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Strukturierte Versorgung statt Arzt-Hopping - Schmerzmedizin rechnet sich!

Medizin am Abend Berlin Fazit: Die strukturierte Betreuung von Schmerzpatienten ist keine unbezahlbare Utopie naiver Idealisten. 

Innovative Ansätze der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD) in Kooperation mit Krankenkassen zeigen seit Jahren, dass eine bessere schmerzmedizinische Versorgung mit selektiven Versorgungsverträgen funktionieren kann.  

 Foto (vlnr): Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse, Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

Foto (vlnr): Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse, Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)  (Georg J. Lopata / DGS) 

In Deutschland leben über 20 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. 
  • Rund 2,8 Millionen leiden an einer schweren, chronischen Schmerzerkrankung. 
Flächendeckend gute Versorgung ist für diese Patienten nur durch ein abgestuftes Versorgungmodell möglich, bei dem Hausärzte mit Basiskenntnissen im Schmerzmanagement von schmerzmedizinisch weitergebildeten Spezialisten unterstützt werden, bis hin zu einem (derzeit noch nicht existierenden) Facharzt für Schmerzmedizin.

Integrierte Schmerzversorgung – ein medizinisches und wirtschaftliches Erfolgsrezept

2005 hat die DGS in Kooperation mit der IMC (Integrative Managed Care) erstmals mit der Techniker Krankenkasse (TK) und weiteren Kassen einen Integrierten Versorgungsvertrag für Rückenschmerzpatienten konzipiert, um Patienten mit chronischen Rückenschmerzen im Sinne einer Frühintervention besser zu versorgen.

Die Auswertung von mittlerweile über 10.000 Patienten in diesem Programm bestätigt die medizinische und wirtschaftliche Überlegenheit der integrierten Versorgung gegenüber der Regelversorgung eindeutig.

  • Ein weiterer innovativer Ansatz besteht in der interdisziplinären Überprüfung der Notwendigkeit operativer Eingriffe an der Wirbelsäule im Sinne einer Zweitmeinung. 

„Dabei haben wir ganz bewusst schmerzmedizinische Kompetenz einbezogen, um vor operativen Eingriffen fundierte Zweitmeinungen zu bekommen“, betont Klaus Rupp, Fachbereichsleiter Versorgungsmanagement bei der TK.

Mittlerweile gibt es erste Ergebnisse aus der begleitenden Versorgungsstudie. Viele Patienten, denen primär zu einer Operation geraten worden war, wurden als Folge der integrierten Versorgung mit einem multimodalen Konzept unter Einbeziehung von Verhaltenstraining, Physiotherapie, Psychotherapie und pharmakologischer Schmerztherapie behandelt. „Ökonomisch rechnet sich das für eine Krankenkasse eindeutig, und anders als mit Operationen kommen wir so zu langfristigen Lösungen für die Patienten“, so Rupp.

Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), sieht das genauso: „Wir haben Rückenschmerz-Projekte, bei denen 90 Prozent der Operations-empfehlungen nicht bestätigt werden und 70 Prozent der Patienten letztlich die konservative Schmerztherapie wählen.

Auch bei der chronischen Migräne bringen wir im Rahmen von integrierten Versorgungsverträgen an mehreren Orten in Deutschland Kapazitäten und unterschiedliche Professionen zusammen, mit ebenfalls sehr guten Ergebnissen.“

Der in Kooperation mit dem BVSD seit 2011 bestehende RückenPlus IV-Vertrag der KKH zeige, dass eine multimodale und multiprofessionelle schmerzmedizinische Versorgung auch auf ambulanter Ebene möglich ist und erfolgreich umgesetzt werden kann, sagte der BVSD-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek.

„Unser multimodales ambulantes Behandlungskonzept hat das Ziel, durch präventive Maßnahmen eine Schmerz-chronifizierung zu vermeiden und bereits erkrankte Schmerzpatienten besser zu versorgen. Die direkten Effekte für die Krankenkasse:

Reduktion der Krankengeld-Tage sowie der stationären Einweisungen, Vermeidung von Doppeluntersuchungen und unnötiger Operationen und der Rückgang der Arzneimittel-, Heil- und Hilfsmittelverordnungen außerhalb der Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz“, so Nadstawek.

Blaupause für die Regelversorgung?

Ingo Kailuweit und Klaus Rupp betonen, dass sich das Engagement medizinisch und finanziell lohne, weil unnötige Therapien und Mehrfachdiagnostik durch gezielte Frühinterventionen vermieden werden.

Das Problem: Selektivverträge kommen derzeit nur einem kleinen Teil der Patienten zugute. Nur etwa ein Prozent des Budgets der Gesetzlichen Krankenversicherung fließt in diese Versorgungsform. Das muss aber nicht so bleiben. Rupp betrachtet Selektivverträge als ein Vehikel, erfolgversprechende Konzepte in die Regelversorgung zu bringen.

Gerade in der Schmerzmedizin gebe es bereits mehrere Verträge, in denen unterschiedliche, auch große Krankenkassen kooperierten. Der im Versorgungsstärkungsgesetz angelegte Innovationsfonds könne diesen Prozess noch voranbringen: „Der Innovationsfonds ist für sektorübergreifende Versorgungsthemen gedacht. Schmerzmedizinische Anträge sollten da auch Gegenstand sein“, so Rupp. Vor allem Szenarien, die eine Zweitmeinung mit einer strukturierten Versorgung kombinieren, sind aus seiner Sicht für eine Förderung prädestiniert.

  • Früh intervenieren statt zu spät therapieren
Bisher weitgehend ungenutzte wirtschaftliche Potenziale sehen Schmerzexperten auch im Bereich der Frühinterventionen. „Chronische Schmerzsyndrome entstehen nicht von selbst. Sie sind auch ein Ergebnis falscher Therapieentscheidungen zu Beginn der Patientenkarriere“, betont der Präsident der DGS, Dr. Gerhard Müller-Schwefe.

Die Folge sind nicht nur teure medizinische Maßnahmen, sondern auch erhebliche indirekte Kosten durch Arbeits- und Berufsunfähigkeit, wie Nadstawek (BVSD) ausführte: „Wir geben lächelnd 50 Milliarden Euro pro Jahr für den Rückenschmerz aus und ändern nichts daran. Ziel muss es sein, Prävention zu betreiben und die Chronifizierung zu verhindern.“
  • Der demographische Wandel mit zunehmender Alterung unserer Gesellschaft, Bewegungsmangel in unserer modernen Arbeitswelt und ungesunde Ernährung sind Faktoren, die die Prävalenz muskuloskelettaler Erkrankungen erhöhen. 
Die Entstehung myofaszialer Schmerzzustände ist komplex. 

Komplexe Störungen erfordern komplexe Lösungen. Dazu zählt das konzeptionelle Vorgehen mit integrativen, aufeinander abgestimmten Therapiemaßnahmen in Form eines multimodalen Therapiekonzepts. In der Schmerzmedizin nimmt die Bewegungstherapie eine zentrale Rolle ein.

Sie ist ein Faktor im multimodalen Behandlungskonzept, welches dem Patienten den Zugang zur Aktivierung der körpereigenen Ressourcen zur Überwindung seiner Schmerzzustände ermöglicht, erklärt Andrea Rädlein, Vorstand beim Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK). Die Aufgabe der Physiotherapie besteht darin, eine Verbesserung der Bewegungs- und körperlichen Leistungsfähigkeit zu erzielen, die es dem Patienten weitestgehend ermöglicht, an den Aktivitäten des täglichen Lebens teilzunehmen.

Gelingen wird das nur, wenn schmerzmedizinische Expertise flächendeckend zur Verfügung steht, um jene Patienten zu identifizieren, bei denen schmerzmedizinische Frühinterventionen eine Chronifizierung verhindern können:

„Wir brauchen eine abgestufte Versorgung mit Hausärzten als Primärversorger, aber wir brauchen auch klare Richtlinien für die Weiterüberweisung der Patienten. Es muss klar sein, wer wen versorgt und wo für die unteren Versorgungsebenen die ‚red flags‘ sind“, so Müller-Schwefe. Solange dergleichen in Deutschland nicht existiere, werde die Zahl der Patienten mit chronischem Schmerzsyndrom weiter zunehmen.

Quelle:
Nationales Versorgungsforum Schmerz der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) und der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) „Schmerzmedizinische Versorgung ambulant und wohnortnah“, 12. November 2015, Berlin

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Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)
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Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL)
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BVSD
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360° TOP-Thema: Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfektionen wurden ohne Antibiotika gesund

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Viele Blasenentzündungen heilen ohne Antibiotika

Allgemeinmedizinische Studie an der UMG mit Ergebnis: Zwei Drittel der Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfektionen wurden ohne Antibiotika gesund. Veröffentlicht in der medizinischen Fachzeitschrift British Medical Journal.  
  • Braucht es unbedingt Antibiotika, um Blasenentzündungen zu heilen? Oder reicht bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen eine Behandlung mit Schmerzmitteln aus? 
Dr. Ildikó Gágyor und Prof. Dr. Eva Hummers-Pradier vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben zusammen mit Kollegen aus dem Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie der Abteilung für Versorgungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Universität Bremen diese Fragen wissenschaftlich untersucht.

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung wurden ohne Antibiotika und nur mit Schmerzmitteln wieder gesund. Die Studie „Sofortige versus bedarfsangepasste Antibiotikatherapie beim unkomplizierten Harnwegsinfekt (ICUTI)“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft über vier Jahre mit insgesamt 1,2 Mio. Euro unterstützt. Die Ergebnisse wurden am 23. Dezember 2015 in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ online veröffentlicht.

Originalpublikation: Ildikó Gágyor, Jutta Bleidorn, Michael M Kochen, Guido Schmiemann, Karl Wegscheider, Eva Hummers-Pradier. Ibuprofen versus fosfomycin for uncomplicated urinary tract infection in women: randomised controlled trial. doi: 10.1136/bmj.h6544

„Ziel der Studie war es zu prüfen, ob bei unkomplizierten Harnwegsinfekten die Beschwerden allein mit einem Schmerzmittel behandelt werden können, während die Infektion von selbst abheilt“, sagt Dr. Ildikó Gágyor, Leiterin der Studie, Institut für Allgemeinmedizin der UMG. „Damit wollten wir auch zu einem rationalen Einsatz von Antibiotika beitragen“, so Dr. Gágyor.
  • Hintergrund der Studie: Antibiotika werden bei wiederholter Anwendung gegen Krankheitserreger resistent. Auch bislang hilfreiche Antibiotika verlieren dann ihre Wirksamkeit. Um dem entgegenzuwirken, sollten Antibiotika nur verschrieben werden, wenn sie wirklich nötig sind.

DIE STUDIE

494 Patientinnen in 42 Hausarztpraxen in Norddeutschland nahmen von 2012 bis 2014 an der Studie teil. Berücksichtigt wurden ansonsten gesunde Frauen, die mit typischen Anzeichen eines Harnwegsinfekts wie Brennen beim Wasserlassen und/oder häufigem Wasserlassen ihren Hausarzt aufsuchten. Sie wurden per Zufall einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Eine Gruppe erhielt sofort ein Antibiotikum. Die andere Gruppe bekam ein Medikament, das Schmerzen lindert und die Entzündung hemmt. Die Frauen wurden gebeten, sich bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden wieder in der Praxis vorzustellen. Die Durchführung der Studie wurde durch das Institut für anwendungsorientierte Forschung und klinische Studien GmbH (IFS) Göttingen unterstützt.

ERGEBNISSE DER STUDIE

  • Insgesamt wurden zwei Drittel der Patientinnen, die mit einem Schmerzmittel behandelt wurden, ohne Antibiotikatherapie gesund. Bei einzelnen Frauen traten Nierenbeckenentzündungen auf. Dies war häufiger in der Gruppe, die nur mit Schmerzmitteln behandelt wurden, statistisch war dieser Unterschied jedoch nicht signifikant. In weiteren Forschungsprojekten wird nun untersucht, wie diese Frauen schon bei einer ersten Vorstellung erkannt und entsprechend behandelt werden können.
  • „Die Ergebnisse unserer Studie sind eine Grundlage, um mit Patientinnen bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zu überlegen, ob sie zunächst auf Antibiotika verzichten möchten“, sagt Dr. Jutta Bleidorn, Institut für Allgemeinmedizin der MHH. „Wir können belegen: Für sonst gesunde Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen ist die symptomatische Behandlung häufig ausreichend und das Risiko von Komplikationen gering.“
  • Für Prof. Dr. Eva Hummers-Pradier, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der UMG und Leiterin der klinischen Prüfung der ICUTI-Studie, könnte die Beratung von Patientinnen mit Harnwegsinfektionen auch noch anders aussehen: „Wie zum Beispiel in Großbritannien üblich, kann auch eine sogenannte „delayed prescription“ erwogen werden. Das heißt, Patientinnen erhalten ein Rezept für ein Antibiotikum, das sie einlösen können, falls sich die Beschwerden nicht bessern.“

AUSWIRKUNG AUF BISHERIGE LEITLINIEN?
Bislang empfehlen nationale und internationale Leitlinien für Ärzte zur Behandlung bei Diagnose „Blasenentzündung“ eine sofortige Gabe eines Antibiotikums. 
„Die Ergebnisse von ICUTI werden die Therapieempfehlungen in der Leitlinie zur Behandlung von Harnwegsinfektionen beeinflussen , die aktuell überarbeitet werden.

Die Studienergebnisse stärken die Rolle der nicht antibiotischen Therapiemöglichkeiten für die betroffenen Patientinnen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Guido Schmiemann, Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen und Mitglied der nationalen Leitliniengruppe Harnwegsinfektionen.

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten für angemessene medizinische Vorgehensweise bei bestimmten gesundheitlichen Problemen, wie z.B. auch die Therapie des Harnwegsinfektes.

Weitere Informationen zu den Leitlinien zur Therapie des Harnwegsinfektes: 

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/043-044.html)


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Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Allgemeinmedizin
Dr. Ildikó Gágyor
Telefon 0551 / 39-14226
igagyor@gwdg.de
Humboldtallee 38, 37075 Göttingen
www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/

Prof. Dr. Eva Hummers-Pradier
Telefon 0551 / 39-22638
eva.hummers-pradier@med.uni-goettingen.de

Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Allgemeinmedizin
Dr. Jutta Bleidorn
Telefon 0511 / 532 4997 oder 2744 (Sekretariat)
bleidorn.jutta@mh-hannover.de
Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover
Stefan Weller Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

TOP - Einladung: Lesestudie-Leseentwicklung für Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren http://www.lexi-studie.de

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren für kostenfreie Lesestudie der Freien Universität Berlin gesucht

Für eine Studie zur Leseentwicklung bei Kindern suchen Psychologen und Neurowissenschaftler der Freien Universität Kinder im Vorschulalter aus Berlin und Umgebung. Untersucht werden in der Studie – über einen Zeitraum von 15 Monaten - die Zusammenhänge zwischen Vererbung, Hirnaktivität und der Entstehung von Lese-und Rechtschreibschwächen. Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es, ein möglichst präzises Instrument zur Frühdiagnostik für jene Kinder entwickeln, die aufgrund familiärer Veranlagung gefährdet sind, eine Leseschwäche zu entwickeln. 
 
  • Das Projekt bietet Eltern kostenfrei die Möglichkeit, die Leseentwicklung ihres Kindes nachzuvollziehen. 
  • Teilnehmende Familien erhalten nach jeder Sitzung eine Aufwandsentschädigung in Form von Fahrgelderstattung und altersgerechten Geschenken für die Kinder. 
An dem Projekt beteiligt sind außerdem die Universitäten Lübeck, Salzburg und Aix-Marseille sowie das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Koordiniert wird es vom Arbeitsbereich für Allgemeine und Neurokognitive Psychologie der Freien Universität und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Im Verlauf der für die Teilnehmer kostenfreien Studie erhalten alle Kinder gegen Ende des ersten Schuljahres eine vollständige Lese- und Intelligenzdiagnostik.

Sollten Verzögerungen in der Entwicklung der Lesefähigkeit festgestellt werden, können Eltern auf dieser Basis bereits früh geeignete Maßnahmen zur Förderung des Kindes treffen. Für eine Teilnahme ist es unerheblich, ob in der Kindesfamilie bereits eine Leseschwäche vorliegt oder nicht.
Im Rahmen der Studie werden verschiedene moderne und etablierte Verfahren aus der Entwicklungspsychologie und den Neurowissenschaften eingesetzt, etwa die Magnetresonanztomografie (MRT). In den Vorgängerprojekten hat sich gezeigt, dass durch eine Studienteilnahme das kindliche Interesse an der Wissenschaft geweckt wird und die kleinen Forscher sich mit viel Freude beteiligen.

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Prof. Dr. Arthur Jacobs, Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie der Freien Universität Berlin und hauptverantwortlicher Projektleiter, steht für Interviews zum Thema Leseentwicklung bei Kindern zur Verfügung.

Dr. Nina Diezemann Freie Universität Berlin

Kontakt Studienteilnahme:

Projektteam Lexi-Studie, Freie Universität Berlin, Telefon: 030 / 838 58051, E-Mail: kontakt@lexi-studie.de


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Vorhofflimmerablation - elektrische Isolation der Pulmonalvenen: Zellödem + Zelluntergang = morphologischer Entkpunkt!

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Vorhofflimmerablation: Gap-AF Studie publiziert

Bei einer Katheterablation von Vorhofflimmern werden die Pulmonalvenen vom Herzvorhof elektrisch isoliert, um das Wiederauftreten von Vorhofflimmern zu verhindern. Eine vollständige Isolation durch lückenlos geschlossene Ablationslinien verhindert Vorhofflimmern wirkungsvoller als eine unvollständige mit lückenhaften Linien. Dies wurde bestätigt durch die vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) durchgeführte Gap-AF – AFNET 1 Studie, die erste kontrollierte klinische Studie, die die beiden Ablationsstrategien bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern direkt vergleicht. Im Januar 2016 wurde die Studie in der Zeitschrift Circulation: Arrhythmia and Electrophysiology publiziert. 
 
  • Die Katheterablation ist eine etablierte Behandlungsmethode bei Patienten mit paroxysmalem (anfallsartigem) Vorhofflimmern. 
  • Da elektrische Impulse aus den Pulmonalvenen Vorhofflimmern auslösen, wird bei der Ablation Herzgewebe verödet, um die Ursprungsorte der Rhythmusstörung vom Herzvorhof zu trennen und das Vorhofflimmern damit zu beseitigen. 
Bisher war unklar, ob die elektrische Isolation der Pulmonalvenen vollständig sein muss oder ob lückenhafte Ablationslinien für den Erfolg der Behandlung ausreichen.

In der Gap-AF Studie wurden deshalb die unterschiedlichen Ablationsstrategien miteinander verglichen.

Ziel der Gap-AF Studie war es, bei Patienten mit symptomatischem paroxysmalem Vorhofflimmern nachzuweisen, dass eine Katheterablation mit vollständiger elektrischer Isolierung der Pulmonalvenen zu weniger Rezidiven führt als eine Katheterablation, bei der absichtlich einzelne Leitungslücken von den Pulmonalvenen zum Herzvorhof belassen werden (unvollständige Pulmonalvenenisolation).

Die Studie wurde vom Kompetenznetz Vorhofflimmern unter der Leitung der Kardiologen Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck (Hamburg), Prof. Dr. Günter Breithardt (Münster) und Prof. Dr. Stephan Willems (Hamburg) an sieben Kliniken in Deutschland durchgeführt.

Insgesamt wurden 233 Patienten in die Studie eingeschlossen und nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Ablationsstrategien zugewiesen.

116 Patienten erhielten eine unvollständige und 117 eine vollständige Pulmonalvenenisolierung. 
  • Nach der Behandlung bekamen alle Patienten für drei Monate ein Telemetriegerät und waren angehalten mindestens einmal täglich ein EKG aufzuzeichnen – insbesondere dann, wenn sie Symptome verspürten, die ein Rezidiv des Vorhofflimmerns vermuten ließen – und an eine zentrale Auswertestelle zu übermitteln. 
Nach drei Monaten unterzogen sich die Patienten einer erneuten elektrophysiologischen Untersuchung zur Kontrolle.

Die Überlegenheit der Katheterablationsstrategie mit vollständiger elektrischer Isolierung der Pulmonalvenen konnte mit hoher statistischer Signifikanz nachgewiesen werden.

Rezidive innerhalb von drei Monaten wurden bei 71 Patienten mit vollständiger und bei 90 Patienten mit unvollständiger Pulmonalvenenisolierung nachgewiesen, was Ereignisfreiheitsraten von 37,8 Prozent bzw. 20,8 Prozent und somit einer Differenz von 17,1 Prozent (mit einem 95 Prozent-Konfidenzintervall von 5,3 Prozent bis 28,9 Prozent, p < 0,001) zugunsten der vollständigen Pulmonalvenenisolierung entsprach.

  • Im Rahmen der elektrophysiologischen Kontrolluntersuchung nach drei Monaten wurden allerdings bei 70 Prozent der Patienten mit anfänglich vollständiger Pulmonalvenenisolierung Leitungslücken nachgewiesen. 
Die Wissenschaftler der Gap-AF Studie schließen daraus, dass der funktionelle Nachweis einer vollständigen Pulmonalvenenisolierung für die erfolgreiche Katheterablation von Vorhofflimmern nicht ausschlaggebend ist.

Prof. Kuck erklärt: „Bei Vorliegen einer akuten Pulmonalvenenisolierung kann nicht unterschieden werden zwischen Zellödem und Zelluntergang. 
  • Im ersteren Fall erholt sich die Zelle wieder und Erregungsleitung tritt wieder auf! 
Daher ist anstelle des funktionellen Endpunktes der Pulmonalvenenisolierung ein morphologischer Endpunkt notwendig, die sogenannte transmurale Läsion, die den Zelluntergang dokumentiert.“

Registrierung:

Die Studie ist registriert unter NCT00293943 

(https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00293943)


Publikation:
Kuck KH et al. Impact of complete versus incomplete circumferential lines around the pulmonary veins during catheter ablation of paroxysmal atrial fibrillation: Results from the Gap-AF – AFNET 1 trial. Circ Arrhythm Electrophysiol 2016.
doi: 10.1161/CIRCEP.115.003337

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler und Ärzte aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die Behandlung und Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern in Deutschland und Europa durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte klinische Studien (investigator initiated trials = IIT) und Register auf nationaler und internationaler Ebene durch. Der Verein ist aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern hervorgegangen. Seit Januar 2015 werden einzelne Projekte und Infrastrukturen des AFNET vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) gefördert.

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Immundiagnostika: Mit Antikörpern Tumore schnell erkennen

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Mit Antikörpern Tumore schnell erkennen

Antikörper bekämpfen Viren und Bakterien. Sie heften sich auch an Krebszellen – in einer typischen, charakteristischen Weise. Fraunhofer-Wissenschaftler nutzen diese Eigenschaft, um Krebszellen in Gewebeproben nachzuweisen. 

Solche Schnelltests können Chirurgen bereits während der Operation anwenden – innerhalb weniger Minuten und ohne teures Gerät. 

Schon eine Handykamera reicht aus, um Gewebeproben auf Tumorzellen zu prüfen.
Schon eine Handykamera reicht aus, um Gewebeproben auf Tumorzellen zu prüfen.
Foto: Fraunhofer IAP
 
Der Tumor leuchtet hell auf der bläulich-schimmernden MRT-Aufnahme. 

  • Das Geschwür ist lokalisiert. Mit dieser Information geht der Chirurg an die Arbeit. Jetzt muss er sich auf seine Augen verlassen. Die Kunst ist es, nicht zu viel wegzuschneiden und das kranke Gewebe komplett zu entfernen. 

»Tumore bei Gewebeschnitten exakt zu lokalisieren, ist nicht einfach.

Im Kern des Krebsgeschwürs ist es einfach, krankes von gesundem Gewebe zu unterscheiden, an den Rändern dagegen nicht: 

Tumore breiten sich asymmetrisch aus«, sagt Dr. Joachim Storsberg vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm.

Ein speziell ausgebildeter Fachmann, der Histologe, untersucht die bei der Operation herausgeschnittenen Gewebeproben mit hochauflösenden Mikroskopen. Er identifiziert für Krebszellen charakteristische Strukturen und signalisiert dem Chirurgen, ob noch Geschwüre enthalten sind oder nicht. 
Das kann mehrere Tage dauern.

Tests während der Operation

Das IAP hat einen polymerbasierten Schnelltest entwickelt, der in einem Gewebeschnitt Tumorzellen visuell mit einem einfachen Mikroskop von gesunden Zellen unterscheidet.

Chirurgen können den Test noch im OP-Saal anwenden. Das spart Zeit und Kosten. »Untersuchungen haben gezeigt, dass auf Tumorzellen Rezeptoren sitzen, an denen bestimmte, speziell gezüchtete Antikörper anhaften – zum Beispiel Östrogen-Antikörper an Brust-Karzinomen.

Mit Hilfe dieser ›Immundiagnostika‹ ist der Chirurg innerhalb weniger Minuten in der Lage nachzuprüfen, ob alles kranke Gewebe entfernt wurde«, erklärt Storsberg den Mehrwert des neuen Tests.

 »Einmal auf die Gewebeprobe gesetzt, machen sich die Antikörper eigenständig auf die Suche nach ihrem Gegenpart – die für sie typischen Rezeptoren.«

Nachdem der Chirurg die Antikörper auf die Gewebeprobe aufgetragen hat, gibt er eine farbige Wasserlösung hinzu, mit der einzelne Enzyme des Antikörpers oxidieren. Die Farbe der Lösung ändert sich: An den Gewebestellen, an denen das geschieht, befindet sich krankes Gewebe. »Der Test ist sehr vielseitig: Je nach Tumorart können verschiedene Antikörper verwendet oder kombiniert werden«, erklärt Storsbergs Kollege Dr. Christian Schmidt. Zur Sicherheit färbt ein Gegentest im nächsten Schritt die gesunden Zellen charakteristisch ein. Sobald beide Tests keine Tumorzellen mehr detektieren, kann der Chirurg die Operation abschließen: Er hat alle kranken Zellen herausgeschnitten.

Smartphone oder einfaches Mikroskop

Die Wissenschaftler arbeiten daran, die farblichen Kontraste zwischen gesunden und kranken Gewebezellen noch deutlicher sichtbar zu machen. Diese Arbeiten werden im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Krebs kostet die EU über 120 Milliarden Euro

  • Laut Statistischem Bundesamt erlagen 25 Prozent aller im Jahr 2013 in Deutschland gestorbenen Personen einem Krebsleiden. Tumore bleiben mit über 223 000 Sterbefällen nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Die Krankheit kostete die Europäische Union (EU) im Jahr 2009 insgesamt 126 Milliarden Euro. Das hatten Wissenschaftler der University of Oxford und des King‘s College London 2013 herausgefunden. 

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Einladung zur Studie: Den plötzlichen Herztod vermeiden - hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Medizin am Abend Berlin Fazit:

Mit dem Ziel, das Risiko für einen plötzlichen Herztod besser abschätzen zu können, untersucht eine groß angelegte, internationale Studie Patienten, die unter einem verdickten Herzmuskel leiden. Bei jungen Menschen ist diese Erkrankung, die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie, eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod. Für die von den National Instituts of Health (NIH) finanzierte Studie haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen in Deutschland übernommen.

  • Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)  ist eine genetisch bedingte Verdickung der Muskulatur der linken Herzkammer und bei jungen Menschen eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod. 
Die Erkrankung ist nicht selten:

Einer von 500 Menschen besitzt Erbanlagen für eine krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels.

Allerdings erleiden nur zwei bis drei Prozent der Patienten wirklich einen plötzlichen Herztod. Dennoch besteht ein Risiko, das nur schwer einzuschätzen ist: „Das Gefährdungspotenzial lässt sich nicht ausschließlich am Grad der Verdickung des Herzmuskels messen“, sagt Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger, Leiterin der Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des MDC. „Auch HCM-Patienten ohne sichtbare Verdickung sind gefährdet. Es spielen nicht nur die Erbanlagen sondern auch weitere bislang noch unbekannte Faktoren eine Rolle.“

Welche Ursachen das sind und wie sie genau zusammenspielen, soll nun die Studie klären.

Mit Hilfe genetischer Tests, Blutuntersuchungen sowie moderner bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) wird nach aussagekräftigen Risikofaktoren gefahndet.

Insgesamt sind 42 Forschungsstandorte in den USA, Großbritannien, Kanada und Europa beteiligt.

Das Team von Prof. Schulz-Menger, das im Bereich der Kardio-MRT auch mit dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch kooperiert, gehört mit ihrem Team zu den drei an der Studie beteiligten deutschen Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise. „Dies ist die bislang größte und wichtigste Studie zur hypertrophen Kardiomyopathie, die die Therapie und Prognose von HCM-Patienten in Zukunft deutlich verbessern wird“, sagt Prof. Schulz-Menger.

 „Unser Ziel ist es, mit der Kombination verschiedenster Verfahren, Patienten mit hohem Risiko für den plötzlichen Herztod zu erkennen, um diese in Zukunft besser und beraten und behandeln zu können – und so das individuelle Risiko für plötzlichen Herztod zu minimieren.“

Es werden noch Studienteilnehmer gesucht:

Interessierte Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit bestätigter hypertropher Kardiomyopathie (HCM) oder Verdacht auf HCM können sich jederzeit unter der Telefonnummer +49 30 450 540 625 (Anrufbeantworter) oder per Mail unter simone.fritschi@charite.de melden und an der Studie teilnehmen. 

Weitere Informationen zur Studienteilnahme und Ansprechpartnern hier.



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Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger
Experimental and Clinical Research Center (ECRC) – Kardiologie
Campus Berlin Buch
t: +49 30 450 553 749/ 940153536

Innere Uhr macht Fit - Ihre Schlaf- und Wachphasen tagesrhythmische oder zirkadiane Uhr

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Innere Uhr macht fit: Gerät der interne Taktgeber durcheinander, büßen Mäuse an biol. Fitness ein

Alle Lebewesen haben eine innere Uhr, die Schlaf- und Wachphasen steuert und sich dabei vor allem an Tag und Nacht orientiert. Solche internen Taktgeber sind Voraussetzung für eine Abstimmung der Lebensabläufe mit der Umwelt. Mäuse, deren innerer Rhythmus durch eine Genmutation verändert ist, haben weniger Nachkommen und eine geringere Lebenserwartung als ihre Artgenossen, die einem 24-Stunden-Tag folgen. Dies fand ein Team von Wissenschaftlern mit Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und der Princeton Universität heraus. Die Forscher belegen damit, dass ein Abweichen der inneren Uhr vom natürlichen Rhythmus einen direkten Einfluss auf die biologische Fitness hat. 
 
Die tagesrhythmische oder zirkadiane Uhr entwickelte sich, um tägliche Ereignisse vorauszusehen.

Das Sonnenlicht bringt den inneren Zeitmesser mit dem 24-Stunden Rhythmus einer Erdumdrehung in Einklang. 

Eine grundlegende Frage ist jedoch, ob die Gangart dieser inneren Uhr die Lebensdauer und die Fortpflanzung von Lebewesen beeinflusst.


Mäusehaltung im Freiland
 Mäusehaltung im Freiland Kamiel Spoelstra

Genmutationen können die innere Uhr so stark stören, dass sie nicht mehr mit dem Tag-/Nacht-Zyklus synchronisiert werden kann. Auch bei Mäusen gibt es eine solche Mutation namens tau, die eine Veränderung des Tagesrhythmus bewirkt: Bei diesen Mäusen ist der Tag ungefähr um zwei Stunden kürzer.

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und Radolfzell haben nun zusammen mit Kollegen aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden die biologische Fitness von Mäusen mit abweichenden zirkadianen Rhythmen untersucht. Die Tiere wurden für über ein Jahr in einer großen Außenanlage gehalten, wo sie auch ihren natürlichen Raubfeinden ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler teilten die insgesamt 238 Mäuse in sechs identisch zusammengesetzte Gruppen auf. Jede der Gruppen bestand aus den gleichen Anteilen von Mäusen ohne Mutation, Mäusen mit einer Kopie der Mutation und Mäusen mit zwei Kopien der Mutation. Jede Maus bekam einen Transponder unter die Haut implantiert, mit dessen Hilfe die Zeiten ihres Besuchs der Futterstation aufgezeichnet wurden. So konnte der tägliche Aktivitätsrhythmus der Tiere gut ermittelt werden.

Über ein Jahr lang verfolgten die Wissenschaftler die Entwicklung von sechs Mäusegruppen in einem Freigehege.

Über ein Jahr lang verfolgten die Wissenschaftler die Entwicklung von sechs Mäusegruppen in einem Freigehege.
Kamiel Spoelstra

Mäuse mit der Mutation zeigten veränderte Aktivitätsrhythmen. Mäuse ohne die Mutation lebten länger und zeugten mehr Nachkommen als Mäuse, deren Rhythmus durch die Mutation verändert war. Als Folge dieses Effekts verringerte sich die Häufigkeit des Gendefekts im Laufe eines Jahres um mehr als die Hälfte: Hatten am Anfang der Studie noch 50 Prozent der Individuen die Mutation, waren es am Ende des Experiments nach 14 Monaten nur mehr 20 Prozent.

Für die Wissenschaftler deutet dies darauf hin, dass sich Träger der tau-Mutation in einer natürlichen Umwelt nicht durchsetzen können und ausselektiert werden.

“Unsere Ergebnisse zeigen erstmals die grundlegende Bedeutung der zirkadianen Uhr für die Fitness von Individuen“, fasst Michaela Hau, Leiterin der Studie zusammen. 

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Prof. Dr. Michaela Hau
Max-Planck-Institut für Ornithologie
Abteilung Evolutionäre Physiologie
Tel. +49 (0) 8157 932-273
E-Mail: mhau@orn.mpg.de

Dr. Kamiel Spoelstra
Netherlands Institute for Ecology, Wageningen
Department of Animal Ecology
Tel. +31 (0)317 473 453
E-Mail: K.Spoelstra@nioo.knaw.nl

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.pnas.org/content/early/2015/12/28/1516442113.full.pdf
http://www.mpg.de/9814533/innere-uhr-fitness

360° TOP-Thema: DMP Chronische Herzinsuffizienz - TTE + TEE - Herzecho

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Leitlinien decken nicht alle Versorgungsaspekte ab

IQWiG identifiziert Empfehlungen für mögliches neues DMP / Neue europäische Leitlinie für Mai 2016 angekündigt 

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Der Schnee am Sonntag, heute Morgen.....!

Vor dem Schneeschaufeln zum Arzt - Die Kombination von Kälte und Anstrengung kann zu gesundheitlichen Problemen führen

Schneeschippen ist anstrengender, als es aussieht: Vor allem älteren Menschen und Herzpatienten setzen kalte Luft und Anstrengung zu. Darauf weist das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" in seiner aktuellen Ausgabe hin. Denn das Herz pumpe dann schneller und brauche mehr Kraft, um das Blut durch die bei Kälte engeren Adern zu treiben. Aufpassen müssten zudem Menschen mit Asthma, da Anstrengung und kalte Luft Anfälle auslösen könnten. Daher empfehle es sich, zunächst den Arzt zu fragen, wie viel man sich beim Schneeschaufeln zumuten darf. Grundsätzlich gilt dem Bericht zufolge fürs Schneeschippen ähnlich wie für sportliche Aktivitäten: keine Kaltstarts vom Sofa aus, sondern erst einmal warm machen.

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 15. Januar 2016 die Ergebnisse einer Recherche evidenzbasierter Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz vorgelegt.

Ziel des Berichts ist es, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Empfehlungen zu identifizieren, die für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) Chronische Herzinsuffizienz von Bedeutung sein könnten.

Demnach sind die Empfehlungen inhaltlich weitgehend konsistent, decken aber nicht alle Versorgungsaspekte ab. Wichtige zusätzliche Informationen könnte eine neue Europäische Leitlinie beinhalten, die im Frühjahr 2016 publiziert werden soll.

Insgesamt 22 Leitlinien einbezogen

Die insgesamt 22 Leitlinien, die das IQWiG einbeziehen und auswerten konnte, thematisieren ein breites Spektrum von Versorgungsaspekten. 
  • Das betrifft neben der Diagnostik und den nichtmedikamentösen Behandlungen, zu denen Lebensstiländerungen gehören, die medikamentösen und interventionellen Therapien in Form von kardialer Resynchronisation oder implantierbaren Defibrillatoren
  • Aber auch das Monitoring, die Patientenschulung sowie die palliativer Betreuung von Patienten im Endstadium oder die Situation in der Schwangerschaft werden durch Empfehlungen abgedeckt.
  • Des Weiteren konnten Empfehlungen zur Rechtsherzinsuffizienz oder zum pflegerischen Management von Bewohnern mit Herzinsuffizienz in Pflegeeinrichtungen identifiziert werden. Inhaltlich sind die Empfehlungen dabei weitgehend konsistent, d. h. sie widersprechen sich nicht.
Bei bestimmten Begleiterkrankungen gibt es Lücken

Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz haben sehr häufig weitere Erkrankungen, die ebenfalls behandlungsbedürftig sind.

Deshalb erstaunt, dass ausgerechnet für einige häufig auftretende Begleiterkrankungen wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Empfehlungen in den Leitlinien fehlen. Und auch die Versorgung von multimorbiden Patienten oder die Polypharmazie, also die gleichzeitige Gabe verschiedener Medikamente, werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Chronische und akute Phasen wechseln sich ab

Während sich die chronische Herzinsuffizienz über einen längeren Zeitraum entwickelt, tritt die akute Herzinsuffizienz plötzlich, etwa durch einen massiven Herzinfarkt auf. Typisch für die Erkrankung ist, dass sich diese Stadien verändern und abwechseln.

Das impliziert, dass Patienten im chronischen Stadium ambulant betreut werden, bei einer akuten, meist lebensbedrohlichen Verschlechterung (Dekompensation) aber stationär, und, sobald die akute Situation überwunden ist, wiederum ambulant.
Versorgungskontinuum wird in Leitlinien unzureichend abgebildet

In den Leitlinien werden akute und chronische Phase jedoch getrennt dargestellt. 

Der Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) an das IQWiG beschränkte sich ausdrücklich auf Leitlinien zur chronischen Herzinsuffizienz. Insofern sind die erkrankungstypisch relativ häufigen Übergänge zwischen den Sektoren ambulant und stationär teilweise nur unzureichend abgebildet.

Informationen aus Leitlinien allein werden deshalb wahrscheinlich nicht ausreichen, optimale Versorgungspfade für ein DMP zu definieren. Um die Anforderungen an das künftige DMP zu formulieren, wird der G -BA deshalb unter Umständen weitere Informationsquellen heranziehen.

Voraussichtlich im Mai 2016 wird die europäische Fachgesellschaft der Kardiologen eine aktualisierte Leitlinie publizieren. Expertinnen und Experten erwarten sich hiervon maßgebliche Informationen, die in das DMP einfließen könnten. Das betrifft insbesondere die kardiale Resynchronisation und die Therapie von Herzinsuffizienzpatienten mit Schlafapnoe.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG im Juli 2015 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht im November 2015 an den Auftraggeber versandt. Die eingereichten schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen erstellt.

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Sehreize im Gehirn: Das Zwischenhirn + Optische Reize > Grosshirn mit Zusatzinformationen

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Wie unser Zwischenhirn optische Reize mit Zusatzinformationen versorgt

Das Zwischenhirn leitet nicht nur – wie bislang angenommen – optische Reize an das Grosshirn weiter, sondern sendet auch Zusatzinformationen. Diese sind essenziell, um das Gesehene richtig einordnen und angemessen reagieren zu können. Prof. Sonja Hofer und ihr Forschungsteam am Biozentrum der Universität Basel erforschen die Verarbeitung von Sehreizen im Gehirn und wie Kontextinformationen übermittelt werden. Ihre neusten Forschungsergebnisse wurden nun im Fachjournal «Nature Neuroscience» veröffentlicht. 

 https://idw-online.de/de/newsimage?id=269716&size=screen
 Kontext ist essenziell: Die Personen auf dem Bild sind gleich gross, erscheinen aber mit zunehmender Entfernung grösser. Universität Basel, Sonja Hofer

  • Sobald wir morgens die Augen aufschlagen, wird unser Gehirn mit optischen Reizen überflutet. 
  • Dabei werden diese zunächst zum sogenannten Zwischenhirn und anschließend zur Sehrinde weitergeleitet. 
  • Die Sehrinde, der größte Teil des menschlichen Gehirns, ist dafür zuständig, die optischen Reize zu verarbeiten. 
Das optische Zwischenhirn wurde bislang vor allem als Transferstation zwischen Auge und Cortex angesehen. Die Forschungsgruppe von Prof. Sonja Hofer am Biozentrum der Universität Basel hat nun im Mausmodell herausgefunden, dass ein spezieller Bereich des Zwischenhirns, das  sogenannte Pulvinar, die Sehrinde mit zusätzlichen, nicht-optischen Informationen versorgt.

Zusatzinformationen sind essentiell für den Sehprozess

Was wir sehen, hängt nicht nur von den Signalen ab, die das Auge ans Gehirn schickt, sondern sehr stark auch vom Kontext, in dem ein optischer Reiz erscheint, sowie von unserem Vorwissen und unseren Erwartungen. 

Am Beispiel der optischen Täuschung (vgl. Bild) zeigt sich, wie stark nicht-optische Kontextinformationen auf unsere Wahrnehmung wirken können.  

Die Sehrinde erhält diese Zusatzinformationen von anderen Gehirnregionen und benutzt sie, um optische Reize richtig einordnen und interpretieren zu können. 

Die Wissenschaftler haben erstmals die Informationen gemessen, die das Zwischenhirn an die Sehrinde sendet, und gezeigt, dass das Pulvinar nicht nur optische Reize weiterleitet, sondern eine der Gehirnregionen ist, die Zusatzinformationen über den Kontext dieser Reize übermittelt.

Bewegungen in der Umwelt werden effektiv wahrgenommen

Darüber hinaus ist es den Forschern gelungen, diese Zusatzinformationen genauer zu identifizieren. Es handelt sich unter anderem um Signale über plötzliche, unerwartet auftretende Bewegungen in der Umwelt, die nicht durch die Bewegung des Lebewesens selbst ausgelöst wurden.

«Solche optischen Reize, die das Gehirn nicht vorherbestimmen kann, können besonders wichtig sein, wie ein plötzlich auftauchendes Auto, oder im Falle der Maus vielleicht ein sich näherndes Raubtier.

Solche Reize können mit Hilfe des Pulvinars vermutlich besonders effektiv wahrgenommen werden», sagt Dr. Morgane Roth, eine der Autoren der Studie.

Obwohl das Pulvinar im menschlichen Gehirn den größten Teil des Zwischenhirns darstellt, ist seine Funktion noch weitgehend ungeklärt.

Mit dieser Studie konnte die Forschungsgruppe die Arbeitsweise dieses mysteriösen Teils des Gehirns um einen weiteren Schritt aufklären. 
  • Zudem ist bekannt, dass die Sehrinde wiederum Signale an das Pulvinar zurücksendet, so dass die Informationen wie in einer Schleife hin und her strömen. 
Weshalb das so ist, ist aber vollkommen unklar. Das Team von Hofer plant nun, diese Informationsschleifen zwischen Sehrinde und Pulvinar genauer zu untersuchen und zu klären, wie Signale aus dem Pulvinar die Wahrnehmungen und das Handeln eines Lebewesens beeinflussen.


Originalartikel

Morgane M. Roth, Johannes C. Dahmen, Dylan R. Muir, Fabia Imhof, Francisco J. Martini, Sonja B. Hofer
Thalamic nuclei convey diverse contextual information to layer 1 of visual cortex.
Nature Neuroscience (2015) | doi:10.1038/nn.4197

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Heike Sacher
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Pharmakologische Werkzeuge: Hormone + Neurotransmitter + G-Protein-gekoppelte Rezeptoren

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Wie gestörte Zellkommunikation zu Krankheiten führt

Forscher an der Universität Bonn untersuchen die Kommunikation von lebenden Zellen. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, wie wirksam mit pharmakologischen Werkzeugen eingegriffen werden kann, wenn die Signalketten zwischen den Zellen gestört sind. Im Fokus des Teams stehen so genannte G-Proteine, die auch ein wichtiger Ansatzpunkt für die Entwicklung neuartiger Therapien sind. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die neue Forschergruppe in den nächsten drei Jahren mit 3,1 Millionen Euro. 
 
Die Wissenschaftler der Universität Bonn, des Universitätsklinikums Bonn, des Life & Brain Centers und der TU Darmstadt wollen gemeinsam pharmakologische Werkzeuge entwickeln und einsetzen, um zu verstehen, auf welche Weise lebende Zellen miteinander kommunizieren.

Schwarze Hautkrebszellen: Die bösartigen Zellen teilen sich stark.
Schwarze Hautkrebszellen: Die bösartigen Zellen teilen sich stark. © Foto: Evelyn Gaffal/Thomas Tüting/UKB
„Bei vielen Erkrankungen, zum Beispiel Krebs, ist diese zelluläre Kommunikation gestört“, sagt die Sprecherin der neuen DFG-Forschergruppe, Prof. Dr. Evi Kostenis vom Institut für pharmazeutische Biologie der Universität Bonn.
  • Zellen benutzen chemische Botenstoffe, wie zum Beispiel Hormone und Neurotransmitter, die auf Sensoren in der Zellmembran treffen und eine Reaktion der Zellen einleiten. 
Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die über G-Proteine chemische Signale an das Zellinnere weitergeben.

 „Genau diese G-Proteine wollen wir als Informationsübermittler pharmakologisch manipulieren“, sagt der stellvertretende Sprecher der Initiative, Prof. Dr. Klaus Mohr vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn.

Bislang standen die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren im Zentrum von Arzneimittelentwicklungen.

Aber bei Lungenerkrankungen sowie bestimmten Schmerz- und Krebsformen kann dieses Konzept versagen, weil bei diesen Krankheiten gewöhnlich eine Vielzahl verschiedener Rezeptoren beteiligt ist.

Mit einem Fokus auf G-Proteine ließe sich jedoch die krankhaft veränderte Rezeptorkommunikation konzertiert ausschalten. Genau auf diese G-Proteine, die erste Instanz in der Signalkette direkt unterhalb der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, richtet die Forschergruppe ihren Blick.

Die Wissenschaftler möchten zum einen die G-Proteine im Krankheitsgeschehen besser verstehen und sie gleichzeitig als neuen Ansatzpunkt für neuartige Therapien erforschen. „Derzeit stehen fast keine G-Protein-Blocker zur Verfügung“, sagt Prof. Kostenis. 
  • Mit geeigneten Hemmstoffen ließen sich jedoch absehbar Störsignale in der Kommunikation besser unterbinden. Dieses therapeutische Prinzip sollte sich nicht nur auf Krebserkrankungen, sondern auch auf Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktive Bronchitis anwenden lassen.

Aktuelle Studie in „Nature Communications“

Dass G-Proteine als Signalvermittler in der Tat ein vielversprechender Ansatzpunkt für pharmakologische Behandlungsverfahren sind, zeigte ein internationales Forscherteam unter Leitung von Prof. Kostenis, Prof. Dr. Thomas Tüting, und Prof. Dr. Gabriele König in einer aktuellen Studie, die kürzlich in „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Für den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) entwickelte die Wissenschaftlergruppe eine neue therapeutische Strategie: Hemmung verschiedener G-Proteine zur effektiven Unterdrückung von Wachstum, Stoffwechsel und Beweglichkeit der entarteten Zellen.

Durch die Zugabe des G-Protein-Hemmstoffs wird das Wachstum der Krebszellen gestoppt.
Durch die Zugabe des G-Protein-Hemmstoffs wird das Wachstum der Krebszellen gestoppt.
© Foto: Evelyn Gaffal/Thomas Tüting/UKB

Publikation: The experimental power of FR900359 to study Gq-regulated biological processes, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms10156

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Johannes Seiler Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn