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X- und O-Beine - Ist die Fehlstellung bewusst?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Arthrose durch X- und O-Beine

Beschwerden frühzeitig abklären – Gelenkersatz verhindern

X- und O-Beine können zu Fehlbelastungen und frühzeitigem Verschleiß der Knorpel am Kniegelenk führen. 


Der Knorpelschwund zieht oft schmerzhafte Gelenkarthrosen bis hin zum künstlichen Kniegelenk nach sich. 

  • Besonders junge Erwachsene, die etwa nach längerem Gehen oder Joggen an Knieschmerzen leiden, sollten deshalb mögliche Achsenabweichungen ihrer Beine rechtzeitig von einem Orthopäden oder Unfallchirurgen abklären lassen. 
 
Schuheinlagen, Physiotherapie oder auch eine Umstellungsoperation können helfen, Folgeschäden zu vermeiden und einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern.

Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. hin.

Schmerzhafte und fortgeschrittene Gelenkarthrosen sind der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Kniegelenks. Zu den Ursachen für eine verfrühte und übermäßige Abnutzung des Gelenkknorpels gehören Fehlbelastungen der Gelenke durch X- und O-Beine.
Doch Betroffene sind sich selbst größerer Fehlstellungen ihrer Beine oft nicht bewusst.

„Wir raten deshalb dringend, schon leichtere Beschwerden, etwa einen Anlauf- und Belastungsschmerz beim Aufstehen oder Treppensteigen, abklären zu lassen“, betont Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE und Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig.

„Denn diese Beschwerden sind oft Frühwarnzeichen für eine Überlastung von Kniegelenken, Knorpeln und Menisken", so der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Rechtzeitig erkannt, könne der Gelenkknorpel möglicherweise noch gerettet werden.

Optimal ist eine gerade Beinstellung. Hier liegen die Mitte von Hüfte-, Knie- und Sprunggelenk auf einer Achse.

  • Mit Ganzbeinröntgenaufnahmen, die im Stehen angefertigt werden, bestimmen Ärzte Abweichungen der Beinachse gradgenau. 

Einen ersten Eindruck über seine Beinstellung könne sich jedoch jeder vor dem Spiegel, mit kurzer Hose oder Leggings bekleidet, verschaffen. „Die meisten Menschen haben von Natur aus leichte X- oder O-Beine“, sagt Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Präsident der AE und Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Ulm. „Verursachen sie keine Beschwerden, bedürfen sie in der Regel auch keiner Behandlung.“
Bei einer X-Bein-Stellung weichen Unterschenkel und Füße von der Ideallinie nach außen ab, die Knieinnenseiten berühren sich, nicht aber die Fußknöchel. Dadurch werden die Außenseiten des Kniegelenks zu stark belastet. Beim O-Bein haben die Fußknöchel Kontakt, die Knie stehen jedoch weit auseinander. Die Hauptlast liegt hier auf der Innenseite der Kniegelenke. Die Folge beider Achsabweichungen: frühzeitige Kniearthrosen.

Die Therapie besteht zunächst im Tragen von Einlagen und Schuhaußen- beziehungsweise Innenranderhöhungen, die die Überbelastung ausgleichen sollen. „Des Weiteren empfehlen wir gezielte Physiotherapie zur Stellungskorrektur und Kräftigung der beteiligten Muskelpartien rund um das Kniegelenk“, so Heller. Wichtig sei auch, Übergewicht abzubauen.

„Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die Lasten besser zu verteilen, lohnt es sich oft, die Beinachse operativ zu begradigen“, führt Heller aus. Bei der sogenannten Umstellungsosteotomie sägt der Chirurg den Knochen zu 90 Prozent durch und klappt ihn so weit auf, dass die Beinachse wieder stimmt. Die dabei entstandene Lücke ist oft so gering, dass sie von alleine zuwächst. Alternativ kann der Arzt den Leerraum mit patienteneigenem Knochen aus dem Beckenkamm oder künstlichem Knochenmaterial füllen. Anschließend stabilisiert er das OP-Gebiet mit einer Platte, die er nach Abschluss der Heilung wieder entfernt. Bei O-Beinen findet die Korrektur meist am Schienbeinknochen statt, bei X-Beinen auch am Oberschenkelknochen.

„Eine Osteotomie ist ein sehr hilfreicher und bewährter Eingriff, um den Gelenkknorpel in möglichst gutem Zustand zu erhalten und damit eine Knieprothese hinauszuzögern“, bestätigt auch Gebhard. „Wegen des besseren Heilungspotentials tendieren wir jedoch dazu, eher jüngere Patienten damit zu versorgen.“

Die Operation ergäbe allerdings nur Sinn, solange die Arthrose nicht stark fortgeschritten sei. Deshalb sei es wichtig, den Eingriff rechtzeitig in Erwägung zu ziehen. „Ein Kunstgelenk stellt immer den letzten Ausweg dar“, erklärt Heller.

Die AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik verfolgt als unabhängiger Verein seit 1996 das Ziel, die Lebensqualität von Patienten mit Gelenkerkrankungen und -verletzungen nachhaltig zu verbessern und deren Mobilität wiederherzustellen. Mit ihren Expertenteams ausführenden Orthopäden und Unfallchirurgen organisiert sie die Fortbildung von Ärzten und OP-Personal, entwickelt Patienteninformation und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die AE ist eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Neuropeptid Hormon Oxytocin und die soziale Angst

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hormon Oxytocin kann soziale Angst verringern

Biologen der Universität Regensburg entdecken angsthemmende Wirkung des Neuropeptids Oxytocin. 

Eine Maus beschnüffelt einen Artgenossen in einem kleinen Käfig und zeigt somit normales Sozialverhalten.
Eine Maus beschnüffelt einen Artgenossen in einem kleinen Käfig und zeigt somit normales Sozialverhalten. © Foto Buchhauser/Grinevich Hormon Oxytocin kann soziale Angst verringern
 
Soziale Angststörungen oder soziale Phobien sind eine weit verbreitete psychische Störung, unter der mindestens zehn Prozent der Bevölkerung leiden.

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, auf Ablehnung zu stoßen oder sich zu blamieren.

Die Angst vor alltäglichen sozialen Situationen kann von körperlichen Symptomen wie Zittern, Herzrasen, Atemnot oder Panikattacken begleitet sein. Die Patienten zeigen ein verhängnisvolles soziales Vermeidungsverhalten, was wiederum oft zur vollständigen sozialen Isolation führt. Häufig sind negative soziale Erfahrungen und soziale Traumatisierung an der Entwicklung sozialer Angststörungen beteiligt. Neben Psychotherapie kommen bisher antidepressive und angstlösende Medikamente zum therapeutischen Einsatz, die jedoch wenig spezifisch wirken und zudem ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen.

