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Schwangerschaftsabbruch - Anonyme Online-Fragebogen Einladung

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:  

 

Alle Betroffenen sind herzlich eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

Psychisches Erleben eines Schwangerschaftsabbruchs – Forschungsprojekt gestartet

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden bitten betroffene Frauen um anonymes Ausfüllen eines Online-Fragebogens.

Fast 100.000 Schwangerschaftsabbrüche wurden in Deutschland im Jahr 2014 durchgeführt, die allermeisten davon vor Vollendung der 12. Schwangerschaftswoche. Ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist nach dem §218 des Strafgesetzbuchs straffrei, wenn die Schwangere eine Schwangerschaftskonfliktberatung besucht hat, eine dreitägige Bedenkzeit eingehalten wurde und der Eingriff von einem Arzt vorgenommen wurde. 

 
Die Gründe für einen Abbruch können sehr vielfältig sein: Eine ungewollt zustande gekommene Schwangerschaft, ein junges Alter der werdenden Mutter, eine noch ungefestigte Partnerschaft, die eigene berufliche Entwicklung, finanzielle Sorgen oder auch eine bereits abgeschlossene Familienplanung.

Die bewusste Entscheidung gegen ein werdendes Kind ist für viele Frauen eine große Herausforderung und kann für viele eine sehr starke psychische Belastung darstellen.

Darüber zu sprechen, fällt den Betroffenen häufig sehr schwer. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist vielfach noch tabuisiert.

Daher gibt es nur wenige psychosoziale Studien, die sich diesem Thema wissenschaftlich widmen und fundierte Erkenntnisse über die Verarbeitung eines Schwangerschaftsabbruchs in den ersten 12 Schwangerschaftswochen liefern.


Die Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Dresden hat deshalb ein Forschungsprojekt begonnen, das mit etablierten Fragebogen das Erleben einer Schwangerschaftskonfliktberatung bzw. eines Schwangerschaftsabbruchs untersucht.

Alle Betroffenen sind herzlich eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

Die kurze anonyme Online-Umfrage, die sich auf einem sicheren Server TU Dresden befindet, erreicht man unter http://bit.ly/1FTAOTB


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:

Prof. Dr. Hendrik Berth
Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Tel.: 0351 4584099
E-Mail: hendrik.berth@uniklinikum-dresden.de
Konrad Kästner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


Blickpunkt Psyche" / Wird Deutschland seelisch immer kränker?

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:  BKK Gesundheitsatlas 2015 "Blickpunkt Psyche" / Wird Deutschland seelisch immer kränker?


Die Daten von 4,3 Millionen beschäftigten BKK Versicherten zeigen: Rund 15 Prozent aller Krankentage mit ärztlichem Attest gehen auf psychische Erkrankungen zurück. Seelische Leiden sind meist sehr langwierig. Im Schnitt dauern Krankschreibungen deswegen mit 40 Krankentagen je Fall sehr lange. Affektive Störungen, zu denen Depressionen zählen, machen einen Großteil psychischer Diagnosen aus: Die Ausfallzeit ist hierbei im Schnitt sogar 58 Tage je Fall.

Nehmen Psychische Erkrankungen zwangsläufig immer weiter zu?
Krankentage wegen seelischer Leiden haben sich gegenüber 2003 mehr als verdoppelt. Die Falldauer bei Krankschreibungen ist in zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen. Empirische Studien zeigen allerdings keine wesentliche Zunahme psychischer Störungen. Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes dazu: "Eine der Erklärungen hierfür ist, dass die Menschen ihr psychisches Leiden akzeptieren und Hilfen im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen. Entsprechend häufiger werden Beschäftigte wegen sogenannter F-Diagnosen krankgeschrieben. Die heutzutage umfangreicheren Kenntnisse psychischer Krankheitsbilder bei Allgemeinmedizinern und Hausärzten tragen ebenfalls zum Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme bei. Noch vor 10, 15 Jahren wurden Patienten mit Symptomen, die auf ein psychisches Leiden hindeuten, viel häufiger unspezifische körperliche Beschwerden attestiert."

Mehr attestierte psychische Leiden, keine "neue Epidemie" 

Epidemiologische Daten haben teilweise andere Ergebnisse als die Krankschreibungsdaten. Insgesamt zeigen die epidemiologischen Daten auf Bevölkerungsebene keine generelle Zunahme psychischer Störungen seit Ende der 1990er Jahre. Dazu Prof. Frank Jacobi von der Psychologischen Hochschule Berlin: "Die Diagnoseraten haben sich den wahren Prävalenzen über die letzten Jahre angenähert, sie scheinbar sogar überholt - insbesondere bei Depressionen.
Möglicherweise haben wir es also auch mit einer Überdiagnostizierung zu tun. Eine Diagnose wird häufig unspezifiziert oder bei nur leicht beeinträchtigten Personen gestellt, um überhaupt eine Unterstützung anbieten zu können. Der Trend der kontinuierlichen Zunahme von Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme könnte aber auch dazu führen, dass sich Menschen zu schnell als behandlungsbedürftig erleben und auch bei 'normalen', vorübergehenden psychischen Belastungen das Hilfesystem aufsuchen." Auch die fortschreitende Digitalisierung spielt eine Rolle; Jacobi weiter: "Per Computer erfasste Krankheitsdaten bleiben in den Krankenakten von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen oder Rentenversicherern. Wer einmal die Diagnose Angsterkrankung, Depression oder Persönlichkeitsstörung erhalten hat, den wird diese Diagnose 'verfolgen'. Somit werden aktuell Personen mit psychischen Erkrankungen z. T. systematisch überschätzt - bei psychischen Störungen von einer 'Epidemie des 21. Jahrhunderts' zu sprechen wäre folglich übermäßig dramatisierend."

Große regionale Unterschiede 

In den BKK Abrechnungsdaten zeigen sich große regionale Unterschiede bei den psychischen Diagnosen. So werden Depressionen insbesondere in Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) häufiger diagnostiziert als im Norden oder Osten Deutschlands. In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München werden mehr seelische Leiden attestiert als in ländlichen Gegenden.
Detailanalysen von Depressionen und des Burn-out-Syndroms zeigen deutliche Unterschiede: Diagnoseraten, Krankschreibungen sowie Antidepressiva-Verordnungen sind nicht überall in Deutschland gleich verteilt, es werden Schwankungsbreiten bis zum 43fachen des höchsten Werts gegenüber dem niedrigsten berichtet.

