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WISP1 - Neuer Botenstoff des Fettgewebes identifiziert, der chronische Entzündungen fördern könnte

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun unter
Führung von Andreas F. H. Pfeiffer und Natalia Rudovich vom Deutschen
Institut für Ernährungsforschung (DIfE) einen neuen von Fettzellen ans
Blut abgegebenen Botenstoff identifiziert, der bei starkem Übergewicht das
Entstehen einer Insulinresistenz* sowie chronische Entzündungen fördern
könnte und so Diabetes und Gefäßerkrankungen begünstigt. Die neuen
Erkenntnisse könnten künftig dazu beitragen, alternative Ansätze für die
Therapie übergewichtsbedingter Erkrankungen zu entwickeln. Die Forscher
veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Diabetes
(Murahovschi, V. et al., 2014).

Die Zahl übergewichtiger Menschen hat in den letzten drei Jahrzehnten
weltweit stark zugenommen**. Nach Angaben der World Health Organization
gehen sogar inzwischen mehr Todesfälle auf ein zu hohes Körpergewicht als
auf ein zu niedriges zurück. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der
vergangenen Jahre belegen dabei, dass Übergewicht und das damit verbundene
metabolische Syndrom*** das Risiko für Typ-2-Diabetes, bestimmte
Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Nach neuestem,
wissenschaftlichem Stand sind chronische Entzündungsreaktionen ursächlich
am Entstehen dieser Folgeerkrankungen beteiligt. Die molekularen
Mechanismen, die zu diesen übergewichtsbedingten Entzündungsprozessen
führen, sind jedoch noch weitgehend unerforscht.

Das Team um die Mediziner Rudovich und Pfeiffer hat nun das Eiweißmolekül
Wingless-type signaling pathway protein-1 (WISP1) als ein weiteres
mögliches Bindeglied zwischen Übergewicht und chronischen
Entzündungsreaktionen bzw. einer Insulinresistenz identifiziert. Bislang
hatten Studien das Molekül nur mit der Regulation des Knochenwachstums und
dem Entstehen einiger Krebsarten in Verbindung gebracht.

Wie die Forscher jetzt erstmals anhand klinischer Untersuchungen zeigen,
produziert das so genannte viszerale Fettgewebe, das sich im Bauchraum um
die Eingeweide herum befindet, besonders viel WISP1, das es ans Blut
abgibt. Die Synthesemenge des Proteins steht dabei mit dem Grad der
Insulinresistenz sowie der Freisetzung bestimmter Entzündungsmarker in
enger Beziehung. Das Fettgewebe unter der Haut stellt dagegen nur moderate
Mengen dieses Eiweißmoleküls her. Zudem beobachteten die Mediziner, dass
sich nach einer Gewichtsreduktion der WISP1-Gehalt im Blut der
Studienteilnehmer verminderte. Darüber hinaus stimulierte das Protein
dosisabhängig die Differenzierung von in Kultur gehaltenen, menschlichen
Makrophagen**** zum klassischen M1-Typ, der eine Rolle bei vielen akut-
entzündlichen Erkrankungen spielt. „Wir vermuten, dass WISP1 einer der
Stoffe sein könnte, welche die Makrophagen-Funktion und -Einwanderung ins
Fettgewebe kontrollieren“, sagt Veronica Murahovschi, Erstautorin der
Studie.

„Je mehr wir über die molekularen Mechanismen erfahren, die den
übergewichtsbedingten Entzündungsprozessen zu Grunde liegen, desto
leichter wird es sein, zukünftig geeignete Medikamente zu entwickeln,
welche Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall
entgegenwirken“, erklärt Pfeiffer, der die Abteilung Klinische Ernährung
am DIfE leitet. „Denkbar wären zum Beispiel Medikamente, die gezielt die
verstärkte Ausschüttung von Entzündungsmediatoren wie WISP1 auf ein
normales Maß verringern“, sagt Rudovich. Von der Grundlagenforschung bis
zum einsatzfähigen Therapeutikum sei es aber noch ein langer Weg, so die
Medizinerin weiter. Dennoch würden die Ergebnisse schon jetzt dazu
beitragen, die Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Immunsystem und
Stoffwechsel-Erkrankungen besser zu verstehen.

