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Mütter - Babypause

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zu den Auswirkungen der Ganztagsschule: 

  • Mütter arbeiten nicht länger

Seit 14 Jahren wird das Angebot an Ganztagsschulen ausgebaut. 

Vor allem Westdeutschland hatte großen Nachholbedarf, mittlerweile wird hier knapp jeder dritte Grundschüler bis in den Nachmittag betreut. 

Folglich könnten eigentlich mehr Mütter berufstätig sein. 

Sie sind es nicht, zeigt eine Untersuchung* der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marie Paul von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Fabian Dehos vom RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. 
 https://www.uni-due.de/imperia/md/images/samples/2011/bilderpressemitteilungen/paul_marie_2011b.jpg
 *Paul, Marie ; Dehos, Fabian: The Effects of After-school Programs on Maternal Employment, Ruhr Economic Paper Nr. 686, 4/2017.
  • Die schlechten Noten beim Pisa-Test hatten es ins Rollen gebracht: Die rot-grüne Bundesregierung investierte ab 2003 massiv in Ganztagsplätze. Sie fehlten vor allem im Westen, wo bis heute auch weniger Mütter Vollzeit arbeiten.
  • Statistisch gesehen sind mittlerweile zwar mehr Mütter berufstätig (durchschnittlich 25 Stunden). 
  • „Doch wir zeigen in unserer Studie, dass das nicht auf den Ausbau von Ganztagsgrundschulen zurückgeht“, betont Professorin Paul. 
Sie und ihr Kollege haben hierfür Daten des Sozioökonomischen Panels und des Mikrozensus verwertet. „Wer seine Kinder nachmittags in der Schule versorgt weiß, sucht sich nicht deswegen einen Job oder stockt seine Stunden auf. Außerdem sind viele Frauen nicht zwingend auf die Ganztagsschule angewiesen, obwohl sie arbeiten. Sie würden die Betreuung auch so irgendwie organisiert bekommen.“

Ganz anders sieht es beim Ausbau von Kitaplätzen aus, sagen die Autoren.

  • Er hat tatsächlich mehr Mütter nach der Babypause in den Job zurückgebracht. 

Begehrt sind die Ganztagsschulen in jedem Fall.

„Denn es gibt eine umfangreiche Betreuung für relativ wenig Geld; Eltern haben durch sie mehr Freiraum, und Beruf und Familie lassen sich vermutlich stressfreier vereinbaren“, so Paul.

Fazit der Studie: Ganztagsgrundschulen sind beliebt. Aber sie sorgen nicht dafür, dass mehr Frauen voll erwerbstätig sind. 

So wie Marie Paul, die ebenfalls Mutter ist.

Die 38-jährige Juniorprofessorin und ihr Mann arbeiten Vollzeit, während die beiden Söhne (vier Jahre und acht Monate) in der Kita oder zu Hause bei der Kinderfrau bleiben.

*Paul, Marie ; Dehos, Fabian: The Effects of After-school Programs on Maternal Employment, Ruhr Economic Paper Nr. 686, 4/2017.
http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/851/

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Prof. Dr. Marie Paul
Quantitative Methoden in den Wirtschaftswissenschaften
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Zum 01. Mai 2017: Feierabend - Einladung zur Studie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Feierabend-Studie: Teilnehmer gesucht

Psychologinnen der Universität in Landau suchen Berufstätige für die Teilnahme an einer Studie zum Thema "Erholung am Feierabend. 
 
An der Universität Koblenz-Landau wird ab Ende April unter Berufstätigen eine Studie zum Feierabend durchgeführt. Dabei geht es um die Frage, wie Arbeitnehmer sich während des Feierabends erholen.

Für die Studie werden berufstätige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInfo: Kinder + Eltern 

Die Online-Studie erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Arbeitswochen (zehn Tage).

In dieser Zeit erhalten die Teilnehmer dreimal täglich per SMS oder E-Mail einen Link zu einer Mini-Befragung.

Das Ausfüllen der Befragungen dauert lediglich drei bis fünf Minuten und ist gut in den Alltag integrierbar.

In den Mini-Befragungen sollen die Teilnehmer Fragen zu ihrem Arbeitstag und ihrem Feierabend beantworten.

Die Studie wird von den Psychologinnen Dr. Dorota Reis, Charlotte Arndt und Dunja Höneß geleitet.

Nähere Informationen zur Studie, zum Datenschutz sowie das Anmeldeformular gibt es online unter

http://www.forschung-landau.de

Unter den Teilnehmern werden Gutscheine in unterschiedlicher Höhe verlost.

  • Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer eine individuelle Rückmeldung der eigenen Ergebnisse. 

Bei Rückfragen steht Dr. Dorota Reis per E-Mail unter reis@uni-landau.de zur Verfügung. 

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Bernd Hegen Universität Koblenz-Landau
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Rheinland-Pfalz


Telefon: 06131/37460-34
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Kinder in den Kindergarten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gebührenfreie Kita: Was kostet das die öffentliche Hand? DJI/TU Dortmund geben Schätzung ab

In der politischen Öffentlichkeit wird derzeit die Abschaffung der Kita-Gebühren diskutiert. 

