Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
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Medizin am Abend Berlin: Interdisziplinäre Fortbildung: TEAM VOR ORT
Krankhaftes Übergewicht: Hormon Leptin - Sättigungsgefühl
Medizin am Abend Berlin Fazit: Wider dem ständigen Hunger
Ein pflanzlicher Wirkstoff aus der chinesischen Medizin zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Gewichtsreduktion.
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Ausbildung
Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), im Fachmagazin ‚Diabetes‘.
Sollte sich der Celastrol genannte Wirkstoff auch in klinischen Studien beweisen, wäre er eine neue Behandlungsoption gegen krankhaftes Übergewicht.
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: FFR Messung
Hypothalamische Neuronen in Zellkultur, die teilweise auf Leptin reagieren (rot). Die Zellkerne sind in Blau, die Membran in Gelb angefärbt. Helmholtz Zentrum München
- Mindestens fünf bis zehn Prozent weniger Gewicht im Jahr - das empfiehlt die Leitlinie ‚Prävention und Therapie der Adipositas‘ für Menschen mit krankhaftem Übergewicht je nach Body-Mass-Index.
Doch trotz zahlreicher Diät- und Lifestyle-Angebote erreichen nur wenige dieses Ziel. „Dabei wäre das Unterschreiten dieser ‚magischen Grenze‘ so wichtig, führt es doch zu einer Verbesserung des Stoffwechsels und metabolischen Begleiterkrankungen wie beispielsweise Typ-2-Diabetes“, erklärt Dr. Paul Pfluger, Letztautor und Leiter der aktuellen Studie.
Ihm und seinem Team der Abteilung Neurobiologie des Diabetes am Helmholtz Zentrum München ist es nun gelungen, einen Beitrag zur Entwicklung neuer Anti-Adipositas-Medikamente zu leisten. Sie konnten zeigen, dass der in der chinesischen Medizin verwendete pflanzliche Wirkstoff Celastrol zu einem deutlichen Gewichtsverlust und zu einer Verbesserung des Diabetes bei fettleibigen Mäusen führt.
Wirkstoff schaltet das Sättigungsgefühl wieder an
- Die Münchner Forscher konnten nachweisen, dass Celastrol spezifisch Sättigungszentren im Gehirn aktiviert, die bei der Steuerung des Körpergewichtes eine zentrale Rolle spielen.
Katrin Pfuhlmann, Doktorandin und Erstautorin der Studie, beschreibt die Wirkung wie folgt:
- “Celastrol reaktiviert die körpereigenen Mechanismen zur Gewichtssteuerung, die bei Fettleibigkeit sonst aussetzen.
- Normalerweise verlieren die Betroffenen ihr Sättigungsgefühl, da das entsprechende Hormon Leptin nicht mehr wirkt.
- Der von uns untersuchte Wirkstoff Celastrol stellt die Leptin-Sensitivität und damit die Sättigung wieder her.“
Tatsächlich beobachteten die Forscher ein deutlich verändertes Essverhalten bei den übergewichtigen Tieren. “Die Gabe von Celastrol führte im Mausmodell zu einer deutlich geringeren Nahrungsaufnahme“, berichtet Paul Pfluger. „Entsprechend konnten wir binnen einer Woche einen durchschnittlichen Verlust von rund zehn Prozent Körpergewicht feststellen.“
Inwiefern sich die Befunde auch beim Menschen bestätigen lassen, sei noch unklar, so die Autoren. Studienleiter Pfluger ist aber zuversichtlich: “Das Sättigungshormon Leptin wirkt im Menschen und der Maus nahezu identisch, Celastrol hat also großes Potential.“ Die zum Abnehmen notwendige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände werde Celastrol zwar nicht ersetzen, es könne aber den Patienten bei seinen Bemühungen um eine nachhaltige Gewichtsreduzierung unterstützen. „Derzeit laufen in den USA klinische Studien dazu, auf erste Daten daraus sind wir sehr gespannt”, so Pfluger abschließend.
Weitere Informationen
Hintergrund:
Die Arbeit bestätigt damit eine Studie aus dem Jahr 2015 und gibt Einblicke in die Wirkweise von Celastrol: Den Mechanismus über Leptin konnten die Wissenschaftler demonstrieren, indem sie Mäuse ohne Leptin-Rezeptor beobachtete, hier zeigte Celastrol keine Wirkung mehr. Zudem konnten die Forscher in der Arbeit einen weiteren möglichen Wirkmechanismus über das uncoupling protein 1 (UCP1) ausschließen.
Leptin ist ein vom Fettgewebe gebildetes Hormon, das über eine Aktivierung der Leptin-Rezeptoren im Gehirn ein Sättigungsgefühl auslöst.
- In adipösen Mäusen und Menschen ist Leptin zwar in hoher Konzentration im Blut vorhanden, kann aber die Rezeptoren aufgrund einer Resistenz nicht aktivieren.
- Letztendlich führt dies zur fehlenden Kontrolle der Nahrungsaufnahme, mit den bekannten Folgen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes.
Der Wirkstoff Celastrol entstammt Wilfords Dreiflügelfrucht, einem Vertreter der Spindelbaumgewächse aus Südchina. Bisher fiel die Substanz vor allem durch antientzündliche Wirkung auf.
Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de
Die Abteilung NeuroBiologie des Diabetes (NBD) am Helmholtz Zentrum München beschäftigt sich mit der Rolle des Zentralnervensystems (ZNS) in der Entstehung der Adipositas und des Typ 2 Diabetes. Die Abteilung NBD, assoziiert mit dem IDO und Mitglied des HDC und DZD, erforscht hierbei die molekularen Grundlagen der Leptin Resistenz und des Jo-Jo-Effekts sowie unserer physiologischen Adaptationsmechanismen als Antwort auf Veränderungen der Umwelt. http://www.helmholtz-muenchen.de/nbd
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. http://www.dzd-ev.de
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Dr. Paul Pfluger, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Abteilung Neurobiologie des Diabetes, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 2104 - E-Mail: paul.pfluger@helmholtz-muenchen.de
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Originalpublikation:
Pfuhlmann, K. et al. (2018): Celastrol induced weight loss is driven by hypophagia and independent from UCP1. Diabetes, DOI: 10.2337/db18-0146Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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Einladung zur Fitness-Studie für Seniorinnen/Senioren
Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zur Erforschung der körperlichen Alltagsfitness von Seniorinnen und Senioren
Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sucht Studienteilnehmer ab einem Mindestalter von 65 Jahren
Die Abteilung Bewegungs- und Trainingswissenschaft des Instituts für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) führt unter der Leitung von Dr. Brunhilde Schumann-Schmid eine Studie zum Thema
„Wie fit sind Mainzer Seniorinnen und Senioren?“ durch.
Dabei steht die körperliche Fitness älterer Menschen im Alltag im Mittelpunkt, mit besonderem Blick auf der:
Gleichgewichts-,
Reaktionsfähigkeit-,
Hand-,
Arm-,
Beinkraft-,
Schulter-
Hüftbeweglichkeit-,
Ausdauer,
Geschicklichkeit.
Im Rahmen dieser Studie werden nun interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Testtermine im November 2018 gesucht.
Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist ein Mindestalter von 65 Jahren, die Fähigkeit, mindestens 6 Minuten ohne Gehhilfe gehen zu können und ggf. eine ärztliche Einverständniserklärung des Hausarztes.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten im Anschluss an den Fitnesstest kostenfrei einen Ergebnisbericht sowie auf Wunsch eine Bewegungsberatung.
Weitere Informationen zur Studie unter https://sport.uni-mainz.de/fitnesstest
Interessenten finden unter https://sport.uni-mainz.de/files/2018/09/Flyer-Seniorenfitness-Sportinsitut-JGU-... ein
Anmeldeformular sowie einen kurzen Fragebogen zum allgemeinen Gesundheitszustand.
Beides ist bitte auszufüllen und bis zum 15. Oktober 2018 per E-Mail an
seniorenfitness@uni-mainz.de oder auf postalischem Wege an folgende Anschrift zurückzusenden:
Dr. Brunhilde Schumann-Schmid
Institut für Sportwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Albert-Schweitzer-Str. 22
55128 Mainz
Natürlich unterliegen alle bei der Anmeldung angegebenen personenbezogenen Daten den einschlägigen Bestimmungen des Datenschutzgesetzes und werden ausschließlich zur Durchführung und Abwicklung der Veranstaltung gespeichert.
Eine Weitergabe der Daten an Dritte ist ausgeschlossen.
Studie zur Erforschung der körperlichen Alltagsfitness von Seniorinnen und Senioren
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Beckenboden und Blasenschwäche: Blasenschrittmacher - Sakrale Neuromodulation
Medizin am Abend Berlin Fazit: Unbeschwerter Alltag durch schonende OP - Schrittmacher hilft bei Blasenschwäche
Viele, vor allem ältere Menschen, kennen die Situation:
Gerade war noch alles in Ordnung und plötzlich quält ein unerträglicher Harndrang, der oft nicht kontrollierbar ist.
- In Deutschland leiden über 30 Prozent aller Frauen, zum Teil auch jüngeren Alters, an einer Harninkontinenz.
Das OP-Verfahren kann Betroffenen helfen, bei denen konventionelle Behandlungen bisher keine Wirkung gezeigt haben.
Der Blasenschrittmacher wird unter der Haut im Bereich des Kreuzbeines eingesetzt.
Quelle: Medtronic GmbH
Wer an einer überaktiven Blase leidet, muss sehr häufig und dringend zur Toilette und kann dabei teilweise auch den Urin nicht halten. Die Therapie dieser Erkrankung erfordert viel Geduld, denn oft reichen auch medikamentöse Behandlungsoptionen nicht aus, um die Lebensqualität der Betroffenen wieder herzustellen.
- „Wir können Patientinnen, bei denen bisher nichts anderes angeschlagen hat, nun mit einem Blasenschrittmacher wirkungsvoll behandeln.
Ähnlich wie ein Herzschrittmacher kann dieser die Blasenfunktion mit Hilfe von feinen Elektroden, die die Nerven der Blase und der Blasenmuskulatur mit elektrischen Impulsen stimulieren, wieder vollständig herstellen“, erklärt die Leiterin des Beckenbodenzentrums, Dr. Deniz. Nach der Operation können die Patientinnen, die meist einen langen Leidensweg hinter sich haben, wieder ein unbeschwerteres Leben führen. Die Therapieform bringt kaum Komplikationen mit sich und kann auch bei Stuhlinkontinenz und Blasenentleerungsstörungen eingesetzt werden.
