Medizin am Abend Berlin Fazit: Europaweit einmalige Erhebung soll Chancen für Diabetes-Prävention bei Kindern erhöhen
Europaweit einmalige Erhebung soll Chancen für Diabetes-Prävention bei Kindern erhöhen
Mit der „Freder1k-Studie in Sachsen“ wird das Typ-1-Diabetes-Risiko bereits bei Neugeborenen erkannt

Pressekonferenz im CRTD zum Auftakt der Frederi1k-Studie - mit
Schirmherrin Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für
Wissenschaft und Kunst (2.v.l.). © André Wirsig
yp-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung,
die auch in Sachsen gerade bei Kleinkindern immer mehr zunimmt – es ist
die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter.
- Als
Vorreiter in Europa wird der Freistaat jetzt Ausgangspunkt für eine
internationale Typ-1-Diabetes-Früherkennungsuntersuchung von
Neugeborenen.
geben die Wissenschaftler um Studien-Leiter Prof.
Dr. Ezio Bonifacio, Direktor des Center for Regenerative Therapies
Dresden der TU Dresden, gleichzeitig den Startschuss für weitere
Studien, die die Prävention von Typ-1-Diabetes zum Ziel haben. Die
Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria
Stange, unterstützt dieses Projekt und hat die Schirmherrschaft für die
Freder1k-Studie übernommen. Der amerikanische Helmsley Charitable Trust
fördert die Initiative als Geldgeber. Die Freder1k-Studie in Sachsen
wird von der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig
in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum München und der Medizinischen
Hochschule Hannover durchgeführt.
Unter Typ-1-Diabetes versteht man diejenige Form der Zuckerkrankheit,
bei der schon früh im Leben die körpereigene Insulinherstellung verloren
geht und durch Insulinspritzen ersetzt werden muss.
- Etwa 30 von 1.000
Kindern haben Risiko-Gene für Typ-1-Diabetes.
Allein in Sachsen werden
etwa 250 neuerkrankte Kinder jedes Jahr verzeichnet, bundesweit zwischen
2.100 und 2.300 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren.
Typ-1-Diabetes kann
jeden treffen. Manchmal kommt die Krankheit in Familien gehäuft vor,
aber 90 Prozent der betroffenen Kinder haben keinen Verwandten mit
Typ-1-Diabetes.
- Hinzu kommt, dass die Autoimmunerkrankung sich
schleichend entwickelt – die Kinder fühlen sich lange Zeit wohl und
wirken vollkommen gesund.
-
Daher bleibt ein Typ-1-Diabetes meist viele Jahre unerkannt, bis er sich
schlagartig in oftmals lebensbedrohlichen Symptomen äußert.
Das möchte
die Initiative „Globale Plattform zur Prävention des Autoimmunen
Diabetes“ – kurz GPPAD - mit der Freder1k-Studie in Sachsen
„Typ-1-Diabetes-Risiko früh erkennen“ verhindern.
Die einmalige Studie
bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem
regulären Neugeborenen-Screening auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu
entwickeln, untersuchen zu lassen.
„Dank neuartiger, am Helmholtz Zentrum in München in Kooperation mit dem
CRTD der Technischen Universität Dresden entwickelter Tests ist es
heute möglich, sowohl das Risiko als auch eine frühe Form des Typ 1
Diabetes noch lange, bevor sich erste Symptome zeigen, festzustellen und
die Familien auf die spätere Erkrankung mittels Schulungen und einer
optimalen Betreuung vorzubereiten“, erläutert Univ.-Prof. Dr.
Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung
am Helmholtz Zentrum München (in Bild 1 3.v.l.).
Diese Früherkennungsuntersuchung wird kostenfrei im Rahmen des
Neugeborenen-Screenings angeboten. Besonders für Sachsen hat die Studie
eine große Bedeutung: „Die Zahlen des sächsischen
Kinderdiabetesregisters Dresden-Leipzig zeigen,
dass seit 15 Jahren die
Häufigkeit von Typ 1 Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen um
circa drei Prozent pro Jahr ansteigt, unterstreicht Prof. Dr. med.
Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und
Jugendmedizin der Universität Leipzig (in Bild 1 rechts).
„In den
jüngsten Monaten und wenigen Jahren wurden darüber hinaus weiterhin sehr
schwere Neuerkrankungsfälle, jüngst sogar mit Todesfolgen, bekannt.
