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Wiederkehrende Spontanaborten: humane Choriongonadotropin (hCG) (Schwangerschaftshormon)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Immunangriff auf die Schwangerschaft

Es gibt Frauen, die zwar leicht schwanger werden, aber ihr Kind in den ersten Monaten verlieren. 

Das gilt für fünf Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. 

Warum sie unter immer wiederkehrenden Spontanaborten leiden, bleibt selbst nach intensiver Untersuchung oft rätselhaft. 

Allerdings hat ein Forscherteam des LMU-Klinikums nun eine Ursache des rätselhaften Phänomens aufgeklärt: 

Manche der Frauen produzieren offenbar Abwehrstoffe (Antikörper) gegen ein ganz bestimmtes Oberflächenprotein in den Zellen des Mutterkuchens. 

Die Entdeckung könnte mittel- bis langfristig zu einer neuen, gezielten Therapie führen. 
 
Der Mutterkuchen (Plazenta) bildet das Grenzgewebe zwischen der Blastocyste – einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung – und der Gebärmutterwand, also auch dem mütterlichen Blut.
  • Über die Plazenta steht der Embryo in unmittelbarem Kontakt mit dem Blutkreislauf der Mutter und wird so versorgt. 
Doch manche der Frauen mit mehreren Spontanaborten produzieren Antikörper gegen einen Teil der Plazenta, den Trophoblasten.

In vorangegangenen Untersuchungen hatten Forscher vom LMU-Hormon- & Kinderwunschzentrum Großhadern bei 17 Prozent der Frauen mit zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Aborten solche Antikörper nachgewiesen.

Und sogar bei 34 Prozent der Frauen mit drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten wurden sie entdeckt, ohne dass zunächst klar war, wogegen genau sich diese Antikörper richteten.

Dies aufzuklären ist nun einem Team um Prof. Dr. Udo Jeschke, Dr. Viktoria von Schönfeldt und Doktorandin Yao Ye gelungen: 
  • Bei Frauen mit mehreren Spontanaborten produzieren die Zellen des Trophoblasten das Protein Alpha-Enolase - und transportieren es an ihre Oberfläche. 
  • Dort erkennt es das Immunsystem versehentlich als „feindlich“ und produziert die beschriebenen Auto-Antikörper.

Das Schwangerschaftshormon hCG wird unterdrückt
 
„Es war eine aufwändige Forschungsarbeit“, erklärt Jeschke. Denn es ging darum, aus hunderten bis tausenden Molekülen das eine herauszufinden, das den zuweilen verhängnisvollen Prozess auslöst. Nachdem endlich die Alpha-Enolase als Angriffspunkt der Auto-Antikörper identifiziert war, wiesen die Wissenschaftler nach, dass das Phänomen wirklich die Funktion der Trophoblasten stört.

„Zum Beispiel wird in unserem Zellkulturmodell die Produktion des Schwangerschaft-Hormons hCG beeinträchtigt“, erklärt Viktoria von Schönfeldt. 
  • Das humane Choriongonadotropin (hCG) wird während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet und trägt dazu bei, die Schwangerschaft zu erhalten, indem es die Produktion von Progesteron ankurbelt. 
  • So wird verständlich, warum die Schwangerschaft zugrunde gehen kann, wenn die Alpha-Enolase von Auto-Antikörpern angegriffen wird.

Neue Studie mit bekannten Medikamenten
 
Das Spannende: 

Die Alpha-Enolase ist ein Molekül, das auch im Krankheitsgeschehen weiterer wichtiger Autoimmunerkrankungen beteiligt ist – zum Beispiel bei Rheumatoider Arthritis oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa. 

„Auch hier werden Antikörper gegen die Alpha-Enolase gebildet“, sagt Udo Jeschke.

In diesem Sinne gibt es bereits zahlreiche Medikamente, die diesen Prozess und seine negativen Effekte reduzieren oder stoppen. 

Das Münchner Team will so rasch wie möglich prüfen, ob diese Medikamente für eine Behandlung von Schwangeren, die Auto-Antikörper gegen die Alpha-Enolase haben, in Frage kommen - und in klinischen Studien weiter untersucht werden können.

Was betroffene Frauen jetzt machen können
 
CAVE: Schon jetzt raten die Forscher Frauen mit mehreren Aborten in der Vergangenheit, sich bei einer erneuten Schwangerschaft etwa bei einem Rheumatologen auf Antikörper gegen die Alpha-Enolase testen zu lassen. 

 „Der ungeklärte Verlust eines ungeborenen Kindes führt zu einer hohen seelischen Belastung“, erklärt Viktoria von Schönfeldt, „die Diagnose von Auto-Antikörpern bedeutet dann zumindest eine große Erleichterung.“
  • Darüber hinaus geben Ärzte den betroffenen Frauen seit einigen Jahren sogenannte gepoolte polyvalente Immunglobuline – gebräuchliche Gemische von Antikörpern aus Spenderinnen-Blut. 

Manche der behandelten Frauen gebären nach dieser unspezifischen Therapie gesunde Kinder – höchstwahrscheinlich, weil die Immunoglobuline die Antikörper gegen Alpha-Enolase unschädlich machen.

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Prof. Dr. Udo Jeschke
Leiter Forschungslabore
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Dr. Viktoria von Schönfeldt
Leitende Embryologin
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Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und
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Originalpublikation:
1. Anti α-Enolase antibody is a novel biomarker for unexplained recurrent miscarriages. Ye Y, Kuhn C, Kösters M, Arnold GJ, Ishikawa-Ankerhold H, Schulz C, Rogenhofer N, Thaler CJ, Mahner S, Fröhlich T, Jeschke U, von Schönfeldt V. Accep-ted for Publication by EBioMedicine,
DOI: https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2019.02.027

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Untersucher-CAVE: Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), HP-Viren, https://intimarzt.de/

Medizin am Abend Berlin Fazit: GBCOG: Frauenärztinnen und -ärzte rufen dringend zur HPV-Impfung auf

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) vereint im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) rufen dringend zur Teilnahme an der Impfung gegen Humane Papillomviren auf: 

Wirksamkeit und Sicherheit nach mehr als 12-jähriger Anwendung belegt. 
 
12 Jahre nach erfolgreicher Einführung der ) als Standardimpfung aller Mädchen ab 9 Jahren hat die Ständige Impfkommission 2018 die HPV-Impfung auch für alle Jungen im gleichen Altersbereich in den aktuellen Impfkalender aufgenommen. 

Alle Jungen und Mädchen, die nicht schon früh geimpft wurden, sollen die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachholen. 

Die Kosten werden sowohl von den gesetzlichen Krankenkassen als auch den privaten Krankenversicherungen voll übernommen.

Damit ist jetzt der Weg frei zur Verhinderung von Erkrankungen, die durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden.

Laut Statistik erkranken in Deutschland jährlich 4.600 Frauen neu an einem Zervixkarzinom, 1.600 Frauen sterben jedes Jahr daran.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Intimarzt  

Auch andere Karzinome, insbesondere im Genital- (Scheide, Scheidenvorhof und Penis), Anal- sowie im Mund- und Rachenbereich werden durch die gleichen HP-Viren ausgelöst.

Mehr als 30% aller HPV-bedingten Krebse in Europa finden sich bei Männern.