Am 23. August hat Dr. Deniz erstmals zwei ihrer Patientinnen einen Blasenschrittmacher, in der Fachsprache „Sakrale Neuromodulation“ genannt, eingesetzt.
„Um zu testen, ob die Behandlung anschlägt, implantieren wir zunächst eine Elektrode, die mit einem Schrittmacher außerhalb des Körpers verbunden ist“, erklärt Frau Dr. Deniz.
„In der anschließenden ‚Testphase‘ von zwei bis vier Wochen überprüfen wir, ob die Therapie anschlägt.
Ist dies der Fall, setzen wir den Blasenschrittmacher unter der Haut im Bereich des Kreuzbeines ein.“
Nach der schonenden, minimalinvasiven Operation ist das kleine Gerät von außen nicht zu sehen und nach einer Weile spüren die Patientinnen auch das leichte Kribbeln, das es auslöst, nicht mehr.
Denn der Schrittmacher stellt Kontakt zu den Nerven her, die vom Kreuzbein zur Blase und zur Blasenmuskulatur führen, und gibt immer wieder schwache elektrische Impulse ab.
Durch diese Stimulation kann die Muskelaktivität nun wieder besser kontrolliert und die Beschwerden einer überaktiven Blase behoben werden.
Am leichtesten erklärt Dr. Miriam Deniz ihren Patientinnen die Funktionen des Blasenschrittmachers an einem Modell.Quelle: Universitätsklinikum Ulm
Bisher wird die sehr wirkungsvolle Operation deutschlandweit nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt, zu denen nun auch das interdisziplinäre Beckenbodenzentrum der Ulmer Universitätsfrauenklinik gehört.
„Das OP-Verfahren ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Beckenbodenzentrums“, betont Professor Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Ulm.
„Es liegt uns sehr am Herzen, auch Patientinnen zu helfen, die bisher als ‚hoffnungslose‘ Fälle galten. Wir streben deshalb immer danach, unser Behandlungsspektrum um innovative Therapieformen und Methoden zu erweitern.“
Harninkontinenz ist nach wie vor ein gesellschaftliches Tabuthema.
Häufig ist es betroffenen Menschen sehr unangenehm, über das Thema zu sprechen oder sich Hilfe zu holen, obwohl in vielen Fällen Abhilfe geschaffen werden kann.
Am Beckenbodenzentrum des Universitätsklinikums Ulm legen die Ärztinnen und Ärzte die am besten geeignete Therapie für ihre Patientinnen fest – von Akupunktur über medikamentöse Behandlungen bis hin zu operativen Methoden.
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Dr. Miriam Deniz, Leiterin Urogynäkologie & Beckenbodenzentrum
miriam.deniz@uniklinik-ulm.de
tel.: 0731 500-58688
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Deutschland
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Marieke Ehlen
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E-Mail-Adresse: marieke.ehlen@uniklinik-ulm.de
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E-Mail-Adresse: annika.schmidt@uniklinik-ulm.de
Nina Schnürer
Telefon: 0731 500 43025
Fax: 0731 500 43026
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- Informationsveranstaltung des interdisziplinären Beckenbodenzentrums des Universitätsklinikums Ulm für alle Interessierten: „Beckenboden und Blasenschwäche – nur ein Problem der Frau?“, 05.11.2018, 18.00 Uhr, Stadthaus Ulm
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45. Berliner BMW Marathon: EKG-Funktion Herzrhythmusstörungen: EKG App
Medizin am Abend Berlin Fazit: Kardiologen veröffentlichen erste Einschätzung zur EKG-Funktion der Apple Watch 4
Die neue Apple Watch 4 kann mit ihrer neuen EKG-Funktion Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern früh erkennen. Doch auch wenn erste Studien die Verlässlichkeit des Devices stützen, birgt die Interpretation der Messergebnisse Risiken.
Eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern.
Es kann auf das Vorliegen einer Herzerkrankung hindeuten und mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle einhergehen.
Das frühzeitige Erkennen von Vorhofflimmern ist somit ausschlaggebend für eine positive Prognose der Patienten. Die neue Apple Watch 4 beinhaltet einen kardialen Monitor, der dazu dient, unregelmäßigen Herzschlag zu erkennen. Dafür befinden sich auf der Rückseite der Smart Watch ein optischer Pulssensor und ein elektrischer Sensor, die von einer Elektrode in der Krone ergänzt werden. Mit einer speziellen EKG-App kann die Apple Watch 4 damit ein 1-Kanal-EKG durch einfaches Fingerauflegen aufzeichnen.
„Ziel dieser durch die American Heart Association unterstützten Apps,“ erklärt Professor Dr. med. Thomas Deneke, Sprecher der Arbeitsgruppe Rhythmologie der DGK sowie Chefarzt der Klinik für interventionelle Elektrophysiologie der Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt, „ist es, frühzeitig einen unregelmäßigen Herzrhythmus zu erkennen, der auf Vorhofflimmern hindeutet und eine weiterführende ärztliche Abklärung einzuleiten.
Die Apple Watch 4 kann somit ein wertvolles Monitoring-Tool zur Etablierung wichtiger Informationen für Patienten und deren Ärzte darstellen.“ Voruntersuchungen zeigen tatsächlich, dass eine 95%-ige Übereinstimmung mit der von Smart Watch detektiertem Vorhofflimmern und klinisch dokumentiertem Vorhofflimmern besteht.