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Inga Neumann, Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie der Universität Regensburg, hat an einem Tiermodell für soziale Angst entdeckt, dass das als Kuschelhormon bekannte körpereigene Neuropeptid Oxytocin soziale Angst dramatisch verringern kann. Mäusen wurde beigebracht, dass sozialer Kontakt (Beschnüffeln eines Artgenossen) bestraft wird, was zur vollständigen Meidung von sozialen Interaktionen führte. Wenn die Neurobiologen um den Doktoranden Rohit Menon, am Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie der Universität Regensburg, die Menge des von Nervenzellen des Gehirns freigesetzten Oxytocin erhöhten, überwanden die Tiere die soziale Angst und beschnüffelten den fremden Artgenossen während einer kurzen Testzeit wieder.

Doch wie kann das körpereigene Oxytocin-System aktiviert werden?


Hierfür diente den Neurobiologen als Modell der weibliche Organismus während der Laktationszeit (Stillzeit), denn das Oxytocin-System ist in dieser Zeit nach der Geburt hoch aktiv: Das Hormon Oxytocin wird während des Säugens aus der Hirnanhangsdrüse in die Blutbahn freigesetzt, wo es die Milchfreisetzung aus den Milchdrüsen gewährleistet. Die Neurobiologen wissen aus früheren Studien, dass Oxytocin auch in jenen Regionen des Gehirns freigesetzt wird, die für mütterliches Verhalten wichtig sind, aber auch Angst- und Furcht-Reaktionen regulieren.

In Kooperation mit Prof. Valery Grinevich, Universität Heidelberg, gelang dem Team um Prof. Neumann nun der Nachweis, dass laktierende Tiere resistent gegen soziale Angstkonditionierung sind.

Dies ist auf eine begrenzte Population von Oxytocin-Nervenzellen zurückzuführen, die Verbindungen zum limbischen System haben. 

  • „Auch das synthetische Oxytocin, das beim Menschen z. B. durch Nasenspray verabreicht werden kann, verringert sehr effizient soziale Angst und erhöht die soziale Motivation im Tiermodell“, so Neumann. 

„Daher sind zahlreiche therapeutische Einsatzmöglichkeiten im Zusammenhang mit sozialen Störungen denkbar, die aktuell untersucht werden.“ 

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Current Biology publiziert: 

http://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(18)30229-X

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Geriatrie: Mein Leben.Meine Ernährung - Ernährungsversorgung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Was, wo und wie Senioren morgen essen möchten

Die Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung steigt und die Gesellschaft wird zunehmend älter: 

  • 2050 werden etwa 9,9 Mio. Menschen über 80 Jahre sein – 2015 waren es 4,7 Mio. 

Gleichzeitig wünschen sich viele Hochbetagte, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben – und damit auch sich nach eigenen Vorlieben zu ernähren. 

  • Was sich Senioren für ihre künftige Ernährung und Ernährungsversorgung wünschen und wie Dienstleister diesen Vorstellungen gerecht werden können, war bisher nicht bekannt. 

Diese Fragen stehen im Fokus einer Studie des Instituts für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gefördert durch die Karl-Düsterberg-Stiftung. 

Die Gesellschaft wird – auch infolge von Zuwanderung – immer vielfältiger. Dabei wird auch die Heterogenität der 75- bis 85-Jährigen und deren Individualisierung weiter zunehmen.
Die Gesellschaft wird – auch infolge von Zuwanderung – immer vielfältiger. Dabei wird auch die Heterogenität der 75- bis 85-Jährigen und deren Individualisierung weiter zunehmen. Karl-Düsterberg-Stiftung, Rheine


Mein Leben. Meine Ernährung
Die Gesellschaft wird – auch infolge von Zuwanderung – immer vielfältiger. Dabei wird auch die Heterogenität der 75- bis 85-Jährigen und deren Individualisierung weiter zunehmen. Um den individuellen Ansprüchen nachkommen zu können, bedarf es einer großen Vielfalt der Angebote, die Faktoren wie den Geschmack, den gesundheitlichen Zustand, die finanziellen Ressourcen, die Wohnbedingungen und die soziale Einbindung berücksichtigen. „Die Ernährung ist im hohen Alter oft mit Anpassungen und Unterstützungsbedarf verbunden – Dienstleistungsangebote sollten möglichst passgenau auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sein“, erklärt Prof. Dr. Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns der FAU. „Senioren wünschen sich eine individuelle Ernährungsversorgung nach den eigenen Vorstellungen. Dabei werden Themen wie Regionalität, traditionelle und saisonale Speisen auch in Zukunft eine große Rolle spielen.“

Mein Essen. Meine Selbstständigkeit.
Sich so lange wie möglich nach ihren eigenen Wert-, Geschmacks- und Qualitätsvorstellungen versorgen – das wünschen sich alle Befragten. Künftige Ernährungsangebote wirken also idealerweise dem alters- und krankheitsbedingten Verlust der Autonomie entgegen. Außerdem orientiert sich das Angebot zu jedem Zeitpunkt am individuellen Selbstständigkeitsgrad und berücksichtigt persönliche Wünsche sowie geschmackliche Vorlieben.

Großes Interesse zeigen die Hochbetagten an Informationen rund um das Thema Ernährung – am besten von Familienangehörigen recherchiert und zur Verfügung gestellt. Zukünftig ist damit zu rechnen, dass die Medienkompetenz der Hochbetagten und der Wunsch nach detaillierten Informationen über die Möglichkeiten der Ernährungsversorgung zunehmen wird. Allerdings setzen sie sich tendenziell wenig mit der eigenen Situation einer künftigen Hilfsbedürftigkeit auseinander.

Unsere Mahlzeiten. Unsere Gemeinschaft.
Senioren wünschen sich soziale Gemeinschaft – beim Einkaufen, bei der Bestellung und Lieferung von Lebensmitteln, bei der Zubereitung beispielsweise des Mittagessens oder beim Essen selbst. Die sozialen Netzwerke verändern sich im hohen Alter jedoch nicht nur, sie werden schwächer. So essen heute (gerade mal) 28 Prozent der über 84-Jährigen regelmäßig mit Freunden oder mit der Familie. Durch Angebote wie gemeinsame Kocherlebnisse, betreute Einkaufsfahrten oder soziale Treffpunkte mit Mahlzeiten- und Dienstleistungsangeboten, könnte die Ernährungsversorgung von Hochbetagten wieder mehr in die Gemeinschaft integriert werden.