In Deutschland liegen für Männer die Fallzahlen an Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Karzinomen (Zunge, Mandeln, Mund-Rachenbereich) bei 4.800 Neuerkrankungen und 1.924 Sterbefällen pro Jahr. 
  • Neben den bösartigen Erkrankungen werden durch Humane Papillomviren auch übertragbare Warzenbildungen im Genitalbereich bei jeweils etwa 300.000 Männern und Frauen jährlich ausgelöst.

Die Übertragung der HP-Viren erfolgt durch Hautkontakte, besonders durch Sexualkontakte und ist durch Kondomgebrauch nicht zu verhindern. 

  • Da sich mehr als 80% aller Menschen im Laufe des Lebens mit HPV infizieren und diese Infektionen symptomlos verlaufen, kann sich das Virus in der Bevölkerung gut verbreiten.

Das Mitimpfen der Jungen wird zu einer Verringerung der Virusübertragung und zur deutlichen Reduktion der Krankheitslast von HPV-assoziierten Tumoren bei beiden Geschlechtern führen.

Bei hoher Impfbeteiligung besteht sogar die Chance, durch Verringerung des Virusaustausches auch eine Auslöschung von Erkrankungen durch die in den Impfstoffen berücksichtigten HPV-Typen zu erreichen.

Nach mehr als 12-jähriger Impfstoff-Anwendung können verlässliche Angaben zu Nebenwirkungen, Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfstoffe gemacht werden:

So wurde die Effektivität der HPV-Impfung bei Mädchen und Frauen anhand vieler Studien inzwischen bewiesen.

In Ländern mit hoher Impfbeteiligung konnte bereits wenige Jahre nach Einführung der Impfung ein Rückgang der Erkrankungszahlen an Genitalwarzen, eine Abnahme der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals und sogar eine Verringerung der Krebsdiagnosen festgestellt werden.

Seit Einführung der HPV-Impfung sind nach Auswertung aller Melderegister keine schweren bleibenden Schäden aufgetreten, wie die STIKO in ihrer Begründung zur HPV-Impfung der Jungen nochmals eindringlich ausführt. Nebenwirkungen der Impfung sind ebenso selten wie bei den anderen Standardimpfungen im Impfkalender.

Die Impfung entfaltet den höchsten Schutzeffekt, wenn vor einem möglichen HPV-Kontakt geimpft wird. 

Deshalb empfehlen der BVF und die DGGG, die HPV-Impfung im frühestmöglichen Alter durchführen zu lassen.

Zugelassen sind die HPV-Impfstoffe ab einem Alter von 9 Jahren, eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht. 

Auch nach dem 18. Geburtstag bis ins höhere Alter ist die Impfung hoch wirksam, und es gibt viele Gründe für die Durchführung der Impfung auch in diesem Altersbereich, die mit dem Frauenarzt besprochen werden sollten.

Frauenärzt/innen haben es in der Hand, zukünftig Frauen wie Männern viel Leid durch HPV-abhängige Tumore zu ersparen, und stehen für weitere Informationen und die Durchführung der Impfung bereit. 

Man braucht nicht mehr über Sicherheit, Wirksamkeit und Nutzen der HPV-Impfung zu diskutieren: 

Die Nutzen-Risiko-Abwägung spricht bewiesenermaßen längst für die Impfung.

  • Gynäkolog/innen in Klinik und Praxis sollten jetzt dazu beitragen, diese segensreiche Impfung allen Jungen und Mädchen verfügbar zu machen.

Verfasser:
Dr. Michael Wojcinski
Sprecher der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

© German Board and College of Obestrics and Gynecology 2019

German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG)

Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) und des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) e.V.

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Prof. Dr. Anton Scharl, Amberg/Weiden

Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte BVF
Dr. Christian Albring, München

Sprecher GBCOG
Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Tübingen

Stellvertretender Sprecher GBCOG
Prof. Dr. Uwe Wagner, Marburg

Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG e.V.
Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, Hamburg
Prof. Dr. Frank Louwen, Frankfurt

Vertreter des Berufsverbandes der Frauenärzte BVF e.V.
Dr. Klaus König, Steinbach
Dr. Doris Scharrel, Kronshagen

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Entzündliche Darmerkrankungen: ER-Stress: körperliche und psychsiche Belastungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neuer Schutzmechanismus des Darms entdeckt

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Universität Bern und Inselspital, Universitätsspital Bern konnte einen bislang unbekannten Schutzmechanismus des Darms identifizieren. 

Eine gezielte Beeinflussung dieses Mechanismus könnte in Zukunft die Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen verbessern. 

Dr. Niklas Krupka, Department for Biomedical Research (DBMR), Universität Bern, und Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital Bern
Dr. Niklas Krupka, Department for Biomedical Research (DBMR), Universität Bern, und Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital Bern zvg
 
Unser Darm ist täglich einer Vielzahl von Umwelteinflüssen ausgesetzt. 
  • Einige dieser Faktoren, wie Nahrungsbestandteile, Bakterien oder Viren, können das empfindliche Gleichgewicht im Darm stören. 
  • Zusammen mit genetischen Faktoren können sie zu überschiessenden Abwehrreaktionen führen, die sich als chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Inflammatory Bowel Diseases, IBD) äussern. 

IBD, zu denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zählen, betreffen rund 20’000 Menschen in der Schweiz und führen häufig zu erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen.

Ein Bestandteil innerhalb der Darmzellen, der besonders sensibel auf Umweltstressoren reagiert, ist das endoplasmatische Retikulum (ER). In diesem verzweigten Membrannetzwerk werden für die Zelle lebenswichtige Eiweisse hergestellt.

In vorangegangenen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass sogenannter ER-Stress für die Entstehung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Ob ER-Stress dagegen auch eine Darmentzündung hemmen kann, war bislang unklar.

Neueste Resultate von einem internationalen Forschungsteam mit massgeblicher Beteiligung von Forschenden vom Department for Biomedical Research (DBMR) der Universität Bern und der Abteilung Gastroenterologie der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital Bern zeigen zum ersten Mal positive Effekte von ER-Stress bei Darmentzündungen: 

Durch diesen werden in der Darmschleimhaut gezielt Abwehrzellen aus der Bauchhöhle rekrutiert.  

Diese Zellen können über die Produktion von Antikörpern vom Typ Immunoglobulin A (IgA) die Schutzbarriere der empfindlichen Darmschleimhaut verstärken und damit vor überschiessenden Entzündungsreaktionen schützen. 

Die Studie wurde im Journal «Science» publiziert.

Dünndarmschleimhaut von keimfreien Mäusen mit IgA-produzierenden Plasmazellen (grün).
 Dünndarmschleimhaut von keimfreien Mäusen mit IgA-produzierenden Plasmazellen (grün).
Brigham & Women’s Hospital, Harvard Medical School


Stress kann auch positiv sein

Die Forschenden untersuchten mehrere Mausmodelle, bei denen sich durch genetische Veränderungen ER-Stress in den Zellen der Darmschleimhaut entwickelt, und fanden als gemeinsames Merkmal aller Modelle einen signifikanten IgA-Anstieg.

  • Wenn die Forschenden zusätzlich die Produktion oder den Transport von Antikörpern störten, wurde der Schutzeffekt von IgA unterbunden, und es kam zu einer vermehrten Darmentzündung.

