreuung durch Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte. Bei der Leiharbeit erweise sich als problematisch, dass Ver- und Entleiher gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit tragen. Das führe dazu, dass sich in vielen Fällen niemand zuständig fühlt.

Dass Beschäftigungsform und Gesundheitsschutz eng zusammenhängen, können die Forscher anhand von Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin belegen. Nach ihren Berechnungen sinken die Standards mit wachsendem Abstand zum Normalarbeitsverhältnis.

Von den befragten Erwerbstätigen mit unbefristetem Vollzeitjob geben 57 Prozent an, dass ihr Betrieb Gefährdungsbeurteilungen durchführt, 58 Prozent berichten von Gesundheitsförderung. Bei Teilzeit- oder befristet Beschäftigten sind es jeweils 43 Prozent. Von den Leiharbeiterinnen und Leihabeitern profitieren lediglich 47 Prozent von Gefährdungsbeurteilungen, nur 29 Prozent von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Beschäftigte, die in mindestens drei Kriterien vom Normalarbeitsverhältnis abweichen - zum Beispiel Geringverdiener mit Teilzeit und Befristung - kommen zu 32 Prozent in den Genuss von Gefährdungsbeurteilungen, nur 21 Prozent haben Zugang zu Gesundheitsförderung. Noch schlechter sehen die Werte bei Soloselbstständigen mit Niedriglohn aus (siehe auch die Infografik im neuen Böckler Impuls; Link unten).

"Mitglieder prekärer Randbelegschaften und andere atypisch Beschäftigte" seien "von vielen Errungenschaften der Arbeitssicherheit und Gesundheitsprävention ausgeschlossen", konstatieren die Wissenschaftler. Dabei spiele auch eine Rolle, dass sie im Vergleich zur Stammbelegschaft weniger oder gar keine Mitbestimmungsrechte hätten.

Wie die Unterminierung von Arbeitsschutzstandards konkret abläuft, stellen Becker und Engel im Rahmen zweier Branchenfallstudien exemplarisch dar. Zum einen haben sie sich der Schlachtindustrie angenommen, die einen Verdrängungswettbewerb über knapp kalkulierte Preise und Kostenreduzierung austrägt und dabei insbesondere auf Leiharbeit und Werkverträge setzt. Mittlerweile sei in vielen Schlachthöfen nur noch jeder Zehnte regulär beschäftigt. Viele der atypisch beschäftigten Fleischer aus Osteuropa versuchten, das karge Lohnniveau durch Arbeitstage von zwölf bis 14 Stunden auszugleichen. Dieses gesundheitsverschleißende Verhalten sei durch die überbetriebliche Arbeitsaufsicht ange-sichts fehlenden Personals kaum einzudämmen. Die Arbeitgeber wiederum hätten wenig Interesse an einem nachhaltigen Umgang mit Arbeitskräften, weil sie stets auf eine "mig-rantische Reservearmee" zurückgreifen könnten. Gemäß der Logik von Werkverträgen seien die Dienstleister für Personalplanung und Arbeitsschutz zuständig, Kontrollen durch die Einsatzunternehmen fänden nicht statt, Unfälle würden nicht erfasst. Obwohl das Ge-setz wirksamen Schutz für alle Beschäftigten vorsehe, seien entsandte Beschäftigte in vielen substanziellen Aspekten davon ausgeschlossen, kritisieren die Autoren.

Mit erheblichen Missständen haben der Analyse zufolge auch Migrantinnen zu kämpfen, die im Bereich der häuslichen Pflege arbeiten. Da Kontrollmechanismen fehlen, seien arbeitsrechtliche Normen in Privathaushalten kaum durchzusetzen. Zudem arbeite das Gros der Beschäftigten in einer gesetzlichen Grauzone, was ihre rechtliche Position zusätzlich schwäche. Viele Migrantinnen seien vollständig vom "Gutdünken" der Familien abhängig, für die sie tätig sind. Diese Konstellation kann drastische Konsequenzen für den Arbeitsschutz haben: Einer der befragten Pflegekräfte wurde beispielsweise verschwiegen, dass ihre Patientin mit einem multiresistenten Keim infiziert war. All das deute darauf hin, dass sich auf der "Rückseite" unserer Arbeitsgesellschaft ein neuer ungeschützter Bereich von Erwerbsarbeit jenseits der betrieblichen Organisation etabliert hat. Das Schutzniveau des Normalarbeitsverhältnisses sei für diese Arbeit nahezu bedeutungslos.

*Quelle: Karina Becker, Thomas Engel: Reduziertes Schutzniveau jenseits der Normalar-beit, in: WSI-Mitteilungen 3/2015, Schwerpunktheft: "Schwächen des Arbeits- und Ge-sundheitsschutzes in veränderten Arbeitswelten". Download des Artikels: http://media.boeckler.de/Sites/A/Online-Archiv/16032

Infografik zum Download im Böckler Impuls 8/2013: http://boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=54166&chunk=1


Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Elke Ahlers
WSI-Expertin "Qualität der Arbeit"
Tel.: 02 11-77 78-344
E-Mail: Elke-Ahlers@boeckler.de

Rainer Jung
Tel.: 02 11-77 78-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de