Die Apple Heart Study, eine Kooperation zwischen Apple und Stanford Medicine, entwickelt derzeit eine Strategie der EKG-Diagnostik (inklusive Evaluation mittels 7-Tage-Langzeit-EKG) basierend auf einer durch die Apple Watch detektierten unregelmäßigen Herzfrequenz.
Seit August ist der Einschluss in diese Studie abgeschlossen.
Professor Dr. Peter Radke, Vorsitzender des Ausschusses Electronic & Mobile Health der DGK, von der Schön Klinik in Neustadt sieht eine zwingende Notwendigkeit weiterer Studien zu dem Device:
„Die Apple Watch 4 erweitert ihr Leistungsspektrum stetig von Fitnessapplikationen hin zu medizinischen Fragestellungen, wie aktuell der Detektion von Vorhofflimmern. Bevor auf dieser Datenbasis konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden können, beispielsweise die Einleitung einer Antikoagulation bei asymptomatischen Patienten mit einem in der Apple Watch 4 detektierten Vorhofflimmern, sind noch umfangreiche klinische Folgestudien notwendig.“
Die Zulassung durch die Amerikanische Zulassungsbehörde für Medizinprodukte (Food and Drug Administration, FDA) zeigt die zunehmende Relevanz dieser Technologien zum Monitoring gesundheitsrelevanter Informationen.
Dennoch weist die Behörde in ihrem „Device approval letter“ explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der EKG App in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden müssen.
Professor Deneke folgt dieser Einschätzung:
„Die Apple Watch sollte nicht als Ersatz für einen Besuch beim Arzt verwendet werden, sondern kann vielmehr helfen, relevante Herzrhythmusdaten aufzuzeichnen und einen betreuenden Arzt in der Diagnostik zu unterstützen.“
Insgesamt bietet die Apple Watch eine interessante Möglichkeit zum Monitoring möglicher Herzfrequenzauffälligkeiten und kann vor allem Patienten mit bekannten Herzrhythmusstörungen bei der Nachsorge unterstützen.
Die Nutzer der Funktion sollten aber hinlänglich über die Notwendigkeit einer ärztlichen Begleitung insbesondere bei Risikopatienten aufgeklärt werden.
Auch der Schutz von patientenbezogenen Daten ist ein relevantes Thema für die Zukunft.
Ob die App in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen wird, ist derzeit noch fraglich.
Apple erwähnt die begleitende EKG-App auf der deutschen Produktseite vorerst noch nicht.
Weitere Informationen:
Apple Heart Study, https://med.stanford.edu/appleheartstudy.html
U.S. Food and Drug Administration, Center for Devices and Radiological Health.
Device approval letter, 13. August 2018. Abgerufen am 17.09.2018,
https://www.accessdata.fda.gov/cdrh_docs/pdf18/DEN180044.pdf
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Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
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Kerstin Kacmaz, Tel.: 0211 600 692 43, Melissa Wilke, Tel.: 0211 600 692 13
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Prof. Dr. Eckart Fleck Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org
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Wundzentrum in Deutschland: Chronische Wunden
Medizin am Abend Berlin Fazit: Für eine bessere Wundheilung
Deutschlandweit erstes 3-fach zertifiziertes Wundzentrum nach Wundsiegelkriterien und Standards der Fachgesellschaften
Als erstes Wundzentrum in Deutschland, zu dem neben den Fachbereichen Dermatologie und Gefäßchirurgie jetzt auch die Angiologie zählt, wurde das Wundzentrum am Universitätsklinikum Essen jetzt zertifiziert.
Die drei Disziplinen erfüllen alle Wundsiegelkriterien der jeweiligen Fachgesellschaften. Offiziell übergab jetzt das Wundsiegelzertifikat Prof. Knut Kröger, Vorstandsmitglied der „Initiative Chronische Wunden“ (ICW e. V.), an das Team.
Prof.Dr. Knut Kröger (3. von re), Vorstandsmitglied der „Initiative Chronische Wunden“ (ICW e. V.), übereichte dem Team des Wundzentrums jetzt das Wundsiegel-Zertifikat. Universitätsklinikum Essen
- Das Essener Wundzentrum hat sich der Diagnostik und Therapie von Patienten mit komplizierten und chronischen Wunden verschrieben.
Von solchen Wunden sind in Deutschland mindestens eine Million Menschen betroffen, die oft nur unzureichend versorgt werden.
- Die Schwerpunkte liegen in Essen in der Behandlung von Patienten mit Wunden aufgrund von Erkrankungen der Arterien und/oder Venen ebenso wie durch Diabetes (Zuckerkrankheit).
- Es werden aber auch alle anderen Arten von Wundheilungsstörungen beispielsweise nach Operationen, durch Entzündungen oder nach Krebs behandelt.