Link zum Artikel: diabetes.diabetesjournals.org/content/early/2014/10/02/db14-0444.full.pdf+html>

Hintergrundinformationen:

* Der Begriff „Insulinresistenz“ bezeichnet ein vermindertes Ansprechen
der Körperzellen auf den Botenstoff Insulin. Hauptsächlich trifft dies auf
Muskel-, Leber- aber auch auf Fettzellen zu. Die Insulinresistenz ist die
Vorstufe zum Typ-2-Diabetes.

** Marie Ng et al. (2014), The Lancet 384:766-781

*** Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus Adipositas
(Fettsucht), Bluthochdruck, einer Insulinresistenz der Körperzellen und
einem gestörten Fettstoffwechsel.

**** Fresszellen (Makrophagen) sind Zellen des Immunsystems. Sie
entwickeln sich aus Monozyten und stellen mengenmäßig die größte Gruppe an
Entzündungszellen im Fettgewebe dar. Makrophagen können zu verschiedenen
Untergruppen von Makrophagen-Typen differenzieren, die sehr
unterschiedliche Funktionen ausüben. M1-Makrophagen spielen eine Rolle bei
vielen akut-entzündlichen Erkrankungen. M2-Makrophagen wirken dagegen eher
entzündungshemmend.

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen
ernährungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention,
Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Forschungsschwerpunkte
sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
und Krebs. Näheres unter http://www.dife.de. Das DIfE ist zudem ein
Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für
Diabetesforschung (DZD). Näheres unter http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 89 Einrichtungen, die anwendungsbezogene
Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur
bereitstellen. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Einrichtungen rund
17.200 Menschen – darunter 8.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
– bei einem Jahresetat von insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro. Die
Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch die Vielfalt der in den
Einrichtungen bearbeiteten Themen und Disziplinen aus. Die
Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bewahren und erforschen das
natürliche und kulturelle Erbe. Darüber hinaus sind sie Schaufenster der
Forschung, Orte des Lernens und der Faszination für die Wissenschaft.
Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Medizin am Abend DirektKontakt:

PD Dr. Natalia Rudovich
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49 (0)33200 88-2789
E-Mail: rudovich@dife.de

Prof. Dr. Andreas F.H. Pfeiffer
Abteilung Klinische Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49 (0)33200 88-2771
Tel.: +49 (0)30 450514 422
E-Mail: afhp@dife.de
E-Mail: afhp@charite.de

NAKO - Studie - Bevölkerungsstudie Deutschlands

Wie entstehen chronische Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-
Kreislauf-Erkrankungen? Welche Faktoren begünstigen ihren Verlauf und
welche bremsen sie aus? Die Beantwortung solcher Fragen rund um die
Entstehung der großen Volkskrankheiten ist das Ziel der Nationalen Kohorte
(NAKO) – der größten Bevölkerungsstudie Deutschlands, deren Start die
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka heute offiziell verkündet hat.
Deutschlandweit werden in den kommenden Jahren 200.000 Frauen und Männer
im Alter zwischen 20 und 69 Jahren medizinisch untersucht, um anschließend
ihren Gesundheitszustand über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren zu
beobachten.

Mithilfe von Befragungen und der gleichzeitig gesammelten medizinischen
Daten wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, wie
chronische Krankheiten entstehen. Diese Erkenntnisse sollen dabei helfen,
die Zahl der Erkrankungen zu verringern, sie früher zu diagnostizieren und
neue Therapieoptionen zu entwickeln. Die NAKO-Studie wird vom Bund, den
Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft mit insgesamt 210 Millionen Euro
gefördert.

„Mit dieser Studie betreten wir wissenschaftliches Neuland“, sagt Jürgen
Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Ziel, die großen
Volkskrankheiten besser zu verstehen und auf diese Weise besser bekämpfen
zu können, sei nur zu erreichen, indem sehr viele Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler der unterschiedlichsten Disziplinen zusammenarbeiteten.
„Diese Bevölkerungsstudie ist nicht nur eine besondere logistische
Herausforderung. Sie kann und wird allein dadurch ein Erfolg werden, dass
alle Partner an einem Strang ziehen. Gemeinsam mit Universitäten, der
Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Ressortforschung
wie dem Robert Koch-Institut werden wir dieses einzigartige
Forschungsprojekt stemmen.“

