Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Reizdarm? Blähungen? Sind Sie Reizdarmpatient?

Medizin am Abend Berlin: Reizdarm: Alte Brotbacktechniken könnten Leiden verringern

Blähungen durch unverdaubare Zucker lassen sich durch längere Gehzeit beim Teig verringern / Studie der Universität Hohenheim im „Journal of Functional Foods“ 
 
Hoffnung für Reizdarm-Patienten:

  • Weizenprodukte verursachen bei ihnen schwere Blähungen u.a. ausgelöst durch spezielle Zucker, den sogenannten FODMAPs. 

Das sind im Wesentlichen niedermolekulare Zucker, die im Weizenkorn gespeichert werden.

Viele Patienten berichten jedoch, dass Brot aus alten Getreidesorten ihnen Linderung bringt.

Ein Team vom Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel und der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim fand nun heraus, was Brot aus Urgetreide bekömmlicher macht und wie viel dieser speziellen Zucker darin enthalten sind. Die große Überraschung: Urgetreide enthält kaum weniger FODMAPs als Brotweizen. 

Es kommt vielmehr darauf an, wie der Teig aus dem Getreide zubereitet wird.

Menschen mit Reizdarm-Syndrom haben manchmal noch immer den Ruf der eingebildeten Kranken – dabei leiden mittlerweile 12 Prozent der Deutschen darunter. Normales Brot löst bei ihnen teils schwere Blähungen aus.

  • Essen sie dagegen Brot aus den Urgetreiden, Einkorn, Emmer, Dinkel und Durum, berichten Reizdarmpatienten übereinstimmend, dass es ihnen besser geht.

Als mögliche Auslöser der Leiden gelten FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole). Das sind Zucker, die aus 1–14 Zuckermolekülen bestehen und im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut werden können. Daher gelangen sie unverdaut in den Dickdarm und können dort Probleme verursachen. 

  • Vor allem bestimmte Mehlbestandteile (Fructane) sorgen dafür, dass sich große Mengen Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan bilden. Die Gase blähen den Darm auf und bereiten große Schmerzen.

Analyseverfahren bestimmt Zuckeranteile in Getreidemehlen

Die Tatsache, dass jeder Deutsche 80 kg Brot im Jahr zu sich nimmt, war Grund genug für die Hohenheimer Forscher Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Carle und PD Dr. Friedrich Longin mit ihren Teams herauszufinden, wie viele FODMAPs die verschiedenen Getreidesorten enthalten. Der Analytiker pflanzlicher Lebensmittel und der Pflanzenzüchter bestimmten in einem aufwändigen (sog. chromatografischen) Analyse-Verfahren die Mengenanteile der niedermolekularen Zucker in den jeweiligen Vollkornmehlen.

Das überraschende Ergebnis: Einkorn enthält sogar mehr FODMAPs als Brotweizen. In Emmer, Dinkel und Durum sind sie zwar in geringerer Menge vorhanden, aber nicht in dem Maße, dass sich daraus die von vielen Reizdarmpatienten berichtete Linderung erklären lässt.

Analyse der Teigbereitung – längere Gehzeit verringert FODMAPs

Weil offenbar nicht die Grundbestandteile der Getreidemehle die FODMAPs-Gehalte in den daraus hergestellten Gebäcken bestimmen, untersuchten die Forscher im nächsten Schritt die Teigbereitung. Sie analysierten aus den Getreidemehlen bereitete Teige nach einer, zwei, vier und viereinhalb Stunden Gehzeit.

Die höchsten Gehalte an FODMAPs wiesen die Teige bei allen Getreidesorten nach einer Stunde auf, in dem Urgetreide Emmer und Dinkel zwar weniger als in Brotweizen, aber auch dort deutlich mehr als zu Beginn der Teigbereitung.  

Nach viereinhalb Stunden waren selbst im Teig aus Brotweizen nur noch 10 Prozent der niedermolekularen Zucker enthalten. Die Getreidesorten selbst sind also nicht entscheidend, sondern vor allem die Art der Teigbereitung.

  • Häufig seien es kleine, traditionell arbeitende Bäckereien, die Produkte aus Urgetreiden herstellen. 

„Die in der Regel langsamere Brotbereitung im traditionellen Bäckerhandwerk sorgt dafür, dass die Beschwerden verursachenden Bestandteile im Brot bis zum Backen bereits abgebaut sind“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Carle vom Hohenheimer Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel. „Großbäckereien dagegen backen ihre Teiglinge meistens bereits nach einer Stunde Gehzeit. Das ist der Zeitpunkt, an dem nach unserer Analyse die meisten FODMAPs im Teig enthalten sind.“

Und PD Dr. Longin von der Landessaatzuchtanstalt ergänzt:

  • „Nicht der Weizen selbst erscheint uns als unverträglich, sondern die Art und Weise, wie wir daraus Brot bereiten, trägt zu dessen Verträglichkeit bei. Außerdem entfalten sich die Aromen besser. Eine langsamere Teigbereitung erhöht die Brotqualität.“

Mehr Eisen und Zink durch den Abbau von Phytaten

Zudem ist seit längerem bekannt: Auch Phytate werden bei längerer Teigführung abgebaut. Sie binden die beiden Spurenelemente Eisen und Zink. Sind die Phytate abgebaut, ist mehr Eisen und Zink für den menschlichen Körper verfügbar. Vieles spricht somit für den aktuellen Trend des „Slow Baking“, der dem Teig eine längere Reifezeit erlaubt.


Für weitere Untersuchungen plädieren die Forscher der Universität Hohenheim dafür, nicht die Grundstoffe von Lebensmitteln alleine, sondern auch die Art und Weise ihrer Zubereitung zu untersuchen.

Titel der Originalstudie

Ziegler, J.U., Steiner, D., Longin C.F.H., Würschum, T., Schweiggert R.M., Carle, R. (2016): Wheat and the irritable bowel syndrome – FODMAP levels of modern and ancient species and their retention during bread making; in: “Journal of Functional Foods” 25 (2016), 257–266, doi: 10.1016/j.jff.2016.05.019.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com





 





Über Google: Medizin am Abend Berlin

Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Carle, Universität Hohenheim, Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmitte

T 0711/459-22314, E carle@uni-hohenheim.de

PD Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim, Leiter Weizenzüchtung und -forschung der Landessaatzuchtanstalt Hohenheim,
T 0711/459-23846, E friedrich.longin@uni-hohenheim.de
Florian Klebs Universität Hohenheim
Text: Töpfer Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

 

Übergewichts-Epidemie: Limonaden, Energydrinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Fruchtsaft und sogenannte Near-Water-Getränke.

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Getränkeindustrie fördert Adipositas-Welle und Zivilisationskrankheiten

Die Verbraucherorganisation „foodwatch“ hat eine Marktstudie veröffentlicht, wonach 60 Prozent von 463 getesteten Erfrischungsgetränken überzuckert sind. Demnach enthalten zuckergesüßte Limonaden, Schorlen & weitere ; Co im Schnitt mehr als sechs Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter. „Diese Ergebnisse sind erschreckend“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). 