Kompetente Wundbehandlung kann Amputationen verhindern
Das Ziel des zertifizierten Wundzentrums ist eine optimale Versorgung der Patienten – in jedem Stadium der Erkrankung. Die Betroffen sollen die bestmögliche Lebensqualität wieder erlangen„ Viele, der über 60.000 Amputationen, die in Deutschland pro Jahr durchgeführt werden müssen, könnten durch die frühzeitige und standardisierte Wundbehandlung und vor allem durch die Behandlung der Ursachen verhindert werden“, erklärt Prof. Dr. Joachim Dissemond, Oberarzt der Uni-Klinik für Dermatologie und ergänzt: ,
„Deshalb ist die frühzeitige systematische Abklärung jeder chronischen Wunde so wichtig.“
Auf den Prüfstand gestellt wurden für die Zertifizierung die grundsätzliche Struktur, Prozess- und Ergebnisqualität des Zentrums: Nach dem Zufallsprinzip analysierten Experten im Detail beispielsweise die Akten von Patienten mit chronischen Wunden, die ambulant oder stationär am Essener Universitätsklinikum behandelt werden. Darüber hinaus wurden alle Dokumente, die Kooperationsstruktur der Kliniken sowie die ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten durch externe Gutachter kontrolliert. Und deren Fazit war mehr als zufriedenstellend: Das Essener Wundzentrum erreichte mit rund 90 Prozent der erreichbaren Punkte wesentlich mehr als die geforderten 55 Prozent.
Über die Essener Universitätsmedizin
Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und seine Tochterunternehmen Ruhrlandklinik, St. Josef Krankenhaus, Herzzentrum Huttrop und Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit ca. 1.700 Betten das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets: Alleine im vergangenen Jahr (2016) behandelten unsere rund 7.900 Beschäftigten fast 70.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Herausragende Schwerpunkte sind die Onkologie, die Transplantation sowie die Herz- und Gefäßmedizin: Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ), einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation (WZO), ein international führendes Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, und dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ), in dem wir jährlich mehr als 2.000 Operationen durchführen, hat die Essener Universitätsmedizin eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Genetik.
Für eine bessere Wundheilung
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Dr. Anna Cyrek, Gefäßchirurgie, Tel.: Tel. 0201 723-84026
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Tel.: 0201/723-3683
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Afrikanische Schweinepest (ASP): 70 Grad oder höher für 2 Minuten
Medizin am Abend Berlin Fazi: Afrikanische Schweinepest: Keine Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher
Tierseuchen sind keine Lebensmittelskandale: Erreger ist nicht auf den Menschen übertragbar
Die derzeit in Europa grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt für den Menschen keine Gesundheitsgefahr dar. „Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
„Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“
Erreger der ASP ist ein Virus, das Wild- und Hausschweine befällt und das zu einer schweren, häufig tödlichen Erkrankung der Tiere führt.
Es wird über direkten Kontakt, über Ausscheidungen infizierter Tiere oder über Zecken übertragen.
Das ASP-Virus ist in infizierten Wildtieren in Afrika heimisch.
Auch in Südeuropa kommt es immer wieder zu Ausbrüchen.
Der Erreger breitet sich seit 2007 von Georgien über Armenien, Aserbaidschan und Russland nach Nordwesten aus.
Seit 2014 wurden im Baltikum ASP-Fälle bei Wildschweinen und Ausbrüche bei Hausschweinen registriert.
Zudem wurde das Virus in Rumänien, Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik nachgewiesen. Im September 2018 ist der Erreger auch bei Wildschweinen in Belgien und damit erstmals in Westeuropa gefunden worden.
Der Erreger ist sehr stabil und kann in Lebensmitteln über mehrere Monate infektiös bleiben.
- Werden nicht erhitzte Lebensmittel oder nicht erhitzte Lebensmittelreste, die von infizierten Tieren stammen, an nicht-infizierte Tiere verfüttert, kann das Virus daher in zuvor ASP-freie Regionen und damit auch in die Hausschweinbestände verbreitet werden.
Obwohl das ASP-Virus für den Menschen weder eine Gefahr noch ein Risiko darstellt, sollte Haus- und Wildschweinfleisch wie jedes andere rohe Fleisch stets hygienisch zubereitet werden, da es auch andere Erreger enthalten kann, rät das BfR.
Es sollte gekühlt aufbewahrt und vor dem Garen getrennt von anderen Lebensmitteln zubereitet werden.
- Beim Erhitzen sollte im Inneren des Fleischstücks eine Temperatur von 70 Grad oder höher für mindestens zwei Minuten erreicht werden, empfiehlt das BfR.
Für weitergehende Informationen hat das BfR Fragen und Antworten zur ASP zusammengestellt. Sie können auf der Webseite des BfR abgerufen werden:
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Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
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Kopf-Hals-Tumoren
Medizin am Abend Berlin Fazit: DEGRO rät von einer Chemotherapie vor der Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Tumoren ab
Lokal fortgeschrittene Plattenepitheltumoren sind nicht immer heilbar.
Nur ca. gut die Hälfte aller Betroffenen lebt 5 Jahre nach der Diagnose noch.
Ziel ist, diese Rate zu verbessern, weshalb neue Behandlungsprotokolle untersucht und mit der Standardtherapie (basierend auf der Strahlentherapie) verglichen werden.
- Eine aktuelle Studie [1] untersuchte, ob eine vorschaltete Chemotherapie das Behandlungsergebnis verbessern kann.
Das Ergebnis war negativ.
Die DEGRO rät daher von dieser neoadjuvanten Behandlung ab und unterstreicht, dass diese sogar das Risiko birgt, dass die Standardbehandlung nicht mehr durchgeführt werden kann – „wir verspielen den Patienten damit eine Chance auf Genesung“.
