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Katheterablation bei Vorhofflimmern

Medizin am Abend Fazit: AXAFA Studie untersucht NOAK Apixaban während Katheterablation bei Vorhofflimmern

Während NOAK bei den meisten Patienten mit Vorhofflimmern wirksame
Alternativen zu Vitamin-K-Antagonisten darstellen, ist ihr Einsatz bei
Katheterablationspatienten noch nicht ausreichend durch Studiendaten
belegt. Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) führt deshalb die
wissenschaftsinitiierte Studie AXAFA – AFNET 5 in Europa und den USA
durch, um die optimale Antikoagulationstherapie für
Katheterablationspatienten zu bestimmen. In AXAFA – AFNET 5 wird die
Antikoagulation mit dem direkten Faktor Xa Inhibitor Apixaban mit einer
Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten verglichen. Am 27.02.2015 wurden in
Bonheiden, Belgien, die ersten Patienten eingeschlossen.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In Europa und den
USA sind mehrere Millionen Menschen davon betroffen. Vorhofflimmern geht
mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und andere schwere
Komplikationen einher. Die meisten Patienten benötigen eine
Antikoagulationstherapie, um ihr Schlaganfallrisiko zu senken.

Fünf bis 15 Prozent aller Patienten mit Vorhofflimmern unterziehen sich
einer Katheterablation. Während der Ablation und danach benötigen die
Patienten Antikoagulation, um das durch die Ablation bedingte
Schlaganfallrisiko zu verringern. Faktor Xa Inhibitoren und direkte
Thrombin-Inhibitoren sind nicht-Vitamin-K-Antagonisten-basierte orale
Antikoagulanzien (NOAK), die eine Alternative zur Behandlung mit
Vitamin-K-Antagonisten (VKA) bieten. Ihr Einsatz zur
Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern wurde in mehreren großen
klinischen Studien bewertet. Bisher ist nicht klar, ob NOAK auch im
Zusammenhang mit einer Katheterablation von Vorhofflimmern eingesetzt
werden können. Deshalb hat das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)
die AXAFA – AFNET 5 Studie initiiert.

Im Rahmen der AXAFA Studie wird untersucht, ob die Antikoagulation mit dem
direkten Faktor Xa Inhibitor Apixaban bei Vorhofflimmerpatienten während
und nach einer Katheterablation Komplikationen wie Todesfälle,
Schlaganfälle oder größere Blutungen genauso sicher verhindert wie die
VKA-Therapie. Die prospektive, randomisierte, verblindete, multizentrische
Studie wird 630 Patienten einschließen, die sich einer Katheterablation
unterziehen. Etwa 50 Studienzentren – 25 in Europa und 25 in den USA, die
Katheterablationen routinemäßig durchführen, werden Patienten nach
vorheriger Aufklärung und Einwilligung in die Studie einschließen.

Die Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei
Gruppen zugeordnet, wobei die eine Gruppe mit dem Faktor Xa Inhibitor
Apixaban und die andere mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt wird. Die
Einnahme der Medikamente beginnt mindestens 30 Tage vor der geplanten
Katheterablation. Nach der Ablation wird die Medikation über drei Monate
fortgesetzt. Alle Patienten werden nach den aktuellen Leitlinien
behandelt. Zusätzlich zur Erhebung der klinischen Komplikationen
(Schlaganfall, größere Blutungen und andere kardiovaskuläre
Komplikationen) ist bei etwa der Hälfte der AXAFA Patienten eine Schädel-
MRT-Untersuchung geplant. Diese wird den Effekt der Studienbehandlung auf
im MRT nachgewiesene stumme Hirnläsionen untersuchen.

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) hat die AXAFA – AFNET 5
Studie initiiert und trägt die Gesamtverantwortung. Die Studie wird vom
Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) partiell gefördert.
Die wissenschaftliche Durchführung der Studie wird von einem
interdisziplinären Leitungsgremium (Steering Committee) überwacht,
bestehend aus zehn Wissenschaftlern aus Europa und den USA mit Prof.
Paulus Kirchhof, Birmingham, UK / Münster, als Vorsitzendem. Finanzielle
Unterstützung für die Durchführung der Studie wird von den Firmen Bristol-
Myers Squibb und Pfizer zur Verfügung gestellt.