«Besonders wichtig für diese Studie waren Beobachtungen an keimfreien Mäusen», sagt Niklas Krupka, einer der Ko-Erstautoren der Studie. Da in keimfreien Mäusen der stimulierende Einfluss von Bakterien, Viren oder Pilzen auf das Immunsystem fehlt, stellen diese Tiere normalerweise nur wenig IgA her. «Allein durch das genetische Erzeugen von ER-Stress in den Darmzellen konnten wir in keimfreien Mäusen einen deutlichen Anstieg der IgA-Produktion auslösen. Dies zeigt, dass wir es mit einem fundamentalen Schutzmechanismus des Darmes zu tun haben, für den nicht einmal eine natürliche mikrobielle Besiedlung erforderlich ist.»



Neuer Behandlungsansatz?

Als Ursprung für die durch ER-Stress ausgelöste IgA-Antwort identifizierten die Forschenden eine spezielle Gruppe von Abwehrzellen in der Bauchhöhle. «Unsere Daten zeigen, dass der Darm bei ER-Stress über bislang noch unbekannte Faktoren aktiv mit diesen Zellen kommuniziert und sich damit Hilfe aus der Ferne holt», erklärt Niklas Krupka. Vergleichbare Schutzmechanismen könnten auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine Rolle spielen:

Als Hinweis dafür fanden die Forschenden in Darmbiopsien von Patientinnen und Patienten, die eine ER-Stress-fördernde Genvariante aufwiesen, vermehrt IgA-produzierende Zellen.

Die Forschenden erhoffen sich nun, dass die gewonnenen Erkenntnisse in Zukunft für neue Behandlungsansätze für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen genutzt werden können und planen bereits weiterführende Studien.

«ER-Stress der Darmschleimhaut kann eine nützliche Funktion ausüben – vergleichbar mit dem aus der Psychologie entlehnten Begriff «Eustress»: einem stressauslösenden Reiz, der den Organismus jedoch positiv beeinflusst», sagt Krupka.

Die Studie wurde unter der Leitung des Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, mit wesentlicher Beteiligung des Department for Biomedical Research der Universität Bern und der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Berner Inselspitals durchgeführt: Niklas Krupka ist nach Abschluss seiner Forschungsarbeiten an der Harvard Medical School seit Kurzem an der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Berner Inselspitals tätig. Die Berner Forschenden Hai Li, Julien Limenitakis, Stephanie Ganal-Vonarburg und Andrew Macpherson waren massgeblich an der Charakterisierung der Antikörperantwort und ihrer Auswirkung auf die Darmbakterien beteiligt.

Die Arbeit wurde unter anderem unterstützt durch die National Institutes of Health (USA), den Europäischen Forschungsrat, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Netherlands Organization for Scientific Research, den Wellcome Trust Senior Investigator Award (UK) und die Japan Society for the Promotion of Science.

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Dr. Niklas Krupka
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Originalpublikation:
Joep Grootjans, Niklas Krupka, Shuhei Hosomi et al.: Epithelial endoplasmic reticulum stress orchestrates a protective IgA response, Science, 1. März 2019, http://dx.doi.org/10.1126/science.aat7186

 

Die Krankheitskeime im Verdauungstrakt: Zyklisches Lipokpeptid

Medizin am Abend Berlin Fazit: Darmbakterien wehren Krankheitskeime ab

Team des Kieler Metaorganismus-Sonderforschungsbereichs 1182 untersucht am Beispiel von Fadenwürmern die Rolle des Darmmikrobioms bei der Abwehr von Infektionen

Vom Einzeller bis zum Menschen sind sämtliche Tiere und Pflanzen von Mikroorganismen besiedelt. 


Als sogenannte Wirtslebewesen beherbergen sie eine vielfältige Gemeinschaft von symbiotischen Kleinstlebewesen, das Mikrobiom, und bilden gemeinsam mit ihnen den sogenannten Metaorganismus. 
 
Die darin ablaufenden Interaktionen von Körper und Mikroben üben einen bedeutenden Einfluss auf die Funktionen und die Gesundheit des Wirtslebewesens aus.

Auf einer Agarplatte zeigt sich die Hemmwirkung der Pseudomonas-Bakterien besonders deutlich: Der Krankheitserreger Bacillus thuringiensis kann in ihrer Nähe nicht gedeihen. Auf einer Agarplatte zeigt sich die Hemmwirkung der Pseudomonas-Bakterien besonders deutlich: Der Krankheitserreger Bacillus thuringiensis kann in ihrer Nähe nicht gedeihen.
© Dr. Sabrina Köhler

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im Sonderforschungsbereich (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) diese komplexen Wechselwirkungen und schreiben den Mikroorganismen auch eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern zu. Dazu nutzen sie verschiedene sogenannte Modellorganismen, also Lebewesen, die sich in ihrem Zusammenspiel mit ihren bakteriellen Symbionten unter Laborbedingungen untersuchen lassen. Am Beispiel des Fadenwurms Caenorhabditis elegans hat nun ein Forschungsteam aus der CAU-Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik die Funktion des natürlichen Darmmikrobioms untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das natürliche Mikrobiom im Wurm offenbar eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen übernimmt und bestimmte Bakterien einen deutlichen antimikrobiellen Effekt haben.

Die Ergebnisse der Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können künftig dabei helfen, die Funktionen des Darmmikrobioms insgesamt und insbesondere seine Effekte auf die Ansiedlung von Krankheitskeimen im Verdauungstrakt besser zu verstehen.

Ihre Studie erschien in der vergangenen Woche  in der Fachzeitschrift Current Biology.

Direkter und indirekter Infektionsschutz
Den Grundstein für die aktuellen Forschungsergebnisse legte das Kieler Team vor wenigen Jahren, als es die erste systematische Analyse des natürlichen Fadenwurm-Mikrobioms vorlegte. Aus dieser Untersuchung ging eine genaue Kenntnis der Zusammensetzung und der dominierenden Arten dieser Bakterienbesiedlung hervor. Damals stellten die Forschenden die Hypothese auf, dass das natürliche Mikrobiom den Tieren einen evolutionären Vorteil verschafft, indem es sie zum Beispiel gegen Krankheitserreger schützen kann. Um diese bisher lediglich vermutete Funktion des Mikrobioms besser zu verstehen, beschäftigten sich die Forschenden nun mit einzelnen Bakterien aus der damaligen Studie. Sie untersuchten also, wie einzelne Bakterien auf bestimmte schädliche Keime wirken. Dabei machten sie zwei deutliche Wirkungsweisen aus.

„Einerseits konnten wir eine direkte Schutzwirkung bestimmter Bakterien gegen einen Krankheitserreger feststellen“, betont Dr. Katja Dierking, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik an der CAU und Teilprojektleiterin im SFB 1182. „Bakterien der Gattung Pseudomonas hemmen das Wachstum des für den Wurm typischen Krankheitserregers Bacillus thuringiensis, wenn man beide in direkten Kontakt bringt“, so Dierking weiter. Außerdem zeigte sich bei der Untersuchung anderer Bakterien der Gattung Pseudomonas auch ein indirekter Effekt: Sie hemmen zwar nicht das Wachstum des Krankheitserregers, bewahren den Wurm aber trotzdem vor dessen schädlicher Wirkung. Insgesamt fanden die Forschenden sechs Bakterienisolate im natürlichen Mikrobiom, die an der Abwehr von Infektionen beteiligt sind: Zwei davon schützen den Wurm direkt vor dem Befall mit Krankheitskeimen, vier davon indirekt.

