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Prof. Dr. Achim Mumme: Phlebologie: Chronische Bauchschmerzen - Krampfadern am Oberschenkel: CAVE: Pelvine Stauungssyndrom

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Wenn das Blut im Becken versackt

Krampfadern am Oberschenkel: 

Im Zusammenhang mit chronischen Bauchschmerzen ein Indikator für das pelvine Stauungssyndrom. 

Diagnose und Therapie können durch einen neuen Algorithmus erleichtert werden.

Auf den ersten Blick haben die Beschwerden nichts miteinander zu tun: 

  • Krampfadern an der Innenseite des Oberschenkels und chronische Schmerzen im linken Unterbauch, die sich im Sitzen und Stehen verstärken und im Liegen bessern. 

Deswegen bleibt das pelvine Stauungssyndrom, bei dem sich Blut im kleinen Becken staut, häufig lange unerkannt. 

Hinweis auf Diagnostik Team:

https://lauflab.de/

Dabei ist es gut behandelbar. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum hat jetzt den sogenannten Bochumer Algorithmus veröffentlicht: Eine Entscheidungshilfe für Ärtzinnen und Ärzte, die sie auf die Spur der Erkrankungen bringen kann. Der Beitrag ist am 14. Februar 2024 in der Zeitschrift Phlebologie veröffentlicht. 

Der Algorithmus richtet sich nicht nur an Fachleute aus der Phlebologie, sondern auch aus der Gynäkologie und in Hausarztpraxen.

Von Pontius nach Pilatus

Die typische Patientin hat zwei bis drei Kinder und ist im gebärfähigen Alter. 

Krampfadern an der Innenseite der Oberschenkel und an den Schamlippen sind typisch, ebenso wie Stauungsbeschwerden im Becken im Stehen oder Sitzen, die sich im Liegen bessern, und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

 „Die Betroffenen laufen häufig von Pontius nach Pilatus“, stellt Prof. Dr. Achim Mumme, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital fest. 

„Drei bis fünf Ärztinnen und Ärzte haben sie fast alle gesehen, bis sie die Diagnose erhalten.“

Die Crux:
 

Viele Patientinnen lassen ihre Bauchbeschwerden bei der Untersuchung der Krampfadern unerwähnt, weil sie vermeintlich nichts damit zu tun haben. 

Ebenso bleiben die Gefäße bei der Suche nach Gründen für die Bauchbeschwerden außen vor. 

Ärztinnen und Ärzte müssten schon gezielt danach fragen, doch ist das Krankheitsbild kaum bekannt. 

„Der Algorithmus hilft ihnen dabei, die Dinge zusammenzubringen und je nach Symptom die nächsten sinnvollen Untersuchungs- und Behandlungsschritte zu planen“, so Mumme.

Ist das pelvine Stauungssyndrom einmal sicher festgestellt, kann man es gut beheben: 

Über einen Katheter verschließen Gefäßspezialisten wie Dr. Georg Papapostolou im Klinikum der Ruhr-Universität Bochum die Gefäße, über die das Blut im kleinen Becken versackt, und nehmen so den Druck heraus. 

„Die Erfolgsquote ist hoch, wenn die Erkrankung richtig diagnostiziert ist. Krampfadern an der Innenseite des Oberschenkels können ein wichtiger Hinweisgeber sein“, berichtet er. 

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Originalpublikation:

Achim Mumme, Markus Stücker, Christoph M. Heyer, Thomas Hummel, Thomas Falkenstein, Georg Papapostolou: Multimodale Therapie bei pudendaler Varikose, in: Phlebologie, 2024, DOI: 10.1055/a-2146-0356, https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2146-0356

 

Krampfadern-Operation, Krampfadern-Lasertherapie: Rezidive nach endovenöser Therapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Lasertherapie gegen Krampfadern vervielfacht die Rückfallrate

Bei der Entfernung von Krampfadern kommt es darauf an, dass das Leiden nicht einige Jahre nach der Behandlung wieder auftritt und erneut behandelt werden muss. 