Im Detail: Lediglich 0,3 Prozent der BKK Versicherten im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) bekamen eine Burn-out-Diagnose, attestiert, während dieser Anteil im Kreis Ansbach (Bayern) bei 3,4 Prozent liegt. Gleiches gilt für die Verordnung von Antidepressiva: Im Kreis Meißen (Sachsen) liegt der Anteil der BKK Versicherten, die ein Antidepressivum erhalten, bei 4,4 Prozent. Im Kreis Straubing (Bayern) ist der Wert mit 11,5 Prozent mehr als doppelt so hoch.
Diese Schwankungsbreiten können nicht allein durch tatsächliche unterschiedliche Erkrankungshäufigkeiten in den Regionen erklärt werden. Vielmehr ist ein Zusammenhang mit Regionalindikatoren wie der Ärztedichte (Nervenarzt, Hausarzt, Psychiater, Psychotherapeut) nachweisbar.
Der nun als Buch vorliegende BKK Gesundheitsatlas 2015 "Blickpunkt Psyche" legt den Fokus auf psychische Erkrankungen, insbesondere den Depressionen und dem Burn-Out-Syndrom. Bei den Gastautoren kann nachgelesen werden, wie der aktuelle Stand des Diskurses zur Entwicklung seelischer Krankheiten, zu möglichen Ursachen und präventiver Herangehensweise zur Vermeidung von psychischen Leiden ist.

Bestellt werden kann der BKK Gesundheitsatlas unter:  

shop@mwv-berlin.de

Krankenstand: Prozentualer Anteil der Krankgeschriebenen je Kalendertag. Für das Jahr 2014 wird dieser wie folgt ermittelt: 17,1 Krankentage je beschäftigtes Pflichtmitglied ÷ 365 Tage x 100 = 4,68 Prozent.

Krankheitsfall/Falldauer: Im Jahr 2014 dauerte ein Krankheitsfall im Durchschnitt 12,9 Tage.

Krankengeldfall: Es handelt sich hier in der Regel um AU-Fälle mit einer Dauer von mehr als 42 Kalendertagen.

Der BKK Dachverband vertritt 87 Betriebskrankenkassen und vier BKK Landesverbände. Sie repräsentieren rund zehn Millionen Versicherte.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

BKK Dachverband e.V.
Mauerstraße 85
10117 Berlin


Christine Richter
TEL (030) 2700406-301
FAX (030) 2700406-222
christine.richter@bkk-dv.de

Speiseröhrenkrebs: Der zehnstündige Eingriff

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Ostdeutsche Premiere für „Da Vinci“-OP-Roboter in Dresdner Uniklinikum

 

Erstmals in Ostdeutschland setzte die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden das „Da Vinci“-OP-System bei der Behandlung eines Patienten ein, der unter Speiseröhrenkrebs litt. Der zehnstündige Eingriff verlief optimal – der Patient hat sich inzwischen gut von der schweren OP erholt. Auch weil der Tumor in einem sehr frühen Stadium operiert werden konnte, gilt der 74-jährige Dresdner als geheilt und braucht sich keiner Folgebehandlung wie einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen. 


Prof. Jürgen Weitz (rechts) erklärt seinem Patienten Günter Dickow am Computer den Verlauf der Operation. Prof. Jürgen Weitz (rechts) erklärt seinem Patienten Günter Dickow am Computer den Verlauf der Operation. Foto: Uniklinikum / Holger Ostermeyer
 
Dem erstmaligen Einsatz des Dresdner „Da Vinci“ bei einer Speiseröhrenkrebs-OP gingen mehrere herkömmliche Schlüsselloch-OPs mittels einer Spiegelung des Brustraumes – sogenannte Thorakoskopien – bei dieser Tumorform voraus, die den Patienten ebenfalls deutlich weniger belasten als eine offene Operation. Mit dem Start der hochmodernen OP-Methode stellt das Uniklinikum auch auf diesem Gebiet seine führende Rolle in der Krebsmedizin unter Beweis. Es vereint Maximalversorgung, Forschung sowie Lehre und fördert medizinische Innovationen.

„Wenn wir einen Tumor der Speiseröhre entfernen müssen, bedeutet das trotz unseres großen Erfahrungsschatzes eine enorme Belastung für den Patienten. Wir sind froh, dass die Operation mit dem ‚Da Vinci‘ unsere Erwartungen voll erfüllt haben“, sagt Prof. Jürgen Weitz. Der Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie hat den Großteil der zehnstündigen Operation selbst übernommen.

Bei einer konventionellen Operation des Speiseröhrenkrebses hätten sich die Chirurgen auf der rechten Körperseite durch den Brustkorb einen Zugang zur Speiseröhre schaffen und den Lungenflügel nach oben drücken müssen.

Allein das Ausheilen der dadurch entstehenden Wunden bedeutet in der Regel einen langwierigen, den Patienten stark beeinträchtigenden Prozess. Mit der Thorakoskopie – der sogenannten Schlüsselloch-OP lassen sich diese Folgen bereits minimieren.

Allerdings erfordert diese Technik eine enorme manuelle Geschicklichkeit. 

Vor allem die Naht an der Speiseröhre muss der Operateur in höchster Perfektion ausführen, damit sie schnell und vollständig ausheilt. 

In dieser ersten kritischen Woche darf die Speiseröhre weder undicht werden noch Ausgangspunkt andere Komplikationen sein.

„An dieser Stelle können wir die Stärken des ‚Da Vinci‘ mit seiner hochpräzisen Führung der Instrumente optimal ausspielen“, erklärt Prof. Weitz.

Das OP-Robotersystem perfektioniert die Thorakoskopie, bei der die Instrumente des Operateurs über Hülsen in den Körper eingeführt werden:

Statt mit einem großen Schnitt den Brustkorb zu öffnen und so an die Organe zu gelangen, reichen maximal fünf Einstiche. Der „Da Vinci“ assistiert dem Operateur bei derartigen minimalinvasiven Eingriffen, indem es ihm das direkte Halten und Bewegen der Instrumente abnimmt. Der Chirurg sitzt stattdessen an einer Konsole und steuert die Instrumente über zwei joystickartige Griffe. Dank des komplexen elektronischen Systems wird beispielsweise aus einer Fünf-Zentimeter-Bewegung der Hand ein zehn Millimeter langer, direkt ausgeführter Schnitt. Der Chirurg kann aufgrund dieser individuell einstellbaren Übersetzung, wesentlich beweglicherer Instrumente sowie einer hoch auflösenden, dreidimensionalen Optik das OP-Instrumentarium deutlich genauer bewegen und räumlich sehen. Damit lassen sich auch die Nähte präziser und belastbarer ausführen.