Unsere Gesellschaft. Unsere Verpflegung.
Das Versorgungsmodell der Zukunft schafft passgenaue und individuelle Angebote für die Ernährung, die den Wünschen und Bedürfnissen der Hochbetagten in jedem Funktions- und Gesundheitszustand gerecht werden. Ebenso wichtig ist es den Senioren aber auch, über sich selbst zu bestimmen. Gefragt ist ein Versorgungsmodell, das einen fließenden Übergang von Angebot zu Angebot ermöglicht – ohne Qualitäts- und Vielfaltsverluste. Eine Herausforderung für Dienstleister und für die Gesellschaft zugleich, die nur unter Mitwirkung aller Beteiligten – nicht zuletzt auch des Staates und der Kommunen – bewältigt werden kann.

Die Studie
In den Jahren 2016/2017 wurden am Institut für Biomedizin des Alterns in Nürnberg und an der geriatrischen Tagesklinik des Krankenhauses Barmherzige Brüder in Regensburg Interviews mit selbstständig lebenden Seniorinnen und Senioren durchgeführt. Einschlusskriterien waren, dass sie selbstständig im Privathaushalt leben, zwischen 75 und 85 Jahre alt sind, keinen Pflegebedarf haben sowie keine wesentlichen kognitiven Einschränkungen vorwiesen. Im zweiten Schritt wurden 2017 die Ergebnisse der Einzelinterviews in zwei Fokusgruppen mit Experten aus dem Bereich der Ernährungswissenschaft, -forschung und -medizin, der Gerontologie und Psychologie sowie Dienstleistern der Ernährungsversorgung diskutiert. Ziel war es, Ressourcen und Chancen in der derzeitigen Ernährungsversorgung zu identifizieren und Ideen für künftige zielgruppenorientierte, bedürfnis- und bedarfsgerechte Angebote zu generieren.

Das Institut für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde im Februar 1980 als erstes deutsches Institut für Gerontologie mit den Schwerpunkten Medizin und experimentelle Gerontologie eingeweiht. Es war der Abschluss eines langen Weges, denn experimentelle Gerontologie war noch in den 1960er und 1970er-Jahren in Deutschland absolutes Neuland. Der Durchbruch kam 1973, als an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Lehrstuhl für Innere Medizin (Geriatrie) eingerichtet wurde. Ein Meilenstein in der Entwicklung des Instituts war 2008 die Errichtung einer Stiftungsprofessur für klinische Ernährung im Alter durch die Nürnberger Theo und Friedl Schöller-Stiftung. Im April 2009 hat Prof. Dr. Dorothee Volkert die in Deutschland bisher einzige Professur für Ernährung im Alter angetreten.

Die Karl-Düsterberg-Stiftung e.V. wurde 1988 durch Karl Düsterberg, Gründer von apetito, gegründet. Seit 2014 ist Beate Düsterberg-Eissing, Tochter von Karl Düsterberg, Vorsitzende der Stiftung. Die Karl-Düsterberg-Stiftung fördert seit jeher Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Lebensmitteltechnologie, Ernährung und Ernährungsphysiologie sowie die berufliche Bildung des Lebensmittelbereiches. Sie finanziert und fördert Initiativen, wie die Studie des Instituts für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, durch Spenden – auch seitens der apetito AG.

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Soziale Angst - Sozialer Phobie: Kognitive Therapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Therapien gegen die Angst, peinlich zu wirken

Wirke ich inkompetent während ich einen Vortrag halte? 

Was denkt mein Gegenüber, wenn ich erröte? 

Ist mein Verhalten peinlich? 

Soziale Ängste können so stark werden, dass sie Betroffene darin hindern, ein normales Leben zu führen. 

Am Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität beginnt jetzt eine neue Studie, bei der zwei Therapieformen zur Behandlung sozialer Ängste miteinander verglichen werden. 

Die eine setzt auf Einsicht, die andere auf Lernen durch Erfahrung. 
 
„Viele Betroffene nehmen keine professionelle Hilfe in Anspruch, weil sie sich für ihre Ängste schämen“, weiß Prof. Ulrich Stangier, Leiter des Zentrums für Psychotherapie der Goethe-Universität.  

„Oft werden die Ängste auch fälschlicherweise als unveränderbare Persönlichkeitseigenschaften oder persönliche Inkompetenz angesehen, so dass Betroffene keine Veränderung durch eine Therapie erwarten und sie deshalb gar nicht erst in Betracht ziehen.“

Dabei ist soziale Angst gut behandelbar. In einer Reihe von Studien hat sich die Wirksamkeit der Kognitiven Therapie wiederholt bewährt. Die Betroffenen lernen in der Therapie, ihre Verarbeitungsprozesse während sozialen Situationen zu verändern und dadurch Situationen anders wahrzunehmen.

„Wir wollen nun herausfinden, wie man das Selbstwertgefühl noch besser stärken kann“, berichtet die Psychologin Jihong Lin, die das neue Therapieprojekt organisiert.

„Verschiedene Wege führen nach Rom. Nachgewiesen ist, dass man sowohl durch Einsicht als auch durch Erfahrung Ängste überwinden kann, im Idealfall durch beides.

Wir wollen wissen, welcher Weg schneller zum Ziel führt.

  • Außerdem wollen wir herausfinden, welche Betroffene eher von Erfahrungs- oder Einsichtslernen profitieren“.

Um die Wirksamkeit dieser beiden Prinzipien zu prüfen, wird am Zentrum für Psychotherapie in der Varrentrappstr. 40 eine drei- bis fünfmonatige Therapie für Erwachsene mit sozialer Phobie angeboten.

In Vorgesprächen vor Ort und am Telefon wird die Möglichkeit der Teilnahme abgeklärt.


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Jihong Lin, Psychologin
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Nieren- und Pankreastransplantationsprogramm

Medizin am Abend Berlin Fazit: Experten des Dresdner Universitätsklinikums transplantieren 1.000. Niere

Im Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden herrscht seit Beginn dieses Jahres Hochbetrieb: 

In den ersten drei Monaten konnten bereits 25 Nieren verstorbener Menschen sowie zwei weitere im Rahmen von Lebendspenden implantiert werden. 

Dadurch wurde die Zahl von insgesamt 1.000 Nierentransplantationen am Dresdner Uniklinikum – früher als erwartet – in der zweiten Märzwoche erreicht. 

Hinter dem Programm stehen die Teams von Prof. Manfred Wirth, Direktor der Klinik für Urologie sowie von Prof. Christian Hugo, Leiter des Schwerpunktbereichs Nephrologie der Medizinischen Klinik III. 

