Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Wie Tumore bei Stress ihr eigenes Wachstum fördern Protease Cathepsin L.

Medizin am Abend Fazit:   Wie Krebszellen gegen ihr Ableben kämpfen

Freiburger Forscher entschlüsseln Mechanismen, mit denen Tumore bei Stress ihr eigenes Wachstum fördern 

Foto: Dr. Martina Tholen / Arbeitsgruppe Reinheckel

Foto: Dr. Martina Tholen / Arbeitsgruppe Reinheckel

Ein Enzym, das Tumorwachstum fördert, sammelt sich in gestressten Krebszellen verstärkt an. 

Das hat die Gruppe des Freiburger Molekularmediziners Prof. Dr. Thomas Reinheckel zusammen mit der Freiburger Biochemikerin Prof. Dr. Sabine Rospert sowie mit Prof. Dr. Elmar Stickeler und Dr. Peter Bronsert vom Universitätsklinikum Freiburg herausgefunden. Das Team hat die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Journal of Biological Chemistry“ veröffentlicht.

Wenn ein Tumor beginnt Metastasen zu streuen, um neue Tumore an anderen Stellen zu bilden, ist dies für ihn eine kritische Phase in der Entwicklung.

Dieser Prozess bedeutet für Krebszellen Stress, denn der Wirtskörper versorgt große Tumore währenddessen mangelhaft mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Viele Krebszellen stellen daher die Produktion von neuen Proteinen ein und schaffen es nicht, in einen metastasenbildenden Zustand zu wechseln. Einige jedoch sind trotzdem in der Lage, bestimmte Enzyme herzustellen, die ihr weiteres Wachstum und die Bildung von Metastasen fördern.

Das Protein, das die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Studie untersucht haben, ist die Protease Cathepsin L.

Wenn bei Brustkrebs-Patientinnen ein hoher Spiegel dieses Enzyms vorliegt, vergrößert dies die Häufigkeit, dass sich Metastasen bilden, und die Überlebensrate verringert sich. 

Stressbedingungen veranlassen Tumorzellen dazu, die Produktion der meisten Proteine herunterzufahren. Auf diese Weise sparen sie Energie, vor allem indem sie die energieintensive Umwandlung des in der mRNA kodierten Bauplans in das entsprechende Protein hemmen. Die Wissenschaftler stellten jedoch fest: Auch wenn Krebsgewebe und -zellen von Mäusen und Menschen erhöhten Stressbedingungen ausgesetzt waren, blieb ein hoher Spiegel von Cathepsin L in ihnen erhalten.

Um den Grund dafür herauszufinden, untersuchte das Forschungsteam die Verbindung von verschiedenen mRNA zu so genannten Polyribosom-Komplexen. Die Komplexe bestehen aus mRNA und mehreren Ribosomen, die Proteine aus der mRNA herstellen. Diese Fließband-Fertigung stellt sicher, dass aus einem einzigen mRNA-Molekül eine große Proteinmenge effizient hergestellt werden kann. Die Forschenden zeigten, dass die Cathepsin-L-mRNA durchgehend mit den Polyribosom-Komplexen verbunden ist – auch unter Stressbedingungen, wenn die Produktion anderer Proteine eingestellt wurde.

Dieser Vorteil von Cathepsin-L-mRNA schien davon abzuhängen, wo in der Zelle sich Cathepsin L befindet. In einer gestressten Zelle formen sich bestimmte Ansammlungen von inaktiven Proteinen und mRNA, denen die Cathepsin-L-mRNA ausweicht und so zur Proteinsynthese zur Verfügung steht.

Thomas Reinheckel leitet eine Forschungsgruppe am Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung der Universität Freiburg. Sabine Rospert ist Abteilungsleiterin am Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Albert-Ludwigs-Universität. Reinheckel und Rospert sind Mitglieder des Freiburger Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies. Elmar Stickeler ist Ärztlicher Leiter des Brustzentrums Freiburg und Leitender Oberarzt an der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Peter Bronsert ist Assistenzarzt am Institut für Klinische Pathologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Originalpublikation:
Martina Tholen, Julia Wolanski, Britta Stolze, Marco Chiabudini, Mieczyslaw Gajda, Peter Bronsert, Elmar Stickeler, Sabine Rospert, and Thomas Reinheckel (2015). Stress-resistant Translation of Cathepsin L mRNA in Breast Cancer Progression. Journal of Biological Chemistry 290.25.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Thomas Reinheckel
Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-9606 oder -9607
E-Mail: thomas.reinheckel@uniklinik-freiburg.de
Rudolf-Werner Dreier Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Nicht-invasive therapeutische Ansätze gegen Darmentzündungen und Fettleibigkeit

Medizin am Abend Fazit:   Rolle des Dünndarms bei Fettleibigkeit

Forscher des CNRS [1], des INSERM [2], der UPMC [3] und der Universität Paris Descartes haben gemeinsam mit klinischen Forschern der AP-HP [4] nachgewiesen, dass schwere Adipositas mit Entzündungen des Dünndarms und einer Stärkung der Immunabwehr in diesem Bereich einhergehen, wodurch sich die Krankheit verschlimmert. 
 
Die Forscher haben Leerdarmproben von 185 Patienten mit schwerer Adipositas und von 33 Personen mit Normalgewicht studiert.

Der Leerdarm ist ein Teil des Dünndarms, der eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Lipiden und Kohlenhydraten spielt.

Die Forscherteams beobachteten bei übergewichtigen Menschen eine chronische Entzündung des Dünndarms und eine Kolonisierung des Leerdarmepithels durch T-Zellen.