Ein Bochumer Medizinerteam hat die Rückfallraten nach verschiedenen Behandlungsoptionen über mindestens fünf Jahre verglichen. 

  • Dabei stellte sich heraus, dass nach der heute häufig angewandten Laserbehandlung bis zu fünfmal so oft Rückfälle auftreten wie nach der konventionellen Krampfaderoperation. 

Die Forscher berichten im Journal „Phlebologie“ vom 26. Februar 2019. 
 
Sicherheitsabstand wegen großer Hitze

Bei der Lasertherapie wird ein Katheter in die krankhaft erweiterte Vene, die Vena saphena magna, eingeführt und mit Laserstrahlen stark erhitzt.

Dadurch wird die Vene verschlossen.

„Wegen der starken Hitzeentwicklung muss man dabei einen Sicherheitsabstand von der tiefen Beinvene halten, von der die Vena saphena magna abzweigt“, erklärt Prof. Dr. Achim Mumme, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB).

Durch diesen Sicherheitsabstand bleibt allerdings ein Stumpf der behandelten Vene stehen.

Vom Venenstumpf gehen die Rückfälle aus

  • „Bei der operativen Entfernung von Krampfadern ist das Stehenlassen eines Stumpfes ein Behandlungsfehler, weil man weiß, dass es davon ausgehend häufig zu Rückfällen kommt“, sagt Achim Mumme. 

Gemeinsam mit seinem Team analysierte er zahlreiche Veröffentlichung prospektiver Studien zum Erfolg von Krampfader-Behandlungen.

  • Diese Untersuchung bestätigte, dass auch bei der Laserbehandlung die Stümpfe häufig zu Rückfällen führen: bis zu 5,6-mal häufiger als bei der operativen Entfernung von Krampfadern.

Enorme Kosten für die Sozialkassen

Die Folgekosten durch Rückfälle nach Krampfaderbehandlung sind enorm:

„Nach operativer Therapie liegen die Kosten bei über 60 Millionen Euro pro Jahr. Wenn alle Krampfadern durch Laser behandelt würden, müssten die Sozialkassen wesentlich mehr aufbringen, jedes Jahr rund 250 Millionen Euro“, rechnet Achim Mumme vor.

Er und seine Kollegen raten dazu, Patienten beim Vorgespräch auf die Studienlage hinzuweisen und gegebenenfalls die operative Entfernung von Krampfadern als Methode der ersten Wahl anzubieten.

Originalveröffentlichung

Achim Mumme, Dominik Mühlberger, Yazad Sidhwa, Thomas Hummel: Alarmierend hohe Rate saphenofemoraler Rezidive nach endovenöser Lasertherapie, in: Phlebologie, 2019, DOI: 10.1055/a-0798-6120

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Achim Mumme, Dominik Mühlberger, Yazad Sidhwa, Thomas Hummel: Alarmierend hohe Rate saphenofemoraler Rezidive nach endovenöser Lasertherapie, in: Phlebologie, 2019, DOI: 10.1055/a-0798-6120, https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0798-6120

Venenthrombose: Tödlicher Pfropf aus dem Bein

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Wer gefährdet ist, eine Venenthrombose zu bekommen und was dagegen zu tun ist

Dass Venenthrombosen mit nachfolgender Lungenembolie nicht nur ein Problem älterer Menschen sind, hat der tragische Tod des jungen Politikers Philipp Mißfelder kürzlich gezeigt.

Leider sind die ersten Symptome oft unspezifisch.

 "Thrombosen können völlig unbemerkt verlaufen", sagt Professor Markus Stücker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (Venenerkrankungen) und leitender Arzt am Venenzentrum Bochum, in der "Apotheken Umschau".

Ein erhöhtes Risiko haben zum Beispiel Frauen mit Krampfadern, die rauchen und mit der Pille verhüten.

In manchen Familien treten Thrombosen zudem gehäuft auf. 

Und wer schon einmal eine Thrombose hatte, bleibt sein Leben lang gefährdet. 

Wer um sein Risiko weiß, kann vorbeugen: Krampfadern behandeln lassen, nicht rauchen, viel bewegen.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 8/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
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www.apotheken-umschau.de