Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Hörsturz Therapie

space


Wer einen Hörsturz erleidet, erhält meistens eine Behandlung mit sogenannten Glukokortikoiden, umgangssprachlich auch Kortison genannt. Das ist weltweit Standard, obwohl die Wirksamkeit bislang nicht eindeutig geklärt ist. Eine neue, groß angelegte Studie der Universitätsmedizin Halle untersucht nun die Effektivität dieser Therapie genauer und prüft, inwieweit damit unerwünschte Wirkungen einhergehen.

Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender Hörverlust ohne erkennbare Ursache, der sich innerhalb von 72 Stunden entwickelt und meist auf einem Ohr auftritt. Mögliche Begleiterscheinungen wie Tinnitus und Schwindel können stark variieren. Zur Behandlung kommen seit fast 50 Jahren entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikoide zum Einsatz – in Tablettenform, aber auch per Infusion oder als Spritze ins Mittelohr. Diese Anwendung ist „off-label“, denn speziell dafür zugelassene medikamentöse Therapien gibt es bislang nicht.

„Es ist nach wie vor unklar, ob die gängige Standardtherapie bei Hörsturz tatsächlich effektiv ist. 

Die bisherigen Daten dazu sind widersprüchlich“, sagt Prof. Dr. Stefan Plontke, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Halle.

CORTEBO-Studie soll Klarheit schaffen

Unter Leitung der Universitätsmedizin Halle und in Kooperation mit dem Deutschen Studienzentrum für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DSZ-HNO) startet nun die neue, groß angelegte CORTEBO-Studie in zahlreichen Zentren in ganz Deutschland. Insgesamt sollen 218 Patient:innen in die Analyse aufgenommen werden. 

„Die Teilnehmenden erhalten zehn Tage lang entweder die gängige Standardtherapie mit Prednisolon oder ein Placebo. Einen Monat nach Behandlungsbeginn wird gemessen, wie sich der Hörverlust in den besonders betroffenen Tonhöhen verändert hat. Auch das Sprachverständnis und die Lebensqualität der Betroffenen sind Gegenstand der Auswertung. Die Nachsorge im Rahmen der CORTEBO-Studie erfolgt für weitere fünf Monate“, erklärt Studienleiter Prof. Plontke.

Die Studie wird voraussichtlich Anfang 2027 starten. Teilnehmen können Erwachsene im Alter von 18 bis 80 Jahren, die erstmals einen einseitigen Hörsturz erlitten haben, der binnen 24 Stunden plötzlich eingetreten ist. Die Aufnahme in die Studie und die Behandlung müssen innerhalb von sieben Tagen erfolgen. Nicht teilnehmen können Personen, die wiederholt betroffen sind oder bei denen der Hörsturz bereits mit Glukokortikoiden oder einer hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt wurde.

Um eine objektive Durchführung zu gewährleisten, ist die Studie dreifach verblindet konzipiert: Weder die Patient:innen noch das ärztliche Personal oder die Personen, die die Daten auswerten, wissen, wer welche Behandlung erhalten hat. Die Zuordnung der Gruppen wird erst nach Abschluss der Datenanalyse aufgedeckt.

Hohe Dosierungen eher nachteilig: Überraschender Befund lieferte Grundlage für neue Studie

Zeitweise nahm man an, dass eine hohe Dosis Glukokortikoide über einen kurzen Zeitraum hinweg als Infusion insgesamt besser wirken könnte als eine gängige Therapie mit Tabletten. Diese Vermutung wurde jüngst durch die HODOKORT-Studie der Universitätsmedizin Halle und dem DSZ-HNO widerlegt. Dabei zeigte sich, dass eine hochdosierte Therapie keine besseren Behandlungsergebnisse erzielte, dafür aber mit mehr Nebenwirkungen verbunden war und somit eher nachteilig ist. Daher stellt sich erneut die Frage nach der Wirksamkeit niedrigerer Dosierungen, wie sie der bisherige Behandlungsstandard vorsieht.

„Da bislang ausschließlich die Therapie mit Glukokortikoiden zur Verfügung stand, galt es als ethisch nicht vertretbar, Patientinnen und Patienten im Rahmen einer Studie ein Placebo zu verabreichen und ihnen damit eine Behandlung vorzuenthalten. Erst neue Hinweise auf einen fehlenden Zusatznutzen und relevante Nebenwirkungen rechtfertigen nun eine placebokontrollierte Prüfung“, fasst Prof. Plontke zusammen.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt bis Anfang 2031 mit mehr als zwei Millionen Euro. Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (www.tinnitus-liga.de) begleitet die CORTEBO-Studie als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation und wichtige Partnerin aus Patient:innensicht. Sie war an der Benennung des Forschungsbedarfs beteiligt, informiert ihre Mitglieder über die Studie und unterstützt die spätere Verbreitung der Ergebnisse.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Hinweis: Kliniken und Praxen, die Interesse an einer Teilnahme als Studienzentrum haben, können sich an die Studienleitung wenden. Für sonstige Interessierte wird künftig eine Kontaktadresse bereitgestellt.