Die operative Entfernung von Tumoren der Speiseröhre gehört zu den aufwändigsten Eingriffen in der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie: Das liegt auch daran, dass sich der Tumor in der Regel nur zusammen mit einem größeren Abschnitt der Speiseröhre entfernen lässt. 

Die Chirurgen ersetzen diesen dadurch, dass sie den oberen Magenabschnitt verengen und später mit dem gesunden Teil der Speiseröhre verbinden.

Die gesamte Operation erfolgt in zwei Abschnitten:

Der Magen wird über den Oberbauch erreicht, danach die Speiseröhre über den Brustkorb. 

Eine perfekte Verbindung des Magens mit dem noch gesunden Abschnitts der Speiseröhre ist entscheidend für den Behandlungserfolg:

Wachsen beide Organe nicht schnell und komplett zusammen, können lebensgefährliche Komplikationen auftreten. Die Folge einer solchen Komplikation: die Patienten müssen in der Regel eine längere Zeit intensivmedizinisch versorgt werden und erhalten ihre Nahrung monatelang über eine Sonde. 


Insgesamt führen die Experten der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums jährlich über 60 große Speiseröhren-OP aus. Der dafür notwendige Aufwand ist enorm. So wurde der 74-Jährige Krebspatient innerhalb von zehn Stunden von einem 18-köpfigen Team um Prof. Jürgen Weitz operiert. Neben vier Chirurgen waren sechs OP-Pfleger, vier Anästhesisten, drei Anästhesie-Pfleger sowie ein Medizinstudent im Operationssaal. „Das größte Lob, das ich meinem Team aussprechen kann, ist die Nachricht, wie gut es dem Patienten heute wieder geht“, sagt Prof Weitz. Der Erfolg ist nun die Basis für weitere Operationen mit dem „Da Vinci“.

Als einer der renommiertesten Standorte der deutschen Hochschulmedizin beteiligt sich das Dresdner Uniklinikum auch an Studien, die den Erfolg moderner Therapieverfahren überprüfen und Erkenntnisse für weitere Innovationen gewinnen. Diese Stärken in Krankenversorgung, Forschung und Lehre zeichnen das Dresdner Uniklinikum aus, das als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe und eines von zwei Standorten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen zu den europaweit führenden Einrichtungen in der Krebsmedizin gehört.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Direktor: Prof. Dr. med. Jürgen Weitz
Tel. 0351/ 4 58 27 42
E-Mail: juergen.weitz@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/vtg
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Herzüberlastung durch Kalzium

Medizin am Abend Berlin Fazit:

Bei Herzüberlastung: Stetiger Einstrom von Kalzium schwächt das Herz

Kalziumleitende Proteine spielen entscheidende Rolle bei krankhaftem
Herzmuskelwachstum / Inaktivierung dieser Proteine schützt im Tierversuch
vor Herzschäden z.B. durch Bluthochdruck / Wissenschaftler des
Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen im European Heart Journal


Wissenschaftler des Instituts für Pharmakologie am Universitätsklinikum
Heidelberg haben in Zusammenarbeit mit Zellbiologen der Universität des
Saarlandes einen entscheidenden Mechanismus bei der Entstehung chronischer
Herzschwäche
entdeckt: Ist das Herz dauerhafter Überlastung z.B. durch
Bluthochdruck ausgesetzt, lassen zwei bestimmte Proteine, Bestandteile
sogenannter Ionen-Kanäle, unablässig Kalzium in die Muskelzellen
einströmen. Dies setzt krankhafte Umbauprozesse des Herzmuskels in Gang.
Werden die Proteine im Tierversuch ausgeschaltet, bleibt das Herz – ohne
dass Schlagkraft und Herzrhythmus darunter leiden – trotz gleicher
Belastung leistungsfähig und die Veränderungen fallen nur gering aus. Der
Kalzium-Signalweg könnte daher einen lohnenden Ansatzpunkt für neue
Therapien zur gezielten Vorbeugung der chronischen Herzschwäche bieten.

Die Arbeit ist in der führenden Wissenschaftszeitschrift European Heart
Journal erschienen.

Dauerhaft erhöhter Blutdruck, Erkrankungen der Herzklappen sowie
Engstellen an der Aorta bedeuten Schwerstarbeit für das Herz.
Es
kompensiert diese Belastung durch übermäßiges Muskelwachstum
(Hypertrophie) und Einlagerung von Bindegewebe (Fibrosierung). Anders als
beim „Sportlerherz“, das, durch körperliches Training angeregt, ebenfalls
an Muskelmasse zulegt, ist das krankhaft vergrößerte Herz nicht
leistungsfähiger, sondern im Gegenteil zunehmend in seiner Pumpkraft
beeinträchtigt.
Chronische Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder
plötzlicher Herztod können die Folgen sein. Weitere Risikofaktoren sind
Übergewicht und Alter: Mehr als 40 Prozent der über 70-Jährigen leiden an
einer Herzmuskel¬hypertrophie. Bisher gibt es keine Therapie, die diesen
Krankheitsmechanismus, das sogenannte maladaptive kardiale Remodeling, auf molekularer Ebene stoppt.

Das Team um Prof. Dr. Marc Freichel, Direktor der Abteilung Allgemeine
Pharmakologie, untersuchte, in wie weit ein wichtiger Signalgeber des Herzens, Kalzium, in diesen Mechanismus involviert ist oder diesen sogar in Gang setzten
kann. Kalzium ist für die Herzfunktion unverzichtbar – sehr schnelle,
zyklische Änderungen des Kalziumsspiegels in den Herzzellen halten den
Herzschlag in Gang.
Dazu ist das genau aufeinander abgestimmte
Zusammenspiel verschiedener Proteine, der Kalzium-Kanäle und -Transporter,
in der Zellhülle oder im Inneren der Zellen notwendig, die Kalzium
entweder in die Zelle einlassen oder es wieder hinaus transportieren. „Es
gab Hinweise, dass Kalzium auch eine Rolle bei der Anpassung der
Herzmuskelzellen an Belastung spielt – und zwar unabhängig von seiner
Funktion bei Herzschlag und Herzrhythmus“
, erklärt der Pharmakologe. „Dazu
benötigt es separate Kalzium-Kanäle, die unabhängig vom Herzschlag
funktionieren.