Diese Immunzellen produzieren eine Substanz, die die Insulinempfindlichkeit der Darmzellen hemmt. 


https://www.pharma-fakten.de/news/details/183-erstattungspreise-amnog-schiedsstelle-schiedst-insulin-aus-dem-markt/ 


Da Insulin die Nährstoffaufnahme und den Blutzucker reguliert, trägt dieser Prozess zur Verschlechterung des klinischen Zustands des Patienten bei.

Zusätzliche klinische Studien haben gezeigt, dass die Erhöhung der T-Zellen-Dichte im Darm bei übergewichtigen Menschen wahrscheinlich mit Fettleibigkeit-assoziierten Komplikationen wie Lebererkrankungen (NASH) und Fettstoffwechselstörungen einhergehen.

Die Ergebnisse dieser Studie haben ebenfalls ergeben, dass die Austauschoberfläche des Dünndarms bei fettleibigen Menschen um 250% erhöht ist, wodurch sich auch die Nährstoffaufnahme erhöht. 

Dieses Phänomen, das auf eine Verringerung des Zelltods zurückzuführen ist, verstärkt die Entzündungswirkung des Immunsystems und verschlimmert so die Krankheit.

Diese Studie eröffnet neue Perspektiven für nicht-invasive therapeutische Ansätze gegen Darmentzündungen und Fettleibigkeit.

[1] Inserm: französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung
[2] CNRS: französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung
[3] UPMC: Universität Pierre und Marie Curie
[4] AP-HP – staatliche Krankenhauseinrichtung von Paris



Medizin am Abend DirektKontakt

- Edith Brot-Laroche – Inserm Forschungseinheit 1138 "Cordeliers Forschungszentrum" - Tel.: +33 1 44 27 24 11 – E-Mail: edith.brot-laroche@crc.jussieu.fr

- Karine Clément - Inserm Forschungseinheit 1166 "Forschungseinheit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen - ICAN" – Tel: +33 1 42 17 79 28 – E-Mail: karine.clement@psl.aphp.fr

Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland


Wissenschaftliche Publikation: M. Monteiro-Sepulveda et al., "Jejunal T cell Inflammation in human obesity correlates with decreased enterocyte insulin signaling", Cell Metabolism, 18.06.2015

 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413115002326

Quelle: "L’intestin grêle participe à l’inflammation chronique chez les personnes obèses", Pressemitteilung des Inserm, 19.06.2015 – http://presse-inserm.fr/lintestin-grele-participe-a-linflammation-chronique-chez...

Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr

Verordnete Medikamente

Medizin am Abend Fazit: Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig 

 

Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte verordnete Medikament (31 Prozent) ist - unabhängig vom Wirkstoff - allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig.

Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt. Die rund 20.000 Apotheken gaben insgesamt rund 190 Millionen Packungen allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab.

Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.

"Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen.

Eine Tablette unzerkaut zu schlucken ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren", sagt Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Kiefer: "Jeder Patient sollte in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen."

Den größten Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Darreichungsformen, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (87 Millionen Packungen).

Kiefer: "Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen." Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (29 Millionen Packungen) und Medikamente zur Inhalation (19 Millionen Packungen). Weitere erfasste Darreichungsformen waren Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After. Apotheker erklären auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

Weitere Informationen unter www.abda.de

Medizin am Abend DirektKontakt


Dr. Reiner Kern, Tel. 030 40004-132, 

Dr. Ursula Sellerberg, Tel. 030 40004-134, u.sellerberg@abda.de

Dick durch Diät-Limo / Nicht der Süßstoff macht dick

Medizin am Abend:  

Sondern der Anreiz, dann mehr essen zu können

Speckgürtel trotz Süßstoff? Bei 749 Amerikanern legten US-Forscher das Maßband an. Im Laufe von fast zehn Jahren stieg der Bauchumfang bei jenen, die täglich zu Getränken mit künstlichem Süßstoff griffen, um acht Zentimeter. Wer ganz auf Diät-Limonaden verzichtete, legte nur rund zwei Zentimeter zu, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren-Ratgeber". Vermutlich werden die eingesparten Kalorien unbewusst durch mehr Essen wettgemacht.
Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" 7/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.


Medizin am Abend DirektKontakt


Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 

Diabetisches Makula-Ödem (DMÖ) kennen nur wenige Diabetiker www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de

Medizin am Abend Fazit:  

Bei Diabetes auch auf die Augen achten! Studie belegt: Diabetisches Makula-Ödem (DMÖ) kennen nur wenige Diabetiker



Gerade Diabetiker müssten es eigentlich besser wissen: Auf die Frage, welche Augenerkrankungen bekannt sind, nannte spontan nur ein Prozent der Betroffenen das Diabetische Makula-Ödem (DMÖ).

Auch im Rahmen der gestützten Nachfrage war das DMÖ immer noch für drei von zehn Patienten kein Begriff.

Zu diesem Ergebnis kam das Marktforschungsinstitut "produkt+markt" in einer repräsentativen Studie1 mit 500 über 50-jährigen Teilnehmern zu Wahrnehmung und Kenntnisstand bei Augenerkrankungen.

Diese zählen zu den häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetikern, vor allem die Netzhaut ist betroffen.

Die Initiative "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" leistet hier Aufklärung zu häufigen Netzhauterkrankungen. Ziel ist es, durch fundierte Informationen zu den Erkrankungen selbst sowie ihren Diagnose- und Therapiemöglichkeiten die Bevölkerung zu motivieren, augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Denn: Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sollten für Diabetiker zum Pflichtprogramm gehören. 

"Über die Hälfte der befragten Studienteilnehmer gab an, seltener als einmal pro Jahr zum Augenarzt zu gehen, auch bei den Diabetikern waren es immer noch über 15 Prozent", zeigt sich Dr. Peter Heinz vom Berufsverband der Augenärzte besorgt. "Das gesunde Auge gleicht die Sehbeeinträchtigungen lange aus, daher verläuft die Entstehung von Netzhauterkrankungen oft schleichend und vom Patienten unbemerkt."

