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CAVE: Endometriose - Wucherung der Gebärmutterschleimhaut

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr als nur Regelschmerzen | Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose

Starke Schmerzen, unregelmäßige Monatsblutungen und ungewollte Kinderlosigkeit. 

Dies alles können Symptome von Endometriose, also von gutartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, sein. 

Jede achte bis zehnte Frau leidet an der häufigen, aber relativ unbekannten Krankheit. 

Am Mittwoch, 7. November um 18.30 Uhr, informieren die Expert*innen der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Ulm Patientinnen und Interessierte über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. 

Der Eintritt zur Veranstaltung im Endometriosezentrum der Frauenklinik ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Anhand eines Modells der Gebärmutter erklärt Dr. Peter Widschwendter, wo genau sich Endometrioseherde befinden können.
Anhand eines Modells der Gebärmutter erklärt Dr. Peter Widschwendter, wo genau sich Endometrioseherde befinden können. Foto: Universitätsklinikum Ulm


„Circa 40.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Endometriose – eine enorme Anzahl.

Leider vergehen im Schnitt zehn Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird und entsprechende Therapien eingeleitet werden können. 

Deshalb liegt es uns besonders am Herzen, Betroffenen zu helfen und ein öffentliches Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen“, erklärt Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums am Universitätsklinikum Ulm.

  • Bei Endometriose handelt es sich zwar um eine gutartige Erkrankung, diese geht jedoch häufig mit zahlreichen Beschwerden einher. Patientinnen sind in ihrem täglichen Leben teilweise stark eingeschränkt. 
  • Bei jeder Periodenblutung können Zellen, die große Ähnlichkeiten mit der Gebärmutterschleimhaut haben, eine Art Entzündung hervorrufen, welche in der Regel große Schmerzen verursacht. 

CAVE: Bei einigen Frauen kann die Erkrankung zusätzlich die Fruchtbarkeit einschränken und so zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.


Um ihre Beschwerden zu lindern, stehen Betroffenen an der Universitätsfrauenklinik Ulm mehrere Möglichkeiten zu Verfügung:

Eine hormonelle Therapie in Form der „Pille“, eine Schmerztherapie oder eine Operation, also die chirurgische Entfernung der Endometrioseherde. 

Letztere wird fast ausschließlich mittels schonender Schlüsselloch-Chirurgie durchgeführt.

„Eine Behandlung heißt aber nicht immer Medikamenteneinnahme oder Operationen“, betont Dr. Widschwendter.

„Für unsere Patientinnen entwickeln wir individuelle Therapieansätze, die zum Beispiel auch Akupunktur oder Physiotherapie beinhalten. Wir empfehlen ihnen außerdem den Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen, die es auch in Ulm gibt.“

Mehrere Referent*innen informieren die Teilnehmenden während der Informationsveranstaltung umfassend zum Thema Endometriose und beantworten gerne auch individuelle Fragen.

Zudem berichten zwei Patientinnen über ihre persönlichen Erfahrungen sowie das Leben und den Umgang mit der „unsichtbaren“ Krankheit.

Terminüberblick Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose:
Datum und Uhrzeit: Mittwoch, 7. November 2018, 18.30 Uhr
Ort: Universitätsfrauenklinik Ulm, Prittwitzstraße 43, 89075 Ulm,
Hörsaal Michelsberg


Referent*innen:
Prof. Dr. Wolfgang Janni | Direktor der Frauenklinik
Dr. Dr. Peter Widschwendter | Leiter Endometriosezentrum
Prof. Dr. Katharina Hancke | Leiterin KiWu-Zentrum UniFee
Dr. Klaus Hönig | Leiter Konsiliar-/Liasionpsychosomatik
Dr. Raphael Mangold | Frauenarzt, Endometriosespezialist
Dr. Gaby Stalter | Frauenärztin, TCM


Selbsthilfegruppe „Endotreff Ulm“:
Treffen an jedem 1. Freitag in geraden Monaten im Raum „Donau“ in der Universitätsfrauenklinik Ulm, Beginn 19.00 Uhr
www.facebook.com/Endotreff-Ulm

Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte gekennzeichnet. Die Endometrioseherde sind im Gebärmutter-Modell als rote Punkte gekennzeichnet.
Foto: Universitätsklinikum Ulm


Mehr als nur Regelschmerzen | Informationsveranstaltung zum Thema Endometriose



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Universitätsfrauenklinik Ulm, Endometriosezentrum
Dr. Peter Widschwendter, Oberarzt und Leiter des Endometriosezentrums,
Tel.: 0731 500-58662, E-Mail: peter.widschwendter@uniklinik-ulm.de

Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Deutschland
Baden-Württemberg



Nina Schnürer
Telefon: 0731 500 43025
Fax: 0731 500 43026
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Projekt „Evidenz- und konsensbasierte Indikation Knie-TEP

Medizin am Abend Berlin Fazit: Klare Empfehlungen für künstliches Kniegelenk

Das Einsetzen künstlicher Kniegelenke gehört zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland. 

