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Stoffwechsel von Tumoren: Diagnostik mit das PET/MRT-Kombinationsgerät

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

  • Glioblastome, unheilbare Hirntumoren, lassen sich nicht dauerhaft entfernen und nach der Behandlung müssen Patienten mit Rückfällen rechnen. 

Wissenschaftler des Deutschen Krebskonsortium (DKTK) am OncoRay-Zentrum und der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Dresden haben mit Forschern des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) erstmals in einer klinischen Studie gezeigt, dass eine spezielle Kombinationsdiagnostik aus PET und MRT eine deutlich individuellere Verlaufsprognose nach Radiochemotherapie ermöglicht. 

Die Studie bildet eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Therapieverfahren, die stärker als bisher auf den individuellen Patienten zugeschnitten sind. 

Fast zeitgleich kann das PET/MRT-Kombinationsgerät den Stoffwechsel von Tumoren mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und deren Lage mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bildlich darstellen.
Fast zeitgleich kann das PET/MRT-Kombinationsgerät den Stoffwechsel von Tumoren mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und deren Lage mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bildlich darstellen. HZDR/Frank Bierstedt
 
  • Patienten mit Glioblastom, einer besonders aggressiven Variante von Hirntumoren, entwickeln oft sogenannte Rezidive – das bedeutet, der Tumor kehrt trotz der Behandlung wieder. 
  • Um dies zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, werden die Patienten nach ihrer Tumoroperation intensiv mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie nachbehandelt. 

Eine Gratwanderung: „Die Therapie erreicht nicht nur verbliebene Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe“, erläutert Studienleiterin Mechthild Krause, Leiterin des OncoRay-Zentrums und der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Dresden. Darüber hinaus leitet Mechthild Krause das Institut für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und kooperiert als Standortsprecherin des DKTK eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

„Für die PETra-Studie wurden unsere Patienten vor Beginn, während und nach Abschluss ihrer mehrere Monate dauernden Therapie mit einer Kombination aus PET und MRT untersucht“, erklärt Michael Baumann, Co-Leiter der Dresdner Studie und Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Die Kombination aus Magnetresonanz- und Positronen-Emissions-Tomographie liefert den Medizinern deutlich mehr Informationen über die Gehirne ihrer Patienten. Die PET/MRT-Anlage am Universitätsklinikum Dresden entstand in enger Kooperation mit dem HZDR und war die erste dieser Art in Deutschland. Jetzt konnten die Forscher zeigen, dass sich der Therapieverlauf dank dieser Kombination deutlich besser vorhersagen lässt als bisher. „Unsere Langzeitdaten von insgesamt 89 Patienten bilden die Basis dafür, künftig etwa ein Therapieschema individuell möglichst passgenau, also so aggressiv wie nötig, aber so schonend wie möglich zu planen“, so Krause.
  • Bisheriger Standard in der Bestrahlungsplanung von Patienten mit Glioblastomen ist die alleinige MRT-Untersuchung. 
„Dieses bildgebende Verfahren liefert uns Medizinern genaue Einblicke in die Hirnstrukturen der Betroffenen. Allerdings lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob es sich bei bestimmten Auffälligkeiten um einen aktiven Tumor handelt oder Veränderungen durch die Therapie; zudem werden manche Tumorareale durch die MRT gar nicht erkannt“, schildert Studienärztin Annekatrin Seidlitz. Bettina Beuthien-Baumann, die die Studie am Universitätsklinikum Dresden nuklearmedizinisch betreut hat und inzwischen am DKFZ arbeitet, führt weiter aus:

„Solche zusätzlichen Informationen liefert die PET, indem sie die Stoffwechselaktivität im Gewebe von außen sichtbar macht.
Dazu haben wir den Patienten vor der Untersuchung einen speziellen Tracer, radioaktiv markiertes Methionin, verabreicht.“

Der Tracer reichert sich in den Krebszellen an und das Tumorgewebe wird dadurch auf dem Untersuchungsbild sichtbar. „Auf diese Weise lassen sich Patienten, bei denen der Tumor mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückkehrt, schon vor Beginn der Radiochemotherapie identifizieren“, beschreibt Krause den Vorteil dieses Verfahrens für Therapieentscheidungen. „In Zukunft wäre bei den Betroffenen beispielsweise eine Behandlung mit einer erhöhten Strahlendosis denkbar. Gleichzeitig sehen wir aber jetzt auch Gruppen von Patienten mit dieser eigentlich als unheilbar geltenden Krankheit, die ihren Hirntumor mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit viele Jahre überleben – für diese Patienten gilt es Therapieverfahren zu finden, die mit möglichst wenigen Nebenwirkungen einhergehen.“

