Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Baden-Württemberg: Weniger Gefängnis-Suizide als im Bundesmittel

RNZ: Baden-Württemberg: Weniger Gefängnis-Suizide als im Bundesmittel

Durchschnittlich 0,74 Suizide auf 1000 Gefangene - Bundesschnitt bei 0,85
In den vergangenen Monaten häuften sich die Meldungen von Selbstmorden im baden-württembergischen Strafvollzug. Doch der Schein trügt: Statistisch steht der Südwesten im Ländervergleich unauffällig bis gut da, wie aus Zahlen hervorgeht, über die die Rhein-Neckar-Zeitung (Samstagsausgabe) aus Heidelberg berichtet.

Demnach wurden im Zeitraum 2010 bis 2014 insgesamt 26 Gefangenensuizide in den Haftanstalten Baden-Württembergs registriert sowie 116 "ernsthafte Suizidversuche". Bei einer durchschnittlichen Belegung von 7045 Personen kommen damit rechnerisch jährlich 0,74 Suizide auf 1000 Gefangene - bundesweit liegt dieser Wert deutlich höher bei 0,85, wie aus Zahlen hervorgeht, die die Rhein-Neckar-Zeitung bei den Landesjustizministerien abfragte.
Negativer Ausreißer in dieser Liste ist das kleine Saarland mit gut 800 Gefangenen. Hier gab es zehn Suizide in den vergangenen fünf Jahren: Das sind jährlich 2,43 Suizide pro 1000 Gefangene. Thüringen landet am anderen Ende der Skala mit einer Quote von 0,24. In absoluten Zahlen gab es im Vergleichszeitraum die meisten Suizide hinter Gittern in den großen Ländern Bayern (52) und Nordrhein-Westfalen (61). Mit Blick auf die Gefangenenzahl relativiert sich das jedoch: Die Quote liegt bei 0,87 (BY) bzw. 0,76 (NRW).

Der Heidelberger Rechtspsychologie-Professor Niels Habermann sagt zwar: "Man kann Suizide nicht gänzlich vermeiden". Allerdings fordert er in der Rhein-Neckar-Zeitung mehr Psychologen und Psychiater in den Gefängnissen, um Inhaftierte besser betreuen zu können. "Zum Weglaufen" sei die derzeitige Situation, so Habermann. Auch Südwest-Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hatte gegenüber der RNZ schon Bedarf insbesondere an psychiatrischen Fachärzten angemeldet.

Medizin am Abend DirektKontakt


Rhein-Neckar-Zeitung Dr. Klaus Welzel Telefon: +49 (06221) 519-5011 

http://www.rhein-neckar-zeitung.de/

http://de-de.facebook.com/RheinNeckarZeitung

http://twitter.com/RNZonline
 

GenderMedizin: Arbeitszeiten für F R A U E N und ----m ä n n e r---

Medizin am Abend Fazit: Frauen arbeiten im Durchschnitt 23 Prozent kürzer als Männer


Wöchentlicher „Gender Time Gap“ konstant hoch

Frauen arbeiten im Durchschnitt 23 Prozent kürzer als Männer

Frauen arbeiten im Durchschnitt pro Woche neun Stunden kürzer als Männer in einem bezahlten Job (30,3 Stunden im Vergleich zu 39,6 Stunden). Dieser Arbeitszeitunterschied von insgesamt 23 Prozent in Deutschland ist zurückzuführen auf die ungleiche Verteilung von Frauen und Männern auf die einzelnen Arbeitszeitgruppen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist der „Gender Time Gap“ bei der Erwerbsarbeit deutlich gewachsen: Während die durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten der Männer nur geringfügig (um 1,6 Stunden oder 4 Prozent) gesunken sind, haben die der Frauen kräftig abgenommen (-4,1 Stunden oder 12 Prozent). Wichtigster Grund dafür: Heute gehen deutlich mehr Frauen einer Erwerbstätigkeit nach, die meisten zusätzlichen Stellen waren allerdings Teilzeitjobs. In den letzten Jahren ist der Arbeitszeitunterschied relativ konstant auf diesem hohen Niveau geblieben. Das zeigt ein aktueller Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.* Die WSI-Forscherinnen Dr. Christina Klenner und Sarah Lillemeier haben darin das neueste verfügbare Datenmaterial aus dem WSI-GenderDatenPortal gebündelt. Diese Online-Plattform liefert umfassende geschlechtsspezifische Informationen rund um Arbeitsleben, soziale Sicherung, Bildung und Gesundheit.**

Der Großteil der Männer (64 Prozent ) arbeitet in einer „Normalarbeitszeit“ zwischen 36 und 40 Stunden die Woche. Ein weiteres Fünftel arbeitet länger als 40 Stunden. Frauen hingegen verteilen sich wesentlich heterogener auf die einzelnen Arbeitszeitgruppen. Es gibt kaum eine Arbeitszeitdauer, die für Frauen als normal gelten kann. Nur vier von zehn Frauen arbeiten im Vollzeitbereich zwischen 36 und 40 Stunden die Woche, weitere sieben Prozent noch länger. Immer häufiger finden sich Frauen in den Arbeitszeitgruppen im Teilzeitbereich mit entsprechend geringeren Einkommenschancen. Insbesondere von Bedeutung sind die Gruppen zwischen 15 und 30 Arbeitsstunden die Woche (33 Prozent). Aber auch sehr kurze Arbeitszeiten unter 15 Stunden, die in der Regel kein existenzsicherndes Einkommen garantieren, haben nach der WSI-Analyse vor allem für Frauen an Bedeutung gewonnen (1991: 7 Prozent; 2013: 14 Prozent).

Besonders groß sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede, wenn Kinder im Haushalt leben. Teilzeit als Instrument zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde derzeit entsprechend der traditionellen Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern hauptsächlich von Frauen genutzt, so die WSI-Forscherinnen. Die Teilzeitquote von Müttern beträgt aktuell 70 Prozent. Damit fällt sie doppelt so hoch aus wie die Teilzeitquote der Frauen ohne Kinder. Der Vergleich von Männern und Vätern zeigt dagegen ein anderes Bild: Väter arbeiten seltener in Teilzeit (6 Prozent) als Männer ohne Kinder (10 Prozent).