(v.l.n.r.) Dr. Catrin Palm, Prof. Christian Hugo (Nephrologie); Carsten Dürr, Ronny Kneipel, Simone Milde, Prof. Manfred Wirth.
(v.l.n.r.) Dr. Catrin Palm, Prof. Christian Hugo (Nephrologie); Carsten Dürr, Ronny Kneipel, Simone Milde, Prof. Manfred Wirth. Foto: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer
 
Das Nieren- und Pankreastransplantationsprogramm des Dresdner Uniklinikums erfüllt dabei nicht nur die höchsten medizinischen Standards, sondern auch sämtliche ethischen und rechtlichen Vorgaben. Dies wurde von der Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer nach einer umfassenden Überprüfung des Transplantationsprogramms im März 2017 erneut bestätigt. Auch wenn in diesem Jahr bereits überdurchschnittlich viele Nieren transplantiert wurden, lässt sich daraus noch keine Tendenz ableiten, ob die Gesamtzahl der in Dresden vorgenommenen Transplantationen bis zum Jahresende steigen wird, sagt Prof. Manfred Wirth.

„Die Organtransplantation ist eine der Königsdisziplinen in der Medizin. Ohne eine partnerschaftliche, konsequent interdisziplinär ausgerichtete Zusammenarbeit lassen sich Transplantationen nicht erfolgreich ausführen. Die jetzt zum 1.000. Mal vorgenommene Übertragung einer Niere ist ein Beleg für die Leistungsfähigkeit der Dresdner Hochschulmedizin, die in den 90er Jahren ein eigenes Transplantationszentrum aufbaute und 1995 die erste Niere transplantierte. Um der Transplantationsmedizin die bestmögliche Zukunft zu sichern, haben wir uns neben einer optimalen ärztlichen und pflegerischen Versorgung die höchsten ethischen und rechtlichen Standards gesetzt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums.

„Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich nicht nur das Transplantationsprogramm am Universitätsklinikum etabliert und die erste Nierentransplantation Dresdens vorgenommen habe, sondern wir nun auch den 1.000. hier transplantierten Patienten betreuen. Hinter einer solchen Erfolgsgeschichte stehen natürlich immer ein hervorragend eingespieltes Team sowie zuverlässige und leistungsfähige Strukturen. Dies hat sich auch in dem noch jungen Jahr 2018 bewährt, in dem wir bereits 27 Nieren transplantiert haben“, sagt Prof. Manfred Wirth.  

Die von ihm seit 25 Jahren geleitete Klinik für Urologie gehört zu den absolut größten universitären Einrichtungen ihrer Art und ist eine der wenigen, die komplett gemäß dem Qualitätsmanagementsystem der DIN EN ISO 9001 zertifiziert wurden.

„Auch wenn sich die Dialysetherapie in den letzten 20 Jahren ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt hat und viele Leben rettet, ist sie nach wie vor für junge und ältere Patienten die schlechtere Alternative zur Transplantation:

Eine gut arbeitende Niere reinigt das Blut permanent und entgiftet den Körper vollständig, während der zeitlich beschränkte Einsatz der Dialyse – normalerweise drei mal fünf Stunden pro Woche – den Organismus nur zum Teil entgiften kann.

Das belastet unter anderem den Kreislauf, was zu fortschreitenden körperlichen Schäden führt. Damit verschlechtert jedes Jahr an der Dialyse die Chancen für eine erfolgreiche Nierentransplantation“, sagt Prof. Hugo, der seit 2009 den Schwerpunktbereich Nephrologie der Medizinischen Klinik III am Dresdner Uniklinikum leitet und die Patienten vor und nach der Transplantation betreut.

Um möglichst vielen Patienten die Chance auf ein Leben ohne Dialyse zu geben, müssen sich die in den letzten Jahren auch im europäischen Vergleich extrem niedrigen und weiter abnehmenden Organspendezahlen deutlich verbessern. Neben der Bereitschaft der Menschen bedarf es hierzu einer auskömmlichen Finanzierung aller mit der Organspende verbundenen Tätigkeiten sowie besserer Strukturen in vielen Krankenhäusern. In den letzten zehn Jahren haben sich unter dem ausgeprägten Organspenderückgang auch die Transplantationszahlen deutschlandweit praktisch halbiert. Während sich das Dresdner Nierentransplantationszentrum durch seine hohe Kompetenz in den letzten zehn Jahren vom kleinsten zum größten Zentrum in der Region entwickelt hat, spiegelt sich die derzeit schwierige Organspendesituation auch in den Zahlen der in Dresden vorgenommenen Nierentransplantationen wider: Die im Jahr 2017 im Uniklinikum vorgenommenen 54 Transplantationen markieren den Tiefstand innerhalb der letzten drei Jahre: 2016 wurden noch 64 Nieren übertragen, 2015 lag die Zahl bei 83. Darin enthalten sind jeweils die Lebendspenden, deren Niveau relativ konstant blieb: 2015 und 2016 waren es 17 pro Jahr; 2017 lag die Zahl der Lebendnierenspenden bei 15. Die schwierige Situation bei den Spenden Verstorbener steht im engen Zusammenhang mit der Spendebereitschaft in Sachsen: Im Freistaat wurden 2017 insgesamt 79 Nieren gespendet und davon 59 auch hier implantiert. Ein Großteil davon – 39 – übertrug das Expertenteam der Urologie des Dresdner Uniklinikums.

Ungeachtet der kritischen Lage bei den Organspenden bleibt die Zahl der im Uniklinikum betreuten Wartelisten-Patienten, die leider auch unverändert viele Jahre auf eine Spenderniere warten müssen, auf konstant hohem Niveau: Im vergangenen Jahr waren dies 334 Patienten, 2016 warteten 353 auf eine Niere und das Jahr zuvor 330. Mehr als die Hälfte der Patienten auf der Warteliste – 55 Prozent – sind nach den Statistiken für das Jahr 2016 jünger als 56 Jahre. Auf die Altersgruppe von 56 bis 64 Jahren entfallen 30 Prozent sowie 15 Prozent auf die noch älteren Patienten.

Der Erfolg des Dresdner Transplantationszentrums gründet sich auf das Teamwork der Experten der Urologie sowie der in der Medizinischen Klinik III tätigen Nephrologen. Ein Schwerpunkt der internistischen Versorgung ist es, den Patienten vor und nach der Transplantation medikamentös so zu behandeln, dass der Körper das neue, körperfremde Spenderorgan nicht abstößt. Dank innovativer Medikamente und Therapiestrategien zur Unterdrückung der Abwehrreaktionen gegen das körperfremde Organ sind die Erfolgschancen einer Transplantation in den letzten zwei Jahrzehnten gestiegen und die Optionen der Lebendnierenspende deutlich verbessert worden. Hierbei hat auch das Dresdner Transplantationsteam insbesondere mit einer vor einem Jahr international viel beachteten und hochrangig publizierten multizentrischen Studie einen wesentlichen Anteil.