Viele Kopf-Hals-Tumoren gehen vom sogenannten Plattenepithel aus, also vom Deckgewebe, das den Körper und Organe ummantelt, wie z.B. auch Kehlkopfkrebs, der häufigste Tumor im Kopf-Hals-Bereich.
Die Behandlung dieser Plattenepitheltumoren ist gleich, egal, ob sie in der Mundhöhle, in der Nase, im Rachen oder im Kehlkopf auftreten.
Pro Jahr erkranken etwa 13.000 Männer und 4.500 Frauen an bösartigen Tumoren im Kopf-Halsbereich [2].
Dieser Unterschied lässt sich auf ein unterschiedliches Risikoverhalten von Frauen und Männern zurückführen, denn Risikofaktoren für die Entstehung bösartiger Kopf-Hals-Tumoren sind u.a. Alkohol- und Tabakkonsum.
Ein weiterer bedeutsamer Risikofaktor ist eine HPV-Infektion.
Die derzeitige Standardtherapie bei lokal fortgeschrittenen Plattenepitheltumoren, bei dem sich noch keine Metastasen gebildet haben, stellt entweder die Radiochemotherapie dar, die Kombination einer Strahlen- und Chemotherapie, oder in manchen Fällen die Kombination aus Strahlentherapie und Antikörpertherapie. In beiden Regimes ergänzen sich die zwei jeweiligen Therapieformen und sind zusammen wirksamer als die alleinige Gabe einer der beiden Therapien.
Die Prognose der Patienten ist aber dennoch verbesserungsfähig, da nach 5 Jahren nur noch gut die Hälfte der Patienten (61% der Frauen, 51% der Männer) lebt.
Um die Überlebensrate weiter zu erhöhen, werden neue Therapieoptionen getestet.
Ein federführendes Konsortium in Europa ist dabei die französische GORTEC-Studiengruppe, die eng mit der DEGRO zusammenarbeitet. Eine GORTEC-Studie [1], deren Ergebnisse nun vorliegen, untersuchte, ob eine vorgeschaltete Chemotherapie vor der Gabe der kombinierten Strahlen- und Antikörpertherapie mit Cetuximab zu einer besseren Krankheitskontrolle führt.
In die Studie wurden zwischen 2009 und 2013 insgesamt 370 Patienten eingeschlossen. 184 Patienten erhielten eine Radiochemotherapie (Chemotherapie mit Carboplatin und FU). Im anderen Arm erhielten die Patienten zunächst eine „vorgeschaltete“ (neoadjuvante) Chemotherapie (3-er Kombination aus Taxotere, Cisplatin und Fluorouracil). 161 der 184 Patienten beendeten diese vorgeschaltete Therapie und erhielten danach die Kombination aus Strahlentherapie und Antikörpertherapie mit Cetuximab. Im Ergebnis zeigte sich, dass es zwischen beiden Studienarmen keinen Unterschied im Gesamtüberleben, progressionsfreien Überleben oder in der örtlichen Tumorkontrolle gab.
Die neoadjuvante Chemotherapie verbesserte also nicht das Therapieergebnis, ging aber mit erheblichen Nebenwirkungen einher, weshalb 23 der 184 Patienten diese Therapie auch nicht beendeten.
Da die Patienten damit nicht die Einschlusskriterien für die weiterführende Studie erfüllten, erhielten sie auch keine anschließende Strahlentherapie.
DEGRO-Pressesprecherin, Univ.-Prof. Dr. med. Stephanie Combs, Direktorin der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München, erläutert: „
Diese 17% der Patienten, die rausfielen, haben das Therapieergebnis in diesem Arm natürlich verschlechtert. Theoretisch könnte die vorgeschaltete Chemotherapie daher zwar einen Effekt haben, aber die Toxizität der Behandlung ist so hoch, dass wir damit riskieren, dass die Patienten danach nicht mehr der Standardtherapie, deren Basis die Strahlentherapie bildet und die mit guten Ergebnissen einhergeht, zugeführt werden können. Wir verspielen den Patienten damit eine Chance auf Genesung“. Prof. Dr. med. Wilfried Budach, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) fasst zusammen:
- „Aufgrund der aktuellen Datenlage raten wir von einer neoadjuvanten Chemotherapie in dieser Situation ab.
- Der Therapiestandard bleibt die kombinierte Radiochemotherapie oder die Kombination aus Strahlen- und Antikörpertherapie.“
REFERENZEN
[1] Geoffrois L, Martin L, De Raucourt D et al. Induction Chemotherapy Followed by Cetuximab Radiotherapy Is Not Superior to Concurrent Chemoradiotherapy for Head and Neck Carcinomas: Results f the GORTEC 2007-02 Phase III Randomized Trial. Journal of Clinical Oncology 2018; 17 Jul (epub ahead of print)
[2] Daten des Robert-Koch-Instituts, abrufbar unter https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebsgeschehen/Krebsges...
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45. BMW BERLIN-MARATHON: Notaufnahme: Innovatives Lehrformat - Serious Games
Medizin am Abend Berlin Fazit: Neues Lehrformat erfolgreich: Virtuelle Notaufnahme simuliert Behandlung akuter Erkrankungen.
Studie belegt:
Innovatives Lehrformat ist mindestens so effektiv wie Kleingruppenunterricht.
Ergebnisse zu den Auswirkungen des Trainings mit der Computer-Animation „EMERGE“ in der Wissenschaftszeitschrift PLOS ONE publiziert.