Sensible Diagnostik dank kurzer Wege
Ermöglicht wurde die aktuelle Studie durch eine enge, fach- und einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit – und eine aufwändige Logistik: „Das Methionin für die PET-Untersuchungen ist mit 11C-Kohlenstoffatomen markiert. Diese haben eine Halbwertszeit von lediglich 20 Minuten“, sagt Jörg Steinbach, Direktor des Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung am HZDR. „Wir stellen daher das Methionin für jede einzelne Untersuchung separat her, prüfen nach standardisierten Verfahren eine Vielzahl von Qualitätsparametern und stellen es unmittelbar dem Behandlungsteam zur Verfügung.“

„Derzeit werden über 20 Prozent aller Strahlentherapie-Patienten der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum in klinischen Studien behandelt“, sagt Krause. Entscheidend dazu beigetragen hat das radioonkologische Studienzentrum, das mithilfe der Finanzierung innerhalb des DKTK aufgebaut wurde. Auch für die individualisierte Therapie des Glioblastoms mittels PET/MRT-Diagnostik stehen zunächst noch weitere Studien an: „Derzeit überprüfen wir, wie genau sich anhand der Aktivitätsmuster in den PET-Bildern der Ort vorhersagen lässt, an dem ein Tumor wieder auftritt.“ Denn mit einer möglichst genauen Lokalisation ließe sich die Strahlentherapie noch weiter optimieren.

Publikation: Mechthild Krause et al. (2018), Postoperative [11C]MET-PET predicts radiochemotherapy outcome in glioblastoma: a prospective trial, ESTRO 2018 Session CL12: Late-breaking abstracts and practice changing trials. Presentation number: OC-0594

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Prof. Mechthild Krause
Direktorin OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie
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OncoRay

Das Dresdner OncoRay-Zentrum ist eine institutionenübergreifende Forschungsplattform mit einem besonderen Fokus auf Translationsforschung. Damit ist gemeint, dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung gezielt zum Wohle von Patienten weiterentwickelt und in klinischen Studien getestet werden sollen. Ziel ist es, die Behandlung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte, technologisch optimale Strahlentherapie entscheidend zu verbessern. Hierfür bündelt OncoRay die Stärken der drei Trägerinstitutionen – Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Rund 80 Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten am OncoRay in fachübergreifenden Programmen mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Medizin, Physik, Biologie und Informationswissenschaften.

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https://www.hzdr.de/presse/petra-studie

Sarkome - bösartige Tumore - Sarkomzentrum Dresden

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Mit hochspezialisiertem Sarkomzentrum baut Dresdner Uniklinikum Spektrum der Krebstherapie aus

Sarkome sind bösartige Tumore von Weichteilen und Knochen, die sich nur durch eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie erfolgreich behandeln lassen. 

  • Die hierzu notwendigen Fachkenntnisse und technischen Voraussetzungen stehen nur an wenigen Orten in Deutschland vollumfänglich zur Verfügung, darunter am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. 

Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) werden diese Angebote jetzt im „Sarkomzentrum Dresden“ für Patienten der Region und darüber hinaus gebündelt. 

Funktionsoberärztin PD Dr. Christine Hofbauer ist eine der direkten Ansprechpartner für die Sarkompatienten. Funktionsoberärztin PD Dr. Christine Hofbauer ist eine der direkten Ansprechpartner für die Sarkompatienten. Foto: Uniklinikum Dresden
 
Sarkome sind bösartige Tumore von Weichteilen und Knochen, die sich nur durch eine hochspezialisierte Diagnostik und Therapie erfolgreich behandeln lassen. Die hierzu notwendigen Fachkenntnisse und technischen Voraussetzungen stehen nur an wenigen Orten in Deutschland vollumfänglich zur Verfügung, darunter am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) werden diese Angebote jetzt im „Sarkomzentrum Dresden“ für Patienten der Region und darüber hinaus gebündelt.

Es gibt kaum eine andere Gruppe von Krebserkrankungen, bei denen der Vorteil einer Behandlung an spezialisierten Zentren so eindeutig ist wie bei Sarkomen. Dies liegt an der Seltenheit der bösartigen Tumore, die sich überdies noch in viele verschiedene Untertypen aufteilen. Außerhalb spezialisierter Zentren behandeln Ärzte oft nur einmal in mehreren Jahren einen Patienten mit dieser Erkrankung. Zum anderen braucht die optimale Therapie von Sarkomen, die in allen Körperregionen vorkommen können, ein außerordentlich breites Spektrum an Spezialwissen sowie speziellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Diese Voraussetzungen sind nur an wenigen großen Zentren gegeben. Betroffene Patienten – so die Empfehlung weltweit führender Experten – sollten daher schon im Verdachtsfall unverzüglich in ein spezialisiertes Zentrum überwiesen werden.