Mit der kontinuierlichen Kontrolle und richtigen Einstellung von Blutzucker und Blutdruck sowie der Senkung der Blutfettwerte können Diabetiker zwar dazu beitragen, Folgekrankheiten durch Schädigung der Blutgefäße zu vermeiden. 

Trotzdem sollten auch regelmäßige Augenuntersuchungen auf dem Terminplan stehen. "Rechtzeitig erkannt, lassen sich Erkrankungen wie die DMÖ nämlich gut behandeln und eine ernsthafte Sehbehinderung vermeiden", erklärt der Experte. So bleiben in den meisten Fällen die Lesefähigkeit und sogar die Fahrerlaubnis erhalten.

Hilfreiche und leicht verständliche Informationen sowie kostenfreie Broschüren rund um die Themen Früherkennung, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der DMÖ gibt es unter www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de bzw. per kostenfreiem Anruf unter Tel. 08 00 7 23 41 03.



Über die Initiative "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" 

Die Initiative "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" informiert ältere und diabeteskranke Menschen über die trockene und feuchte Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) sowie die Diabetische Retinopathie bzw. das Diabetische Makula-Ödem. Das Expertenbündnis zeigt außerdem mögliche Risikofaktoren auf sowie die unterschiedlichen Diagnosemöglichkeiten und Hilfsangebote. Gleichzeitig fordert die Initiative dazu auf, Sehverschlechterungen oder eine mögliche Erblindung im Alter nicht hinzunehmen, sondern aktiv dagegen anzugehen - z. B.

mit der jährlichen AMD-Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr oder der mindestens einmal jährlichen augenärztlichen Routineuntersuchung für alle Diabetiker. 

Um dies zu erreichen, bringen die sieben Partner, d. h. das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Novartis Pharma, Nürnberg, PRO RETINA Deutschland e.V. und die Retinologische Gesellschaft (RG), ihre Erfahrung in der Augenheilkunde ein. So überprüfen z. B. die Augenärzte alle medizinischen Aussagen. Die Selbsthilfeorganisationen wiederum liefern Erkenntnisse aus dem Umgang mit Betroffenen, Novartis Pharma und das Bayerische Gesundheitsministerium ergänzen ihr Wissen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung. So unterhält das Staatsministerium seit 2007 die Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern mit dem Schwerpunkt "Gesundheit im Alter".

Das Expertenbündnis "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" arbeitet bereits seit 2008 zusammen.

1. produkt+markt, Disease Awareness Augenerkrankungen. Bevölkerungsbefragung in Deutschland, CATI Befragung, August 2014


Medizin am Abend DirektKontakt

http://www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de

HERING SCHUPPENER Healthcare
Unternehmensberatung für Gesundheitskommunikation GmbH

Antje Jonas
Tel +49 40 36 80 75 16
Fax +49 40 36 80 75 99
ajonas@hs-healthcare.de

Petra Uhlendorff
Tel +49 40 36 80 75 15
Fax +49 40 36 80 75 99
puhlendorff@hs-healthcare.de

Telemedizin-Vorhaben Deutschland

Medizin am Abend Fazit:

Deutschlands größtes Telemedizin-Projekt „CCS Telehealth Ostsachsen“ geht in Dresden online

Eines der größten Telemedizin-Vorhaben Deutschlands hat am 1. Juli in Dresden offiziell den Pilotbetrieb begonnen. Zum Auftakt des neuartigen, offenen Telemedizin-Angebots „CCS Telehealth Ostsachsen“ übergab Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) im Herzzentrum Dresden symbolisch einen speziell ausgerüsteten Tablet-Computer zur häuslichen Nachsorge an einen Patienten des Herzzentrums. 

Herzpatient Lothar Engel übt mit Ministerin Barbara Klepsch, Prof. Ruth Strasser, Prof. D. Michael Albrecht, Dr. Jan Svitil und Dr. Axel Wehmeier den Umgang mit dem telemedizinischen Tablet.
Herzpatient Lothar Engel übt mit Ministerin Barbara Klepsch, Prof. Ruth Strasser, Prof. D. Michael Albrecht, Dr. Jan Svitil und Dr. Axel Wehmeier den Umgang mit dem telemedizinischen Tablet. Michael H. Ebner
 
Schlaganfall-Betroffene, die nach der klinischen Akutversorgung nahtlos Zuhause betreut werden. Herzpatienten, die täglich per Tablet-Computer ihre Gesundheitswerte zur Kontrolle ans Dresdner Herzzentrum schicken.

Telenurses, die die Vitaldaten täglich überwachen und im Zweifelsfall umgehend Ärzte einschalten. Pathologen, die digital erfasste Gewebeproben analysieren und sich im Konsil mit anderen Spezialisten beraten: Diese und viele anderen Chancen eröffnet die neue Telemedizin-Plattform „CCS Telehealth Ostsachsen“.

Das europäische Modellvorhaben bietet eine große Palette der Möglichkeiten in der vernetzten medizinischen Betreuung und will alte Schranken im Gesundheitswesen überwinden helfen. Das Projekt stellt dazu eine offene und universell einsetzbare IT-Plattform für die Gesundheitsbetreuung einer ganzen Region bereit - in Ostsachsen und darüber hinaus. Dank „CCS Telehealth Ostsachsen“ verbinden eigene gesicherte Datennetze Kliniken, Ärzte, Pflegekräfte, weitere medizinische Leistungserbringer und Patienten Zuhause. Die Patienten können dabei auch eine aktive Rolle übernehmen und Krankenhausmitarbeitern in Echtzeit kommunizieren.

Nach zweijähriger Aufbauarbeit läuft nun der Pilotbetrieb erster Beispielanwendungen an, wie die häusliche Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten und die ambulante Schlaganfall-Nachsorge.

