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Sarkome - bösartige Tumore - Sarkomzentrum Dresden

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Mit hochspezialisiertem Sarkomzentrum baut Dresdner Uniklinikum Spektrum der Krebstherapie aus

Sarkome sind bösartige Tumore von Weichteilen und Knochen, die sich nur durch eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie erfolgreich behandeln lassen. 

  • Die hierzu notwendigen Fachkenntnisse und technischen Voraussetzungen stehen nur an wenigen Orten in Deutschland vollumfänglich zur Verfügung, darunter am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. 

Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) werden diese Angebote jetzt im „Sarkomzentrum Dresden“ für Patienten der Region und darüber hinaus gebündelt. 

Funktionsoberärztin PD Dr. Christine Hofbauer ist eine der direkten Ansprechpartner für die Sarkompatienten. Funktionsoberärztin PD Dr. Christine Hofbauer ist eine der direkten Ansprechpartner für die Sarkompatienten. Foto: Uniklinikum Dresden
 
Sarkome sind bösartige Tumore von Weichteilen und Knochen, die sich nur durch eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie erfolgreich behandeln lassen. Die hierzu notwendigen Fachkenntnisse und technischen Voraussetzungen stehen nur an wenigen Orten in Deutschland vollumfänglich zur Verfügung, darunter am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) werden diese Angebote jetzt im „Sarkomzentrum Dresden“ für Patienten der Region und darüber hinaus gebündelt.

Es gibt kaum eine andere Gruppe von Krebserkrankungen, bei denen der Vorteil einer Behandlung an spezialisierten Zentren so eindeutig ist wie bei Sarkomen. Dies liegt an der Seltenheit der bösartigen Tumore, die sich überdies noch in viele verschiedene Untertypen aufteilen. Außerhalb spezialisierter Zentren behandeln Ärzte oft nur einmal in mehreren Jahren einen Patienten mit dieser Erkrankung. Zum anderen braucht die optimale Therapie von Sarkomen, die in allen Körperregionen vorkommen können, ein außerordentlich breites Spektrum an Spezialwissen sowie speziellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Diese Voraussetzungen sind nur an wenigen großen Zentren gegeben. Betroffene Patienten – so die Empfehlung weltweit führender Experten – sollten daher schon im Verdachtsfall unverzüglich in ein spezialisiertes Zentrum überwiesen werden.

Fachübergreifendes Spezialisten-Team für optimale Behandlung
Um Patienten der Dresdner Region eine optimale Behandlung bieten zu können, wurde nach umfangreicher Vorbereitung Ende September 2016 das Sarkomzentrum Dresden unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) Dresden gegründet.

Hier erfolgen Diagnose und Therapie in enger fachübergreifender Zusammenarbeit besonders spezialisierter Ärzte aus den Fachgebieten Orthopädie und Unfallchirurgie, Viszeral,- Thorax- und Gefäßchirurgie, Radioonkologie/Strahlentherapie, Medizinische Onkologie, Pädiatrische Onkologie, Kinderchirurgie, Urologie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, HNO, Dermatologie sowie Frauenheilkunde. Hinzu kommen auch Experten der Pathologie, Genetik, Radiologie, Nuklearmedizin sowie Palliativmedizin. Auch spezialisierte Psychoonkologen und besonders geschulte Experten anderer Gesundheitsberufe, zum Beispiel der onkologischen Pflege und der physiotherapeutischen Rehabilitation, sind integraler Teil des Teams. Parallel arbeiten die Ärzte und Wissenschaftler an Forschungsprojekten, um die Therapie kontinuierlich zu verbessern.

Modernste Methodik und Geräte-Ausstattung
„Das Sarkomzentrum Dresden bietet das komplette Spektrum modernster Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, die für die optimale Sarkombehandlung notwendig sind“, erklärt einer der beiden Leiter des neuen Zentrums, Prof. Klaus-Dieter Schaser, Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Dresdner Uniklinikum.

Zu nennen ist die hochqualifizierte Chirurgie, einschließlich moderner robotischer Methoden. Sie wird durch spezialisierte Bildgebung vor und während der Operation unterstützt – wie die Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie und Computer-Tomographie beziehungsweise Magnet-Resonanz-Tomographie (PET/CT, PET/MRT) sowie die intraoperative CT-Bildgebung mit Navigation.

Um das biologische Verhalten und besondere Mutationen der Sarkome charakterisieren zu können, kommen zudem modernste Methoden der molekularen Tumordiagnostik zum Einsatz. 

  • Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Standort Heidelberg im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen stehen innovative Geräte zur DNA-Entschlüsselung – „Next Generation Sequencing“ – und in besonderen Fällen die Möglichkeit der Ganz-Genomsequenzierung zur Verfügung. 
Gleichzeitig wird das gesamte Spektrum der Strahlentherapie angeboten – einschließlich der Protonentherapie, die weltweit nur wenigen Zentren zur Verfügung steht. 

Bei den medikamentösen Behandlungen kann nicht nur auf die klassische Chemotherapie zurückgegriffen werden, sondern auch auf neue Verfahren, wie die Immuntherapie und molekular wirksame Medikamente.

Weitere hochspezialisierte Methoden, wie die Extremitätenperfusion – eine Sonderform der Chemotherapie für Arme und Beine –, die Strahlentherapie während einer Operation und die durch Magnet-Resonanz-Tomographie gesteuerte Gewebeerhitzung befinden sich aktuell in Aufbau.