Prof. Kirchhof erklärt: „Bis jetzt haben wir nicht genügend Daten zum
peri-prozeduralen Einsatz von NOAK bei Katheterablationspatienten. Einige
retrospektive Analysen haben darauf hingedeutet, dass es mit NOAK sogar
mehr Komplikationen gibt als mit VKA. Dies ist ein Grund zur Besorgnis.
Deshalb besteht Bedarf an einer gut konzipierten, kontrollierten Studie,
um zu untersuchen, ob NOAK während der Katheterablation von Vorhofflimmern
eingesetzt werden können. AXAFA – AFNET 5 wird dieser Frage auf den Grund
gehen.“

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres
Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler und Ärzte aus Kliniken und Praxen
deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die
Behandlung und Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern in Deutschland
und Europa durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das
Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte klinische
Studien (investigator initiated trials = IIT) und Register auf nationaler
und internationaler Ebene durch. Seit Januar 2015 werden die Infrastruktur
des AFNET und vier der laufenden klinischen Studien durch das Deutsche
Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) partiell gefördert. Für diese
Studien finanziert das DZHK zusätzliche Stellen für wissenschaftliches
Projektmanagement.

Der Verein ist aus dem von 2003 bis 2014 vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern
hervorgegangen, um die Arbeit des Netzwerkes langfristig weiter zu führen.
Die Geschäftsstelle des AFNET befindet sich in Münster. Der Vorstand
besteht aus Prof. Günter Breithardt, Münster (Vorsitzender), Prof. Paulus
Kirchhof, Münster / Birmingham, UK, Prof. Michael Näbauer, München, Prof.
Gerhard Steinbeck, München.

Registrierung: ISRCTN87711003, NCT 02227550, EudraCT Nummer:
2014-002442-45

Medizin am Abend DirektKontakt

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)
Mendelstraße 11, 48149 Münster
Tel: +49 251 9801340
info@kompetenznetz-vorhofflimmern.de

Dr. Angelika Leute
a.leute@t-online.de
Tel: 0202 2623395


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de - Kompetenznetz Vorhofflimmern
http://www.axafa.af-net.eu - AXAFA Studie

Willst Du mit mir gehen? Verspieltheit in der Partnerschaft!

Medizin am Abend Fazit: Verspielte Erwachsene werden bei der Partnerwahl bevorzugt

Medizin am Abend Link:

http://www.embryotox.de/embryotox.html

Welche Eigenschaften schätzen junge Erwachsene an einem potentiellen
Partner für langfristige Beziehungen? Eine neue Studie der UZH zeigt, dass
es neben Freundlichkeit, Intelligenz, Humor auch Verspieltheit wichtig ist
– bei Frauen und Männern gleichermassen. Verspielte Menschen schätzen auch
Humor, Spassorientierung, Gelassenheit und Kreativität in Partnern als
wichtiger ein, als nicht verspielte.

Verspielte Erwachsene mögen Wortspiele, improvisieren gern und gehen
leichtherzig an eine Herausforderung heran, erfreuen sich an
ungewöhnlichen Dingen, setzen sich spielerisch mit anderen auseinander,
necken gerne – und gestalten eine Situation so, dass sie selber und andere
dabei unterhalten werden: Verspieltheit beim Menschen zeigt sich in vielen
Facetten. In der Psychologie ist die Verspieltheit im Erwachsenenalter
noch vergleichsweise wenig erforscht und erst kürzlich hat der
amerikanische Anthropologe Garry Chick von der Pennsylvania State
University eine Theorie der Verspieltheit bei Erwachsenen entwickelt. Sie
geht davon aus, dass Verspieltheit ein erwünschtes Merkmal in der
sexuellen Selektion ist: Sie zeigt den Frauen bei Männern geringe
Aggressivität und den Männern bei Frauen Vitalität an. Eine erste Studie
mit Befragungen unter US-Studierenden stützt diese These – und nun zeigen
René Proyer und Lisa Wagner vom Psychologischen Institut der Universität
Zürich in einer Studie, die nun im «American Journal of Play» publiziert
ist, dass die Verspieltheit ebenfalls in der europäischen Kultur eine
bedeutsame Rolle bei der Partnerwahl spielt.