„Sie demonstrieren wieder einmal, dass die Mehrheit der Hersteller am Übergewicht verdient und Krankheitsfolgen wie Diabetes, Herzkreislauf- und Krebserkrankungen in Kauf nimmt.“ 

Die Fachgesellschaft fordert eine Steuer oder Herstellerabgabe auf stark zuckerhaltige Getränke. 
 
Foodwatch hatte alle Erfrischungsgetränke auf Zuckergehalt und Süßstoffe getestet, die in den drei größten deutschen Supermärkten angeboten werden – darunter Limonaden, Energydrinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Fruchtsaft und sogenannte Near-Water-Getränke.

Dabei gilt in der Foodwatch-Untersuchung als „überzuckert“, was einen Anteil von mehr als fünf Prozent Zucker je 100 Milliliter Flüssigkeit aufweist.

Dieser Wert bemisst sich an der jüngst beschlossenen Softdrink-Steuer in Großbritannien. 

Dort müssen Hersteller ab 2018 eine gestaffelte Abgabe zahlen, sofern Getränke diese Fünf-Prozent-Grenze erreichen beziehungsweise überschreiten.

Großbritannien ist nicht das einzige Land, das Maßnahmen erlässt, um den Verbrauch von Zuckergetränken zu verringern.

Auch Finnland, Frankreich, Belgien, China, Ungarn, Mexiko und einige US-amerikanische Städte erheben Steuern auf zugesetzten Zucker. 

Diese Nationen folgen der Auffassung von Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach das bisherige Scheitern beim Kampf gegen die Übergewichts-Epidemie nicht auf individuelle Willensschwäche zurückzuführen ist, sondern auf mangelnden politischen Willen.*

„Jetzt sollte endlich auch die Bundesregierung aktiv werden, um die bedrohliche Adipositas-Welle zu stoppen“, fordert Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG. „Selbst die konservative britische Regierung hat sich dazu durchgerungen, wann wird die Bundesregierung endlich folgen?“

Der Vorschlag der DDG sieht vor, stark zuckerhaltige Getränke mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zu besteuern, gesunde Lebensmittel hingegen durch Wegfall der Mehrwertsteuer zu entlasten. 

„Damit würde man eine Preisspreizung erreichen, die gesünderes Konsumverhalten belohnt und ein Umdenken bei den Herstellern anstößt“, meint Garlichs.

„Das Instrument Mehrwertsteuer wäre transparent und nachvollziehbar“, fügt der DDG Geschäftsführer hinzu.

Aber auch eine Herstellerabgabe, wie Großbritannien sie einführt, sei aus Sicht der DDG eine gute Lösung, um die zunehmende Übergewichtsdynamik einzudämmen.

 „Ob nun Abgabe oder Steuer“, resümiert Garlichs, „konkret bezogen auf die Foodwatch-Studie sollte das Ergebnis am Ende des Tages sein: mehr von Bad Liebenwerdas leichter Apfel-Schorle, weniger Pepsi & Co.“

____________________________________________________
* „Not one single country has managed to turn around its obesity epidemic…. This is not a failure of individual will-power. This is a failure of political will to take on big business…” (siehe http://www.who.int/dg/speeches/2013/health_promotion_20130610/en)

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft:
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit fast 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com








Über Google: Medizin am Abend Berlin


DDG
Kerstin Ullrich und Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641/552, Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org
voormann@medizinkommunikation.org
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Albrechtstr. 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-0, Fax: 030 3116937-20
info@ddg.info
http://www.ddg.info

 

Dein Gehirn räumt im Schlaf auf......

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gehirn räumt im Schlaf auf – und bleibt dadurch lernfähig

Wesentliche Funktion von Schlaf geklärt / Schlaf reduziert die Übertragung zwischen Nervenzellen und schafft dadurch Platz für Neues und Wichtiges / Publikation in Nature Communications 
 
Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, weshalb Menschen und Tiere schlafen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg zeigten in einer am 23. August 2016 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie, dass im Schlaf die allgemeine Aktivität der als Synapsen bezeichneten Nervenzell-Verbindungen reduziert wird. 

  • Die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. 
  • Nur wichtige Synapsen bleiben bestehen oder werden gestärkt. 
  • Dadurch schafft das Gehirn wieder Platz, um neue Informationen zu speichern. 

Diese als synaptische Plastizität bezeichnete Anpassungsfähigkeit ist eine wichtige Grundlage für Lernen und eine flexible Informationsverarbeitung.

Der Abbau dürfte zudem Platz und Energie sparen, da beides im Gehirn zu einem Großteil von den Verbindungsstellen benötigt wird.

Nehmen wir tagsüber Informationen auf, werden im Gehirn Synapsen gestärkt oder neu angelegt. 

„Wir konnten jetzt erstmals beim Menschen zeigen, dass Schlaf die Synapsen wieder heruntergeregelt und damit Platz für neue Informationen schafft. 

Das Gehirn räumt also im Schlaf auf“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. 

„Wird dieser Prozess durch Schlafmangel unterbunden, gerät das Gehirn in einen Sättigungszustand. 

Synapsen können dann nicht mehr ausreichend verstärkt oder neu aufgebaut werden. 

Entsprechend schwer fallen auch Lernen und flexible Informationsverarbeitung.“

  • Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Aktivität der Synapsen

Zunächst untersuchten die Forscher die allgemeine Aktivität der Synapsen im Gehirn, die auch als Gesamtverbindungsstärke bezeichnet wird. 

Mit Hilfe einer Magnetspule über dem Kopf der Probanden reizten sie einen Bereich im Gehirn, der für die Steuerung eines Daumenmuskels zuständig ist.

  • Dieses Vorgehen wird als Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bezeichnet. 
Nach Schlafentzug löste bereits ein deutlich schwächerer Reiz eine Kontraktion des Muskels aus, was ein Zeichen für eine hohe synaptische Verbindungsstärke ist.

Außerdem werteten die Forscher mittels Elektroenzephalografie-Messungen (EEG) die unterschiedlichen Frequenzen der Hirnströme aus.

Schlafentzug führte dabei zu einem deutlichen Anstieg sogenannter Theta-Wellen.

Vorangegangenen Tier- und Humanstudien zufolge ist dies ein weiteres Anzeichen erhöhter synaptischer Gesamtstärke.

  • „Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Gesamtstärke der Synapsen im Gehirn. Nach Schlafentzug bleibt die Aktivität dagegen auf einem hohen Niveau“, sagt Prof. Nissen.

Gehirn wehrt sich gegen Überladung

Außerdem fanden die Forscher erstmals beim Menschen Hinweise für ein Prinzip, das eine dauerhafte Reizverarbeitung gewährleistet, die sogenannte homöostatische Plastizität.