„Wir freuen uns, dass wir diese hervorragenden Experten und Möglichkeiten ab sofort in einem gemeinsamen Zentrum bündeln können. So können wir Sarkompatienten die bestmögliche Diagnostik und Therapie bieten“, sagt Zentrums-Leiter Professor Jürgen Weitz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Dresden.

„Neben der optimalen Behandlung auf dem aktuellen medizinischen Wissensstand, können wir den Patienten auch zahlreiche Therapiestudien anbieten.

Eine wichtige Grundlage hierfür ist die Einbindung des Dresdner Standorts im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung und vielen weiteren nationalen und internationalen Netzwerken“, ergänzen die Zentrums-Leiter Prof. Schaser und Prof Weitz.

Sarkompatienten können sich direkt oder über den Arzt anmelden
 
Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser können sich für Patienten, bei denen Sarkome oder unklare Befunde mit Verdacht auf ein Sarkom festgestellt wurden, direkt an das Sarkomzentrum Dresden im Universitäts KrebsCentrum wenden.

Betroffene Patienten haben zudem die Möglichkeit, sich selbst im Sarkomzen­trum des UCC vorzustellen und erhalten ohne zeitliche Verzögerung eine adäquate Diagnostik und Therapie.

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Renin-Angiotensin-System (RAS) - Blutdruck - Rezeptor Mas

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Fresszellen besser verstehen

Neue Funktion eines Signalwegs aus der Blutdruckforschung entdeckt 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Feuerwehr: Wie hoch ist der Stresslevel? 
 
  • Das Renin-Angiotensin-System (RAS) spielt eine wichtige Rolle für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und den Blutdruck. 

Ein neuer Signalweg des RAS kann aber auch Immunzellen entscheidend beeinflussen. Das hat eine Studie gezeigt, die am Universitätsklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in enger Zusammenarbeit mit Forschern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durchgeführt wurde. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt im renommierten Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.*

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem bei jungen Erwachsenen auftritt und zu unterschiedlichen neurologischen Ausfällen sowie bleibender Behinderung führen kann.

Genauso wie bei der Gefäßkrankheit Arteriosklerose spielen die Fresszellen des Immunsystems eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit. 

In einer Kooperation mit PD Dr. Johannes Stegbauer und seinen Kollegen der Nephrologischen Klinik der Universität Düsseldorf untersuchten die FAU-Forscher um Prof. Dr. Ralf Linker aus der Neurologischen Klinik des Uni-Klinikums Erlangen nun den Einfluss neuer Signalwege des Blutdruck regulierenden Renin-Angiotensin-Systems in experimentellen Modellen der MS und der Arteriosklerose.

In ihrer Arbeit beschreiben die Wissenschaftler den Signalweg mit dem Namen „Angiotensin 1-7/Mas“ – kurz Mas – als bedeutsam, um entzündungsfördernde Effekte im Körper zu kompensieren. Beide Forschergruppen konnten zeigen, dass der Rezeptor Mas eine wichtige Rolle für die Funktion von Entzündung regulierenden Fresszellen, den sogenannten Makrophagen, spielt.

  • Eine medikamentöse Beeinflussung des Rezeptors kann die Eigenschaften dieser Fresszellen hin zu anti-entzündlichen Eigenschaften verändern und so einen neuen Behandlungsansatz für chronisch-entzündliche Erkrankungen darstellen.

„Diese Erkenntnisse liefern einen neuen Beitrag zum Verständnis der Rolle von Fresszellen bei der MS und bringen möglicherweise neue Ansatzpunkte für eine bessere Behandlung der bisher unheilbaren Erkrankung“, erklärt der Neurologe Prof. Dr. Ralf Linker, der die Erlanger Experimente koordiniert und versucht, als Leiter der Neuroimmunologischen Ambulanz am Uni-Klinikum Erlangen, die neuen Erkenntnisse aus dem Labor für seine Patienten nutzbar zu machen.

Die FAU-Wissenschaftler vermuten, dass verschiedene Botenstoffe, die aus der Herz-Kreislauf- und Bluthochdruck-Forschung bekannt sind, auch bei entzündlichen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen können.

Weitere Studien sollen nun zeigen, ob Medikamente, die den Rezeptor Mas beeinflussen, auch bei Patienten mit MS oder Arteriosklerose positive Effekte haben können.

* doi: 10.1073/pnas.1612668113

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Dr. Susanne Langer Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Zuschuss an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Medizien am Abend Berlin Fazit:  Kieler Subventionsbericht: Höchststand!

Der deutsche Staat hat im Jahr 2015 mit 168,7 Mrd. Euro so viele Subventionen verteilt wie nie zuvor. 

Der Wert lag sogar über dem Niveau während der Finanzkrise. 

Dies engt den finanziellen Handlungsspielraum Deutschlands für Herausforderungen wie die Integration von Flüchtlingen, die Modernisierung der Infrastruktur oder die Verstärkung der inneren und äußeren Sicherheit empfindlich ein. Für das laufende Jahr plant der Bund sogar mit einer erheblichen Steigerung seiner Finanzhilfen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Abrechnungen  

 
  • Die Subventionen von Bund, Ländern, Kommunen, Sonderhaushalten und EU haben laut dem heute veröffentlichten Kieler Subventionsbericht des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) mit 168,7 Mrd. Euro einen neuen Höchststand erreicht. 

Sie liegen damit um 27,5 Mrd. Euro über dem Niveau, das vor der Finanzkrise im Jahr 2007 erreicht wurde, und um 2,5 Mrd. Euro über dem bisherigen Spitzenwert von 2010. Dabei bestehen die Subventionen zu zwei Dritteln aus Finanzhilfen, zu einem Drittel aus Steuervergünstigungen.