Allerdings sind bis zu 20 Prozent der operierten Patienten nach der Operation nicht zufrieden. 

Die Endoprothetik-Experten des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden haben deshalb eine Leitlinie initiiert, die auf der Basis wissenschaftlich erhobener Daten klare Empfehlungen zum optimalen Zeitpunkt für eine Operation bei Verschleiß des Kniegelenkes (Gonarthrose) formuliert. 

Das Kniegelenk Das Kniegelenk Uniklinikum Dresden / Sándor Dóró
 
Kernvoraussetzungen sind demnach: 
  • Nachweis einer fortge-schrittenen Arthrose, Schmerzen, die durch konservative Behandlung wie Physiotherapie und Schmerzmittel über mindestens drei bis sechs Monate nicht ausreichend beeinflussbar sind sowie eine Einschränkung der Lebensqualität und ein subjektiver Leidensdruck des Patienten. 
Diese Kriterien sollen die Zufriedenheit mit dem Kunstgelenk weiter verbessern und eine hohe Versorgungsqualität garantieren.

Damit Patienten noch besser über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten bei Kniearthrose informiert werden, bot das Universitätsklinikum am 24. Mai. 2018 eine Informationsveran­staltung hierzu an.

Bei einer Gonarthrose oder auch Kniegelenksarthrose handelt es sich um eine Abnutzungserkrankung, die zu einem übermäßigen Verschleiß des Knorpels im Kniegelenk führt. 

Damit geht dessen dämpfende Funktion verloren und gleichzeitig verschlechtern sich die Gleiteigenschaften. Für Patienten ist diese Erkrankung meist sehr schmerzhaft und schränkt sie im Alltag erheblich ein. Bei fortgeschrittenem Verschleiß kann ein künstliches Kniegelenk hier für Abhilfe sorgen. 

Im Jahr 2016 wurden deshalb deutschlandweit 166.000 entsprechende Operationen vorgenommen. 

Hinzu kamen 18.000 Eingriffe, bei denen das künstliche Kniegelenk gewechselt werden musste – Tendenz weiter steigend.

Bisher gab es jedoch keinen national oder international akzeptierten Konsens darüber, bei welchen Voraussetzungen ein künstliches Kniegelenk idealerweise implantiert werden sollte.  

Das führt zu deutlichen regionalen Unterschieden bei der Versorgungshäufigkeit, sowohl international als auch in Deutschland.

Deshalb haben die Endoprothetik-Experten des OUC eine entsprechende Leitlinie erarbeitet: „Unser Ziel ist die bestmöglichste und wirkungsvollste Behandlung von Patienten, die unter einer Kniearthrose leiden. “, betont Prof. Lützner Leiter des EndoProthetikZentrums.

Interprofessionelles Team erarbeitet Empfehlungen
Durch Prof. Klaus-Peter Günther und Prof. Lützner vom UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) sowie Prof. Jochen Schmitt vom Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) wurde das Projekt „Evidenz- und konsensbasierte Indikation Knie-TEP“ initiiert. Für die Ergebnisse der Forschungsarbeit erhielten die Dresdner Mediziner den Versorgungsforschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Im Rahmen des Projekts erarbeitete ein interdisziplinäres Team ein Modell mit Indikatoren zum richtigen Zeitpunkt für die Implantation künstlicher Kniegelenke bei Gonarthrose. An der Entwicklung des Modells waren die Mediziner des Dresdner Uniklinikums maßgeblich beteiligt. Insgesamt arbeiteten bundesweit 20 Experten aus den Bereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Physiotherapie, Psychologie, Schmerzmedizin sowie Vertreter von Patientenorganisationen und Krankenkassen an der Erarbeitung der Leitlinie mit.  

So konnten erstmalig in Deutschland Indikationskriterien für eine derartige Operation abgestimmt werden.

Dieses Modell ist auf den normalen Patienten ausgerichtet und damit für mehr als 90 Prozent der zu behandelnden Fälle zutreffend.