„Leider ist aber das Hoch an Organspenden im Osten Deutschlands, das in Jahren 2005 bis 2007 für positive Schlagzeilen gesorgt hatte, längst Geschichte und der aktuelle Spendenrückgang ganz besonders ausgeprägt in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt – von der Deutschen Stiftung Organtransplantation als „Region Ost“ definiert. „Wichtig ist aber die Erkenntnis, dass die Wartezeit in Dresden ganz entscheidend von der Spendebereitschaft in der jeweiligen Region abhängt und viel weniger von der allgemeinen in Deutschland oder im Eurotransplant-Verbund vorhandenen Bereitschaft, Organe zu spenden. Dementsprechend wird sich eine verbesserte lokale Spendebereitschaft auch in der Region um Dresden auswirken. Deshalb begrüßt das Dresdner Transplantationszentrum ausdrücklich alle positiven Aktivitäten zur Organspende“, so Prof. Hugo.

„Die Situation der Organspende in Deutschland ist kritisch: Obwohl die positive Einstellung der Bevölkerung zur Organspende einer Befragung der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2016 nach mit 81 Prozent sehr hoch ist, sinken die Organspendezahlen in Deutschland jedes Jahr weiter ab. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Organspender erstmalig unter 800, es wurden nur noch 2.591 Organe in Deutschland transplantiert . Damit lag die Rate an Organspendern pro einer Million Einwohner erstmalig unter zehn und bildet in der Eurotransplantregion damit das absolute Schlusslicht. In Deutschland wurden 2017 nur noch 1.333 Nieren transplantiert, wobei das Nierentransplantationszentrum an der Universitätsklinik in Dresden das größte in den neuen Bundesländern ist", sagt Dr. Patricia Klein, Ärztliche Geschäftsführerin der Sächsischen Landesärztekammer: "Natürlich ist die Organspende ein freiwilliges Geschenk und weder Patienten noch Angehörige noch jeder Einzelne darf unter Druck gesetzt werden. Aber die hohe Spendebereitschaft der Bevölkerung sollte wertgeschätzt werden und wir sollten uns alle bewusst sein, dass jede einzelne Spende Leben retten wird."

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Klinik und Poliklinik für Urologie
Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth
Tel.: 0351 458 24 47
E-Mail: urologie@uniklinkum-dresden.de
Internet: www.uniklinikum-dresden.de/uro

Medizinische Klinik III, Nephrologie
Prof. Dr. med. Christian Hugo
Tel.: 0351 458 48 79
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Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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Telefon: 0351 / 458-4162
Fax: 0351 / 458-884162

Hautschutz und Hautkrebsprävention

Medizin am Abend Berlin Fazit: Was wird aus "gesunder Bräune" in 25 Jahren? Die App zeigt's!

"Sunface App" soll Jugendliche für Gefahren durch UV-Strahlung sensibilisieren / Dr. Titus Brinker, Universitäts-Hautklinik und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, für digitale Idee zur Hautkrebsprävention ausgezeichnet / Preisverleihung war auf der Frühjahrstagung der Universitäts-Hautklinik Heidelberg am 24. März 2018 
 Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Preisträger Dr. Julius Brinker und Dr. Irene Rosengarten, Loreal.
Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Preisträger Dr. Julius Brinker und Dr. Irene Rosengarten, Loreal. Universitätsklinikum Heidelberg


UV-Strahlung - egal ob bei ausgedehnten Sonnenbädern oder häufigem Solariumsbesuch - setzt der Haut zu. Nachhaltig.

Wie das in fünf oder 25 Jahren am eigenen Gesicht aussieht, zeigt die von Dr. Titus Brinker - seit Dezember 2017 am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg tätig - entwickelte "Sunface App".

Inwieweit die App Jugendliche und Erwachsene für Hautschutz und Hautkrebsprävention sensibilisieren und ihr Verhalten diesbezüglich beeinflussen kann, sollen mehrere groß angelegte, internationale Studien unter Heidelberger Federführung klären. Für seine Arbeit um die Sunface App ist der junge Arzt nun mit dem mit 25.000 Euro Preisgeld dotierten Young Research Award der La Roche-Posay Foundation ausgezeichnet worden. Brinker, der bereits mehrere Gesundheits-Apps entwickelt hat, leitet seit Januar 2018 die App-Entwicklung am NCT und absolviert parallel seine Facharztweiterbildung an der Universitäts-Hautklinik.

Die Sunface App soll vor allem Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf lockere Art ihr persönliches Hautkrebsrisiko vor Augen führen. Sie zeigt anhand eines Selfies das Gesicht der Zukunft - abhängig davon, ob für gewöhnlich auf Sonnen- und UV-Schutz geachtet wird oder nicht. "Die Haut vergisst nichts. Die Sunface App verdeutlicht das sehr eindrücklich und richtet sich primär an eine Altersgruppe, die man ansonsten mit Präventionsmaßnahmen nur schwer erreicht", erklärt Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg, der die Auszeichnung bei Frühjahrstagung der Klinik am 24. März mit überreichte.

Sunface App kann kostenlos heruntergeladen werden
"Vor allem junge Leute wollen mit dem ungesunden Bräunen ihre Attraktivität steigern. 
Das zeigen Befragungen unter Solariennutzern", erklärt Brinker. "Dass dieser Schuss nach hinten losgeht, die Haut schädigt und ihre Alterung beschleunigt, zeigt die Sunface App als Blick in den Spiegel in naher oder auch etwas weiter entfernter Zukunft." So funktioniert es: App kostenlos herunterladen, Selfie schießen, Hauttyp sowie eine von drei Verhaltensoptionen - Sonnenschutz, kein Sonnenschutz oder wöchentlicher Solariumsbesuch - auswählen und dem um fünf oder 25 Jahre gealterten Ich ins Gesicht blicken, in 3D und mit animierten Effekten.  

Dazu berechnet die App, wie stark sich, je nach Verhalten, das Hautkrebsrisiko erhöht, erklärt, wie man Hautkrebs und seine Vorstufen bei sich erkennen kann, und gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz. Wer will, kann sein animiertes Selfie via Social Media teilen.

Der 27-Jährige Mediziner entwickelte die App am Universitätsklinikum Essen. Seit Mai 2017 gibt es sie kostenlos für iPhones und Android Smartphones. Eine erste Studie mit insgesamt 205 Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren in Essen zeigte bereits: Die App motivierte die Schüler, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen und das Solarium zu meiden. "Die Sunface App scheint ihren Zweck als niederschwellige Präventionsmaßnahme zu erfüllen", so Dr. Brinker. "Prospektive Effekte müssen langfristig angelegte Folgestudien mit Vergleichsgruppe allerdings noch bestätigen."