Originalpublikation:
Ergebnisse der vorangegangenen HODOKORT-Studie:
https://idw-online.de/de/news826469
https://evidence.nejm.org/doi/full/10.1056/EVIDoa2300172
Weitere Informationen finden Sie unter
Website der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie

Teure Tickets garantieren keine Siege

space


Eine neue Studie der SRH University beleuchtet Dauerkartenpreise im Verhältnis zum sportlichen Ertrag. Verglichen wurden die Fußball-Bundesliga und die Deutsche Eishockey Liga. Die Studie zeigt, dass hohe Dauerkartenpreise in der Fußball-Bundesliga kaum etwas über den sportlichen Erfolg eines Vereins aussagen. Eishockey-Fans erhalten trotz höherer Dauerkartenpreise mehr Tore für ihr Geld.

Wenn am 28. August die Bundesliga-Saison 2026/27 startet, strömen wieder zehntausende Fans pro Spiel in die Stadien, viele davon mit einer Dauerkarte. So fielen in der Saison 2024/25 laut offiziellem Zuschauerbericht über 6,6 Millionen von rund 11,6 Millionen verkauften Tickets auf Dauerkarten – also fast 60 Prozent aller Stadionbesuche. Doch was zahlen Fans im Durchschnitt für eine Dauerkarte bei einem der 18 Bundesliga-Clubs? Und wo bekommt man für sein Geld die meisten Tore?

Diese Fragen hat die SRH University in einer neuen Studie beleuchtet und die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga mit der Deutschen Eishockey Liga (PENNY DEL) verglichen.

Teure Tickets garantieren keine Siege

In der Bundesliga-Saison 2025/26 lag der Preis für eine Stehplatz-Dauerkarte (günstigste Kategorie) im Schnitt bei 215 Euro. Eine Sitzplatz-Dauerkarte (teuerste Kategorie) lag hingegen im Schnitt bei 791 Euro. Aber was kostet nun ein Heimtor? Das beste Preis-Tor-Verhältnis bot hier der FC Bayern München mit 68 Heimtoren bei nur 175 Euro für die Stehplatz-Dauerkarte. Das ergibt 2,57 Euro pro Tor, wohingegen der FC St. Pauli mit 12,53 Euro die teuersten Tore verzeichnete.

Und auch bei den Heimsiegen konnte der FC Bayern München punkten: Mit 12,50 Euro pro Heimsieg mussten die Fans deutlich weniger zahlen als etwa beim VfL Wolfsburg, wo der Preis pro Heimsieg bei 80 Euro lag und damit das schlechteste Preis-Erfolgs-Verhältnis der Liga bildete.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass hohe Dauerkartenpreise kaum etwas über den sportlichen Erfolg eines Clubs aussagen. Stattdessen werden die Preise vor allem von der Stadionauslastung und regionalen Marktbedingungen bestimmt“, erläutert Prof. Dr. Markus Breuer, Professor für Sportmanagement an der SRH University.

Mehr Tore fürs Geld: Bundesliga vs. PENNY DEL

Im Eishockey kostete die Dauerkarte in der günstigsten Kategorie im Durchschnitt 410 Euro und lag damit deutlich über der Fußball-Bundesliga. Dennoch war der durchschnittliche Preis für ein Heimtor hier mit 4,79 Euro um einiges günstiger als 7,86 Euro in der Bundesliga. DEL-Fans zahlen also knapp 40 Prozent weniger pro Heimtor.

Marco Mühlfeld, Sportmanager und SRH-Alumnus, ergänzt: „Trotz fast doppelt so hoher Kartenpreise bekommen Eishockey-Fans mehr Tore fürs Geld – dank mehr Heimspielen und höherer Torquote.“

Moderate Preisanstiege in der Saison 2026/27

Für die Saison 2026/27 steigen die Ticketpreise meist nur moderat. So liegt der Durchschnitt für eine Stehplatz-Dauerkarte in der günstigsten Kategorie mit 224 Euro nur knapp über dem Vorjahr. Eine Sitzplatz-Dauerkarte (teuerste Kategorie) kostet in dieser Saison durchschnittlich 846 Euro.

Dabei bleiben die Einstiegspreise für die günstigste Stehplatz-Dauerkarte bei 6 Clubs (Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg, Hamburger SV, RB Leipzig und 1. FC Union Berlin) konstant. Die einzige Senkung gibt es beim 1. FC Köln mit 4,4 Prozent, während die Preise weiterer Clubs moderat um 2 bis 5,3 Prozent steigen.