Es sollen jedoch nicht alle Patienten in ein Schema gepresst werden, deshalb sind in besonderen Situationen Ausnahmen möglich.

Kernvoraussetzungen für das künstliche Kniegelenk sind:

der Nachweis der fortgeschrittenen Arthrose, Schmerzen, die durch konservative Behandlung (beispielsweise Physiotherapie und Schmerzmittel) über mindestens drei bis sechs Monate nicht ausreichend beeinflussbar sind sowie eine Einschränkung der Lebensqualität und ein subjektiver Leidensdruck des Patienten. Neben diesen Kernvoraussetzungen legten die Experten auch eine Vielzahl von weiteren Kriterien fest, die die Entscheidung zum künstlichen Kniegelenk beeinflussen und auch unter welchen Umständen diese Operation nicht erfolgen sollte. „Wenn diese Leitlinie dauerhaft überall konsequent angewendet wird, steigt die Versorgungsqualität der Patienten“, ist Prof. Lützner überzeugt.

Die Informationsveranstaltung für Patienten
Um Patienten noch besser über das Krankheitsbild der Kniegelenksarthrose und gesicherte Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären, fand bereits am Donnerstag, dem 24.Mai 2018 um 16 Uhr im Hörsaal 1 des Medizinisch-Theoretischen Zentrums der Medizinischen Fakultät (Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden) die  wichtige Informationsveranstaltung statt.

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC)
EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung
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Tel.: 0351 458 4173
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Trichterbrust- Pectus Excavatum

Medizin am Abend Berlin Fazit: Trichterbrust: Die häufigste Brustwandfehlbildung bei Kindern in Deutschland

Eins von 10.000 Neugeborenen ist betroffen 
 
Ein kleines Stück Metall, etwa 30 cm lang und rund 120 Gramm schwer.

Zwischen 2013 und 2017 wurden in der kinderchirurgischen Sprechstunde der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) insgesamt 75 Patientinnen und Patienten mit Trichterbrust behandelt, die meisten mit Hilfe von speziell angefertigten Saugglocken. 

Fünf Jugendliche wurden operativ versorgt. 
Dabei wird minimal-invasiv eben jener Metallbogen zur Korrektur der häufigsten deutschen Brustwandfehlbildung bei Kindern implantiert.
Etwa zwei Jahre bleiben die individuell für den Patienten angepassten Bögen im Brustkorb und helfen, das Brustbein in Normalstellung zu halten.

Etwa eins von 10.000 Neugeborenen in Deutschland ist von der Deformierung betroffen, Erkrankungen kommen bei Jungs vier Mal häufiger vor als bei Mädchen. Bei der Trichterbrust (Fachbegriff: Pectus Excavatum) nimmt der Brustkorb aufgrund von Veränderungen der Knorpelverbindungen zwischen den Rippen und dem Brustbein deutlich die Form eines Trichters ein.

Folge: Ein nach innenzeigendes Brustbein. Etwa 40 Prozent aller Erkrankungen sind familiär bedingt, häufig gibt es über mehrere Generationen hinweg Betroffene.

Therapie mit Hilfe einer Saugglocke: Unkompliziert und sicher

Häufigste Therapieform der Trichterbrust an Düsseldorfs größtem Krankenhaus ist die Behandlung mit einer Saugglocke aus Silikon, die auf den verformten Brustkorb aufgesetzt wird. Mit Hilfe von einer Vakuumkammer und Unterdruck wird der Brustkorb dann angehoben. Eine Behandlung dauert mindestens sechs Monate, die Glocke wird über mehrere Stunden täglich getragen. „Die Funktion der Saugglocke ist ähnlich der einer losen Zahnspange“, erklärt Dr. Mariana Santos, Leiterin des Funktionsbereichs Kinderchirurgie am UKD. „Durch den Druck wird die Trichterbrust Stück für Stück behoben.