Wie Darmbakterien das Wachstum von Krankheitskeimen hemmen
Eine weitere Besonderheit der neuen Kieler Studie ist, dass sie nicht nur die infektionshemmende Wirkung einzelner Bakterien des Fadenwurm-Mikrobioms beschreibt, sondern im nächsten Schritt auch einen zugrundeliegenden molekularen Mechanismus identifizieren konnte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Kieler SFB 1182 konnten in Zusammenarbeit mit Forschenden der Goethe Universität Frankfurt mittels genomischer und biochemischer Analysen ein antibakterielles Molekül identifizieren, das von den Mikrobiom-Bakterien, die Caenorhabditis elegans auf direkte Weise schützen, produziert wird. „Die Pseudomonas-Bakterien im Darm des Wurms produzieren ein sogenanntes zyklisches Lipopeptid“, erklärt Kohar Kissoyan, Erstautorin der Forschungsarbeit und Doktorandin in der Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik. „Diese chemische Verbindung entfaltet eine direkte Hemmwirkung auf den Krankheitskeim und unterdrückt so sein weiteres Wachstum“, so Kissoyan weiter.



Dr. Katja Dierking (hinten) und Kohar Kissoyan erforschten die Rolle des natürlichen Fadenwurm-Mikrobioms bei der Abwehr von Infektionen.



Dr. Katja Dierking (hinten) und Kohar Kissoyan erforschten die Rolle des natürlichen Fadenwurm-Mikrobioms bei der Abwehr von Infektionen.
© Dr. Sabrina Köhler

Wie kann man die neuen Erkenntnisse nutzen?
Die neuen Ergebnisse des Kieler Teams bilden eine wertvolle Grundlage für die weitere Erforschung der verschiedenen Funktionen des natürlichen Darmmikrobioms. Mit dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans steht dafür in Kiel und in zahlreichen Forschungslaboren weltweit ein sehr weit verbreiteter und bestens untersuchter Modellorganismus zur Verfügung. Als nächstes wollen Dierking und ihr Forschungsteam den Wirkungsmechanismus des im Darmmikrobiom des Fadenwurms identifizierten antibakteriellen Moleküls im Detail nachvollziehen. Langfristiges Ziel des SFB 1182 ist es, auch die Wechselwirkungen der diversen Bakterien des Mikrobioms untereinander und mit dem Wirtsorganismus zu verstehen. In Zukunft, so hoffen die Kieler Forschenden, könne man durch Störungen des Darmmikrobioms verursachte Krankheiten mit der gezielten Gabe von sogenannten Probiotika, also bestimmten nützlichen Bakterienkulturen, möglicherweise erfolgreich therapieren. Diesem Ziel möchten sich die Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer zweiten erfolgreichen Förderperiode weiter annähern. Aktuell bewirbt sich der 2016 gestartete Kieler Metaorganismus-Sonderforschungsbereich um die weitere Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ab 2020.

Weitere Informationen:
Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik, Zoologisches Institut, CAU Kiel:
http://www.uni-kiel.de/zoologie/evoecogen

Sonderforschungsbereich 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“, CAU Kiel:
http://www.metaorganism-research.com

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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Dr. Boris Pawlowski, Text: Christian Urban
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
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Dr. Katja Dierking
Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4145
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Originalpublikation:
Kohar Kissoyan, Moritz Drechsler, Eva-Lena Stange, Johannes Zimmermann, Christoph Kaleta, Helge Bode und Katja Dierking (2019): Natural C. elegans microbiota protects against infection via production of a cyclic lipopeptide of the viscosin group Current Biology Published on 28 February, 2019
https://doi.org/10.1016/j.cub.2019.01.050

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Die Fruchtbarkeit des älteren Mannes...., ein sehr ungünstiger Verlauf für Mutter und Kind

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Auch Spermien altern − späte Vaterschaft birgt Risiken für Mutter und Kind

Die verbreitete Annahme, dass Spermien nicht altern, ist überholt. 

Neuere Forschungen belegen: 

Auch männliche Keimzellen unterliegen Alterungsprozessen. 

Studien weisen darauf hin, dass die DNA der Samenzellen über die Jahre Schaden nehmen kann. 

Die Folge: 

Das Risiko von Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Nachwuchses. 

  • Ebenso erleiden die Partnerinnen häufiger Komplikationen ihrer Schwangerschaft. 

Die neuen Erkenntnisse, die Andrologen zur Fruchtbarkeit des älteren Mannes haben, und was dies für ältere Paare mit Kinderwunsch bedeutet, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz des 62. Kongresses für Endokrinologie (20. bis 22. März 2019) am 20. März 2019 in Göttingen. 
 
Mütter und Väter werden immer älter.

Das Durchschnittsalter einer Frau bei der Geburt des ersten Kindes steigt an:

2007 waren die Frauen im Schnitt 29,8 Jahre alt, für 2017 gibt das Statistische Bundesamt das Alter von 31,2 Jahren an.

„Mögliche Risiken einer späten Elternschaft wurden lange Zeit hauptsächlich in Bezug auf das Alter der Frau betrachtet. Der Einfluss des Alters des Vaters wurde bislang vernachlässigt“, berichtet Universitätsprofessor Dr. rer. nat Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster.

  • Während der lebenslange Keimzellen-Pool von Frauen, bestehend aus rund 400 000 unreifen Eizellen pro Eierstock, bereits zum Zeitpunkt der Geburt angelegt ist und ab diesem Datum altert, produzieren Männer im Laufe ihres Lebens Millionen von Spermien täglich immer wieder neu.

 „Daraus leitete sich die Annahme ab, männliche Keimzellen würden nicht altern“, erklärt Schlatt.

  • Dabei würde jedoch nicht berücksichtigt, dass auch bei älteren Männern die Integrität der Spermien-DNA beeinträchtigt sein könnte, etwa durch genetische und epigenetische Veränderungen. 
„Das dadurch verursachte veränderte Ablesen von Genen könnte sowohl die Embryonal- als auch die Plazentaentwicklung beeinträchtigen“, so Professor Schlatt.

Eine aktuell im British Medical Journal veröffentlichte populationsbasierte Kohortenstudie untersuchte, welche Auswirkungen das Alter der Eltern für die Gesundheit von Mutter und Kind hat.

Die Forscher werteten die vorliegenden Daten von mehr als 40,5 Millionen Lebendgeburten in den USA zwischen 2007 und 2016 aus. Sie erfassten neben verschiedenen Angaben zur Person (wie soziale Herkunft, Schulbildung, Nationalität) auch das Alter der Väter.

  • Registriert wurden Ereignisse wie Frühgeburtlichkeit (Schwangerschaftsdauer unter 37 Schwangerschaftswochen),
  • ein geringes Geburtsgewicht (unter 2 500 Gramm), 
  • Atemhilfe nach Geburt, 
  • Aufnahme auf eine neonatologische Intensivstation, 
  • Antibiotikagabe 
  • sowie das Auftreten von Krampfanfällen. 