Für den Pilotbetrieb wurden erste „Telenurses“ und Fallmanager geschult, sowie geeignete Patienten in das Projekt eingebunden. Auch die Kooperation verschiedener Kliniken bei der gemeinsamen Diagnose von krankhaften Geweben wird deutlich erleichtert. So können zum Beispiel hochauflösende Bilddarstellungen von Gewebeproben auf gesicherten Datenrouten verschlüsselt ausgetauscht und in Videokonferenzen von Experten erörtert werden.

Für den Aufbau von „CCS Telehealth Ostsachsen“ wurden unter anderem telemedizinische Arbeitsplätze eingerichtet, Tablets und IP-Telefone für Patienten angeschafft sowie hochleistungsfähige Server, Scanner und eine zentrale Datenbank installiert. Federführend bei „CCS Telehealth Ostsachsen“ sind die Projektträger Carus Consilium Sachsen GmbH, eine Tochter des Universitätsklinikums Dresden, und die Telekom-Tochter T-Systems International.

An der Umsetzung beteiligen sich im ersten Schritt das Herzzentrum Dresden, das Universitätsklinikum Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf und das Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau. Dies ist aber erst der Anfang. „CCS Telehealth Ostsachsen ist eine Lösung für alle. Es ist nicht auf einzelne medizinische Fachgebiete und Regionen begrenzt, sondern auf nahezu alle Bereiche der Gesundheitsversorgung erweiterbar“, betonte Prof. Dr. med. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Damit sollen eine hochwertige, schnelle und wohnortnahe medizinische Betreuung der Bevölkerung gesichert und Versorgungsunterschiede zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen verhindert werden.“

Der Aufbau der Telemedizin-Plattform wurde mit insgesamt 9,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert. Damit war es das größte geförderte Projekt im Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheitswirtschaft der Strukturfondsförderperiode 2007 bis 2013. „Mit dem Projekt nimmt Sachsen eine Vorreiterrolle in der Telemedizin ein: Wir sind uns sicher, dass wir damit auch überregionaler Impulsgeber für eine innovative und zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung sein werden. Denn auch andere Regionen stehen vor ähnlichen demographischen Herausforderungen. Wir leisten hier einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zukunftsweisend zu gestalten. Wir wollen Patienten genauso erreichen wie all jene, die mit medizinischer Versorgung zu tun haben“, sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Die Ministerin übergab zudem symbolisch ein speziell ausgerüstetes Tablet an einen Herz-Patienten.

Grundanliegen der neuen Angebotsplattform ist die leichte Übertragbarkeit auf unterschiedliche medizinische Anwendungen und alle Regionen in Europa. Für potentielle Anbieter telemedizinischer Leistungen wird der technische und wirtschaftliche Aufwand, den der jeweilige Aufbau eines neuen eigenen Netzwerkes mit sich bringen würde, deutlich reduziert. „Mit unserem gemeinsamen Telemedizin-System ist Sachsen heute in der Gesundheitsversorgung der Zukunft angekommen. Die Patienten im Land werden schnell erleben, welche Vorteile sie durch telemedizinische Betreuung haben“, sagte Axel Wehmeier, der das Gesundheits-IT-Geschäft der Telekom verantwortet. „Ich bin mir sicher: Wir können das System schon bald ausbauen. Partner können sich mit Ihren Lösungen wie an eine Steckerleiste andocken. Wer mitmacht, spart Geld und Zeit und erreicht mehr medizinische Partner und Patienten. Viele Unternehmen haben sich schon gemeldet und wollen dabei sein“, so Wehmeier weiter.

Die Fernanwendung „Telecoaching“ ermöglicht zum Beispiel die Fern-Nachsorge von Patienten mit Herzschwäche, die mit einem Tablet-PC regelmäßig persönliche Vitaldaten an eine Fachkraft im Dresdner Herzzentrum schicken und im persönlichen Kontakt via Video-Telefonie mit der Telenurse stehen, um schnelle Reaktionen bei Beschwerden gewährleisten zu können. Das Herzzentrum Dresden und auch der angeschlossene Lehrstuhl für Innere Medizin und Kardiologie der Technischen Universität Dresden wirkten maßgebend in der medizinischen Entwicklung und der Pilotphase mit. Das Herzzentrum wird dadurch zukünftig auch die Aufgabe als Kompetenzzentrum wahrnehmen können. „Eine flächendeckende Versorgung von Patienten mit Herzschwäche hat eine enorme Bedeutung“, betonte die Ärztliche Direktorin des Herzzentrums Dresden und Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. med. habil. Ruth H. Strasser, auf deren Grundidee die telemedizinische Anwendung basiert. „Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten internistischen Erkrankungen mit geschätzt mehr als zehn Millionen Betroffenen in Europa. Sie ist in Deutschland der häufigste Grund für eine stationäre Krankenhausaufnahme.“ Erste Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Sterblichkeit bei Patienten mit Herzschwäche dank des Einsatzes der Telemedizin spürbar gesenkt werden könne, betonte Strasser.


Medizin am Abend DirektKontakt:

Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
Annett Hofmann
Tel.: 0351 564 5615
Mobil: 01525 6461288
Fax: 0351 564 5614
Email: presse@sms.sachsen.de

Carus Consilium Sachsen
Dr. Olaf Müller
Geschäftsführer
Tel.: 0351 458-5039
Fax: 0351 458-4318
Email: info@carusconsilium.de
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


Weitere Informationen international Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.sms.sachsen.de
http://www.carusconsilium.de

360° TOP-Thema: Arteriosklerotische Engstellen in den beiden kleineren Hirnarterien

Medizin am Abend Fazit:  

Schlaganfall durch Verschluss der Wirbelsäulenarterien: Stent oder Medikation?