Während die Subventionen an Unternehmen eine fallende Tendenz aufweisen (Anteil 2000: 70 %; 2015: 53,7 %), legten die so genannten „weichen Subventionen“ für private und staatliche Organisationen ohne Erwerbszweck stark zu (2000: 30 %; 2015: 46,3 %). 

Insbesondere der Zuschuss des Bundes an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stieg stark, von 1 Mrd. Euro im Jahr 2004 auf jetzt 11,5 Mrd. Euro. 


Die vom IfW erfassten Subventionen liegen damit rund dreimal so hoch wie diejenigen im amtlichen Subventionsbericht der Bundesregierung, in dem Finanzhilfen und Steuervergünstigungen nicht in vollem Umfang, die weichen Subventionen gar nicht erfasst werden.

Sie entsprechen ungefähr dem gesamten Lohnsteueraufkommen Deutschlands oder gut 2.100 Euro pro Einwohner. 

 „Ein neuer Höchststand bei den Subventionen ist insofern bemerkenswert, als Finanzhilfen der Bundesagentur für Arbeit aufgrund der aktuell sehr entspannten Lage am Arbeitsmarkt stark zurückgegangen sind. Ebenso sind die Zahlungen aus dem während der Finanzkrise ins Leben gerufenen Investitions- und Tilgungsfonds, aus dem auch die Abwrackprämie geflossen ist, 2010 ausgelaufen. Die Subventionsfreudigkeit hat also in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, schreiben die Autoren Claus-Friedrich Laaser und Astrid Rosenschon in ihrem Bericht.

Starker Anstieg der Bundesfinanzhilfen im Jahr 2016 geplant

Für das Jahr 2016 lagen bei der Berichtserstellung nur Plandaten für den Bund vor. Die gesamten Finanzhilfen des Bundes, die im Jahr 2015 knapp 45 Mrd. Euro betrugen, sollen danach im laufenden Jahr nochmals um 18,8 Prozent, also 8,4 Mrd. Euro, steigen. Dahinter stehen vor allem die starke Aufstockung des Bundeszuschusses zur GKV und der Finanzhilfen für Verkehr sowie Energie- und Umwelt.

Ausgaben für Flüchtlinge spielen dagegen kaum eine Rolle. 

„Der Anstieg der Finanzhilfen ist sehr bedenklich, denn die absehbaren demographischen Verschiebungen in Deutschland werden einnahmedämpfend und ausgabensteigernd wirken.

Wie lange die derzeit günstige konjunkturelle Situation für die öffentlichen Haushalte anhält, ist unsicher. Zu den anstehenden Herausforderungen zählen neben der Integration von Flüchtlingen auch die Modernisierung der Infrastruktur und die Verstärkung der inneren und äußeren Sicherheit. Statt Rücklagen zu bilden und Vorsorge für künftige Finanzierungsengpässe zu treffen, blüht die Ausgabenphantasie der politisch Verantwortlichen. Es ist zu befürchten, dass sich dies im Wahljahr 2017 weiter verstärken wird“, so die Autoren.

Schienen- und Nahverkehr größter Profiteur

Größter Posten unter den Subventionen insgesamt im Jahr 2015 sind jene zugunsten der Unternehmen des Verkehrssektors. Sie machten rund 25,2 Mrd. Euro bzw. 15 Prozent des gesamten Subventionsvolumens aus. Größter Einzelposten hier waren die an die Länder gezahlten Regionalisierungsmittel (7,4 Mrd. €), die Altlasten der Bahn-Privatisierung (5,3 Mrd. €) und die Zuschüsse des Bundes in die Schienenwege der Deutschen Bahn (4,5 Mrd. €). Die Länder subventionieren den Sektor Verkehr ihrerseits mit netto 4,6 Mrd. Euro, vor allem für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Bei den Unternehmenssubventionen langfristig rückläufig sind vor allem jene zugunsten der Land- und Forstwirtschaft, des Bergbaus, für Wohnungspolitik, für Regional- und Strukturpolitik und für die Beschäftigungspolitik. Insbesondere die Hilfen zugunsten des Sektors Wohnungsvermietung sind seit dem Jahr 2000 von 16,7 Mrd. Euro auf 3,5 Mrd. Euro geschrumpft. Das liegt neben dem Auslaufen der Eigenheimzulage einschließlich Kinderzulage auch daran, dass der Bund sich 2006 aus der Förderung des sozialen Wohnungsbaus zurückgezogen hat, und die Länder und Gemeinden ihre entsprechenden Ausgaben heruntergefahren haben.

Unter den „weichen“ Subventionen haben sich die vorwiegend von Ländern und Kommunen gezahlten Finanzhilfen an Kindertagesstätten und Kinderkrippen seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. 


Sie sind hier mit 22,2 Mrd. Euro größter Posten bzw. der zweitgrößte Subventionsposten insgesamt. „Es mag überraschen, dass diese staatlichen Leistungen als Subventionen aufgeführt werden, zumal ihnen ein wichtiger gesellschaftspolitischer Beitrag nicht abgesprochen werden kann. Allerdings wird eine marktkonforme Auslese von Anbietern von Kinderbetreuung dadurch behindert“, schreiben die Autoren.