Die Saugglocke ist häufig die optimale Therapie insbesondere für Kinder und Jugendliche, kann aber auch bei Erwachsenen eingesetzt werden. In Kombination mit begleitender Physiotherapie ist sie unkompliziert und sicher.“

Therapie mit der Nuss-Technik: Ein Metallbügel hebt das Brustbein an

Per se stellt die Trichterbrust kein gesundheitliches Risiko dar, aufgrund des eingeengten Brustkorbes kann es aber insbesondere bei Anstrengung zu Auswirkungen auf die Herz- und Lungenfunktion kommen, da beide Organe nicht genug Platz haben. „Viele Betroffene leiden zudem unter einer Beeinträchtigung der Lebensqualität und fühlen eine starke seelische Belastung“, beschreibt Dr. Wiebke Simmerling von der UKD-Kinderchirurgie. „Gerade junge Menschen fühlen sich unwohl mit einem deformierten Oberkörper und vermeiden es zum Beispiel ins Schwimmbad zu gehen.“

Mit der sogenannten „Nuss-Technik“ – benannt nach ihrem Begründer Dr. Donald Nuss – können insbesondere betroffene Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren gut behandelt werden. Dabei wird der Metallbügel an einer Seite des Brustkorbs eingeführt und komplett unter dem Brustbein und den Rippen platziert, gedreht und exakt fixiert. „Durch den Bügel wird das Brustbein angehoben und in die Normalstellung gebracht und gehalten. Wir können die Trichterbrust so korrigieren“, erklärt Dr. Santos. „Vorteile des minimal-invasiven Verfahrens: Wir müssen an Knochen und Knorpel nicht operieren und die zurückbleibenden Narben sind sehr klein. Nach zwei oder drei Jahren wird der Bügel wieder entfernt. Der Brustkorb hat sich in dieser Zeit in der Regel in der gewollten Normalstellung verfestigt und benötigt die zusätzliche Unterstützung nicht mehr.“ Eine große Angst vieler jugendlicher Patientinnen und Patienten kann Dr. Santos auch beruhigen: „Sport kann man mit dem Bügel bereits sechs Wochen nach der Operationen wieder machen.“

Kinderchirurgische Sprechstunde:
Vier Mal die Woche (Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag) bietet die UKD-Kinderchirurgie in der Kinderklinik eine Sprechstunde an.

Telefonnummern zur Terminvereinbarung: Tel. (0211) 81-19604/ 18335

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Moorenstr. 5
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Deutschland
Nordrhein-Westfalen

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Telefon: 0211/8108247
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X- und O-Beine - Ist die Fehlstellung bewusst?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Arthrose durch X- und O-Beine

Beschwerden frühzeitig abklären – Gelenkersatz verhindern

X- und O-Beine können zu Fehlbelastungen und frühzeitigem Verschleiß der Knorpel am Kniegelenk führen. 


Der Knorpelschwund zieht oft schmerzhafte Gelenkarthrosen bis hin zum künstlichen Kniegelenk nach sich. 

  • Besonders junge Erwachsene, die etwa nach längerem Gehen oder Joggen an Knieschmerzen leiden, sollten deshalb mögliche Achsenabweichungen ihrer Beine rechtzeitig von einem Orthopäden oder Unfallchirurgen abklären lassen. 
 
Schuheinlagen, Physiotherapie oder auch eine Umstellungsoperation können helfen, Folgeschäden zu vermeiden und einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern.

Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. hin.

Schmerzhafte und fortgeschrittene Gelenkarthrosen sind der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Kniegelenks. Zu den Ursachen für eine verfrühte und übermäßige Abnutzung des Gelenkknorpels gehören Fehlbelastungen der Gelenke durch X- und O-Beine.
Doch Betroffene sind sich selbst größerer Fehlstellungen ihrer Beine oft nicht bewusst.

„Wir raten deshalb dringend, schon leichtere Beschwerden, etwa einen Anlauf- und Belastungsschmerz beim Aufstehen oder Treppensteigen, abklären zu lassen“, betont Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE und Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig.

„Denn diese Beschwerden sind oft Frühwarnzeichen für eine Überlastung von Kniegelenken, Knorpeln und Menisken", so der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Rechtzeitig erkannt, könne der Gelenkknorpel möglicherweise noch gerettet werden.

Optimal ist eine gerade Beinstellung. Hier liegen die Mitte von Hüfte-, Knie- und Sprunggelenk auf einer Achse.

  • Mit Ganzbeinröntgenaufnahmen, die im Stehen angefertigt werden, bestimmen Ärzte Abweichungen der Beinachse gradgenau. 

Einen ersten Eindruck über seine Beinstellung könne sich jedoch jeder vor dem Spiegel, mit kurzer Hose oder Leggings bekleidet, verschaffen. „Die meisten Menschen haben von Natur aus leichte X- oder O-Beine“, sagt Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Präsident der AE und Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Ulm. „Verursachen sie keine Beschwerden, bedürfen sie in der Regel auch keiner Behandlung.“
Bei einer X-Bein-Stellung weichen Unterschenkel und Füße von der Ideallinie nach außen ab, die Knieinnenseiten berühren sich, nicht aber die Fußknöchel. Dadurch werden die Außenseiten des Kniegelenks zu stark belastet. Beim O-Bein haben die Fußknöchel Kontakt, die Knie stehen jedoch weit auseinander. Die Hauptlast liegt hier auf der Innenseite der Kniegelenke. Die Folge beider Achsabweichungen: frühzeitige Kniearthrosen.