  • Sind die Synapsen durch lange Wachphasen bereits maximal aktiv, führen neue Reize oder Informationen nicht zu einer Stärkung, sondern zu einer Schwächung der Nervenzell-Verbindungen. 
Neu ankommende Reize können dann wieder normal verarbeitet werden.

„Es ist anzunehmen, dass praktisch alle Funktionen des Gehirns dadurch beeinflusst werden, wie etwa Emotionsregulation, Konzentration oder Lernen“, sagt Prof. Nissen.

Im Experiment kombinierten die Forscher wiederholt die Reizung des motorischen Gehirn-Areals mit einem elektrischen Reiz am Arm, der ins Gehirn weiter geleitet wird. Findet eine Stärkung der Verknüpfung von Nervenzellen statt, kontrahiert sich der Daumenmuskel stärker als zuvor. Dieser Effekt zeigte sich nach Nachtschlaf.

Nach Schlafentzug dagegen war die Kontraktion des Daumenmuskels sogar schwächer. Auf Verhaltensebene beobachteten die Freiburger Forscher zudem ein schlechteres Neulernen von Wortpaaren nach Schlafentzug.

Möglicher Grund, warum Menschen Schlafmangel unterschiedlich gut vertragen

Weiterhin fanden sie Hinweise darauf, dass der Wachstumsfaktor BDNF (brain derived neurotrophic factor) bei der Regulation der synaptischen Aktivität eine wichtige Rolle spielt. Es ist bekannt, dass BDNF nach normalem Schlaf die Neuverknüpfung von Nervenzellen und damit Lernen fördert.

Die Forscher konnten nun zeigen, dass eine anhaltend hohe BDNF-Konzentration im Blut unter Schlafentzug eher zu einer Sättigung von Synapsen führte.

„Das könnte erklären, warum manche Menschen Schlafmangel besser verkraften als andere“, sagt Prof. Nissen.

Therapieansätze für Depression und Schlaganfall

Die Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beitragen, etwa nach Schlaganfall oder bei depressiven Störungen.

Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, Verschaltungen im Gehirn zu verändern. 

Hierzu könnten eine gezielte Beeinflussung des Schlaf-Wach-Verhaltens, aber auch andere Verfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation oder Medikamente mit neuen Wirkmechanismen auf Plastizität genutzt werden.

Original-Titel der Arbeit: Sleep recalibrates homeostatic and associative synaptic plasticity in the human cortex

DOI: 10.1038/ncomms12455

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




 






Über Google: Medizin am Abend Berlin

Prof. Dr. Christoph Nissen
Ärztlicher Leiter Schlaflabor
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-65010
christoph.nissen@uniklinik-freiburg.de
Benjamin Waschow Universitätsklinikum Freiburg
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.uniklinik-freiburg.de/psych/forschung-research/research-groups/rg-nis... Weitere Informationen zur Forschungsgruppe von Prof. Nissen

GenderMedizin: Die Gicht - häufigste Form der Gelenkentzündung (Gichtarthritis)

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGRh veröffentlicht Leitlinie zur Gicht

Die Gicht ist die häufigste Form der Gelenkentzündung in Deutschland. 

Rund 1-2 % der Bevölkerung oder 950.000 Menschen in Deutschland leiden daran; Männer häufiger als Frauen, ältere häufiger als junge Menschen. Untersuchungen zufolge erfolgt die Versorgung der Betroffenen häufig nicht konsequent genug, um Schäden an Gelenken und inneren Organen zu vermeiden. 

Die von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) nun vorgelegte S2e-Leitlinie „Gichtarthritis (fachärztlich)“ soll dazu beitragen, diese Versorgungslücken zu schließen. 

 Medizin am Abend Berlin Fachlink: Gicht


 Dr. Uta Kiltz
 Dr. Uta Kiltz Rheumazentrum Ruhrgebiet
 
Der akute Gichtanfall wird durch im Gelenk abgelagerte Harnsäurekristalle verursacht, auf die das Immunsystem mit einer Entzündung reagiert, so Dr. Uta Kiltz vom Rheumazentrum Ruhrgebiet, die die Leitlinie für die DGRh koordiniert hat.

  • Die Gicht ist grundsätzlich als Systemerkrankung zu betrachten, da sich die Harnsäurekristalle nicht nur in den Gelenken, sondern auch in inneren Organen (z. B. Nieren) ablagern können.

  • Ursache für eine Gicht ist meistens ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blutserum, welche durch unzureichende Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren bei erhöhter Purinzufuhr über die Nahrung bedingt sind. 

  • Seltener ist eine endogene Überproduktion von Harnsäure die Ursache. 

  • Harnsäure ist das Endprodukt des menschlichen Purinstoffwechsels. Purine werden über die Nahrung vor allem mit Alkohol und gesüßten Softgetränken, Fleisch und Meeresfrüchten aufgenommen.

  • Die Gicht ist gut mit Medikamenten und entsprechender Diät zu behandeln und heilbar, wenn eine ausreichende Harnsäuresenkung gelingt. 

  • Die konsequente dauerhafte Harnsäuresenkung ist dabei unabdingbar, um weitere Gichtanfälle und somit strukturelle Schäden zu verhindern.

In Deutschland existieren bisher keine einheitlichen Leitlinien für die Gichtarthritis. 

Da die Erkrankung jedoch prinzipiell gut therapeutisch beeinflussbar ist, hält die DGRh eine evidenzbasierte Versorgung für sehr wünschenswert.

Die Leitlinie richtet sich an Ärzte sowie Angehörige nichtärztlicher Berufsgruppen, die an der Versorgung von Gichtpatienten beteiligt sind.

Die Leitlinie kann darüber hinaus zur Orientierung für an Gicht erkrankte Patienten und deren Angehörigen dienen.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.500 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland.

Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com








Über Google: Medizin am Abend Berlin 

Dr. Julia Rautenstrauch Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

Köpenicker Str. 48/49, Aufgang A
10179 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: info@dgrh.de

Dr. Julia Rautenstrauch

Telefon: 030 24048470
Fax: 030 42048479

E-Mail-Adresse: julia.rautenstrauch@dgrh.de
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -



institution logo

Erkältungsviren: Vier menschliche Coronaviren

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen – genau wie MERS

Vier menschliche Coronaviren sind auf der ganzen Welt verbreitet und neben den bekannteren Rhinoviren verantwortlich für Erkältungen. 

Meist verlaufen diese Infektionen für den Menschen harmlos. 

Für eines der vier menschlichen Erkältungs-Coronaviren „HCoV-229E“ hat das Team um DZIF-Professor Christian Drosten, Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, nun den Ursprung gefunden – es stammt ebenso aus Kamelen wie das gefürchtete MERS-Virus. 
 Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen
 Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen Uniklinik Bonn/ Drosten
 
  • Das 2012 erstmals beim Menschen nachgewiesene Middle East Respiratory Syndrome (MERS)-Virus ist ein Coronavirus, das schwere Atemwegsinfektionen hervorrufen kann, mit oft tödlichem Verlauf. 
Fest steht seit einiger Zeit, dass das MERS-Coronavirus seinen tierischen Ursprung in Dromedaren hat.