  • Stark ins Gewicht fallen neben dem erwähnten Zuschuss des Bundes zur GKV auch die Umsatzsteuervergünstigungen im medizinischen Sektor (15,4 Mrd. €) und die Kultursubventionen (8,2 Mrd. €).
  •  Die Anforderungen in deutschen Notaufnahmen werden komplexer.
Die Anforderungen in deutschen Notaufnahmen werden komplexer.UKR

    „Für die meisten Subventionen mag es eine plausibel klingende Begründung geben. In ihrer Gesamtheit können Subventionen Gebietskörperschaften aber an die Grenze nachhaltiger Finanzpolitik führen.

    Bedeuten Subventionen zudem immer einen selektiven Eingriff des Staates in das Wirtschaftsgeschehen und gehen daher mit einem Verlust an Wohlfahrt und Wachstum einher“, bilanzieren die Autoren.

    Zum Kieler Subventionsbericht: Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Subventionen

     
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    Mathias Rauck Institut für Weltwirtschaft (IfW)


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    Conterganopfer - Morgen Abstimmung im Bundestag

    Medizin am Abend Berlin Fazit: Conterganopfer fordern Mitsprache in ihrer Stiftung - Geld ist nicht alles! 

    Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Telemonitoring  

    Die Vertreter der Conterganopfer sind erbost. 

    Seit Jahren fordern sie mehr Mitsprache in ihrer Conterganstiftung. Anstatt dem aber nachzukommen, hat die große Koalition ein Gesetzesvorhaben in den Bundestag eingebracht, welches am 15.12.2016 verabschiedet werden soll, wonach die Geschädigten nicht mehr, sondern weniger Rechte in der Conterganstiftung bekommen sollen. 

    Hierzu führt der gewählte Betroffenenvertreter der Opfer im Stiftungsrat, Christian Stürmer, aus: "Dem Errichtungsgesetz der Conterganstiftung lagen Vereinbarungen zwischen dem Staat, der Firma Grünenthal, welche "Contergan" auf den Markt gebracht hat und den Eltern der Geschädigten zugrunde.

    Danach wurden die für die Conterganopfer vorgesehenen 100 Million DM der Firma Grünenthal in die Stiftung eingezahlt. 

    Mit dem Errichtungsgesetz der Stiftung wurden sämtliche Ansprüche der Geschädigten gegen die Firma Grünenthal, ihre Eigentümer und Angestellten zum Erlöschen gebracht." 

    Stürmer, auch Bundesvorsitzender des Contergannetzwerkes Deutschland e.V., erläutert:

    • "Die Stiftung wurde wegen der Mitschuld des Staates als Schnittstelle zwischen dem Staat und den Geschädigten etabliert und uns Geschädigten, bzw. seinerzeit unseren Eltern, ein adäquates Mitspracherecht versprochen. 

    Dem wurde man nie richtig gerecht." Zwei Betroffenenvertreter sitzen im Stiftungsrat der Conterganstiftung drei Ministerialvertretern gegenüber. Stürmer weiter: "Wir sind dort wegen der Stimmverhältnisse hoffnungslos unterlegen. Man macht dort mit uns, was man will. Wenn wir schon nicht die Mehrheit, bzw. eine paritätische Besetzung in der Stiftung bekommen, so verlangen wir jedenfalls Verhältnisse, dass wir eine Chance haben, berechtigte Anliegen durchzubringen." 

    • Sämtliche Betroffenenvertreter in der Stiftung haben daher in einem gemeinsamen Schreiben von der Politik als ersten Schritt die Hinzufügung von zwei neutralen Personen in den Stiftungsrat verlangt. 

    "Wir fordern, dass man den unseren Eltern gegebenen Versprechen nunmehr endlich nachkommt", so Stürmer und ergänzt: "Wir wollen `auf Augenhöhe` behandelt werden.

    Dazu sehen wir den Staat gerade angesichts seiner Mitschuld verpflichtet - Geld ist nicht alles!"

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    Christian Stürmer
    
    Tel.:0711/3101676 und 01727935325
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    360° TOP-Thema: Rettungsstelle-KANZEL: Ärztliche Anweisung

    Medizin am Abend Berlin Fazit:  Arztanweisung auf dem Prüfstand

    Sich schonen, mehr Bewegung, gesündere Ernährung – neben Rezepten für Medikamente bekommen Patienten von Ärzten häufig weitere Anweisungen für den Alltag an die Hand, um den Genesungsprozess zu unterstützen. 

    Nach einer Verletzung der unteren Extremität soll zum Beispiel häufig das verletzte Bein für einen bestimmten Zeitraum nicht belastet werden. Aber halten sich Patienten tatsächlich an diese Anweisung? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Dr. Alexander Eickhoff vom Universitätsklinikum Ulm. Mithilfe von elektronischen Schuheinlagen fand er nun heraus, dass sich viele Patienten nicht an die Vorgabe halten. Für seine Forschung wurde Dr. Eickhoff mit dem internationalen Preis der Orthopaedic Trauma Association (OTA) ausgezeichnet.
     Sechs Wochen das Bein nicht belasten? Vielen Patienten fällt das schwer
    Sechs Wochen das Bein nicht belasten? Vielen Patienten fällt das schwer Universitätsklinikum Ulm
    Sechs Wochen nach einer Verletzung das Bein nicht belasten – diese ärztliche Anweisung fällt vielen Patienten nicht leicht.