Über 320 junge Erwachsene befragt
Die UZH-Forschenden haben ihre Folgestudie mit 327 jungen Erwachsenen aus
Deutschland, der Schweiz und Österreich durchgeführt. Aufgabe der
Probandinnen und Probanden war es, in einer Liste mit 16 Eigenschaften
jeweils anzugeben, ob sie diese an einer künftigen Partnerin oder an einem
möglichen Partner für Langzeitbeziehungen wünschenswert finden oder nicht.
Es zeigte sich, dass Männer und Frauen in der Rangreihe ihrer
Einschätzungen sehr gut übereinstimmten – einzelne Ratings wiesen
allerdings Unterschiede auf: Frauen fanden einen Sinn für Humor wichtiger
als Männer und Männer fanden eine aufregende Persönlichkeit wichtiger als
Frauen.

An vorderster Stelle rangierten Freundlichkeit, Intelligenz, Humor und
Spassorientierung – Verspieltheit fand sich im Mittelfeld wieder, mit
vergleichsweise wenig Abstand zu den Favoriten. «Diese
Persönlichkeitseigenschaft scheint demnach ebenfalls wichtig für die
Partnerwahl zu sein – wichtiger jedenfalls, als dass der Partner einen
Hochschulabschluss hat, gute Erbanlagen hat oder religiös ist», führt
Psychologe Proyer die Resultate aus.

Weitere Analysen zeigten ausserdem, dass jene Teilnehmerinnen und
Teilnehmer, die sich selbst als verspielt beschrieben haben, selbst auch
Verspieltheit, Humor, Gelassenheit, Spassorientierung und Kreativität
unter potentiellen Partnerinnen und Partnern geschätzt haben. Darüber
schätzten sich auch jene Teilnehmenden als verspielter ein, die sich
aktuell in einer Partnerschaft befanden, als jene, die gerade Single
waren. «Bei aller Vorsicht bei der Interpretation der Daten könnte dies
ein Hinweis sein, dass Verspielte tatsächlich als attraktivere Partner
wahrgenommen werden oder dass sich Verspieltheit in der Partnerschaft
verstärkt entfaltet», so René Proyer.

Literatur:
Proyer, R. T., & Wagner, L.. Playfulness in adults revisited: The signal
theory in German speakers. American Journal of Play, 24. Februar, 2015.

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. René Proyer
Psychologisches Institut
Universität Zürich
Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik
Tel.: +41 44 635 75 24
Email: r.proyer@psychologie.uzh.ch

Bettina Jakob
Universität Zürich
Tel. +41 44 634 44 39
E-Mail: bettina.jakob@kommunikation.uzh.ch

Stark im Arbeitsleben - genug Resilienz?

Hohe und gleichzeitig wechselnde Anforderungen charakterisieren die
heutige Arbeitswelt. Diese verlangen Beschäftigten eine stark ausgeprägte
psychische Widerstandsfähigkeit ab. Wie diese Widerstandskraft entwickelt
und als betriebliche Ressource erschlossen werden kann, daran forschen
Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
(FAU) und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in einem neuen
Verbundprojekt.

Rückschläge und Misserfolge hat jeder Mensch schon einmal erlebt. Manche
verkraften solche Ereignisse besser als andere. Sie verfügen über eine
ausgeprägte psychische Widerstandskraft, die Resilienz. Auch mit einem
immer anspruchsvolleren Arbeitsleben können Menschen, die über eine große
Resilienz verfügen, besser umgehen. Daher wollen Wissenschaftler und
Praktiker des Verbundprojekts „Resilire – Altersübergreifendes Resilienz-
Management“ unter der Leitung der FAU anwendungsorientierte Maßnahmen
entwickeln, welche die psychische Gesundheit von Beschäftigten fördern.

In einem ersten Schritt werden die Wissenschaftler Instrumente entwickeln,
beispielsweise Fragebögen, um Resilienz auf individueller und
organisationaler Ebene zu erfassen. Auf Grundlage dieser Instrumente
werden die Verbundpartner ein Online-Coaching für Mitarbeiter erstellen
sowie Maßnahmen gestalten, um ein Umfeld zu schaffen, das die Resilienz
fördert. Ein Beispiel für eine solche Maßnahme sind Resilienz-Teams in
Unternehmen, die – ähnlich den Gesundheitszirkeln – daran arbeiten, die
Widerstandskraft der Mitarbeiter zu stärken.