Medizin am Abend DirektKontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Christina Klenner
WSI-Genderexpertin
Tel.: 0211-7778-231
E-Mail: Christina-Klenner@boeckler.de

Sarah Lillemeier
WSI
Tel.: 0211-7778-574
E-Mail: Sarah-Lillemeier@boeckler.de

Rainer Jung
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_22_2015.pdf - *Christina Klenner, Sarah Lillemeier: Gender News: Große Unterschiede in den Arbeitszeiten von Frauen und Männern. WSI-Report 22, März 2015.

http://www.wsi.de/genderdatenportal - **Startseite des GenderDatenPortals

http://www.boeckler.de/wsi_51968.htm - Übersichtsseite Arbeitszeiten

GenderMedizin: Studie Blasenschwäche bei Männern

Medizin am Abend Fazit: Blasenschwäche gilt häufig als reine "Frauensache".

Doch tatsächlich hat auch einer von vier Männern irgendwann in seinem Leben Probleme mit der Blase. Manche sogar bereits schon mit 40. Die wenigsten Vertreter des starken Geschlechts wissen jedoch, dass Blasenschwäche weit verbreitet ist und es Schutzprodukte speziell für Männer gibt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine internationale Studie*, für die rund 3.000 Männer befragt wurden.

Studie: Blasenschwäche bei Männern weit verbreitet Einer von vier Männern über 40 hat irgendwann in seinem Leben Probleme mit der Blase. Doch die wenigsten machen sich Gedanken darüber, wie sie sich im Alltag schützen können.

Demnach haben bereits 35 Prozent aller Männer über 40 Erfahrungen mit ungewolltem Harnverlust gemacht. Weitere 9 Prozent haben zwar noch keine akuten Probleme, machen sich aber Sorgen, dass sie es bei plötzlichem Harndrang nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen. Somit sind in Deutschland rund 5,5 Millionen Männer von Blasenproblemen betroffen. Die sogenannte Dranginkontinenz ist in jedem Lebensalter die häufigste Form. Betroffene Männer spüren immer wieder einen plötzlichen und sehr starken Harndrang, obwohl die Blase noch gar nicht voll ist. Dieser überfallartige Druck kann sehr häufig auftreten - manchmal sogar mehrmals pro Stunde und auch in der Nacht. Oft führt er zu unfreiwilligen Harnverlust, ehe die Toilette erreicht und die Hose ausgezogen werden kann.

Etwas seltener kommt bei Männern die Belastungsinkontinenz vor. Durch körperliche Alltagsbelastungen wie Husten, Lachen, Niesen oder Treppensteigen können die Muskeln dem hohen Druck im Bauchinnenraum nicht mehr standhalten. Das kann zu unfreiwilligem Harnverlust führen, ohne dass vorher ein Gefühl von Harndrang besteht. An den Blasenproblemen ist in der Mehrzahl aller Fälle die Prostata schuld. Bei der Dranginkontinenz drückt meist eine gutartig vergrößerte Prostata auf die Blase. Wurde die Prostata operativ entfernt, kann dabei der Schließmuskel der Blase beschädigt worden sein, was zur Belastungsinkontinenz führt.

Männer greifen zu selbstgemachten Lösungen

"Je stärker der Harnverlust, desto eher wird er von Männern als Problem wahrgenommen", erklärt Katrin Royar, Communication Managerin bei TENA. Vor allem Männer mit Prostataproblemen oder neurologischen Erkrankungen sehen den Urinverlust als Problem an. Dennoch machen sich die wenigsten Männer Gedanken darüber, wie sie sich im Alltag schützen können. Lediglich 3 Prozent aller Männer mit Blasenproblemen verwenden spezielle Schutzprodukte, belegt die im Auftrag des Hygieneprodukteherstellers SCA erstellte Studie. Die überwiegende Mehrheit hat andere Strategien und Lösungen entwickelt, um den unfreiwilligen Harnverlust in den Griff zu bekommen.

So warten beispielsweise vier von zehn Männern (39 Prozent) das Nachtröpfeln ab, bevor sie sich die Hose hochziehen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) behilft sich mit Taschentüchern oder zieht zwei Unterhosen übereinander an. Andere Männer bleiben einfach länger auf der Toilette sitzen (28 Prozent), besuchen das stille Örtchen häufiger (27 Prozent), wechseln öfter die Unterwäsche (23 Prozent) oder verwenden Hygieneprodukte für Frauen (2 Prozent). Einer von zehn Männern (9 Prozent) verzichtet sogar gleich ganz auf einen Schutz und macht sich damit das Leben unnötig schwer. Schutzprodukte, die speziell auf die männliche Anatomie zugeschnitten sind, werden demnach noch viel zu wenig genutzt. Rund die Hälfte aller Männer weiß noch nicht einmal, dass sie überhaupt existieren - und wie sehr sie ihnen das Leben erleichtern könnten.

"Männer haben im Gegensatz zu Frauen praktisch keinerlei Erfahrungen mit Hygieneprodukten", so Katrin Royar. Entsprechend ratlos seien sie, wenn sie bei sich die ersten Anzeichen einer Blasenschwäche feststellen. "Männer müssen deswegen zunächst einmal aufgeklärt werden, dass es spezielle Schutzprodukte für sie gibt", sagt die Expertin. Dies sei auch wichtig, da sich die meisten Männer Lösungen wünschen, die speziell für sie entwickelt wurden (84 Prozent). Auch mit einem weiteren Vorurteil räumt die Studie auf: Die meisten Männer wollen sich ihre Schutzprodukte selbst kaufen und nicht von der Partnerin beim Einkauf mitbringen lassen (84 Prozent).

Schutzprodukte für Männer

Diskrete und komfortable Schutzprodukte sorgen dafür, dass Männer mit Blasenproblemen ihr Leben unter voller Kontrolle haben können. Das TENA Men Sortiment ist speziell auf die männliche Anatomie zugeschnitten und bietet deshalb einen lang anhaltenden Schutz. TENA Men Einlagen und Pants gibt es in Drogerie- und Supermärkten sowie in der Apotheke oder im Sanitätsfachhandel. So kann das starke Geschlecht seinen Mann stehen und ein unbeschwertes Leben genießen. Weitere Informationen und kostenlose Proben können über die TENA Hotline 0180 6 / 121222** oder im Internet unter www.TENA-MEN.de angefordert werden.