Fachübergreifendes Spezialisten-Team für optimale Behandlung
Um Patienten der Dresdner Region eine optimale Behandlung bieten zu können, wurde nach umfangreicher Vorbereitung Ende September 2016 das Sarkomzentrum Dresden unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden / Universitäts KrebsCentrum (UCC) Dresden gegründet.

Hier erfolgen Diagnose und Therapie in enger fachübergreifender Zusammenarbeit besonders spezialisierter Ärzte aus den Fachgebieten Orthopädie und Unfallchirurgie, Viszeral,- Thorax- und Gefäßchirurgie, Radioonkologie/Strahlentherapie, Medizinische Onkologie, Pädiatrische Onkologie, Kinderchirurgie, Urologie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, HNO, Dermatologie sowie Frauenheilkunde. Hinzu kommen auch Experten der Pathologie, Genetik, Radiologie, Nuklearmedizin sowie Palliativmedizin. Auch spezialisierte Psychoonkologen und besonders geschulte Experten anderer Gesundheitsberufe, zum Beispiel der onkologischen Pflege und der physiotherapeutischen Rehabilitation, sind integraler Teil des Teams. Parallel arbeiten die Ärzte und Wissenschaftler an Forschungsprojekten, um die Therapie kontinuierlich zu verbessern.

Modernste Methodik und Geräte-Ausstattung
„Das Sarkomzentrum Dresden bietet das komplette Spektrum modernster Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, die für die optimale Sarkombehandlung notwendig sind“, erklärt einer der beiden Leiter des neuen Zentrums, Prof. Klaus-Dieter Schaser, Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Dresdner Uniklinikum.

Zu nennen ist die hochqualifizierte Chirurgie, einschließlich moderner robotischer Methoden. Sie wird durch spezialisierte Bildgebung vor und während der Operation unterstützt – wie die Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie und Computer-Tomographie beziehungsweise Magnet-Resonanz-Tomographie (PET/CT, PET/MRT) sowie die intraoperative CT-Bildgebung mit Navigation.

Um das biologische Verhalten und besondere Mutationen der Sarkome charakterisieren zu können, kommen zudem modernste Methoden der molekularen Tumordiagnostik zum Einsatz. 

  • Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Standort Heidelberg im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen stehen innovative Geräte zur DNA-Entschlüsselung – „Next Generation Sequencing“ – und in besonderen Fällen die Möglichkeit der Ganz-Genomsequenzierung zur Verfügung. 
Gleichzeitig wird das gesamte Spektrum der Strahlentherapie angeboten – einschließlich der Protonentherapie, die weltweit nur wenigen Zentren zur Verfügung steht. 

Bei den medikamentösen Behandlungen kann nicht nur auf die klassische Chemotherapie zurückgegriffen werden, sondern auch auf neue Verfahren, wie die Immuntherapie und molekular wirksame Medikamente.

Weitere hochspezialisierte Methoden, wie die Extremitätenperfusion – eine Sonderform der Chemotherapie für Arme und Beine –, die Strahlentherapie während einer Operation und die durch Magnet-Resonanz-Tomographie gesteuerte Gewebeerhitzung befinden sich aktuell in Aufbau.

„Wir freuen uns, dass wir diese hervorragenden Experten und Möglichkeiten ab sofort in einem gemeinsamen Zentrum bündeln können. So können wir Sarkompatienten die bestmögliche Diagnostik und Therapie bieten“, sagt Zentrums-Leiter Professor Jürgen Weitz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Dresden.

„Neben der optimalen Behandlung auf dem aktuellen medizinischen Wissensstand, können wir den Patienten auch zahlreiche Therapiestudien anbieten.

Eine wichtige Grundlage hierfür ist die Einbindung des Dresdner Standorts im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung und vielen weiteren nationalen und internationalen Netzwerken“, ergänzen die Zentrums-Leiter Prof. Schaser und Prof Weitz.

Sarkompatienten können sich direkt oder über den Arzt anmelden
 
Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser können sich für Patienten, bei denen Sarkome oder unklare Befunde mit Verdacht auf ein Sarkom festgestellt wurden, direkt an das Sarkomzentrum Dresden im Universitäts KrebsCentrum wenden.

Betroffene Patienten haben zudem die Möglichkeit, sich selbst im Sarkomzen­trum des UCC vorzustellen und erhalten ohne zeitliche Verzögerung eine adäquate Diagnostik und Therapie.

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Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden



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