Bei der Gesundheit der Mütter wurde vor allem nach Schwangerschaftsdiabetes und -vergiftung (Präeklampsie sowie Eklampsie) geschaut.

Das Ergebnis zeigt, dass die Schwangerschaften mit den ältesten Vätern den ungünstigsten Verlauf nahmen.

Ein Alter des Vaters ab 45 Jahren ging im Vergleich zum Referenzalter zwischen 25 und 34 Jahren mit einem signifikant höheren Risiko für eine Frühgeburt sowie für ein niedriges Geburtsgewicht einher.

Die Kinder der ältesten Väter benötigten auch deutlich häufiger eine Atemunterstützung nach der Geburt und mussten öfter auf eine neonatologische Intensivstation aufgenommen werden.


  • Das Risiko für die Frau, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, nahm bei einem Vater im Alter zwischen 45 und 54 Jahren um 28 Prozent und bei einem Alter des Mannes ab 55 Jahre um 34 Prozent zu. 

Das Risiko für die schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikationen Präeklampsie und Eklampsie bei der Mutter war mit alten Vätern jedoch nicht höher.

„Diese Studie macht deutlich, dass ein höheres Alter des Vaters Komplikationen beim Kind und der Mutter begünstigt. 

Andere frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Erkrankungen wie Autismus und Schizophrenie ebenfalls mit dem Alter des Vaters assoziiert sind“, ergänzt Schlatt.

Ob und welche Risiken in der alternden Keimzelle genau auftreten, werde zurzeit intensiv erforscht, berichtet der Androloge. Bis mehr Studienergebnisse vorliegen, sollten andere Strategien verfolgt werden.

Professor Dr. med. Heide Siggelkow, DGE-Kongresspräsidentin und Ärztliche Leiterin MVZ ENDOKRINOLOGIKUM Göttingen, wünscht sich mehr Beratung und Aufklärung:

„Es gibt hierzulande einen Trend zu später Elternschaft bei beiden Elternteilen.

  • Da die gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind gravierend sein können, sollten Paare mit Kinderwunsch darauf hingewiesen werden, dass mit steigendem väterlichem Alter die Spermaqualität ab- und die Gefahr weiterer altersbedingter Risikofaktoren zunimmt. 

Unter diesem Gesichtspunkt sollten Männer unter 40 Jahren darüber nachdenken, ob das Einfrieren ihrer Spermien (Kryokonservierung) eine Option sein könnte“, sagt die Kongresspräsidentin.

Auf der Konferenz des 62. Kongresses für Endokrinologie (20. bis 22. März 2019) am 20. März 2019 in Göttingen werden die Experten darüber hinaus über die „Rolle des Mikrobioms beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS)“ sprechen, neue Forschungsergebnisse zum „Knochen als endokrinem Organ“ vorstellen und über die Gründung spezieller Zentren zur Behandlung von Mädchen und Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom berichten.

Literatur:
Khandwala YS et al. Association of paternal age with perinatal outcomes between 2007 and 2016 in the United States: population based cohort study. BMJ 2018; 363: k4372. DOI: 10.1136/bmj.k4372. https://www.bmj.com/content/363/bmj.k4372
Lorenz J. Höheres Alter der Väter begünstigt neonatale Komplikationen. Z Geburtshilfe Neonatol 2019; 223(01): 11-12. DOI: 10.1055/a-0818-8072. https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-0818-8072
Gromoll J, Tüttelmann F, Kliesch S. Social freezing – the male perspective. Der Urologe 55(1),· November 2015. DOI: 10.1007/s00120-015-3943-8. https://www.springermedizin.de/andrologie/fertilitaet-und-kinderwunsch/social-fr...
 
Berthold-Lecture:
Harald Jüppner, Insights into biology through immunoassays, molecular cloning and genetics
Vorsitz: Josef Köhrle, Heide Siggelkow
Termin: Donnerstag, 21.03.2019, 09:30 bis 10:15 Uhr
Ort: LOKHALLE Göttingen, Raum Lichtenberg
Anschrift: Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen

S7: Erhalt oder Wiederherstellung der Hodenfunktion – von Bertholds Göttinger Experimenten bis zur Zukunftsvision
Vorsitz: Helmut Schatz, Stefan Schlatt
Termin: Freitag, 22.03.2019, 08:30 bis 10:00 Uhr
Ort: LOKHALLE Göttingen, Raum Gauss
Anschrift: Bahnhofsallee 1B, 37081 Göttingen

Patiententag zum 62. Deutschen Kongresses für Endokrinologie:
Kurzvorträge von: Dr. med. Caroline Bouter, Clemens Freiberg, Prof. Dr. med. Raddatz, Prof. Dr. med. Heide Siggelkow
Themen: Schilddrüse, Diabetes mellitus, Wachstumsstörungen im Kindesalter und Osteoporose
Termin: Samstag, 23. März 2019, 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Universitätsmedizin Göttingen, Hörsaal 552
Anschrift: Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Eintritt frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zum Kongressprogramm unter http://www.dge2019.de


Vorläufiges Programm:

Jenseits von Stützen, Schützen und Bewegen: hormonaktives Gebein – der Knochen als endokrines Organ
Professor Dr. med. Heide Siggelkow
Ärztliche Leiterin MVZ ENDOKRINOLOGIKUM Göttingen, Zentrum für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Nuklearmedizin und Humangenetik, Osteologisches Zentrum DVO und DGE-Kongresspräsidentin

Hormone und Darm im Austausch: Die Rolle des Mikrobioms beim „Frauenleiden“ polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
Professor Dr. med. Barbara Obermayer-Pietsch
Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie, Medizinische Universität Graz und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel (ÖGES)

Fruchtbar bis in hohe Alter? Was alte Männer alt macht – neue Forschungserkenntnisse aus der Andrologie
Univ.-Professor Dr. rer. nat Stefan Schlatt
Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster

Wenn eines von zweien fehlt: Monosomie X – welche Therapie brauchen Mädchen und Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom?
Professor Dr. med. Joachim Wölfle
Leiter des Schwerpunkts Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinikum Bonn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED)

Neugegründete Turner-Zentren: Was betroffene Frauen erwarten und fordern
Kerstin Subtil
Referentin der Turner-Syndrom Vereinigung Deutschland e.V., Dornburg

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Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Dagmar Arnold, Friederike Gehlenborg
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Telefon: 0711 8931-380/ -295
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org, gehlenborg@medizinkommunikation.org

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Dennis Makoschey
Geschäftsführer / Pressesprecher
Telefon: 030 2009 7777
E-Mail-Adresse: makoschey@awmf.org


 

Untersucher-StudienEinladung: Schwangere und junge Mütter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Präventionsstudie zu Stress und Sorgen während der Schwangerschaft und nach der Geburt

An der Universitätsmedizin Greifswald startete am 12. März 2019 die Studie Netzwerk Vorpommern: 

Psychosoziale und neurobiologische Gesundheit von Schwangeren und jungen Müttern in Vorpommern (PriVileG-M). 

  • Im Fokus der Studie stehen stressbelastete schwangere Frauen in Vorpommern.

Neben der Universitätsmedizin sind die Universität Greifswald und die Hochschule Neubrandenburg in die Studie eingebunden. 


Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Erläuterung zur Studie  

Symbolbild PriVileG
Symbolbild PriVileG Unimedizin Greifswald
 
Für die Studie werden schwangere Frauen bis ca. der 25. Schwangerschaftswoche gesucht. 

  • Die Teilnehmerinnen werden etwa 12-15 Monate begleitet, bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres ihres Kindes. 

Innerhalb dieses Zeitraums finden fünf Befragungen bzw. Untersuchungen statt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich mit den Auswirkungen des mütterlichen Stresses auf das Ungeborene und später auf das Baby beschäftigen. 

Die teilnehmenden Frauen werden dabei unterstützt, mit individualisierten Therapiemaßnahmen ihren Stresslevel zu reduzieren.

Ziel ist es, sie darin zu fördern, eine stabile Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, selbstsicherer in Konflikten zu reagieren und sie in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken. 

Somit erwarten wir, auch das Bindungsverhalten der Kinder und ihre weitere Entwicklung zu fördern.


Langfristig sollen die Untersuchungsergebnisse genutzt werden, präventive Unterstützungsangebote in Vorpommern zu etablieren, die auf die Bedürfnisse schwangerer Frauen und junger Mütter mit Belastungen ausgerichtet sind.

Die Studie wird im Rahmen der Initiative „Förderung von Nachwuchswissenschaftlern in exzellenten Forschungsverbünden“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von circa zwei Millionen Euro über eine Dauer von insgesamt 42 Monaten unterstützt.

Teilnahme
An der Teilnahme Interessierte wenden sich bitte direkt an die Projektkoordinatorin Juliane Corleis.
privileg@uni-greifswald.de
01522 2406323 (auch WhatsApp)

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Projektleitung Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. Hans Grabe
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Ellernholzstraße 1-2, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86 6842
grabeh@uni-greifswald.de

Universität Greifswald
Prof. Dr. Silke Schmidt
Institut für Psychologie
Lehrstuhl Gesundheit und Prävention
Robert-Blum-Straße 13, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3800
Silke.schmidt@uni-greifswald.de

Hochschule Neubrandenburg
Prof. Dr. Bedriska Bethke
Fachbereich Gesundheit, Pflege und Management
Brodaer Straße 2, 17033 Neubrandenburg
Telefon 0395 5693 3100
bethke@hs-nb.de

Jan Meßerschmidt Universität Greifswald
Domstraße 11
17489 Greifswald
Postfach Greifswald
17487 Greifswald
Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern
Telefon: (03834) 420 1150
Fax: (03834) 420 1151
E-Mail-Adresse: jan.messerschmidt@uni-greifswald.de

Infektionen: Das Reifen des Darmimmunsystem bei Kindern/Erwachsenen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Infektionen im Säuglingsalter: Wie entwickelt sich das Immunsystem im Darm von Kindern?

Immunzellen zur Eliminierung von mit Viren infizierten Zellen sind bereits bei der Geburt im Darm vorhanden 
 
Ein Wissenschaftsteam aus der Abteilung „Virus Immunologie“ des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) hat die Reifung des Immunsystems im Darm von Kindern innerhalb des ersten Lebensjahres untersucht. 

Die Ergebnisse sind nun im renommierten Journal „Nature Communications“ erschienen.

Kinder sind stärker von einer Infektion mit Viren bedroht als Erwachsene. 

  • Dabei gelangen die Viren überwiegend über die Schleimhäute des Darms oder der Lunge in den Körper. 

Um den Körper gegen Viren zu schützen, werden Immunzellen benötigt. 

Über die im Darm von Kleinkindern vorhandenen Immunzellen ist bisher nur wenig bekannt. Forscherinnen und Forscher der HPI-Abteilung „Virus Immunologie“ unter der Leitung von Dr. Dr. Madeleine Bunders sind dieser Frage nun nachgegangen.

Die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ erschienene Studie zeigt, dass sich die Immunzellpopulationen im Darm von Kindern im ersten Lebensjahr schnell verändern:

Bei der Geburt sind im Darm der Kinder natürliche Killerzellen (NK-Zellen), die angeborenen Immunzellen, vorhanden.

  • Nach der Geburt ersetzen T-Zellen, die Teil des adaptiven Immunsystems sind, die NK-Zellen. 
  • Dies resultiert in einem reifen Darmimmunsystem, vergleichbar dem von Erwachsenen.

  • „Unsere Ergebnisse zeigen, dass NK-Zellen die Hauptpopulation der angeborenen Lymphozyten im Darm von Säuglingen bilden“, erklärt Adrian Sagebiel, Erstautor der Veröffentlichung und medizinischer Doktorand am HPI. 


"Wir können nun untersuchen, wie man diese NK-Zellen dazu nutzen kann, die Kontrolle über Virusinfektionen bei Kindern zu verbessern", ergänzt die Leiterin der Studie Dr. Dr. Madeleine Bunders.

Diese vom Heinrich-Pette-Institut geleitete Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie dem Amsterdam University Medical Center der Universität Amsterdam durchgeführt. Die Forschungsarbeit ist durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Mitteln des SFB841 sowie der Daisy Huët Röell Foundation unterstützt worden.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht:


Adrian F. Sagebiel, Fenja Steinert, Sebastian Lunemann, Christian Körner, Renée R.C.E. Schreurs, Marcus Altfeld, Daniel Perez, Konrad Reinshagen & Madeleine J. Bunders (2019). Tissue-resident Eomes+ NK cells are the major innate lymphoid cell population in human infant intestine. Nature Communications, 2019 Feb 28.

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Adrian Sagebiel:
adrian.sagebiel@leibniz-hpi.de
Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie,
Hamburg

Dr. Dr. Madeleine J. Bunders:
madeleine.bunders@leibniz-hpi.de
Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie,
Hamburg

Dr. Franziska Ahnert Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie
Martinistraße 52
20251 Hamburg
Deutschland
Hamburg
E-Mail-Adresse: oeffentlichkeitsarbeit@hpi.uni-hamburg.de
Telefon: 040/48051108
Fax: 040/48051103
E-Mail-Adresse: presse@leibniz-hpi.de

Originalpublikation:
Adrian F. Sagebiel, Fenja Steinert, Sebastian Lunemann, Christian Körner, Renée R.C.E. Schreurs, Marcus Altfeld, Daniel Perez, Konrad Reinshagen & Madeleine J. Bunders (2019). Tissue-resident Eomes+ NK cells are the major innate lymphoid cell population in human infant intestine. Nature Communications, 2019 Feb 28. DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-018-08267-7

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Rheumatoide Arthrits (RA) Rheuma-Formen: Schäden am Innenohr beachten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wenn Rheuma das Innenohr schädigt

Entzündlich rheumatische Erkrankungen, unter denen in Deutschland anderthalb Millionen Menschen leiden, greifen nicht nur die Gelenke an. 

Zu den wenig bekannten Folgen gehören auch Schäden am Innenohr. 

Bei einigen Rheuma-Formen kann es sogar zum plötzlichen Hörverlust kommen, wie ein Rheuma-Experte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) anlässlich des Welttags des Hörens erklärt. 
 
  • Das klassische Gelenkrheuma, die rheumatoide Arthritis (RA), beginnt häufig im Alter von 50 bis 70 Jahren. 

In dieser Zeit lässt auch das Hörvermögen vieler Menschen nach.

„Es ist deshalb schwer zu beurteilen, ob die RA die Entwicklung der Schwerhörigkeit im Alter fördert“, erläutert Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und leitender Rheumatologe am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Viele epidemiologische Studien deuten jedoch darauf hin, dass Menschen mit RA häufiger als andere unter Hörstörungen leiden.“ Die Zusammenhänge sind nach Auskunft des Experten bislang wenig erforscht. Es sei unklar, ob die Gelenke zwischen den Hörknöchelchen betroffen sind, die im Mittelohr den Schall verstärken. Denkbar sei auch, dass der Empfänger im Innenohr durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wird.

„Man kann aber davon ausgehen, dass die Entzündung bei der RA und bei anderen entzündlichen Erkrankungen das Nervensystem schädigen und dies das Hören beeinträchtigt.

  • Hierzu gibt es beispielsweise Studien zu Riechen und dem systemische Lupus erythematodes (SLE), die dies belegen,“ erläutert der Experte.
  • Die RA ist nur eine von mehreren rheumatischen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem Gelenke und andere Körperstrukturen mit Antikörpern angreift anstatt es zu schützen. 

Eine weitere ist der systemische Lupus erythematodes (SLE), an dem in Deutschland etwa 30.000 Menschen leiden.

Häufig sind es jüngere erwachsene Frauen.

Sichtbares Zeichen des SLE kann die sogenannte Schmetterlingsflechte sein, die mit rötlichen schuppenartigen Flächen im Gesicht einhergeht. 

Die Erkrankung ist jedoch nicht auf die Haut beschränkt. Sie greift verschiedene Organe an, darunter auch das Innenohr.

„Pathologen haben Antikörper und Immunkomplexe im Innenohr nachgewiesen, die Durchblutungsstörungen verursachen oder die Sinneszellen direkt schädigen“, berichtet Professor Schulze-Koops. 

In schweren Fällen komme es zu einer plötzlichen Schwerhörigkeit auf einem Ohr. 

 „Glücklicherweise kann eine rechtzeitige Behandlung dies häufig verhindern,“ so der Experte, „deshalb gehören die Patienten dringend in die Hände von Rheumatologen“.

Die Betroffenen müssen oft lebenslang Medikamente einnehmen, die überschießende Reaktionen des Immunsystems bremsen.

  • Auch die seltene entzündlich rheumatische Granulomatose mit Polyangiitis schädigt das Gehör. 
  • Bei dieser Erkrankung kommt es im gesamten Körper zu Ansammlungen kleiner Entzündungsknötchen, die das Gewebe schädigen. 
  • Betroffen ist auch die Verbindung zwischen Mittelohr und Rachen, was Mittelohrentzündungen begünstigt. 

In Deutschland sind wenige hundert Menschen daran erkrankt.

„Hörstörungen sind bei dieser Erkrankung sehr häufig“, erklärt Professor Schulze-Koops.

Grundsätzlich rät der Experte allen Rheumakranken, ihr Gehör regelmäßig überprüfen zu lassen.

Professor Schulze-Koops erklärt:

„Eine Verschlechterung der Hörleistung kann darauf hinweisen, dass die Behandlung der Erkrankung nicht optimal ist und die Dosis der Medikamente überprüft werden muss.“

  • Entscheidend sei dabei, dass die Patienten so früh wie möglich zum Facharzt gelangen und ihnen eine passgenaue Behandlung zukommt. Nur so lassen sich langfristige Schäden verhindern.
Literaturangabe:
Emamifar A, Bjoerndal K, Hansen IM. Is Hearing Impairment Associated with Rheumatoid Arthritis? A Review. Open Rheumatol J. 2016; 10: 26-32
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27053970

A Di Stadio, Massimo Ralli. Systemic Lupus Erythematosus and hearing disorders: Literature review and meta-analysis of clinical and temporal bone findings. J Int Med Res. 2017; 45: 1470–1480.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5718712/

Rahne T, Clauß F, Plontke SK, Keyßer G. Prevalence of hearing impairment in patients with rheumatoid arthritis, granulomatosis with polyangiitis (GPA, Wegener's granulomatosis), or systemic lupus erythematosus. Clin Rheumatol. 2017; 36: 1501-1510
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28455828

Hintergrundinformationen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zu rheumatischen Erkrankungen

https://dgrh.de/Start/DGRh/Presse/Daten-und-Fakten/Rheuma-in-Zahlen.html

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Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V.
Geschäftsstelle
Anna Julia Voormann
Generalsekretärin
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C
10179 Berlin
Tel. +49 30 240 484 70
Fax +49 30 240 484 79
anna.voormann@dgrh.de
http://www.dgrh.de

Janina Wetzstein
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-457
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: wetzstein@medizinkommunikation.org

 

Selbstverletzendes Verhalten unter Jugendlichen: http://www.star-projekt.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen: Teilnehmer für Online-Hilfe und Studie gesucht

  • Selbstverletzendes Verhalten unter Jugendlichen ist weit verbreitet. 

Im Rahmen des bundesweiten STAR-Projekts, an dem die Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität in Landau beteiligt ist, bieten die Wissenschaftler ab sofort eine kostenlose Online-Therapie an und suchen Teilnehmer für eine Studie. 
 
  • Jeder dritte Jugendliche und junge Erwachsene hat Erfahrungen mit selbstverletzendem Verhalten, ritzt, kratzt oder verbrennt sich. 
„Trotz ernst zu nehmender medizinischer Risiken und eines hohen psychischen Leidensdrucks suchen nur wenige Betroffene Hilfe“, bedauert Professorin Dr. Tina In-Albon, die auch die Landauer Psychotherapie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche der Universität leitet. 

Das wollen sie und ihr Team in Landau im Forschungsprojekt STAR (Self-Injury, Treatment, Assessment, Recovery) ändern.

Die Wissenschaftler werden bisherige Erkenntnisse und Ansätze bündeln und Grundlagenforschung mit therapeutischen Angeboten und Schulungsmaßnahmen vereinen.

  • Ziel des STAR-Projektes ist es, Einblicke in die Selbstverletzung von Jugendlichen und in den Verlauf des Verhaltens – was führt dazu, dass jemand aufhört oder eben nicht aufhört? – zu erhalten, um die Frühintervention sowie die Therapieerfolge bei Betroffenen verbessern zu können. 
  • Auch wollen die Psychologen untersuchen, inwiefern ihre neue Online-Hilfe dazu führt, das selbstverletzende Verhalten bei Jugendlichen zu verringern. 
  • Die Online-Hilfe bietet umfassende Informationen, Übungsmaterialien sowie Beratung per Chat oder Anruf an.

Das STAR-Projekt lebt vom Mitwirken Jugendlicher und junger Erwachsener: 

An der Studie teilnehmen können junge Menschen zwischen 15 und 21 Jahren, die sich in den vergangenen zwölf Monaten selbst verletzt haben und aktuell nicht in einer psychotherapeutischen Behandlung sind oder die sich noch nie selbst verletzt haben und sich auch nicht in Behandlung bei einem Psychotherapeuten befinden.

Die Online-Hilfe sowie die Möglichkeit, sich für die Studie anzumelden, gibt es unter http://www.star-projekt.de 

Dort stehen auch alle Informationen zu den Teilnahmebedingungen.

Interessierte, die in der Nähe von Landau wohnen, können auch vor Ort in den Räumlichkeiten der Klinischen Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Studie teilnehmen.

Für die Teilnahme vor Ort wird eine Aufwandsentschädigung von bis zu 90 Euro bezahlt.

Bei Fragen dazu ist das Team per E-Mail erreichbar unter star-landau@uni-landau.de.

Das STAR-Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Partner im Projekt sind das Universitätsklinikum Ulm (Leitung), das Universitätsklinikum Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Koblenz-Landau, das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und die Medizinische Hochschule Brandenburg.

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Telefon: 06131/37460-34
Fax: 06131/37460-40
E-Mail-Adresse: hegen@uni-koblenz-landau.de
 

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Hepatitis D: Hepatitis delta - Chronische Lebererkrankung Hepatitis D-Virus (HDV)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studienergebnisse zeigen: neue Therapieoptionen für Hepatitis D (delta) weiter dringend benötigt

Die weltweit größte Studie zur Behandlung der aggressiven Hepatitis delta wurde im HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung durchgeführt. 

Heute veröffentlichte Ergebnisse der internationalen Studie zeigen, dass eine Verlängerung der Therapie positive Auswirkungen auf den Zustand der Leber hat und damit das Fortschreiten der Erkrankung hemmen kann, jedoch nicht zu wesentlich höheren Heilungsraten führt. 
 
  • Die Hepatitis delta ist die chronische Lebererkrankung mit den schwerwiegendsten Folgen, die durch Viren verursacht wird. 

Die Betroffenen entwickeln sehr häufig eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs; für viele Patienten bleibt die Lebertransplantation als letzte Therapieoption.

Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit dem Hepatitis D-Virus (HDV) verursacht.

Das HDV ist das kleinste bekannte Virus, das Menschen infizieren kann.

Nur Patienten mit einer bestehenden Hepatitis B können sich mit dem Hepatitis D-Virus infizieren, da das Virus das Hülleiweiß des Hepatitis B-Virus benötigt, um Leberzellen zu infizieren.

Aktuelle Schätzungen gehen von weltweit ca. 15 bis 25 Millionen und in Deutschland von etwa 30.000 Menschen aus, die chronisch mit dem Hepatitis D-Virus infiziert sind.

Die derzeit einzige Therapieoption ist eine einjährige Behandlung mit einem modifizierten Gewebshormon, dem pegylierten Interferon alfa, basierend auf einer Studie des „Kompetenznetz Hepatitis“, einem Projekt der Deutschen Leberstiftung, deren Ergebnisse im Jahr 2011 veröffentlicht wurden. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass bei ca. 25 bis 30 Prozent der Infizierten zum Ende der Therapie das Virus nicht mehr nachweisbar war (HIDIT-I-Studie des „Kompetenznetz Hepatitis“; NEJM 2011). Leider kam es jedoch im Langzeitverlauf nach Therapieende bei vielen Patienten zu einem erneuten Anstieg der Viruslast, sodass nur bei wenigen Betroffenen eine langfristige Viruskontrolle erreicht werden konnte (Heidrich et al.; Hepatology 2014). Unklar blieb, ob mit einer verlängerten Therapie oder durch eine Behandlung in Kombination mit einem weiteren Medikament gegen die gleichzeitig bestehende Hepatitis B die Ausheilungsraten erhöht werden können.

Im HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung wurde daher in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Firma Roche Pharma die derzeit weltweit größte Studie (The Hep-Net International Delta Hepatitis Interventional Trial, HIDIT-II) zur antiviralen Behandlung der chronischen Hepatitis delta durchgeführt. In der HIDIT-II wurden in einer internationalen Zusammenarbeit von Zentren in Deutschland, Griechenland, Rumänien und der Türkei 120 Patienten für 96 Wochen entweder mit PEG Interferon alfa-2a und Tenofovir disoproxil (einem Medikament, das zur Behandlung der Hepatitis B zugelassen ist) oder PEG Interferon alfa-2a und einem Placebo behandelt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden jetzt in der angesehenen Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“, dem international bedeutendsten Journal im Bereich Infektionserkrankungen, veröffentlicht.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass eine deutliche Verminderung der Lebervernarbung, also eine Verbesserung des Zustandes und der Funktion der Leber zum Ende der Therapie, beobachtet wurde.

„Dieser Befund konnte in der Form weltweit erstmals dokumentiert werden, was für die Langzeitprognose der Patienten von wesentlicher Bedeutung ist“, stellt Professor Heiner Wedemeyer, Koordinator der Studie und Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen heraus. „Damit ist die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs deutlich reduziert.“ 
  • Wichtig ist auch die durchaus gute Verträglichkeit der verlängerten Therapie, obwohl Interferone Nebenwirkungen wie grippeartige Symptome oder Blutbildveränderungen verursachen können.

Auch mit der zweijährigen Therapie konnten Rückfälle nach Therapieende nicht verhindert werden. Professor Cihan Yurdaydin aus der Abteilung Gastroenterologie der Universität Ankara, verantwortlicher Prüfarzt für die Türkei, erklärt, dass aufgrund der HIDIT-II-Studie eine auf zwei Jahre verlängerte Therapie nicht generell empfohlen werden kann. „Diese für die klinische Praxis sehr wichtige Studie zeigt aber, dass bei Patienten mit gutem Therapieansprechen eine Verlängerung durchaus in Betracht gezogen werden kann“, stellt er klar.

„Die vom HepNet Study-House initiierte Studie war eine logistische Meisterleistung über fast zehn Jahre, die weltweit einmalige Ergebnisse erbracht hat und nur mit der Infrastruktur des HepNet Study-House, internationaler Zusammenarbeiten sowie der Unterstützung durch das Hannover Clinical Trial Center (HCTC) möglich war“, betont Professor Michael P. Manns. Er ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Die Studie wurde mit Fördermitteln des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der Unterstützung der Firmen Roche Pharma AG und Gilead Sciences GmbH durchgeführt.

Literatur: Peginterferon alfa-2a plus tenofovir disoproxil fumarate for hepatitis D (HIDIT-II): a randomised, placebo controlled, phase 2 trial (H. Wedemeyer, C. Yurdaydin, S. Hardtke, F. A. Caruntu, M. G. Curescu, K. Yalcin, U. S. Akarca, S. Gürel, S. Zeuzem, A. Erhardt, S. Lüth, G. V. Papatheodoridis, O. Keskin, K. Port, M. Radu, M. K. Celen, R. Idilman, K. Weber, J. Stift, U. Wittkop, B. Heidrich, I. Mederacke, H. von der Leyen, H. P. Dienes, M. Cornberg, A. Koch, M. P. Manns for the HIDIT-II study team), The Lancet Infectious Diseases, Volume 19, ISSUE 3, P275-286, March 01, 2019, doi: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(18)30663-7

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen.


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Originalpublikation:
The Lancet Infectious Diseases, Volume 19, ISSUE 3, P275-286, March 01, 2019, doi: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(18)30663-7