Qualitätssicherung auf höchstem Niveau

Die an der NAKO-Studie beteiligten 18 Studienzentren sind in ganz
Deutschland verteilt. Sie arbeiten stark vernetzt und nach einem
standardisierten Verfahren. Bürgerinnen und Bürger werden nach einem
Zufallsprinzip von den Einwohnermeldeämtern angeschrieben und um ihre
Teilnahme gebeten. Entscheiden sie sich dafür, werden sie als
Studienteilnehmer eingeladen. Sie beantworten dann beispielsweise Fragen
nach ihrem Lebensstil, zur Familiensituation oder zu ihrer medizinischen
Vorgeschichte. Erfasst werden auch Körpergröße, Gewicht und Blutdruck.
Gemeinsam mit biologischen Proben, wie etwa einem Abstrich aus der Nase,
werden diese Daten später wichtige Auskünfte darüber liefern können,
welche Einflüsse die Entstehung einer Krankheit begünstigen. Nach vier bis
fünf Jahren werden die Teilnehmenden erneut zur Untersuchung eingeladen.

Die Untersuchungen und Befragungen werden in allen Studienzentren von
einem erfahrenen und geschulten medizinischen Personal durchgeführt, um
vergleichbare und somit statistisch verwertbare Daten zu erhalten. Daher
gilt die Nationale Kohortenstudie schon jetzt als wichtiger Motor für
anschließende Forschungsarbeiten und –kooperationen im In- und Ausland.

Weiterführende Informationen:

http://www.nationale-kohorte.de/

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und
drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch
wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie,
Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie
sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit
37.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem
Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte
Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition
des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Medizin am Abend DirektKontakt:


Janine Tychsen
Tel.: 030 206 329-24


Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

NAKO-Studie: Bisher schon 868 Studienteilnehmer Nationaler Kohorte in Berlin und Brandenburg

In den drei Studienzentren der Nationalen Kohorte (NAKO) für Berlin und
Brandenburg sind in diesem Jahr bereits 868 Menschen untersucht worden.
Davon erhielten 147 zusätzlich eine MRT-Untersuchung. Darauf hat der
Sprecher für den Bereich Berlin/Brandenburg, der Epidemiologe und Leiter
des NAKO-Studienzentrums Berlin-Nord am Campus Berlin-Buch, Prof. Tobias
Pischon vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch,
hingewiesen. Anlass war die zentrale Auftaktveranstaltung dieser größten
Bevölkerungsstudie Deutschlands am 10. November 2014 in Essen mit
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Im Berliner Raum sollen in den nächsten vier Jahren 30 000 der insgesamt
200 000 Menschen zwischen 20-69 Jahren im Rahmen der NAKO untersucht
werden. Ziel ist die Verbesserung der Prävention, Früherkennung und
Therapie von Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Demenz.

Die drei Berliner Studienzentren befinden sich auf dem Campus Berlin-Buch,
auf dem Campus Charité-Mitte und auf dem Campus Charité Benjamin Franklin
in Steglitz. Die drei Studienzentren in Berlin werden betrieben vom MDC
(Studienzentrum Berlin-Nord), der Charité - Universitätsmedizin Berlin
(Studienzentrum Berlin-Mitte) sowie dem Deutschen Institut für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) (Studienzentrum
Berlin-Süd/Brandenburg). Sie gehören zu den bundesweit insgesamt 18
Studienzentren der NAKO.

Das Studienzentrum Berlin-Nord auf dem Campus Berlin-Buch ist außerdem
eines von insgesamt fünf Studienzentren der NAKO, die mit einem
Magnetresonanz-Tomographen (MRT) ausgerüstet sind. Der MRT befindet sich
in der Berlin Ultrahigh Field Facility am MDC in Berlin-Buch. Dort sollen
6 000 der 30 000 Berliner und Brandenburger Studienteilnehmer eine Ganz-
körper-MRT-Untersuchung erhalten
. Bundesweit sollen insgesamt 30 000 der 200 000 Studienteilnehmer eine MRT-Untersuchung bekommen.