„Im Rahmen von Untersuchungen zu MERS haben wir circa 1.000 Kamele auf Coronaviren untersucht und bei knapp sechs Prozent haben wir erstaunlicherweise auch Erreger entdeckt, die mit dem menschlichen Erkältungsvirus ,HCoV-229E‘ verwandt sind“, so Drosten. Weitere molekulargenetische Vergleichsuntersuchungen zwischen Erkältungsviren in Fledermäusen, Menschen und Dromedaren legen den Schluss nahe, dass der Erkältungs-Erreger tatsächlich von Kamelen auf den Menschen übertragen wurde.

Evolution der Erkältungsviren könnte Szenario für MERS-Entwicklung liefern

Drosten und sein Team isolierten lebende Kamel-Erkältungsviren und fanden heraus, dass diese prinzipiell auch in menschliche Zellen eindringen können – über dieselben Rezeptoren wie das Erkältungsvirus „HCoV-229E“. Allerdings gelingt es dem menschlichen Immunsystem, die Kamel-Viren genauso abzuwehren wie menschliche Erkältungsviren auch. Tests mit humanem Serum und den tierischen Erkältungsviren haben darüber hinaus ergeben, dass von ihnen keine unmittelbare Epidemie-Gefahr mehr für den Menschen ausgeht, denn die menschliche Bevölkerung ist durch die weite Verbreitung des Erkältungsvirus HCoV-229E weitgehend immun.

Also Entwarnung auch für MERS-Viren? „Das MERS-Virus ist ein rätselhafter Erreger: Immer wieder gibt es kleinere Ausbrüche, die lokal z. B. auf eine Klinik begrenzt sind. Das Virus ist glücklicherweise noch nicht gut genug an den Menschen angepasst, so dass es sich bisher nicht weltweit verbreiten kann“, so Drosten. Die nun vorliegenden Untersuchungen zu Vorläuferviren des menschlichen HCoV-229E-Virus im Kamel ergeben ein Bild, das der derzeitigen Situation bei MERS ähnelt. Auch diese Vorläuferviren sind nicht optimal auf den Menschen angepasst.

Bedenklich ist, dass die weltweite Verbreitung von HCoV-229E durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt ist, mit großer Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer vergangenen Pandemie. 

  • „Mit unserer aktuellen Studie liefern wir ein Warnsignal im Hinblick auf die Pandemiegefahr durch MERS – denn was HCoV-229E geschafft hat, kann MERS vielleicht auch.“ 
  • Es besteht also Handlungsbedarf: DZIF-Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an der Erforschung eines Impfstoffs gegen MERS; dieser geht Anfang nächsten Jahres in die klinische Prüfung.

Publikation
V M Corman, I Eckerle, Z A Memish, A M Liljander, R Dijkman, H Jonsdottir, K J Z Juma Ngeiywa, E Kamau, M Younan, M Al Masri, A Assiri, I Gluecks, B E Musa, B Meyer, M A Müller, M Hilali, S Bornstein, U Wernery, V Thiele, J Jores, J F Drexler, and C Drosten

Link of a ubiquitous human coronavirus to dromedary camels

PNAS, Early Edition. DOI: 10.1073/pnas.1604472113.


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.pnas.org/content/early/2016/08/10/1604472113.full Veröffentlichung

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com
 



 





Über Google:  Medizin am Abend Berlin

Prof. Dr. Christian Drosten
Universitätsklinikum Bonn
DZIF-Schwerpunkt „Neu auftretende Infektionskrankheiten“
T: +49 228 287 11055
E-Mail: drosten@virology-bonn.de
Karola Neubert Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

 



Risiko Adipositas - Ganzheitliche Therapie für weniger Gewicht

Medizin am Abend Berlin Terminhinweis:

http://www.krankenhausjohanneum.de/aktuelles_service/vortraege_seminare.php?vid=225


Risiko Adipositas - Ganzheitliche Therapie für weniger Gewicht

Datum29.08.2016
Zeit19:30 Uhr - 21:00 Uhr
VeranstalterKrankenhaus Johanneum
VeranstaltungsortCafé Johanneum
Feldstraße 1
27793 Wildeshausen
BeschreibungWeltweit nimmt die Anzahl krankhaft übergewichtiger Menschen zu. Neben dem Übergewicht sind es vor allem die Begleiterkrankungen wie Gelenkverschleiß, Diabetes, Bluthochdruck etc., die die Patienten belasten und auch gefährden. Wie kann das Körpergewicht verringert und langfristig stabilisiert werden, damit die Gesundheit gefördert und das Auftreten von Risikoerkrankungen nachhaltig gesenkt wird?

Ives Garre, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, und Julien Dufayet, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, werden in ihren Vorträgen anschaulich das heterogene Krankheitsbild der Adipositas erläutern und auf die ganzheitlich angelegten Therapiemöglichkeiten eingehen.

Dabei geht es auch um die fachübergreifende Zusammenarbeit mit Ernährungsfachkäften, Orthopäden, Psychologen und Physiotheapeuten.

Lipidmediatoren: Balance bei Atherosklerose mit den Makrophagen Team

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Atherosklerose - Omega-3-Fettsäuren gegen Gefäßverkalkung

Neue Strategie gegen Atherosklerose: LMU-Forscher setzen darauf, körpereigene heilungsfördernde Prozesse zu aktivieren. 
 
Atherosklerose – umgangssprachlich auch als Gefäßverkalkung bekannt – entsteht, wenn Ablagerungen in den Gefäßinnenwänden zu chronischen Entzündungen führen und die Gefäße verengen. 

  • Das kann den Blutfluss behindern oder ganz blockieren und schließlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. 

Bisherige Behandlungsstrategien zielen hauptsächlich darauf ab, die Entzündungsreaktion zu hemmen.

LMU-Forscher um Professor Oliver Söhnlein vom Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten der LMU haben nun eine völlig neue therapeutische Strategie entwickelt, die darauf abzielt, körpereigene heilungsfördernde Prozesse zu aktivieren.

Wirkstoffe, die unter anderem in Fischöl enthalten sind, spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie konnten im Mausmodell Atherosklerose mindern. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Circulation Research.

  • Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass nicht nur die Entstehung, sondern auch das Beenden von Entzündungen ein aktiver Prozess der Immunabwehr ist. 

„Bei Atherosklerose ist dieses ‘Entzündungs-Beendigungs-Programm‘ gestört, sodass die Entzündung chronifiziert“, sagt Oliver Söhnlein. 

