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Rund 9 Millionen Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in den Wechseljahren. Jede dritte Frau berichtet von Beeinträchtigungen im Berufsalltag. Etwa 10 Prozent der befragten Frauen ziehen aufgrund von Wechseljahresbeschwerden einen früheren Renteneintritt in Betracht, bei Frauen über 55 Jahren sind es sogar 19,4 Prozent.* Dennoch wird das Thema im Arbeitskontext bislang selten offen angesprochen. Der neue Faktencheck „Wechseljahre im Job“ des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. bündelt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigt praxisnahe Handlungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Unternehmen auf. https://www.arbeitswissenschaft.net/zdf-wechseljahre-im-job „Über Wechseljahre wird oft gesprochen, als seien sie ausschließlich Privatsache. Für viele Frauen sind sie aber auch Teil ihres Arbeitsalltags. Deshalb lohnt es sich, offen und sachlich darüber zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die im betrieblichen Alltag funktionieren“, erklärt Dr. Catharina Stahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifaa.
Gleichzeitig gewinnt das Thema in Politik und Arbeitswelt an Bedeutung. Der aktuelle Dialogprozess des Bundesministeriums für Gesundheit hebt hervor, dass Wechseljahre auch als Thema der Prävention, Gesundheitsförderung und Arbeitsgestaltung betrachtet werden können.
Arbeitsbedingungen können entlasten
Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt und verlaufen individuell. Treten Beschwerden auf, können sie zeitweise das Wohlbefinden oder die Konzentration beeinflussen. Wie stark sich dies im Arbeitsalltag auswirkt, hängt nicht nur von individuellen Voraussetzungen, sondern auch von den Arbeitsbedingungen ab.
Der Faktencheck zeigt, dass bereits einfache Maßnahmen unterstützen können: Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, bedarfsgerechte Pausen, ergonomische Arbeitsplätze oder Anpassungen der Arbeitsumgebung im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten. Ebenso wichtig sind eine unterstützende Führung und eine Unternehmenskultur, die einen offenen Umgang mit dem Thema ermöglicht.
Betriebliche Unterstützung und Eigenverantwortung ergänzen sich
Neben geeigneten Rahmenbedingungen können Beschäftigte selbst zu ihrem Wohlbefinden beitragen, etwa durch ausreichende Erholung, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein gutes Stressmanagement. Zudem empfiehlt sich, vorhandene Gesundheitsangebote zu nutzen und sich über Wechseljahre sowie mögliche Behandlungsoptionen zu informieren.
Wenn Beschwerden den Arbeitsalltag beeinträchtigen, kann ein Gespräch mit der Führungskraft, dem Betriebsarzt oder einer Vertrauensperson helfen, individuelle Unterstützungsbedarfe zu klären und praktikable Lösungen zu finden.
Offene Kommunikation schafft Orientierung
Passende Maßnahmen sind so individuell wie die Wechseljahre selbst. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Eigenverantwortung und geeigneten betrieblichen Rahmenbedingungen.
„Es gibt kein Patentrezept für den Umgang mit den Wechseljahren im Job. Häufig helfen bereits pragmatische Anpassungen, die zu den Bedürfnissen der Betroffenen und zu den betrieblichen Möglichkeiten passen. Eine offene Gesprächskultur schafft dafür eine gute Grundlage“, erläutert Dr. Catharina Stahn.
Sachliche Informationen und wertschätzende Kommunikation können Unsicherheiten abbauen und dazu beitragen, Beschäftigte in dieser Lebensphase zu unterstützen, ohne sie darauf zu reduzieren.
Faktencheck jetzt verfügbar
Der Faktencheck „Wechseljahre im Job: Fakten, Auswirkungen und Ansatzpunkte für eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung“ bietet einen kompakten Überblick über wissenschaftliche Erkenntnisse, mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen sowie praktische Ansatzpunkte für die betriebliche Gestaltung. https://www.arbeitswissenschaft.net/zdf-wechseljahre-im-job
Zusätzlich hat das ifaa einen Gesprächsleitfaden für Führungskräfte zu den Wechseljahren im Arbeitskontext entwickelt. https://www.arbeitswissenschaft.net/gespraechsleitfaden-wechseljahre ________________________________________ Die Aussagen beziehen sich auf folgende Studien: DAK-Gesundheit (2025): DAK-Whitepaper Wechseljahre 2025. Eine Analyse der Symptomatik, Informationslücken und beruflichen Auswirkungen. Hamburg. Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin; MenoSupport (2023/2024): Wechseljahresbeschwerden am Arbeitsplatz. Online verfügbar unter der Website der HWR Berlin.
MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen Vor ORT Dr. Catharina Stahn
c.stahn@ifaa-mail.de |