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Lichttherapie: Unterstützung der Wundheilung

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Zellverträgliche OLED für Einsatz am Patienten

Am Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP wurden erstmals Untersuchungen an Zellkulturen zur Zytokompatibilität, also der Zellverträglichkeit, von organischen Leuchtdioden durchgeführt. 

Die Ergebnisse zeigen vielversprechende Aussichten für den Einsatz von OLED im medizinischen Bereich, z. B. in der Lichttherapie. Die Ergebnisse werden in einem White Paper „Untersuchung der Zellverträglichkeit von OLEDs“ publiziert und ebenfalls auf dem 4. Industry Partners Day des Fraunhofer FEP, am 28. September 2016, in Dresden präsentiert. 
 Grünes OLED-Licht während der zellphysikalischen Stimulation (OLED mit Zellkulturplatte)
Grünes OLED-Licht während der zellphysikalischen Stimulation (OLED mit Zellkulturplatte) Fraunhofer FEP
 
Die Lichttherapie ist ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der Wundheilung. 

  • Schwierige und langwierige Heilungsprozesse in der Dermatologie, z. B. aufgrund chronischer und infizierter Wunden, stellen für die behandelnden Ärzte eine Herausforderung dar und können mit Licht positiv beeinflusst werden.

Das Fraunhofer FEP in Dresden forscht seit Jahren erfolgreich an Prozessen, Technologien und Anwendungen für flexible OLED. Um diese Flächenlichtquellen nun für potenzielle medizinische Anwendungen einsetzen zu können, sind toxische Einflüsse durch die verwendeten Materialien auszuschließen. Derlei Untersuchungen zur sogenannten Zytokompatibilität von flexiblen OLED waren bisher nicht bekannt.

In einer Pilotstudie wurde nun erstmals die Zytokompatibilität von flexiblen OLED-Systemen beurteilt. Dr. Schönfelder, Gruppenleiterin der Arbeitsgruppe Medizinische Applikationen am Fraunhofer FEP, erläutert begeistert: „Selbst nach elektrischem Betrieb oder mechanischen Belastungen durch Biegen diffundieren keine toxisch wirkenden Substanzen aus den OLED, die die Zellen verändern.“

Im nächsten Schritt wurden Untersuchungen an definiert geschädigten in-vitro-Zellkulturen aus der Haut und des Immunsystems zum Einfluss von OLED-Licht durchgeführt. Erste Ergebnisse weisen auf Effekte einer beschleunigten Selbstheilung hin und können damit die potenzielle Grundlage für zukünftige therapeutische Anwendungen sein.

Bereichsleiter Dr. Christian May schaut voraus: „Es stehen weitere Langzeituntersuchungen an, um die Zytokompatibilität während der OLED-Licht-Einwirkung garantieren zu können. Sichere elektrische Kontaktierungen, Stromversorgung, Ansteuerungen und die Randversiegelung sind wichtige Themen, denen wir uns widmen, bevor eine Anwendung direkt am Patienten möglich wird.“

Detaillierte Ergebnisse sind im White Paper „Untersuchung der Zellverträglichkeit von OLEDs“ unter http://s.fhg.de/3iX nachzulesen und werden von Frau Dr. Jacqueline Hauptmann im Vortrag „OLED light application in medicine and cytotoxicity of the materials“ am 28.09.2016, zum 4th Industry Partners Day mit Schwerpunkt „Medizin“ am Fraunhofer FEP vorgestellt.


Flexible OLED hergestellt am Fraunhofer FEP im Rolle-zu-Rolle-Verfahren


Flexible OLED hergestellt am Fraunhofer FEP im Rolle-zu-Rolle-Verfahren Fraunhofer FEP

Anmeldungen und Programm unter www.fep.fraunhofer.de/ipd. Möglichkeiten zum Sponsoring der Veranstaltung bzw. zur Beteiligung mit Infoständen sind gegeben.

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Erwachsenen Hausstaubmilben-Allergikern: Beachtung der Leukotrienkaskade im Atemwegsepithel

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Allergieforschung: Reaktion auf Hausstaubmilben hängt vom Alter ab

Bei erwachsenen Hausstaubmilben-Allergikern führt eine Kaskade von Entzündungssignalen auf der Oberfläche der Atemwege zum sogenannten Airway Remodeling. 

  • Dieser Prozess ist nicht durch die standardmäßige Cortisontherapie zu beeinflussen. 

Das berichten Forscher am Helmholtz Zentrum und der Technischen Universität München in der neuesten Ausgabe des ‚Journal of Allergy and Clinical Immunology‘. 

 Immunhistologische Färbung von Gewebe eines Nasenpolypen: In Epithelzellen und Entzündungszellen (Zellkerne in blau) sind Komponenten der Leukotrien-Kaskade aktiv (grün bzw. rot).
Immunhistologische Färbung von Gewebe eines Nasenpolypen: In Epithelzellen und Entzündungszellen (Zellkerne in blau) sind Komponenten der Leukotrien-Kaskade aktiv (grün bzw. rot).
Quelle: Helmholtz Zentrum München
 
Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen von Asthma betroffen.

Ein häufiges Symptom in diesem Zusammenhang ist das Airway Remodeling: 
  1. ein krankhafter Umbau der Atemwegsstruktur, bedingt durch fehlgesteuerte Reparaturprozesse.* Je nach Alter der Patienten können als Leukotriene bekannte Botenstoffe dabei eine wichtige Rolle spielen, wie Forscher um Dr. Julia Esser-von Bieren nun herausfanden. 
„Es gibt zwar bereits Medikamente, die gegen Leukotriene gerichtet sind, über die genauen Krankheitsmechanismen wissen wir aber noch viel zu wenig“, so die Gruppenleiterin am Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), einer gemeinsamen Forschungseinrichtung des Helmholtz Zentrums und der Technischen Universität München.

Die Forschenden interessierten sich in der aktuellen Arbeit vor allem dafür, ob es altersbedingte Unterschiede bei der Ausprägung einer Hausstaubmilben-Allergie gab. 

Sie untersuchten in Zusammenarbeit mit Prof. Benjamin Marsland vom Universitätsspital CHUV in Lausanne ein entsprechendes Versuchsmodell. 