Arteriosklerotische Engstellen in den beiden kleineren Hirnarterien rechts und links der Wirbelsäule sind bisweilen Auslöser von Schlaganfällen in hinteren Gehirnregionen. Solche Vertebralisstenosen können zwar von Neuroradiologen durch das Setzen von Stents behandelt und die Arterien damit für den Blutfluss ins Gehirn offengehalten werden. Allerdings musste jüngst eine niederländische Studie vorzeitig abgebrochen werden, weil sich bald zeigte, dass diese interventionelle Therapie keine Vorteile gegenüber einer optimalen konservativen Therapie mit Medikamenten besitzt. Die Arbeit sorgt für Diskussionsstoff: 

Bei näherer Betrachtung zeigen sich aber deutliche Mängel im Studiendesign. 
 
Zahlreiche Fragen bleiben offen, die in weiteren Studien geklärt werden müssen, erklären die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR).

Trotz des negativen Ausgangs ist diese Form der endovaskulären Therapie nicht abgeschrieben. Experten diskutieren, warum sie eine Behandlungsoption bleibt.

Das Blut gelangt nicht allein über die beiden großkalibrigen Halsschlagadern ins Gehirn. Zwei kleinere Arterien (A. vertebralis), die beiderseits der Wirbelsäule verlaufen, versorgen wichtige hintere Abschnitte des Gehirns wie das Kleinhirn, den Hirnstamm, das Zwischenhirn und das zentrale Sehzentrum. 

Ist eine Arteria vertebralis verengt oder blockiert, kann dies einen Schlaganfall auslösen. Seit einigen Jahren ist es möglich, diese Engstellen durch einen Stent zu beseitigen, der entweder von der Leiste aus oder über eine Arterie des Arms bis in die Wirbelarterie vorgeschoben wird.

Die verbesserte Durchblutung und die Abdeckung der Arteriosklerose durch den Stent sollen die Patienten vor einem erneuten Schlaganfall schützen.

Deutlich höheres Risiko durch Stents im Vergleich zur medikamentösen Therapie:

Diese Behandlung ist für die Betroffenen nicht ohne Risiken, wie die jetzt in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlichte Studie Vertebral Artery Stenting Trial (VAST) zeigt:

Bei drei der insgesamt etwa 50 mit einem Stent versorgten Patienten kam es innerhalb von 30 Tagen zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer tödlichen Gefäßerkrankung (Komplikationsrate: 5 Prozent). Bei zwei dieser drei Patienten handelte es sich allerdings um intrakranielle Stenosen, also Gefäßverengung in unmittelbarer Nähe des Gehirns, bei denen bereits aus anderen Studien ein erhöhtes Behandlungsrisiko bekannt ist.

In der Vergleichsgruppe gab es lediglich ein einziges Ereignis (1 Prozent). Die Vergleichsgruppe erhielt keine Gefäßstütze, aber eine optimale medikamentöse Therapie.

Das niederländische Forscherteam hatte Patienten mit einem leichten Schlaganfall oder der Vorstufe TIA (Transitorische ischämische Attacke) untersucht. Die Beschwerden gingen bei allen Patienten auf eine Verengung in einer Wirbelarterie zurück.

„Ein gewisses Risiko durch die Katheterbehandlung war bekannt“, sagt Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Asklepios Klinik Altona in Hamburg und Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG): „Dieses Risiko sollte jedoch durch einen späteren Schutz vor weiteren Schlaganfällen wieder wettgemacht werden.“ Doch hierfür liefert die Studie keine Anzeichen. In den ersten drei Jahren nach der Stent-Behandlung erlitten sieben Patienten (12 Prozent) erneut einen Schlaganfall. In der Kontrollgruppe waren es nur vier Patienten (7 Prozent).

Studienlage zur Schlaganfalltherapie mit Stents:

Zweifel an dem Nutzen der Stent-Behandlung kamen bereits vor vier Jahren auf, als es in einer US-Amerikanischen Studie (SAMMPRIS) nach dem Stenting von intrakraniellen Stenosen zu vermehrten Schlaganfällen kam und eine Vorbeugung künftiger Schlaganfälle nicht erkennbar war.

„In SAMMPRIS war die Behandlung nicht auf die Beseitigung von Stenosen in der Arteria vertebralis beschränkt.

Die meisten Stents wurden in intrakraniellen Ästen der Halsschlagader platziert“, erläutert Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Außerdem sei ein Stent verwendet worden, der aus heutiger Sicht veraltet ist.

Die aktuelle Studie VAST konnte wegen eines anderen Studiendesigns und der Anwendung moderner Stents durchgeführt werden. Als es dann aber zu einem Todesfall nach einer Stent-Behandlung kam, musste sie doch vorzeitig abgebrochen werden.

Die Reaktion der niederländischen Kollegen sei verständlich, so Professor Diener. Das vorzeitige Ende der Studie habe jedoch dazu geführt, dass die Frage nach einem Nutzen der Therapie nicht abschließend geklärt werden konnte.

Die Indikation für einen Stent liegt danach nur noch bei Patienten mit distalen hochgradigen Stenosen der Arteria vertebralis vor, bei denen trotz optimaler medikamentöser Therapie TIAs auftreten, weil der Blutfluss zum Gehirn eingeschränkt ist, so Professor Diener.

Dies ist der Fall, wenn von Geburt an die zweite Arteria vertebralis nicht richtig angelegt oder bereits verschlossen ist.

TIAs treten bei einer hochgradigen Einengung der verbliebenen Arterie und Blutdruckabfall auf.