Zwei entscheidende Kanalproteine, TRPC1 und TRPC4, haben
wir nun entdeckt.“


TRPC1 und TRPC4 gehören einer Gruppe ähnlicher Proteine an, die sich durch
die Hormone Adrenalin und Angiotensin II, die beide den Blutdruck erhöhen
und auch direkt auf den Herzmuskel wirken, aktivieren lassen. In
Zusammenarbeit mit Zellbiologen der Universität des Saarlandes um
Professor Dr. Peter Lipp überprüften sie die Funktion dieser Proteine mit
Hilfe genetisch veränderter Mäuse, die jeweils einzelne oder mehrere von
insgesamt sechs TRPC-Proteinen nicht bilden konnten.

Sie zeigten: Unter der Wirkung von Angiotensin II und Adrenalin kommt es
zu einer Steigerung eines kontinuierlichen Einstroms von Kalzium in die
Herzzellen.
Bei Herzzellen von Mäusen, denen Protein TRPC1 und
gleichzeitig TRPC4 fehlten, war dieser Kalziumeinstrom und damit auch der
Kalziumspiegel in den Zellen dauerhaft deutlich vermindert. Im lebenden
Tier fiel ohne diese beiden Eiweiße trotz künstlich herbeigeführtem
Bluthochdruck oder Aortenverengung das krankhafte Muskelwachstum des
Herzens nur gering aus. „Die Mäuse litten auch unter deutlich weniger
Herzfunktionsstörungen als normale Mäuse unter chronischer Druckbelastung.
Die Tiere ohne TRPC1 und TRPC4 waren über die Versuchsdauer vor einer
Herzschwäche geschützt“ erklärt Erstautor Dr. Juan E. Camacho Londoño. Bei
Tieren, denen jeweils nur TRPC1 oder nur TRPC4 fehlte, waren diese Effekte
nicht zu beobachten.

Durch das Fehlen der beiden Kanalproteine traten keine Nebenwirkungen auf,
wie dies häufig der Fall ist, wenn einzelne Signalwege im Herzen blockiert
werden: Unter normalen Bedingungen zeigen die genetisch veränderten Mäuse
keine Auffälligkeiten; ihre Herzen funktionierten und reagierten normal.
„Aus diesem Grund eignen sich die beiden TRPC-Proteine hervorragend als
Ansatzpunkte für neue Therapien“, so Londoño. „Ein nächster Schritt ist es
nun, entsprechende Wirkstoffe zu entwickeln und zu testen, die
ausschließlich TRPC1 und TRPC4 blockieren.“ Zudem untersucht das Team,
welche weiteren Faktoren und Proteine in diesen Kalzium-Signalweg
eingebunden sind, um den Krankheitsmechanismus des krankhaften Herz-
Remodelings weiter aufzuklären.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt:
Prof. Dr. Marc Freichel
Direktor der Abteilung Allgemeine Pharmakologie
Pharmakologisches Institut
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel: 06221 54-86860
E-Mail: marc.freichel@pharma.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum Heidelberg, Julia Bird,

Literatur:
A background Ca21 entry pathway mediated by TRPC1/TRPC4 is critical for
development of pathological cardiac remodelling: Juan E. Camacho Londoño,
Qinghai Tian, Karin Hammer, Laura Schröder, Julia Camacho Londoño, Jan C.
Reil, Tao He, Martin Oberhofer, Stefanie Mannebach, Ilka Mathar, Stephan
E. Philipp, Wiebke Tabellion, Frank Schweda, Alexander Dietrich, Lars
Kaestner, Ulrich Laufs, Lutz Birnbaumer, Veit Flockerzi, Marc Freichel and
Peter Lipp; European Heart Journal, doi:10.1093/eurheartj/ehv250,
published June 15, 2015

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten
medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der
Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten
biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist
die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche
Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund
12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung
und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca.
1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw.
teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das
Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der
medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

Literatur:
A background Ca21 entry pathway mediated by TRPC1/TRPC4 is critical for
development of pathological cardiac remodelling: Juan E. Camacho Londoño,
Qinghai Tian, Karin Hammer, Laura Schröder, Julia Camacho Londoño, Jan C.
Reil, Tao He, Martin Oberhofer, Stefanie Mannebach, Ilka Mathar, Stephan
E. Philipp, Wiebke Tabellion, Frank Schweda, Alexander Dietrich, Lars
Kaestner, Ulrich Laufs, Lutz Birnbaumer, Veit Flockerzi, Marc Freichel and
Peter Lipp; European Heart Journal, doi:10.1093/eurheartj/ehv250,
published June 15, 2015

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten
medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der
Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten
biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist
die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche
Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund
12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung
und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca.
1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw.
teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das
Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der
medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500
angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-
heidelberg.de

Medizin am Abend - Brainstorming- und Klausurphase bis incl. Sonntagabend, 02. August 2015


Medizin am Abend Fazit 

Guten Guten Morgen, Guten Abend, International Medizin am Abend Beteiligte,

bis einschließlich, Sonntagabend den 02. August 2015 befindet sich
Ihr e h r e n a m t l i c h e s  Medizin am Abend Berlin Team
in seiner planmäßig terminierten Sommer 2015 Brainstorming- und Klausurphase.

Wir haben diesmal unseren 360 ° MFA - Brückenkopf an der Ostsee - Halbinsel Darß - Neuhaus - Prerow - Zingst, Hansestadt Stralsund, Richtenberg am See aufgeschlagen.

Freuen tun wir uns, wenn wir wieder mit Ihnen gemeinsam, inhaltlich und zeitlich den zweiten Teil des Jahres 2015 sehr aktuell und besonders nachhaltig gestalten werden.

Beste Grüße von Günter K.V. Vetter und dem Medizin am Abend Berlin Team











Viren-Erbgut

Medizin am Abend:  Passkontrolle in der Zelle identifiziert Viren-Erbgut

Die Erbanlagen vieler Viren bestehen aus Ribonukleinsäure, abgekürzt RNA. Auch unser Körper produziert RNA; diese ist der viralen RNA sehr ähnlich. Dennoch kann unser Immunsystem virales Erbgut von körpereigener RNA unterscheiden. Forscher des Universitätsklinikums Bonn haben nun herausgefunden, wie das funktioniert. Ihre Studie wird im renommierten Fachjournal „Immunity“ vorgestellt. 