Die Therapie besteht zunächst im Tragen von Einlagen und Schuhaußen- beziehungsweise Innenranderhöhungen, die die Überbelastung ausgleichen sollen. „Des Weiteren empfehlen wir gezielte Physiotherapie zur Stellungskorrektur und Kräftigung der beteiligten Muskelpartien rund um das Kniegelenk“, so Heller. Wichtig sei auch, Übergewicht abzubauen.

„Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die Lasten besser zu verteilen, lohnt es sich oft, die Beinachse operativ zu begradigen“, führt Heller aus. Bei der sogenannten Umstellungsosteotomie sägt der Chirurg den Knochen zu 90 Prozent durch und klappt ihn so weit auf, dass die Beinachse wieder stimmt. Die dabei entstandene Lücke ist oft so gering, dass sie von alleine zuwächst. Alternativ kann der Arzt den Leerraum mit patienteneigenem Knochen aus dem Beckenkamm oder künstlichem Knochenmaterial füllen. Anschließend stabilisiert er das OP-Gebiet mit einer Platte, die er nach Abschluss der Heilung wieder entfernt. Bei O-Beinen findet die Korrektur meist am Schienbeinknochen statt, bei X-Beinen auch am Oberschenkelknochen.

Eine Osteotomie ist ein sehr hilfreicher und bewährter Eingriff, um den Gelenkknorpel in möglichst gutem Zustand zu erhalten und damit eine Knieprothese hinauszuzögern“, bestätigt auch Gebhard. „Wegen des besseren Heilungspotentials tendieren wir jedoch dazu, eher jüngere Patienten damit zu versorgen.

Die Operation ergäbe allerdings nur Sinn, solange die Arthrose nicht stark fortgeschritten sei. Deshalb sei es wichtig, den Eingriff rechtzeitig in Erwägung zu ziehen. „Ein Kunstgelenk stellt immer den letzten Ausweg dar“, erklärt Heller.

Die AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik verfolgt als unabhängiger Verein seit 1996 das Ziel, die Lebensqualität von Patienten mit Gelenkerkrankungen und -verletzungen nachhaltig zu verbessern und deren Mobilität wiederherzustellen. Mit ihren Expertenteams ausführenden Orthopäden und Unfallchirurgen organisiert sie die Fortbildung von Ärzten und OP-Personal, entwickelt Patienteninformation und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die AE ist eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

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Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. (AE)
Dr. Adelheid Liebendörfer
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-173
Fax: 0711 8931-167
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Janina Wetzstein Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

Straße des 17. Juni 106-108
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Susanne Herda
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Risiko für Schulterverletzungen - Schultergelenk - Sehnenriss

Medizin am Abend Berlin Fazit: Leben im Rollstuhl geht mit drastisch erhöhtem Risiko für Schulterverletzungen einher

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Coca Cola Studie  

Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar legte mit einer Reihe von Studien erstmals belastbare Zahlen vor und erhielt dafür nun den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung / Konsequenz der Ergebnisse: 
  • Spezielle Physiotherapie-Programme zur Stärkung der schulterumgreifenden Muskulatur und des Schultergelenkes bei paraplegischen Patienten dringend notwendig 

  • Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung.
Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung. Universitätsklinikum Heidelberg 
Rund zwei Drittel der Querschnittgelähmten in Deutschland ziehen sich im Laufe ihres Lebens Sehnenrisse in der Schultermuskulatur zu. 
Das ist viermal häufiger als bei Menschen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. 

Privatdozent Dr. Michael Akbar, Leiter des Wirbelsäulenzentrums an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, ermittelte in verschiedenen Studien erstmals mit Hilfe bildgebender Verfahren die Häufigkeit dieser durch Überlastung des Schultergelenks verursachten Verletzung sowie Risikofaktoren. Für seine wegweisenden Arbeiten ist der Orthopäde nun mit dem Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) ausgezeichnet worden. Die Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Preises fand am 31. März 2017 in feierlichem Rahmen in der Alten Aula der Universität Heidelberg statt.