Zahlreiche mögliche Gründe für das schlechte Ergebnis – weitere Studien notwendig:

Die Gründe für diese ungünstigen Ergebnisse vermutet Professor Dr. med. Christoph Groden, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Mannheim, in der Auswahl der Patienten:

„Eine Katheterbehandlung ist nur bei Patienten mit einem hohen Schlaganfallrisiko sinnvoll, bei hochgradigen Stenosen und insbesondere wenn die andere Arteria vertebralis auch betroffen ist“, erläutert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR).

„Eine Behandlung sollte dann erwogen werde, wenn der Stenosegrad über 70 Prozent liegt, ähnlich wie bei Stenosen der vorderen Halsschlagader. 

In der Studie war aber nur eine 50-prozentige Stenose gefordert. Außerdem sollte man zwischen einer Stenose im Anfangsabschnitt der Wirbelarterie außerhalb des Gehirns und einer intrakraniellen Stenose – die direkt am Gehirn liegt – unterscheiden.

Diese intrakraniellen Stenosen haben beim Stenting ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Solche Stenosen wurden aber in die Studie auch mit eingeschlossen und waren für zwei der drei Komplikationen verantwortlich. Die Hälfte der Patienten hatte nur eine TIA, aber keinen Schlaganfall erlitten. Ein Nachteil war aus Sicht von Professor Groden auch die lange Wartezeit.

Nur 28 Prozent der Patienten wurden innerhalb von 14 Tagen nach einem zerebrovaskulären Ereignis mit Stents behandelt.

Alle drei Experten hoffen auf weitere Studien, in denen moderne Stents eingesetzt werden. Im Bereich dieser endovaskulären Therapien habe es in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gegeben, wie in jüngerer Zeit das Beispiel der Thrombektomie verdeutlicht hat. Daher müssen einige neuere Methoden einer gründlichen Neubewertung unterzogen werden.

Literatur:
A. Compter, H. B. van der Worp, W. J. Schonewille, J. A. Vos, J. Boiten, P. J. Nederkoorn, M. Uyttenboogaart, R. T. Lo, A. Algra, L. J. Kappelle; VAST investigators. Lancet Neurology 2015; 14(6): 606-14. doi 10.1016/S1474-4422(15)00017-4. Abstract

Medizin am Abend DirektKontakt 

Prof. Dr. med. Joachim Röther
Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Chefarzt Neurologische Abteilung, Asklepios Klinik Altona, Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
Tel.: +49 (0)40-181881-1401, E-Mail: j.roether@asklepios.com

Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener
Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen
Tel.: +49 (0)201-7232460, E-Mail: h.diener@uni-essen.de

Prof. Dr. med. Christoph Groden
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Direktor der Abteilung für Neuroradiologie Universitätsklinikum Mannheim, Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim
Tel.: +49 (0)621 383-2443, E-Mail: christoph.groden@umm.de

Medizin Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften


Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Dagmar Arnold
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org
Internet: http://www.dsg-info.de

Arbeitszeitregelung und Stempelzeiten - Schutz von Mitarbeitern und Auszubildenden

Medizin am Abend Fazit:

VAPIANO will Vorwürfe schonungslos aufklären und beauftragt unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

VAPIANO reagiert sehr betroffen auf die in einem aktuellen Artikel der Welt am Sonntag geschilderten Vorfälle, nimmt diese sehr ernst und kündigt eine rückhaltlose Aufklärung durch die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers an.

Jochen Halfmann, seit zwei Wochen Vorstandsmitglied und künftiger Vorstandsvorsitzender der VAPIANO SE: "Mich machen die geschilderten Fälle der Vergangenheit des Mitarbeiters Patrick S. und der Auszubildenden Selina M. und Stefanie R. sehr betroffen. So etwas darf nicht passieren. Ich habe daher die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers mit einer schonungslosen und rückhaltlosen Aufklärung der Vorfälle beauftragt. Bei aufgedecktem Fehlverhalten werden wir personelle Konsequenzen ziehen."

Nach dem Bericht der Welt am Sonntag soll es in bis zu neun der insgesamt 66 VAPIANO Restaurants in Deutschland ein Fehlverhalten von Schicht-, Restaurant- oder Bezirksleitern in Bezug auf Arbeitszeitregelungen und Stempelzeiten gegeben haben.

Gregor Gerlach, jetziger Vorstandsvorsitzender der VAPIANO SE: "Für den Vorstand und die Zentrale, für VAPIANO insgesamt hat es höchste Priorität, dass mit unseren Mitarbeitern fair, anständig und gut umgegangen wird. Für uns sind die geschilderten Fälle daher absolut inakzeptabel. So etwas verstößt gegen alle bei uns geltenden Regeln und Vorgaben sowie die gesetzlichen Bestimmungen. 

Auch gerade ein Verstoß gegen Arbeitszeitregelungen für Auszubildende ist für uns in keiner Weise hinnehmbar. Wir führen seitens der Zentrale systematisch und regelmäßig Kontrollen durch, um jedwedes Fehlverhalten seitens einer Restaurantleitung unmöglich zu machen. Es bedarf schon fast krimineller Energie, trotzdem gegen die strengen Regeln zum Schutz von unseren Mitarbeitern und Auszubildenden zu verstoßen." 

Zudem bestünde eigentlich gar kein Grund, Stempelzeiten von Mitarbeitern zu manipulieren.

Gregor Gerlach: "Gemeinsam mit jedem Restaurant wird das Budget für das folgende Jahr mit einem durchschnittlichen Personalkostenanteil in Höhe von 35 Prozent geplant. Das ist ein in der Systemgastronomie sehr hoher Wert, aber von uns so beabsichtigt. Andere Restaurantketten liegen bei nur knapp über 20 Prozent. Wir aber nehmen höhere Personalkosten bewusst in Kauf.