- Der
Ausbruch der Erkrankung wird sowohl von Laien und den Familien der
Betroffenen als auch von Ärzten häufig unterschätzt oder fehlgedeutet.“
Die Information über ein erhöhtes genetisch bedingtes
Typ-1-Diabetesrisiko eines Säuglings oder Kleinkindes trifft die große
Mehrheit der Eltern völlig unvorbereitet.
„Um damit verbundene Ängste
frühestmöglich aufzufangen und übertriebenen Sorgen vorzubeugen, ist im
Rahmen der Freder1k-Studie von Diagnose an eine strukturierte
Information und psychologische Begleitung der Eltern vorgesehen“, betont
Prof. Dr. rer. nat. Karin Lange von der Medizinischen Psychologie der
Medizinischen Hochschule Hannover (in Bild 1 2.v.r.). Sie brachte ihre
Expertise für die Entwicklung eines Beratungsleitfadens für die
Kinderärzte und eine darauf abgestimmte Freder1k-Broschüre mit allen
relevanten Informationen ein.
„Unsere Vision ist allerdings mehr als die frühe Diagnose“; sagt Prof.
Dr. Ezio Bonifacio, Direktor des Center for Regenerative Therapies
Dresden der TU Dresden und Studien-Leiter (in Bild 1 links). „Unsere
Vision ist, eine Therapie zu entwickeln, mit der wir die
Diabetes-spezifische Autoimmunität verhindern oder heilen können, damit
sich das klinische Stadium des Typ 1 Diabetes erst gar nicht entwickelt.
Ziel ist es, dass Kinder mit einem erhöhten Typ 1 Diabetes Risiko nie
in ihrem Leben Insulin spritzen müssen.“ Prof. Bonifacio und die
Kooperationspartner der Studie freuen sich besonders, bei der Gründung
der europäischen Initiative GPPAD (Global Platform for the Prevention of
Autoimmune Diabetes) mitgewirkt zu haben und als Partner zu agieren.
Ziel von GPPAD ist es, eine internationale Infrastruktur für Studien zur
primären Prävention von Typ 1 Diabetes zu etablieren. Der amerikanische
Helmsley Charitable Trust unterstützt die Initiative. Die
GPPAD-Initiative möchte mit der Freder1k-Studie ein Modellprojekt
schaffen, mit dem in Zukunft auch in anderen Bundesländern und
Europäischen Ländern nach dem Modell Freder1k Kinder mit einem erhöhten
Risiko für Typ 1 Diabetes erkannt und frühzeitig behandelt werden
können.
Bei der Auftakt-Pressekonferenz mit dabei: Liedermacher Gerhard Schöne, Pate der Freder1k-Studie.
© André Wirsig
„Ich habe mich gern zur Übernahme der Schirmherrschaft bereiterklärt,
denn als Wissenschaftsministerin ist es mir ein besonderes Anliegen, den
wissenschaftlichen Fortschritt zur Behandlung von Typ-1-Diabetes zu
unterstützen“, erklärt Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria
Stange (in Bild 1 2.v.l.).
„Diese Krankheit wird die Betroffenen ihr
ganzes Leben lang begleiten. Darum ist es auch besonders wichtig, nicht
nur die kleinen Patienten selbst, sondern auch ihre Eltern so früh wie
möglich einzubinden. Die Ministerin sieht aber noch einen weiteren
wichtigen Aspekt: „Die Studie, für die die Experten der Medizinischen
Fakultäten in Dresden und Leipzig eng kooperieren, wird auch wichtige
Erkenntnisse für mögliche Präventionsmaßnahmen liefern. Sie hat somit
eine wichtige gesellschaftspolitische Dimension. Denn die Erkenntnisse
können helfen, die zu erwartenden Behandlungskosten für das
Gesundheitswesen zu beherrschen.“
*Die an der Studie beteiligten Partner-Institutionen sind:
DFG - Center for Regenerative Therapies, Cluster of Excellence, Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Universitätsklinikum Leipzig
Helmholtz Zentrum München
Medizinische Hochschule Hannover
Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
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Über Google: Medizin am Abend Berlin
Prof. Ezio Bonifacio, PhD
DFG-Center for Regenerative Therapies Dresden
Cluster of Excellence / TU Dresden
Fetscherstraße 105
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Fax: +49 351-458 82059
Email: director@crt-dresden.de
Freder1k-Team:
Hotline: 0800-7245148
Email: diabetesstudie.crtd@tu-dresden.de
Franziska Clauß
DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -
Weitere Informationen finden Sie in den angehängten ausführlichen Statements sowie unter www.gppad.org