Unter dem Motto "Querschnittgelähmte gehen auf ihren Händen" gab Dr. Akbar einen Überblick über seine Forschungsergebnisse.

"Diese Studien zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, dass Querschnittgelähmte nicht allein unter chronischen Schmerzen leiden. 

Tatsächlich sind diese Verletzungen der Schultermuskulatur ein unterschätztes Problem, das die Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann und dem bisher noch viel zu wenig entgegen gesetzt wird", erklärt der Preisträger. 

Als Konsequenz seiner Ergebnisse regte er bereits die Entwicklung spezieller Trainingsprogramme für Rollstuhlfahrer an, um gezielt die Schultermuskulatur zu stärken und das Schultergelenk vor Überlastung zu schützen. 




Die Trainingsprogramme werden aktuell von der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. (DMGP) ausgearbeitet.

Studie zeigt: Verschleiß der Schultergelenke bei 63 Prozent der Patienten

Rund 2.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland eine Verletzung des Rückenmarks, die eine Querschnittlähmung zur Folge hat.

Bei knapp 60 Prozent betrifft die Lähmung die untere Extremität (Paraplegie). 

Betroffene sind fortan in ihrer Mobilität auf den mechanischen Rollstuhl angewiesen.

Antreiben des Rollstuhls, Stemmen des eigenen Körpergewichts sowie häufiges Heben des Armes über Schulterhöhe und über Kopf beanspruchen - über viele Jahre - die Schultergelenke enorm.

Früher Verschleiß der schulterumgreifenden Muskulatur ist vorprogrammiert. 

"Da bislang die Ursachen dafür noch nicht systematisch aufgeklärt waren, war eine gezielte Behandlung und vor allem Vorbeugung nicht möglich", so Akbar.

Die Häufigkeit der Schulterverletzungen ermittelte Akbar unter anderem in einer Vergleichsstudie mit 100 querschnittgelähmten (paraplegischen) Patienten (Durchschnittsalter 52 Jahre, durchschnittliche Lähmungsdauer 34 Jahre) und 100 nicht gelähmten Probanden im selben Alterspektrum.

Die Schultergelenke wurden jeweils klinisch und mittels Kernspintomographie untersucht:

Bei 63 Prozent der Querschnittgelähmten fand sich auf mindestens einer Seite ein Sehnenriss der schulterumgreifenden Muskulatur, in der Kontrollgruppe bei 15 Prozent. 

Gleichzeitig waren die querschnittgelähmten Patienten mit Sehnenriss deutlich jünger als Betroffene aus der Kontrollgruppe.
  • Sport im Rollstuhl fördert Gesundheit - ist aber ein wichtiger Risikofaktor für Sehnenrisse
Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig.


Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig. Universitätsklinikum Heidelberg 

In einer weiteren Studie untersuchte der Preisträger Sport als möglichen Risikofaktor für Sehnenrisse in der Schulter: Er verglich eine Sport-Gruppe mit 103 Patienten, die ein- bis zweimal pro Woche Überkopfsport wie z.B. Basketball ausübten, mit einer Gruppe mit 193 Patienten, die sich seltener als einmal pro Woche oder überhaupt nicht sportlich betätigten. Ohne regelmäßigen Sport traten bei 36 Prozent der Patienten Sehnenrisse auf, in der Sport-Gruppe bei 76 Prozent. "Daraus ergibt sich ein Dilemma: Wer als Rollstuhlfahrer Sport treibt, hat ein doppelt so hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Auf der anderen Seite - auch das hat die Studie gezeigt - sind die sportlich aktiven Patienten insgesamt gesünder und fitter", so Akbar.

"Es ist daher nicht sinnvoll, Querschnittgelähmten von Sport abzuraten.

Vielmehr sind auch in diesem Bereich spezielle Trainingsprogramme, die Sehnenschäden vorbeugen, dringend notwendig."

Die deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschung und Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter und soziales Engagement für Inklusion zu fördern. Ein wesentliches Instrument zur Umsetzungen dieser Ziele stellt der DSQ-Forschungspreis dar, mit dem in regelmäßigem Turnus Forschungsarbeiten und Entwicklungen mit hoher Relevanz für Querschnittgelähmte auszeichnet werden.

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Priv.-Doz. Dr. med. Michael Akbar
Leiter des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie
Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie
Sekretariat Tel.: 06221 56-26305
E-Mail: Wirbelsaeule.Orthopaedie@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Wirbelsaeulenzentrum

Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Telefon: 06221 564537
Fax: 06221 564544
E-Mail-Adresse: julia.bird@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum-heidelberg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Startseite.115253.0.html Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie

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Fersenschmerz - Extrakorporale Stoßwellentherapie....ESWT

Medizin am Abend Berlin Fazit: Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz: Vorbericht publiziert

Im Vergleich zu Placebo Belege für Nutzen / Gegenüber aktiven Vergleichstherapien durchwachsene Ergebnisse / IQWiG bittet um Stellungnahmen 
 
Im Juli 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauftragt, den Nutzen einer Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Fersenschmerz mit extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) zu untersuchen.

Die vorläufigen Ergebnisse dieser Nutzenbewertung liegen nun vor.

  • Demnach ist für die Endpunkte Schmerz und körperlicher Funktionsstatus ein Nutzen gegenüber Scheininterventionen belegt. 
  • Gegenüber aktiven Vergleichstherapien ist das Ergebnis durchwachsen: 

In einigen Vergleichen zeigten sich Vorteile der ESWT, in anderen Nachteile, in wieder anderen Fällen gab es keine Anhaltspunkte für einen höheren oder geringeren Nutzen. 

Bis zum 8. Dezember 2016 können interessierte Personen oder Institutionen zu diesem Vorbericht Stellungnahmen abgeben.

Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit

Eine Reizung und Entzündung der plantaren (d. h. die Fußsohle betreffenden) Sehnenplatte am Fersenbein, die primär durch mechanische Einflüsse einen degenerativen Umbau des Gewebes herbeiführt, kann zu Fersenschmerzen führen. 

Diese Schmerzen können sowohl beim Anlaufen als auch nach längeren oder stärkeren Belastungen auftreten; sie beeinträchtigen unter Umständen die Bewegungsfähigkeit und die Lebensqualität.

Bei vielen Betroffenen verschwinden sie ohne Behandlung. Ist das nicht der Fall, kommen verschiedene Behandlungen infrage, etwa Einlagen zur Entlastung des Fußes, Dehnübungen, die Einnahme von Entzündungshemmern, Steroid-Injektionen oder Physiotherapie.

  • Halten die Schmerzen länger an, kann eine Operation oder eine ESWT angezeigt sein.

Auch die Therapie kann schmerzhaft sein

Stoßwellen sind stark gebündelte Druckwellen, die Schallwellen ähneln. 

Sie werden unter anderem zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt. Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie wird in der Regel die schmerzhafteste Stelle am Fuß behandelt

  • Ab einer gewissen Intensität kann die Behandlung mit Stoßwellen schmerzhaft sein, sodass die Stelle häufig vorher lokal betäubt wird. 
  • Für gewöhnlich werden über ein bis zwei Wochen etwa drei bis fünf jeweils 5- bis 60-minütige Sitzungen durchgeführt.

Mehrere Vergleichstherapien betrachtet

Da der G-BA keine bestimmte Vergleichstherapie festgelegt hat, hat das IQWiG Studien ausgewertet, in denen eine ESWT entweder mit einer Scheinbehandlung oder mit verschiedenen aktiven Therapien oder aber mit einer anderen ESWT-Variante verglichen wurde. Insgesamt konnten 28 Studien in die Auswertung einbezogen werden.

Eigentlich ist es sinnvoll, die langfristigen Auswirkungen der Behandlungen zu untersuchen, beispielsweise nach einem Jahr. In manchen Studien wurden aber frühe Ergebnisse berichtet, die sechs Wochen bis sechs Monate nach der Intervention erfasst wurden. Eine weitere Herausforderung stellen die unterschiedlichen Operationalisierungen des patientenrelevanten Endpunkts Schmerz dar. Durch eine gleichzeitige Behandlung mit schmerzstillenden Mitteln können zudem alle Endpunkte verzerrt sein: Mehrere Studien konnten nicht ausgewertet werden, da der Konsum schmerzstillender Mittel nicht nachvollziehbar war.

ESWT „besser als nichts“

Die Auswertung von 15 Studien, in denen ESWT mit Scheinbehandlungen verglichen wurde, ergab bei den Endpunkten Schmerz und körperlicher Funktionsstatus Belege für einen Nutzen der ESWT. 

  • Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gibt es dagegen keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen.

Bei zwei von sechs aktiven Vergleichstherapien ergaben sich Hinweise beziehungsweise Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen der ESWT, und zwar gegenüber Ultraschall und gegenüber einer konventionellen Behandlung, nämlich Iontophorese (Aufnahme von Arzneimitteln durch die Haut mithilfe eines schwachen elektrischen Stroms) plus Einnahme schmerzstillender Mittel.