Dabei stellte sich heraus, dass ein Extrakt aus Hausstaubmilben unterschiedliche Reaktionen hervorrief, je nachdem in welchem Zeitfenster er auf das Immunsystem trifft.
  • „Auffällig ist, dass Leukotriene vor allem dann eine wichtige Rolle zu spielen scheinen, wenn Erwachsene eine Allergie erwerben“, berichtet Katharina Dietz, die Erstautorin der Studie. 
„Sie sind Teil einer ganzen Kaskade von Signalen, die letztlich zur Reaktion auf den Hausstaubmilbenextrakt führt.“ 
  • Dabei involviert sind der Studie zufolge vor allem das Signalprotein Wnt5a, die Enzyme Transglutaminase 2 und Phospholipase A2 sowie die Leukotriene selbst. Diese Ergebnisse konnten die Wissenschaftler in menschlichen Zellen und Nasenpolypengewebe von Patienten bestätigen.
Durch Cortison nicht aufzuhalten

Interessant war für die Forscher auch, woher diese Moleküle stammen: so konnten sie zeigen, dass vor allem die Epithelzellen der Bronchien die Kaskade selber antreiben. 

  •  „Bisher wurde angenommen, dass die Leukotriene bei Allergien hauptsächlich von bestimmten weißen Blutkörperchen, den sogenannten eosinophilen Granulozyten, produziert werden“, ordnet Studienleiterin Esser-von Bieren die Ergebnisse ein.
Aber die Ergebnisse dienen nicht nur dem Verständnis, sondern sind auch für die Therapie relevant, denn:

  • „Diese Kaskade lässt sich durch eine Cortisonbehandlung, wie sie standardmäßig bei Allergikern durchgeführt wird, nicht aufhalten“, so Esser-von Bieren. 

Sie hält es daher für möglich auch, dass sich die Ergebnisse künftig auch therapeutisch auswirken könnten:
  •  „Die starke Präsenz der Leukotrienkaskade im entzündeten Atemwegsepithel widerlegt die verbreitete Annahme, dass strukturelle Zellen als Leukotrien-Produzenten zu vernachlässigen sind. 
Im Gegenteil:

  • Bei einer chronischen, Kortison-resistenten Entzündung in Form von Asthma oder Nasenpolypen sollte je nach Alter und Allergiestatus des Patienten die Anwendung von Medikamenten erwogen werden, die auf die Leukotrienkaskade im Atemwegsepithel zielen.“

Weitere Informationen

Hintergrund:
Die aktuelle Studie führte Experten für unterschiedliche Teilbereiche in einer Kooperation zusammen: Die ZAUM-Forscher aus München sind bestens vertraut mit den Reaktionen des Atemwegepithels. Erst kürzlich konnten sie zeigen, wie Allergien die Oberfläche der Atemwege prägen http://www.helmholtz-muenchen.de/presse-medien/pressemitteilungen/2015/pressemit.... Die Schweizer Forscherinnen und Forscher aus Lausanne widmen sich der Entschlüsselung der zeitlichen Abfolge der Allergieprozesse. Unter anderem befassen sie sich mit der Entstehung von Asthma in der frühen Entwicklungsphase und welche Rolle beispielsweise Mikroben dabei spielen http://www.snf.ch/de/fokusForschung/newsroom/Seiten/news-140515-medienmitteilung....

* Dies beinhaltet beispielsweise die vermehrte Einlagerung von Bindegewebe in die Wand der Bronchien, eine Zunahme von schleimbildenden Drüsenzellen im Bronchialepithel oder ein verstärktes Wachstum von Muskelzellen in den Atemwegswänden. Ein wichtiger Auslöser für diesen fehlerhaften Umbau sind offenbar fortwährende Entzündungsprozesse in den Atemwegen.

Original-Publikation:
Dietz, K. et al. (2016): Age dictates a steroid resistant cascade of Wnt5a, transglutaminase-2 and leukotrienes in inflamed airways. Journal of Allergy and Clinical Immunology, doi: 10.1016/j.jaci.2016.07.014

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

Das Zentrum Allergie und Umwelt (Leitung: Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber) in München ist eine gemeinsame Einrichtung von Helmholtz Zentrum München und Technischer Universität München. Die in der deutschen Forschungslandschaft einzigartige Kooperation dient der fachübergreifenden Grundlagenforschung und Verknüpfung mit Klinik und klinischen Studien. Durch diesen translationalen Ansatz lassen sich Erkenntnisse über molekulare Entstehungsmechanismen von Allergien in Maßnahmen zu ihrer Vorbeugung und Therapie umsetzen. Die Entwicklung wirksamer, individuell zugeschnittener Therapien ermöglicht betroffenen Patienten eine bessere Versorgung. http://www.zaum-online.de

Die Technische Universität München (TUM) ist mit mehr als 500 Professorinnen und Professoren, rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 39.000 Studierenden eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, ergänzt um Wirtschafts- und Bildungswissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit einem Campus in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. http://www.tum.de

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Studien-Einladung: Diabetes-Prävention bei Kindern - besonders bei Neugeborenen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Europaweit einmalige Erhebung soll Chancen für Diabetes-Prävention bei Kindern erhöhen

Europaweit einmalige Erhebung soll Chancen für Diabetes-Prävention bei Kindern erhöhen

Mit der „Freder1k-Studie in Sachsen“ wird das Typ-1-Diabetes-Risiko bereits bei Neugeborenen erkannt 

 Pressekonferenz im CRTD zum Auftakt der Frederi1k-Studie - mit Schirmherrin Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst (2.v.l.).
Pressekonferenz im CRTD zum Auftakt der Frederi1k-Studie - mit Schirmherrin Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst (2.v.l.). © André Wirsig

Medizin am Abend Berlin ZusatzThemaLink: Pflegebegutachtung  


  
yp-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die auch in Sachsen gerade bei Kleinkindern immer mehr zunimmt – es ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter.