Nach aktuellen Berechnungen wurden 2015 von den Eltern schätzungsweise 3,8 Milliarden EUR für die Nutzung von Kitas und Kindertagespflege ausgegeben. 

Zusätzlich wenden die Bundesländer für Beitragsbefreiungen mehr als 550 Millionen EUR im Jahr auf. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Berechnung, die vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund erstellt wurde. 

„Bei dem Thema Befreiung von Kita-Gebühren ist es wichtig, auch über eine seriöse Datengrundlage zu verfügen, damit eine realistische Folgenabschätzung möglich wird“, so der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach.  
  • In Deutschland existieren keine einheitlichen Kriterien und Verfahren bei der Erhebung der Kita-Gebühren. 
Dies bedeutet, dass Länder, Kommunen, Städte und einzelne Kitas – je nach landesrechtlicher Regelung – festlegen, wie hoch der Elternbeitrag für die Nutzung einer Kita ist. 

  • In Düsseldorf können Eltern von Kindern zwischen drei Jahren bis zum Schuleintritt beispielsweise ihre Kinder umsonst in die Kita schicken; in anderen Bundesländern wie Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind Kinder ab einem bestimmten Alter oder Betreuungsumfang von Gebühren befreit.

Die geschätzte Gesamtsumme von über 4,4 Mrd. Euro, die von Eltern und Ländern 2015 insgesamt gezahlt wurde, setzt sich zusammen aus:
• 1,36 Mrd. Euro Elternbeiträgen bei öffentlichen Trägern;
• 2,47 Mrd. Euro Elternbeiträgen bei freien Trägern und
• 0,55 Mrd. Euro Landeszuschüssen.

„Ich gehe davon aus, dass die Elternbeiträge in der Summe seit 2015 weiter gestiegen sind, inzwischen also schon höher liegen als wir das mit amtlichen Daten abbilden können“, vermutet Prof. Dr. Thomas Rauschenbach. 

So seien in einigen Ländern und Kommunen die Kita-Gebühren erhöht worden. 
  • Außerdem sei die Zahl der betreuten Kinder durch die Bevölkerungsentwicklung, insbesondere auch durch den Geburtenanstieg und die Zuwanderung von geflüchteten Kindern, wieder gestiegen. 
Hinzu komme, dass immer mehr Eltern von unter Dreijährigen ihre Kinder in einer Kita betreuen lassen möchten – Tendenz steigend. 2016 wünschten sich schon 46 Prozent der Eltern einen Platz für ihre Kleinkinder.

Literatur
Christiane Meiner-Teubner (2017): Gebührenfreie Kita – was kostet das? Eine Abschätzung zur Höhe der gezahlten Elternbeiträge. Dortmund/München

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Christiane Meiner-Teubner
Technische Universität Dortmund
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Abteilungsleitung
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Brustkrebsüberlebende: Einladung zur Studie Achtsamkeit "Hier und Jetzt"

Medizin am Abend Berlin Fazit: Achtsamkeit hilft nach Brustkrebs – Studienteilnehmer gesucht

Im Rahmen einer Studie an der Universität Greifswald soll untersucht werden, wie sich Achtsamkeit auf Wohlbefinden und geistige Leistungsfähigkeit nach einer Brustkrebserkrankung auswirkt. 

Für diese Studie werden betroffene Frauen gesucht. 

Sie werden dabei vom kostenlosen Achtsamkeitstraining in der Gruppe profitieren. 
 
Etwa jede achte Frau in Deutschland erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs.
  • Jahre nach der einschneidenden Diagnose und Behandlung von Brustkrebs leiden viele Betroffene unter belastenden Symptomen wie einer andauernden Erschöpfung (Fatigue), depressiver Stimmung und Ängsten. 
  • Zusätzlich berichten Brustkrebsüberlebende, sich schlechter auf Aufgaben konzentrieren zu können und auch das Gedächtnis bereite häufig Probleme.

Hier kann das Üben von Achtsamkeit helfen. 

In der Achtsamkeit geht es darum, den Moment bewusst wahrzunehmen und sich auf das „Hier und Jetzt“ einzulassen. 

Dies kann in einfachen Übungen in der Gruppe erlernt werden. 

Heute werden Achtsamkeitskurse bei verschiedensten Zielgruppen, wie beispielsweise Führungskräften, Eltern oder Schmerzpatienten immer beliebter. 

Am Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) https://psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/klinische-und-physiol... der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wird Achtsamkeit bereits sehr erfolgreich in der Gruppenbehandlung von Psychotherapiepatienten angewandt. 

Die Patienten erlernen hier zum Beispiel einen neuen Umgang mit belastenden Gefühlen und schwierigen Situationen.

Im Rahmen einer Studie sollen nun auch Brustkrebsüberlebende vom Achtsamkeitstraining in der Gruppe profitieren können! 

  • Um herauszufinden, welche Veränderungen Achtsamkeit hier bewirken kann, werden vor und nach dem Training belastende Symptome und die geistige Leistungsfähigkeit mit verschiedenen Verfahren (unter anderem Fragebogen und Hirnstrombild) gemessen. 

Für das – für Studienteilnehmerinnen kostenlose – Gruppentraining werden noch interessierte Frauen nach Brustkrebs (zwei bis fünf Jahre nach Primärbehandlung) gesucht.

Wer an der Studie zum Achtsamkeitstraining teilnehmen möchte, meldet sich bitte per E-Mail (janine.wirkner@uni-greifswald.de) oder telefonisch im ZPP (Sekretariat Frau Glawe, 03834 420 3738), um weitere Informationen zu erhalten.


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Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Dr. Janine Wirkner, Dipl.-Psych., PP (VT)
Institut für Psychologie
Lehrstuhl für Physiologische und Klinische Psychologie/Psychotherapie
Franz-Mehring-Straße 47
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3791
janine.wirkner@uni-greifswald.de

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http://www.psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/klinische-und-phys... - Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP)

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Theranostik:Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs / PSMA

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebserkrankungen – Neue Hoffnung durch nuklearmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren

In den vergangenen Jahren konnten beträchtliche Fortschritte sowohl in der präzisen Diagnose wie auch der erfolgreichen Behandlung von Krebserkrankungen verzeichnet werden. 

Die modernen Untersuchungstechniken sowie innovative, zielgerichtete Therapien in der Nuklearmedizin spielen bei diesen Fortschritten eine entscheidende Rolle. Besonders die deutsche Nuklearmedizin nimmt hier weltweit eine führende Stellung ein. 
 
Um etwa Krebszellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten geeignete, radioaktiv markierte Substanzen – so genannte Radiopharmaka – verabreicht. 

Sie bestehen aus einem radioaktiven Teilchen (dem Radioisotop), welches an einen geeigneten Wirkstoff gekoppelt ist.

  • Letzterer bindet im Körper an einen bestimmten Zelltyp und sorgt so dafür, dass das Radioisotop gezielt zu den krankhaft veränderten Zellen gelangt. 

So kommt es zu einer starken Anreicherung beispielsweise im Tumor bei gleichzeitig geringer Aufnahme innerhalb der gesunden Organe. 

  • Über die schwache radioaktive Strahlung der Tumorzellen wird die Verteilung der Substanzen und somit die der Krebszellen mittels der Positronenemissionstomographie (PET) oder der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) bildhaft dargestellt. 

Die Nuklearmedizin nutzt hierbei also gezielt diejenigen Eigenschaften der Krebszellen aus, die sie von den gesunden Körperzellen unterscheidet, so dass ein genauer Nachweis der Erkrankung ermöglicht wird.

Durch diese gezielte Diagnostik kann die Ausbreitung von Krebs genauer dargestellt und auch ein Rückfall der Erkrankung frühzeitig erkannt werden.


Damit ist es zudem möglich, sehr schnell zu einer Therapieentscheidung zu gelangen, die auf den einzelnen Patienten individuell abgestimmt ist.

  • Ähnliche Radiopharmaka, wie diejenigen, die zur Erkennung einer Krebserkrankung verwendet werden, können auch zu einer Therapie der Erkrankung genutzt werden. 

Dies geschieht, indem ein anderes, therapeutisch wirkendes, radioaktives Teilchen an die Tumorzellen gekoppelt wird, was eine gezielte „innere Bestrahlung“ der Krebszellen ermöglicht und sie auf diese Weise zerstört.

  • So lassen sich auch kleinste und weit verstreute Tumore effektiv und gleichzeitig schonend behandeln. 

Dieses Prinzip der Diagnostik und Therapie mittels einer ähnlichen Substanz, die an die gleiche Zielstruktur bindet, wird auch „Theranostik“ genannt.

Ein Paradebeispiel der Theranostik ist die Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs: 

Ein neuartiges nuklearmedizinisches Untersuchungs- und Therapieverfahren hat unter Experten weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Für das Verfahren wurde der Wirkstoff DKFZ-PSMA-11 entwickelt, der sich speziell mit Prostatakrebszellen verbindet und zudem mit verschiedenen radioaktiven Substanzen markieren lässt. 

Mit diesem Wirkstoff kann das prostataspezifische Membran-Antigen (PSMA) dargestellt werden.

Bei PSMA handelt es sich um einen Eiweißkörper, der auf der Zelloberfläche von Prostatakarzinomzellen verstärkt zu finden ist, im übrigen Körper hingegen kaum vorkommt. 

Durch Bindung eines schwach radioaktiven Isotops an diesen Wirkstoff besteht nun die Möglichkeit, mittels einer nuklearmedizinischen PET/CT-Untersuchung gezielt Prostatatumore im Detail sichtbar zu machen, so dass frühzeitig Erkenntnisse über die Ausdehnung der Tumorerkrankung gewonnen werden können.

Von besonderer Bedeutung für die Fachwelt und die betroffenen Patienten ist die Nachricht, dass mit diesem erst seit kurzem zur Verfügung stehenden Verfahren nun auch eine sehr wirksame Therapie zur Behandlung speziell von fortgeschrittenem Prostatakrebs zur Verfügung steht: 

Wird der ähnliche Wirkstoff DKFZ-PSMA-617 mit einem stark strahlenden therapeutischen Radionuklid markiert, können Krebszellen zerstört werden. 
  • Die Krebszellen, die das Zielmolekül PSMA tragen, nehmen das Radiopharmakon auf, welches dann gezielt diese Zellen zerstört. 
Das übrige Gewebe wird hierbei weitgehend verschont. 
Diese Therapie dient nicht nur der Linderung von Symptomen, sondern auch der Verlangsamung bzw. dem Aufhalten des Tumorwachstums sowie der Zurückdrängung des Tumors.
Die Therapie kann nicht nur die Lebensqualität dieser schwer kranken Patienten verbessern, sondern möglicherweise auch zur Verlängerung der Lebenszeit des Patienten beitragen.

Das Prinzip der Theranostik ist aber auch auf andere Krebserkrankungen anwendbar.


Hierzu gehören beispielsweise die Neuroendokrinen Tumore (NET), bei denen Theranostik seit vielen Jahren zur Anwendung kommt.

Hierbei handelt es sich um eine Krebsart, die sich im Darm, in der Bauchspeicheldrüse und auch in der Lunge bilden kann.

Die Tumore stammen von einer bestimmten Zellpopulation ab, die mit einer großen Menge sogenannter Somatostatin-Rezeptoren ausgestattet sind.

NET können überall im Körper mit Hilfe von Radiopharmaka nachgewiesen werden, die sich mit hoher Genauigkeit an diese Rezeptoren binden und sie durch nuklearmedizinische bildgebende Verfahren sichtbar machen.  

Es kann somit nicht nur die Ausdehnung der Erkrankung erfasst, sondern zudem auch eine hoch wirksame, lebensverlängernde Therapie mit einem therapeutischen Radiopharmakon eingeleitet sowie deren Verlauf kontrolliert werden.
 
Weitere theranostische Verfahren, von denen Patienten mit anderen Krebsarten profitieren werden, sind in Entwicklung.  

Sehr vielversprechende Erfolge konnten beispielsweise bereits bei Diagnostik und Therapie von Patienten mit multiplem Myelom, einer Blutkrebsart, erzielt werden.

Die Theranostik bildet ein Schwerpunktthema auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Die Tagung findet vom 26. bis 29. April 2017 in Dresden statt. Die Kombination aus Kongress – für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung bietet eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2017 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2017 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2017.eu zur Verfügung.
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Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

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http://www.nuklearmedizin2017.eu - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2017

http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN)

Antidepressivum und deren Behandlungserfolge

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bessere Vorhersage für Wirksamkeit von Paroxetin

Forscher identifizieren Signalwege in Nervenzellen des Gehirns, die für das Ansprechen auf eine Behandlung mit dem Antidepressivum entscheidend sind 
 
  • Ein Drittel aller Patienten mit einer Depression spricht nicht auf das erste Medikament an, das ihnen verordnet wird. 

Bisher bleibt dem behandelnden Arzt nichts anderes übrig, als verschiedene Präparate auszuprobieren. 

In einer Studie haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München jetzt eine Biosignatur aus Proteinen und Stoffwechselprodukten identifiziert, die es möglich macht vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung mit dem Antidepressivum Paroxetin ansprechen. Die Studie markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer personalisierten Medizin in der Psychiatrie.

Patienten reagieren ganz unterschiedlich auf Antidepressiva.

Bei ungefähr einem Drittel zeigt das erste verordnete Antidepressivum keine Wirkung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Wirksamkeit grundsätzlich erst nach vier bis sechs Wochen kontinuierlicher Einnahme herausstellt.

  • Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Patienten sich einigen Behandlungszyklen mit unterschiedlichen Antidepressiva unterziehen müssen, bevor ein passendes Medikament in der geeigneten Dosierung gefunden ist. 

Abgesehen von den damit verbundenen Kosten führt dies zu langwierigem Leiden sowie zu einem erhöhten Selbstmordrisiko.

Biosignaturen, mit deren Hilfe sich der Behandlungserfolg für jeden einzelnen Patienten genau vorhersagen ließe, böten eine überzeugende Alternative zur gängigen Praxis des Ausprobierens von Medikamenten. Mit ihrer Hilfe könnte ein Psychiater voraussagen, ob ein Patient zu Beginn oder in einer frühen Behandlungsphase positiv auf ein Antidepressivum reagieren wird.

Wissenschaftler unter der Leitung von Chris Turck vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben in Zusammenarbeit mit Marianne Müller von der Universität Mainz an Mäusen molekulare Signalwege beschrieben, die für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf das Antidepressivum Paroxetin charakteristisch sind. In der aktuellen Studie haben die Wissenschaftler ein Profil von Proteinen und Stoffwechselprodukten in einer Region des Gehirns erstellt, dem Hippocampus. Sie haben herausgefunden, dass zwischen Glutamat- und Ubiquitin-Proteasom-Signalwegen und der Reaktion auf Antidepressiva ein direkter Zusammenhang besteht.

Glutamat ist einer der wichtigsten Neurotransmitter und spielt eine zentrale Rolle bei verschiedenen Hirnfunktionen. 

Ubiquitinierung dient der Qualitätssicherung und ist unverzichtbar bei der Entfernung beschädigter Proteine.

In einem nächsten Schritt untersuchten die Forscher, ob sie mit Hilfe dieser Signalwege herausfinden können, welche Patienten auf eine Behandlung ansprechen würden.

Sie nahmen Blutproben von Patienten mit Depression und entdeckten, dass sie anhand der Signalwegprofile Patienten, die auf ein Antidepressivum ansprechen würden, bereits vor Behandlungsbeginn von denen unterscheiden konnten, bei denen dies nicht der Fall sein würde.

„Biosignaturen zur Prognose des Behandlungserfolges von Antidepressiva werden die langwierigen Leidenswege von Patienten verkürzen, indem sie im Voraus abklären, welches das vielversprechendste Antidepressivum ist.

Dies ist ein wichtiger Schritt für die personalisierte Medizin im Bereich Psychiatrie“, so die Schlussfolgerung von Dongik Park vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie und Erstautor des Artikels.

„Biosignaturen werden zur Entwicklung von Medikamenten beitragen, indem sie neue Ansatzpunkte für neue Wirkstoffe liefern.

Darüber hinaus werden sie helfen, neuartige Antidepressiva für Patienten zu finden, die an behandlungsresistenter Depression leiden.“

Originalpublikation:
Dongik Park, Carine Dournes, Inge Sillaber, Marcus Ising, John M. Asara, Christian Webhofer, Michaela D. Filiou, Marianne B. Müller and Christoph W. Turck
Delineation of molecular pathway activities of the chronic antidepressant treatment response suggests important roles for glutamatergic and ubiquitin proteasome systems.
Translational Psychiatry (2017) 7, e1078; Published online 4 April 2017

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Prof. Dr. Chris Turck
Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München
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Telefon:+49 89 30622-263
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Dr. Harald Rösch Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

 

Muskelzellen und Makrophagen im Herzen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell 
 
  • Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der Wundheilung. 

Vor wenigen Jahren wurde gezeigt, dass Makrophagen in großer Zahl im Herzen angesiedelt sind.

Hier tragen sie entscheidend zur Heilung nach einer Herzschädigung bei. 

Weitere nicht-immunologische Funktionen, wie sie für Makrophagen in einigen anderen Organen gezeigt wurden, konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

In einer am 20. April 2017 im Fachmagazin Cell erschienenen Studie zeigen Forscherinnen und Forscher der Harvard Medical School, Boston, USA, gemeinsam mit Forschern des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) erstmals, dass die im Herzen vorhandenen Immunzellen elektrisch leitende Kanäle zu Zellen im Reizleitungssystem bilden und aktiv an der Erregungsleitung beteiligt sind. 

Die UHZ-Forscher konnten dabei durch mathematische Modelle und Computersimulationen die Experimentaldaten absichern und somit die elektrophysiologische Bedeutung von Herz-Makrophagen bestätigen.

  • Speziell zeigten sie, dass Makrophagen den elektrischen Ruhezustand von Reizleitungszellen beeinflussen und ihre Rückkehr in diesen Ruhezustand nach einem Herzschlag beschleunigen.

Makrophagen sind dafür bekannt, dass sie als Reaktion auf Gewebeschädigungen ihre Umgebung aktiv verändern können. 

„Ein völlig neuer Befund ist, dass dies im Herzen elektrische Wechselwirkungen mit Muskelzellen einbeziehen kann“, erklärt Studienleiter Prof. Matthias Nahrendorf PhD, Professor der Harvard University Boston. Prof. Dr. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des UHZ ergänzt: 

„Diese Arbeit erweitert den Kreis der Zellen, die an der Herzerregung unmittelbar beteiligt sein können – bislang waren nur Muskelzellen und seit kurzem Bindegewebszellen im Gespräch.“

 Ein besseres Verständnis, wie Makrophagen an der normalen Erregungsleitung beteiligt sind, sowie deren Rolle bei Herzrhythmus-Störungen, kann zu neuen Erkenntnissen und Therapieansätzen führen, die auf der gezielten Veränderung von Makrophagen basieren.

Original-Titel der Publikation: Macrophages Facilitate Electrical Conduction in the Heart

DOI: 10.1016/j.cell.2017.03.050

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Prof. Dr. Peter Kohl
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http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2017.03.050 Link zur Publikation

http://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-04/cp-mce041317.php Link zur Pressemitteilung von Cell (Englisch)

HEUTE: FC Bayern München und Borussia Dortmund

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sehen Fußballfans rivalisierender Mannschaften dasselbe Fußballspiel mit anderen Augen?

Wenn sich am 26. April der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstehen, schauen sich viele Fußball-Begeisterte das Halbfinal-Spiel um den DFB-Pokal gemeinsam an. 
  • Die Erfahrungen zeigen, dass die Erinnerungen der Fans nach einem solchen Spiel zugunsten ihrer eigenen Mannschaft verzerrt sind. 
Wann setzt diese Verzerrung ein? 

Sehen Fans rivalisierender Mannschaften bereits das Spiel anders oder kommt es erst später bei der Rückerinnerung zu dieser Verzerrung? 

Eine Antwort darauf haben Forscher an der Universität Tübingen, PD Dr. Markus Huff, und am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Prof. Dr. Stephan Schwan, mit Hilfe einer eigens entwickelten Methode gefunden. 
 Fußballstudie während der Live-Übertragung
Fußballstudie während der Live-Übertragung
 
Bisher zeigte die Forschung, dass Fans nach dem Spiel eine verzerrte Erinnerung zugunsten ihrer eigenen Mannschaft haben. Unbeantwortet blieb die Frage: Sehen Fans bereits das Spiel anders? Dazu hat die Arbeitsgruppe um Markus Huff in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Stephan Schwan das Champions-League Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München zum Anlass genommen, den Wahrnehmungsprozess von Fußballfans während des Spiels zu untersuchen.

 „Das Finale der Champions-League war eine einmalige Gelegenheit, diese Prozesse zu untersuchen. In einem internationalen Finale standen sich zwei deutsche Mannschaften gegenüber.

Die Begegnungen dieser beiden Rivalen sind immer hoch emotional, was sich in der Berichterstattung im Vorfeld wiederspiegelte“, so Markus Huff.

Die Live-Übertragung des Finales sahen 58 Fußballfans – 33 Dortmund- und 25 Bayern-Fans – mit dem Ziel, den gesamten Wahrnehmungsprozess zu untersuchen. Während bei allen Fans im Anschluss an das Spiel das Gedächtnis getestet wurde, konnten bei 21 Fans die Augenbewegungen während des Spiels aufgezeichnet werden, um der Hypothese nachzugehen, ob sich die fanbasierte Verzerrung sehr früh, d. h. bereits bei der Betrachtung des Spiels abzeichnet.


Die Ergebnisse dieser groß angelegten Studie sind eindeutig: 
Die Wahrnehmungsprozesse glichen sich während des Spiels – die Blickbewegungen waren bei beiden Fangruppen identisch.
Dagegen war die Erinnerung der Fans tatsächlich zugunsten ihrer Mannschaft verzerrt, da sie angeblich mehr Spielanteile hatte, das gegnerische Team hatte scheinbar weniger.
Das Vorgehen in dieser Studie unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Forschungsansätzen, die psychologische Prozesse fast ausschließlich im Labor erforschen. 
„Dies ist die erste Studie, die die Wahrnehmung und das Gedächtnis von echten Fans während einer Live-Übertragung mit eigens für dieses Experiment entwickelten Methoden untersuchte“, so Markus Huff.

Die Studie ermöglichte somit zum einen, dass der Rezeptionsprozess unmittelbar, also unabhängig zum Beispiel von späterer Berichterstattung, erfasst werden konnte. 

Zum anderen konnten in dieser Studie Blickbewegungs- und Gedächtnisprozesse gemeinsam betrachtet werden, um verlässliche Aussagen über den gesamten Prozess der menschlichen Informationsverarbeitung machen zu können. 

Damit zeigt die Studie, dass die menschliche Wahrnehmung verlässlicher ist als vermutet: 
  • Selbst leidenschaftlich wahrgenommene Abläufe, die in der Erinnerung verzerrt werden, werden dennoch neutral wahrgenommen.
Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Publikation
Huff, M., Papenmeier, F., Maurer, A. E., Meitz, T. G. K, Garsoffky, B., & Schwan, S. (2017). Fandom biases retrospective judgments not perception. Scientific Reports, 7:43083. doi: 10.1038/srep43083

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht, wie digitale Technologien eingesetzt werden können, um Wissensprozesse zu verbessern. Die psychologische Grundlagenforschung der rund 110 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist auf Praxisfelder wie Schule und Hochschule, auf Wissensarbeit mit digitalen Medien, wissensbezogene Internetnutzung und Wissensvermittlung in Museen ausgerichtet. Von 2009 bis 2016 unterhielt das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus (WCT) zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“, der ab 2017 als Nachfolgeprojekt unter dem Titel „Kognitive Schnittstellen“ weitergeführt wird.

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PD Dr. Markus Huff, Universität Tübingen, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Allgemeine Psychologie, Telefon +49 7071 29-75612, markus.huff@uni-tuebingen.de
Prof. Dr. Stephan Schwan, Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Arbeitsgruppe Realitätsnahe Darstellungen, Telefon ++49 7071 979-228, s.schwan@iwm-tuebingen.de

 
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Dr. Evamarie Blattner
Leibniz-Institut für Wissensmedien
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Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro.

Aortenklappenstenose - minimalinvasive Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI

Medizin am Abend Berlin Fazit: Katheter oder OP? Klinische Studie zum Herzklappenersatz startet

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Zuweisende Kardiologen  

Eine der häufigsten erworbenen Herzerkrankungen bei über 75jährigen ist die Aortenklappenstenose. 

Sie erfordert in der Regel den Ersatz der Klappe. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege: Der Brustkorb des Patienten wird chirurgisch geöffnet und eine künstliche Klappe implantiert. 

Oder eine neue Klappe wird mittels Katheter durch eine Leistenarterie bis zum Herzen vorgebracht. 

Eine klinische Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) soll nun erstmals ermitteln, welche der beiden Methoden für Patienten mit mittlerem bis niedrigem Operationsrisiko die bessere ist. 
 
Noch vor einigen Jahren hatten sehr alte oder multimorbide Patienten keine Chance auf eine neue Herzklappe.

Die einzige Behandlungsmethode - die OP am offenen Herzen – wäre zu riskant gewesen. Ihnen kann erst geholfen werden, seit 2002 die erste minimalinvasive Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) gelang.

Aber auch die TAVI ist nicht ohne Risiko: 

Durch den Katheter können sich Ablagerungen der Gefäßwände lösen und zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Außerdem ist die dauerhafte Haltbarkeit der TAVI-Klappen, welche sich in der verkalkten Aortenklappe wie ein Regenschirm auffalten, noch Gegenstand intensiver Diskussionen.

  • Vorteil von TAVI für Jüngere nicht ausreichend belegt

Jahrelang blieb die TAVI deshalb Patienten mit hohem Operationsrisiko vorbehalten. Seit einiger Zeit gibt es jedoch einen Paradigmenwechsel: Immer mehr Ärzte behandeln auch jüngere und gesündere Patienten per TAVI, obwohl es gerade bei diesen Patienten noch keine Langzeitbeobachtungen gibt. Die Situation verunsichert Ärzte, Patienten und Krankenkassen – und führt so zu teilweise widersprüchlichen Verfahrensweisen bei der Behandlung und Kostenerstattung.

Die DEDICATE-Studie (DZHK6) vergleicht nun das chirurgische Therapieverfahren mit der Katheter-gestützten TAVI-Methode bei Patienten mit mittlerem bis geringerem Operationsrisiko (STS-Score 3 bis 6), um so eine größere Verfahrenssicherheit zu erreichen. Nur Patienten die für beide Methoden in Frage kommen, dürfen an der Studie teilnehmen. Sie werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und ihre Überlebensraten über fünf Jahre ermittelt. Bisherige Studien hatten nur deutlich kürzere Zeiträume evaluiert. Die Studie umfasst 1.600 Patienten und kostet 4,5 Millionen Euro. Sie ist Industrie unabhängig, Klappen aller gängigen Hersteller können zum Einsatz kommen.

Zwei Behandlungsmethoden werden verglichen

Im Vergleich zu anderen Studien hat DEDICATE eine weitere Besonderheit:  

Erstmalig wird nicht die TAVI-Klappe nur eines Herstellers mit dem chirurgischen Verfahren verglichen, sondern die Klappe kann vom Arzt nach Passgenauigkeit und Größe unter verschiedenen Modellen und Herstellern ausgewählt werden. Dasselbe gilt für die chirurgischen Klappen. 

„Dadurch testen wir nicht ein Klappenmodell gegen die chirurgische Methode sondern eine Behandlungsmethode gegen eine andere“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Stefan Blankenberg, Kardiologe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Die Studie haben deshalb auch Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam geplant. Zusammen wollen wir die beste Behandlung für unsere Patienten ermitteln“, ergänzt Prof. Jochen Cremer vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, der den chirurgischen Zweig vertritt. An der Studie beteiligen sich alle Partnerkliniken des DZHK und weitere führende Kliniken in Deutschland. 

Bislang wird die fast doppelt so teure TAVI in der Regel nur bei hohem OP-Risiko, oder wenn jemand nicht operabel ist, von den Krankenkassen erstattet. 

Prof. Blankenberg sieht im Ergebnis der Studie auch die Chance für mehr Objektivität und Verfahrenssicherheit für Patienten, Ärzte und Kassen.

Studientitel:
Randomized, Multi-Center, Event-Driven Trial of TAVI versus SAVR in Patients with Symptomatic Severe Aortic Valve Stenosis and Intermediate Risk of Mortality, as assessed by STS-Score(DEDICATE), Registrierung: NCT03112980

DEDICATE Steering Committee:
S. Blankenberg, Universitäres Herzzentrum Hamburg; J. Cremer, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel); H. Reichenspurner, Universitäres Herzzentrum Hamburg; N. Frey, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel); C. Hamm, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim; T. Walther, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim; U. Landmesser, Charité Universitätsmedizin Berlin (CBF); V. Falk, Deutsches Herzzentrum Berlin; S. Massberg, Universitätsklinikum der LMU München; C. Hagl, Universitätsklinikum der LMU München; M. Seiffert, Universitäres Herzzentrum Hamburg

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Wasserhomöostase - Wasser im Körper

Medizin am Abend Berlin Fazit: Eine Prise Salz gegen den Durst

Von salzigem Essen muss man mehr trinken? – diese Binsenweisheit ist nun widerlegt. 

Zwei neue Studien zeigen genau das Gegenteil. 

Als „Kosmonauten“ auf einer simulierten Mission zum Mars bekamen mehr Salz zu essen bekamen, erzeugten sie daraufhin mehr Wasser im Körper, tranken sie weniger und benötigten mehr Energie. 
 
Wie Salz im Essen das Trinkverhalten beeinflusst, wurde nie in einer Langzeitstudie überprüft.

Bekannt war bisher lediglich, dass mehr Salz in der Nahrung die Produktion von Urin stimuliert. Diese zusätzliche Flüssigkeit stammt aus Getränken – so die These.

Weit gefehlt! sagt nun ein Forschungsteam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), der Vanderbilt University und weiteren internationalen Kolleginnen und Kollegen. Sie überprüften die alte Weisheit während einer simulierten Marsmission, und stellen ihre Ergebnisse nun in der aktuellen Ausgabe des Journal of Clinical Investigation vor.

Perfekte experimentelle Bedingungen

Salz hat natürlich nichts direkt mit dem Mars zu tun. Wollten Menschen zum Roten Planeten reisen, wäre zwar jeder Tropfen Trinkwasser kostbar und eine Prise Salz im Essen dürfte die Mission nicht gefährden. Wirklich interessant war die Simulation aber für die Forscherinnen und Forscher, weil sie so Ernährung, Wasser- und Salzaufnahme streng kontrollieren und messen konnten.

Dr. Natalia Rakova und ihr Team von der Charité und dem MDC führte zwei unabhängige Studien an zehn männliche Freiwilligen durch. Die Probanden waren über einen Zeitraum von entweder 105 oder 205 Tagen in einer Raumschiff-Attrappe eingeschlossen. Alle Teilnehmer hatten absolut identische Speisepläne. Im Laufe der Wochen veränderte das Forschungsteam dann stufenweise den Salzgehalt in der Nahrung.

Salziges Essen, weniger Flüssigkeitsaufnahme, höherer Energiebedarf

Das Experiment bestätigt: 
  • Kurzfristig verstärkt Salz den Durst. 
Mehr Salz im Essen führt auch zu einer höheren Salzkonzentration im Harn und einer höheren Gesamtmenge Urin – das war nicht überraschend. Doch die größere Menge Flüssigkeit stammte nicht aus Getränken. Die Probanden tranken sogar insgesamt weniger, wenn sie mehr Salz zu sich nahmen. 

  • Das Salz löste in den Nieren einen Wasserspar-Mechanismus aus.

Bisher galt, dass die Natrium- und Chlorid-Ionen, aus denen Salz besteht, an Wassermoleküle binden und diese in den Harn ziehen. 

Stattdessen zeigten die neuen Ergebnisse, dass das Salz im Harn bleibt, während das Wasser in die Niere und Körper zurücktransportiert wird. 

Das überraschte das Team um Jens Titze, Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg und am Vanderbilt University Medical Center. „Was könnte die Kraft sein, die das Wasser zurück in den Körper treibt“, fragte er sich.

Versuche an Mäusen zeigten dann, dass die Substanz Harnstoff (Urea) daran beteiligt sein könnte. Mit Hilfe von Harnstoff entsorgen Muskeln und Leber Stickstoff. 
  • In der Niere der Mäuse sammelte sich Harnstoff, dort wirkte es der Wasser-bindenden Kraft von Natrium und Chlorid entgegen. 
Doch die Synthese von Harnstoff kostet viel Energie. Mäuse, denen salzigere Nahrung verabreicht wurde, hatten größeren Hunger, tranken aber nicht mehr. Auch die menschlichen „Kosmonauten“, die salziges Essen bekamen, klagten über Hunger.

Mehr als bloßer Abfall

Die neuen Erkenntnisse lassen die Rolle des Harnstoffs in neuem Licht erscheinen. „Harnstoff ist nicht nur ein Abfallprodukt, wie wir bisher angenommen hatten", sagt Prof. Friedrich C. Luft, von der Charité und dem MDC. 

„Stattdessen erweist er sich als ein sehr wichtiger Osmolyt – das ist eine Verbindung, die Wasser an sich bindet und so hilft, es zu transportieren. Harnstoff hält das Wasser im Körper, wenn wir Salz ausscheiden. So wird das Wasser zurückgehalten, das sonst durch das Salz in den Urin hineingetragen würde."

Die Wasserhomöostase, also das Gleichgewicht von Wasser im Körper, ist für eine Reise zum Mars mindestens so wichtig wie das Leben hier auf der Erde. 

„Wir müssen diesen Vorgang als eine gemeinsame Anstrengung der Leber, der Muskeln und der Nieren sehen“, sagt Jens Titze. 

„In der Studie haben wir den Einfluss auf den Blutdruck und andere Aspekte des Herz-Kreislauf-Systems nicht direkt untersucht. Ihre Funktionen sind aber eng mit der Wasserhomöostase und dem Energiestoffwechsel verbunden.“

Anmerkung: Dieses Projekt wurde vor allem durch die Anstrengungen der DLR-Forschung unter Weltraumbedingungen getragen. Natalia Rakova, Dominik N. Müller und Friedrich C. Luft sind Forscherinnen und Forscher des MDC. Korrespondenzautor und Studienleiter ist Jens Titze vom Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg und der Vanderbilt University, an der Friedrich C. Luft eine außerordentliche Professur hält.

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Natalia Rakova, Kento Kitada, et al. (2017): “Increased salt consumption induces body water conservation and decreases fluid intake.” The Journal of Clinical Investigation. doi: 10.1172/JCI88530 (Manuskript auf Anfrage erhältlich)

Verwandte Veröffentlichung:

Kento Kitada, Steffen Daub, et al.  (2017): “High salt intake reprioritizes osmolyte and energy metabolism for body fluid conservation.” The Journal of Clinical Investigation. doi: 10.1172/JCI88532 

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