Die Erkenntnisse aus Resilire führen die Verbundpartner im zweiten Schritt
in ein altersübergreifendes Konzept zusammen, das Online- und
Präsenzmaßnahmen verbindet sowie Leitlinien für ein betriebliches
Resilienz-Management formuliert. Mit den entwickelten Ansätzen können
Betriebe die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken. Auf diese
Weise wird Resilienz als betriebliche Ressource erschlossen und trägt im
demographischen Wandel langfristig zum wirtschaftlichen Erfolg von
Unternehmen bei.

Das Verbundprojekt Resilire wird vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung mit insgesamt 1,1 Millionen Euro im Rahmen des
Förderschwerpunkts „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen
Wandel“ für drei Jahre gefördert. Zu den Verbundpartnern gehören neben der
FAU und der Universität Freiburg die Gesellschaft aufgabenorientiertes
Lernen für die Arbeit (GALA e.V.), Haufe-Lexware sowie die Volksbank
Freiburg. Ein Netzwerk von zehn Partnern unterstützt dabei, die
Projektergebnisse in der betrieblichen Praxis einzusetzen.

Medizin am Abend DirektKontakt 

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Psychologie, insbes. Wirtschafts- und Sozialpsychologie
Dr. Roman Soucek
Tel.: 0911/5302-245
roman.soucek@fau.de
www.resilire.de
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Blandina Mangelkramer

Hämatologischen Krebserkrankungen


Medizin am Abend Fazit: Spät- und Langzeitfolgen nach hämatologischen Krebserkrankungen

Eine Studie an der Universität Leipzig untersucht die Spät- und
Langzeitfolgen von Leukämie und verwandten Blutkrankheiten. Dabei sollen
Einflüsse auf die psychische und körperliche Gesundheit sowie die
Lebensqualität der Patienten bis zu 15 Jahre nach der Erkrankung
identifiziert werden. Die José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. fördert das
auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt mit über 190.000 Euro.

Das Wissenschaftlerteam um Dr. Heide Götze und Prof. Dr. Anja Mehnert im
Department für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Leipzig
betont, dass Patienten mit einer hämatologischen Krebserkrankung einer
hohen Symptombelastung durch besonders invasive und toxische Behandlungen
ausgesetzt sind. Deshalb ist die Untersuchung von Langzeit- und Spätfolgen
hier besonders relevant.

Erfreulicherweise können Krebserkrankungen heute immer besser behandelt
werden. Zusammen mit der gestiegenen Lebenserwartung gibt es daher immer
mehr Menschen, die nach einer Krebserkrankung noch lange leben. Diese
Entwicklung führt aber auch zu neuen Herausforderungen in
Gesundheitsversorgung und Rehabilitation sowie zu wachsenden
Unterstützungsbedürfnissen bei den Patienten. „Bislang wissen wir noch zu
wenig über die körperlichen und psychosozialen Langzeit- und Spätfolgen
der Erkrankung und in welchem Ausmaß sie den Alltag der Patienten
beeinträchtigen“, so Anja Mehnert, Leiterin der Abteilung Medizinische
Psychologie und Medizinische Soziologie. Forschungsarbeiten in diese
Richtung sind bisher rar.

Vor diesem Hintergrund will die Studie auch klären, welcher Einfluss auf
die seelische Gesundheit, Erschöpfung und Lebensqualität besteht. Dazu
sollen 1000 Menschen schriftlich befragt werden, die innerhalb der letzten
15 Jahre an Blutkrebs erkrankten. Die Wissenschaftler interessiert
weiterhin, welche medizinischen und psychosozialen Versorgungsangebote die
Patienten in Anspruch nehmen und wie zufrieden sie mit der erhaltenen
Unterstützung sind. Ziel ist es, eine möglichst optimale, bedarfsgerechte
Behandlung und Betreuung herauszuarbeiten. „Wir wollen herausfinden,
wodurch die Gesundheit nach solch einer Krebserkrankung gestärkt werden
kann und damit einen Beitrag zur Verbesserung von Lebensqualität und
-zufriedenheit leisten. Es ist großartig, dass die José Carreras Leukämie-
Stiftung unser Vorhaben unterstützt“, so Projektleiterin Götze.