Apps aus dem NCT sollen Infos zu Krebsprävention breiter streuen

Das Potential dieser niederschwelligen Angebote in Form von Apps hat man am NCT erkannt und eine Forschungsgruppe "App-Entwicklung" eingerichtet. Ziel des vierköpfigen Teams unter Brinkers Leitung ist es, digitale Gesundheitsangebote für Smartphone und Webbrowser zu entwickeln und auszuwerten. An Ideen und Erfindergeist mangelt es dem Nachwuchswissenschaftler nicht: Neben Sunface entwickelte er bereits sieben weitere Apps, darunter die Tabakpräventions-Apps Smokerface und Smokerstop mit mehr als 500.000 Nutzern. Außerdem ist er Inhaber der Smart Health Heidelberg GmbH, die Gesundheitsapps unter Nutzung von künstlicher Intelligenz entwickelt und vertreibt.

Der schwarze Hautkrebs, das Melanom, nimmt in seiner Häufigkeit so rasant zu wie weltweit kein anderer bösartiger Tumor: Laut Robert Koch-Institut haben sich die Erkrankungsraten allein in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verfünffacht. "Das liegt vor allem daran, dass es in Mode kam, sich im Urlaub, oder später auch im Solarium, bräunen zu lassen. Viele empfinden das leider auch heute noch als schick", so Brinker. "Da ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig." In Deutschland erkranken jährlich rund 21.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs, rund 3.000 sterben daran. Wichtigster Risikofaktor ist die natürliche oder künstliche UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien, insbesondere in der Kindheit und Jugend.

"Sunface App" kostenlos für iPhones: itunes.apple.com/de/app/sunface/id1226606410

"Sunface App" kostenlos für Android Smartphones play.google.com/store/apps/details

Wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Sunface App:

1) Vorstellung der App-Funktionalität und Querschnittsdaten in Fokusgruppe: mhealth.jmir.org/2017/7/e101/
2) Querschnittsdaten bei Sekundarschülern aus Deutschland: www.jmir.org/2017/9/e319/
3) Querschnittsdaten bei Sekundarschülern aus Brasilien: mhealth.jmir.org/2018/3/e60/
4) Protokoll zu randomisierter Längsschnittstudie bei Schülern in Brasilien: bmjopen.bmj.com/content/8/3/e018299

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Medizin am Abend Berlin im BrainStorming

Medizin am Abend Berlin Fazit:

Das Team von Medizin am Abend Berlin ist auf BrainStorming Reise. 

Einschließlich Montag, den 14. Mai 2018 werden wir uns mit neuen innovativen Möglichkeiten für unseren PROBONO Einsatz aktiv beschäftigen und dabei die Erholung auch nicht aus dem Auge verlieren und zu kurz kommen lassen.

Seien Sie sicher, das Warten wird sich wieder lohnen. 

Stöbern Sie in den bisherigen  -internationalen und nationalen- Medizin am Abend Berlin Beiträgen und empfehlen Sie uns in Ihrem Fach- und Freundschaftskreis und ganz besonders unseren Patientenkreisen weiter.

Und sofern Sie selber aktiv und bei den internationalen Medizinisch-Kaufmännischen Themen unterstützen wollen, nehmen Sie mit uns einfach den Kontakt auf (nach dem 14. Mai 2018).

Wir freuen uns, Sie dann wieder bei uns persönlich begrüßen zu dürfen.

Beste Grüße von 




HÖRVERLUST? Auf der 01. Mai 2018 Demo? - Steigende Tendenz?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie die Form unserer Ohren bestimmt, was wir hören

Wenn wir unsere Augen schließen, wissen wir, aus welcher Richtung ein Ton kommt. 

Dadurch können wir in einer Gesprächsrunde, etwa auf einer Party, mehrere Sprecher voneinander unterscheiden und dem Sprechenden gezielt unsere Aufmerksamkeit widmen. 

Die Form unserer Ohren spielt dabei eine entscheidende Rolle: 
  • Sie bestimmt, wie der Schall in unser Innenohr reflektiert wird und ändert ihn dabei ganz leicht, abhängig von seiner Richtung im Raum. 
  • So kann unser Gehirn die Lage des Tons im Raum berechnen. 

In dieser Schallkugel wurden die Hörtests durchgeführt.Wie die Form unserer Ohren bestimmt, was wir hören
In dieser Schallkugel wurden die Hörtests durchgeführt. Foto: Prof. Dr. Marc Schönwiesner
 
Wie das genau passiert, war bisher unbekannt. Neurowissenschaftler der Universität Leipzig und der Universität Montreal haben nun entschlüsselt, wie sich die gehörte Tonrichtung im Gehirn widerspiegelt.

Diese Erkenntnisse könnten helfen, Hörgeräte zu verbessern.

Manche sind klein, manche groß, manche eher hängend, andere wiederum spitz nach oben ragend: 

O h r e n.

So unterschiedlich sie auch aussehen mögen, so sehr scheint ihre Form darüber zu entscheiden, was wir hören. 
Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Montreal haben in einer aktuellen Studie erkannt, dass die Form unserer Hörorgane und ihrer Wulste beeinflusst, wie die aus allen Richtungen eintreffenden Schallwellen in unser Innenohr reflektiert werden.
Aus diesen individuellen Reflektionsmustern ermittelt unser Gehirn dann, ob ein Ton von oben oder unten auf uns eintrifft.

Bislang war bereits bekannt, wodurch wir erkennen, ob ein Ton von rechts oder links kommt. Klingelt rechts von uns ein Telefon, so erreichen die Schallwellen zuerst das rechte Ohr, anschließend mit etwas Verzögerung das linke. Unser Gehirn kann daraus zuordnen, woher das entsprechende Geräusch kommt. Unklar war bisher jedoch, wie es uns gelingt, einen Ton vertikal im Raum zu verorten.

"Töne aus verschiedenen Richtungen treffen unterschiedlich auf die äußeren Bereiche unserer Ohren. Die Ohrmuschel reflektiert durch ihre unregelmäßige Form den Schall in den Gehörgang. 

 Dadurch entsteht ein kurzes Echo, das die Klangfarbe ändert", erklärt Marc Schönwiesner, Professor am Institut für Biologie der Universität Leipzig. 
"Unser Gehirn kann diese kleinen Unterscheide lernen und mit verschiedenen Richtungen assoziieren." Die Klangfarbe ist dabei die Eigenschaft eines Tons, die sich aus der Lautstärke der einzelnen im Ton enthaltenen Frequenzen bestimmt. Sie ist der Grund, warum ein und dieselbe Note, etwa ein hohes C, von einer Geige anders klingt als von einer Blockflöte.