(v.l.n.r.) Prof. Gunther Hartmann, Ann Kristin Bruder, Dr. Martin Schlee
(v.l.n.r.) Prof. Gunther Hartmann, Ann Kristin Bruder, Dr. Martin Schlee
Foto: Meike Böschemeyer/Uni Bonn
 
Laut der aktuellen Studie trägt unsere eigene RNA an ihrem Kopfende eine molekulare Markierung, die sie bei einer Art „Passkontrolle“ in der Zelle vorzeigt. Dieser Mechanismus schützt uns vor Viren, verhindert aber die Alarmierung des Immunsystems durch körpereigene RNA.  

Allerdings gibt es Viren, die die Kontrolle durch eine raffinierte Passfälschung unterlaufen.

RNA-Viren, die Krankheiten wie Grippe, Gelbfieber oder Ebola verursachen, sind keine selbständig lebensfähigen Organismen. Sie brauchen für ihre Vermehrung lebende Körperzellen – ähnlich wie ein Computervirus für seine Verbreitung die Hard- und Software des infizierten Computers benötigt.

Denn RNA-Viren transportieren lediglich virale Erbinformationen (RNA) – gewissermaßen ihre eigene Bauanleitung. Bei einer Infektion schleusen sie ihre RNA in die Körperzelle. Diese beginnt daraufhin, Viren-Bestandteile zu bauen.

Erst mit Hilfe der infizierten Zelle kann sich das Virus also vermehren.

Um Viren an ihrer Vermehrung zu hindern, muss der Körper daher virales Erbgut erkennen. Diese Erkennung erfolgt in der infizierten Zelle im sogenannten Zytoplasma. Allerdings nutzen Zellen auch selbst RNA, etwa als Bauanleitung für körpereigene Proteine. Virale RNA ist der körpereigenen RNA sehr ähnlich. Wie schafft das Immunsystem es also, die wenigen Kopien viraler RNA im Meer körpereigener RNA zu identifizieren?

Molekulare Passkontrolle durch RIG-I

Die Erkennung viraler RNA im Zytoplasma erfolgt durch zwei sogenannte RNA-Rezeptoren: RIG-I und MDA5. Während die Funktionsweise von MDA5 noch unklar ist, ist man bei RIG-I einige Schritte weiter: 

Wie bei einer Passkontrolle am Flughafen das Gesicht kontrolliert wird, überprüft RIG-I das Kopfende von RNAs. Denn dort sitzt eine Art Ausweis, an dem RIG-I körpereigene RNA erkennen kann.

„Körpereigene RNA ist an ihrem Kopfende mit einer bestimmten chemischen Struktur markiert, der N1-2’O-Methyl-Gruppe“, sagt Professor Dr. Gunther Hartmann.

 „Bei dem Erbgut von Viren fehlt diese Markierung“, erklärt der Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie und Sprecher des Exzellenzclusters ImmunoSensation weiter.

Die Bedeutung dieser Markierung war bisher rätselhaft. „Wir konnten nun zeigen, dass sie die korrekte Bindung von RNA an RIG-I verhindert“, erläutert Dr. Martin Schlee, Forschungsgruppenleiter am Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie. „Körpereigene RNA kann RIG-I also nicht aktivieren – anders als Viren-RNA: Diese dockt an RIG-I an und löst so eine Immunreaktion aus.“ Bei dieser Immunantwort werden einerseits antivirale Mechanismen in der Zelle aktiviert. Zudem werden Nachbarzellen alarmiert und Immunzellen rekrutiert, die schließlich wie nach einer Impfung die Bildung eines Immungedächtnisses initiieren.

Doch wie verhindert die N1-2’O-Methyl-Gruppe die Bindung an RIG-I?

RIG-I trägt eine Struktur, die beim Bindungsvorgang mit der Methylgruppe kollidiert. „Diese Struktur ist in allen Wirbeltieren und sogar der evolutionsbiologisch alten Seeanemone vorhanden“, sagt Schlee.

Vorsicht, Passfälscher

Manchen Viren gelingt es jedoch, diesen Immunmechanismus zu unterlaufen. So fügt etwa das Gelbfieber-Virus die N1-2’O-Methyl-Gruppe selbst in seine RNA ein und mogelt sich so durch die Passkontrolle. Die Forscher hoffen nun, diese Erkenntnis für die Entwicklung von neuen Medikamenten nutzen zu können, die diesen Tarnmechanismus angreifen.

Der Forschungserfolg ist auch das Ergebnis einer umfassenden Kooperation: Hartmann und Schlee arbeiteten unter anderem mit den Instituten für Molekulare Medizin und Virologie in Bonn zusammen. Die Beteiligten sind Mitglieder des DFG-geförderten Exzellenzclusters Immunosensation und arbeiten auch im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) eng zusammen.

Publikation: A Conserved Histidine in the RNA Sensor RIG-I Controls Immune Tolerance to N1-2′O-Methylated Self RNA; Immunity, http://dx.doi.org/10.1016/j.immuni.2015.06.015

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. rer. nat. Martin Schlee
Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie
des Universitätsklinikums Bonn
Tel. 0228/28716080
E-Mail: Martin.Schlee@uni-bonn.de
Dr. Andreas Archut Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Impfstoffentwicklung: Gefährliche MERS-Coronavirus (MERS-CoV)

Medizin am Abend:   MERS: Eine Impfung für Alle

Im Kampf gegen das gefährliche MERS-Coronavirus (MERS-CoV) gibt es einen Hoffnungsschimmer: Möglicherweise reicht ein einziger Impfstoff aus, um alle momentan bekannten genetischen Linien von MERS-CoV effektiv zu bekämpfen. In diese Richtung deuten zumindest Ergebnisse der Universitätsklinik Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Ihre Studie ist jetzt im Journal of Clinical Microbiology online erschienen. 
 
Infektionen mit dem MERS-Coronavirus (das Kürzel steht für „Middle East Respiratory Syndrome“) traten ursprünglich vor allem im Mittleren Osten auf. Unlängst sorgte jedoch eine Erkrankungswelle in Südkorea für Schlagzeilen.


Dr. Doreen Muth begutachtet das Ergebnis eines Antikörper-Tests.
Dr. Doreen Muth begutachtet das Ergebnis eines Antikörper-Tests.
Foto: V.M. Corman

Die aktuell zirkulierenden Erreger sind nicht identisch, sondern gehören verschiedenen genetischen Linien an. Insgesamt wurden weltweit bislang 23 dieser MERS-CoV-Varianten isoliert, davon allein 20 im Rahmen der aktuellen Studie.
 