An der Studie kann nur teilnehmen, wer ein Einladungsschreiben von einem
der 18 NAKO-Studienzentren erhält. Die Auswahl der Angeschriebenen erfolgt
nach dem Zufallsprinzip anhand von Adressen, die die Forscher von den
Einwohnermeldeämtern bekommen haben. Die Teilnahme an der Studie ist
freiwillig. Die Untersuchungen können nur mit Einwilligung der
Studienteilnehmer erfolgen, die ihre Teilnahme jederzeit wieder
zurückziehen können.

Initiiert haben die Nationale Kohorte die Helmholtz-Gemeinschaft, zu der
das MDC gehört, Universitäten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie
Einrichtungen der Ressortforschung. Finanziert wird die
Langzeitbevölkerungsstudie vom Bundesforschungsministerium, den 14
beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Kosten belaufen
sich auf insgesamt 210 Millionen Euro.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Barbara Bachtler
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
http://www.mdc-berlin.de/de

Dr. Gisela Olias
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: +49 (0)33200 88 - 2278; - 2335
E-Mail: olias@dife.de http://www.dife.de

Dr. rer. nat. Julia Biederlack
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 450 570 - 585
Fax: +49 (0) 30 450 570 - 940
E-Mail: julia.biederlack@charite.de
http://www.charite.de/

360° TOP MFA - Terminhinweis: Prof. Dr. Andresen und das 25. RHYTHMOLOGISCHES EXPERTENGESPRÄCH IN BERLIN: Samstag, 13. Dezember 2014

Guten Abend,

anbei darf ich Sie aktuell auf die folgende Fachveranstaltung von
Herrn Prof. Dr. med. Dietrich Andresen hinweisen.

Bitte besuchen Sie folgenden Link:

http://www.herzmedizin.berlin/pdf_s/13_12_2014_25_rhythmologisches_expertengespraech_in_berlin.pdf

http://www.herzmedizin.berlin/pdf_s/13_12_2014_fax_21_rhythmologisches_expertengespraech_in_berlin.pdf

  
Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. med. Dietrich Andresen
Kardiologie an der Evangelischen Elisabeth Klinik, Berlin Mitte
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Facharzt für Kardiologie u. Notfallmedizin
Herzrhythmusstörungen
Lützowstraße 24–26
10785 Berlin

Tel.: +49(0)30 250 621 9
Fax.: +49(0)30 250 633 3

E-Mail: andresen.kardiologie@pgdiakonie.de

 

http://www.dw.de/psyche-und-herz-prof-dr-dietrich-andresen-erkl%C3%A4rt-wie-sich-beides-gegenseitig-beeinflusst/a-17778428

Gen für kurzen Schlaf

Eine einzige Veränderung in einem Gen für die innere Uhr kann die Ursache dafür sein, dass ein Mensch nur fünf Stunden Schlaf braucht, berichtet die "Apotheken Umschau". Das habe ein Vergleich von Zwillingspaaren ergeben, der in der Zeitschrift der Amerikanischen Gesellschaft für Schlafforschung veröffentlicht wurde: Geschwister, die diese Genveränderung nicht hatten, schliefen durchschnittlich eine Stunde länger. Weiterhin schnitten sie nach 38-stündigem Schlafentzug in Tests schlechter ab und benötigten anschließend mehr Schlaf, um den Mangel wieder auszugleichen.

Wissenschaftliche Studie: AOK-Herzprogramm zeigt positive Effekte

Telemedizin im Betreuungsalltag erhöht Überlebenswahrscheinlichkeit für
herzschwache Patienten

Eine aktuelle Studie des Instituts für Community Medicine der
Universitätsmedizin Greifswald zeigt unter anderem: Die gut strukturierte
Versorgung im telemedizinischen Versorgungsprogramm der AOK Nordost, ‚AOK-
Curaplan Herz Plus‘, erhöht nachweislich die Überlebenswahrscheinlichkeit
der Teilnehmer in den ersten zwei Jahren nach Teilnahmebeginn. Die AOK
hatte die Studie in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit des Programmes
wissenschaftlich prüfen zu lassen.

Für die Analyse wurde eine Gruppe von Programmteilnehmern mit einer
Kontrollgruppe von Nichtteilnehmern verglichen.* Dabei standen zwei
Aspekte im Vordergrund: Zum einen wurde geschaut, wie hoch die
Wahrscheinlichkeit für die Patienten in der jeweiligen Gruppe war, ein
beziehungsweise zwei Jahre nach Programmbeginn noch zu leben. Zum anderen
sollte hier am konkreten Beispiel auch geprüft werden, inwieweit die
Investitionen in ein solches Versor-gungsprogramm auch zu
gesundheitsökonomischen Effekten führen können.

Die Ergebnisse zeigen eine positive Auswirkung des Programms, sowohl was
die medizini-schen als auch was die gesundheitsökonomischen Effekte
betrifft. So konnte die Analyse nachweisen: Die gut strukturierte
telemedizinische Betreuung in dem Programm erhöht nach-weislich die
Überlebenswahrscheinlichkeit der teilnehmenden Versicherten in den ersten
zwei Jahren nach Teilnahmebeginn. So wiesen die Patienten in der
Sensitivitätsanalyse*, die aktiv an AOK-Curaplan Herz Plus teilnehmen,
eine bis zu 70 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit auf als
Nichtteilnehmer. Darüber hinaus konnten positive wirtschaftliche Effekte
nachgewiesen werden. Dabei liegen die Einspareffekte insbesondere in der
Sensitivitätsanalyse deutlich über den Programmkosten.

Im Kern geht es bei AOK-Curaplan Herz Plus darum, Zeichen einer drohenden
kritischen Verschlechterung der Herzschwäche, einer sogenannten
Dekompensation, rechtzeitig zu erkennen und sofort intervenieren zu
können. So werden die Patienten noch in der regulären ambulanten
Versorgung wieder stabilisiert und Krankenhausbehandlungen vermieden. Das
Konzept besteht dabei grundsätzlich aus zwei wichtigen Säulen: der
individuellen telefonischen Beratung und Betreuung der Patienten sowie der
telemedizinischen Über-wachung von Zeichen und Beschwerden der
Herzinsuffizienz. Zu Letzteren zählt zum Beispiel ein durch
Wassereinlagerungen ansteigendes Körpergewicht.

Mittlerweile sind mehr als 3.000 Versicherte der AOK Nordost in das
Programm eingeschrieben, das im September mit dem ersten Preis des MSD-
Gesundheitspreis 2014 ausgezeichnet wurde. ‚AOK-Curaplan Herz Plus‘ wird
von der AOK Nordost gemeinsam mit der Gesellschaft für Patientenhilfe
(DGP) und dem Unfallkrankenhaus Berlin durchgeführt. Die AOK Nordost hatte
zusammen mit der DGP die Wirksamkeit ihres Programmes bereits in der
Vergangenheit durch eigene Analysen und Patientenzufriedenheitsbefragungen
gemessen und positive Ergebnisse ermittelt. So ergaben diverse
Befragungen, dass die teilnehmenden Versicherten sich in dem Programm gut
betreut und damit auch sicherer fühlen.

*Für die Studie stellte die AOK Nordost Routinedaten von Herzinsuffizienz-
Patienten zur Verfügung, von denen 2.600 in AOK-Curaplan Herz Plus
eingeschrieben waren. Für die Hauptanalyse wurden von diesen 2.600
Patienten nach der sogenannten ‚intention to treat‘-Methode 1.943 mit
einer Kontrollgruppe von 3.719 Nichtteilnehmern verglichen. Beide Gruppen
wiesen zu Beginn der Analyse die gleichen Voraussetzungen auf, was
beispielsweise den Schweregrad der Krankheit, Alter, Geschlecht etc.
betraf. Für noch spezifischere Ergebnisse wurden in einer zusätzlichen
Sensitivitätsanalyse 1.381 Patienten, die nachweislich aktiv am Programm
teilgenommen haben, mit einer Kontrollgruppe verglichen.

Zitate

Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, Institut für Community Medicine,
Universitätsmedi-zin Greifswald: „Die Ergebnisse der Evaluation zeigen
deutlich die großen Chancen der telemedizinischen Versorgung für diese
Patientengruppe. Nach zwei Jahren war die Über-lebenswahrscheinlichkeit in
der Teilnehmergruppe signifikant besser als in der Kontrollgruppe.“

Prof. Dr. med. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer
Unfallkran-kenhaus Berlin: „Das Unfallkrankenhaus Berlin behandelt täglich
Patienten mit Herzinsuf-fizienz, oft direkt, nachdem diese aus dem
Krankenhaus entlassen wurden. Als Mitbe-gründer und Initiator des
Projektes, haben wir mit der AOK Nordost einen starken Partner gefunden,
der uns bei diesem innovativen Versorgungsprogramm unterstützt. „AOK-
Curaplan Herz Plus“ hilft, notfallmäßige Krankenhausaufenthalte zu
vermeiden und damit dem berühmten „Drehtüreneffekt“ entgegenzuwirken.“

Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost:
„Mit innovativen Versorgungsprogrammen wie AOK-Curaplan Herz Plus will die
AOK Nordost vor allem die Lebens- und Betreuungsqualität für unsere
betroffenen Versicherten verbes-sern. Die Entwicklung dieser Programme und
ihre spätere Umsetzung in der Praxis müs-sen jedoch immer wieder an
tatsächlich gemessenen positiven Effekten in der Betreuung und Versorgung
der Versicherten ausgerichtet werden. Mit der Gesellschaft für
Patientenhilfe und dem UKB haben wir wertvolle Partner für das Programm
gefunden.“

Dr. med. Steffen Mark Sonntag, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für
Patientenhilfe: „Das Programm „AOK-Curaplan Herz Plus“ verbindet
telefonische Schulung und Beratung zur Stärkung des Selbstmanagements,
telemetrische Früherkennung und Verzahnung mit der ärztlichen Therapie.
Damit werden Patienten nicht nur im alltäglichen Leben mit Ihrer
Erkrankung unterstützt, sondern ihre behandelnden Ärzte durch gezielte
Informationen und Zuweisung der Patienten genau zum kritischen Zeitpunkt
entlastet.“




Medizin am Abend DirektKontakt:

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Gabriele Rähse
Telefon: 0800 265 080-22202

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine
Abt. Versorgungsepidemiologie & Community Health
PD Dr. rer. med. habil. Neeltje van den Berg
Telefon: 03834-86 77 71
E-Mail: neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de

Terminhinweisfür Mittwoch, 19.11. um 17.30 Uhr: „Gutartige und bösartige“ Herzrhythmusstörungen

Ich freue mich, Sie zu einem Vortrag einzuladen, den wir im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung anbieten.

Gerne lade ich Sie zu einem sehr interessanten Thema ein:

  „Gutartige und bösartige“ Herzrhythmusstörungen

Sind meine Rhythmusstörungen harmlos? Sind sie gefährlich?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Oberärzte unserer Klinik für Innere Medizin, Dr. Greissinger und Dr. Safak, geben Ihnen Antworten auf diese und andere Fragen und informieren Sie zum aktuellen Stand von Diagnostik und Therapie.

MITTWOCH, 19. November 2014,
um 17.30 Uhr
James-Israel-Saal
__________________________________________________

Medizin am Abend DirektKontakt: 

Jüdisches Krankenhaus Berlin

Herrn Gerhard Nerlich 

Heinz-Galinski-Straße 1
13347 Berlin
Telefon 030-49 94- 0

Telefon-Durchwahl: 030-49 94 – 2220

E-Mail: gerhard.nerlich@jkb-online.de
web:
www.juedisches-krankenhaus.de

AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.)


Guten Abend,

heute zum 25. Jahrestag des Mauerfall darf ich am Abend 

auf diesen ganz wichtigen Arbeitslink hinweisen.

Ganz besonders beachten Sie bitte die Leitlinien.

http://www.awmf.org/

Hintergrund:
 
Die AWMF ist das Netzwerk der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland

In der 1962 gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) sind derzeit 168 wissenschaftlich arbeitende medizinische Fachgesellschaften organisiert.

Die AWMF berät über grundsätzliche und fachübergreifende Fragestellungen in der wissenschaftlichen Medizin, fördert die Zusammenarbeit ihrer Mitgliedsgesellschaften bei der Wahrnehmung ihrer wissenschaftlich-medizinischen Aufgaben und Ziele sowie den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die  ärztliche Praxis. Darüber hinaus vertritt sie in Kooperation mit anderen ärztlichen Organisationen die Interessen der wissenschaftlichen Medizin gegenüber den zuständigen politischen Gremien und der Öffentlichkeit, strebt eine enge Zusammenarbeit mit vergleichbaren Organisationen an und stellt somit einen wichtigen Pfeiler in der medizinischen Organisation Deutschlands dar.
Zentrale Säulen der AWMF sind die Delegierten-Konferenz und das Präsidium. Für die Bearbeitung besonderer Fragestellungen werden Kommissionen aus den Delegierten gebildet und gegebenenfalls Sachverständige aus den Mitgliedsgesellschaften hinzugezogen. Die AWMF organisiert außerdem zwei interdisziplinäre Arbeitskreise.


Ihr Medizin am Abend Team

Besten Gruss von Günter K.V. Vetter


360° MFA - TOP-Thema: Live ab 15.11.2014 Hospitationsboerse

Bitte besuchen Sie den Link:

www.hospitationsboerse.de 

Die fachübergreifende Hospitationsbörse:

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Chemosaturation: Neue Behandlungsmethode für Patienten mit Lebermetastasen an der MHH

Mit der minimal-invasiven Chemosaturation können Tumoren effektiv bekämpft
werden

Spezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben erstmals
eine neue Therapie zur Behandlung von Lebertumoren erfolgreich an zwei
Patienten eingesetzt. Dabei handelt es sich um die sogenannte
Chemosaturation. Sie bietet insbesondere bei Patienten, bei denen keine
andere Behandlung mehr anspricht, die Möglichkeit, den Tumor in der Leber
effektiv zu bekämpfen. Die minimal-invasive Methode wird bislang nur an
wenigen spezialisierten Kliniken in Deutschland angewendet.

Bei der Chemosaturation fluten die Mediziner die Leber durch die
Schlagader mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum. Während dieses
Eingriffs wird die Leber durch einen zweiten speziellen Katheter vom
übrigen Blutkreislauf des Körpers isoliert, das Leberblut wird außerhalb
des Körpers durch besondere Filter geleitet. Das gereinigte Blut fügen die
Ärzte anschließend wieder dem Blutkreislauf zu. Dadurch sind die
Nebenwirkungen des Zytostatikums geringer. Die Patienten können nach einem
Klinikaufenthalt von wenigen Tagen wieder ihren alltäglichen Gewohnheiten
nachgehen. Die Chemosaturation kann bei nicht operablen bösartigen Tumoren
der Leber oder metastasierten Tumoren, die auf die Leber beschränkt sind,
eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Lebermetastasen beim
kolorektalem Karzinom (Darmkrebs), beim Melanom (Hautkrebs) oder beim
Aderhautmelanom im Auge. Auch lebereigene Tumoren können mit der Methode
behandelt werden.

An der MHH wird der aufwendige Eingriff von einem eingespielten Team aus
Hepatologen, Onkologen, Radiologen, Anästhesisten und Kardiotechnikern
durchgeführt. „Wir freuen uns sehr, dass das Ärzteteam mit der
Chemosaturation das Angebot der minimal-invasiven regionalen
Tumorbehandlungen in der Leber ergänzen kann und erhoffen uns davon eine
weitere Aufwertung der MHH als Spitzenzentrum bei der Behandlung von
Lebertumoren“, sagt Professor Dr. Michael Peter Manns, Direktor der MHH-
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. „Zusammen
mit anderen Behandlungsmethoden bieten wir mit der Chemosaturation an der
MHH nun ein sehr breites Spektrum von Therapieverfahren bei bösartigen
Lebererkrankungen an“, ergänzt Professor Dr. Frank Wacker, Direktor des
MHH-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Zu dem
Behandlungsspektrum gehören außerdem die Selektive Interne Radiotherapie
(SIRT), bei der radioaktive Mikrokügelchen zur Bestrahlung der bösartigen
Zellen direkt ins Tumorgewebe gebracht werden, und die Transarterielle
Chemoembolisation (TACE), bei das Chemotherapeutikum zusammen mit einem
Embolisationsmittel in die tumorversorgenden Gefäße gegeben werden.
Darüber hinaus werden auch die Radiofrequenz- und die Mikrowellenablation
angeboten. Dabei wird das Tumorgewebe durch hochfrequenten elektrischen
Strom beziehungsweise Hitzeeinwirkung zerstört.



Medizin am AbendDirektkontakt:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Frank Wacker,
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Telefon
(0511) 532-3421, wacker.frank@mh-hannover.de, Professor Michael Peter
Manns, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,
Telefon (0511) 532-3305, manns.michael@mh-hannover.de.