    „Insbesondere bei älteren Patienten gibt es schon länger die Vermutung, dass sich viele nicht an die Verhaltensempfehlung halten und die betroffene Extremität zu stark belasten“, meint Dr. Alexander Eickhoff, Assistenzarzt der Ulmer Universitätsklinik für Unfall-, Hand-, plastische und Wiederherstellungschirurgie. 
    Um zu überprüfen, inwieweit die Anweisung eingehalten wird, wurden die Patienten mit speziellen Schuheinlagen ausgestattet. Diese messen über mehrere Drucksensoren die Belastung, die auf sie ausgeübt wird. Die Daten können dann kabellos ausgelesen werden. Nach Auswertung der gesammelten Daten kam Dr. Eickhoff zu dem Ergebnis, dass die meisten Patienten der Anweisung keine Folge leisten und das verletzte Bein zu stark belasten.

    Eine Forschungsarbeit, die diese Ergebnisse zusammenfasst, wurde auf dem Kongress der Orthopaedic Trauma Association (OTA) in Washington D.C. als beste internationale Arbeit ausgezeichnet. Forscher wurden weltweit dazu aufgerufen, Arbeiten einzureichen. Die Autoren der vielversprechendsten Forschungsarbeiten durften sich in Washington D.C. im Rahmen eines Vortrages vor dem Fachpublikum beweisen. Dr. Eickhoff erhielt von den drei besten vorgetragenen Arbeiten den ersten Preis.

    Eine weitere Studie soll nun klären, ob und inwieweit Verletzungen bei Patienten, die sich nicht an diese Anweisung halten, schlechter heilen.

    „Wenn sich zeigt, dass eine Anweisung für Patienten schwer umzusetzen ist und gleichzeitig keinen Einfluss auf den Heilungsprozess hat, sollte diese überdacht werden“, so Dr. Eickhoff. 

    • „Zeigt sich jedoch, dass Verletzungen so schlechter heilen, müssen wir gemeinsam Wege finden, um die Anweisung umsetzbarer zu machen.“

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    Maria Delles Universitätsklinikum Ulm

    Albert-Einstein-Allee 29
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    Deutschland
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    Petra Schultze
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    360° TOP-Hinweis: Gefährlicher Pflegenotstand in den Krankenhäusern....

    Medizin am Abend Berlin Fazit: Pflegenotstand in den Krankenhäusern

    In den Krankenhäusern besteht nach Darstellung von Betriebsräten ein gefährlicher Pflegenotstand.

    Anlässlich einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages über einen Antrag der Fraktion Die Linke (18/7568) am vergangenen Mittwoch appellierten Arbeitnehmervertreter an den Gesetzgeber, verbindliche Personalstandards in den Kliniken einzuführen. 

    Die Betriebsräte warnten in ihren schriftlich an den Ausschuss übermittelten Appellen, für Pflegekräfte seien die zumutbaren Belastungsgrenzen längst überschritten. Dies berge erhebliche Gefahren für das Personal wie auch für die Patienten.

    Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Gute Arbeit – Gute Versorgung: Mehr Personal in Gesundheit und Pflege

    Die Mitarbeitervertretung des St. Marien-Krankenhauses in der Erzdiözese Berlin sprach von "unhaltbaren Zuständen". Seit Jahren verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Immer mehr Arbeit solle von immer weniger und geringer qualifizierten Pflegekräften bewältigt werden, bei steigenden Qualitätsanforderungen. Mitarbeiter müssten kurzfristig einspringen und würden genötigt, Dienste zu übernehmen. Die Folge seien steigende Krankmeldungen und psychische Erkrankungen sowie ein immenser Anstieg von Überstunden. Die Pflegekräfte würden zwischen Selbstausbeutung und Fremdausbeutung zerrieben.

    Der Betriebsrat der AKH-Gruppe Klinikum Peine warnte, die viele Arbeit sei für die Beschäftigten nicht zu schaffen. Das bedeute für die Patienten konkret eine verzögerte Abgabe von Medikamenten und eine völlig unzureichende Versorgung. Für die Fragen von Angehörigen, allgemeine Informationen oder Zuwendung für Demenzpatienten gebe es keine Zeit. Viele Kollegen litten unter Schlafstörungen und Angstzuständen, weil sie befürchteten, eine Verordnung während der Schicht vergessen zu haben. An Pausen oder einen pünktlichen Feierabend sei nicht zu denken. Nur mit einer gesetzlichen Personalbemessung und einer adäquaten Finanzausstattung der Kliniken könnte das nötige Personal bereitgestellt werden.

    Nach Angaben des Betriebsrates des Gesundheitszentrums Odenwaldkreis droht die "Abwärtsspirale für Mitarbeiter und Patienten" völlig aus dem Ruder zu laufen. Nach jahrelanger Leistungsverdichtung, Reduzierung der Fachkraftquote bei gleichzeitiger Fallzahlsteigerung und zunehmend multimorbiden Patienten glaubten Pflegekräfte nicht mehr daran, dass der Krankenhausträger allein für eine ausreichende Personalausstattung sorgen könne. Vielmehr erwarteten die Beschäftigten konkrete Hilfe vom Gesetzgeber.

    Auch der Betriebsrat des Elisabeth Klinikums Schmalkalden monierte, der Kosten- und Leistungsdruck werde von oben nach unten durchgereicht. Die zu dünne Personaldecke, ein hohes Durchschnittsalter der Pflegekräfte und hoher Krankenstand brächten viele Mitarbeiter an ihr Limit. Es sei inzwischen eine echte Herausforderung, Fachkräfte aller Bereiche und geeignete Auszubildende in der Krankenpflege zu finden. Das "Holen aus dem Frei" gehöre zum Alltag in der Pflege, jeder Krankheitsfall bringe die Dienstplaner in Not. Das Pflegestellenförderprogramm habe sich als nutzlos erwiesen.