Notaufnahme-Simulation EMERGE: Diagnose Grafik: PatientZero Games GmbH
Seit dem Jahr 2011 arbeiten Ärzte und Experten für Medizindidaktik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) an der Entwicklung eines Computerspiels, mit dessen Hilfe die Abläufe auf einer Notaufnahme simuliert werden können:
Die Notaufnahme-Simulation EMERGE.
Für die UMG haben Prof. Dr. Tobias Raupach, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat der UMG, und Dr. Nikolai Schuelper, Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG, die Projektentwicklung maßgeblich begleitet. Die Notaufnahme-Simulation EMERGE wurde jetzt erstmals im Medizinstudium an der UMG eingesetzt und daraufhin untersucht, ob Studierende damit lernen, wie akute Krankheitssituationen behandelt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der internationalen Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science (PLoS ONE) veröffentlicht.
Originalveröffentlichung:
Training of clinical reasoning with a Serious Game versus small-group problem-based learning: A prospective study. Middeke A, Anders S, Schuelper M, Raupach T, Schuelper N (2018); PLoS ONE 13(9): e0203851. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0203851
DIE STUDIE ZU „EMERGE“
Computerspiele mit einem ernsthaften Hintergrund werden als „Serious Games“ bezeichnet und werden zunehmend auch von Studierenden genutzt.
Die Ergebnisse der Studie zur Notaufnahme-Simulation EMERGE zeigen, dass zehn Trainingseinheiten in der virtuellen Notaufnahme mindestens genauso effektiv sind wie zehn Stunden Kleingruppenunterricht.
„Dies ist eine der ersten Studien, die genau geprüft haben, ob ein Computerspiel im Studium wirklich einen Nutzen hat oder nur den Spaßfaktor erhöht“, sagt Prof. Dr. Tobias Raupach, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung der UMG. Raupach hatte die Idee zu dem Lernspiel. In der jetzt publizierten Studie konnten Studierende selbst wählen, ob sie sich verschiedene Erkrankungen in Kleingruppen mit bis zu fünf Kommilitonen erarbeiten oder ob sie das neue Computerspiel nutzen möchten. Am Ende nahmen alle Studierenden an einer Prüfung teil, in der ihre Fähigkeit zum klinischen Denken untersucht wurde. „Wir haben praktisch keinen Unterschied in den Leistungen der beiden Studiengruppen gefunden“, sagt Raupach.
„Für einige Inhalte, die mit dem Spiel trainiert wurden, fiel der Lernerfolg der Studierenden in der EMERGE-Gruppe sogar größer aus als für die Studierenden in den Kleingruppen. Das ist bedeutsam, weil wir im Spiel in der gleichen Zeit eine viel größere Bandbreite von Erkrankungen darstellen können als im Kleingruppenunterricht.“
Letztautor der Studie ist Dr. Nikolai Schuelper, Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG.
„Die Arbeit auf einer Notaufnahme ist anstrengend, weil hier unter Zeitdruck lebenswichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Das lässt sich in Vorlesungen oder Seminaren nicht gut trainieren“, sagt Schuelper.
„Andererseits können Studierende diese Situation auch nicht in einer echten Notaufnahme üben, weil sonst Patienten gefährdet werden könnten. Da war es für uns ein logischer Schritt, ein Computerspiel zu entwerfen, in dem beide Aspekte – medizinische Entscheidungen und Zeitdruck – simuliert werden können.“
Bei dieser neuen Form des Unterrichts sitzen bis zu 50 Studierende der Humanmedizin in einem Computerraum, und jeder Studierende bewegt über die Maus eine Spielfigur durch eine dreidimensionale Darstellung einer Notaufnahme. In unregelmäßigen Abständen werden Patienten eingeliefert, so dass im Laufe der Zeit viele Patienten gleichzeitig behandelt werden müssen. Die Studierenden können bei ihren virtuellen Patienten eine Anamnese erheben und Untersuchungen anfordern. „Uns war wichtig, dass die Simulation möglichst nah an der Realität liegt. Auch im Spiel muss man auf die Ergebnisse einer Laboruntersuchung warten, und die Medikamente haben einen direkten Einfluss auf den Herzschlag und den Blutdruck“, so Schuelper. „Wenn gravierende Fehler gemacht werden, kann das bis zum Tod des virtuellen Patienten führen. Obwohl es nur eine Simulation ist, nehmen die Studierenden ein solches Ereignis sehr ernst.“
Prof. Dr. Tobias Raupach, MME, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat der Medizinischen Fakultät umg/hzg
DIGITALISIERUNG IM MEDIZINSTUDIUM
Simulationen und andere computergestützte Lehrangebote halten zunehmend Einzug in das Medizinstudium. „Die Digitalisierung der Medizin ist schon weit fortgeschritten“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums der UMG. „Das fängt bei der Smartphone-App zum Blutdruck-Monitoring an und geht bis hin zu aufwendigen Computerspielen, in denen ganze Krankenhaus-Stationen simuliert werden können. Es ist wichtig, die Ärztinnen und Ärzte von morgen auf diese Welt vorzubereiten. Also müssen sie sich schon im Studium damit auseinandersetzen.“ Das Spiel wird unter anderem in einem sechswöchigen Lehrmodul zu Herz- und Lungenerkrankungen eingesetzt, das Hasenfuß zusammen mit dem Kardiologen Raupach leitet. Der Studiendekan der Medizinischen Fakultät an der UMG, Prof. Dr. Lorenz Trümper, unterstützt den Einsatz innovativer digitaler Lehrformate im Studium: „Piloten trainieren schon lange in Simulatoren für den Notfall. Warum sollten nicht auch Studierende der Medizin ein solches Training erhalten? Hier dürfen Fehler passieren, aus denen man lernen kann, damit man für die Versorgung echter Patienten besser gewappnet ist.“
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Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Studiendekanat, Bereich Medizindidaktik und Ausbildungsforschung
Prof. Dr. Tobias Raupach, MME
Telefon 0551 / 39-8922
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Stefan Weller Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 42
37075 Göttingen
Postfach
37099 Göttingen
Deutschland
Niedersachsen
Telefon: 0551 / 39-9959
Fax: 0551 / 39-9957
E-Mail-Adresse: presse.medizin@med.uni-goettingen.de
Originalpublikation:
Training of clinical reasoning with a Serious Game versus small-group problem-based learning: A prospective study. Middeke A, Anders S, Schuelper M, Raupach T, Schuelper N (2018); PLoS ONE 13(9): e0203851. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0203851
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Epigentische Veränderung: Botenstoff Dopamin + Intelligenz + Antrieb + Motivation,
Medizin am Abend Berlin Fazit: Nimmt die Umwelt Einfluss auf die Gene im Gehirn?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aktivität bestimmter Gene im Gehirn und Leistungsunterschieden bei Intelligenztests?
Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben nachgewiesen, dass sich Änderungen am Bauplan eines bestimmten Gens negativ auf die individuellen Testleistungen auswirken.
Demnach haben Umweltfaktoren über sogenannte epigenetische Veränderungen des Erbguts mehr Einfluss auf die Intelligenz als bisher angenommen wurde. Die Studie wurde im Fachjournal Translational Psychiatry* veröffentlicht.
- Umwelteinflüsse, zum Beispiel Stress und belastende Erfahrungen, können die Aktivität von Genen beeinflussen und zu individuellen Strukturveränderungen am Erbmaterial führen.
Mit diesen sogenannten epigenetischen Veränderungen passt sich das Erbgut an die Anforderungen seiner Umwelt an.
Die Information, ob und unter welchen Umständen ein Gen aktiv ist, kann zusammen mit dem Erbmaterial an die nächste Generation von Zellen weitergegeben werden.
Das internationale Team um Dr. Jakob Kaminski und Prof. Dr. Andreas Heinz von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte hat in seiner Studie die Intelligenztests von fast 1500 Jugendlichen mit den epigenetischen Veränderungen des Gehirns der Probanden verglichen.
Für die Studie wurden jene Gene untersucht, die im Nervensystem für die Signalübertragung mit dem Botenstoff Dopamin von Bedeutung sind.
- Dopamin spielt eine wichtige Rolle im Belohnungssystem des Gehirns.
Es steuert maßgeblich den Antrieb und die Motivation einer Person.
- Die Forscher konnten in ihrer Studie zeigen, dass die epigenetische Regulation der Signalübertragung mit Dopamin und die individuelle Leistung in Intelligenztests zusammenhängen.
Durch die Modifizierung des Dopamin-Rezeptorgens wird dieses Gen von der Zelle stummgeschaltet.
Als Folge werden weniger Dopamin-Rezeptoren auf den Nervenzellen gebildet und die Signalübertragung wird verringert.
In der vorliegenden Studie ging diese Stummschaltung des Gens mit schlechteren Ergebnissen in den Intelligenztests einher.
Dr. Kaminski über die Ergebnisse der Studie: „Gerade was die Aktivität des Dopamin-gesteuerten Belohnungssystems angeht, konnten wir schon früher Zusammenhänge mit Stress und der Intelligenzleistung beobachten.
Die Bedeutung der umweltabhängigen Steuerung der Genaktivität tritt nun neben andere bekannte Einflüsse auf die Leistung in Intelligenztests, wie Armut oder die genetische Konstitution.
Wir konnten in der vorliegenden Untersuchung beobachten, dass individuelle Unterschiede in Intelligenztests auch mit epigenetischen Veränderungen und Unterschieden in der Hirnaktivität zusammenhängen, die umweltbedingten Einflüssen unterliegen.“
In weiteren Studien wollen die Forscher noch genauer untersuchen, wie stark Umwelteinflüsse zu neurobiologischen Veränderungen führen und die Leistung in Intelligenztests beeinflussen.
Links:
- Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie https://psychiatrie-psychotherapie.charite.de/
- Arbeitsgruppe Lernen und Kognition https://psychiatrie-psychotherapie.charite.de/forschung/bildgebung/ag_lernen_und...
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Dr. Jakob Kaminski
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Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 660 065
E-Mail: jakob.kaminski@charite.de
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Deutschland
Berlin
Manuela Zingl
Telefon: 030 / 450 570 400
Fax: 030 / 450 570 940
E-Mail-Adresse: manuela.zingl@charite.de
Originalpublikation:
*Kaminski JA, et al.: Epigenetic variance in dopamine D2-receptor: a marker of IQ malleability? Translational Psychiatry 8, Article number: 169 (2018). DOI: 10.1038/s41398-018-0222-7.https://www.nature.com/articles/s41398-018-0222-7
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