  • Als Vorreiter in Europa wird der Freistaat jetzt Ausgangspunkt für eine internationale Typ-1-Diabetes-Früherkennungsuntersuchung von Neugeborenen. 

geben die Wissenschaftler um Studien-Leiter Prof. Dr. Ezio Bonifacio, Direktor des Center for Regenerative Therapies Dresden der TU Dresden, gleichzeitig den Startschuss für weitere Studien, die die Prävention von Typ-1-Diabetes zum Ziel haben. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, unterstützt dieses Projekt und hat die Schirmherrschaft für die Freder1k-Studie übernommen. Der amerikanische Helmsley Charitable Trust fördert die Initiative als Geldgeber. Die Freder1k-Studie in Sachsen wird von der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum München und der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.

Unter Typ-1-Diabetes versteht man diejenige Form der Zuckerkrankheit, bei der schon früh im Leben die körpereigene Insulinherstellung verloren geht und durch Insulinspritzen ersetzt werden muss. 

  • Etwa 30 von 1.000 Kindern haben Risiko-Gene für Typ-1-Diabetes. 

Allein in Sachsen werden etwa 250 neuerkrankte Kinder jedes Jahr verzeichnet, bundesweit zwischen 2.100 und 2.300 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren. Typ-1-Diabetes kann jeden treffen. Manchmal kommt die Krankheit in Familien gehäuft vor, aber 90 Prozent der betroffenen Kinder haben keinen Verwandten mit Typ-1-Diabetes.

  • Hinzu kommt, dass die Autoimmunerkrankung sich schleichend entwickelt – die Kinder fühlen sich lange Zeit wohl und wirken vollkommen gesund.
  • Daher bleibt ein Typ-1-Diabetes meist viele Jahre unerkannt, bis er sich schlagartig in oftmals lebensbedrohlichen Symptomen äußert. 

Das möchte die Initiative „Globale Plattform zur Prävention des Autoimmunen Diabetes“ – kurz GPPAD - mit der Freder1k-Studie in Sachsen „Typ-1-Diabetes-Risiko früh erkennen“ verhindern.

Die einmalige Studie bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem regulären Neugeborenen-Screening auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, untersuchen zu lassen.

„Dank neuartiger, am Helmholtz Zentrum in München in Kooperation mit dem CRTD der Technischen Universität Dresden entwickelter Tests ist es heute möglich, sowohl das Risiko als auch eine frühe Form des Typ 1 Diabetes noch lange, bevor sich erste Symptome zeigen, festzustellen und die Familien auf die spätere Erkrankung mittels Schulungen und einer optimalen Betreuung vorzubereiten“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München (in Bild 1 3.v.l.).

Diese Früherkennungsuntersuchung wird kostenfrei im Rahmen des Neugeborenen-Screenings angeboten. Besonders für Sachsen hat die Studie eine große Bedeutung: „Die Zahlen des sächsischen Kinderdiabetesregisters Dresden-Leipzig zeigen, dass seit 15 Jahren die Häufigkeit von Typ 1 Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen um circa drei Prozent pro Jahr ansteigt, unterstreicht Prof. Dr. med. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Leipzig (in Bild 1 rechts).

„In den jüngsten Monaten und wenigen Jahren wurden darüber hinaus weiterhin sehr schwere Neuerkrankungsfälle, jüngst sogar mit Todesfolgen, bekannt. 

  • Der Ausbruch der Erkrankung wird sowohl von Laien und den Familien der Betroffenen als auch von Ärzten häufig unterschätzt oder fehlgedeutet.“

Die Information über ein erhöhtes genetisch bedingtes Typ-1-Diabetesrisiko eines Säuglings oder Kleinkindes trifft die große Mehrheit der Eltern völlig unvorbereitet. 

„Um damit verbundene Ängste frühestmöglich aufzufangen und übertriebenen Sorgen vorzubeugen, ist im Rahmen der Freder1k-Studie von Diagnose an eine strukturierte Information und psychologische Begleitung der Eltern vorgesehen“, betont Prof. Dr. rer. nat. Karin Lange von der Medizinischen Psychologie der Medizinischen Hochschule Hannover (in Bild 1 2.v.r.). Sie brachte ihre Expertise für die Entwicklung eines Beratungsleitfadens für die Kinderärzte und eine darauf abgestimmte Freder1k-Broschüre mit allen relevanten Informationen ein.

„Unsere Vision ist allerdings mehr als die frühe Diagnose“; sagt Prof. Dr. Ezio Bonifacio, Direktor des Center for Regenerative Therapies Dresden der TU Dresden und Studien-Leiter (in Bild 1 links). „Unsere Vision ist, eine Therapie zu entwickeln, mit der wir die Diabetes-spezifische Autoimmunität verhindern oder heilen können, damit sich das klinische Stadium des Typ 1 Diabetes erst gar nicht entwickelt. Ziel ist es, dass Kinder mit einem erhöhten Typ 1 Diabetes Risiko nie in ihrem Leben Insulin spritzen müssen.“ Prof. Bonifacio und die Kooperationspartner der Studie freuen sich besonders, bei der Gründung der europäischen Initiative GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes) mitgewirkt zu haben und als Partner zu agieren. Ziel von GPPAD ist es, eine internationale Infrastruktur für Studien zur primären Prävention von Typ 1 Diabetes zu etablieren. Der amerikanische Helmsley Charitable Trust unterstützt die Initiative. Die GPPAD-Initiative möchte mit der Freder1k-Studie ein Modellprojekt schaffen, mit dem in Zukunft auch in anderen Bundesländern und Europäischen Ländern nach dem Modell Freder1k Kinder mit einem erhöhten Risiko für Typ 1 Diabetes erkannt und frühzeitig behandelt werden können.


Bei der Auftakt-Pressekonferenz mit dabei: Liedermacher Gerhard Schöne, Pate der Freder1k-Studie.

Bei der Auftakt-Pressekonferenz mit dabei: Liedermacher Gerhard Schöne, Pate der Freder1k-Studie.
© André Wirsig

„Ich habe mich gern zur Übernahme der Schirmherrschaft bereiterklärt, denn als Wissenschaftsministerin ist es mir ein besonderes Anliegen, den wissenschaftlichen Fortschritt zur Behandlung von Typ-1-Diabetes zu unterstützen“, erklärt Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (in Bild 1 2.v.l.).