    Die Gewerkschaft verdi machte die Einführung der Fallpauschalen (DRG) in den Kliniken für die Entwicklung mitverantwortlich. Die Abrechnungsmethode beinhalte einen massiven Anreiz zum Personalabbau, auch in der Pflege. Derzeit fehlten in den Kliniken 162.000 Vollzeitstellen, darunter 70.000 in der Pflege. Besonders kritisch sei die Personalsituation nachts. Es werde über gefährliche Situationen berichtet, die mit mehr Personal hätten verhindert werden können. Eine Gewerkschaftssprecherin sagte in der Anhörung: "Ohne verbindliche Vorgaben hat das Fass keinen Boden." Nötig sei eine kurzfristige Entlastung, der Markt allein richte es nicht.

    Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wies darauf hin, dass es bereits Instrumente gebe, um die Personalausstattung in den Krankenhäusern zu verbessern. So stünden mit dem zweiten Pflegestellen-Förderprogramm im Zeitraum 2016 bis 2018 rund 660 Millionen Euro für die "Pflege am Bett" zur Verfügung. Ab 2019 verblieben jährlich rund 330 Millionen Euro dauerhaft im System. Die Fehler des ersten Pflegestellen-Förderprogramms (2009 bis 2011) dürften nicht wiederholt werden, darunter der Wegfall der Nachweispflicht zur Verwendung der Mittel nach Ende des Förderzeitraums. So sei nicht belegbar, ob die bereitstehenden Mittel tatsächlich für Pflegepersonal aufgewendet würden.

    Der Versorgungszuschlag für die Kliniken im Umfang von jährlich 500 Millionen Euro werde ab 2017 in einen Pflegezuschlag umgewandelt. Die Verteilung der Mittel sei nun abhängig von den Kosten, die das Krankenhaus für pflegerisches Personal ausgebe. Kliniken mit guter Pflegepersonalausstattung hätten somit einen Anreiz, diese Stellen beizubehalten. Aus der amtlichen Statistik lasse sich zwar ablesen, dass die Zahl der Fälle pro Pflegekraft gestiegen ist, mit der Einführung des DRG-Systems sei aber die Verweildauer der Patienten in den Kliniken deutlich gesunken. Im Ergebnis sei die Zahl der belegten Betten seit 1991 um rund 30 Prozent gesunken, erklärte die GKV. Pflege finde heute vermehrt in Pflegeheimen statt.

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) räumte ein, dass es in "pflegesensiblen Bereichen" angemessen sein könne, qualitative und quantitative Personalvorgaben festzulegen. Allgemeinverbindliche Personalvorgaben seien jedoch weder sachgerecht noch zielführend. Personalvorgaben könnten allenfalls als Orientierungswert dienen. Zudem sei eine Refinanzierung der tarifbedingten Mehrkosten unerlässlich. Nach Angaben der DKG sind die Pflegestellen in den Krankenhäusern seit 2008 stetig erhöht worden, auf nunmehr rund 321.000 im Jahr 2015. Zudem gebe es in den Kliniken zahlreiche Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
    Ein DKG-Sprecher wies in der Anhörung auf die erheblichen Dokumentationspflichten hin, die dazu führten, dass Ärzte und Pfleger viel Zeit mit Dingen verbrächten, für die sie nicht ausgebildet worden seien. Er forderte, den "Dokumentations-Overkill" zu beenden. Dann wäre wieder mehr Zeit übrig für die Patienten. Einfache Aufgaben in der Pflege sollten dazu an Pflegeassistenten weitergereicht werden.

    • Der Einzelsachverständige Klaus Stegmüller von der Hochschule in Fulda sagte in der Anhörung, Studien aus den USA zeigten, dass bestimmte Personalvorgaben notwendig seien. 
    • Freiwillige Selbstverpflichtungen hätten keinen Effekt. Auch seien positive Effekte nur dann sichergestellt, wenn Pflegefachkräfte eingestellt würden.

    Die Fraktion Die Linke fordert in ihrem Antrag, in den Krankenhäusern mindestens 100.000 Vollzeitstellen in der Pflege zu schaffen. Die neuen Pflegestellen müssten außerhalb der Fallpauschalen finanziert werden. Zudem sollte eine verbindliche Personalbemessung in die Krankenhausplanung aufgenommen werden. Auch in der Altenpflege sei eine bundeseinheitliche, verbindliche Personalbemessung für den stationären und ambulanten Bereich einzuführen.

    Die Pflegeberufe müssen durch den Abbau übermäßiger Arbeitsbelastungen attraktiver gestaltet werden. Schließlich fordert die Linksfraktion in ihrem Antrag die Einführung einer solidarischen Gesundheits- und Pflegeversicherung, um in diesem Bereich finanzielle Stabilität und Gerechtigkeit zu gewährleisten.

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    Gesundheit am Arbeitsplatz

    Medizin am Abend Berlin Fazit: Anreizsystemen für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz 

    Es ist im Prinzip immer gut, wenn sich ein Unternehmen um die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorgt.

    Allerdings kommt es sehr auf das Wie an, ob dieses Engagement im Sinne aller Beteiligten ausfällt.

    • Anreizsysteme, die alleine eine hohe Präsenz belohnen, wirken lediglich kurzfristig so, wie es das Unternehmen wünscht. 

    Zuschüsse für gesundes Kantinenessen oder fürs Fitnessstudio sind auf Dauer betrachtet sinnvoller.