* SCA Studie 2013. Online-Befragung von 2.751 Männern 40+ in Deutschland, England, Italien, Russland, den USA und Mexiko. ** Festnetz 0,06 EUR/Gespräch, Mobilfunk max. 0,42 EUR/Min.

Über TENA

Die Marke TENA ist im Inkontinenzmanagement weltweit führend. In über 100 Ländern werden innovative Produkte und individuelle Serviceleistungen angeboten. Unter der Marke TENA bietet SCA ein breites Sortiment an aufsaugenden Inkontinenzprodukten, die auf die individuellen Bedürfnisse von Männern und Frauen zugeschnitten sind - darunter Slipeinlagen, Einlagen für Tag und Nacht, Hygieneeinlagen für Männer, Schutzunterwäsche, Hautpflege- und Reinigungsprodukte sowie Schutzunterlagen. Der Vertrieb erfolgt über den Einzelhandel, Apotheken und Sanitätshäuser sowie im institutionellen Bereich. TENA Produkte verbessern den Alltag und bewahren die Würde von Menschen mit leichter, mittlerer oder schwerer Inkontinenz. Weitere Informationen unter www.TENA.de.

Über Svenska Cellulosa Aktiebolaget SCA

SCA ist ein global führendes Unternehmen für Hygiene- und Forstprodukte. Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert nachhaltige Körperpflege-, Hygienepapier- und Forstprodukte. Diese werden in rund 100 Ländern der Welt unter vielen starken Marken vertrieben, darunter auch die global führenden Marken TENA und Tork sowie regionale Marken wie Libero, Libresse, Lotus, Nosotras, Saba, Tempo und Vinda. Als größter privater Forsteigentümer Europas legt SCA sehr viel Wert auf nachhaltige Forstwirtschaft. Die Unternehmensgruppe hatte Ende 2014 etwa 44.000 Mitarbeiter weltweit. Der Umsatz im Jahr 2014 betrug 11,4 Mrd. Euro. SCA mit Hauptsitz in Stockholm, Schweden, wurde 1929 gegründet und ist im NASDAQ OMX Stockholm notiert. Weitere Informationen finden Sie unter www.sca.com.

In Deutschland ist SCA in den beiden Geschäftsbereichen Hygienepapier und Körperpflege tätig. Zu den bekanntesten Marken zählen TENA und Tork, die Hygienepapiere Tempo und Zewa, die Recyclingmarke DANKE und Demak'Up Abschminkprodukte. Neben den Verwaltungsstandorten in Mannheim und München-Ismaning gibt es die Produktionsstätten in Mainz-Kostheim, Mannheim, Neuss und Witzenhausen mit einer Belegschaft von insgesamt rund 3.500 Mitarbeitern. Mehr Informationen unter www.sca.de.

Medizin am Abend DirektKontakt


Florian Ziem Am Stützelbaum 7 D-64342 Seeheim-Jugenheim Telefon: +49 (0)621 / 778-3838

360° TOP-Thema: Einladung zum Sex am Wochenende

Medizin am Abend Fazit: Neue Befunde aus der Sexualforschung - Männer und Frauen ähnlicher als gedacht

Männer und Frauen reagieren auf Einladung zu sexueller Begegnung in der Regel unterschiedlich, aber in subjektiv sicherer Umgebung erstaunlich ähnlich 
 
Frauen lassen sich nicht so schnell wie Männer auf ein sexuelles Abenteuer ein - dieser bekannte Sachverhalt gilt zwar nach wie vor, allerdings nicht in jedem Fall.

Wie Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) herausgefunden haben, sind Männer auch heute noch viel eher bereit, der Einladung zu einer kurzen sexuellen Begegnung zu folgen, als Frauen. 

Es gibt jedoch Ausnahmen von der Regel, die offenbar stark mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl in Zusammenhang stehen.

Schafft man nämlich eine Umgebung, in der sich Frauen sicher fühlen, stimmen sie einem unverbindlichen sexuellen Treffen fast genauso gerne zu wie das männliche Geschlecht.

Die Ergebnisse basieren auf einer zweigeteilten Studie mit insgesamt 327 Probanden.

Ende der 1980er Jahre wurde erstmals eine Feldstudie publiziert, die das Sexualverhalten von Studentinnen und Studenten auf einem US-Campus untersucht hatte und deren Ergebnisse großes Aufsehen erregten: Während Männer in zwei Drittel der Fälle sexuelle Einladungen von Frauen annahmen, lehnten Frauen entsprechende Vorschläge von Männern komplett ab.

Ging es nur um eine einfache Verabredung, zum Beispiel zum Kaffeetrinken, war die Zustimmung von Männern und Frauen annähernd gleich groß.

Seit dieser Veröffentlichung reißen die Diskussionen nicht ab, zumal weitere Studien trotz zunehmender Aids-Problematik den Befund bestätigten. Die Mainzer Psychologen vermuteten daher, dass in der Vergangenheit wichtige Einflussfaktoren übersehen wurden. Insbesondere, so die Hypothese, dürfte die subjektiv empfundene physische wie psychische Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen.

Andreas Baranowski vom Psychologischen Institut der JGU hat vor diesem Hintergrund zwei Fragen untersucht: Macht es einen Unterschied, wenn die Aufforderung zu einer intimen Begegnung in einer anderen Umgebung erfolgt, wo der soziale Druck kleiner und ein solches Ansinnen nicht so ungewöhnlich ist?

Und kann das subjektiv empfundene Risiko, das für Männer generell geringer ist, so manipuliert werden, dass bekannte Geschlechterunterschiede verschwinden?

Mit einer Standardfrage „Hey, ich mache so etwas normalerweise nicht, aber hast Du Lust auf Sex mit mir?" gingen 14 Studierende der Psychologie über den Campus der Universität Mainz oder durch Clubs und Bars und sprachen insgesamt 127 Frauen und Männer darauf an, ob sie an einer sexuellen Begegnung interessiert wären. Mit einer Ausnahme haben sämtliche Frauen das Ansinnen abgelehnt, wogegen 50 Prozent der Männer in Clubs und 14 Prozent auf dem Campus der Einladung folgen wollten. Sind die Männer nicht in einer festen Beziehung, fällt ihre Zustimmung noch höher aus.