„Diese Krankheit wird die Betroffenen ihr ganzes Leben lang begleiten. Darum ist es auch besonders wichtig, nicht nur die kleinen Patienten selbst, sondern auch ihre Eltern so früh wie möglich einzubinden. Die Ministerin sieht aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Die Studie, für die die Experten der Medizinischen Fakultäten in Dresden und Leipzig eng kooperieren, wird auch wichtige Erkenntnisse für mögliche Präventionsmaßnahmen liefern. Sie hat somit eine wichtige gesellschaftspolitische Dimension. Denn die Erkenntnisse können helfen, die zu erwartenden Behandlungskosten für das Gesundheitswesen zu beherrschen.“

*Die an der Studie beteiligten Partner-Institutionen sind:

DFG - Center for Regenerative Therapies, Cluster of Excellence, Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Universitätsklinikum Leipzig
Helmholtz Zentrum München
Medizinische Hochschule Hannover

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Prof. Ezio Bonifacio, PhD
DFG-Center for Regenerative Therapies Dresden
Cluster of Excellence / TU Dresden
Fetscherstraße 105
01307 Dresden
Phone.: +49 351-458 82052
Fax: +49 351-458 82059
Email: director@crt-dresden.de

Freder1k-Team:
Hotline: 0800-7245148
Email: diabetesstudie.crtd@tu-dresden.de
Franziska Clauß DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden
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Weitere Informationen finden Sie in den angehängten ausführlichen Statements sowie unter www.gppad.org

Reizdarm? Blähungen? Sind Sie Reizdarmpatient?

Medizin am Abend Berlin: Reizdarm: Alte Brotbacktechniken könnten Leiden verringern

Blähungen durch unverdaubare Zucker lassen sich durch längere Gehzeit beim Teig verringern / Studie der Universität Hohenheim im „Journal of Functional Foods“ 
 
Hoffnung für Reizdarm-Patienten:

  • Weizenprodukte verursachen bei ihnen schwere Blähungen u.a. ausgelöst durch spezielle Zucker, den sogenannten FODMAPs. 

Das sind im Wesentlichen niedermolekulare Zucker, die im Weizenkorn gespeichert werden.

Viele Patienten berichten jedoch, dass Brot aus alten Getreidesorten ihnen Linderung bringt.

Ein Team vom Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel und der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim fand nun heraus, was Brot aus Urgetreide bekömmlicher macht und wie viel dieser speziellen Zucker darin enthalten sind. Die große Überraschung: Urgetreide enthält kaum weniger FODMAPs als Brotweizen. 

Es kommt vielmehr darauf an, wie der Teig aus dem Getreide zubereitet wird.

Menschen mit Reizdarm-Syndrom haben manchmal noch immer den Ruf der eingebildeten Kranken – dabei leiden mittlerweile 12 Prozent der Deutschen darunter. Normales Brot löst bei ihnen teils schwere Blähungen aus.

  • Essen sie dagegen Brot aus den Urgetreiden, Einkorn, Emmer, Dinkel und Durum, berichten Reizdarmpatienten übereinstimmend, dass es ihnen besser geht.

Als mögliche Auslöser der Leiden gelten FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole). Das sind Zucker, die aus 1–14 Zuckermolekülen bestehen und im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut werden können. Daher gelangen sie unverdaut in den Dickdarm und können dort Probleme verursachen. 

  • Vor allem bestimmte Mehlbestandteile (Fructane) sorgen dafür, dass sich große Mengen Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan bilden. Die Gase blähen den Darm auf und bereiten große Schmerzen.

Analyseverfahren bestimmt Zuckeranteile in Getreidemehlen

Die Tatsache, dass jeder Deutsche 80 kg Brot im Jahr zu sich nimmt, war Grund genug für die Hohenheimer Forscher Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Carle und PD Dr. Friedrich Longin mit ihren Teams herauszufinden, wie viele FODMAPs die verschiedenen Getreidesorten enthalten. Der Analytiker pflanzlicher Lebensmittel und der Pflanzenzüchter bestimmten in einem aufwändigen (sog. chromatografischen) Analyse-Verfahren die Mengenanteile der niedermolekularen Zucker in den jeweiligen Vollkornmehlen.

Das überraschende Ergebnis: Einkorn enthält sogar mehr FODMAPs als Brotweizen. In Emmer, Dinkel und Durum sind sie zwar in geringerer Menge vorhanden, aber nicht in dem Maße, dass sich daraus die von vielen Reizdarmpatienten berichtete Linderung erklären lässt.

Analyse der Teigbereitung – längere Gehzeit verringert FODMAPs

Weil offenbar nicht die Grundbestandteile der Getreidemehle die FODMAPs-Gehalte in den daraus hergestellten Gebäcken bestimmen, untersuchten die Forscher im nächsten Schritt die Teigbereitung. Sie analysierten aus den Getreidemehlen bereitete Teige nach einer, zwei, vier und viereinhalb Stunden Gehzeit.

Die höchsten Gehalte an FODMAPs wiesen die Teige bei allen Getreidesorten nach einer Stunde auf, in dem Urgetreide Emmer und Dinkel zwar weniger als in Brotweizen, aber auch dort deutlich mehr als zu Beginn der Teigbereitung.  

Nach viereinhalb Stunden waren selbst im Teig aus Brotweizen nur noch 10 Prozent der niedermolekularen Zucker enthalten. Die Getreidesorten selbst sind also nicht entscheidend, sondern vor allem die Art der Teigbereitung.

  • Häufig seien es kleine, traditionell arbeitende Bäckereien, die Produkte aus Urgetreiden herstellen. 