Die Forscher der Uniklinik Bonn und des DZIF haben nun drei Isolate aus den genetischen Hauptlinien genauer unter die Lupe genommen. Dazu versetzten sie die entsprechenden Viren mit Blutserum von Patienten, die eine MERS-Infektion überstanden hatten. Ergebnis: Die im Blut enthaltenen Antikörper waren in der Lage, jedes dieser Virus-Isolate effizient zu neutralisieren.

Gute Nachricht für Impfstoff-Entwickler

Patienten, die sich mit dem MERS-Erreger infiziert hatten, waren anschließend gegen alle drei ausgewählten Virus-Linien immun. „Das ist vor allem für die Entwickler von Impfstoffen eine gute Nachricht“, erklärt Dr. Doreen Muth, die Erstautorin der Studie. „Sie müssen nicht befürchten, dass ein von ihnen entwickeltes Vakzin nur gegen eine bestimmte Virus-Linie hilft.“

Auch in einem anderen Punkt ist die Studie für die Fachwelt von Interesse:

Bislang war es nicht so einfach, MERS-Viren im Labor zu züchten. Die Isolierung des Erregers erfolgt üblicherweise in Affenzellen, die in einer Nährlösung gehalten werden. Diese Zellen werden mit Patientenmaterial infiziert, um die Viren im Reagenzglas zu vermehren. Überraschenderweise erwiesen sich die Affenzellen aber als wenig effizient. Nur wenige Isolate konnten in ihnen angezüchtet werden.

 Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Experimente zusätzlich eine humane Darmzelllinie. Dort war die Infektions-Rate deutlich höher. Ein wichtiger Erfolg, denn Virologen sind für ihre Analysen auf eine effiziente Virus-Vermehrung angewiesen.

Das Team konnte zudem nachweisen, dass das Immunsystem nach einer Infektion Antikörper in die Atemwegs-Sekrete abgibt. 

Normalerweise sind Nase und Bronchialtrakt der Haupteinfallsweg für MERS-Viren. Die Antikörper schützen diese Eintrittspforte effizient.

Mangelhafte Krankenhaus-Hygiene gibt dem Virus leichtes Spiel

Allerdings entsteht dieser Schutz erst im Laufe einer Infektion oder auch nach einer Impfung. Wenn das Virus den Körper unvorbereitet trifft, ist es dagegen höchst gefährlich:

Seit seiner Entdeckung im Jahr 2012 haben sich über 1.100 Menschen mit dem Erreger infiziert. In 439 Fällen endete die Krankheit tödlich.

Experten gehen allerdings davon aus, dass viele Infektionen so leicht verlaufen, dass sie gar nicht bemerkt werden.

Auch ist das Virus – im Gegensatz etwa zu SARS-Coronavirus – wohl nicht besonders infektiös.

Damit es zu einer massenhaften Ansteckung kommt, müssen besondere Faktoren zusammen kommen.

So sind die bisherigen Epidemien vermutlich unter anderem auf mangelhafte Krankenhaus-Hygiene zurückzuführen.

Publikation: Doreen Muth, Victor M. Corman, Benjamin Meyer, Abdullah Assiri, Malak Al-Masri, Mohamed Farah, Katja Steinhagen, Erik Lattwein, Jaffar A. Al-Tawfiq, Ali Albarrak, Marcel A. Müller, Christian Drosten, Ziad A. Memish; Infectious MERS-Coronavirus excretion and serotype variability based on live virus isolates from patients in Saudi Arabia; Journal of Clinical Microbiology; DOI: 10.1128/JCM.01368-15


Die Viren werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Zellkulturen angezüchtet.
Die Viren werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Zellkulturen angezüchtet. Foto: V.M. Corman


Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Christian Drosten
Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn
E-Mail: drosten@virology-bonn.de
www.virology-bonn.de
Dr. Andreas Archut Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Magensäure-Hemmer wirken gegen Tuberkulose

Medizin am Abend Fazit:  Lansoprazol als Anti-TB-Medikament identifiziert

Durch das Testen mehrerer hundert zugelassener Medikamente haben Wissenschaftler der Uniklinik Köln und der Schweizer Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ein neues Antibiotikum gegen Tuberkulose entdeckt. Es ist ein nebenwirkungsarmes Medikament, das normalerweise gegen Magengeschwüre angewendet wird: der Säureblocker Lansoprazol. Er weist eine spezifische Aktivität gegen multiresistente Tuberkulose-Bakterien auf. Die dazugehörige Studie wurde gestern (07.07.2015) im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ veröffentlich. 
 
Die Tuberkulose (TB)-Pandemie ist weiterhin nicht unter Kontrolle.

Allein im Jahr 2013 verursachte das TB-Bakterium Mycobacterium tuberculosis 1,5 Millionen Tote und fast neun Millionen Neuinfektionen.

Resistenzen gegenüber TB-Medikamenten sind weit verbreitet. Für die Entwicklung neuer Medikamente gibt es also einen dringenden Bedarf. Die Verwendung derzeit erhältlicher Antibiotika hat außerdem bei vielen Bakterien zur Entwicklung von Multiresistenzen geführt. Dies macht die Identifizierung und Entwicklung neuer Antibiotika dringend erforderlich.

Millionen von chemischen Verbindungen wurden in der Vergangenheit auf ihre Fähigkeit untersucht, das Wachstum von M. tuberculosis im Reagenzglas zu hemmen. Jedoch nur wenige Wirkstoffkandidaten sind derzeit in klinischen Studien. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entwicklung neuer TB-Medikamente bis zur Anwendung beim Menschen mindestens zehn Jahre dauert.

Ein effizienterer Ansatz besteht darin, etablierte Medikamente, die bereits in der klinischen Anwendung sind, auf Ihre Wirkung als Antibiotikum hin zu untersuchen. Das ist die von Dr. Dr. Jan Rybniker, Wissenschaftler in der Infektiologie an der Uniklinik Köln, eingeschlagene Strategie. Das internationale Team hatte zuvor eine effiziente Hochdurchsatz-Screening-Methode entwickelt, die auf der Nutzung von Lungenzellen basiert. Diese werden mit M. tuberculosis infiziert und gleichzeitig mit dem zu testenden Wirkstoff versehen. Überleben die Lungenzellen drei Tage in der Kultur, ist der eingesetzte Stoff gegen M. tuberculosis wirksam.

