Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Posts mit dem Label Sichelzellkrankheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sichelzellkrankheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Angeborene Blutarmut bei Kindern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Angeborene Blutarmut bei Kindern: Neue diagnostische Strategien – gezielte Behandlung

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt seit sechs Jahren translationale Forschung an der Universitätsklinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie Heidelberg: Neues Wissen um Krankheitsursachen findet Eingang in die Therapien. Förderung der Dietmar Hopp Stiftung beläuft sich auf 680.000 Euro 

Dr. Corinne Rossi, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, untersucht einen Patienten. In der Spezialsprechstunde für angeborene Anämien werden jährlich circa 100 Kinder und Jugendliche betreut.
 Dr. Corinne Rossi, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, untersucht einen Patienten. In der Spezialsprechstunde für angeborene Anämien werden jährlich circa 100 Kinder und Jugendliche betreut. Universitätsklinikum Heidelberg

Am Zentrum für Kinder und Jugendmedizin ist in den letzten sechs Jahren mit Hilfe der Dietmar Hopp Stiftung die Diagnostik und Therapie angeborener Blutarmut (Anämie) ausgelöst durch Eisenstoffwechselstörungen bei Kindern entscheidend ausgebaut worden. 
  • Angeborene Anämien sind eine sehr heterogene Erkrankungsgruppe, die durch viele verschiedene, teils seltene genetische Defekte hervorgerufen werden. 
Im Rahmen des von der Dietmar Hopp Stiftung geförderten Projekts, etablierte das Wissenschaftler- und Ärzteteam um Professor Dr. Martina Muckenthaler und Professor Dr. Andreas Kulozik im Rahmen einer Spezialsprechstunde hochspezifische diagnostische Verfahren sowie das erbgutweite Screening nach noch unbekannten genetischen Ursachen.

Die Auswirkungen der auf diese Weise identifizierten Fehler im Erbgut werden vorerst in Zell- und Tiermodellen abgeklärt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden dann zukünftig für die Therapie der betroffenen Kinder herangezogen. Für die Behandlung der in bestimmten Ländern häufig auftretenden Sichelzellkrankheit und Thalassämien führte das Team die Transplantation mit blutbildenden Stammzellen von Fremdspendern ein. 

Seit 2010 wurden insgesamt zwölf junge Patienten mit schweren Erkrankungsformen auf diese Weise behandelt und geheilt.

„Dank der Unterstützung durch die Dietmar Hopp Stiftung ist es uns gelungen, die Brücke von unseren erfolgreichen grundlagenwissenschaftlichen Vorarbeiten in die klinische Forschung und in die hochspezialisierte Versorgung zu schlagen“, sagt Professor Muckenthaler, Leiterin der Sektion Molekulare Medizin an der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg.

„Mit dieser Strategie haben wir erhebliche Fortschritte in der Diagnose und Behandlung von angeborenen Anämien und Eisenstoffwechselstörungen erzielt. Insbesondere bei Patienten mit bisher unbekannten genetischen Defekten ließ sich so die Therapie entscheidend verbessern“, ergänzt Professor Kulozik, Ärztlicher Direktor der Klinik. Darüber hinaus wurde das Projekt mit der Spezialsprechstunde in das Einzelzentrum für seltene Bluterkrankungen des Zentrums für Seltene Erkrankungen am Universitäts¬klinikum Heidelberg integriert. In der Sprechstunde für angeborene Anämien betreut das interdisziplinäre Team jährlich ca. 100 Kinder und Jugendliche.

Stammzellen fremder Spender stellen funktionsfähigen Blutfarbstoff her

Angeborenen Anämien liegt häufig ein Defekt oder Mangel des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, dessen zentraler Bestandteil Eisen ist, zu Grunde.  

Beispiele sind die Sichelzellkrankheit und die Thalassämie, die häufigsten Erbkrankheiten weltweit
Die bislang einzige Therapie, die diese Erkrankungen heilen kann, ist die Stammzelltransplantation: 
Die Betroffenen erhalten blutbildende Zellen eines fremden Spenders, die fortan funktionsfähiges Hämoglobin bilden. Auch Störungen des Eisenstoffwechsels können Anämien zur Folge haben. 

Die genetischen Ursachen dieser Erkrankungen sind vielfältig, teils noch unbekannt und daher schwer zu diagnostizieren.

Häufig kann der zugrundeliegende genetische Defekt nicht aufgeklärt werden, die Erkrankung ist dann nur schwer zu behandeln. 

Die Heidelberger Forscher diagnostizierten in den letzten Jahren mehrere Gendefekte mit Schlüsselrollen im Eisenstoffwechsel.

Im Rahmen des geförderten Projekts stellte das Team um Muckenthaler und Kulozik eine Auswahl diagnostischer Methoden zusammen, um die Krankheitsursachen angeborener Anämien möglichst schnell und zielführend zu identifizieren. Je nach Ausprägung der Erkrankung werden neben anderen Untersuchungen jeweils bestimmte, in Frage kommende Gene geprüft. Ergeben sich dabei keine Treffer, kann eine aufwändige, genomweite Analyse Aufschluss über die genetischen Hintergründe geben. „Bei rund einem Drittel dieser Patienten mit einer bis dato unbekannten Anämieform werden wir auf diese Weise fündig“, erklärt Professor Muckenthaler. „Zum Teil gibt uns das bereits Hinweise auf die geeignete Therapie. Zusätzlich versuchen wir im nächsten Schritt, die durch diesen speziellen genetischen Defekt ausgelösten Krankheitsmechanismen in Zellkulturen oder im Tierversuch detailliert aufzuklären.“

Aderlass oder Transfusion – genetischer Defekt beeinflusst Therapie

Wie das Wissen um die genetischen Ursachen einer Anämie schon jetzt maßgeblichen Einfluss auf die Therapie hat, verdeutlichen folgende Beispiele: Bei einem kleinen Patienten fiel bei Geburt eine ausgeprägte Blutarmut und ein durch diese Belastung vergrößertes Herz auf.

  • Die genetische Analyse ergab eine noch nicht beschriebene Veränderung an einer bestimmten Stelle des Erbguts (DMT1-Gen), die den Eisentransport behindert. 

Ohne diese exakte Diagnose wäre das Kind mit regelmäßigen Transfusionen behandelt worden.

  • „Durch den gestörten Eisentransport hätte das allerdings zu einer lebensbedrohlichen Eisenüberladung in den Organen geführt. 
  • Durch die Gabe von EPO, das die Blutneubildung ankurbelt, haben sich die Blutwerte des Mädchens inzwischen normalisiert“, berichtet Professor Kulozik.

Bei einem anderen Kind, über das die Wissenschaftler aktuell in der Fachzeitschrift Haematologica berichten, wurde im Alter von drei Monaten eine Anämie diagnostiziert, die sich durch die Gabe von Eisen noch verschlechterte.

Der Junge erhielt daraufhin Transfusionen. Mit 18 Monaten trat anhaltendes Fieber auf. Die Untersuchungen ergaben, dass bei dem Patienten der Abbau des roten Blutfarbstoffs durch das Enzym Hämoxygenase 1 gestört ist.

Eisenzufuhr und Transfusionen sind für den Patienten Gift: 

  • Das überschüssige Hämoglobin führt zu einer Überaktivierung bestimmter Immunzellen, Fieber und chronischen Entzündungen, wie das Heidelberger Team zeigte. Nachdem die überschießende Immunreaktion des Kindes medikamentös eingedämmt wurde, helfen ihm nun trotz Blutarmut regelmäßige Aderlässe.
Nun wollen die Wissenschaftler ein Register einrichten, in dem deutschlandweit Patienten mit angeborenen Anämien, Erkrankungsmerkmale, genetischen Ursachen, Therapie und Therapieerfolg systematisch erfasst werden. „Ein solches Register bietet erstmals die Möglichkeit, mehrere Patienten mit seltenen Erkrankungstypen zu vergleichen, möglicherweise typische Konstellationen zu identifizieren und bei ungeklärter Ursache die Therapie entsprechend anpassen zu können“, so Professor Muckenthaler.

Medizinreferentin der Dietmar Hopp Stiftung Dr. Ingrid Rupp:

„Die angeborene Blutarmut steht im Fokus der Dietmar Hopp Stiftung seit 2011. Der Erfolg des Projekts misst sich in der korrekten Behandlung und Diagnosestellung einzelner Patienten, die ohne die neuen Erkenntnisse nicht hätten behandelt werden können. Der Output der Wissenschaftsförderung ist erfreulich.“


Hochspezifische Diagnostik per DNA-Sequenzierung: Ganz bestimmte Merkmale im Erbgut der Patienten weisen auf eine Sichelzellanämie hin.


Hochspezifische Diagnostik per DNA-Sequenzierung: Ganz bestimmte Merkmale im Erbgut der Patienten weisen auf eine Sichelzellanämie hin.Universitätsklinikum Heidelberg
 

Über die Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 550 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderrichtlinien können auf der Website eingesehen und entsprechende Anträge an die Geschäftsstelle in St. Leon-Rot gerichtet werden. Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Die bisher größte Aktion will unter dem Titel „alla hopp!“ alle Generationen für mehr Bewegung begeistern. Daher spendet die Stiftung Bewegungs- und Begegnungsanlagen an 19 Kommunen der Region im Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.




Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com



 





Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dietmar Hopp Stiftung
Raiffeisenstraße 51
68789 St. Leon-Rot
T: 06227 8608550
F: 06227 8608571
info@dietmar-hopp-stiftung.de
www.dietmar-hopp-stiftung.de
Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Professor Dr. Andreas Kulozik
Ärztlicher Direktor
Klinik für Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Telefon: 06221 / 56 45 55
E-Mail: Andreas.Kulozik@med.uni-heidelberg.de

Professor Dr. Martina Muckenthaler
Leiterin der Sektion Molekulare Medizin
Zentrum für Kinder und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 69 23
E-Mail: martina.muckenthaler@med.uni-heidelberg

Sichelzellkrankheit früh erkennen bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen

Medizin am Abend Berlin Fazit:     Neugeborenen-Screening auf Blutkrankheit verhindert Todesfälle

Jährlich sterben weltweit etwa eine viertel Million Kleinkinder an der Sichelzellkrankheit – in Deutschland leiden rund 3000 Menschen an der seltenen angeborenen Blutkrankheit. Auch hierzulande beeinträchtigt die Sichelzellkrankheit Betroffene gesundheitlich schwer und endet meist sogar tödlich. In drei Modell-Projekten in Berlin, Hamburg und Heidelberg haben Mediziner ein Screening von Neugeborenen nun erfolgreich angewendet. Ziel ist es, von Sichelzellkrankheit betroffene Kinder früh zu erkennen und bestmöglich zu behandeln. In anderen Ländern wie den USA, den Niederlanden und Frankreich ist eine solch frühzeitige Untersuchung bereits üblich. 


Die Sichelzellkrankheit ist Folge einer erblich bedingten Veränderung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutzellen. 

  • Dessen wichtigste Aufgabe ist der Sauerstofftransport. Bei Menschen mit Sichelzellkrankheit verklumpt das Hämoglobin. So schädigt es die roten Blutkörperchen, die dadurch die Form einer Sichel annehmen. 

  • Folge sind Durchblutungsstörungen und Blutarmut. 

Jeder neunte Patient erleidet noch vor dem 18. Lebensjahr einen Schlaganfall, insgesamt reduziert die Krankheit die Lebenserwartung auf rund 50 Jahre.

Patienten, bei denen die Krankheit unerkannt bleibt, sterben häufig noch im Kindes- und Jugendalter.

„Dabei können schon sehr einfache Maßnahmen die schweren gesundheitlichen Folgen der Krankheit und die frühe Sterblichkeit drastisch reduzieren“, sagt Dr. med. Stephan Lobitz von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité in Berlin. „Durch die Schulung der Eltern, eine akute Blutarmut zu erkennen und bei Fieber des Kindes sofort einen Arzt aufzusuchen, sowie durch eine Prophylaxe mit Penicillin und Impfungen lassen sich fast alle Todesfälle im Kindes- und Jugendalter verhindern.“

Voraussetzung sei jedoch, dass den Eltern die Blutkrankheit bekannt sei. Deshalb wären Reihenuntersuchungen von Neugeborenen wichtig, meint Lobitz. In Deutschland gibt es ein solches Screening jedoch nicht, weil die Krankheit hier mit schätzungsweise 3000 Patienten selten ist. Doch bei Untersuchungen mit der international etablierten Methode des Screenings waren in Deutschland von 51 000 Neugeborenen 22 Kinder betroffen. Damit war es die Sichelzellkrankheit, die Mediziner beim Neugeborenen-Screening am zweithäufigsten nachwiesen. Deshalb startete Lobitz ein Projekt, in dem er prüft, ob eine Untersuchung auf die Sichelzellkrankheit im Rahmen der bei uns üblichen Untersuchungsmethoden einfach möglich wäre.

In Ländern wie den USA, England, Frankreich und den Niederlanden sind Neugeborenen-Screenings auf die Blutkrankheit bereits üblich. 

„International werden dafür Geräte verwendet, mit denen deutsche Labore in der Regel nicht ausgestattet sind“, sagt Lobitz. Doch auch mit der in Deutschland im Rahmen des Screenings üblichen Tandem-Massenspektrometrie können Mediziner die Sichelzellkrankheit diagnostizieren. Ziel des aktuellen Projekts ist es deshalb, festzustellen, ob sich diese Methode für die reguläre Diagnose eignet. „Dabei muss sichergestellt werden, dass rasch zuverlässige Befunde vorliegen und dass betroffene Neugeborene schnell von einer Spezialabteilung für Bluterkrankungen versorgt werden“, sagt Lobitz.

„Wichtiges Anliegen der DGIM und ihrer Korporativen Mitglieder ist es, auch bei Erkrankungen, von denen nur sehr wenige Menschen betroffen sind, Lösungsansätze für eine optimale Diagnose und Behandlung zu finden“, sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Janina Wetzstein / Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-457
Fax: 0711 8931-167
wetzstein@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

http://www.dgim.de

http://www.dgim2016.de