Untersucht haben die Wissenschaftler die Rolle der äußeren Ohrform für unser räumliches Hören, indem sie diese bei 15 Personen veränderten. Dazu bekamen die Teilnehmer ein kleines, von außen nicht erkennbares Silikonstück eingesetzt. Zuvor und anschließend spielten sie den Teilnehmern in einem Schall-Labor Töne vor, von denen sie entscheiden sollten, ob sie von oben oder unten kamen. Obwohl diese dabei jeweils den gleichen Tönen lauschten, zeigten sich in den Hörtests deutliche Unterschiede: Vor der Veränderung ihrer Ohrform konnten sie die Töne recht präzise verorten, mit den eingesetzten Silikonstücken gelang ihnen das kaum. "Als wir ihnen etwa einen Ton oberhalb ihres Kopfes vorspielten, glaubten sie dann plötzlich, dass er von unten kam", erklärt der Neurowissenschaftler. Nachdem jedoch einige Tage vergangen waren und sie die Hörtests wiederholten, konnten die Probanden wieder an ihre früheren Hör-Erfolge anknüpfen.

Um zu beobachten, was während dieser drei Stationen im Gehirn vor sich ging, spielten die Forscher den Probanden die aus allen Richtungen eintreffenden Töne auch vor, als diese im Magnetresonanztomographen lagen.

Dabei konzentrierten die Neurowissenschaftler sich auf die Aktivitäten im Hörcortex, also in dem Bereich der Großhirnrinde, der auf das Hören spezialisiert ist und erkannten:

Die Neurone sind umso weniger aktiv, je höher die Quelle eines Tones über unserem Kopf liegt.

Anhand der Signale des Gehirns konnten die Wissenschaftler sogar direkt auf die Lage der Töne im Raum schließen. Mit frisch eingesetzten Silikonstücken im Ohr zeigte sich ihnen jedoch ein anderes Muster:

 Die Neurone feuerten deutlich unorganisierter auf die eintreffenden akustischen Reize, ein Rückschluss auf die Lage der Töne im Raum war nicht möglich. Das änderte sich allerdings, nachdem sich die Freiwilligen mit ihren neuen Ohren durch den Alltag bewegt hatten.

Die Hirnaktivitäten hatten sich wieder sortiert und entsprachen denen der unveränderten Ohrformen.

"Wir können mit unseren eigenen individuell gestalteten Ohren hören, weil unser Gehirn ihre Form kennt. Wenn sich diese jedoch ändert, braucht es einige Zeit, um sich anzupassen. 

Das ist beispielsweise auch der Fall, wenn wir wachsen", erklärt Schönwiesner.

Die Erkenntnisse des deutsch-kanadischen Forscherteams geben nicht nur Aufschluss darüber, wie unser Gehirn lernt, sich an neue Bedingungen flexibel anzupassen.

Sie können auch helfen, Hörgeräte zu verbessern.

"In Deutschland sind aktuell etwa 17 Prozent der Bevölkerung von Hörverlust betroffen.

Mit steigender Tendenz, denn unsere Umwelt wird immer lauter, gleichzeitig werden die Menschen immer älter", erklärt der Leipziger Biologe.

"Aktuell sind nach Schätzungen von Hörgeräteherstellern und Ärzten bis zu 25 Prozent der Hörgeräte nicht im Einsatz, weil Patienten häufig unterschätzen, dass das Gehirn Zeit zur Gewöhnung braucht und erwarten stattdessen eine sofortige Verbesserung. 
  • Wenn wir den Gewöhnungsprozess besser verstehen, können wir ihn vielleicht beschleunigen, sodass Patienten zielgerichtet beraten werden könnten."
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Verena Müller
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Chronische Entzündung der Blasenwand - Interstitiellen Zystitis (IC/BPS) http://www.ica-ev.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Erste Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Interstitiellen Zystitis (IC)

DGU und ICA-Deutschland setzen Meilenstein

Stechende Unterleibsschmerzen und Harndrang mit bis zu 60 Toilettengängen über Tag und Nacht: 


Die überwiegend weiblichen Patienten mit einer Interstitiellen Zystitis (IC) stehen unter enormem Leidensdruck; häufig führt die Erkrankung in die soziale Isolation und in die Erwerbsunfähigkeit. 
  • Zudem ist das Krankheitsbild noch immer relativ unbekannt und die chronische Entzündung der Blasenwand bis heute schwer zu diagnostizieren.  
Im Durchschnitt dauert es neun Jahre bis zur Diagnosestellung; bei der Hälfte der Patienten sind mehr als 20 Arztbesuche notwendig bis ihr quälendes Leiden einen Namen bekommt.

Mit der Erstellung der ersten deutschen Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie der Interstitiellen Zystitis (IC/BPS)“ haben die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Förderverein für Interstitielle Zystitis, der ICA-Deutschland e.V. (ICA), nun einen entscheidenden Schritt für eine bessere Versorgung der Betroffenen erreicht. Die Konsultationsfassung der Leitlinie, die unter Federführung der DGU entstand, erscheint in Kürze auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) online.

Die Diagnose „Interstitielle Zystitis“ wird nach oft jahrelanger Arzt-Odyssee schließlich zu 99 Prozent von Urologen gestellt.

„Mit der interdisziplinären Leitlinie haben wir nun die Möglichkeit, über die Fachgebiete hinweg zu informieren, die Sensibilität der Ärzte für die IC in der Breite zu schärfen und die Versorgungsqualität zu optimieren“, sagt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing. Adressaten der Leitlinie sind vor allem Ärzte und Behandler der Fachrichtungen Urologie, Gynäkologie, Allgemeinmedizin, Schmerztherapie und Physiotherapie. Als Leitlinien-Koordinator hat sich Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer für die Fachgesellschaft verdient gemacht.

„Nach jahrzehntelangen Bemühungen um Standards für Diagnostik und Therapie der seltenen Krankheit ist mit einer Leitlinie der Qualität S2k ein weiterer entscheidender Meilenstein erreicht“, sagt Bärbel Mündner-Hensen. Sie ist Gründungsmitglied und Bundesvorsitzende des ICA-Deutschland, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen begeht. Der Förderverein tritt auf wissenschaftlicher und politischer Ebene national und international für die Belange der IC-Patienten ein und hat das Leitlinien-Vorhaben bei der DGU initiiert.

Bereits 2017 hatte der ICA, der in seinem medizinischen Beirat mit renommierten Medizinern zusammenarbeitet, zwei wichtige Ziele erreicht: So entwickelte der gemeinnützige Verein einen Anforderungskatalog für die Zertifizierung von ausgewiesenen Behandlungszentren. Im September 2017 konnte das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Schwarzwald-Baar-Klinikum als europaweit erstes Kompetenzzentrum ausgezeichnet werden. Inzwischen haben auch das Marien Hospital in Herne und das Städtische Klinikum Lüneburg das Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen; weitere Zertifizierungen stehen bevor.

Für eine erstattungsfähige Medikation hatte der ICA lange gekämpft.  