Es gäbe also eigentlich gar keinen Grund für etwaige Tricksereien bei Arbeits- und Stempelzeiten. Und wir gehen daher davon aus, dass es sich um einzelne Restaurants handelt, in denen womöglich gegen Regeln verstoßen worden ist, und nicht um systematisches Vorgehen über die Restaurants hinweg. Dennoch werden wir dies jetzt konsequent aufklären."

PricewaterhouseCoopers soll Vorwürfe rückhaltlos aufklären

VAPIANO hat die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers PwC mit einer schonungslosen und umfassenden Untersuchung der Vorfälle beauftragt. PwC soll dabei nicht nur die von der Welt am Sonntag geschilderten Fälle der Vergangenheit untersuchen, sondern auch prüfen, inwieweit es in Restaurants aktuell ein Fehlverhalten gibt. Bei aufgedecktem Fehlverhalten will VAPIANO unmittelbar und entschlossen Konsequenzen ziehen. Bereits in der Vergangenheit hatte VAPIANO bei Regelverstößen durch einzelne Führungskräfte unverzüglich Konsequenzen gezogen - bis hin zur Trennung von der betreffenden Kraft. Darüber hinaus kündigt VAPIANO an, noch in diesem Jahr einen klaren Verhaltenskodex zum Umgang mit Mitarbeitern und Auszubildenden einzuführen sowie einen Ombudsmann, also eine unabhängige Vertrauensstelle, einzurichten. Sollte es Beschwerden geben, können sich Mitarbeiter - auch anonym - an diese Vertrauensstelle wenden.

Zudem wird VAPIANO ein neues Zeiterfassungssystem einführen, das unter anderem Änderungen an Stempelzeiten noch nachvollziehbarer dokumentieren soll. Gleichzeitig werden die vorhandenen Kontrollsysteme noch einmal verstärkt.

Medizin am Abend DirektKontakt

http://www.vapiano.com

https://www.facebook.com/Vapiano
 


achtung! GmbH Susanne Mohs Straßenbahnring 3 20251 Hamburg Telefon: +49 40 450210-855 E-Mail: vapiano@achtung.de

360° TOP-Hinweis: Tumortherapie schneller und verträglicher www.trionresearch.com

Medizin am Abend Fazit: 

Subkutane Gabe von multispezifischen Antikörpern macht Tumortherapie
schneller und verträglicher



Trifunktionaler Antikörper
Trifunktionaler Antikörper Quelle: Trion Research GmbH

Die Behandlung von Tumoren mit multispezifischen* Antikörpern ist wesentlich besser verträglich, wenn diese unter die Haut statt, wie bisher üblich, ins Blut gegeben werden.

Das fanden Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HMGU) in
Kooperation mit der Biotech-Firma Trion Research im Tiermodell heraus.
Ihre in der Fachzeitschrift Molecular Cancer Therapeutics veröffentlichten
Ergebnisse könnten unter anderem die Dauer von Klinikaufenthalten deutlich
verkürzen.


In der Regel werden Antitumor-Antikörper dem Patienten intravenös
verabreicht.

Dies geschieht meist über mehrere Stunden, da ansonsten eine
zu schnelle Aktivierung des Immunsystems zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann.


Die Forschergruppe um Prof. Dr. Ralph Mocikat vom Institut
für Molekulare Immunologie (IMI), Helmholtz Zentrum München, erprobte in
ihren Untersuchungen daher subkutane Injektionen. Die Wissenschaftler
verwendeten dafür eine spezielle Klasse multispezifischer, sogenannte
trifunktionale*, Antikörper.
Konkret testeten sie einen Antikörper, der
von der Firma Trion Research GmbH zur Bekämpfung von Melanomzellen
entwickelt wurde.

Gleichmäßige Abgabe in den Körper

„Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse aus dem Tiermodell, dass die Gabe von
trifunktionalen Antikörpern subkutan deutlich vorteilhafter ist als die
intravenöse Standardtherapie“
, fasst Erstautorin Nina Deppisch die
Resultate zusammen.

„Zwar ist die Bioverfügbarkeit, also die Wirkstoffdosis im Kreislauf, geringer – dafür wird der Antikörper aber besser vertragen – bei unverminderter Wirksamkeit gegen den Tumor.“ Die Forscher gehen davon aus, dass die gute Verträglichkeit dadurch zustande kommt, dass der unter die Haut gebrachte Antikörper wie aus einem Depot langsam und gleichmäßig in den Körper abgegeben wird.

 „Das bestätigen auch von uns erfasste Entzündungswerte wie etwa die Spiegel bestimmter Zytokine“, so Deppisch.

Künftig subkutan statt intravenös?

Zwei Punkte sehen die Forscher als richtungsweisend: „Zum einen zeigt
unsere Arbeit erneut die Wirksamkeit von trifunktionalen Antikörpern“, so
Studienleiter Mocikat.

 „Ihr Vorteil liegt generell darin, dass sie eine langfristige Immunität gegen den Tumor herbeiführen, anstatt ihn nur kurzfristig zu bekämpfen. 

Zum zweiten zeigen unsere Ergebnisse, dass die Behandlung von Tumoren hinsichtlich der Verfügbarkeit für Patienten auf eine breitere Grundlage gestellt werden kann.

Möglicherweise ist bei insgesamt besserer Verträglichkeit eine stationäre Aufnahme des Patienten nicht mehr nötig, da die Gabe statt über Stunden hinweg in wenigen Minuten machbar ist.“ Das wollen die Forscher in weiteren Studien herausfinden.

Weitere Informationen

Hintergrund:

*Multispezifische Antikörper: Normalerweise besitzen Antikörper zwei Arten
von Bindungsstellen: Die beiden identischen Antigenbindungsdomänen in den
variablen Regionen an den Ästen der Y- Struktur und eine weitere
Bindungsstelle für Zellen der angeborenen Immunantwort im Bereich des
Antikörper-Stammes (Fc-Region). 