„Die in der Regel langsamere Brotbereitung im traditionellen Bäckerhandwerk sorgt dafür, dass die Beschwerden verursachenden Bestandteile im Brot bis zum Backen bereits abgebaut sind“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Carle vom Hohenheimer Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel. „Großbäckereien dagegen backen ihre Teiglinge meistens bereits nach einer Stunde Gehzeit. Das ist der Zeitpunkt, an dem nach unserer Analyse die meisten FODMAPs im Teig enthalten sind.“

Und PD Dr. Longin von der Landessaatzuchtanstalt ergänzt:

  • „Nicht der Weizen selbst erscheint uns als unverträglich, sondern die Art und Weise, wie wir daraus Brot bereiten, trägt zu dessen Verträglichkeit bei. Außerdem entfalten sich die Aromen besser. Eine langsamere Teigbereitung erhöht die Brotqualität.“

Mehr Eisen und Zink durch den Abbau von Phytaten

Zudem ist seit längerem bekannt: Auch Phytate werden bei längerer Teigführung abgebaut. Sie binden die beiden Spurenelemente Eisen und Zink. Sind die Phytate abgebaut, ist mehr Eisen und Zink für den menschlichen Körper verfügbar. Vieles spricht somit für den aktuellen Trend des „Slow Baking“, der dem Teig eine längere Reifezeit erlaubt.


Für weitere Untersuchungen plädieren die Forscher der Universität Hohenheim dafür, nicht die Grundstoffe von Lebensmitteln alleine, sondern auch die Art und Weise ihrer Zubereitung zu untersuchen.

Titel der Originalstudie

Ziegler, J.U., Steiner, D., Longin C.F.H., Würschum, T., Schweiggert R.M., Carle, R. (2016): Wheat and the irritable bowel syndrome – FODMAP levels of modern and ancient species and their retention during bread making; in: “Journal of Functional Foods” 25 (2016), 257–266, doi: 10.1016/j.jff.2016.05.019.

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Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Carle, Universität Hohenheim, Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmitte

T 0711/459-22314, E carle@uni-hohenheim.de

PD Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim, Leiter Weizenzüchtung und -forschung der Landessaatzuchtanstalt Hohenheim,
T 0711/459-23846, E friedrich.longin@uni-hohenheim.de
Florian Klebs Universität Hohenheim
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Übergewichts-Epidemie: Limonaden, Energydrinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Fruchtsaft und sogenannte Near-Water-Getränke.

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Getränkeindustrie fördert Adipositas-Welle und Zivilisationskrankheiten

Die Verbraucherorganisation „foodwatch“ hat eine Marktstudie veröffentlicht, wonach 60 Prozent von 463 getesteten Erfrischungsgetränken überzuckert sind. Demnach enthalten zuckergesüßte Limonaden, Schorlen & weitere ; Co im Schnitt mehr als sechs Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter. „Diese Ergebnisse sind erschreckend“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). 

„Sie demonstrieren wieder einmal, dass die Mehrheit der Hersteller am Übergewicht verdient und Krankheitsfolgen wie Diabetes, Herzkreislauf- und Krebserkrankungen in Kauf nimmt.“ 

Die Fachgesellschaft fordert eine Steuer oder Herstellerabgabe auf stark zuckerhaltige Getränke. 
 
Foodwatch hatte alle Erfrischungsgetränke auf Zuckergehalt und Süßstoffe getestet, die in den drei größten deutschen Supermärkten angeboten werden – darunter Limonaden, Energydrinks, Saftschorlen, Brausen, Eistees, Fruchtsaft und sogenannte Near-Water-Getränke.

Dabei gilt in der Foodwatch-Untersuchung als „überzuckert“, was einen Anteil von mehr als fünf Prozent Zucker je 100 Milliliter Flüssigkeit aufweist.

Dieser Wert bemisst sich an der jüngst beschlossenen Softdrink-Steuer in Großbritannien. 

Dort müssen Hersteller ab 2018 eine gestaffelte Abgabe zahlen, sofern Getränke diese Fünf-Prozent-Grenze erreichen beziehungsweise überschreiten.

Großbritannien ist nicht das einzige Land, das Maßnahmen erlässt, um den Verbrauch von Zuckergetränken zu verringern.

Auch Finnland, Frankreich, Belgien, China, Ungarn, Mexiko und einige US-amerikanische Städte erheben Steuern auf zugesetzten Zucker. 

Diese Nationen folgen der Auffassung von Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach das bisherige Scheitern beim Kampf gegen die Übergewichts-Epidemie nicht auf individuelle Willensschwäche zurückzuführen ist, sondern auf mangelnden politischen Willen.*

„Jetzt sollte endlich auch die Bundesregierung aktiv werden, um die bedrohliche Adipositas-Welle zu stoppen“, fordert Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG. „Selbst die konservative britische Regierung hat sich dazu durchgerungen, wann wird die Bundesregierung endlich folgen?“

Der Vorschlag der DDG sieht vor, stark zuckerhaltige Getränke mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zu besteuern, gesunde Lebensmittel hingegen durch Wegfall der Mehrwertsteuer zu entlasten. 

„Damit würde man eine Preisspreizung erreichen, die gesünderes Konsumverhalten belohnt und ein Umdenken bei den Herstellern anstößt“, meint Garlichs.

„Das Instrument Mehrwertsteuer wäre transparent und nachvollziehbar“, fügt der DDG Geschäftsführer hinzu.

Aber auch eine Herstellerabgabe, wie Großbritannien sie einführt, sei aus Sicht der DDG eine gute Lösung, um die zunehmende Übergewichtsdynamik einzudämmen.

 „Ob nun Abgabe oder Steuer“, resümiert Garlichs, „konkret bezogen auf die Foodwatch-Studie sollte das Ergebnis am Ende des Tages sein: mehr von Bad Liebenwerdas leichter Apfel-Schorle, weniger Pepsi & Co.“

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* „Not one single country has managed to turn around its obesity epidemic…. This is not a failure of individual will-power. This is a failure of political will to take on big business…” (siehe http://www.who.int/dg/speeches/2013/health_promotion_20130610/en)

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft:
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit fast 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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DDG
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Dein Gehirn räumt im Schlaf auf......

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gehirn räumt im Schlaf auf – und bleibt dadurch lernfähig

Wesentliche Funktion von Schlaf geklärt / Schlaf reduziert die Übertragung zwischen Nervenzellen und schafft dadurch Platz für Neues und Wichtiges / Publikation in Nature Communications 
 
Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, weshalb Menschen und Tiere schlafen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg zeigten in einer am 23. August 2016 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie, dass im Schlaf die allgemeine Aktivität der als Synapsen bezeichneten Nervenzell-Verbindungen reduziert wird. 

  • Die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. 
  • Nur wichtige Synapsen bleiben bestehen oder werden gestärkt. 
  • Dadurch schafft das Gehirn wieder Platz, um neue Informationen zu speichern. 

Diese als synaptische Plastizität bezeichnete Anpassungsfähigkeit ist eine wichtige Grundlage für Lernen und eine flexible Informationsverarbeitung.

Der Abbau dürfte zudem Platz und Energie sparen, da beides im Gehirn zu einem Großteil von den Verbindungsstellen benötigt wird.

Nehmen wir tagsüber Informationen auf, werden im Gehirn Synapsen gestärkt oder neu angelegt. 

„Wir konnten jetzt erstmals beim Menschen zeigen, dass Schlaf die Synapsen wieder heruntergeregelt und damit Platz für neue Informationen schafft. 

Das Gehirn räumt also im Schlaf auf“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. 

„Wird dieser Prozess durch Schlafmangel unterbunden, gerät das Gehirn in einen Sättigungszustand. 

Synapsen können dann nicht mehr ausreichend verstärkt oder neu aufgebaut werden. 

Entsprechend schwer fallen auch Lernen und flexible Informationsverarbeitung.“

  • Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Aktivität der Synapsen

Zunächst untersuchten die Forscher die allgemeine Aktivität der Synapsen im Gehirn, die auch als Gesamtverbindungsstärke bezeichnet wird. 

Mit Hilfe einer Magnetspule über dem Kopf der Probanden reizten sie einen Bereich im Gehirn, der für die Steuerung eines Daumenmuskels zuständig ist.

  • Dieses Vorgehen wird als Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bezeichnet. 
Nach Schlafentzug löste bereits ein deutlich schwächerer Reiz eine Kontraktion des Muskels aus, was ein Zeichen für eine hohe synaptische Verbindungsstärke ist.

Außerdem werteten die Forscher mittels Elektroenzephalografie-Messungen (EEG) die unterschiedlichen Frequenzen der Hirnströme aus.

Schlafentzug führte dabei zu einem deutlichen Anstieg sogenannter Theta-Wellen.

Vorangegangenen Tier- und Humanstudien zufolge ist dies ein weiteres Anzeichen erhöhter synaptischer Gesamtstärke.

  • „Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Gesamtstärke der Synapsen im Gehirn. Nach Schlafentzug bleibt die Aktivität dagegen auf einem hohen Niveau“, sagt Prof. Nissen.

Gehirn wehrt sich gegen Überladung

Außerdem fanden die Forscher erstmals beim Menschen Hinweise für ein Prinzip, das eine dauerhafte Reizverarbeitung gewährleistet, die sogenannte homöostatische Plastizität.

  • Sind die Synapsen durch lange Wachphasen bereits maximal aktiv, führen neue Reize oder Informationen nicht zu einer Stärkung, sondern zu einer Schwächung der Nervenzell-Verbindungen. 
Neu ankommende Reize können dann wieder normal verarbeitet werden.

„Es ist anzunehmen, dass praktisch alle Funktionen des Gehirns dadurch beeinflusst werden, wie etwa Emotionsregulation, Konzentration oder Lernen“, sagt Prof. Nissen.

Im Experiment kombinierten die Forscher wiederholt die Reizung des motorischen Gehirn-Areals mit einem elektrischen Reiz am Arm, der ins Gehirn weiter geleitet wird. Findet eine Stärkung der Verknüpfung von Nervenzellen statt, kontrahiert sich der Daumenmuskel stärker als zuvor. Dieser Effekt zeigte sich nach Nachtschlaf.

Nach Schlafentzug dagegen war die Kontraktion des Daumenmuskels sogar schwächer. Auf Verhaltensebene beobachteten die Freiburger Forscher zudem ein schlechteres Neulernen von Wortpaaren nach Schlafentzug.

Möglicher Grund, warum Menschen Schlafmangel unterschiedlich gut vertragen

Weiterhin fanden sie Hinweise darauf, dass der Wachstumsfaktor BDNF (brain derived neurotrophic factor) bei der Regulation der synaptischen Aktivität eine wichtige Rolle spielt. Es ist bekannt, dass BDNF nach normalem Schlaf die Neuverknüpfung von Nervenzellen und damit Lernen fördert.

Die Forscher konnten nun zeigen, dass eine anhaltend hohe BDNF-Konzentration im Blut unter Schlafentzug eher zu einer Sättigung von Synapsen führte.

„Das könnte erklären, warum manche Menschen Schlafmangel besser verkraften als andere“, sagt Prof. Nissen.

Therapieansätze für Depression und Schlaganfall

Die Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beitragen, etwa nach Schlaganfall oder bei depressiven Störungen.

Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, Verschaltungen im Gehirn zu verändern. 

Hierzu könnten eine gezielte Beeinflussung des Schlaf-Wach-Verhaltens, aber auch andere Verfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation oder Medikamente mit neuen Wirkmechanismen auf Plastizität genutzt werden.

Original-Titel der Arbeit: Sleep recalibrates homeostatic and associative synaptic plasticity in the human cortex

DOI: 10.1038/ncomms12455

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GenderMedizin: Die Gicht - häufigste Form der Gelenkentzündung (Gichtarthritis)

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGRh veröffentlicht Leitlinie zur Gicht

Die Gicht ist die häufigste Form der Gelenkentzündung in Deutschland. 

Rund 1-2 % der Bevölkerung oder 950.000 Menschen in Deutschland leiden daran; Männer häufiger als Frauen, ältere häufiger als junge Menschen. Untersuchungen zufolge erfolgt die Versorgung der Betroffenen häufig nicht konsequent genug, um Schäden an Gelenken und inneren Organen zu vermeiden. 

Die von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) nun vorgelegte S2e-Leitlinie „Gichtarthritis (fachärztlich)“ soll dazu beitragen, diese Versorgungslücken zu schließen. 