Mit der Zulassung des Wirkstoffs Natrium-Pentosanpolysulfat für die Therapie der IC durch die europäische Arzneimittelagentur (EMA) steht den Betroffenen seit Oktober 2017 erstmals ein Medikament zur Verfügung, das von den Krankenkassen bezahlt wird.

Heilbar ist die Interstitielle Zystitis nicht. Multimodale Therapien, u.a. medikamentöse Therapien, Blaseninstallationen und Schmerztherapie, können lediglich ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern und Symptome lindern. 
  • Ursachen der IC, die mit Begleiterkrankungen wie Muskel- und Gelenkschmerzen, Migräne, depressiven Verstimmungen, Allergien, Dickdarm- und Magenproblemen einhergeht, sind nicht hinlänglich bekannt.
Beschrieben wird die Erkrankung als ein Immun- und Barrieredefekt im Gewebe der ableitenden Harnwege, im Besonderen der schützenden sogenannten GAG-Schicht der Harnblase, wodurch die Blasenwand vermehrt schädigenden Bestandteilen des Urins ausgesetzt ist und ein andauernder Entzündungsprozess ausgelöst werden kann. 

Schätzungen zufolge sind in Europa 18 von 100 000 Frauen betroffen, die Dunkelziffer gilt als sehr hoch. „Die erfolgreiche Implementierung der Leitlinie kann hier gegensteuern“, sagt DGU-Pressesprecher Prof. Wülfing.

Der Forschungsbedarf bleibt weiter hoch.

„Um Therapieoptionen besser erforschen zu können, benötigen wir als nächsten Schritt einen wissenschaftlichen Konsens über die exakte Differenzierung der verschiedenen Ausprägungen der Erkrankung, der bei künftigen Studien eine genauere Patienten-Auswahl erlaubt“, so die ICA-Vorsitzende Bärbel Mündner-Hensen, die bereits 2013 für ihr Engagement für die IC-Forschung, Aufklärung, ärztliche Fortbildung und die IC-Selbsthilfe mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt wurde.

Aktuell läuft eine klinische Medikamenten-Studie, die u.a. von DGU-Leitlinien-Koordinator Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer geleitet wird.

Ärzte und Patienten finden auf der Homepage des ICA-Deutschland umfangreiche Informationen über die Interstitielle Zystitis:  

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Gewichtskontrolle: Dein Hunger - Deine Peptidhormone - Neuopeptid Y

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nachricht "Hunger" übermittelt - Wie Peptidhormone mit ihren Rezeptoren wechselwirken

Rezeptoren leiten Botschaften von außen ins Zellinnere. 

Einer davon ist der Rezeptor, der das Neuropeptid Y erkennt. 

  • Dieses Hormon übermittelt unter anderem die Nachricht "Hunger" und leitet im Gehirn über den Y1-Rezeptor Vorgänge ein, die zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme führen. 

Ein Team von Wissenschaftlern der Universitäten Leipzig, Nashville und Regensburg, sowie der Chinese Academy of Science in Shanghai konnte nun erstmals aufklären, wie Agonisten (Verbindungen, welche die Botschaft weiterleiten) und Antagonisten (Hemmstoffe, die den Rezeptor blockieren) an diesen Rezeptor binden. 
 
Neben seiner Bedeutung für die Gewichtskontrolle könnte das Neuropeptid in der Brusttumortherapie eingesetzt werden, da der Rezeptor Y1 spezifisch in Brusttumoren ausgebildet wird. Die Forscher haben ihre neuen Erkenntnisse jetzt in dem renommierten Fachjournal "Nature" publiziert.

Die Gruppen um die Forscher Prof. Dr. Daniel Huster und Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger von der Universität Leipzig haben alle biochemischen Studien sowie die Kernspinresonanz-Untersuchungen durchgeführt, die die Hormonbindung aufklärten. Die Kristallstruktur des Rezeptors wurde in Shanghai mit einem in Regensburg entwickelten Rezeptorblocker gelöst. Prof. Jens Meiler und sein Team von der Vanderbilt Universität in Nashville schließlich fügten aus den experimentellen Daten über Struktur und Funktion des Rezeptors ein schlüssiges Modell zusammen.

Beck-Sickinger, die neben Beili Wu von Chinese Academy of Science Korrespondenzautorin des Artikels ist, sieht diese Arbeit als Meilenstein im Verständnis, wie Peptidhormone mit ihren Rezeptoren wechselwirken. "Diese transnationale Zusammenarbeit zeigt, dass wesentliche Fragestellungen nur gemeinsam auf höchstem Niveau erarbeitet werden können und Forschung in dieser Dimension über alle Grenzen erfolgen muss", sagt sie.

Die chinesische Forscherin Wu legte mit der Kristallstruktur des Rezeptor-gebundenen Inhibitors den Grundstein für das Projekt. Durch künstlich hergestellte Rezeptorvarianten konnten Beck-Sickinger und ihr Team diese Wechselwirkungen bestätigen und verfeinern. Den Forschern um Daniel Huster gelang es, die Hormonbindung durch Kernspinresonanz-Untersuchungen aufzuklären. Die seit langem ungeklärte Frage der Bindung des flexiblen aber essentiellen Ende des Peptides konnte durch eine lichtgesteuerte chemische Verknüpfung und anschließende Bestimmung der Größe von Bruchstücken von der Gruppe Beck-Sickinger aufgeklärt und im Modell integriert werden. Damit konnte erstmals die Bindung des Peptidhormons vollständig charakterisiert werden.

Sowohl bei der Entwicklung neuer Strategien zur Bekämpfung von krankhaftem Übergewicht, als auch in der Tumortherapie und Diagnostik eröffnen sich dadurch neuartige Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten. 

Diese neuen Erkenntnisse tragen auch dazu bei, das Wissen über die Dynamik dieser Klasse von Rezeptoren zu erweitern. "Wir kennen mehr als 100 Peptidhormone, die über diese Klasse von Rezeptoren wirken. Unsere Erkenntnisse sind somit erst der Beginn eines großen Gebietes", erläutert Beck-Sickinger.

Originaltitel der Veröffentlichung in "Nature":

"Structural basis of ligand binding modes at the neuropeptide Y Y1 receptor"

doi: 10.1038/s41586-018-0046-x

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Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger
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E-Mail: abeck-sickinger@uni-leipzig.de
Web: www.biochemie.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Daniel Huster
Institut für Medizinische Physik und Biophysik
Telefon: +49 341 97-15700
E-Mail: daniel.huster@medizin.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Jens Meiler
Vanderbilt Universität, Nashville
E-Mail: jens.meiler@vanderbilt.edu

Susann HusterUniversität Leipzig
Telefon: 0341 / 9735022
E-Mail-Adresse: susann.huster@zv.uni-leipzig.de

Ritterstraße 26
04109 Leipzig
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