Mit dieser maßgeschneiderten "intrazellulären" Methode testeten die Wissenschaftler eine große Gruppe von zugelassenen Medikamenten und identifizierten das Medikament Lansoprazol als Substanz mit potentieller Wirksamkeit gegen Tuberkulose-Bakterien. Ähnliche robotisierte Hochdurchsatz-Screening-Verfahren werden immer häufiger in der Medikamentenentwicklung eingesetzt, da sie umfangreiche Substanz-Sammlungen mit potenziellen Medikamenten schnell und akkurat in kürzester Zeit testen können – manuelle Methoden benötigen hierfür mehrere Monate.

Der Wirkstoff funktioniert allerdings nur, wenn sich die Bakterien innerhalb von Lungenzellen oder menschlichen Abwehrzellen befinden. Die Forscher untersuchten den zugrunde liegenden Mechanismus der intrazellulären Anti-TB-Aktivität von Lansoprazol und konnten zeigen, dass das Medikament von den menschlichen Zellen zunächst in ein aktives Stoffwechselprodukt (Metabolit) umgewandelt werden muss, bevor es die Bakterien töten kann. Dieser Lansoprazol-Metabolit hemmt die Aktivität eines Enzyms, das von entscheidender Bedeutung für die Energiegewinnung des Bakteriums ist.

Lansoprazole gehört zu einer Klasse von Medikamenten, die als "Protonen-Pumpen-Inhibitoren" die Produktion von zu viel Säure im Magen verhindern und gegen Sodbrennen sowie Magen-Geschwüre angewendet werden. Die Medikamente haben ein ausgesprochen günstiges Nebenwirkungsprofil und können auch in hohen Dosierungen problemlos angewendet werden.

"Protonen-Pumpen-Inhibitoren sind sehr sichere Medikamente und werden auf der ganzen Welt verkauft", erklärt Dr. Rybniker. "Als wirksames Medikament gegen resistente Stämme von M. tuberculosis bietet uns diese neue Klasse von Medikamenten eine ausgezeichnete Grundlage, die Tuberkulose zu behandeln."

Diese Arbeit wurden teilweise durch Forschungsgelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert (BMBF grant 01KI1017).

Originalpublikation:

Rybniker J, Vocat A, Sala C, Busso P, Pojer F, Benjak A, Cole ST. Lansoprazole is an antituberculous prodrug targeting cytochrome bc1. Nature Communications 07.07.2015. DOI: 10.1038/ncomms8659


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Brustkrebs - Mammakarzinom: Einladung zur Multicenter-Strahlentherapiestudie HYPOSIB

Medizin am Abend Fazit:  Kieler Kliniken starten größte Strahlentherapiestudie bei Brustkrebs

 

Bundesweit erkranken jedes Jahr etwa 72.000 Frauen an Brustkrebs. 


In der neuen HYPOSIB-Studie wird auch der operierte Tumorbereich schon während der Bestrahlung der gesamten Brust mit bestrahlt.

In der neuen HYPOSIB-Studie wird auch der operierte Tumorbereich schon während der Bestrahlung der gesamten Brust mit bestrahlt. Klinik für Strahlentherapie

Behandelt wird die Erkrankung oft auch mit einer Strahlentherapie, die bisher in der Regel sechs bis sieben Wochen dauerte. Mit Hilfe neuer technischer Entwicklungen ist es jetzt möglich, die Zahl der Bestrahlungen zu verringern und die Behandlungszeit auf etwa drei Wochen zu verkürzen. Unter der Leitung der Klinik für Strahlentherapie an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wird dazu in den nächsten fünf Jahren die größte Strahlentherapiestudie in Deutschland mit über 2.000 Patientinnen durchgeführt. 
 
Die ersten wurden in dieser Woche in die Studie aufgenommen.

Bei Frauen ist Brustkrebs (Mammakarzinom) die häufigste Krebserkrankung, jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Nach einer Operation ist die Bestrahlung ein wichtiger Teil der Behandlung, vor allem bei einer brusterhaltenden Therapie. Die Strahlen zerstören dabei die Tumorzellen, während das gesunde Gewebe geschont wird, da sich die gesunden Zellen besser von der Bestrahlung erholen. Eine konventionelle Strahlentherapie dauerte bisher sechs bis sieben Wochen und bestand aus 30 bis 35 Terminen. In den vergangenen Jahren gelang es, die Behandlungszeit zu verkürzen, wobei die Bestrahlung mit erhöhter Einzeldosis in weniger Sitzungen erfolgte. „Diese sogenannte hypofraktionierte Bestrahlung verkürzte die Behandlungszeit auf etwa fünf Wochen“, erklärt Professor Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie, Medizinische Fakultät der CAU und UKSH.

Große Studien in Kanada und Großbritannien haben gezeigt, dass diese verkürzte, höher dosierte Bestrahlung der konventionellen Behandlung gleichwertig ist. Die Ergebnisse einer Nachbeobachtungszeit von fünf bis zwölf Jahren zeigen deutlich, dass die hypofraktionierte Bestrahlung vergleichbar gute Resultate hinsichtlich der lokalen Tumorkontrolle und des Überlebens erzielt wie die konventionelle Strahlentherapie.

Eine weitere Verkürzung auf nur mehr etwa drei Wochen und 16 Sitzungen ist möglich, wenn ein neues technisches Verfahren, der simultan integrierte Boost (SIB), mit der Hypofraktionierung kombiniert wird.

„Die zusätzliche Bestrahlung des Operationsgebietes, die bisher erst nach der Strahlentherapie der ganzen Brust erfolgte, wird bereits auf die einzelnen Termine bei der Strahlenbehandlung der ganzen Brust verteilt“, erklärt Dunst.

Dieses Kombinationsverfahren soll nun in der groß angelegten Studie mit dem Name HYPOSIB unter Leitung von Professor Dunst geprüft werden. „Die Patientinnen erhalten dabei entweder die bisherige Standardtherapie mit einer Behandlungsdauer von etwa fünf bis sechs Wochen oder die verkürzte Bestrahlung mit einer dreiwöchigen Behandlungsdauer“, erklärt PD Dr. Kathrin Dellas, Fachärztin für Strahlentherapie in Kiel und maßgeblich an der Durchführung der Studie beteiligt. Neben der Klinik für Strahlentherapie ist am Kieler Campus auch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Leitung von Professor Nicolai Maass beteiligt.

Im Brustzentrum Kiel, einer interdisziplinären Einrichtung der Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für Strahlentherapie, haben Patientinnen mit Brustkrebs die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen und so frühzeitig neuartige und vielversprechende operative und medikamentöse Therapien zu erhalten. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte legen dabei ein besonders großes Augenmerk auf eine verbesserte Lebensqualität der Frauen. Die neue Strahlentherapiestudie HYPOSIB ergänzt das bereits umfassende Angebot an Behandlungsoptionen. Finanziert wird die Multicenter-Strahlentherapiestudie, an der bundesweit mehr als 80 Kliniken teilnehmen werden, von der Deutschen Krebshilfe. Endgültige Ergebnisse werden in fünf bis acht Jahren vorliegen.