Den größten Sprung bei den Ticketpreisen legt Bayer 04 Leverkusen hin: Hier steigt die teuerste Sitzplatz-Dauerkarte um fast 25 Prozent von 550 auf 685 Euro.

„Obwohl es bei den Vereinen zum Teil große Unterschiede bei den teuersten Sitzplatz-Dauerkarten gibt, fallen die Trikotpreise mit 80 bis 100 Euro überraschend ähnlich aus. Hier werden die Preise vor allem von Ausrüster-Deals bestimmt“, sagt Marco Mühlfeld abschließend.

Weiterführende Informationen

SRH University

Die SRH University ist eine private Hochschule mit bundesweit 18 Standorten, knapp 11.000 Studierenden aus über 140 Ländern und einem Angebot von rund 120 Studiengängen. Sie gehört zum gemeinnützigen Stiftungskonzern SRH, einem der größten Bildungs- und Gesundheitsanbieter Deutschlands.

Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Hochschulbildung strebt die SRH University an, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen und Fachkräfte von morgen auszubilden. Die SRH University legt großen Wert auf Offenheit, Vielfalt und zeitgemäße Bildungskonzepte, die Präsenz- und Online-Lehre miteinander kombinieren. Gemeinsam mit der SRH Fernhochschule – The Mobile University und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht studieren aktuell über 20.000 Studierende an den Hochschulen der SRH.

SRH | Gemeinsam für Bildung und Gesundheit

Als Stiftung mit führenden Angeboten in den Bereichen Bildung und Gesundheit begleiten wir Menschen auf ihren individuellen Lebenswegen. Unserer Leidenschaft fürs Leben folgend, helfen wir ihnen aktiv bei der Gestaltung ihrer Zukunft, hin zu einem selbstbestimmten Leben. Mit rund 17.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mehr als 1,2 Mio. Kunden erwirtschaften wir einen Umsatz von über 1,5 Mrd. Euro (2025).

Die 1966 gegründete SRH ist heute Deutschlands größte gemeinnützige Stiftung in den Bereichen Bildung und Gesundheit mit bundesweit rund 90 Standorten. Hauptsitz der SRH ist Heidelberg.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT

Prof. Dr. Markus Breuer
markus.breuer@srh.de

Kardiomyopathien

space


Forschende aus Würzburg und Heidelberg haben entschlüsselt, warum kleinste Veränderungen im Herzprotein RBM20 zu unterschiedlichen erblichen Herzkrankheiten führen können. Mithilfe von patientenspezifischen Stammzellen, künstlichen Herzgeweben und Genom-Editierung konnten sie zeigen, wie einzelne Mutationen den Kalziumhaushalt der Herzzellen stören und damit verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Die Ergebnisse liefern neue Ansatzpunkte für individuell zugeschnittene Therapien bei seltenen Kardiomyopathien.


Kardiomyopathien sind eine Gruppe von meist erblichen, seltenen Herzkrankheiten, bei denen die Struktur des Herzmuskelgewebes gestört ist. Das schränkt die Pumpkraft des Herzens ein; es kommt zu Atemnot, geringerer körperlicher Leistungsfähigkeit und weiteren typischen Beschwerden einer Herzschwäche.

Bei manchen Betroffenen ist das RBM20-Protein mutiert; sie werden derzeit genauso behandelt wie Menschen mit Herzinsuffizienz. Doch bei dieser speziellen Gruppe könnte künftig eine spezifischere Therapie sinnvoll sein. Das zeigt eine neue Studie, die maßgeblich von Forschenden aus Würzburg und Heidelbergstammt. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Signal Transduction and Targeted Therapy veröffentlicht.

Kleiner Unterschied mit großen Folgen

Das Studienteam hat zwei Familien analysiert, in denen je eine spezielle Kardiomyopathie mit einer spezifischen Mutation im RBM20 auftritt. In einer Familie ist es die dilatative Kardiomyopathie (DCM), bei der sich die Herzkammern stark vergrößern und das Herz nicht mehr effektiv pumpt. In der anderen Familie ist es die linksventrikuläre Non-Compaction-Kardiomyopathie (LVNC), eine Unterform der DCM, bei der das Herzgewebe schwammartig durchlöchert ist.

Medizinisch betreut und genetisch untersucht werden beide Familien von Professor Benjamin Meder am Universitätsklinikum Heidelberg. Analysen zeigten, dass es zwischen den mutierten RBM20-Proteinen der Familien nur einen klitzekleinen Unterschied gibt: In der DCM-Familie ist an einer definierten Stelle des RBM20-Proteins ein einziger Aminosäure-Baustein durch einen anderen ersetzt, und zwar ein Arginin durch ein Tryptophan. In der zweiten Familie ist genau das gleiche Arginin durch Leucin ersetzt.

„Wir haben uns gefragt, wie ein so kleiner Unterschied zu zwei derart verschiedenen Krankheitsbildern führen kann“, sagt Professorin Katrin Streckfuß-Bömeke von der Universität Würzburg, Letztautorin der Publikation. Die Pharmakologin und Expertin für humane Kardiomyopathie-Modelle arbeitet auf diesem Feld seit Jahren mit ihrem Heidelberger Kollegen Meder zusammen.

Gravierende Folgen für den Kalziumhaushalt festgestellt

Mit Hilfe von Haut- und Blutproben der Familien stellte das Würzburger Team fest, dass der Austausch eines einzelnen Proteinbausteins gravierende Folgen für den Kalziumhaushalt hat. Der lebenswichtige Mineralstoff Kalzium wirkt in Herzzellen wie ein Taktgeber: Er sorgt dafür, dass sich der Herzmuskel im richtigen Rhythmus zusammenzieht und wieder entspannt.

Die Forschenden entdeckten, dass bei der Krankheit mit dem schwammartig veränderten Herzgewebe die Zellen besonders empfindlich für das Kalzium-Signal sind: Sie haben einen stark aktivierten Kalziumzyklus und verbrauchen extrem viel Energie. Bei DCM-Herzzellen dagegen kommt es zu einem Speicherproblem: Bei ihnen läuft das Kalzium aus dem internen Speicher, als hätte der ein Leck.

Künstliche Herzgewebe und Genschere verwendet

Um die beschriebenen Prozesse verstehen zu können, baute das Team die Situation der Erkrankten im Labor nach. Für die Studie wurden aus den Blut- und Hautzellen der betroffenen Familien pluripotente Stammzellen (iPS) erzeugt. Diese Zellen sind Alleskönner und lassen sich in jede beliebige Zellart verwandeln – in diesem Fall in schlagende Herzmuskelzellen.

Drei Modelle kamen bei den Untersuchungen zum Einsatz: einzelne Herzzellen, kugelförmige Organoide und kleine künstliche Herzmuskelgewebe. Letztere wurden im Tissue-Engineering-Team von Dr. Malte Tiburcy an der Universitätsmedizin Göttingen hergestellt.

Die Forschenden nutzten auch die Genschere CRISPR/Cas9. Mit dieser Technik konnten sie die Fehler im Erbgut der erkrankten Zellen punktgenau reparieren. In derart „geheilte“ LVNC-Zellen fügten sie dann die DCM-Variante ein. So erkannten sie, dass tatsächlich nur die eine kleine Mutation an derselben Stelle des RBM20-Proteins für die sehr unterschiedlichen Krankheitsbilder verantwortlich ist.

Ansatzpunkte für patientenspezifische Therapien gefunden

Bei diesen Analysen identifizierte das Team einige „molekulare Spieler“, die bei den beiden erblichen Herzkrankheiten spezifische Rollen übernehmen. „Damit haben wir neue molekulare Ansatzpunkte gefunden, an denen Medikamente angreifen könnten“, sagt Dr. Sabine Rebs, Erstautorin der Studie und Mitglied des Teams von Katrin Streckfuß-Bömeke.

Auch erste Hinweise auf mögliche neue Wirkstoffe können die Forschenden liefern. Ein Hoffnungsträger könnte zum Beispiel das Medikament Verapamil sein, das die Wirkung von Kalzium abschwächt und für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen zugelassen ist: In den Laborversuchen an Zellen und Geweben konnte der Arzneistoff die Kraft der geschädigten Herzzellen teilweise verbessern.

Doch bevor neue Therapiestrategien reif für den Einsatz am Menschen sein könnten, sind noch viele weitere Studien nötig. Doch schon jetzt zeigt das Forschungsteam Wege auf, auf denen sich verschiedene Kardiomyopathien mit RBM20-Mutation in der Zukunft individueller behandeln lassen. Genetische Analysen werden dann helfen, die jeweils bestmögliche Therapie maßgeschneidert für jeden einzelnen Betroffenen festzulegen.

Projektbeteiligte

In dieser Studie hat das Team von Professorin Katrin Streckfuß-Bömeke eng mit den Gruppen von Professor Christoph Maack vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg und Professor Markus Sauer vom JMU-Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik zusammengearbeitet.

Beteiligt waren außerdem Gruppen von den Universitätsklinika Freiburg, Göttingen, Hamburg-Eppendorf und Heidelberg sowie von der Technischen Universität Dresden, der Universität Gießen und der Stanford University (USA).

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Prof. Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke, Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg, katrin.streckfuss-boemeke@uni-wuerzburg.de

Originalpublikation:
RBM20 variants disrupt Ca2+ handling and metabolism in dilated and non-compaction cardiomyopathy stem cell models. Signal Transduction and Targeted Therapy, 14. Juli 2026. Open Access, DOI: https://doi.org/10.1038/s41392-026-02838-7