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Depressive und ihr Zeitempfinden

Medizin am Abend Fazit: Subjektives Zeitempfinden ist bei depressiven Menschen verändert

Psychologen der JGU ermitteln in einer Metastudie Unterschiede zwischen der subjektiven Einschätzung des Zeitflusses und der Schätzung konkreter Zeitintervalle 
 
Wie schnell die Zeit vergeht, ist eine außerordentlich subjektive Einschätzung und hängt meist von der jeweiligen Situation ab, ob man beispielsweise auf etwas wartet oder im Gegenteil eine Frist näher rückt. Allerdings scheinen depressive Menschen grundsätzlich ein anderes Zeitempfinden zu haben als gesunde.

Darauf deuten Aussagen von Patienten hin, wonach ihnen die Zeit quälend langsam vergeht oder gar stillzustehen scheint. In einer sogenannten Metastudie haben Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) nun die zu dieser Frage relevanten wissenschaftlichen Untersuchungen zusammengetragen und ausgewertet. Das Ergebnis: Depressive Personen haben im Vergleich zu gesunden Probanden tatsächlich das subjektive Empfinden, dass die Zeit langsamer vorbeigeht. Müssen sie jedoch ein ganz konkretes Zeitintervall von zum Beispiel zwei Sekunden oder auch zwei Minuten schätzen, gelingt ihnen das genauso gut wie Gesunden.

Sven Thönes und Daniel Oberfeld vom Psychologischen Institut der JGU haben für ihre Metastudie die Ergebnisse aus 16 Einzelstudien mit insgesamt 433 depressiven Probanden und 485 nicht depressiven Kontrollprobanden ausgewertet. „Psychiater und Psychologen in Kliniken oder Praxen berichten immer wieder davon, dass depressive Patienten das Gefühl haben, die Zeit schleiche langsam dahin oder vergehe im Zeitlupentempo“, berichtet PD Dr. Daniel Oberfeld. „Unsere Auswertung kann dies bestätigen.“ Erste wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema gab es bereits in den 1940er Jahren. Die älteste Studie, die in die Analyse der Mainzer Psychologen einging, stammt von 1977.

Im zweiten Teil ihrer Metaanalyse untersuchten Thönes und Oberfeld die Schätzung der Zeitdauer von Ereignissen. Bei solchen Studien werden Probanden beispielsweise gebeten, die Länge eines Films in Minuten anzugeben, fünf Sekunden lang auf eine Taste zu drücken oder die Dauer von zwei unterschiedlich langen Tönen zu unterscheiden. Hier führten depressive Probanden die Aufgaben genauso aus wie gesunde, es zeigte sich also kein Unterschied. „Offensichtlich ist das subjektive Gefühl, wie die Zeit vergeht, für depressive Menschen etwas anderes als die tatsächliche Schätzung der Dauer eines externen Ereignisses“, fasst Oberfeld die Ergebnisse zusammen.

Als Manko bei der Datenlage empfinden Thönes und Oberfeld, dass einige Aspekte für den Zusammenhang von Depressionen und Zeitwahrnehmung noch nicht hinreichend untersucht worden sind. So ist wenig darüber bekannt, wie sich Antidepressiva oder Psychotherapie auswirken oder ob Patienten mit bipolaren Störungen oder einer klassischen Depression unterschiedlich reagieren. Auf jeden Fall aber muss in künftigen Studien deutlich zwischen einer subjektiven Beurteilung des Zeitflusses und der Schätzung von präzise definierten Zeitintervallen unterschieden werden, raten die Autoren der Metastudie.

Veröffentlichung:
Sven Thönes, Daniel Oberfeld
Time perception in depression: A meta-analysis
Journal of Affective Disorders, 12. Januar 2015
DOI: 10.1016/j.jad.2014.12.057

Medizin am Abend DirektKontakt 

PD Dr. Daniel Oberfeld-Twistel
Abt. Allgemeine Experimentelle Psychologie
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-39274
Fax +49 6131 39-39268
E-Mail: oberfeld@uni-mainz.de
Petra Giegerich


Weitere Informationen für die Medizin am Abend Leserschaft:
http://www.staff.uni-mainz.de/oberfeld/
http://Weitere Links:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S016503271400843X (Article)

Frei verkäufliche Analgetika

Medizin am Abend Fazit: Frei verkäufliche Analgetika: Teufelszeug oder ungefährlich? Unbedingt Dosierangaben der Hersteller beachten – keine regelmäßigen Einnahmen

Die Einnahme von seit Jahren eingesetzten, frei verkäuflichen
Schmerzmitteln wird häufiger in der Öffentlichkeit als gefährlich
eingeschätzt. Breite Teile der Bevölkerung und auch die Ärzteschaft
verunsichert das regelmäßig. Im Einzelnen wurde Paracetamol als einer der
gefährlichsten Wirkstoffe im täglichen Gebrauch bezeichnet.