Der Trick bei multifunktionalen Antikörpern ist nun, dass sie gleichzeitig mehrere unterschiedliche Zelltypen zusammenführen. Ein konkretes Beispiel sind die hier im Text behandelten trifunktionalen Antikörper (siehe unten).

*Trifunktionale Antikörper bilden eine Unterklasse der multispezifischen
Antikörper. Ihre beiden Bindungsstellen in den variablen Regionen sind
unterschiedlich: Eine bindet an ein Oberflächenantigen auf Krebszellen,
die zweite an körpereigene T-Zellen und der konstante Teil an Fresszellen
der angeborenen Immunabwehr (Makrophagen, Monozyten, Dendritische Zellen).

Die Zerstörung der Krebszellen erfolgt dann durch zwei unterschiedliche
Mechanismen:

Die T-Zellen leiten die Lyse der Tumorzellen ein (Apoptose)
und die Zellen des angeborenen Immunsystems vernichten die Krebszellen
durch Phagozytose und Nekrose.


Die dabei entstehenden Zelltrümmer werden dem Immunsystem präsentiert und es entsteht eine langfristige Immunität.

Original-Publikation:
Deppisch, N. et al. (2015). Efficacy and Tolerability of a GD2-Directed
Trifunctional Bispecific Antibody in a Preclinical Model: Subcutaneous
administration is superior to intravenous delivery, Molecular Cancer
Therapeutics, pii: molcanther.0156.2015

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose,
Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes
mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das
Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz
des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum
München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-
Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-
biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Molekulare Immunologie (IMI) betreibt
anwendungsorientierte Grundlagenforschung, die die Aufklärung der
grundlegenden Mechanismen des Immunsystems, das Verständnis der
immunologisch vermittelten Entstehung von Krankheiten sowie die
unmittelbare Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse in die Anwendung zum
Ziel hat. Im Mittelpunkt stehen neue personalisierte Therapieansätze, die
auf einer Modulation des Immunsystems beruhen.

Das unabhängige Unternehmen Trion Research GmbH wurde 1998 von Horst
Lindhofer als Spin-off Unternehmen aus dem Helmholtz Zentrum München
gegründet. Als unabhängiger Spezialist unterstützt Trion Research die
präklinische und klinische Entwicklung neuer Immuntherapien. Das Angebot
reicht von der Entwicklung neuer Wirkstoffe bis hin zu spezifischen
Leistungen im Rahmen von klinischen Studien.

Medizin am Abend DirektKontakt 

Helmholtz Zentrum München - Deutsches
Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr.
1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 2238 - Fax: +49 89 3187 3324 -

Prof. Dr. med. Ralph Mocikat, Helmholtz Zentrum München - Deutsches
Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für
Molekulare Immunologie, Marchioninistr. 25, 81377 München - Tel. +49 89
3187 1302 - E-Mail: Mocikat@helmholtz-muenchen.de

Ansprechpartner bei der Trion Research GmbH:
Dr. Horst Lindhofer, Trion Research (GmbH), Am Klopferspitz 19, 82152
Martinsried – Tel. +49 89 70076624 E-Mail:
horst.lindhofer@trionresearch.de


www.helmholtz-muenchen.de/imi - Institut für Molekulare Immunologie

www.trionresearch.com - Trion Research GmbH

Arzneimittel-RL: Saftzubereitungen für Erwachsene - Dysphagie (Ausnahmeregelung)

Medizin am Abend Fazit:

Ausnahme in Arzneimittel-RL erlaubt Verordnung von Saftzubereitungen für geriatrische Patienten

Eigentlich gibt es einen Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen. 

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Kassenärzte können geriatrischen Patienten, die an Dysphagie leiden, nach individueller Prüfung durchaus entsprechende Zubereitungen verschreiben. 

Ermöglicht wird dies durch eine Ausnahmeregelung in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, auf die die AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) hinweist. 
 
Viele betagte Patienten leiden an geriatrischen und neurologischen Grunderkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson-Syndrom oder Demenzielles-Syndrom, die oft mit Beschwerden beim Schlucken einhergehen.

Die Arzneimittelversorgung in oraler Form wird dadurch erheblich erschwert: Selbst gemörserte Tabletten können ein erhöhtes Aspirationsrisiko bis hin zur Atemwegsobstruktion bewirken.

Bei der Behandlung von Dysphagie-Patienten sind daher flüssig-orale Darreichungsformen eine sinnvolle Alternative, auch um eine invasive, stationäre Therapie zu vermeiden. Jedoch findet sich in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ein Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen für Erwachsene.

Ausnahme in Einzelfällen

Doch gilt dies nicht uneingeschränkt. Demnach sind in der Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie „Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse“ zwar Präparate und Präparatkombinationen, die von Kassenärzten nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden dürfen, gelistet. 

Doch gibt es unter Nummer 43 auch eine Ausnahmeregelung. 

So ist der Einsatz von Saftzubereitungen für Erwachsene „in der Person des Patienten begründeten Ausnahmen“ durchaus gestattet.

Dr. Martin Jäger, gemeinsam mit Dr. Tanja Rittig Sprecher der AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), betont:

„Diese Ausnahmeregelung ist noch viel zu wenig bekannt und sollte im Interesse der Patienten bei entsprechender Indikation häufiger genutzt werden.“ Als Direktor der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie am Hüttenhospital Dortmund weiß er:

„Der gezielte Einsatz von Saftzubereitungen unterstützt eine angemessene Anwendung aller Therapieoptionen in der Arzneimittelversorgung.“ 


Medizin am Abend DirektKontakt



Nymphenburger Str. 19
80335 München
Deutschland
Bayern


Nina Meckel
Telefon: 089 / 230696069
Fax: 089 / 230696060