 Medizin am Abend Berlin Fachlink: Gicht


 Dr. Uta Kiltz
 Dr. Uta Kiltz Rheumazentrum Ruhrgebiet
 
Der akute Gichtanfall wird durch im Gelenk abgelagerte Harnsäurekristalle verursacht, auf die das Immunsystem mit einer Entzündung reagiert, so Dr. Uta Kiltz vom Rheumazentrum Ruhrgebiet, die die Leitlinie für die DGRh koordiniert hat.

  • Die Gicht ist grundsätzlich als Systemerkrankung zu betrachten, da sich die Harnsäurekristalle nicht nur in den Gelenken, sondern auch in inneren Organen (z. B. Nieren) ablagern können.

  • Ursache für eine Gicht ist meistens ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blutserum, welche durch unzureichende Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren bei erhöhter Purinzufuhr über die Nahrung bedingt sind. 

  • Seltener ist eine endogene Überproduktion von Harnsäure die Ursache. 

  • Harnsäure ist das Endprodukt des menschlichen Purinstoffwechsels. Purine werden über die Nahrung vor allem mit Alkohol und gesüßten Softgetränken, Fleisch und Meeresfrüchten aufgenommen.

  • Die Gicht ist gut mit Medikamenten und entsprechender Diät zu behandeln und heilbar, wenn eine ausreichende Harnsäuresenkung gelingt. 

  • Die konsequente dauerhafte Harnsäuresenkung ist dabei unabdingbar, um weitere Gichtanfälle und somit strukturelle Schäden zu verhindern.

In Deutschland existieren bisher keine einheitlichen Leitlinien für die Gichtarthritis. 

Da die Erkrankung jedoch prinzipiell gut therapeutisch beeinflussbar ist, hält die DGRh eine evidenzbasierte Versorgung für sehr wünschenswert.

Die Leitlinie richtet sich an Ärzte sowie Angehörige nichtärztlicher Berufsgruppen, die an der Versorgung von Gichtpatienten beteiligt sind.

Die Leitlinie kann darüber hinaus zur Orientierung für an Gicht erkrankte Patienten und deren Angehörigen dienen.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.500 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland.

Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

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Erkältungsviren: Vier menschliche Coronaviren

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen – genau wie MERS

Vier menschliche Coronaviren sind auf der ganzen Welt verbreitet und neben den bekannteren Rhinoviren verantwortlich für Erkältungen. 

Meist verlaufen diese Infektionen für den Menschen harmlos. 

Für eines der vier menschlichen Erkältungs-Coronaviren „HCoV-229E“ hat das Team um DZIF-Professor Christian Drosten, Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, nun den Ursprung gefunden – es stammt ebenso aus Kamelen wie das gefürchtete MERS-Virus. 
 Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen
 Erkältungsviren haben ihren Ursprung in Kamelen Uniklinik Bonn/ Drosten
 
  • Das 2012 erstmals beim Menschen nachgewiesene Middle East Respiratory Syndrome (MERS)-Virus ist ein Coronavirus, das schwere Atemwegsinfektionen hervorrufen kann, mit oft tödlichem Verlauf. 
Fest steht seit einiger Zeit, dass das MERS-Coronavirus seinen tierischen Ursprung in Dromedaren hat.

„Im Rahmen von Untersuchungen zu MERS haben wir circa 1.000 Kamele auf Coronaviren untersucht und bei knapp sechs Prozent haben wir erstaunlicherweise auch Erreger entdeckt, die mit dem menschlichen Erkältungsvirus ,HCoV-229E‘ verwandt sind“, so Drosten. Weitere molekulargenetische Vergleichsuntersuchungen zwischen Erkältungsviren in Fledermäusen, Menschen und Dromedaren legen den Schluss nahe, dass der Erkältungs-Erreger tatsächlich von Kamelen auf den Menschen übertragen wurde.

Evolution der Erkältungsviren könnte Szenario für MERS-Entwicklung liefern

Drosten und sein Team isolierten lebende Kamel-Erkältungsviren und fanden heraus, dass diese prinzipiell auch in menschliche Zellen eindringen können – über dieselben Rezeptoren wie das Erkältungsvirus „HCoV-229E“. Allerdings gelingt es dem menschlichen Immunsystem, die Kamel-Viren genauso abzuwehren wie menschliche Erkältungsviren auch. Tests mit humanem Serum und den tierischen Erkältungsviren haben darüber hinaus ergeben, dass von ihnen keine unmittelbare Epidemie-Gefahr mehr für den Menschen ausgeht, denn die menschliche Bevölkerung ist durch die weite Verbreitung des Erkältungsvirus HCoV-229E weitgehend immun.

Also Entwarnung auch für MERS-Viren? „Das MERS-Virus ist ein rätselhafter Erreger: Immer wieder gibt es kleinere Ausbrüche, die lokal z. B. auf eine Klinik begrenzt sind. Das Virus ist glücklicherweise noch nicht gut genug an den Menschen angepasst, so dass es sich bisher nicht weltweit verbreiten kann“, so Drosten. Die nun vorliegenden Untersuchungen zu Vorläuferviren des menschlichen HCoV-229E-Virus im Kamel ergeben ein Bild, das der derzeitigen Situation bei MERS ähnelt. Auch diese Vorläuferviren sind nicht optimal auf den Menschen angepasst.

Bedenklich ist, dass die weltweite Verbreitung von HCoV-229E durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt ist, mit großer Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer vergangenen Pandemie. 

  • „Mit unserer aktuellen Studie liefern wir ein Warnsignal im Hinblick auf die Pandemiegefahr durch MERS – denn was HCoV-229E geschafft hat, kann MERS vielleicht auch.“ 
  • Es besteht also Handlungsbedarf: DZIF-Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an der Erforschung eines Impfstoffs gegen MERS; dieser geht Anfang nächsten Jahres in die klinische Prüfung.

Publikation
V M Corman, I Eckerle, Z A Memish, A M Liljander, R Dijkman, H Jonsdottir, K J Z Juma Ngeiywa, E Kamau, M Younan, M Al Masri, A Assiri, I Gluecks, B E Musa, B Meyer, M A Müller, M Hilali, S Bornstein, U Wernery, V Thiele, J Jores, J F Drexler, and C Drosten

Link of a ubiquitous human coronavirus to dromedary camels

PNAS, Early Edition. DOI: 10.1073/pnas.1604472113.