„Hält man sich an die Dosierangaben der Hersteller und vermeidet die
häufige Einnahme, kann man unbesorgt sein. Eine Schädigung der Niere, wie
sie für die Vorläufersubstanz von Paracetamol - das nicht mehr erhältliche
Phenacetin - bewiesen wurde, muss gemäß der Daten aus epidemiologischen
Untersuchungen hier nicht befürchtet werden“, sagt PD Dr. Stefanie
Förderreuther, Pressesprecherin der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Gefahr bestehe tatsächlich nur, wenn man
es in weit höheren Dosierungen als empfohlen einnimmt: Zum Beispiel bei
Einnahme von sechs Gramm, das sind 12 Tabletten zu 500 Milligramm an einem
Tag - führt es beim Erwachsenen zu schweren Leberschäden. Das ist schon
seit vielen Jahren bekannt. Weniger bekannt ist, dass Paracetamol bei
Kindern eine längere Halbwertszeit besitzt und deshalb bei wiederholten
Gaben schneller gefährlich werden kann. Daher ist bei der Gabe an Kinder
besondere Vorsicht gefordert.

Auch bei kritischer Bewertung der frei verkäuflichen Analgetika ergeben
sich zum heutigen Zeitpunkte keine neuen Gesichtspunkte, die die
Empfehlungen zu diesen Mitteln in der Selbstmedikation bei Kopfschmerzen
ändern würden. Generell sind diese Medikamente sicher. Das bedeutet jedoch
nicht, dass diese Medikamenten völlig ungefährlich sind: bei unsachgemäßem
Gebrauch, zu hoher Dosierung und längerfristiger, regelmäßiger Einnahme
muss auch hier mit unerwünschten Wirkungen gerechnet werden – eine davon
ist z.B. die Chronifizierung von bestehenden Kopfschmerzen. Die in den
Leitlinien der DMKG zur Selbstmedikation bei Kopfschmerzen gegebenen
Empfehlungen verhindern diese Risiken.

In der letzten Zeit wurde auch der Gebrauch von Paracetamol in der
Schwangerschaft hinterfragt. Epidemiologische Studien vermuteten ein
mögliches Risiko der Entwicklung von Asthma bronchiale,
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Hodenhochstand.
Andere Studien ermittelten gerade für diese zum Teil häufigen Erkrankungen
eine große Anzahl von anderen möglichen Risikofaktoren, so dass bei der
Vielzahl von potentiellen Risikofaktoren derzeit keine Zuordnung möglich
ist. Dieser Sachverhalt führte auch dazu, dass die europäischen
Zulassungsbehörden keine Änderungen ihrer Empfehlungen vornahmen.
Paracetamol kann weiterhin in allen Stadien einer Schwangerschaft als
sichere Substanz betrachtet werden.

Eine andere häufig eingesetzte Substanzgruppe zur Schmerztherapie sind die
Hemmstoffe der Cyclo-Oxygenase (wie z.B. ASS, Ibuprofen oder Diclofenac).
Bekannte Risiken sind bei regelmäßiger und anhaltender Einnahme die
Nebenwirkungen auf den oberen Gastro-Intestinal-Trakt (oberer Teil des
Verdauungsapparates: Magen und Dünndarm), die Beeinflussung der
Thrombozytenfunktion, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führt, und auch
die Erhöhung des Blutdruckes. Diese Nebenwirkungen sind jedoch dosis-
abhängig und treten nur nach anhaltendem Gebrauch auf.

Die dritte Gruppe von frei verkäuflichen Schmerzmitteln, die wiederholt
mit Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wurde, sind die Mischpräparate,
wobei meistens Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) und Koffein
kombiniert werden. Als Gefahr wird ein erhöhtes Risiko abhängig zu werden
genannt und der Umstand, dass mehrere Substanzen auch in der Summe mehr
Nebenwirkungen erzeugen. Dabei ist gerade ein Vorteil der
Kombinationspräparate, dass die Einzelsubstanzen deutlich niedriger
dosiert werden können und so die dosis-abhängigen Risiken der
Einzelsubstanzen niedriger anzusehen sind. Koffein selber ist eine in der
Gesellschaft ubiquitär eingesetzte Substanz. Schon eine Tasse Kaffee
enthält höhere Koffeinmengen als eine Tablette von einem
Kombinationspräparat. Darüber hinaus hat Koffein eine eigene
schmerzlindernde Wirkung und möglicherweise sogar schützende Wirkungen vor
der Entwicklung von Diabetes mellitus und Parkinson.

Medizin am Abend DirektKontakt 


PD Dr. med. Stefanie Förderreuther
Neurologische Klinik der LMU München
Ziemssenstrasse 1, 80336 München
Tel: +49 (0)89 4400 52456, Steffi.Foerderreuther@med.uni-muenchen.de
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Rita Wilp

Prof. Dr. med. Andreas Straube
Klinikum Großhadern, Neurologische Klinik der Universität München
Marchioninistr. 15, 83177 München
Tel.: +49 (0)89 4400-7-3900, andreas.straube@med.uni-muenchen.de

20 Sekunden - und die Hindurchblutung / Genanalyse / Urin- und Blutteststreifen

Medizin am Abend Fazit: http://dasgehirn.info/

Wer länger als 20 Sekunden auf einem Bein das Gleichgewicht hält, kann mit seiner Hirndurchblutung zufrieden sein. Eine kürzere Standhaftigkeit weise auf Schäden an den kleinen Blutgefäßen im Gehirn hin, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine japanische Studie. Fazit der Wissenschaftler: Mit dem einfachen Test könne man frühzeitig feststellen, wer ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder geistigen Abbau habe.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 3/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Selbsttest kein Ersatz für den Arzt / Wann Urin- und Blutteststeifen für zuhause sinnvoll sind und wo ihre Grenze liegt

Urin- und Blutteststreifen können Hinweise auf Erkrankungen geben, sollten aber nicht ohne ärztlichen Rat verwendet werden. "Selbsttests helfen, Risiken zu erkennen oder Krankheitsverläufe zu kontrollieren, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose", sagt Gabriele Overwiening vom Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer in der "Apotheken Umschau". Die Aussagekraft von Selbsttests werde oft überschätzt und hänge auch von der Güte der Proben ab. Overwiening rät, sich in der Apotheke die korrekte Handhabung erklären zu lassen.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 3/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Gene nicht entscheidend für langes Leben / Genanalyse bei sehr alten Menschen zeigte keine Auffälligkeiten

Worin liegt das Geheimnis der 110-Jährigen? Offenbar nicht in den Genen, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren-Ratgeber" unter Berufung auf eine Studie der US-Universität Stanford. Die Wissenschaftler fanden im Erbgut von 17 Methusalems jedenfalls keine Auffälligkeiten. Der Laborleiter, Professor Stuart Kim vermutet hinter der steigenden Zahl alter Menschen unter anderem die gute medizinische Versorgung. Weltweit sind zurzeit 74 über 110-Jährige bekannt.
Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" 3/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

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Ruth Pirhalla

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GenderMedizin: Knochenstoffwechsel : Behandlung der Osteoporose

Medizin am Abend Fazit: Knochenstoffwechsel – Neuartige Medikamente verbessern die Behandlung der Osteoporose

Osteoporose betrifft in Deutschland weit über sieben Millionen Menschen. Sie tritt bei Frauen oft nach den Wechseljahren auf. Bei Männern und Frauen wird mit zunehmendem Lebensalter die Knochendichte geringer und erhöht damit das Risiko für Knochenbrüche. Neue Erkenntnisse zum Hormonstoffwechsel des Knochens haben die Entwicklung von neuen, rasch wirksamen und nebenwirkungsarmen Medikamenten ermöglicht. Die Medikamente, die in den Hormonstoffwechsel eingreifen, kommen als Alternative zu den bewährten Bisphosphonaten in Frage.
 
Knochen sind keine statischen Gebilde, sondern bestehen aus Zellen, die in die mineralische „Knochenmatrix“ eingebettet sind. Wie andere Gewebe im Körper werden sie ständig erneuert: Sogenannte Osteoklasten bauen die Knochenmasse ab, Osteoblasten bauen sie wieder auf. Hormone können den Knochenabbau fördern oder auch hemmen. „Das Nebennierenhormon Cortisol, das in der Medizin häufig als Entzündungshemmer eingesetzt wird, kann zur Osteoporose führen“, erläutert Professor Dr. med. Heide Siggelkow, Ärztliche Leiterin des Endokrinologikums Göttingen und 1. Vorsitzende des Dachverbandes Osteologie.

„Eine Östrogentherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden hingegen hat als günstigen Nebeneffekt einen Anstieg der Knochendichte zur Folge“, ergänzt die Beirätin der DGE-Sektion Knochenstoffwechsel.
Hormone, Teile der Botenstoffe oder auch Substanzen, die in die Übertragungswege der Stoffe eingreifen, werden daher auch gezielt bei Frauen nach dem Wechsel zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt. Ein Mittel zur Therapie der postmenopausalen Osteoporose ist Raloxifen, ein sogenannter selektiver Östrogenrezeptormodulator. Ein weiteres Osteoporosemittel ist Teriparatid, eine verkürzte Variante des Parathormons aus der Nebenschilddrüse, das seit 2003 zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen und Männern zugelassen ist.

„Das Problem dieser Präparate ist, dass sie ihre Wirkung im ganzen Körper entfalten“, erklärt Professor Siggelkow. Das erste Mittel, das gezielt im Knochen wirkt, ist das vor vier Jahren eingeführte Denosumab. Je nach Präparat wird es vierwöchentlich oder halbjährlich mit einer Spritze verabreicht. „Der Antikörper Denosumab blockiert im Knochen das Signalprotein RANKL, das die Bildung und Aktivität von Osteoklasten fördert“, erläutert Professor Siggelkow: „Das Ergebnis ist eine Hemmung des Knochenabbaus durch die Osteoklasten und damit eine Steigerung der Knochendichte“. RANKL – die Abkürzung steht für „Receptor Activator of NF-kappaB Ligand“ – ist nicht das einzige in den letzten Jahren entdeckte Gewebshormon des Knochens, das einen Angriffspunkt für die Therapie der Osteoporose bietet. Auch das Gewebshormon Sklerostin gehört zu den Signalstoffen, mit denen Osteoblasten und Osteoklasten kommunizieren. Erste Studien zeigen, dass Sklerostin-Antikörper die Knochendichte deutlich erhöhen. Die Expertin aus Göttingen rechnet in den nächsten Jahren mit der Zulassung des Wirkstoffs.

Die neuen hormonellen Mittel könnten die langfristige Sicherheit der Osteoporosebehandlung verbessern, hofft auch DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Bochum. Die derzeit am häufigsten eingesetzten Mittel, die Bisphosphonate, seien jedoch äußert effektiv und blieben das Mittel der Wahl, neben der Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D.

Mit der zunehmenden Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Osteoporosepatienten. Neben Frauen seien immer häufiger auch Männer betroffen, was jedoch weltweit zu wenig beachtet und untersucht werde, etwa wenn ein Mann einen Knochenbruch erlitten hat, merkt Professor Schatz an. Zur Vorbeugung empfiehlt er: „Viel Bewegung, denn ‚Muskel macht Knochen‘, gesunde, kalziumreiche Ernährung und mindestens eine halbe Stunde täglich ins Freie gehen, um die Produktion von Vitamin D in der Haut zu steigern.“

Literatur:
W. J. Fassbender, B. Willmann: Medikamentöse Therapie der Osteoporose. Dtsch med Wochenschr 2014; 139(10): 497-500.
Professor Dr. med. Heide Siggelkow: Redemanuskript DGE-Pressekonferenz, 18.03.2015

Wie der Stoffwechsel Neubildung und Abbau des Skeletts steuert

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“ in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen, wie Speichel- oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach „außen“ ab.

Medizin am Abend DirektKontakt 

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Dagmar Arnold
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167


http://www.endokrinologie.net
http://www.dge2015.de

Das Ebola-Virus

Medizin am Abend: Pharmakologie - Bremse für das Ebola-Virus

Um in die Wirtszellen zu gelangen, spannt das tödliche Ebola-Virus die
Zellmaschinerie ein – unter anderem bestimmte Calcium-Kanäle der Zellwand.
Die lassen sich mit einem Wirkstoff blocken, was im Tiermodell die
Infektion stoppt.

Erst kürzlich kamen auch gute Nachrichten aus den Staaten Westafrikas, in
denen das tödliche Ebola-Virus wütet. In den drei am stärksten betroffenen
Ländern ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken, den jüngsten Ausbruch in
Mali erklärt die Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell für beendet.
Doch die Hoffnung könnte trügerisch sein. Schließlich hat ein Ausbruch
noch nie so lange gedauert wie der jetzige, noch nie ein so großes Gebiet
betroffen. Und noch immer verläuft in diesen Ländern die Mehrzahl der
Infektionen tödlich. Ein zugelassenes Medikament gegen Ebola gibt es
bislang nicht, nur eine Reihe von Wirkstoffkandidaten. Der Erreger löst
ein schweres hämorrhagisches Fieber aus, am Ende stehen schwere innere
Blutungen und schließlich ein Multiorganversagen.

Wie sich das Virus seinen Weg in den Körper bahnt und anschließend den
Stoffwechsel der Wirtszellen ausnutzt, um neue Viruspartikel zu bauen, ist
nicht in allen Teilen bekannt. Jetzt ist es einem deutsch-amerikanischen
Forscherteam gelungen, dem Bild ein weiteres entscheidendes Detail
hinzuzufügen – und damit gleichzeitig einen weiteren Ansatz für eine
mögliche Therapie aufzuzeigen. Die Wissenschaftler um die Pharmakologie-
Professoren Martin Biel und Christian Wahl von der LMU sowie den Virologen
Dr. Robert Davey vom Texas Biomedical Research Institute in San Antonio,
USA, berichten davon im renommierten Wissenschaftsblatt Science.

Die Erreger docken zunächst an bestimmte Rezeptoren an der Oberfläche vor
allem von Makrophagen, Fresszellen des Immunsystems, an. Das löst eine
Kette von Ereignissen aus: Die Zellen umschließen die Viren mit
Ausstülpungen und fangen sie so in Vesikeln ein, die wiederum mit anderen
Vesikeln, sogenannten Lysosomen, verschmelzen. Bei dieser Fusion spielen
bestimmte Ionenkanäle in den Membranen der Vesikel, sogenannte Two Pore
Channels (TPCs) , eine wichtige Rolle. Diese Kanäle, so fanden die
Forscher jetzt heraus, sind für den Infektionszyklus der Viren
unerlässlich. Sie liefern das für den Infektionsweg nötige Calcium-Ionen-
Signal. Sind sie blockiert oder defekt, bleiben die Viren in den Vesikeln
stecken und der Infektionszyklus wird wirkungsvoll unterbrochen.

Als besonders effektiv erwies sich der Wirkstoff Tetrandrin, ein
pflanzliches Alkaloid, das seit Langem in der traditionellen fernöstlichen
Medizin Verwendung findet. Tetrandrin verhindert die Infektion von
Makrophagen mit Ebola-Viren und zeigt auch therapeutische Wirkung bei
Mäusen, bei gleichzeitig vergleichsweise geringer Toxizität. Das konnten
die US-Wissenschaftler in Infektionsversuchen in ihren
Hochsicherheitslabors in San Antonio nachweisen. Die Münchner,
Spezialisten für Ionenkanäle, haben die Eigenschaften der TPCs und
insbesondere die Interaktion dieser Kanäle mit Tetrandrin in den Vesikeln
direkt analysiert. Von entscheidender Bedeutung für diese Untersuchungen
waren von den Münchnern hergestellte genetische Mausmodelle, denen TPCs
fehlen. Teile der Forschungsarbeiten fanden im Rahmen des Exzellenz-
Clusters Center for integrated Protein Science Munich (CiPSM) und des
Transregio-Sonderforschungsbereiches 152 „Steuerung der Körper-Homöostase
durch TRP-Kanal-Module“ statt.

An den TPCs anzusetzen, um das Virus zu bekämpfen, könnte aus Martin Biels
Sicht eine vielversprechende pharmakologische Strategie sein. „Wir töten
nicht das Virus ab, sondern verhindern, dass es infektiös wird“, sagt der
LMU-Forscher. „Wir greifen es also nicht direkt an, sondern gleichsam auf
einem Umweg.“ Das verringere die Gefahr, dass die hohe Variabilität der
Viren eine therapeutisch eingesetzte Substanz schnell unwirksam werden
lasse. Die Münchner Wissenschaftler wollen den Wirkstoff pharmazeutisch-
chemisch weiterentwickeln und in seiner Wirkung auf die Ionenkanäle noch
besser anpassen. „Ich bin durchaus optimistisch“, sagt Biel. „Die Chancen,
dass dabei ein aussichtsreicher Wirkstoff-Kandidat herauskommt, sind
groß.“
Science 2015

Publikation:
Two pore channels control Ebolavirus host cell entry and are drug targets
for disease treatment
Y. Sakurai, A. A. Kolokoltsov, C.-C. Chen, M. W. Tidwell, W. E. Bauta, N.
Klugbauer, C. Grimm, C. Wahl-Schott, M. Biel, R. A. Davey
Science 2014
http://www.sciencemag.org/content/347/62



Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Martin Biel
Department Pharmazie
Zentrum für Pharmaforschung
Tel.: 0049 89 2180-77328
martin.biel@cup.uni-muenchen.de
http://www.cup.uni-muenchen.de/dept/ph/pharmakologie/biel.php

Prof. Dr. Christian Wahl
Department Pharmazie
Zentrum für Pharmaforschung
Tel.: 0049 89 2180-77654
christian.wahl@cup.uni-muenchen.de
http://www.cup.uni-muenchen.de/dept/ph/pharmakologie/wahl.php
Ludwig-Maximilians-Universität München, Luise Dirscherl

Patienteneigene Blutzellen

Medizin am Abend Fazit: MHH Forscher erzeugen Blut aus pluripotenten Stammzellen Patienteneigene Blutzellen in großem Maßstab / Grundstein für innovative (Blut)-Zelltransplantation / Veröffentlichung in StemCell Reports

Das menschliche Blut besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher
Blutzellen mit spezifischen Aufgaben. Ist die Blutbildung jedoch wie etwa
bei einer Leukämie gestört oder großen Verletzungen überfordert, müssen
Ärzte auf Blut- oder Stammzellspenden zurückgreifen. Forschern des
Instituts für Experimentelle Hämatologie und des Exzellenzclusters REBIRTH
(Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie) an der
Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, aus menschlichen
pluripotenten Stammzellen (PSC) unterschiedliche reife Blutzellen für
Bluttransplantationen herzustellen. Das Besondere: Die Zellen können in
großem Maßstab erzeugt werden und ihre Funktion ist mit der Funktion der
Blutzellen im menschlichen Körper vergleichbar. „Diese Methode könnte in
Zukunft helfen, Bluttransplantationen mit bedarfsgerecht hergestellten
Blutzellen schnell und effizient durchzuführen“, sagt Dr. Nico Lachmann,
Postdoktorand in der REBIRTH-Arbeitsgruppe iPSC basierte hämatopoetische
Regeneration. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der
Fachzeitschrift StemCell Reports. Dr. Lachmann und Dr. des. Mania
Ackermann teilen sich die Erstautorenschaft der Publikation.

Die pluripotenten Stammzellen werden während der Differenzierung in
Richtung Blutzellen in einer Petrischale in einer Art Komplex gehalten,
der kontinuierlich in der Lage ist, reife Blutzellen zu bilden. Dabei
entstehen aus nur wenigen Stammzellen spezialisierte Blutzellen. Über
einen Zeitraum von sechs Monaten können die Wissenschaftler jede Woche bis
zu zehn Millionen Zellen pro Petrischale ernten. „Wir konnten zwei Arten
weißer Blutkörperchen erzeugen, die Makrophagen und die Granulozyten. Sie
sind genauso funktionsfähig wie Zellen, die direkt aus dem menschlichen
Körper entnommen werden“, sagt Dr. des. Ackermann aus der REBIRTH-
Arbeitsgruppe iPSC basierte hämatopoetische Regeneration. „Neue Daten
deuten daraufhin, dass wir auch andere reife Blutzellen mit dieser Methode
erzeugen können. Die entwickelte Methode ist so einfach, dass bereits
Arbeitsgruppen in Deutschland und den USA diese neue Methode nutzen“,
ergänzt Dr. Lachmann.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Nico Lachmann, Telefon (0511)
532-5266, Lachmann.Nico@mh-hannover.de
Medizinische Hochschule Hannover, Stefan Zorn

Die Originalarbeit finden Sie unter www.cell.com/stem-cell- reports/abstract/S2213-6711(15)00026-0


Dr. Nico Lachmann und Dr. des. Mania Ackermann bei der Analyse der Blutzellen.
Dr. Nico Lachmann und Dr. des. Mania Ackermann bei der Analyse der Blutzellen. Foto: MHH/Kaiser

Rückstellung von der Einschulung kann Leistungen verschlechtern http://dasgehirn.info/

Kinder von der Einschulung zurückzustellen könnte sich negativ auf ihre
späteren Schulleistungen auswirken. Das berichtet ein deutsch-britisches
Forscherteam in der Zeitschrift „Journal of Developmental Medicine and
Child Neurology“. „Das fehlende Jahr Lernerfahrung ging einher mit
durchschnittlich schlechteren Leistungen in standardisierten Tests im
Alter von acht Jahren“, sagt Julia Jäkel von der Ruhr-Universität Bochum.
„Wir brauchen nun mehr Studien, die die Langzeiteffekte der verspäteten
Einschulung untersuchen. Unsere Ergebnisse sollten Eltern und Lehrern aber
zu denken geben.“

Verspätet und altersgemäß eingeschulte Kinder im Vergleich

http://dasgehirn.info/

Kinder, die bei der verpflichtenden Einschulungsuntersuchung schlecht
abschneiden, dürfen häufig erst ein Jahr später mit der Schule anfangen.
Eine neue Studie legt jedoch nahe, dass daraus keine besseren
Schulleistungen resultieren. Entwicklungspsychologin Julia Jäkel
untersuchte den Sachverhalt gemeinsam mit Prof. Dieter Wolke, University
of Warwick, und weiteren britischen Kollegen. Das Team verglich die
Leistungen von verspätet und altersgemäß eingeschulten Kindern. Am Ende
des ersten Schuljahres bewerteten die Lehrer die Leistungen der Kinder in
beiden Gruppen gleich. Verglichen die Forscher die Leistungen der beiden
Gruppen im Alter von acht Jahren, standen die altersgemäß eingeschulten
Kinder im Durchschnitt jedoch besser dar. Und zwar in standardisierten
Tests in Lesen, Schreiben, Mathe und Aufmerksamkeit.

Daten stammen aus der Bayerischen Längsschnittstudie

Daten von 999 Kindern, darunter 472 Frühgeborene, gingen in die Studie
ein, die von der britischen Nuffield Foundation gefördert wurde. Sie
stammten aus der Bayerischen Längsschnittstudie. Die Kinder mussten in
Bayern testen lassen, ob sie schultauglich sind. Das erfolgte drei bis
zwölf Monate vorm altersgemäßen Schuleintrittsdatum durch einen
Kinderarzt, der anschließend eine Empfehlung aussprach, ob die Einschulung
im aktuellen oder nächsten Jahr erfolgen sollte. Mit den so gewonnenen
Daten arbeitete das deutsch-britische Forscherteam. „Denn natürlich
konnten wir keine Kinder für unsere Studie von der Einschulung
zurückstellen“, sagt Dieter Wolke.

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Julia Jäkel, Entwicklungspsychologie, Fakultät für Psychologie der
Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22294, E-Mail:
julia.jaekel@rub.de

Mehr Forschung von Julia Jäkel
http://rubin.rub.de/de/nicht-zu-frueh-zum-rechnen

Schwere Herzschwäche - Besserung mit Schrittmacher Quadra Allure MP (Hersteller St. Jude Medical)

Medizin am Abend Fazit: Bessere Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit schwerer Herzschwäche

Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, wird weltweit einer der ersten Schrittmacher mit vierpoligem Elektrodenkabel zur Mehrfach-Stimulation des Herzens eingesetzt. 
 
Erstmals in Deutschland haben Herzspezialisten am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Horstkotte einen neuen Herzschrittmacher implantiert, der Patienten mit hochgradiger Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bessere Behandlungsmöglichkeiten verspricht.

Das weltweit neue System, das der Kardiologe und Elektrophysiologe Dr. Klaus-Jürgen Gutleben und der Herzchirurg Dr. Thomas Eitz am 3. März 2015 einer 58-jährigen Patientin erfolgreich einsetzten, ist im Vergleich zu herkömmlichen Herzschrittmachern mit einem vierpoligen Elektrodenkabel zur Stimulation der linken Herzkammer ausgestattet. Es trägt den Namen Quadra Allure MP (Hersteller St. Jude Medical). Der Schrittmacher ist besonders geeignet für Patienten, die auf eine sogenannte kardiale Resynchronisationstherapie, kurz CRT, nicht optimal ansprechen. CRT-Patienten wurden bisher mit mit zweipoligen Elektrodenkabeln zur Stimulation der linken Herzkammer ausgestattet. Das Ziel, den durch die schwere Herzschwäche bedingten ungleichmäßigen (asynchronen) Pumpvorgang der Herzkammern zu synchronisieren, kann mit dem neuartigen System besser erreicht werden.

„Wir können mit dem neuen Herzschrittmacher jetzt über die vierpolige Elektrode gleichzeitig zwei Impulse an unterschiedlichen Stellen der linken Herzenkammer abgeben“, erläutert Dr. Gutleben das kardiologische Behandlungsverfahren.

 
Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Chefarzt der Kardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, und Oberarzt Dr. Klaus-Jürgen Gutleben mit dem neuen Herzschrittmacher

„Die zusätzliche Stimulation trägt dazu bei, die Arbeit unterschiedlicher Abschnitte der Herzkammern wieder in Takt und Gleichklang zu bringen, die Resynchronisation wird damit deutlich verbessert.“

Medizin am Abend DirektKontakt 

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Anna Reiss
 Georgstr. 11h 32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de
www.hdz-nrw.de

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.

Die Klinik für Kardiologie des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dieter Horstkotte ist spezialisiert auf die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und entzündliche Herzerkrankungen. In der Kardiologischen Klinik werden jährlich 10.000 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Rund 9.000 Patienten pro Jahr kommen zur ambulanten Behandlung in die Klinik. Modernste diagnostische und bildgebende Verfahren sowie alle modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche und schonende medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist Europäisches und Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit) sowie als überregionales Zentrum zur Versorgung Erwachsener mit angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

GenderMedizin: Kalte Füße, Kalte Hände und die Pille danach

 



Medizin am Abend Fazit. 

Frauen frieren, Männer aber auch: Die Deutschen machen dem Winter Dampf 

Kalte Füße und Hände im Winter - typisch Frau, mag manch einer denken. Aber auch das starke Geschlecht ist bei niedrigen Temperaturen zarter besaitet, als es das Klischee vermuten lässt. Rund 65 Prozent der Frauen in Deutschland leiden häufig unter kalten Gliedmaßen, während die Männer immerhin zu 40 Prozent nach Handschuhen und dicken Socken suchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von Knorr. Dabei spielt vor allem die Außentemperatur eine Rolle: Knapp 80 Prozent nennen sie als Auslöser für frostige Momente. Auch mangelnde Bewegung führt gerade bei Frauen (62 %) zu Eishänden und -füßen. Dagegen gibt weniger als die Hälfte der befragten Männer Bewegungsmangel die Schuld für Frostbeulen. Außerdem kündigt sich bei jedem Zweiten eine drohende Erkältung mit kalten Händen oder Füßen an. Ganz gleich, woher die kalten Gliedmaßen kommen wenn es darum geht, sich mit einem leckeren Essen wieder aufzuwärmen, sind sich die Bundesbürger einig. Mehr als 80 Prozent greifen dann zu einer heißen Suppe oder einem Eintopf. 

Woran liegt es, dass bei sinkenden Temperaturen zuerst Hände und Füße kalt werden? Verantwortlich dafür ist der schlaue menschliche Organismus: Um die lebenswichtigen Organe in der Körpermitte und das Gehirn bei eisigen Temperaturen ausreichend mit Wärme zu versorgen, entzieht er diese zuerst den äußersten Gliedmaßen: Die Gefäße werden verengt, der Wärmetransporter Blut fließt langsamer und die kalten Füße und Hände sind da. Aber auch Nässe, unzureichende Kleidung und eine schlechte Durchblutung lassen Hände und Füße frieren. Wie für so viele Probleme gibt es aber auch für dieses mehr als eine Lösung.

Deutsche heizen sich ein

Warme Kleidung, Essen oder Kuscheleinheiten - was tun die Deutschen eigentlich, um im Winter die Kälte zu vertreiben? 90 Prozent sind pragmatisch und greifen zu Handschuhen oder dicken Socken. Knapp die Hälfte wärmt sich abgesehen davon beim Essen von innen auf. In diesen zwei Punkten herrscht Einigkeit unter den Geschlechtern. Anders sieht es beim Fußbad aus: Mehr als jede zweite Frau greift gern auf das altbewährte Mittel zurück. Dagegen tendieren nur 30 Prozent der Männer zu dieser Wohlfühlmaßnahme. Beim Partner wärmen sich knapp 35 Prozent der deutschen Männer gern auf, aber 45 Prozent der Frauen - bleibt die Frage, wer wärmt sich eigentlich an wem?

Etwas Warmes braucht der Mensch

Die wohl leckersten und schnellsten Mittel zum Aufwärmen sind heiße Speisen und Getränke. Mehr als die Hälfte der deutschen Frauen und mit 46 Prozent fast ebenso viele fröstelnde Männer sind davon überzeugt. Dabei entscheiden sich mehr als 80 Prozent für die Klassiker Suppe oder Eintopf. Gut 70 Prozent essen etwas Vitaminreiches wie Orangen und mehr als die Hälfte greift zu Schokolade. Unter den Suppen und Eintöpfen belegt der traditionelle Hühnereintopf klar Platz eins: Knapp 35 Prozent bevorzugen ihn vor Gulaschsuppe, Linseneintopf, Erbseneintopf und Grüne-Bohnen-Eintopf.

Dass eine heiße Hühnersuppe auch bei Erkältung Wunder wirken kann, wusste schon Oma. Doch woran liegt das eigentlich? Zu verdanken ist dies dem im Huhn enthaltenen Eiweißstoff Cystein: Er wirkt entzündungshemmend und lässt Schleimhäute abschwellen.

Medizin am Abend Link zur Pille danach:

http://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2015/0001-0100/28-15.pdf?__blob=publicationFile&v=1

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