    Obendrein lassen sie dem Mitarbeiter seine Entscheidungsfreiheit.

    Anreizsysteme wirken fast immer zweischneidig. Sie gaukeln Entscheidungsfreiheit häufig lediglich vor.

    Aber wer sich nicht gläsern macht, zahlt eben mehr, wie etwa bei der Kfz-Versicherung.

    Das Thema Gesundheit ist besonders sensibel. Wann ist es so weit, dass die Krankenkasse das Tragen von Fitnessbändern oder Smartwatches belohnt? Oder auch bestraft, weil das Tracking den Urlaub in Schwarzafrika offenbart - ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit.

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    Krankheitsverläufe des Pfeiffer´schen Drüsenfiebers - Epstein-Barr-Virus - EBV

    Medizin am Abend Berlin Fazit:  Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer

    Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) suchen gezielt nach Ursachen und Biomarkern für schwere Krankheitsverläufe des Pfeiffer´schen Drüsenfiebers. 

    Die Erkrankung wird durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst. 

     Studienlogo: das Epstein-Barr-Virus im Fokus
    Studienlogo: das Epstein-Barr-Virus im Fokus

    • Mehr als 90 Prozent der Menschen infizieren sich im Laufe des Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus, kurz EBV genannt. 
    • Die Infektion erfolgt in der Regel im Kindesalter und ohne Symptome und bleibt bei den meisten Menschen folgenlos. 
    Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann sich die frische Infektion jedoch als sogenanntes Pfeiffer‘sches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) äußern.

    Ausreichend für eine Ansteckung ist meist ein Kuss mit Speichelübertragung, was der Krankheit den Spitznamen „Kusskrankheit“ einbrachte. 

    • Das Pfeiffer´sche Drüsenfieber geht typischerweise mit Fieber, Müdigkeit, Halsschmerzen und geschwollenen Lymphknoten einher, verläuft aber meist harmlos und heilt in der Regel rasch aus. 

    Bei einigen Patienten zeigen sich jedoch lebensbedrohliche Komplikationen, wie Atemnot, Milzriss oder Blutzellmangel, oder außerordentlich langwierige Verläufe wie das chronische Müdigkeitssyndrom.

    Auch scheint in der Folge eines Pfeiffer´schen Drüsenfiebers das Risiko für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose oder eines Hodgkin-Lymphoms erhöht zu sein.

    „Bei einigen Patienten können bestimmte angeborene Immundefekte als Ursache für ungewöhnliche Verläufe der Infektion identifiziert werden, in den meisten Fällen bleiben die Ursachen jedoch unbekannt “, erklärt Prof. Uta Behrends von der Technischen Universität München.

    Die Kinderärztin koordiniert im DZIF eine umfassende Forschungsstudie, in der die Risikoparameter identifiziert und damit auch die Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden sollen.

    IMMUC-Studie erfolgreich gestartet

    Diese sog. IMMUC-Studie wurde vor einem halben Jahr gestartet; sie bindet sehr spezielle experimentelle Expertisen sowie zahlreiche Kinderarztpraxen und -kliniken ein und ist damit weltweit einzigartig. 50 junge Patienten und Patientinnen mit frisch diagnostiziertem Pfeiffer´schen Drüsenfieber konnten bereits aus 23 Gesundheitseinrichtungen in der Region München für eine Teilnahme rekrutiert werden. Alle Patienten werden sechs Monate lang mit hochmodernen virologischen und immunologischen Tests untersucht und zu ihren Symptomen beraten.

    „Wir erwarten, dass wir mit den Daten dieser Studie und den Tools, die wir entwickeln, viele Fragen zum unterschiedlichen Verlauf von EBV-Infektionen beantworten können“, erklärt Behrends.

    Zusätzlich zur IMMUC-Studie widmen sich die Forscher auch anderen gut- und bösartigen EBV-assoziierten Erkrankungen sowie der Weiterentwicklung der EBV-spezifischen Zelltherapie und eines schützenden Impfstoffs. 

    • Dass das EBV-Virus auch nach einer überstandenen Erkrankung ein Leben lang im Körper bleibt, macht es zu einer besonderen Herausforderung für immungeschwächte Menschen. 

    Hier ist die Abwehr oft nicht in der Lage, das Virus in Schach zu halten. 

    Aus noch nicht geklärten Gründen erkranken im Laufe ihres Lebens aber auch immungesunde Menschen an verschiedenen EBV-assoziierten Krebsarten.

    EBV-Infektionen weltweit problematisch

    Bei der IMMUC-Studie handelt es sich um eine umfassende Suche nach neuen Ansatzpunkten für die Diagnose, Verlaufskontrolle, Therapie und Prävention von Erkrankungen durch das weltweit problematische EBV. Gemeinsam mit den beteiligten Forschergruppen an der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians Universität München, dem Helmholtz Zentrum München, dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Medizinischen Hochschule Hannover planen die Wissenschaftler für die nächsten zwei Jahre eine Fortsetzung der Studie mit weiteren Probanden.

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    Prof. Dr. Uta Behrends
    Kinderklinik der Technischen Universität München und
    Abteilung Genvektoren am Helmholtz Zentrum München
    T +49 89 3068 -3412 oder -2793
    E-Mail: Uta.Behrends@mri.tum.de

     DZIF
    Janna Schmidt und Karola Neubert
    T +49 531 6181 1170/1154
    E-Mail: presse@dzif.de
    Karola Neubert Deutsches Zentrum für Infektionsforschung


    Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit rund 350 Wissenschaftler aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vor-beugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Mehr Infor-mationen finden Sie unter www.dzif.de.

    Sie erfrieren....., brutale Gewalt, Sie ertrinken

    Medizin am Abend Berlin zum 3. Advent 2016

    Im Dezember ist das Meer zu rau und das Risiko, auf der Suche nach einem neuen Leben in See zu stechen, ist selbst für jene zu hoch, die nichts mehr zu verlieren haben. Doch die Verhältnisse haben sich geändert. Wir erfahren, dass Flüchtlinge in Libyen sowie anderswo im Nahen Osten und in Afrika trotz der Kälte die Überfahrt nach Europa versuchen und ihr Ziel nicht erreichen, weil sie unterwegs erfrieren. Es ist das erste Mal, dass um diese Jahreszeit große Zahlen von Flüchtlingen die Reise versuchen, und Berichten zufolge tun viele das nicht freiwillig. Menschenschmuggler sollen Migranten mit brutaler Gewalt zwingen, in die Boote zu steigen. Dies ist eine Zeit, die moralische und praktische Führerschaft erfordert. Bislang finden es diverse Regierungen in Europa es nur dann erforderlich, auf die Flüchtlingskrise zu reagieren, wenn die öffentliche Meinung dies als vorteilhaft erscheinen ließ.

    Aber wenn im Winter Tausende der Gefahr des Ertrinkens oder Erfrierens ausgesetzt sind, müssen unsere politischen Mandatsträger weltweit handeln - wie kompliziert die Welt, in der sie agieren, auch geworden sein mag.

    Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Gesundheitszustand  


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    Schichtarbeit: Kohlenmonoxid-Stoffwechsel im Körper - Innere Uhr -

    Medizin am Abend Berlin Fazit: Störungen der Inneren Uhr als Ursache für Stoffwechselprobleme

    Charité-Wissenschaftler untersuchen Kohlenmonoxid-Haushalt

    Chronobiologen der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten zeigen, dass der Kohlenmonoxid-Stoffwechsel des Körpers und die Innere Uhr eng zusammenarbeiten. 

    Kohlenmonoxid ist nicht nur ein toxisches Gas in Autoabgasen oder Zigarettenrauch, es entsteht auch in lebenden Zellen als Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. 

    Seine Herstellung wird tageszeitabhängig von der Inneren Uhr gesteuert, gleichzeitig reguliert Kohlenmonoxid selbst die Innere Uhr. 

    Das enge Zusammenspiel dieser Regulationssysteme beschreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology*.

    • Innere Uhr und Stoffwechselprozesse sind eng miteinander verzahnt, damit der Körper je nach Tageszeit optimal auf Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Nahrung, reagieren kann. 
    Dabei werden Stoffwechselsignale vom molekularen Uhrwerk wahrgenommen und der Zellstoffwechsel in der Folge angepasst. 
    • Sobald einer dieser Mechanismen gestört ist, funktioniert auch der andere nicht richtig, wie sich an Diabetes oder Metabolischem Syndrom bei zum Beispiel durch Schichtarbeit gestörter Innerer Uhr beobachten lässt. 
    Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Achim Kramer, Leiter des Arbeitsbereichs Chronobiologie am Institut für Medizinische Immunologie der Charité, haben nun untersucht, welche Rolle der Stoffwechsel von Häm, einem eisenhaltigen Farbstoff der roten Blutkörperchen, für das Funktionieren der Inneren Uhr spielt. Es handelt sich dabei um eine komplexe Verbindung, die als Stoffwechselsensor in zahlreichen anderen Proteinen präsent ist.

    „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Abbauprodukt von Häm, das Kohlenmonoxid – eigentlich ein hochtoxisches Gas – für ein reibungsloses Ticken der Inneren Uhr essentiell ist“, erklärt Prof. Kramer. 

    „Stört man dessen Produktion in Leberzellen, zum Beispiel durch pharmakologische Hemmung oder durch genetisches Ausschalten des verantwortlichen Enzyms Hämoxygenase, ist der molekulare Mechanismus der Inneren Uhr gestört und sie geht langsamer“, so der Wissenschaftler weiter. 

    Störungen dieser Art führen zu einer massiven Fehlregulation von Hunderten von Genen, die unter anderem auch für essentielle Stoffwechselprozesse, wie die Neusynthese von Glukose, verantwortlich sind.

    Die aktuellen Erkenntnisse tragen zu einem weiteren Verständnis der Zusammenhänge von Stoffwechselerkrankungen und dem Wirken der Inneren Uhr bei. 

    Mit der Aufklärung der molekularen Grundlagen der Inneren Uhr könnten sich zudem gezieltere Therapien entwickeln lassen.

    *Roman Klemz, Silke Reischl, Thomas Wallach, Nicole Witte, Karsten Jürchott, Sabrina Klemz, Veronika Lang, Stephan Lorenzen, Miriam Knauer, Steffi Heidenreich, Min Xu, Jürgen A Ripperger, Michael Schupp, Ralf Stanewsky & Achim Kramer. Reciprocal regulation of carbon monoxide metabolism and the circadian clock. Nature, Nov. 2016. doi: 10.1038/nsmb.3331

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    Prof. Dr. Achim Kramer
    Institut für Medizinische Immunologie
    Charité – Universitätsmedizin Berlin
    t: +49 30 450 524 263
    E-Mail: achim.kramer@charite.de

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    https://immunologie.charite.de/forschung/chronobiologie/



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