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.pnas.org/content/early/2016/08/10/1604472113.full Veröffentlichung

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Prof. Dr. Christian Drosten
Universitätsklinikum Bonn
DZIF-Schwerpunkt „Neu auftretende Infektionskrankheiten“
T: +49 228 287 11055
E-Mail: drosten@virology-bonn.de
Karola Neubert Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
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Risiko Adipositas - Ganzheitliche Therapie für weniger Gewicht

Medizin am Abend Berlin Terminhinweis:

http://www.krankenhausjohanneum.de/aktuelles_service/vortraege_seminare.php?vid=225


Risiko Adipositas - Ganzheitliche Therapie für weniger Gewicht

Datum29.08.2016
Zeit19:30 Uhr - 21:00 Uhr
VeranstalterKrankenhaus Johanneum
VeranstaltungsortCafé Johanneum
Feldstraße 1
27793 Wildeshausen
BeschreibungWeltweit nimmt die Anzahl krankhaft übergewichtiger Menschen zu. Neben dem Übergewicht sind es vor allem die Begleiterkrankungen wie Gelenkverschleiß, Diabetes, Bluthochdruck etc., die die Patienten belasten und auch gefährden. Wie kann das Körpergewicht verringert und langfristig stabilisiert werden, damit die Gesundheit gefördert und das Auftreten von Risikoerkrankungen nachhaltig gesenkt wird?

Ives Garre, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, und Julien Dufayet, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, werden in ihren Vorträgen anschaulich das heterogene Krankheitsbild der Adipositas erläutern und auf die ganzheitlich angelegten Therapiemöglichkeiten eingehen.

Dabei geht es auch um die fachübergreifende Zusammenarbeit mit Ernährungsfachkäften, Orthopäden, Psychologen und Physiotheapeuten.

Lipidmediatoren: Balance bei Atherosklerose mit den Makrophagen Team

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Atherosklerose - Omega-3-Fettsäuren gegen Gefäßverkalkung

Neue Strategie gegen Atherosklerose: LMU-Forscher setzen darauf, körpereigene heilungsfördernde Prozesse zu aktivieren. 
 
Atherosklerose – umgangssprachlich auch als Gefäßverkalkung bekannt – entsteht, wenn Ablagerungen in den Gefäßinnenwänden zu chronischen Entzündungen führen und die Gefäße verengen. 

  • Das kann den Blutfluss behindern oder ganz blockieren und schließlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. 

Bisherige Behandlungsstrategien zielen hauptsächlich darauf ab, die Entzündungsreaktion zu hemmen.

LMU-Forscher um Professor Oliver Söhnlein vom Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten der LMU haben nun eine völlig neue therapeutische Strategie entwickelt, die darauf abzielt, körpereigene heilungsfördernde Prozesse zu aktivieren.

Wirkstoffe, die unter anderem in Fischöl enthalten sind, spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie konnten im Mausmodell Atherosklerose mindern. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Circulation Research.

  • Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass nicht nur die Entstehung, sondern auch das Beenden von Entzündungen ein aktiver Prozess der Immunabwehr ist. 

„Bei Atherosklerose ist dieses ‘Entzündungs-Beendigungs-Programm‘ gestört, sodass die Entzündung chronifiziert“, sagt Oliver Söhnlein. 

Für den Entzündungsverlauf sind spezielle Signalmoleküle, die aus essenziellen Fettsäuren gebildet werden, sogenannte Lipidmediatoren, entscheidend:  

Bei akuten Entzündungen sind zunächst entzündungsfördernde Lipidmediatoren aktiv. Zum Stoppen der Reaktion übernehmen entzündungshemmende Lipidmediatoren die Regulation. 

Damit dieser Prozess funktioniert, müssen beide Arten von Lipidmediatoren in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein.

„Wir konnten nun zeigen, dass diese Balance bei Atherosklerose gestört ist“, sagt Söhnlein.

Normalerweise sollten Entzündungsreaktionen nach Ablauf der akuten Phase gestoppt werden, indem die Konzentration der entzündungshemmenden Lipidmediatoren ansteigt.

Stattdessen war das Gegenteil der Fall:

  • Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, nahmen in atherosklerotischem Gewebe die Lipidmediatoren mit fortschreitender Entzündung sogar ab. 

„Durch die Zugabe der entzündungshemmenden Lipidmediatoren Maresin 1 und Resolvin D2 konnten wir im Mausmodell diese Imbalance korrigieren und Atherosklerose mindern“, sagt Söhnlein.

  • Maresin 1 und Resolvin D2 werden aus essenziellen Omega-3-Fettsäuren gebildet, die unter anderem in Fischöl enthalten sind, dem schon lange eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Funktional gesehen beeinflussen die Wissenschaftler mit den Lipidmediatoren die Fresszellen des Immunsystems, die Makrophagen:

  • Makrophagen sammeln sich an atherosklerotischen Plaques an und können einerseits zum Fortschreiten der Entzündung beitragen, da sie sich an Blutfetten überfressen und selbst zugrunde gehen können. 
  • Andererseits haben sie aber auch eine wichtige Funktion bei der Heilung entzündeten Gewebes, da sie abgestorbene Zellen entfernen und die Vermehrung glatter Muskelzellen anstoßen. 

„Die Zugabe der Lipidmediatoren fördert diese entzündungsmindernde Wirkung, lenkt die Aktivität der Makrophagen also in eine gewünschte Richtung“, sagt Söhnlein.

„Es wäre wünschenswert, in zukünftigen Studien zu untersuchen, ob die im Mausmodell gewonnenen Erkenntnisse auch auf Menschen übertragbar sind.“ (Circulation Research 2016)

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Prof. Dr. med. Oliver Söhnlein
Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten der LMU
Tel.: +49 (0)89/4400-54677
E-Mail: oliver.soehnlein@med.uni-muenchen
Luise Dirscherl Ludwig-Maximilians-Universität München
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Publikation:
Oliver Soehnlein et al:
Resolving Lipid Mediators Maresin 1 and Resolvin D2 Prevent Atheroprogression in Mice
In: Circulation Research 2016

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