Medizin am Abend DirektKontakt

Katharina.Kuba@medizin.uni-leipzig.de Peter.Esser@medizin.uni-leipzig.de 
Telefon: 0341 – 9718816
Universität Leipzig, Diana Smikalla, 27.02.2015 11:24

Patientenstudie-Studie: Darmkrebs

Medizin am Abend Fazit: Patienten-Studie: Darmkrebs ist oft Tabuthema

41 Prozent der Deutschen sprechen nicht über das Thema Darmkrebs. Und fast die Hälfte der Bundesbürger schätzt ihr Wissen um die in Deutschland zweithäufigste Krebserkrankung als schlecht ein. Bei denjenigen, die das Thema von sich aus angehen, ist der Arzt der bevorzugte Ansprechpartner. Das zeigt die Umfrage "Darmkrebsvorsorge 2015" von PENTAX Medical, für die 1.000 Bundesbürger online befragt wurden. Mit dem Darmkrebsmonat März soll durch zahlreiche Informationen zu diesem Tabuthema die Wissenslücke geschlossen werden.

Medizin am Abend Bildlink:

http://pictures.doccheck.com/de/search/pictures?q=Darmkrebs

Jährlich sterben etwa 26.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Dabei lassen sich bei einer Früherkennung, beispielsweise durch eine Darmspiegelung, die meisten Darmkrebserkrankungen verhindern oder heilen. Doch fehlendes Wissen und die Angst vor der Untersuchung hält viele Deutsche von der Vorsorge ab. Außerdem genieren sich vier von zehn Bundesbürgern, über das Thema auch nur zu reden. Gerade einmal jeder Vierte spricht mit eng vertrauten Menschen über die Krankheit bzw. deren Vorsorge. 43 Prozent reden immerhin mit ihrem Arzt darüber, weitere 28 Prozent tun dies allerdings nur, wenn es sein muss, sie also der Mediziner direkt darauf anspricht. Der Arzt ist somit der wichtigste Ratgeber zum Thema.

48 Prozent der Befragten geben an, sich schlecht mit dem Thema auszukennen. Die meisten von ihnen, weil sie nach eigenen Angaben keine Zeit oder Lust haben, sich darum zu kümmern. Neun Prozent fühlen sich zu jung dafür. Fünf Prozent wollen über Darmkrebs oder Darmkrebsvorsorge gar nichts wissen. "Nur wer gut informiert ist weiß, dass eine Darmspiegelung selten Schmerzen bereitet und nur 15 bis 30 Minuten dauert. Moderne Koloskopie-Schläuche sind dünn und weich und die eingebaute Kamera winzig", sagt Johannes Stäbler, Marketing Manager von PENTAX Medical. "Während der Darmspiegelung können Polypen direkt erkannt und entfernt werden, bevor daraus überhaupt Krebs entsteht", so Stäbler.

Zur Umfrage 

Für die Studie "Darmkrebsvorsorge 2015" wurden vom Marktforschungsunternehmen Toluna im Auftrag von PENTAX Medical 1.000 Erwachsene ab 18 Jahren online befragt.

  • Über PENTAX Medical
  • PENTAX Medical setzt seit über 30 Jahren immer wieder neue Maßstäbe in der endoskopischen Diagnose und Therapie. Mit innovativen Produkten, leistungsstarkem Service, maßgeschneiderten Trainings sowie individuellen Finanzierungs- und Instandhaltungskonzepten bietet PENTAX Medical Endoskopikern, medizinischem Personal und Krankenhäusern wertvolle Unterstützung in der Arbeit und größtmögliche Investitionssicherheit. Ziel des Unternehmens ist es, durch sinnvolle Innovation auf höchstem Niveau die Qualität der Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern.

Medizin am Abend DirektKontakt

Johannes Stäbler Julius-Vosseler-Straße 104 22527 Hamburg T: +49 40 56192-261 M: +49 174 9097452 F: +49 40 56192-234 johannes.staebler@pentaxmedical.com www.pentaxmedical.de

360° TOP: GKV-Versorgungsstärkungsgesetz Stand: 25.02.15

Medizin am Abend Fazit Link: 

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/040/1804095.pdf

Mit dem sogenannten GKV-Versorgungsstärkungsgesetz  hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein zentrales Reformvorhaben in den Bundestag eingebracht. Mit dem Gesetz sollen medizinische Versorgungslücken in strukturschwachen Gebieten geschlossen und die Arbeitsbedingungen für Allgemeinmediziner verbessert werden. Zudem sieht der Entwurf Terminservicestellen vor, um eine schnellere Vergabe von Facharztterminen zu gewährleisten. Teil des Gesetzes ist auch eine entschärfte Regressregelung für Hebammen, um die kostspieligen Berufshaftpflichtprämien dieser Berufsgruppe einzudämmen.

Mit neuen Regelungen für die Zu- und Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten sollen unterversorgte ländliche Gebiete gestärkt und die teilweise Überversorgung in Ballungszentren reduziert werden. So sollen künftig Arztpraxen in überversorgten Regionen nur dann nachbesetzt werden, wenn dies unter Versorgungsaspekten sinnvoll erscheint. Um die hausärztliche Versorgung zu verbessern, wird die Zahl der mindestens zu fördernden Weiterbildungsstellen von 5.000 auf 7.500 erhöht. Auch bei der ärztlichen Vergütung soll der Versorgungsaspekt künftig eine stärkere Rolle spielen.

Die Terminservicestellen, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichtet werden müssen, sollen sicherstellen, dass Versicherte innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin erhalten. Mit einer überarbeiteten Psychotherapie-Richtlinie soll zudem die Versorgung auf diesem Gebiet verbessert werden. Vereinfacht wird die Bildung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), in denen zumeist Ärzte unterschiedlicher Fachrichtung zusammen arbeiten. Die Kommunen sollen mit der möglichen Gründung solcher Zentren aktiv in die verbesserte Versorgung einbezogen werden.

Vor bestimmten Operationen, die besonders häufig empfohlen werden, dürfen Patienten künftig eine ärztliche Zweitmeinung einholen. So sollen teure und unnötige Eingriffe besser verhindert werden. Krankenhäuser sollen außerdem stärker in die ambulante Betreuung der Patienten einbezogen werden.
Um eine flächendeckende Versorgung mit Hebammen weiter zu gewährleisten, werden Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflich tätigen Geburtshelferinnen beschränkt.

Versicherte sollen künftig außerdem einen Anspruch auf Krankengeld schon von dem Tag an erhalten, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit feststellt.

Schließlich wird beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein Fonds zur Förderung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsformen geschaffen. Für den Fonds sollen zwischen 2016 und 2019 jährlich jeweils 300 Millionen Euro von den Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds zur Verfügung gestellt werden.

Neugeborenenscreening und Stoffwechselmedizin

Medizin am Abend Fazit: Dietmar Hopp Stiftung: 3,9 Millionen Euro für Neugeborenenscreening und Stoffwechselmedizin

Dem dreijährigen Tim hat der Bluttest nach der Geburt das Leben gerettet /
Neugeborenenscreening soll auf weitere angeborene Stoffwechselkrankheiten
ausgedehnt werden / Neue Langzeitstudie zur Entwicklung der betroffenen
Kinder im Schulalter / Innovative Analysetechnologie für Forschung und
Diagnose

360° Thema: „Modekrankheiten“

Burn-out, chronische Migräne, Wechseljahre des Mannes – werden mit diesen
Beschwerdebildern tatsächlich Krankheiten erfasst oder neue Krankheiten
frei erfunden? Werden soziale Probleme zu Krankheiten umgedeutet? Über den
Drahtseilakt zwischen überflüssiger Medikalisierung und notwendiger
Therapie diskutierte der Deutsche Ethikrat am 25. Februar 2015 im Rahmen
einer öffentlichen Veranstaltung der Reihe „Forum Bioethik“ in Berlin.

Die zuverlässige Diagnostik von Krankheiten ist der Ausgangspunkt für eine
zielgerichtete Therapie. Patienten sollten in ihrem eigenen Interesse nur
dann behandelt werden, wenn eine Erkrankung tatsächlich vorliegt und es
Therapien gibt, die die Krankheit verhindern, heilen oder Symptome
lindern. Doch was überhaupt als Krankheit betrachtet und behandelt wird,
hängt nicht immer nur von medizinischen Fakten ab. Auch kulturelle und
wirtschaftliche Faktoren können eine Rolle dabei spielen, und manche
Krankheiten geraten dadurch geradezu in Mode.

Dass die Geschichte der westlichen Medizin reich an „Modekrankheiten“ sei,
die nicht nur unter Ärzten, sondern auch in der Bevölkerung bereitwillig
aufgenommen werden, stellte Michael Stolberg von der Julius-Maximilians-
Universität Würzburg in seinem Referat über Krankheitsmoden im Wandel der
Zeiten sehr anschaulich dar. Sie seien in Indiz dafür, dass die
Wahrnehmung, Deutung und Erfahrung von Krankheit stets und unausweichlich
auch vom jeweiligen historischen und kulturellen Kontext geprägt sei.

Das Stichwort Disease-Mongering griff Gisela Schott von der
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in ihrem Referat auf. Sie
kritisierte, dass normale Prozesse des Lebens als medizinisches Problem
definiert, neue Krankheitsbilder durch Werbemaßnahmen geradezu erfunden,
leichte Symptome zu Vorboten schwerer Leiden stilisiert und Risiken als
Krankheit verkauft würden. Dies habe unter anderem zur Folge, dass die
Betroffenen im Rahmen einer Medikation einem unnötigen Risiko ausgesetzt
seien und gleichzeitig Ressourcen des Gesundheitssystems verschwendet
würden. Die Politik sieht sie in der Pflicht, die Werbung für Arzneimittel
strenger zu regulieren und verstärkt die unabhängige Forschung zu fördern.
Aber auch die Bürger müssten sich aktiv informieren.

Thomas Schramme von der Universität Hamburg, der sich den normativen
Fragen zum Umgang mit Krankheitsmoden widmete, beklagte die drohende
Ausweitung des Krankheitsbegriffs. Es werde nicht unterschieden zwischen
der Abwesenheit von Krankheit als Mindestkriterium für die Gesundheit
(negativer Gesundheit) und der idealtypischen bestmöglichen
Gesundheitsdisposition (positiver Gesundheit). Hier gelte es, begriffliche
Klarheit zu schaffen und zwischen tatsächlich pathologischen Phänomenen
und medizinisch normalen Zuständen zu differenzieren. Er stellte zudem die
Funktion des Krankheitsbegriffs für die Entscheidung über die solidarische
Finanzierung von Therapie infrage.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Jörg Blech vom
Magazin Der Spiegel, Lothar Weissbach von der Stiftung Männergesundheit,
Boris Quednow von der Universität Zürich und Christiane Fischer von MEZIS
e. V. mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates
Wolf-Michael Catenhusen, welche Folgen die Beschreibung immer neuer
Krankheitsbilder hat. Eine Orientierung von Behandlungsentscheidungen an
bloßen Laborwerten führe dazu, so Weissbach, dass aus zuvor gesunden
Menschen behandlungspflichtige Patienten gemacht würden, ein grenzwertiger
Befund zum „Überbefund“ werde, der eine Überdiagnose und Übertherapie nach
sich ziehe. Quednow warnte vor Krankheitsmoden in der Psychiatrie, die im
Fall von Burn-out dazu führen könnten, dass einerseits eigentlich gesunde
Menschen unnötig behandelt werden, andererseits aber das Risiko bestehe,
dass Menschen, die an einer schweren Depression leiden, eine falsche
Diagnose bekommen. Als die Urheber machten Blech und Fischer
Pharmaunternehmen, medizinische Interessenverbände und PR-Agenturen aus,
die neue Leiden erfänden und zum Industrieprodukt machten. Doch statt
maximaler Versorgung unabhängig von der Ausprägung eines Krankheitsbildes
sollten sich Ärzte in der „Kunst des Weglassens“ üben, so Weissbach, und
dabei mitunter von einer Therapie abraten, auch wenn sie damit keine
honorierte ärztliche Leistung im Sinne der Krankenkasse erbrächten.

Das Programm der Veranstaltung sowie in Kürze auch die Vorträge und
Diskussionsbeiträge der Teilnehmer können unter
www.ethikrat.org/veranstaltungen/forum-bioethik/alte-probleme-neue- krankheiten abgerufen werden.

Weitere Informationen finden Sie als Medizin am Abend Leser unter
http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/forum-bioethik/alte-probleme-neue-krankheiten

Medizin am Abend DirektKontakt

Ulrike Florian
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030/20370-246
Fax: 030/20370-252
E-Mail-Adresse: florian@ethikrat.org


BNK Fortbildungsforum Wissen für Morgen am Samstag, den 28.02.2015 in Berlin / Lebensretter als Team













Und nun zum Medizin am Abend Link.

http://www.dw.de/das-team-als-lebensretter/av-18284380