Die Kontrollfrage „Hey, ich mache so etwas normalerweise nicht, aber hättest du Lust, mit mir mal einen Kaffee trinken zu gehen?" wurde an insgesamt 140 Frauen und Männer in der gleichen Umgebung gerichtet und zeigte, wie erwartet, ebenfalls einen Geschlechterunterschied, aber bei Weitem nicht in demselben Ausmaß.

Eine deutliche Übereinstimmung zwischen den Geschlechtern ergab sich dagegen im zweiten Studienteil.

Den Testpersonen wurde hier eine ausgeklügelte Geschichte erzählt, sodass sie sicher sein konnten, im Falle einer Verabredung oder einer sexuellen Begegnung keinen psychischen oder körperlichen Gefahren ausgesetzt zu sein. Die Ergebnisse bei den 30 männlichen und 30 weiblichen Probanden sind bemerkenswert: 100 Prozent der Männer haben zugestimmt, sich zum Sex mit zumindest einer der Frauen, die sie auf einem Foto sehen konnten, zu treffen – die Zustimmungsrate bei den Frauen lag mit 97 Prozent nahezu genauso hoch.

„Wir haben unter den veränderten Bedingungen eine Annäherung zwischen den Geschlechtern erwartet, dass diese so stark ausfallen würde, damit haben wir nicht gerechnet. Die starke Ablehnung einer sexuellen Einladung bei Frauen verliert sich, wenn wir eine sichere Umgebung anbieten“, sagt Andreas Baranowski. Allerdings wendet Baranowski ein, dass in dieser Studie ausschließlich Singles getestet wurden, die gerade auf der Suche nach einem Partner waren. Baranowski vermutet, dass Geschlechterunterschiede stark durch das soziale, gesellschaftliche und kulturelle Umfeld geprägt sind und eben nicht nur biologisch bedingt. Sobald der soziale Druck entfällt, nehmen die Geschlechterunterschiede ab. „Männer wollen immer Sex und Frauen wollen nie Sex – so einfach kann man das nicht sagen. Die Strategien sind wesentlich flexibler als allgemein angenommen“, so Baranowski.

Während die Studie Faktoren wie die Einschätzung der sexuellen Fähigkeit des Gegenüber oder dessen Attraktivität einbezogen hat, bleiben auf dem Gebiet noch viele Fragen offen. Durch die relativ kleine Stichprobe und den engen Kreis – Studienteilnehmer waren ausnahmslos junge, weiße, heterosexuelle Europäer – blieben andere Faktoren wie sexuelle Orientierung, kulturelle und soziale Diversität und Sexualität im Alter unberücksichtigt – eine Aufgabe für weitere Studien.

Veröffentlichung:
Andreas M. Baranowski, Heiko Hecht
Gender Differences and Similarities in Receptivity to Sexual Invitations:
Effects of Location and Risk Perception
Archives of Sexual Behavior, 1. April 2015
DOI: 10.1007/s10508-015-0520-6

Medizin am Abend DirektKontakt

Dipl.-Psych. Andreas Baranowski
Abt. Allgemeine Experimentelle Psychologie
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-39278
Fax +49 6131 39-39268
E-Mail: baranowski@uni-mainz.de
https://www.blogs.uni-mainz.de/fb02-aep/baranowski-andreas/ 
Petra Giegerich Johannes Gutenberg-Universität Mainz


Kardiogenem Schock moderne Behandlungsmethoden

Medizin am Abend Fazit: Nach Reanimation zurück im Leben

MHH bietet bei kardiogenem Schock moderne Behandlungsmethoden / Patient berichtet 
 
Fast 300.000 Menschen erleiden allein in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Trotz immer besser werdender Versorgung überleben 60.000 der Betroffenen ihren Infarkt nicht. Viele von ihnen erleiden einen sogenannten kardiogenen Schock: Das Herz ist so geschwächt, dass es nicht mehr eine ausreichende Menge Blut in den Körper pumpen kann. Ein kardiogener Schock tritt oft ohne Vorzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden nach einem Herzinfarkt auf. Für die Betroffenen ist es überlebenswichtig, dass sie in einer Klinik mit einem spezialisierten Reanimationszentrum behandelt oder schnellstmöglich dorthin verlegt werden.

Zwischen Leben und Tod

Uwe Bentlage war einer von ihnen. Im September 2012 war der Journalist in einer Klinik. Dort brach er auf dem Klinikflur bewusstlos zusammen. Die Ärzte diagnostizierten einen schweren Herzinfarkt. Uwe Bentlage schwebte zwischen Leben und Tod, musste 45 Minuten lang reanimiert werden. Mit einem kardiogenen Schock wurde der immer noch bewusstlose Patient in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) verlegt. „Bei uns können derartige Herzerkrankungen – dank der engen Kooperation der kardiologischen, herzchirurgischen und anästhesiologischen Kliniken – exzellent behandelt werden“, erklärt Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie.



Professor Dr. Axel Haverich, Uwe Bentlage und Professor Dr. Johann Bauersachs (von links)
Professor Dr. Axel Haverich, Uwe Bentlage und Professor Dr. Johann Bauersachs (von links) „Foto: MHH/Tom Figiel“


Therapie mit Minipumpe, ECMO und Hypothermie

Die MHH-Kardiologen mussten bei dem Journalisten nach einem ST-Hebungsinfarkt mit Kammerflimmern mit Hilfe einer Koronarangiographie den Verschluss der rechten Herzkranzarterie wieder eröffnen und setzten einen Stent ein.

Doch das allein reichte nicht: Beide Herzkammern waren so extrem in ihrer Pumpleistung eingeschränkt, dass die Ärzte auf der Intensivstation zu einer Dreifachtherapie greifen mussten: Hypothermie, Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) und Miniaturpumpe zur Unterstützung der linken Herzkammer.


Bei reanimierten Patienten wird an der MHH als Standardtherapie eine Hypothermie eingeleitet. Dabei wird die Körpertemperatur gezielt auf 32 bis 34 Grad Celsius abgesenkt. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Hypothermie die Überlebenschancen nach Reanimationen steigert. „Vor allem wird die durch Sauerstoffmangel während des Herzstillstands bedingte Hirnschädigung deutlich vermindert“, sagt Professor Dr. Andreas Schäfer, stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie und Leiter der kardiologischen Intensivstation.