Für den Entzündungsverlauf sind spezielle Signalmoleküle, die aus essenziellen Fettsäuren gebildet werden, sogenannte Lipidmediatoren, entscheidend:  

Bei akuten Entzündungen sind zunächst entzündungsfördernde Lipidmediatoren aktiv. Zum Stoppen der Reaktion übernehmen entzündungshemmende Lipidmediatoren die Regulation. 

Damit dieser Prozess funktioniert, müssen beide Arten von Lipidmediatoren in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein.

„Wir konnten nun zeigen, dass diese Balance bei Atherosklerose gestört ist“, sagt Söhnlein.

Normalerweise sollten Entzündungsreaktionen nach Ablauf der akuten Phase gestoppt werden, indem die Konzentration der entzündungshemmenden Lipidmediatoren ansteigt.

Stattdessen war das Gegenteil der Fall:

  • Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, nahmen in atherosklerotischem Gewebe die Lipidmediatoren mit fortschreitender Entzündung sogar ab. 

„Durch die Zugabe der entzündungshemmenden Lipidmediatoren Maresin 1 und Resolvin D2 konnten wir im Mausmodell diese Imbalance korrigieren und Atherosklerose mindern“, sagt Söhnlein.

  • Maresin 1 und Resolvin D2 werden aus essenziellen Omega-3-Fettsäuren gebildet, die unter anderem in Fischöl enthalten sind, dem schon lange eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Funktional gesehen beeinflussen die Wissenschaftler mit den Lipidmediatoren die Fresszellen des Immunsystems, die Makrophagen:

  • Makrophagen sammeln sich an atherosklerotischen Plaques an und können einerseits zum Fortschreiten der Entzündung beitragen, da sie sich an Blutfetten überfressen und selbst zugrunde gehen können. 
  • Andererseits haben sie aber auch eine wichtige Funktion bei der Heilung entzündeten Gewebes, da sie abgestorbene Zellen entfernen und die Vermehrung glatter Muskelzellen anstoßen. 

„Die Zugabe der Lipidmediatoren fördert diese entzündungsmindernde Wirkung, lenkt die Aktivität der Makrophagen also in eine gewünschte Richtung“, sagt Söhnlein.

„Es wäre wünschenswert, in zukünftigen Studien zu untersuchen, ob die im Mausmodell gewonnenen Erkenntnisse auch auf Menschen übertragbar sind.“ (Circulation Research 2016)

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com 




 





Über Google: Medizin am Abend Berlin 

Prof. Dr. med. Oliver Söhnlein
Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten der LMU
Tel.: +49 (0)89/4400-54677
E-Mail: oliver.soehnlein@med.uni-muenchen
Luise Dirscherl Ludwig-Maximilians-Universität München
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

Publikation:
Oliver Soehnlein et al:
Resolving Lipid Mediators Maresin 1 and Resolvin D2 Prevent Atheroprogression in Mice
In: Circulation Research 2016

institution logo

360° TOP-Hinweis Rettungsstelle - KANZEL: Management der Notaufnahme

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Notfallmedizin: Krankenhäuser machen jährlich 1 Mrd. Euro Verlust

Buch „Management der Notaufnahme“ von von Eiff, Dodt, Brachmann, Niehues und Fleischmann vermittelt, wie interdisziplinäre Notaufnahmen organisiert, gesteuert und personalwirtschaftlich geführt werden können. 

 Buch „Management der Notaufnahme“ von von Eiff, Dodt, Brachmann, Niehues und Fleischmann vermittelt, wie interdisziplinäre Notaufnahmen organisiert, gesteuert u. personalwirtschaftlich geführt werden.
Buch „Management der Notaufnahme“ von von Eiff, Dodt, Brachmann, Niehues und Fleischmann vermittelt, wie interdisziplinäre Notaufnahmen organisiert, gesteuert u. personalwirtschaftlich geführt werden.

Die Situation in der Notfallversorgung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert.

Der demographische Wandel und Änderungen in den ambulanten Notdienststrukturen führten zu einem starken Anstieg der Behandlungen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, jedes Jahr wächst das Patientenaufkommen um vier bis sieben Prozent. 

Mit mehr als 20 Millionen Patienten steigt die Bedeutung der klinischen Notfallversorgung innerhalb der Kliniken. Inzwischen werden in Kliniken mehr als elf Millionen ambulante Notfallpatienten versorgt. 
  • „Dies ist deutlich mehr, als der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst leistet, dem eigentlich der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung obliegt. 
In der Praxis setzt sich das Konzept einer interdisziplinären Notaufnahme als der zentrale Anlaufpunkt für die Patienten mit akuten gesundheitlichen Beschwerden durch“, so Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Mitherausgeber der 2. Auflage des Buchs „Management der Notaufnahme“ sowie Akademischer Direktor des Ludwig Fresenius Center of Health Care Management and Regulation der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Wirtschaftlichkeit der Notaufnahme wesentliche Erfolgsvoraussetzung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit eines Krankenhauses

  • Die durchschnittlichen Kosten, die ein ambulanter Notfallpatient bei Behandlung in einer Krankenhaus-Notaufnahme verursacht, liegen bei 126 Euro. 
  • Demgegenüber stehen im Schnitt Erlöse pro Fall in Höhe von 32 Euro. Der durchschnittliche Fehlbetrag pro Notfallpatient in Höhe von 88 Euro führt zu einem Gesamtdefizit bei den im Notfalldienst engagierten Krankenhäusern in Höhe von 1 Mrd. Euro je Jahr.

Krankenhausökonom Prof. von Eiff kommentiert: „Die Notaufnahme ist eine wichtige Organisationsdrehscheibe im Krankenhausbetrieb, da zwischen 30 und 70 Prozent aller Patienten über die Zentrale Notaufnahme aufgenommen werden.

  • Von daher ist ein patientenorientiertes, medizinisch effizientes und wirtschaftliches Management der Notaufnahme eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit eines Krankenhauses.“

2. Auflage „Management der Notaufnahme“ berücksichtigt u.a. Gesetzesänderungen durch die aktuelle Gesundheitsreform

Das im Verlag Kohlhammer erschienene Buch „Management der Notaufnahme“ vermittelt in der erweiterten und überarbeiteten zweiten Auflage wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert, wie interdisziplinäre Notaufnahmen organisiert, gesteuert, personalwirtschaftlich geführt und in den Akutbetrieb integriert werden. Aspekte der Krankenhausfinanzierung, des Erlösmanagements und des Controlling finden ebenso Berücksichtigung wie Konzepte des Qualitäts- und Risikomanagement sowie rechtliche Besonderheiten der Arbeit in Notaufnahmen. Auch den durch die Gesundheitsreform 2015/2016 hervorgebrachten Änderungen der Gesetzeslage mit Relevanz für die Notfallversorgung wurde in dieser zweiten Auflage Rechnung getragen, wobei eine Reihe von Fragen (wie z.B. die Ausgestaltung der Portalpraxen) noch ungeklärt sind.