Kein klarer Vorteil gegenüber Operation oder Ultraschall

Bei zwei weiteren aktiven Vergleichstherapien, nämlich Operation und Ultraschall plus Dehnübungen, ergaben sich keine Anhaltspunkte für einen höheren oder geringeren Nutzen. 

  • Im Vergleich zu Dehnübungen allein und gegenüber Glukokortikoid-Injektionen schnitt die ESWT schlechter ab, wobei ein Publikationsbias nicht ausgeschlossen werden kann: In beiden Fällen gibt es unveröffentlichte Studien.

Aus den sechs Studien schließlich, in denen verschiedene ESWT-Varianten verglichen wurden, ließen sich keine Anhaltspunkte für einen höheren oder geringeren Nutzen einer dieser Varianten ableiten.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Den vorläufigen Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG im November 2015 vorgelegt und um Stellungnahmen gebeten. Diese wurden zusammen mit einer Würdigung und dem überarbeiteten Berichtsplan im April 2016 publiziert. Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Vorbericht werden nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern sie Fragen offenlassen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. 

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360° TOP-Thema: D-13 Rettungsstelle: Schulteroperation + Gelenkspiegelungen an der Schulter+ Schlüssellochoperationen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schulteroperationen: Physiotherapie im Anschluss kürzer als Krankschreibung

  • Nach einer Schulteroperation waren Patientinnen und Patienten in Bremen im Durchschnitt 82 Tage krankgeschrieben. 
  • Erstaunlicherweise lag die Physiotherapie im Anschluss bei nur durchschnittlich 64 Tagen.  
Dies zeigt eine Studie zu Gelenkspiegelungen an der Schulter, die das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, das Kreiskrankenhaus Osterholz, die Universitätsmedizin Göttingen und die AOK Bremen / Bremerhaven gemeinsam durchführten. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery“ erschienen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema Link: Transfusionsmedizin  

 
Das bloße Abfräsen des Schulterdaches – auch subacromiale Dekompression genannt – erfolgt beispielsweise beim Schulterengpass-Syndrom. Hierbei ist der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf verengt, so dass schmerzhafte Beschwerden entstehen können. Indem ein Stück vom Knochen abgefräst wird, erhält das Gelenk wieder mehr Spielraum. Diese Schulteroperation wird seit einigen Jahren kontrovers diskutiert.

Studien haben gezeigt, dass auch durch Physiotherapie alleine in vielen Fällen eine nachhaltige Besserung der Schulterbeschwerden erreicht werden kann, sofern kein Sehnenschaden vorliegt.

Prof. Dr. Marius von Knoch vom Kreiskrankenhaus Osterholz und der Universitätsmedizin Göttingen sowie Dirk Enders vom BIPS analysierten rückblickend die Daten von Versicherten der AOK Bremen / Bremerhaven, bei denen zwischen 2010 und 2012 Gelenkspiegelungen an der Schulter, sogenannte Schlüssellochoperationen, durchgeführt worden waren. Dirk Enders vom BIPS erklärt: „Diese sogenannten Routinedaten der Versicherten geben uns wichtige Informationen zur medizinischen Behandlung – wie zu Arzneimittelverschreibungen, ambulanten Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten. Damit bergen sie ein hervorragendes Potenzial, um Behandlungsmethoden wie Schulteroperationen untersuchen und besser bewerten zu können.“ Für die Studie wurden die Daten von insgesamt 660 Personen analysiert.

Die Auswertungen zeigten: Bei Patientinnen und Patienten, bei denen ein bloßes Abfräsen des Schulterdaches durchgeführt wurde, lag die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach der Operation bei durchschnittlich 82 Tagen, also bei fast drei Monaten.

Dies ist wahrscheinlich erheblich länger, als viele Betroffene und Behandler vor der Operation für möglich halten“, erklärt von Knoch.

Erstaunlicherweise lag die Dauer der Physiotherapie, die im Anschluss der Operation einsetzte, aber nur bei durchschnittlich 64 Tagen, also guten zwei Monaten.

Die Autoren formulierten daher die Frage, ob eine längere Dauer von Physiotherapie möglicherweise die Dauer der Arbeitsunfähigkeit verkürzen könnte.

Publikation:
von Knoch M, Enders D, Schlothauer N, Klinger HM, Pigeot I. Duration of sick leave after inpatient shoulder arthroscopy in Germany - Analysis of health care data. Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery. 2016.

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