Zudem setzen die Ärzte dem Patienten ein Herzunterstützungssystem ein.

„Mit unseren minimal-invasiven Methoden haben wir über die Leistenarterie eine Impella-Mikroaxialpumpe in die linke Herzkammer implantiert“, erläutert Professor Bauersachs. Sie übernimmt die Pumpfunktion des Herzmuskels und befördert das Blut in den Körper. Außerdem haben die Ärzte der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie den Patienten mit einer sogenannten ECMO versorgt, einer extrakorporalen Membranoxygenierung. 

Dem Patienten wird dabei aus einer großen Vene das sauerstoffarme Blut entnommen. Im ECMO-Gerät findet – ähnlich wie sonst in der Lunge – der Gasaustausch statt. Das sauerstoffreiche Blut wird dem Patienten in eine Arterie zurückgeführt. Die MHH ist bundesweit bekannt für die hohe Expertise, die sie beim Einsatz dieser Methode hat.

Das Herz erholte sich nach einer Woche

„Alle diese Maßnahmen haben das geschädigte Herz entlastet“, sagt Professor Bauersachs. „Nach einer Woche hatte sich der Herzmuskel so weit erholt, dass wir die Unterstützungssysteme schrittweise entfernen konnten.“ Der große Vorteil des Reanimationszentrums der MHH, die auch über eine „Acute and Advanced Heart Failure Unit“ verfügt, ist, dass für extreme Notfälle auch die Kompetenz der herzchirurgischen Klinik von Professor Dr. Axel Haverich jederzeit verfügbar ist. „Ob komplexe Bypass- oder Herzklappenoperationen oder das Einsetzen sogenannter Kunstherzen bis hin zur Herztransplantation stehen wir im Zusammenspiel mit den Kardiologen für unsere Patienten bereit“, sagt Professor Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie.

Etwas vom Glück zurückgeben

Uwe Bentlage hat von diesen zweieinhalb Wochen nichts mitbekommen. „Ich war die gesamte Zeit bewusstlos und bin erst in der anderen Klinik wieder aufgewacht“, wohin er nach seiner intensivmedizinischen Behandlung in der MHH wieder zurückverlegt worden war. In einer mehrmonatigen Rehabilitation fand der heute 54-Jährige wieder zurück ins Leben. „Ich musste sogar das Gehen wieder neu lernen.“ Vor seinem Infarkt hatte Bentlage das Regionalstudio eines Rundfunksenders in Hannover geleitet, nahm als Hobby an Schwimmwettkämpfen teil. Mittlerweile ist er berentet, arbeitet aber immer noch als freier Journalist. Beim jüngsten Belastungs-EKG bescheinigte ihm sein Kardiologe Top-Werte, Wettkampfschwimmen will er aber lieber nicht mehr. Mittlerweile unterstützt Uwe Bentlage das THW Wunstorf als aktiver Helfer. „Ich möchte gern etwas zurückgeben von dem Glück, das ich hatte.“ Sagt er und erinnert daran, dass man ihm eine Überlebenschance von 15 Prozent gegeben hatte. „Den 20. September feiere ich als meinen zweiten Geburtstag.“

Hannover Herz Messe informiert Experten

Der kardiogene Schock wird auch ein Thema bei der 3. Hannover Herz Messe sein, einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte am 8. und 9. Mai 2015 im Hannover Congress Centrum. Die Messe wird gemeinsam organisiert von den MHH-Kliniken der Professoren Bauersachs und Haverich und dem Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen, Landesverband Niedersachsen. Ein spezieller Fokus wird in diesem Jahr auf die Komorbidität von Lungenerkrankungen bei Herzpatienten gelegt. Zudem finden Patientenseminare zur Fallot’schen Tetralogie und zur peripartalen Kardiomyopathie statt.

Das aktuelle Programm und das Anmeldeformular finden Sie unter

www.hannover-herz-messe.de

Medizin am Abend DirektKontakt

Professor Dr. Johann Bauersachs
bauersachs.johann@mh-hannover.de
Telefon (0511) 532-3841,
Professor Dr. Axel Haverich,
haverich.axel@mh-hannover.de
Telefon (0511) 532-6580.  
Stefan Zorn Medizinische Hochschule Hannover

Mit Fettsäuren gegen Darmentzündungen - Colitis ulcerosa, Morbus Crohn

Medizin am Abend Fazit: Rolle ungesättigter Fettsäuren bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen klären  
Omega-3-Fettsäuren sind lebenswichtig für die menschliche Ernährung. Wir nehmen sie über Fische, Algen oder pflanzliche Nahrung auf. Seit vielen Jahren wird diesen ungesättigten Fettsäuren eine positive Wirkung auf entzündliche Erkrankungen zugeschrieben. Dr. Nils Helge Schebb, Institut für Lebensmitteltoxikologie und Chemische Analytik der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), und Dr. Karsten Weylandt, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie und Hepatologie der Charité Berlin, werden in einem gemeinsamen Forschungsprojekt untersuchen, wie genau Omega-3-Fettsäuren ihre entzündungshemmende Wirkung entfalten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit 300.000 Euro.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, auch als Fischöl-Fettsäuren bekannt, die Grundbausteine für eine neu entdeckte Klasse von Signalmolekülen sind. „Über welche dieser Botenstoffe entzündungshemmende Wirkungen im Körper ausgelöst werden können, ist bisher nur wenig verstanden“, erläutert Schebb. Die aktiven Botenstoffe der Fischöl-Fettsäuren zu identifizieren und ihre Bildung zu verstärken, um chronische Darmentzündungen zu lindern, ist das zentrale Element des bewilligten Projektes der beiden Forscher.

International werden derzeit zwei Hypothesen favorisiert: 

Verschiedene Arbeitsgruppen konnten antientzündliche Effekte von Fischöl-Fettsäuren nachweisen, die ein oder mehrere zusätzliche Wasserstoff- und Sauerstoff-Atome (Hydroxygruppe) gebunden hatten. Andere Forscher beschreiben eine sehr hohe biologische Aktivität von Fischöl-Fettsäuren mit einer sogenannten Epoxygruppe. Schebb und Weylandt forschten bis 2011 mehrere Jahre an renommierten Universitäten in den USA, wo sie sich jeweils mit einer dieser beiden Hypothesen beschäftigten: „Die besondere Stärke unserer Zusammenarbeit ist, dass wir beide möglichen Signalwege verfolgen“, betont Weylandt.

Beide Forscher sind überzeugt, dass die DFG-Förderung eine sehr gute Gelegenheit bietet, um die Wirkung von Fischöl-Fettsäuren besser zu verstehen. „Unsere Erfahrungen und Kenntnisse ergänzen sich optimal. So haben wir an der TiHo zum Beispiel viele Erfahrungen im Bereich Bioanalytik, während an der Charité die Entzündungsmodelle etabliert sind“ beschreibt Schebb die Kooperation.

„Die derzeitig verfügbaren Therapien für Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sind nicht ausreichend“, so Weylandt, der an der Charité als Oberarzt eine gastroenterologische Station leitet. Um in Zukunft diesen Patienten besser helfen zu können, hoffen die Forscher gemeinsam mit ihrem rund zehnköpfigen Mitarbeiterteam in ihrem nun geförderten Projekt die Grundlagen für neue Therapieoptionen zu schaffen.

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Nils Helge Schebb
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Lebensmitteltoxikologie und Chemische Analytik
Tel.: +49 511 856-7780
nils.helge.schebb@tiho-hannover.de

Sonja von Brethorst Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Dialyse mit Fahrradtour

Medizin am Abend Fazit: Dialyse mit Fahrradtour / Bewegung während der Blutwäsche verbessert die Lebensqualität Nierenkranker

Nierenkranke, die mehrmals in der Woche stundenlang an der Blutwäsche (Dialyse) hängen, können ihre Lebensqualität deutlich steigern, wenn sie sich dabei bewegen, zum Beispiel, indem sie an einem Fahrradergometer ein wenig treten. Nierenkrankheiten rauben Kraft und Ausdauer, Abfallprodukte des Stoffwechsels schwächen die Beinmuskulatur. Inzwischen belegen viele Studien, wie sich die Lebensqualität von Nierenkranken bessert, wenn sie regelmäßig aktiv sind, berichtet die "Apotheken Umschau". Aber Patienten sind nur äußerst schwer zu motivieren - zu sehr nagt die Krankheit an Kraft und Psyche. Gehen die Patienten nicht zum Sport, muss der Sport eben zu ihnen kommen, überlegte sich Dr. Anton Daul, Direktor der Klinik für Nephrologie und Dialyse am Elisabeth-Krankenhaus in Essen, der seit vielen Jahren zu dem Thema forscht. Nichts spreche gegen ein Training während der Dialyse. "Die Voraussetzungen sind ideal: Die Patienten müssen ohnehin mehrmals pro Woche dorthin, und sie haben Zeit", sagt Daul.
Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 4/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend DirektKontakt

Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

Zystennieren: Erbkrankheit

Medizin am Abend Fazit: Zystennieren - Europaweite Studie soll Grundlage für neue Behandlungsstandards legen

Autosomal-dominante Zystennieren sind die häufigste potentiell lebensbedrohliche Erbkrankheit. Dabei bilden sich in der Niere viele flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten), die meist im Alter zwischen 50 und 60 Jahren zu Nierenversagen, Dialysepflichtigkeit führen oder eine Transplantation erforderlich machen. Eine internationale Studie mit 1.100 Patienten erhebt nun detaillierte Daten zum Krankheitsverlauf, um neue Behandlungsstandards zu erstellen. An der europaweiten „EuroCYST“-Studie nimmt auch das Universitätsklinikum Freiburg teil; die Studie wird von der europäischen Nierengesellschaft finanziert und dauert mindestens drei Jahre. 
 
„Ziel der Studie ist es, den Krankheitsverlauf bei Zystennieren besser zu charakterisieren, der selbst bei nahen Verwandten sehr unterschiedlich sein kann. Außerdem interessieren wir uns in diesem Zusammenhang für die psychischen und ökonomischen Belastungen von Patienten und Gesundheitssystemen“, sagt Prof. Dr. Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Freiburg. Mit diesem Wissen sollen neue Richtlinien für die Behandlung entwickelt werden.

Etwa 600.000 Menschen in Europa leiden an einer autosomal-dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD), der häufigsten erblichen Form von Zystennieren. Die ADPKD wird durch einen Defekt im PKD1- oder PKD2-Gen ausgelöst. Eines von 1.000 Kindern wird mit einem solchen Gendefekt geboren.

Grundstein für ein europäisches Zystennieren-Netzwerk

Neben der Erörterung medizinischer und sozio-ökonimischer Fragen wird wird im Rahmen von EuroCYST eine Bio-Datenbank aufgebaut, die standardisierte und qualitätskontrollierte Proben für weitere Forschungsvorhaben enthalten wird. „EuroCYST kann den Grundstein für ein europäisches Forschungs- und Behandlungs-Netzwerk zu ADPKD bilden“, sagt Prof. Walz.

Studienteilnehmer werden gesucht

Patienten, die an der Studie teilnehmen, profitieren davon ganz direkt: „Die Teilnehmer werden in der Studie engmaschiger betreut als das normalerweise möglich ist. Außerdem werden aufwändige Untersuchungen durchgeführt, die bisher nicht zum Standard gehören“ sagt Prof. Walz.

Das Universitätsklinikum Freiburg, ein nationales Zentrum für Zystennieren (NZZN), ist eines von 14 EuroCYST-Studienzentren in zehn europäischen Ländern. Der Freiburger Studienteil wird gemeinsam vom Studienzentrum und der nephrologischen Genetikambulanz des Universitätsklinikums koordiniert.

Für eine Teilnahme kommen Betroffene mit einer diagnostizierten Zysten-nierenerkrankung in Frage, die zuvor ein Jahr lang nicht an einer klinischen Medikamentenstudie teilgenommen haben. Insgesamt sollen in Freiburg mindestens 25 Patienten in die Studie aufgenommen werden.

Medizin am Abend DirektKontakt:

PD Dr. Anna Köttgen
Klinik für Innere Medizin IV (Nephrologie und Allgemeinmedizin)
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-78050
anna.koettgen@uniklinik-freiburg.de

EuroCYST Studienassistenz (Mo-Fr. 8 – 16 Uhr):
Simone Meder
simone.meder@uniklinik-freiburg.de
Erna Mitsch
erna.mitsch@uniklinik-freiburg.de

Telefon: 0761 270-74010 oder -77106

Benjamin Waschow

Nierenversagen verhindern

Medizin am Abend Fazit: Nierenversagen: Positionssignal für die Zellteilung

Forscher identifizieren Moleküle, mit denen Zellen ihre Position bestimmen 

Während normale Nierenzellen (links) nebeneinander liegen, teilen sich Nierenzellen ohne Plexin-B2-Rezeptor nach innen, kommen übereinander und verstopfen das Röhrchen.
Während normale Nierenzellen (links) nebeneinander liegen, teilen sich Nierenzellen ohne Plexin-B2-Rezeptor nach innen, kommen übereinander und verstopfen das Röhrchen. MPI f. Herz- und Lungenforschung
 
Damit die Niere reibungslos arbeiten kann, müssen Millionen Zellen exakt nach einem vorgegebenen Bauplan angeordnet werden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und der Philipps-Universität in Marburg haben nun entdeckt, dass Nierenzellen Signale an sich teilende Nachbarzellen aussenden, um die Reparatur der Niere nach akutem Nierenversagen zu organisieren. Zukünftig könnte sich damit die Regeneration geschädigter Organe verbessern lassen.

Die Niere filtert kontinuierlich Abfall- und Giftstoffe aus dem Blut. Diese werden über den Harn aus dem Körper abgeführt. Die Filtration findet in zahlreichen mikroskopisch kleinen Röhrchen, den Tubuli, statt. Deren Innenfläche ist von sogenannten Epithelzellen ausgekleidet. Ähnlich wie die Bootsplanken eines Schiffsrumpfes müssen die einzelnen Epithelzellen in den Tubuli exakt angeordnet sein, damit die Niere reibungslos arbeiten kann.

Bei Patienten auf der Intensivstation versagt häufig die Niere. Dabei sterben einige der Epithelzellen ab. Die entstehende Lücke schließen überlebende Epithelzellen aus der Umgebung, indem sie durch Zellteilung neue Zellen bilden. Dabei ist entscheidend, dass sich die neu gebildeten Zellen wieder exakt an der korrekten Position einfügen. Geschieht dies nicht, könnten sich teilende Zellen das Röhreninnere der Tubuli verstopfen und so die Funktion der Niere beeinträchtigen.

Die räumliche Anordnung der sich teilenden Epithelzellen wird durch die Orientierung des sogenannten Spindelapparats bestimmt. Dieses Bündel aus Proteinfäden zieht die Chromosomen zu den gegenüberliegenden Zellpolen und verteilt sie gleichmäßig auf die neu gebildeten Zellen. Die Arbeitsgruppe von Thomas Worzfeld am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und am Pharmakologischen Institut in Marburg hat nun untersucht, auf welche Weise die Orientierung des Spindelapparats während der Zellteilung gesteuert wird.

Dabei fanden die Wissenschaftler aus Bad Nauheim und Marburg heraus, dass benachbarte Epithelzellen über Signalmoleküle miteinander kommunizieren. Auf diese Weise beeinflussen sie die Orientierung des Spindelapparates und steuern dadurch die räumliche Anordnung der neuen Zellen. „Wie beim GPS-System gibt es eine Antenne, die Signale empfängt. Dabei handelt es sich um den Rezeptor Plexin-B2. Dieser empfängt das Positionssignal der Nachbarzellen“, so Worzfeld.

Das „GPS-Positionssignal“ selbst stellt eine als Semaphorine bezeichnete Gruppe von Signalmolekülen dar. Durch einen gentechnischen Eingriff schaltete Worzfelds Arbeitsgruppe einzelne Semaphorine in Mäusen aus. Dies führte dazu, dass die Epithelzellen sich nicht mehr korrekt ausrichteten, sondern stattdessen die Tubuli verstopften. „Das gleiche beobachteten wir bei Mäusen, denen der Rezeptor Plexin-B2, also die Antenne, fehlt“, sagt Worzfeld.

In beiden Fällen führte dies bei den Mäusen dazu, dass sich die geschädigte Niere nicht regenerierte und ihre Funktion beeinträchtigt blieb. „Mit dieser Studie haben wir eine bislang unbekannte Funktion des Rezeptors Plexin-B2 und dessen Bindungspartnern, den Semaphorinen, aufgedeckt“, so Worzfeld. Es handelt sich um einen grundlegenden Mechanismus, über den sich die Niere nach einem Nierenversagen wieder heilt.  

Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob Plexin-B2 und die Semaphorine auch bei der Reparatur anderer Organe und bei Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs eine Rolle spielen.


Originalpublikation:
Swiercz, Inmaculada Banon-Rodriguez, Ivana Matkovic, Giuseppina Federico, Tianliang Sun, Timo Franz, Cord H. Brakebusch, Atsushi Kumanogoh, Roland H. Friedel, Fernando Martin-Belmonte, Hermann-Josef Gröne, Stefan Offermanns, and Thomas Worzfeld
Semaphorin-plexin signaling controls mitotic spindle orientation during epithelial morphogenesis and repair.
Developmental Cell 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.devcel.2015.02.001

Medizin am Abend DirektKontakt: 

Prof. Dr. Thomas Worzfeld
Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim
Telefon:+49 603 2705-1213
E-Mail:thomas.worzfeld@mpi-bn.mpg.de

Dr. Matthias Heil
Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim
Telefon:+49 6032 705-1705Fax:+49 6032 705-1704
E-Mail:matthias.heil@mpi-bn.mpg.de

Dr Harald Rösch Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Therapie der Alzheimer-Demenz durch nuklearmedizinische Verfahren

Medizin am Abend Fazit: Mögliche Therapie der Alzheimer-Demenz durch nuklearmedizinische Verfahren

Die Anzahl der Patienten mit Erkrankungen wie beispielsweise Demenzen nimmt durch die zunehmende Lebenserwartung der Bevölkerung stetig zu. Leider sind Ursachen und Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung derzeit immer noch nicht vollständig geklärt. Mehrere neue nuklearmedizinische Techniken könnten hier nun die Lösung bringen. Sie ermöglichen die Erkennung von speziellen Eiweißablagerungen im Gehirn, die der Alzheimer-Demenz vorausgehen und diese später auslösen. Nun besteht die Hoffnung, dass diese nuklearmedizinischen Techniken auch dazu beitragen können, Substanzen zu entwickeln, die gegen diese krankheitsauslösenden Eiweißablagerungen der Alzheimer-Demenz gerichtet sind. 
 
Zwei Formen von krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn gelten als Kernmerkmale der Alzheimer-Erkrankung: die sogenannten Amyloid-Plaques, die sich im Zellzwischenraum ablagern, sowie die Tau-Neurofibrillen oder „Tangles“, die sich in den Nervenzellen selbst finden. Bereits Alois Alzheimer beschrieb im Jahr 1901 diese beiden charakteristischen Auffälligkeiten im Gehirn der ersten dokumentierten Patientin und auch heute werden diese Veränderungen noch als Ursache der Alzheimer-Demenz gesehen. Der genaue Wirkeffekt der Eiweißablagerungen ist bisher nicht bekannt. Man geht davon aus, dass die frühen Formen dieser verklebten Eiweißbruchstücke die Funktion der Synapsen – also der Nervenübertragungsstellen – und damit der Nervenzellen insgesamt beeinträchtigen. Sie sind auch für andere typische Erscheinungen der fortschreitenden Nervenschädigung wie entzündliche Reaktionen, Funktionsstörungen der Nervenzellen und schließlich den Gehirnfunktionsverlust verantwortlich. Als gesichert gilt, dass diese Veränderungen bereits viele Jahre vor Beginn einer messbaren Demenz im Gehirn beginnen.

Bisher war der Nachweis der krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn – und damit eine definitive Diagnose der Ursache einer Demenzerkrankung – nur mittels mikroskopischer Untersuchung des Gehirngewebes bei der Autopsie eines verstorbenen Patienten möglich. Seit einiger Zeit steht hierfür nun aber das hochempfindliche, nuklearmedizinische Verfahren der Amyloid-Bildgebung mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur Verfügung. Bei lebenden Menschen können hierdurch nicht-invasiv – d.h. ohne einen Eingriff in den Körper – die Eiweißablagerungen im Gehirn sichtbar gemacht werden. Für diese Art der molekularen Bildgebung wird eine kleine, sehr gering radioaktiv markierte Menge einer speziellen Spürsubstanz in eine Armvene injiziert. Diese Substanz bindet an die krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn, so dass diese über die hochempfindlichen PET-Kameras dargestellt werden können. Als eine Art „Mikroskopie von außen” kann dieses Bildgebungsverfahren so zu einer zuverlässigen und frühzeitigen Diagnose der Alzheimer-Erkrankung beitragen.
Auch für die Alzheimer-Forschung ist das Verfahren von großem Nutzen. Für die vielen aktuellen Therapiestudien, die sich mit der Bekämpfung des Amyloid-Eiweißes beschäftigen, ist die Amyloid-Bildgebung ein sehr wichtiger Faktor, um die Eiweißablagerungen zu belegen und später bekämpfen zu können.

Bisher können jedoch leider noch nicht alle offenen Fragen durch die Amyloid-Bildgebung beantwortet werden. Beispielsweise existieren auch eine Reihe von Demenzerkrankungen, die zwar Tau-Ablagerungen aber keine Amyloid-Ablagerungen aufweisen (z.B. Formen der sogenannten frontotemporalen Demenz).

Weiter ist auch noch nicht bekannt, wie viel Zeit zwischen dem ersten Nachweis der Amyloid-Plaques und dem tatsächlichen Auftreten der Demenzsymptome verstreichen kann. Durch die Amyloid-Bildgebung konnte zwar die Annahme bestätigt werden, dass sich die Eiweiß-Ablagerungen offenbar bereits viele Jahre vor Symptombeginn im Gehirn anreichern. Wichtig ist aber, dass der Nachweis von Amyloid im Gehirn noch nicht automatisch mit dem Nachweis einer Demenz gleichzusetzen ist. So ließen sich bei bis zu 30 Prozent der untersuchten, geistig völlig gesunden älteren Menschen mit der Amyloid-Bildgebung bereits auffällige Ablagerungen nachweisen.

Die Amyloid-Bildgebung stellt zudem kein geeignetes Werkzeug für die Verlaufsbeobachtung der Demenz-Erkrankung dar, da sich die Amyloid-Ablagerungen im späteren Erkrankungsstadium offenkundig nicht mehr stark verändern, wohin gegen die Symptomatik der Demenz weiter fortschreitet.

Um Antworten auf diese Fragen finden zu können, erscheint die Kombination der Amyloid-Bildgebung mit anderen Biomarkern als sinnvoll. Aussichtsreich ist hier die neue nuklearmedizinische Technik der Tau-Bildgebung: Als Pendant zur Amyloid-Bildgebung existieren für sie bereits erste Marker, die ebenfalls mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie einen Nachweis der Tau-Ablagerungen (Tangles) im Gehirn ermöglichen könnten. Da es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Tau-Ablagerungen im Gehirn und dem Erkrankungsstadium der Demenz zu geben scheint, besteht hierdurch jetzt die Möglichkeit, dass die Tau-Bildgebung den tatsächlichen Beginn des Nervenzellschadens und damit den funktionellen Beginn der Erkrankung sehr viel besser abbildet als die Amyloid-Bildgebung. Die Tau-Bildgebung könnte somit ein geeignetes Werkzeug für die Verlaufsbeobachtung der Alzheimer-Erkrankung darstellen. Da eine gesicherte Diagnose dieser Erkrankung nur durch den Nachweis sowohl der Amyloid- als auch Tau-Ablagerungen gestellt werden kann, erscheint eine Kombination beider Werkzeuge als am besten geeignet.

Die Alzheimer-Demenz bildet ein Schwerpunktthema auf der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2015. Die Tagung findet vom 22. bis 25. April 2015 in Hannover statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2015 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.nuklearmedizin2015.de - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2015

http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.