Das Herausgeber-Team besteht aus renommierten Medizin-Ökonomen und Notfall-Medizinern: Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Direktor des Ludwig Fresenius Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management und Leiter des Centrums für Krankenhaus-Management, Münster. Prof. Dr. Christoph Dodt, Chefarzt Notfallzentrum Städtisches Klinikum München Bogenhausen. Dr. Matthias Brachmann, Geschäftsführer der bcmed GmbH, Düsseldorf. Dr. Christopher Niehues, Geschäftsführer des Instituts für Management der Notfallversorgung und Krankenhausberater der HC&S AG - Healthcare Consulting & Services, Münster. Dr. Thomas Fleischmann, Chefarzt der Klinik für Interdisziplinäre Notfallmedizin des Westküstenklinikums Heide.

Unter dem Titel „Lean Process Management in the Emergency Department: The Five Forces of Success” wird Prof. von Eiff Forschungsergebnisse seines Teams auf dem Europäischen Kongress für Notfallmedizin (EuSEM) im Oktober 2016 in Wien zur Diskussion stellen.


Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Mitherausgeber der 2. Auflage des Buchs „Management der Notaufnahme“ sowie Akademischer Direktor des Ludwig Fresenius Center of Health Care Management and Regulation.
Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Mitherausgeber der 2. Auflage des Buchs „Management der Notaufnahme“ sowie Akademischer Direktor des Ludwig Fresenius Center of Health Care Management and Regulation.
Foto: HHL Leipzig Graduate School of Management

Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff

Prof. von Eiff ist Academic Director am Ludwig Fresenius Center for Health Care Management and Regulation der HHL Leipzig Graduate School of Management. Zudem hat er hier die außerplanmäßige Professur für Health Care Management inne und ist damit in die akademische Gruppe Economics und Regulation integriert. Außerdem leitet er seit 1994 das Centrum für Krankenhaus-Management an der Universität Münster. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen Einkaufs- und Logistik-Management, Mergers and Acquisitions, Qualitäts- und Risikomanagment, Medical Controlling sowie Benchmarking. Dem International Institute for Health Economics steht Prof. von Eiff als Berater im Bereich der Gesundheitsökonomie zur Seite.
Prof. von Eiff ist an der HHL im Bereich der Lehre u.a. in dem berufsbegleitenden MBA General Management mit Spezialisierung auf „Hospital Management and Health Services“ eingebunden. http://www.hhl.de/chcmr

Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der traditionsreichsten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. http://www.hhl.de

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin 

MBA Volker StößeLHHL Leipzig Graduate School of Management
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

 

Weitere Informationen  für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.hhl.de/chcmr

http://www.hhl.de

ESC 2016 Abstracts: Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2016 in Rom

Medizin am Abend Berlin Fazit:  

  1. Neue Studien: Übergewichtige Kinder haben hohes Herzrisiko – Lebensstil-Programme wirken

Übergewicht und Adipositas haben bereits bei Kindern und Jugendlichen starke negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-Risiko. Das zeigt die großangelegte deutsche PEP Family Heart Study, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Rom präsentiert wurde.  

So hatten in der Gruppe der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen doppelt so viel Bluthochdruck im Vergleich zu ihren normalgewichtigen Altersgenossen, auch ihre Blutfettwerte waren deutlich ungünstiger.

Untersucht wurden insgesamt 22.051 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren, die an der PEP Family Heart Study teilgenommen hatten.

Bei 10.841 konnten Größe, Gewicht, Hautfaltendicke, Körperfett, Taillenumfang, Blutdruck und Serum-Lipide vollständig gemessen werden.

  • Das Vorhandensein von Risikofaktoren stieg bei männlichen wie weiblichen Jugendlichen in Abhängigkeit des Grades der Adipositas an, je höher desto stärker. 

So hatten etwa die Mädchen in der Gruppe mit dem höchsten BMI ein 17fach höheres Hochdruck-Risiko als in der Gruppe mit dem niedrigsten BMI, bei den Jungen war das Risiko in der höchsten BMI-Gruppe vierfach erhöht. Bei den Triglyceridwerten zeigten sich ähnliche Verhältnisse.

„Damit ist deutlich geworden, dass extremes Übergewicht erheblicher Aufmerksamkeit bedarf“, so Studien-Erstautorin Gerda-Maria Haas, MPH, vom Arteriosklerose-Präventions-Institut München.

  • „Das ist schon deshalb von Bedeutung, weil im Gegensatz zu Übergewicht und einfacher Adipositas, die eher zurückgehen, ausgeprägte Adipositas in den westlichen Ländern erheblich zunimmt.“

Wirksames Programm gegen kindliches Übergewicht

Ein einfaches und wirksames Schul-Programm gegen kindliches Übergewicht präsentierte beim ESC-Kongress die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Schneid Schuh (Porto Alegre, Brasilien). „Healthy School, Happy School“ heißt die randomisierte, kontrollierte Studie, die im südbrasilianischen Feliz durchgeführt wurde. Die kleine Stadt ist vor allem stark durch deutsche Immigration geprägt und hat einen im landesweiten Vergleich einen besonders hohen Wert auf dem „Human Development Index.“

Daniela Schneid Schuh: „Mit der zunehmenden Urbanisierung und veränderten Essgewohnheiten entstehen neue Gesundheitsprobleme wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder Bluthochdruck, auch andere chronische Erkrankungen gewinnen an Bedeutung.”

In die neun Monate dauernde Studie eingeschlossen wurden viele öffentliche Schulen in Feliz, mit Schülerinnen und Schülern zwischen fünf und 16 Jahren. Die Interventionsgruppe bestand aus 73 Kindern in zwei Schulen, die Kontrollgruppe aus 140 Kindern. Das Programm bestand aus einmal monatlich abgehaltenen Seminaren und Workshops über Bewegung, Ernährungsgewohnheiten. Auch Bullying wurde thematisiert, nachdem Kinder über Unzufriedenheit mit ihrem Körperbild und über Bullying wegen Übergewichts berichtet hatten. Auch Aktivitäten für zu Hause wurden empfohlen, die die gesamte Familie in die Umsetzung der Ziele involvierten. Gesunde Ernährung in der Schule wurde auch durch thematische Poster und gesunde Snacks im Schulkiosk unterstützt.

Vor dem Interventionsprogramm gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Studiengruppen: Die Kinder waren durchschnittlich neun Jahre alt, hatten einen durchschnittlichen Body Mass Index (BMI) von 19 kg/m2, 55,4 Prozent waren Mädchen. Nach neun Monaten wiesen die Kinder in der Kontrollgruppe einen signifikanten BMI-Anstieg auf. In der Interventionsgruppe blieb der BMI konstant, das Bewegungsniveau und der Obstkonsum stiegen an.