Bei der herkömmlichen Therapie bei Brustkrebs werden erst die ganze Brust und anschließend der Tumorbereich bestrahlt. In der neuen HYPOSIB-Studie, die jetzt in Kiel startet, wird auch der operierte Tumorbereich schon während der Bestrahlung der gesamten Brust mit bestrahlt.

Dadurch kann die Behandlungszeit deutlich verkürzt werden.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Jürgen Dunst
Tel.: 0431/597-3011
E-Mail: juergen.dunst@uksh.de

PD Dr. Kathrin Dellas
Tel.: 0431/597-3039
E-Mail: kathrin.dellas@uksh.de
Dr. Boris Pawlowski Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Zuwandernde Kinder:Dringenden Handlungsbedarf bei der Gesundheitsversorgung http://www.dgspj.de

Medizin am Abend Fazit:   Neuer Forderungskatalog der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin

In Deutschland sollten zuwandernde Kinder so früh wie möglich Zugang zu Vorsorge- und Behandlungsangeboten haben.

Die Realität sieht indes oft ganz anders aus. Dabei haben von den über 100 000 Kindern und Jugendlichen, die 2013 nach Deutschland eingewandert sind, gerade minderjährige Flüchtlinge oft massive körperliche Beschwerden. Viele sind auch psychisch traumatisiert.

Besonders im frühen Kindesalter sind noch Maßnahmen zur Prävention oder zur Früherkennung und Behandlung schwerwiegender Erkrankungen möglich. In späteren Jahren sind diese kaum mehr nachholbar. Deshalb sollte gerade für sehr junge zuwandernde Kinder der Zugang zu Vorsorge- und Behandlungsangeboten schnell und effektiv möglich sein, fordert PD Dr. Erika Sievers von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ).

Die zuwandernden Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter kommen als "Seiteneinsteiger" in das deutsche Schulsystem und Gesundheitswesen.

Bei ihren deutschen Mitschülern wurde bei der Einschulung eine schulärztliche Untersuchung durchgeführt. Daher sollten alle zuwandernden Kinder zu Schulbeginn und auch noch in höheren Klassen die Chance erhalten, auf schulrelevante gesundheitliche Defizite untersucht zu werden. Diese so genannten Seiteneinsteigeruntersuchungen über die öffentlichen Kinder - und Jugendgesundheitsdienste können eine Schlüsselfunktion haben, um Unterstützungsmöglichkeiten zu nutzen. Sie werden bisher allerdings längst nicht flächendeckend umgesetzt, kritisiert Sievers.

Dabei sind Kindergesundheit, Sensibilität für das Kindeswohl und Kinderbewusstsein aus sozialpädiatrischer Sicht die wirklich echten Prüfsteine der Migrations- und Integrationspolitik. Die Interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens ist derzeit hoch aktuell: 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Deutschland haben einen Migrationshintergrund.


Den Themenschwerpunkt Gesundheit und Pflege hat auch der Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration für 2015 gewählt. Integrationsbeauftragte von Bund, Länder und Kommunen sollten bei ihren Maßnahmen insbesondere auch die Bedarfe der Kinder auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention berücksichtigen. Im Fokus ist derzeit besonders die Situation minderjähriger Flüchtlinge, die allein oder mit ihren Eltern nach Deutschland kommen. 35 Prozent der Asylerstanträge wurden 2013 von Kindern und Jugendlichen gestellt.

2013/2014 erfolgte auf Initiative von Kindernetzwerks e.V. an Sozialpädiatrischen Zentren eine bundesweite Befragung, die in Kooperation mit der DGSPJ und der Technischen Universität München durchgeführt wurde. Über 85 Prozent der Teilnehmer gaben dabei an, dass oft oder häufig sprachliche Verständigungsschwierigkeiten bzw. kulturell unterschiedlich geprägte Krankheits- und Behandlungskonzepte zwischen dem medizinischen Personal und den Eltern des Kindes bestehen.

Zwei Lösungsvorschläge wurden favorisiert:

Der Einsatz von qualifizierten Dolmetschern (erfolgt derzeit nur zu 33 Prozent), die für den Einsatz im Gesundheitswesen und im kultursensiblen Umgang mit Migrantenkindern qualifiziert sind.

Und die Bereitstellung von Informationsmaterialien zum jeweiligen Krankheitsbild und Behandlungskonzept in der Muttersprache des Patienten (nur für 47% verfügbar). 

Um dies zu verbessern, fordert die DGSPJ die

- Bereitstellung notwendiger Ressourcen in Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften zur Stärkung ihrer transkulturellen Kompetenz 

- bedarfsgerechte Bereitstellung von Übersetzungen, Dolmetscherleistungen und ergänzenden mehrsprachigen Informationsmaterialien, um zuwandernden Familien solche Informationen zuteil werden zu lassen, mit denen fundierte Entscheidungen getroffenen werden können.

- Etablierung vorbildhafter Modelle wie die "Migrant Friendly Hospitals" in Kinderkspitälern in der Schweiz oder der dortige Nationale Telefondolmetscherdienst. Dieser macht Übersetzungsleistungen gerade in Notfällen kurzfristig in großer Sprachenvielfalt möglich.

- Vereinfachung des Zugangs zu medizinischer Versorgung für Flüchtlinge und Asylsuchende durch eine bundesweite Einführung einer elektronischen "Gesundheitskarte" wie in Bremen und Hamburg bereits praktiziert ("Bremer Modell"). Dies ermöglicht Familien eine schnellere und effektivere Krankenbehandlung und senkt den Verwaltungsaufwand.

Kinder- und Jugendärzten kommt in Zukunft eine Schlüsselrolle zu, um zuwandernde Kinder und Jugendliche zeitnah bedarfsgerecht zu versorgen. Hier besteht auf Bundes- und Länderebene sektorenübergreifender dringender Handlungsbedarf, um gesundheitliche Chancengleichheit für alle Kinder zu gewährleisten. Dafür wird sich die DGSPJ nachhaltig einsetzen.

Medizin am Abend DirektKontakt


PD Dr. Erika Sievers MPH
c/o Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, Düsseldorf
sievers@akademie-oegw.de