„Die Daten machen deutlich, dass Programme zur Vorbeugung und Behandlung von kindlichem Übergewicht immer wichtiger werden. Und es konnte belegt werden, das diese nicht aufwändig sein müssen. Schon relativ einfache Maßnahmen zeigen eine große Wirkung,“ kommentiert Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
Quelle: ESC 2016 Abstracts Haas et al. Severly obese children and adolescents are at substantially higher cardiovascular risk: the PEP Family Heart Study; Schneid Schuh et al. Healthy School, Hap-py School: randomized clinical trial designed to stop obesity in children.


Medizin am Abend Berlin Fazit:  

  • Gewicht und BMI liefern keine Hinweise auf Blutfettwerte

Übergewicht und ein hoher Body-Mass-Index (BMI) könnten Hinweise darauf sein, dass auch die Blutfettwerte eine ungesunde Entwicklung nehmen, so eine verbreitete Meinung. Dass dem allerdings nicht so ist, zeigt die internationale DYSIS-Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress in Rom präsentiert wurde.

Im Rahmen von DYSIS (Dyslipidemia International Study) wurden mehr als 50.000 Patienten in 30 Ländern untersucht. Die Autoren analysierten unter anderem den Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index (BMI), LDL- sowie HDL-Cholesterin und Triglyceriden. „Wir konnten keinen Einfluss des Body Mass Index auf das LDL-Cholesterin finden“, berichtet Dr. Dominik Lautsch. Der Einfluss auf HDL-Cholesterin und Triglyceride sei zwar statistisch signifikant, aber bei 2 bis 3 Prozent in der Realität eher gering. 
  • Der Body-Mass-Index sollte daher nicht als Basis für die Durchführung eines Lipidprofils bei einem individuellen Patienten dienen, da eine Schlussfolgerung von Körpergewicht oder BMI auf Cholesterin nicht möglich ist.“
Quelle: ESC 2016 Abstract Lautsch et al. Do blood lipids correlate to body mass index? Findings from 52.916 statin treated patients.



Medizin am Abend Berlin Fazit:  Plötzlicher Herztod: Defi-Weste schützt während Therapie-Optimierung reduziert Implantationen

Zwischen 100.000 und 150.000 Menschen pro Jahr sterben in Deutschland an einem plötzlichen Herztod. Bei Hochrisiko-Patienten kann ein plötzlicher Herztod durch die prophylaktische Implantation eines Defibrillators (ICD) verhindert werden, der das Herz im Bedarfsfall mittels Stromstoß wieder in den gesunden Sinus-Rhythmus bringt. Diese kann bei einem Teil der Patienten durch die vorübergehende Anwendung einer tragbaren „Defi-Weste“ (waerable cardioverter/defibrillator, WCD) und gleichzeitige Optimierung der Herzinsuffizienz-Therapie vermieden werden. Das zeigt eine Register-Studie aus Hannover, die auf dem Europäischen Kardiologie-kongress (ESC) in Rom präsentiert wurde.

  • Zu den Risikofaktoren für einen plötzlichen Herztod zählen unter anderem ein vorangegangener Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, ein überlebter plötzlicher Herztod, genetische Faktoren sowie Herzrhythmusstörungen. Eine prophylaktische ICD-Implantation ist erst bei einer anhaltend stark reduzierten linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 35 Prozent oder weniger und einer optimalen Herzinsuffizienz-Medikation angezeigt.

Zwischen Juni 2012 und Februar 2016 wurde an der Medizinischen Hochschule Hannover 265 Patienten eine tragbare Defibrillator-Weste verschrieben. 88 Patienten trugen die Weste länger als 90 Tage, im Durchschnitt betrug die Tragedauer 120 Tage. „Nach 90 Tagen zeigten 26 Prozent der Patienten eine Erholung der LVEF über 35 Prozent, nach einer verlängerten Tragezeit und weiteren Optimierung der Medikation wiesen weitere 20 Patienten eine solche Verbesserung auf“, so Studienautor Dr. David Dunker.

„Durch die Verlängerung der WCD-Trageperiode zur weiteren Optimierung der Herzinsuffizienzmedikation über drei Monate hinaus wurde also eine ICD-Implantation bei etwa einem Drittel der Patienten vermieden. 

Bei einem dieser Patienten wurde in dieser Zeit ein plötzlicher Herztod durch den tragbaren Defibrillator verhindert.“ Die vorliegenden retrospektiven Daten zeigen, so Dr. Duncker, „dass eine WCD-geschützte Optimierung der Herzinsuffizienztherapie über mehr als drei Monate hinaus unnötige primärprophylaktische ICD-Implantationen verhindern kann.“ Diese Strategie müsse nun durch prospektive Studien gesichert werden.

Österreichisches WCD-Register: Hälfte der Defi-Westen-Patienten brauchen ICD

Präsentiert wurden in Rom auch aktuelle Daten aus dem österreichischen WCD-Register. Die Studie unter Beteiligung von 48 österreichischen Zentren (Studienleiter Assoz. Prof. Dr. Daniel Scherr, Klinische Abteilung für Kardiologie, Medizinische Universität Graz) inkludierte 451 Patienten, die von 2010 bis 2016 in Österreich eine Defi-Weste getragen haben. Tanja Odeneg, BSc. MSc. (Klinische Abteilung für Kardiologie, Medizinische Universität Graz), Erstautorin der Untersuchung: 
  • „Hervorzuheben ist, dass bei nur 22 Prozent aller Patienten mit Herzmuskelentzündung nach Abnahme des WCD ein erhöhtes Risiko eines plötzlichen Herztodes vorlag und sie daher mit einem ICD versorgt werden mussten. 
Damit lässt sich die große klinische Bedeutung des WCD speziell für dieses Patientenkollektiv gut darstellen.“ Insgesamt kam es bei nur 55 Prozent der Patienten mit einem WCD zu einer ICD-Implantation.

Elf Patienten (2,4 Prozent) erhielten 21 adäquate Schocks aufgrund von ventrikulären Tachykardien, alle elf Patienten erhielten in weiterer Folge einen ICD. Ein Patient (0,2 Prozent) erhielt einen inadäquaten Schock bei tachykardem Vorhofflimmern. 

Quelle: ESC 2016 Abstracts Duncker et al. Avoidance of primary preventive ICD implantation by intensified optimized heart failure therapy protected by the wearable cardioverter/defibrillator – The PROLONG registry; Odeneg et al. The use of the wearable cardioverter defibrillator in Austria: Re-sults of the Austrian Life Vest Registry.


Medizin am Abend Berlin Fazit:

  1. 2. Sozioökonomischer Status beeinflusst Risiko für neuerlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall

Ein niedriger sozioökonomischer Status ist mit einem höheren Risiko verbunden, nach einem vorangegangenen Herzinfarkt ein neuerliches Mal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das zeigt eine Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress in Rom präsentiert wurde, wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) berichtet.

Die Studie mit rund 30.000 Patienten mit einem früheren Herzinfarkt ergab, dass das Risiko eines neuerlichen kardiovaskulären Ereignisses bei Personen im höchsten Einkommensfünftel um 36 Prozent niedriger war als bei Menschen, die den 20 Prozent der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen angehören. Bei geschiedenen Patienten stieg das Risiko im Vergleich zu verheirateten Personen um 14 Prozent.

„Fortschritte in der Prävention und Akutbehandlung haben das Überleben nach Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich verbessert. Daher leben auch immer mehr Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen, in Schweden macht diese Gruppe fast ein Fünftel der Bevölkerung aus,” so Dr. Joel Ohm vom Karolinska Institutet in Stockholm.

Die meisten Untersuchungen zum Thema kardiovaskuläre Prävention basieren auf Daten von gesunden Bevölkerungsgruppen, und es ist nicht klar, inwieweit sie auch auf Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen anwendbar sind. Das gilt auch für Studien zum Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Herz-Kreislauf-Risiko.

In der aktuellen schwedischen Studie hingegen wurden die Daten von 29.953 Patienten analysiert, die etwa ein Jahr zuvor einen ersten Herzinfarkt erlitten hatten. Diese wurden mit Daten über das Einkommen, den Familienstand und das Bildungsniveau abgeglichen.

Im Beobachtungszeitrum von durchschnittlich vier Jahren erlitten acht Prozent oder 2.405 Patienten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Während Einkommens- und Familienstatus einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten eines kardiovaskulären Ereignisses hatten, war dies für das Bildungsniveau nicht der Fall. „Sozioökonomische Faktoren sollten also in die Risikoprognose, ob mit einem neuerlichen Herz-Kreislauf-Ereignis zu rechnen ist, und in die Ausgestaltung der Sekundärprävention einfließen“, so Dr. Ohm.

Dass sozioökonomische Faktoren neben Altersstruktur, Gesundheitsbewusstsein, Ärztedichte oder dem diagnostischen und therapeutischen Angebot in den verschiedenen Regionen des Landes eine wichtige Rolle für die Häufigkeit von und Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen, zeigt seit Jahren der jährlich erscheinende Deutsche Herzbericht auf. „Hier liegen noch wichtige primär- und sekundärpräventive Ansatzmöglichkeiten zur Senkung von kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität“, so der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin).

Quelle: ESC 2016 Abstract Ohm et al. “Low socioeconomic status is associated with recurrent atherosclerotic cardiovascular disease event in a population with stable coronary heart disease”



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




 





Über Google: Medizin am Abend Berlin 
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 9500 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nau-heim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

 institution logo

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.dgk.org

 http://www.kardiologie.org

Einladung zur Studie: Sturzpräventation-Multitasking für Senioren von 65 bis 80 Jahre

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Multitasking und Aufmerksamkeitstraining zur Sturzprävention

Senioren im Alter von 65 bis 80 Jahren gesucht. 
 
  • Studien an der Universität Hamburg haben gezeigt, dass ältere Menschen besonders dann sturzgefährdet sind, wenn in Alltagssituationen mehrere Dinge gleichzeitig geschehen und sie ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Aufgaben verteilen müssen (Multi-Tasking-Situationen). 
  • Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Klaus Mattes und Dr. Bettina Wollesen vom Institut für Bewegungswissenschaft hat deshalb ein 12-wöchiges Balancetraining entwickelt, in dem gezielt solche Multi-Tasking-Situationen herbeigeführt und unter Anleitung gemeistert werden.

Die Forschungsgruppe hat bereits in einer 2015 veröffentlichten Studie die positiven Effekte eines von ihnen entwickelten Gleichgewichtstrainings auf die Gangstabilität bei älteren Menschen nachgewiesen:

  • Das Fußabrollverhalten verbessert sich, die Schritte sind weniger breit und die Schrittlänge wird größer – alles Anzeichen eines sichereren Ganges.

In der Zeit von September 2016 bis Januar 2017 soll nun eine weitere, größer angelegte Studie erfolgen. 

Diesmal soll zudem untersucht werden, ob sich durch das 12-wöchige Training die Aufmerksamkeitsleistung generell und unter Multi-Tasking-Bedingungen im Besonderen verändert.

Hierfür kommt ein neues, nicht invasives Bildgebungsverfahren zur Anwendung, das die Hirnaktivität im präfrontalen Cortex misst: die sogenannte Nah-Infrarot-Hämoenzephalographie (NIR HEG). 

Dabei wird mit einer Art Stirnbrille die Durchblutung des Stirnhirns gemessen.

Für die Studie werden 100 bis 120 gesunde Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 bis 80 Jahren gesucht. Sie werden ab Oktober über 12 Wochen einmal pro Woche eine Stunde lang in kleinen Gruppen mit kompetenter Anleitung trainieren und so ihr Gleichgewicht schulen. Vor dem Trainingsprogramm finden Eingangstests und nach dem Training Ausgangstests statt, die mit dem Team des Instituts vereinbart werden.

Eine Informationsveranstaltung zu den Teilnahmebedingungen und Terminen findet statt

am 6. September 2016 um 15.30 Uhr im Hörsaal der Mollerstraße 10.

Anmeldung und Informationen telefonisch Montag und Mittwoch, 14-16 Uhr unter 040 42838-9340


oder per E-Mail unter: johannes.roennfeldt@uni-hamburg.de oder laura.bischoff@uni-hamburg.de

In den ersten sechs Wochen des Trainings werden Alltagssituationen simuliert und trainiert, die besonders häufig zu Stürzen führen wie z. B. zügiges Gehen, Hindernisse umgehen, Seitschritte oder Geschwindigkeits- und Richtungswechsel.

In den letzten sechs Wochen werden die Bewegungsaufgaben immer komplexer. Dabei werden Methoden zur Aufgaben-Priorisierung und des schnellen Aufmerksamkeitswechsels zwischen den Aufgaben (Task-Switching) erlernt.

Etwa ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr. 

Rund 10 Prozent dieser Stürze führen zu Verletzungen und im schlimmsten Fall zu Pflegebedürftigkeit. 

Auch wenn es zu keinen ernsthaften Verletzungen kommt, reduzieren ältere Menschen – aus Angst erneut zu stürzen – ihre Alltagsbewegungen, verlieren dadurch Kraft und Beweglichkeit und erhöhen somit das Risiko weiterer Stürze.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 
www.medizin-am-abend.blogspot.com





 





Über Google: Medizin am Abend Berlin

Dr. Bettina Wollesen/ Laura Bischoff/ Johannes Rönnfeldt
Institut für Bewegungswissenschaft
Tel.: +49 40 42838-9340
E-Mail: bettina.wollesen@uni-hamburg.de
E-Mail: laura.bischoff@uni-hamburg.de
E-Mail: johannes.roennfeldt@uni-hamburg.de
Birgit Kruse Universität Hamburg
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -