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Prof. Dr. Bernhard G. Herrmann: Die Vorwärtsbewegung der Spermien mit RAC1 und t-Spermien

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Nicht alle Spermien sind gleich

Unter Spermien herrscht harte Konkurrenz – sie alle wollen möglichst schnell ihr Ziel erreichen, doch nur der Erste darf die Eizelle befruchten. 

Ein Forschungsteam aus Berlin zeigt nun an Mäusen, dass die Vorwärtsbewegung der Spermien von dem Protein RAC1 abhängt. 

  • Spermien mit der optimalen Menge des aktiven Proteins setzen sich gegen die Konkurrenten durch, während eine gestörte Aktivität zur Unfruchtbarkeit der Männchen führt. 

 Erster! In direkter Konkurrenz zueinander setzen sich t-Spermien beim Wettlauf um die Eizelle mit Hilfe genetischer Tricks gegen ihre normalen Konkurrenten (+) durch

 Erster! In direkter Konkurrenz zueinander setzen sich t-Spermien beim Wettlauf um die Eizelle mit Hilfe genetischer Tricks gegen ihre normalen Konkurrenten (+) durch Alexandra Amaral MPI f. mol. Genet.

Es ist ein buchstäblicher Wettlauf um das Leben, wenn Millionen von Samenzellen auf die Eizellen zu schwimmen, um sich mit ihnen zu vereinigen.  

Doch entscheidet reines Glück über den Sieger? 

Wie sich herausstellt, gibt es bei Mäusen Unterschiede in der Konkurrenzfähigkeit der einzelnen Spermien. 

  • Ein natürlich vorkommender DNA-Abschnitt agiert „egoistisch“. Er bricht mit den Gesetzen der genetischen Vererbung – und beschert den Spermien, die ihn besitzen, eine Erfolgsquote von bis zu 99 Prozent.


In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLoS Genetics beschreibt ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) in Berlin, wie der Erbfaktor mit dem Namen „t-Haplotyp“ Spermien bevorteilt.

Ein Signalprotein ist entscheidend für die Vorwärtsbewegung

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erbrachten erstmals den experimentellen Nachweis, dass Spermien mit dem t-Haplotyp sich schneller vorwärtsbewegen als ihre „normalen“ Kollegen

Auf diese Weise verschaffen sie sich bei der Befruchtung ihren Vorteil. 

Die Forscherinnen und Forscher analysierten einzelne Spermien und stellten fest, dass die meisten Zellen, die nur wenig Strecke machten, genetisch „normal“ waren, während die sich auf gerader Bahn bewegenden Spermien meist den t-Haplotyp enthielten.

Vor allem aber verknüpften sie die Unterschiede in der Bewegungsfähigkeit mit dem Molekül RAC1. 

Hierbei handelt es sich um einen molekularen Schalter, der Signale aus der Umgebung der Zelle nach innen weiterleitet und dort andere Proteine aktiviert. Das Molekül lenkt etwa weiße Blutkörperchen oder Krebszellen in die Richtung von Zellen, die chemische Signale ausschütten. Die neuen Daten deuten nun darauf hin, dass RAC1 möglicherweise auch daran beteiligt sein könnte, Spermien gen Eizelle zu lenken, wenn diese ihren Weg zum Ziel „erschnüffeln“.

  • „Die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Spermien scheint von einer optimalen Menge an aktivem RAC1 abzuhängen; sowohl eine reduzierte als auch eine übermäßige RAC1-Aktivität stört die effektive Vorwärtsbewegung“, sagt Alexandra Amaral, Wissenschaftlerin am MPIMG und Erstautorin der Studie.


t-Spermien vergiften ihre Konkurrenz


„Spermien mit dem t-Haplotyp behindern ihre Konkurrenten, die ihn nicht haben “, sagt Bernhard Herrmann, Direktor am MPIMG und Direktor des Instituts für Medizinische Genetik der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie Korrespondenzautor der Studie. „Der Trick ist, dass der t-Haplotyp sämtliche Spermien quasi ‚vergiftet‘, aber gleichzeitig ausschließlich in den t-Spermien ein Gegengift produziert und diese so schützt“, erklärt der Wissenschaftler. 

  • „Es ist, als würden vor einem Marathon alle Teilnehmer vergiftetes Trinkwasser bekommen, das sie müde macht, aber einige Läufer auch ein Gegenmittel einnehmen“, sagt Herrmann.


Wie der Wissenschaftler und sein Team herausfanden, enthält die Sequenz des t-Haplotyps Genvarianten, die Regelprozesse in der Zelle stören. Diese Störfaktoren werden in der frühen Phase der Spermienentwicklung gebildet und verteilen sich in allen Spermien. Sie sind das „Gift“, das die Vorwärtsbewegung beeinträchtigt.

Das „Gegengift“ kommt erst ins Spiel, nachdem der Chromosomensatz während der Spermienreifung gleichmäßig auf alle Zellen aufgeteilt wurde. Jede Samenzelle enthält dann lediglich die Hälfte der Chromosomen, und folglich kann auch nur jene Hälfte der Spermien mit dem t-Haplotyp den Faktor produzieren, der den Störfaktoren entgegenwirkt. Dieser Schutzfaktor wird nicht verteilt, sondern in den t-Spermien zurückgehalten.

Auf sich gestellt haben t-Spermien keinen Vorteil

Der Rolle von RAC1 kamen die Forschenden durch eine Reihe von Experimenten auf die Spur. Sie gewannen Spermien von Mäusen, die auf einem der beiden Chromosomen 17 den t-Haplotyp aufwiesen, jedoch nicht auf dem anderen. Diese Zellen behandelten sie mit einer Substanz, die RAC1 hemmt. Nun schwammen auch die „normalen“ Spermien vorwärts. Der Vorteil der t-Spermien war verschwunden, eine zu hohe RAC1-Aktivität hatte also die Fortbewegung gestört.

Die Ergebnisse erklären zudem, warum männliche Mäuse mit zwei Kopien des t-Haplotyps – jeweils eine auf jedem der beiden Chromosomen 17 – zeugungsunfähig sind. 

Sie produzieren ausschließlich Spermien, die den t-Haplotyp tragen. 

Diese Zellen enthalten viel mehr aktives RAC1 als Spermien von genetisch normalen Mäusen, wie die Forschenden nun herausfanden, und sind nahezu unbeweglich.

Doch auch eine zu geringe RAC1-Aktivität ist von Nachteil. 

Spermien von normalen Mäusen, die mit dem RAC1-Hemmer behandelt wurden, verloren ebenfalls die Fähigkeit, sich geradeaus fortzubewegen. 

Möglicherweise liegen ähnliche Störungen der RAC1-Aktivität auch bestimmten Formen der Unfruchtbarkeit bei Männern zugrunde, spekulieren die Forschenden.

„Unsere Daten zeigen, dass Spermien rücksichtslose Konkurrenten sind“, sagt Herrmann. 

Das Beispiel des t-Haplotyps zeige außerdem, wie manche Gene mit „schmutzigen Tricks“ nachhelfen, um ihre Weitergabe zu begünstigen. 

„Genetische Unterschiede können einzelnen Spermien einen Vorteil im Wettlauf ums Leben verschaffen und so die Weitergabe bestimmter Genvarianten an die nächste Generation fördern“, fasst Herrmann zusammen.

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Prof. Dr. Bernhard G. Herrmann
Direktor und Leiter der Abteilung für Entwicklungsgenetik
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
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Originalpublikation:

Alexandra Amaral and Bernhard G Herrmann (2021): RAC1 controls progressive movement and competitiveness of mammalian spermatozoa. PLoS Genetics
http://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371/journal.pgen.1009308

 

Prof. Dr. Matthias Weigl: Patientensicherheit verbessern und erhöhen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Arbeitspsychologe Prof. Matthias Weigl ist neuer Direktor des Instituts für Patientensicherheit

Das Institut für Patientensicherheit (IfPS) am Universitätsklinikum Bonn erforscht die vielschichtigen Ursachen von Fehlern in der Patientenversorgung und überprüft die Effektivität von Maßnahmen zu deren Vermeidung. 

Es ist deutschlandweit das einzige Forschungsinstitut mit dieser Schwerpunktsetzung. Prof. Dr. Matthias Weigl übernimmt jetzt die Leitung des IfPS. 

Seine Forschungsschwerpunkte reichen von Teamarbeit in der Akutversorgung bis hin zur Arbeitssituation im Gesundheitswesen. 

Dazu erforscht der 44-Jährige auch Effekte von Digitalisierung auf Stress und Leistungsfähigkeit sowie für die Qualität der klinischen Versorgung. 

 Experte widmet sich der Gestaltung sicherer Patientenversorgung: Arbeitspsychologe Prof. Matthias Weigl ist neuer Direktor des Instituts für Patientensicherheit (IfPS) am Universitätsklinikum Bonn.

 Experte widmet sich der Gestaltung sicherer Patientenversorgung: Arbeitspsychologe Prof. Matthias Weigl ist neuer Direktor des Instituts für Patientensicherheit (IfPS) am Universitätsklinikum Bonn. © Rolf Müller / UK Bonn

Prof. Weigl kommt von der LMU München wo er am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin 15 Jahre tätig war. Internationale Forschungsaufenthalte führten ihn an das Center for Patient Safety and Service Quality des Imperial College London sowie mehrfach in die USA.

„Patienten sollten keinem unnötigem Risiko ausgesetzt sein. Aber was trägt dazu bei, dass sie gut versorgt werden?“, beschreibt Prof. Weigl eine zentrale Fragestellung für Patientensicherheit. 

Obwohl es in Deutschland weltweit gesehen eine sehr hohe Sicherheit gibt, kritisiert er, dass im europäischen Vergleich kein übergreifendes Monitoring unerwünschter Ereignisse – wie das anonymisierte CIRS-Meldesystem in Krankenhäusern – praktiziert wird. 

„Wir brauchen aber auch die methodisch schwer zu erfassenden Daten aus dem niedergelassenen Bereich und den Pflegeheimen, um den Status Quo zu sehen. Denn nur, wenn wir Sicherheitsprobleme und unerwünschte Ereignisse erfassen, wissen wir auch, wo wir uns verbessern können.“

Weg von plakativen Aussagen über Lösungen

Der neue Institutsdirektor betont aber auch, dass es für Patientensicherheit keine Patentrezepte gibt, sondern erfolgreiche Verbesserungen eher aus vielfältigen Mosaiksteinen zu einem großen Ganzen bestehen. Dazu gehören beispielweise die Versorgungsfinanzierung, Arbeitsorganisation und Qualifizierung, aber vor allem auch die Wertschätzung für die Arbeit des Personals im Gesundheitswesen. Laut Prof. Weigl seien das zentrale Stellschrauben: „Wir müssen aber weg, von plakativen Aussagen über Lösungen. Das wird der Komplexität des Systems mit seinen vielen Einflüssen, Möglichkeiten aber auch Widrigkeiten nicht gerecht.“

Teamarbeit in der Notfallversorgung senkt Fehlerrate

Sein wissenschaftliches Augenmerk legt Prof. Weigl unter anderem auf die Arbeitssituation und interprofessionelle Teamarbeit, gerade dort wo schnell gearbeitet werden muss, also in der Akutversorgung und im Operationssaal. Neben der fachlichen Kompetenz spielen für die Versorgungsqualität gerade hier Koordination, Kommunikation, Kooperation, Führung und Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle – aber auch auf das Stresserleben. „Man kann als Chirurgin und Chirurg noch so gut sein, wenn man nicht kommunikativ ist, leidet die Teamarbeit und somit steigt auch das Fehlerpotenzial“, sagt Prof. Weigl. 

In dem Zusammenhang untersuchte er auch die Wirkung von Arbeitsunterbrechungen. 

„Solche sind für eine schnelle, patientenorientierte Versorgung wie bei einem Notfall ein Stück weit nötig“, betont der neue Institutsdirektor und denkt dabei beispielweise an die Mitteilung wichtiger Informationen wie Laborbefunde. Auf der anderen Seite bergen häufige Unterbrechungen bei der Versorgung ein hohes Stresspotenzial und können sogar zu gesundheitlichen Problemen führen. Auch haben Unterbrechungen, die ihre Ursache auch in schlechter Organisation haben, direkt Auswirkungen auf die Patientensicherheit, da der Arzt häufiger einen Fehler macht.

Arbeitssituation spielt Rolle bei der Versorgungsqualität

Auch die Digitalisierung bringt neben vielen positiven Effekten auch Stress für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit sich. So ist eine roboter-assistierte Operation zwar besonders schonend für den Patienten, aber das OP-Team hat neue Barrieren: Es sieht sich nicht mehr und die Kommunikation ist eingeschränkt. Neben vielen Vorteilen der elektrischen Patientenakte ist es zunächst schwieriger und zeitaufwendiger die Daten dort einzutragen. Laut Prof. Weigl müsse jeder zur Selbstpflege auch lernen, auf sich selbst zu achten: „Bei den Arbeitsbedingungen geht es schnell, eine Depression oder ein Burnout zu entwickeln – eine weitere Gefahrenquelle für Fehler.“

Leuchtturm für die Forschung zu Patientensicherheit

Trotz europaweit ähnlicher Probleme im Gesundheitswesen ist Deutschland bezüglich der Forschung zur Patientensicherheit nicht optimal aufgestellt. Als Ursache dafür sieht Prof. Weigl auch, dass es deutschlandweit nur ein einziges Institut für das Fach „Patientensicherheit“ gibt – und zwar das IfPS in Bonn. „Ein schon bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal, das bisher aber auch dazu führte, dass es vergleichsweise wenige Forschungsarbeiten hierzulande gibt“, konstatiert Prof. Weigl. Für eine Belebung von Forschungsaktivitäten strebt er daher an, das IfPS als wissenschaftliches Kompetenzzentrum nicht nur vor Ort am Universitätsklinikum Bonn und in NRW sondern auch überregional und international noch stärker zu vernetzen. Auch freut Prof. Weigl sich über eine Verankerung seines Fachs im Lehrplan zukünftiger Mediziner. Zudem setzt er auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), das vor zwölf Jahren zusammen mit der Medizinischen Fakultät das IfPS an der Universität Bonn einrichtete und bis 2017 durch eine Stiftungsprofessur unterstützte.

„Es ist insgesamt eine interessante fachliche Aufgabe und bestärkt mich in meiner Entscheidung für Bonn“, sagt Prof. Weigl, der hofft als relativ frischgebackener Pilot mit einem Motorflieger seine neue Heimat zu erkunden.

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Prof. Dr. Matthias Weigl
Direktor des Instituts für Patientensicherheit (IfPS)
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-13783
E-Mail: Matthias.Weigl@ukbonn.de 

Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Dr. Andreas Archut
Telefon: 0228 / 73-7647
Fax: 0228 / 73-7451
E-Mail-Adresse: andreas.archut@uni-bonn.de

Dr. Inka Väth
Medizinredakteurin
Telefon: 0228/73-4727
Fax: 0228/73-7451
E-Mail-Adresse: inka.vaeth@uni-bonn.de


Prof. Dr. Ulf Landmesser: Durchblutungsstörungen kleiner Herzgefäße (Mikrozirkulation)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie untersucht, welche Medikamente bei Durchblutungsstörungen kleiner Herzgefäße helfen

Durchblutungsstörungen am Herzen können zwei Ursachen haben: 

Die großen Blutgefäße können verengt sein, was zum Beispiel mit einem Stent behandelt werden kann, oder die kleinen, fein verästelten Adern sind nicht mehr durchlässig. 

Letzteres wird als gestörte Mikrozirkulation am Herzen bezeichnet. 

Eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf Forschung (DZHK) zusammen mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin prüft nun erstmals systematisch, wie dieses Krankheitsbild am besten behandelt werden kann. 

Dafür führen die Forscher genauere Untersuchungen am Herzen durch und vergleichen zwei Medikamente, Betablocker und Kalziumkanal-Antagonisten.


Prof. Ulf Landmesser und Dr. Barbara Stähli erforschen, warum Durchblutungsstörungen an kleinen Herzgefäßen auftreten und wie sie am besten behandelt werden können. ​ ​ Prof. Ulf Landmesser und Dr. Barbara Stähli erforschen, warum Durchblutungsstörungen an kleinen Herzgefäßen auftreten und wie sie am besten behandelt werden können. Bild Landmesser: Charité – Universitätsmedizin Berlin | Bild Stähli: privat

Wer mit Brustschmerzen, Engegefühl und Atemnot ins Krankenhaus kommt, wird zunächst häufig mit einem Herzkatheter untersucht. 

Die Ärzte können so feststellen, ob die großen Herzkranzgefäße blockiert sind und diese gegebenenfalls weiten. 

  • Bei etwa 40 Prozent der Patienten ergeben spezielle Tests während der Katheteruntersuchung, dass die kleinen Gefäße des Herzens nicht durchlässig sind und dadurch die Beschwerden entstehen.
  • Solche Mikroverengungen können mit Betablockern und Kalziumkanalantagonisten behandelt werden – und manchmal auch gar nicht. 

Denn welcher der beiden Wirkstoffe wann eingesetzt werden soll, dazu fehlen eindeutige wissenschaftliche Daten. 

„Das ist ein großes Problem, denn bei einer gestörten Mikrozirkulation droht zwar kein Herzinfarkt, aber die Beschwerden, wie Beklemmung und drückende Schmerzen in der Brust, sind für die Patienten sehr belastend. 

Unbehandelt können sich schwere Folgeschäden wie eine Herzschwäche entwickeln“, sagt Prof. Ulf Landmesser von der Charité, der die Studie EXAMINE-CAD-DZHK22 zusammen mit Privatdozentin Dr. Barbara Stähli leitet.

Gestörte Funktion oder Krämpfe?

Dass die kleinen Herzgefäße nicht ausreichend durchlässig sind, kann an einer gestörten Funktion der Gefäßinnenwand oder an krampfenden Gefäßen liegen. 

In der DZHK-Studie untersuchen die Berliner Forscher zusammen mit fünf weiteren DZHK-Zentren, welches der beiden Medikamente für welche Patienten am besten geeignet ist. 

Die Patienten werden dabei mithilfe koronarphysiologischer Tests in zwei Gruppen unterteilt. 

  • „Wir nehmen an, dass Patienten mit Verkrampfungen der kleinen Blutgefäße von den Kalziumkanal-Antagonisten profitieren und Betablocker besser bei einer gestörten Gefäßfunktion helfen“, so Landmesser.


Beide Patientenuntergruppen erhalten zeitlich versetzt entweder den Betablocker oder den Kalziumkanalantagonisten. 

Wie erfolgreich die Behandlungen sind, ermitteln die Forscher mit Fragebögen zur Lebensqualität und zu den Symptomen der Patienten. 

Landmesser und seine Kollegen hoffen, mit ihrer Studie eine wichtige Wissenslücke zu schließen und den Weg für größere klinische Studien zu bahnen, um die Erkenntnisse schnell in die Behandlungsleitlinien zu überführen.

Studientitel: First prospective randomized trial to examine a differential therapeutic response in symptomatic patients with non-obstructive coronary artery disease after coronary physiological testing (EXAMINE-CAD-DZHK22)

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Studienkoordinatoren: Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Medizinischen Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, ulf.landmesser(at)charite.de

PD Dr. Barbara Stähli, Oberärztin, Medizinische Klinik für Kardiologie, Charite´– Universitätsmedizin Berlin, barbara-elisabeth.staehli(at)charite.de

Potsdamer Str. 58
10785 Berlin
Deutschland
Berlin

Christine Vollgraf
Telefon: 030 3465 52902
E-Mail-Adresse: christine.vollgraf@dzhk.de

Sarah Mempel
Telefon: 030 3465 529-18
E-Mail-Adresse: sarah.mempel@dzhk.de



Erwartenden Wettersituation mit Dauerfrost und Schneefall

 Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit:

Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins: 

Berlin eröffnet weitere 24/7-Einrichtungen für obdachlose Menschen

Wegen der zu erwartenden Wettersituation mit Dauerfrost und Schneefall erweitert Berlin seine Angebote für obdachlose Menschen.

In einem Hostel an der Boxhagener Straße in Friedrichshain stehen obdachlosen Menschen ab diesem Sonnabend 18 Uhr 100 Plätze Tag und Nacht zur Verfügung.

Auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf wird am Sonntag eine 24/7-Einrichtung mit 100 Plätzen eröffnen.

Ab Dienstag wird die Platzzahl auf 200 erhöht.

Ein Hostel an der Köpenicker Straße in Kreuzberg im 24/7-Betrieb erhöht die bestehende Kapazität von 100 Plätzen um weitere 20 Plätze, darunter sind auch Plätze für obdachlose Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer.

In den bestehenden Einrichtungen der Kältehilfe stehen aktuell 1.090 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Vergangene Woche blieben davon 121 frei.

Im Stadtgebiet sind aktuell 5 Busse mit Sozialarbeitenden in der aufsuchenden Hilfe unterwegs, um obdachlosen Menschen zu unterstützen und sie in Einrichtungen zu bringen.

Wärmebus erreichbar ab 18 Uhr unter: 030 600 300 1010

täglich unterwegs von 18 bis 24 Uhr

Kältebus erreichbar ab 20.30 Uhr unter: 0178 523 5838

täglich unterwegs von 20.30 bis 2 Uhr

KARUNA Sub – Taskforce für obdachlose Menschen

Rund um die Uhr erreichbar unter 0157 8 059 78 70

Hilfe Hotline für Obdachlose erreichbar Mo-Fr 9-17 Uhr unter:

0157 80 59 78 70

Kältehilfetelefon erreichbar Mo-So 19-23 Uhr unter: 030 81 05 60 425

  • Hinweis an alle Berlinerinnen und Berliner: Wenn Sie vermuten, dass eine Person unter Kälte und Witterung leidet, sprechen Sie sie höflich an und fragen, ob sie etwas braucht oder ob sie Hilfe annehmen will. Besonders im Winter kann es lebensgefährlich werden, auf der Straße zu schlafen. Sehen Sie bitte nicht weg, wenn Sie eine Erfrierungsgefahr vermuten. Rufen Sie eine der oben genannten Nummern an.


Im Notfall wählen Sie: 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst)

Alle aktuellen Angebote der Kältehilfe unter: “https://www.kaeltehilfe-berlin.de(Berliner Kältehilfe)//:www.kaeltehilfe-berlin.de

Für sofortige beratende und unterstützende Hilfe stehen wir auch unter 0172-3884960 persönlich zur Verfügung, so Günter K.V. Vetter - maab-cardiolotse@email.de




WARNLAGEBERICHT für
Brandenburg und Berlin

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Samstag, 06.02.2021, 14:30 Uhr

Dauerfrost und Glätte. Zum Sonntag Schneefall, Sturmböen und teils
unwetterartige Schneeverwehungen.

Entwicklung der WETTER- und WARNLAGE:
Eine markante Luftmassengrenze liegt nahezu ortsfest über dem
Südwesten Brandenburgs. Weite Landesteile liegen dabei im Zustrom
kalter Luftmassen polaren Ursprungs.

FROST/GLÄTTE:
Landesweit Dauerfrost. Höchstwerte tagsüber zwischen -2 und 0 Grad.
In der Nacht zum Sonntag verbreitet Frost zwischen -5 und -9 Grad, in
der Uckermark teils strenger Frost bis -11 Grad.

GLÄTTE/SCHNEE/SCHNEEVERWEHUNGEN (UNWETTER):
Ab dem späten Nachmittag streckenweise Glätte durch überfrierende
Nässe. In der Nacht zum Sonntag von Süden aufkommender Schneefall. Im
Südwesten Brandenburgs und in Teilen von Potsdam-Mittelmark bis zum
Mittag 10 bis 15 cm, bis in die Nacht zum Montag lokal um 20 cm. In
der gesamten Südwesthälfte Schneeverwehungen, unwetterartige
Auswirkunken auf Straßen und Schienen nicht ausgeschlossen!

WIND:
Heute einzelne Windböen bis 60 km/h (Bft 7) nicht ausgeschlossen. In
der Nacht zum Sonntag zunehmender Wind, dann verbreitet Windböen bis
60 km/h, am Sonntag auch einzelne stürmische Böen bis 70 km/h (Bft
8).

Deutscher Wetterdienst, RWB Potsdam, PZ

Prof. Dr. Krasimira Aleksandrova: Risiko für Darmkrebs

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Neues Tool schätzt individuelles Darmkrebsrisiko auf Basis des Lebensstils

LifeCRCscore, ein neues Online-Tool, kann dabei helfen, das individuelle Risiko zu bestimmen, in den kommenden 10 Jahren an Darmkrebs zu erkranken.

Es basiert auf Angaben wie etwa zu Alter, Größe und Gewicht sowie zu verschiedenen Lebensgewohnheiten. 

Das Tool soll Einzelpersonen mit Empfehlungen zu Änderungen im Lebensstil motivieren oder Ärztinnen und Ärzten aufzeigen, welche Patientinnen und Patienten besonders gefährdet sind. 

Entwickelt hat es ein Team um Prof. Dr. Krasimira Aleksandrova, stellvertretende Leiterin der Abteilung Epidemiologische Methoden und Ursachenforschung am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS. 

 Prof. Dr. Krasimira Aleksandrova: „One goal of this research was to help individuals estimate their own risk for colorectal cancer and base lifestyle choices on this knowledge.“

Prof. Dr. Krasimira Aleksandrova: „One goal of this research was to help individuals estimate their own risk for colorectal cancer and base lifestyle choices on this knowledge.“ (c) Krasimra Aleksandrova

 Im Jahr 2018 traten weltweit über 1,8 Millionen neue Fälle von Darmkrebs auf, was 10 Prozent aller neuen Krebsfälle entspricht

Darmkrebs ist damit eine der häufigsten Krebsarten. 

Studien deuten darauf hin, dass die Zahl der Darmkrebsfälle in den kommenden Jahren noch deutlich ansteigt. Hochrechnungen gehen davon aus, dass im Jahr 2030 etwa 2,2 Millionen neue Fälle auftreten und 1,1 Millionen Menschen daran versterben werden. Die europäischen Länder stehen dabei weltweit an vorderster Stelle. Hinzu kommt: In den letzten Jahren erkranken zunehmend auch jüngere Menschen.

  • Beeinflussbare Verhaltensweisen wie Rauchen, schlechte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und körperliche Inaktivität, sowie schnelle Gewichtszunahme und Adipositas können das Risiko einer Person, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen. 

Sogenannte lebensstilbasierte Risikomodelle können daher helfen, Personen mit einem hohen Risiko zu identifizieren, sie zu Verhaltensänderungen zu motivieren oder ihnen Früherkennungsuntersuchungen anzubieten.

Auf Basis dieses Wissens entwickelte und validierte das Team um Prof. Aleksandrova einen lebensstilbasierten Risikovorhersagealgorithmus für Darmkrebs. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit der International Agency for Research on Cancer (IARC) und anderen Kooperationspartnern der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team jetzt in der Fachzeitschrift BMC Medicine.

Das Modell basiert auf Gesundheitsdaten von 255.482 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der EPIC-Studie, die in den Jahren 1992 bis 2000 nicht an Krebs erkrankt waren und bis zu 15 Jahre lang nachbeobachtet wurden. Zusätzlich nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitere Daten von 74.403 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, um das Modell zu validieren. Während des Studienzeitraums traten in der Entwicklungs- und Validierungsstichprobe 3.645 bzw. 981 Fälle von Darmkrebs auf.

LiFeCRC-Score
„Ein Ziel dieser Forschung war es, Menschen dabei zu helfen, ihr eigenes Risiko für Darmkrebs abzuschätzen und Lebensstilentscheidungen auf dieses Wissen zu stützen“, erklärt Prof. Aleksandrova. Sie fügt hinzu: „Es ist das erste Mal, dass Daten aus einer groß angelegten europäischen Kohortenstudie verwendet wurden, um ein einfach zu bedienendes Werkzeug zur Darmkrebsvorsorge zu entwickeln. 

Das Modell berücksichtigt das individuelle Alter, den Taillenumfang und die Körpergröße sowie kritische Ernährungs- und Lebensstilfaktoren, die das Risiko einer Person, in den nächsten 10 Jahren an Darmkrebs zu erkranken, beeinflussen können. Hierzu gehören etwa der tägliche Alkoholkonsum, der Raucherstatus, körperliche (In-)Aktivität und die Aufnahme von Gemüse, Milchprodukten, verarbeitetem Fleisch sowie von Zucker und Süßwaren.“

„Derzeit wird die Zielpopulation für das Darmkrebs-Screening hauptsächlich allein aufgrund des Alters bestimmt“, sagt Prof. Aleksandrova. „Obwohl das Alter, wie unsere Daten zeigen, zweifellos ein wichtiger Prädiktor für Darmkrebs ist, ermöglichen Informationen über modifizierbare Lebensstilfaktoren die Bereitstellung von präventiven Gesundheitsempfehlungen für Risikopersonen. Obwohl Darmkrebs eine der führenden Ursachen für Krebsmorbidität und -mortalität darstellt, lässt er sich weitestgehend vermeiden. Wir hoffen, dass unser Modell dazu beitragen kann, indem es die Menschen zu einem gesünderen Lebensstil motiviert.“

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen
Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie informiert die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 96 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.

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Aleksandrova, Krasimira, PD Dr.
Abteilung: Epidemiologische Methoden und Ursachenforschung
aleksandrova@leibniz-bips.de

Rasmus Cloes Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS

Achterstr. 30
28359 Bremen
Deutschland
Bremen

Rasmus Cloes
Telefon: 0421 21856780
E-Mail-Adresse: cloes@leibniz-bips.de
Originalpublikation:

Aleksandrova, K., Reichmann, R., Kaaks, R. et al. Development and validation of a lifestyle-based model for colorectal cancer risk prediction: the LiFeCRC score. BMC Med 19, 1 (2021). https://doi.org/10.1186/s12916-020-01826-0

 


OA Dr. med. Eva Lücke: Einsatz von Inhalatoren bei der Therapie von chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen

Medizin am Abend  Berlin - MaAB-Fazit: Pneumologin Dr. Eva Lücke für ihre Forschung zur Therapie von Atemwegserkrankungen ausgezeichnet

Die Magdeburger Universitätsklinik für Pneumologie erhält den Förderpreis der Mitteldeutschen Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (MDGP) 

Dr. med. Eva Lücke, Oberärztin in der Universitätsklinik für Pneumologie Magdeburg

 Dr. med. Eva Lücke, Oberärztin in der Universitätsklinik für Pneumologie Magdeburg Melitta Schubert Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD)

Dr. med. Eva Lücke von der Universitätsklinik für Pneumologie in Magdeburg hat den Förderpreis der Mitteldeutschen Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (MDGP) erhalten. 

Die Ärztin und Wissenschaftlerin konnte in ihren Forschungsarbeiten wichtige Erkenntnisse zum Einsatz von Inhalatoren bei der Therapie von Patient*innen mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen liefern. 

Die Preisvergabe fand im Rahmen der Jahrestagung der MDGP am 19. Dezember 2020 digital statt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die Inhalationstherapie ist die Grundlage zur Behandlung von Asthma- und sogenannten chronisch obstruktive Lungenerkrankungen. 

Bei den Betroffenen ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege (Bronchien) sind verengt. 

  • Für einen Therapieerfolg ist die korrekte Anwendung der Inhalatoren deshalb entscheidend. 

Worauf es bei der Anwendung der Geräte in der Praxis ankommt, hat Dr. Lücke näher untersucht. 

„Wir haben dazu die Präferenzen für häufig verwendete Inhalationsgeräte in Deutschland bei Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung und bei geriatrischen Patienten untersucht. 

Außerdem sind wir der Frage nachgegangen, welche Eigenschaften eines Inhalationsgerätes für den Anwender besonders wichtig sind und welche Auswirkungen Alter, Geschlecht und Art der Erkrankung auf die Gerätepräferenz und Handhabungsfehler haben können“, erklärt die Fachärztin für Pneumologie.

Für jedes Gerät wurden die Patient*innen gebeten, die Handhabung zu testen, die Geräteeigenschaften zu bewerten und ein favorisiertes Gerät zu benennen. 

„Unsere Ergebnisse liefern neuartige und vor allem von den Herstellern der Geräte unabhängige Daten, die eine verbessere Therapie dieser beiden Patientengruppen ermöglichen“, so Dr. Lücke.

Über die MDGP
Die Mitteldeutsche Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (MDGP) ist die jüngste und größte von vier wissenschaftlichen Regionalgesellschaften für Pneumologie in Deutschland. Die MDGP verfolgt das Ziel, alle das Fachgebiet Pneumologie und Thoraxchirurgie sowie die Berufsverbände in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betreffenden Aufgaben zu fördern und zu unterstützen. Mit der Vergabe eines Förderpreises sollen hervorragende klinische oder experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet der Pneumologie, der Thoraxchirurgie, der pneumologischen Allergologie und der pneumologischen Versorgungsforschung unterstützt werden.

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Dr. med. Eva Lücke
Oberärztin und Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie
Universitätsklinik für Pneumologie Magdeburg
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Tel.: +49 391 67 13234

Friederike Süssig-Jeschor Universitätsmedizin Magdeburg

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39120 Magdeburg
Deutschland
Sachsen-Anhalt

Friederike Süssig-Jeschor
Telefon: +49-391-67-27123
E-Mail-Adresse: friederike.suessig-jeschor@med.ovgu.de
Originalpublikation:

Inhaler devices in asthma and COPD patients – a prospective cross-sectional study on inhaler preferences and error rates; Jens Schreiber, Tina Sonnenburg, Eva Luecke; BMC Pulmonary Medicine; volume 20, Article number: 222 (2020)

Inhaler Devices in a Geriatric Patient Population: A Prospective Cross-Sectional Study on Patient Preferences; Katharina Ruessel, Eva Luecke, Jens Schreiber; Patient Prefer Adherence; 2020 Oct 7;14:1811-1822.

 

Prof. Dr. Jing Wang: Covid-19 in Seilbahnkabinen und -gondeln der Bergbahnen: Bitte lüften Sie die Seilbahnen, Gondeln, Büros

Medizin am Abend  Berlin - MaAB-Fazit: Auf der Spur von Sars-CoV-2 in Seilbahnen

Wo lauern die grössten Infektionsgefahren? 

Wie kann man sich und andere noch besser schützen? 

Wissenschaftler in aller Welt arbeiten daran, das Wissen über Covid-19 zu erweitern – auch an der Empa. 

Mit Messungen und Simulationen nehmen Forscher nun Gondeln und Seilbahnkabinen in Skigebieten unter die Lupe. 

Vergleich der Infektionsrisiken in drei unterschiedlichen Situation bei einem 1%-Anteil an Infizierten in der Bevölkerung: Blau: zwölfminuten Fahrt in einer Seilbahngondel (8 Personen), orange: Abendessen (8 Personen), grün: Büro (2 Personen).Vergleich der Infektionsrisiken in drei unterschiedlichen Situation bei einem 1%-Anteil an Infizierten in der Bevölkerung: Blau: zwölfminuten Fahrt in einer Seilbahngondel (8 Personen), orange: Abendessen (8 Personen), grün: Büro (2 Personen). Empa

Covid-19 ist schwer einzuschätzen, und komplexe mathematische Modelle, die Infektionsrisiken beziffern, sind letztlich Versuche, sich der Realität anzunähern – auch im Fall von Skigebieten und den vielen Menschen, die sich dort tummeln. 

Deshalb begann das Team um Ivan Lunati von der Empa-Abteilung «Multiscale Studies in Building Physics» seine Arbeit just in dieser Wirklichkeit: in Seilbahnkabinen und -gondeln der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis (BET).


Um dort den Faktor «Luftaustausch» zu erkunden, der bei der Verbreitung der Erreger bekanntlich eine wichtige Rolle spielt, führten die Forscher Messkampagnen durch. 

Sie untersuchten drei Kabinentypen: eine kleinere Gondel namens Omega 3 mit einem Volumen von gut fünf Kubikmetern für maximal acht Passagiere und zwei grössere Kabinen mit Raum für 80 beziehungsweise 77 Menschen und einem Volumen von knapp 40 beziehungsweise knapp 50 Kubikmetern.

Luftströme durch die Fenster - live

Wie sich die Luft in diesen Fahrzeugen bewegt, liess das Empa-Team zunächst mit einem mobilen System erkunden: In Zusammenarbeit mit der Firma Streamwise wurde mittels Luftdrucksensoren die räumliche Verteilung der Strömung in Echtzeit erfasst. Aus diesen Daten berechneten die Forscher dann «Luftaustausch-Raten» für die jeweiligen Kabinentypen.


In die gleiche Richtung zielten Messungen des CO2-Gehalts, der als gutes Mass für den Luftaustausch in Innenräumen gilt. Bei Fahrten in der kleinsten Kabine von der Talstation zur Bergstation in gut 2400 Metern Höhe erfassten zwei Sensoren – auf Kopf- und Bauchhöhe – die Konzentration des Gases. 

  • Die Resultate: Waren beide Schiebefenster an der rechten Gondelseite geschlossen, stieg der Wert bis zum nächsten Halt, an dem die Türen öffneten, nahezu linear an. 
  • War eines der beiden Fenster geöffnet, fiel der CO2-Anstieg deutlich geringer aus. 

Und bei zwei offenen Fenstern stabilisierte sich der Wert rasch um 500 ppm, also «parts per million», nach einem Anfangswert von 400 ppm, was der Aussenluft entspricht.

Die CO2-Messkampagne dauert zwar noch an, doch sie hat bereits die Resultate der Messungen mit den Luftdrucksensoren bestätigt. Konkret: In der kleinsten Kabine wurde die Luft 138-mal pro Stunde ausgetauscht, in der mittleren 180-mal – und in der grössten nur 42-mal. Die Ursachen sind laut Lunati die aufklappbaren Fenster im Dach der Gondel: «Im Gegensatz zu den anderen Kabinen ist der Luftstrom durch den Fahrtwind sehr sensibel», erklärt er. «Dort herrschen kompliziertere Strömungsverhältnisse, die weniger effizient sind.»

Auf den ersten Blick mag die Zahl von 42 Luftwechseln pro Stunde gering erscheinen, doch ein Vergleich mit anderen Innenräumen rückt den Eindruck ein wenig zurecht: 

In einem Zugwaggon finden sieben bis 14 Luftwechsel statt; in einem durchschnittlichen Zweier-Büro sogar nur etwa ein Luftwechsel pro Stunde. 

In Seilbahnkabinen tragen geöffnete Fenster also klar dazu bei, das Risiko einer hohen Aerosolkonzentration zu verringern.

Doch was ist mit der Emissionsrate an Erregern? Ein kniffliger Punkt, so Lunati, weil manche Eigenschaften von Sars-CoV-2 noch ungeklärt sind. Zudem hängt der Ausstoss bekanntlich auch vom Verhalten eines infizierten Menschen ab. Atmet dieser ruhig, oder ist er vom Skifahren so angestrengt, dass er heftig schnauft? Lacht er, spricht er – und wenn ja, laut oder leise? Gute Daten dazu sind laut Lunati derzeit rar. Noch dazu sei physikalisch nicht vollständig geklärt, wie sich Tröpfchen und Aerosole in einem Raum exakt ausbreiten.

Um der Wirklichkeit so nahe wie möglich zu kommen, haben die Empa-Forscher die Rechenmodelle, die für die Abschätzung von Viren-Ausstoss oft benutzt werden, verbessert und entwickelten damit ihre eigene Abschätzung. Dabei liessen sie auch die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung mit einfliessen – also die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Kabine ein, zwei oder sogar mehr Virusträger anwesend sind. Ein einfaches Zahlenbeispiel für eine Kabine mit fünf Menschen: Bei einer Verbreitung des Virus von 0,1 Prozent der Bevölkerung läge die Wahrscheinlichkeit, dass eine unerkannt infizierte Person anwesend ist, statistisch bei rund 1:200 – und bei 1:10'000, dass zwei Infizierte anwesend sind. Im Falle einer grösseren Verbreitung von einem Prozent der Bevölkerung wäre dieses Risiko entsprechend 1:20 für einen und 1:1'000 für zwei Infizierte.
Dass jede 100. Person infiziert ist, sei als Spitzenwert während einer Pandemie durchaus realistisch, so Lunati; es entspricht auch den Resultaten des Massentests in Graubünden. Ein real möglicher Fall, bei dem 80 Menschen eine vollbesetzte Kabine bevölkern, wäre in diesem Fall freilich schon heikler: 

Dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person unerkannt infiziert ist, laut den Empa-Fachleuten bei rund 36 Prozent. Und dass zwei Passagiere infiziert sind bei rund 14 Prozent.

Gäste einladen, Büro oder Seilbahn? Risiken im Vergleich

Mit diesen und anderen Faktoren wie etwa der Zeitspanne, in der Erreger inaktiv werden, errechneten die Forscher zunächst Infektionsrisiken für anfällige Personen in der Kabine – und daraus schliesslich ein Risiko für sämtliche Passagiere.

Wichtigste Parameter sind die Luftaustauschrate, die Anzahl Infizierte pro Luftvolumen und die gesamte Verweildauer. 

Die Resultate für eine kleinere Seilbahnkabine (acht Personen, offene Fenster) veranschaulicht ein Vergleich mit anderen Orten: 

  • Ein Dinner-Event auf 30 Quadratmetern mit acht Menschen, die sich laut unterhalten, wäre massiv riskanter. 
  • Das Infektionsrisiko einer 12-minütigen Fahrt mit der kleineren Kabine ist zudem deutlich geringer als bei einem 8-stündigen Arbeitstag in einem Zweierbüro mit 20 Quadratmetern Fläche, dessen «Luftfüllung» einmal pro Stunde ersetzt wird. 
  • Wenn die Fenster also offenbleiben, bedeutet ein Skitag mit einigen Kabinenfahrten ein deutlich geringeres Ansteckungsrisiko als ein Arbeitstag in einem wenig belüfteten Zweierbüro.


Die Abschätzungen der Empa-Forscher sind zunächst für den Fall «ohne Masken» ausgelegt. 

«Wir wollten das reine Infektionsrisiko durch Aufenthalte in Seilbahnkabinen ermitteln», erklärt Lunati. 

«Wenn sie richtig getragen werden, reduzieren Masken das Risiko entsprechend ihrer jeweiligen Filterleistung. 

Sie schützen vor allem vor der grösseren Tröpfchen-Übertragung, zum Beispiel durch Sprechen, sehr gut.»

Weniger Passagiere = geringeres Risiko

Welche konkreten Empfehlungen leiten sich aus den neuen Erkenntnissen ab? 

Neben dem naheliegenden Ratschlag «Bitte lüften!» lohnt es sich auch, die Anzahl der Passagiere pro Fahrt zu begrenzen. 

«Das wird in Skigebieten ohnehin schon gemacht und ist auf jeden Fall die richtige Strategie», so Lunati.


Für Liftbetreiber dürften solche Informationen in jedem Fall nützlich sein. 

«Die Zusammenarbeit mit der Empa ermöglicht es uns, an professionelle und unabhängige Messdaten zu kommen», meint jedenfalls Marketingleiter Urs Egli von den Titlis Bergbahnen. «Wir schätzen die Kooperation sehr. Und in Anbetracht der aktuellen Lage ist sie noch wertvoller für uns.»

Husten im Visier der Wissenschaft

In Zukunft wollen die Empa-Forscher ihre Rechenmodelle weiter verfeinern oder auch ganz neue Ansätze entwickeln, um der Wirklichkeit noch näher zu kommen. Und zudem die Datengrundlage für den Ausstoss von Viren verbessern – mit einer «Hust-Maschine», die sie in ihrem Labor entwickelt haben. Aus zwei Zylindern, vergleichbar mit Lungenflügeln, gelangt über Schläuche spezielle Druckluft in einen «Kopf»: aufgeheizt auf Körpertemperatur, angereichert Feuchtigkeit und Tröpfchen, deren Verbreitung dann zwei Kameras aufzeichnen – geeignet auch für Tests von künftigen Schutzmasken.


Mit dem Seilbahnkabinenhersteller CWA in Olten, der die Forschung verfolgt und unterstützt hat, sind bereits Gespräche über eine Kooperation im Gange. «Das Thema Luftaustausch wurde bislang eher stiefmütterlich behandelt», sagt Massimo Ratti. Daten wie diejenigen von der Empa, so der «Chief Technical Officer» von CWA, seien da wirklich hilfreich – nicht nur in der aktuellen Lage, sondern auch mit Blick auf künftige Seilbahnen im öffentlichen Nahverkehr.  

Dort sind die Ansprüche schliesslich noch höher als in Skigebieten, erklärt der Fachmann: 

«Wir wären sehr daran interessiert, bei einem Forschungsprojekt für Kabinen mit noch besserer Luftzirkulation mitzumachen.»

Aerodynamik in der Seilbahn-Kabine: An den Fenstern misst ein Spezialist die Luftströme mit Hilfe von Luftdrucksensoren.
Aerodynamik in der Seilbahn-Kabine: An den Fenstern misst ein Spezialist die Luftströme mit Hilfe von Luftdrucksensoren. Streamwise GmbH

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Corona Aerosole in Innenräumen

Einen ersten, einfachen Zusammenhang zwischen Coronaviren in der Luft und dem Infektionsrisiko in Innenräumen ermittelte das Team von Jing Wang vom Empa-Labor für «Advanced Analytical Technologies» bereits vor der Wintersaison 2020/21. 

Die Forschenden werteten Daten von COVID-Infektionen wie auch von Ausbrüchen der Coronavirus-Erkrankungen SARS und MERS aus. 

Dabei verglichen sie das Risiko einer Corona-Infektion in Innenräumen durch Kontakt mittels Tröpfcheninfektion bzw. durch Virus-haltige Aerosole in der Luft. 

Fazit: 

Das Infektionsrisiko einer Person - ohne Maske – ist rund 1000-mal höher, wenn sie weniger als einen Meter Abstand zu einem infizierten Menschen hat, als das Risiko, sich über Virus-haltige Aerosole in weiterer Entfernung im Raum anzustecken.


Verkleinert man den Raum auf ein Zehntel der Fläche, steigt das Risiko einer Infektion allerdings rund um das Zehnfache. 

Schlechte Belüftung, längere Aufenthaltsdauer und mehr Infizierte im Raum lassen das Infektionsrisiko zusätzlich ansteigen. 

Die «National COVID-19 Science Task Force» hatte Wangs Erkenntnisse zur Rolle von Aerosolen bei der Übertragung von SARS-CoV-2 denn auch in ihre Empfehlungen aufgenommen. 

Wang, der zudem eine Professur am Institut für Umweltingenieurwissenschaften der ETH Zürich bekleidet, beschäftigt sich auch mit einem weiteren COVID-spezifischen Forschungsthema: 

Mit seinem Team entwickelte er einen optischen Biosensor, der das Coronavirus in der Luft in Echtzeit nachweisen kann.

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Dr. Ivan Lunati
Laboratory for Multiscale Studies in Building Physics
Tel. +41 58 765 41 11
Ivan.Lunati@empa.ch

Prof. Dr. Jing Wang (zum Thema Biosensor)
Advanced Analytical Technologies
Tel. +41 58 765 61 15
Jing.Wang@empa.ch

Rainer Klose Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

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8600 Dübendorf
Schweiz
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Rainer Klose
Telefon: +41 58 765 4733
E-Mail-Adresse: rainer.klose@empa.ch


PD Dr. Anna Frey: Neurologie, Psychologie, Neuroradiologie und Kardiologie: Herzinufizienz-Patienten - Therapie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Stabiles Herz – stabiler Geist

  • Patienten mit einer Herzschwäche weisen häufig Gedächtnisstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite auf. 
  • Über die Verlaufsdynamik dieser kognitiven Leistungsschwäche und begleitende Veränderungen im Gehirn bei Herzinsuffizienz-Patienten war bislang wenig bekannt. 

Ein Würzburger Forschungsteam aus Kardiologen, Neurologen, Neuroradiologen und Psychologen fand im Rahmen der Studie „Cognition.Matters-HF“ heraus, dass sich die zum Studienstart vorhandenen kognitiven Defizite binnen drei Jahren bei optimaler Herzinsuffizienztherapie kaum verschlechtert haben. 

Die Beobachtungsstudie zeigt einmal mehr, wie wichtig eine intensive und individuelle Betreuung bei einer Herzinsuffizienz ist. 

 Mirko Pham, Stefan Störk, Anna Frey, Guido Stoll (vlnr) waren federführend an der Studie Cognition.Matters-HF beteiligt.

 Mirko Pham, Stefan Störk, Anna Frey, Guido Stoll (vlnr) waren federführend an der Studie Cognition.Matters-HF beteiligt. Kirstin Linkamp DZHI

Eine ermutigende Erkenntnis für die Patienten. Die Studienteilnehmer wurden mehrfach in vier Disziplinen untersucht. Eine Besonderheit der Studie war die gleichzeitige Erfassung der Hirnstruktur mittels Magnetresonanztomographie (MRT), um Einblicke über zugrundeliegende Herz-Hirn-Interaktionen zu bekommen. Die Studie ist jetzt im renommierten European Heart Journal veröffentlicht worden.

148 Männer und Frauen mittleren Alters mit einer mindestens ein Jahr zuvor diagnostizierten Herzschwäche wurden über den Verlauf von drei Jahren im interdisziplinären Ansatz durch vier verschiedene Fachrichtungen – Neurologie, Psychologie, Neuroradiologie und Kardiologie – dreimal untersucht. Das Programm war umfangreich: von EKG und Herzultraschall, über neurologische Untersuchungen und neuropsychologische Tests bis hin zur Kernspintomographie (MRT). Das Kopf-MRT stellte eine besondere Herausforderung dar. „Da bei alleinig zu Studienzwecken durchgeführten MRTs keine Patienten mit metallischen Implantaten zugelassen sind, durften sie weder einen Herzschrittmacher oder Defibrillator haben, noch durfte die Gefahr bestehen, dass sie ein solches Implantat im Verlauf der Studiendauer benötigen werden. 

Diese Geräte sind bei vielen Herzschwächepatienten bereits implantiert, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung. 

Wir untersuchten demnach eine vergleichsweise leichter betroffene Herzinsuffizienz-Kohorte“, berichtet die Studienleiterin Privatdozentin Dr. Anna Frey. „128 Patienten nahmen an der zweiten Untersuchung nach einem Jahr teil, 105 noch an der dritten nach drei Jahren.“

Stabiler klinischer Verlauf und Kognition unter optimierter Herzinsuffizienz-Therapie

Die Anzahl der Studienteilnehmer blieb bis zum Studienabschluss über den geplanten Erwartungen. Erfreulicherweise verstarben im Zeitraum von drei Jahren nur vier Patienten, und nur zehn Patienten mussten mindestens einmalig wegen Verschlechterung der Herzschwäche stationär behandelt werden. Die am Anfang der Studie vorhandenen kognitiven Einschränkungen waren im zeitlichen Verlauf im Mittel stabil. Teilweise fanden sich sogar geringfügige Verbesserungen.  

Lediglich die Defizite in der Aufmerksamkeit nahmen im Verlauf von drei Jahren etwas zu.

Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg erklärt diese Stabilität unter anderem mit den optimalen Studienbedingungen: „Mit einer optimierten Herzinsuffizienz-Therapie und der besonderen Unterstützung durch das Studienteam mit speziell ausgebildeten Herzinsuffizienz-Schwestern scheinen sich die zum Studienstart vorhandenen Defizite kaum zu verschlechtern.“ Das belegt einmal mehr die Notwendigkeit einer intensiven und individuellen Betreuung. 

  • Denn die durch die verminderte Herz- und Hirnleistung betroffenen Patienten befinden sich in einem Dilemma. 

Eine Herzinsuffizienz erfordert eine umfassende Therapie und exakte Medikamenteneinnahme. Demgegenüber stehen allerdings die Störungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit. 

Viele Patienten können aus diesem Grunde den Therapieplan nicht einhalten. 

Eine individuelle Betreuung durch eine Herzinsuffizienz-Schwester wirkt dem entgegen.

  • Verminderte Hirnleistung und verkleinerter Hippocampus bei schwachem Herzen


Es stellte sich unmittelbar die Frage, welche strukturellen Hirnveränderungen den kognitiven Leistungseinbußen zugrunde liegen. Die Basisuntersuchungen hatten bereits gezeigt, dass die Mehrzahl der Patienten mit Herzschwäche im Vergleich zu einer herzgesunden Kontrollgruppe der Grazer Universitätsklinik eine deutlicher ausgeprägte Atrophie des Hippocampus aufwiesen. 

  • Das heißt, genau die Hirnregion war verkleinert, die für unterschiedliche kognitive Funktionen, wie Gedächtnis, Erkennen und Verarbeiten von Inhalten, entscheidend ist. 

Der Gewebeschwund in dieser Hirnregion stand im Zusammenhang mit der kognitiven Beeinträchtigung der Studienteilnehmer: 41 Prozent der untersuchten Patienten zeigten Defizite in der Reaktionszeit, 46 Prozent im verbalen Gedächtnis und 25 Prozent im Arbeitsgedächtnis. Diese Ergebnisse aus der Studie „Cognition.Matters-HF“ wurden bereits im Jahr 2018 im Journal of the American College of Cardiology: Heart Failure veröffentlicht. Neu und bislang einzigartig ist die Analyse des Langzeitverlaufs von Kognition und bildmorphologischen Gehirnveränderungen, die jetzt im European Heart Journal publiziert wurde.

Automatisierte Auswertung der Kopf-MRTs

„Dabei kam eine computergestützte Analysetechnik der MRT-Gehirnbilder zum Einsatz die von Dr. György Homola im neuroradiologischen Team entwickelt wurde“, wie Prof. Dr. Mirko Pham, Leiter des Instituts für Neuroradiologie berichtet. „Dieses Auswerteprogramm erlaubt die auf Kubikmillimeter genaue Vermessung der Volumina einzelner Hirnregionen, wie dem Hippocampus. Damit kann vollautomatisiert ein objektiver Befund erhoben werden, der allerdings erheblichen Rechenaufwand erfordert. Mit Hilfe dieses Programms lassen sich dann feinste Veränderungen im zeitlichen Verlauf eindeutig bestimmen.“ Dabei bestätigte sich zunächst, dass Herzinsuffizienz-Patienten ein vermindertes Volumen des Hippocampus im Vergleich zu publizierten Normwerten aufweisen. 

Neu ist allerdings der Befund, dass der im Verlauf von drei Jahren zu beobachtende globale und lokale Verlust von Hirnsubstanz das Ausmaß des physiologischen Alterns nicht übersteigt. 

  • Die Schwere der Hippocampusatrophie korrelierte mit kognitiven Leistungseinbußen bei Studieneintritt, aber – eine beruhigende Nachricht für die Patienten – Betroffene zeigen keinen beschleunigten Abbau von Hirnsubstanz, zumindest solange das Ausmaß der Herzinsuffizienz stabil blieb.


Führt akutes Ereignis zu kognitiven Einschränkungen?


„Die Studienergebnisse legen die Hypothese nahe, dass wesentliche pathologische Prozesse in der Herz-Hirn-Interaktion, die zur umschriebenen Hirnatrophie und kognitiven Einschränkungen führen, vielleicht bereits weit vor der Entwicklung der Herzschwäche selbst im Rahmen der ursächlichen Grunderkrankungen, wie zum Beispiel einem akuten Myokardinfarkt entstehen“, vermutet Prof. Dr. Guido Stoll, leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Uniklinikum Würzburg.

 Dies ermutigt die Forscher zu weiteren interdisziplinären Untersuchungen, wie sie nur in einem Verbund unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) möglich sind.

An der Studie waren federführend beteiligt: PD Dr. Anna Frey (Medizinische Klinik und Poliklinik I; DZHI), Prof. Dr. Stefan Störk (DZHI), Prof. Dr. Mirko Pham (Neuroradiologie) und Prof. Dr. Guido Stoll (Neurologie, DZHI). „Wir danken ganz herzlich unseren zahlreichen Mitarbeitern und natürlich unseren Patienten. Sie alle haben mit viel Kooperation und Einsatz die erfolgreiche Durchführung der Studie erst möglich gemacht“, so Anna Frey.

Das interdisziplinäre Studienteam aus Kardiologie, Neuroradiologie, Neurologie und Psychologie.

 Das interdisziplinäre Studienteam aus Kardiologie, Neuroradiologie, Neurologie und Psychologie. Kirstin Linkamp DZHI

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Anna Frey, frey_a@ukw.de

Kirstin Linkamp
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Deutschland
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Susanne Just
Telefon: 0931/201-59447
Fax: 0931/201-60 59447
E-Mail-Adresse: just_s@ukw.de
Originalpublikation:

Die Arbeit ist am 26. Januar 2021 im European Heart Journal erschienen:
Anna Frey, György A Homola, Carsten Henneges, Larissa Mühlbauer, Roxane Sell, Peter Kraft, Maximilian Franke, Caroline Morbach, Marius Vogt, Wolfgang Müllges, Georg Ertl, László Solymosi, Lukas Pirpamer, Reinhold Schmidt, Mirko Pham, Stefan Störk, Guido Stoll, Temporal changes in total and hippocampal brain volume and cogniti-ve function in patients with chronic heart failure—the COGNITION.MATTERS-HF cohort study, European Heart Journal, 2021;, ehab003, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehab003

 

 


Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer: Covid-19-Spätfolgen an Lunge und Herz - Einladung zur Untersuchung

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Covid-19 überstanden – und dann? 

UKU startet Forschungsprojekt zu Covid-19-Spätfolgen an Lunge und Herz

Husten, Fieber, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns oder gar schwere Atemnot – diese Symptome treten häufig bei einer Covid-19 Erkrankung auf. 

Mit welchen Beschwerden Betroffene rechnen müssen, wenn sie die Erkrankung überstanden haben und welche bleibenden Schäden Covid-19 hinterlassen kann, ist bisher jedoch kaum erforscht. 

  • Nach bisherigen Erkenntnissen müssen jedoch 50 Prozent der Erkrankten mit Langzeitfolgen für Lunge und Herz rechnen. 

Um mehr über die Spätfolgen zu erfahren, hat die Klinik für Innere Medizin II des UKU ein u.a. von Bund und Land gefördertes Forschungsprogramm etabliert, das sich mit den Spätfolgen einer Covid-19 Erkrankung an Lunge und Herz beschäftigt. 

 Professor Dr. Wolfgang Rottbauer und Oberarzt PD. Dr. Dominik Buckert bieten Menschen, die eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, in ihrer Spezialambulanz modernste nicht-invasive Untersuchungsverfahren von Lunge und Herz an.

 Professor Dr. Wolfgang Rottbauer und Oberarzt PD. Dr. Dominik Buckert bieten Menschen, die eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, in ihrer Spezialambulanz modernste nicht-invasive Untersuchungsverfahren von Lunge und Herz an. Foto: Universitätsklinikum Ulm

  • Im Zuge der Studie können sich betroffene Patient*innen in einer eigens eingerichteten Post-Covid-19-Spezialambulanz untersuchen und beraten lassen.


Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie wurde davon ausgegangen, dass es sich bei Covid-19 um eine alleinige Atemwegserkrankung handelt. 

Heute ist klar, dass neben der Lunge auch andere Organsysteme von der Erkrankung befallen und schwer geschädigt werden können. 

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass unter anderem das Herz-Kreislaufsystem befallen werden kann.

„Obwohl wir jeden Tag mehr über das Virus und die Erkrankung lernen, bleiben doch offene Fragen, die unsere Patientinnen und Patienten verunsichern“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Rottbauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II, Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin, Sport- und Rehabilitationsmedizin.

  •  „Viele fragen sich nach einer Covid-19 Erkrankung berechtigterweise, ob sie vorübergehende oder bleibende Schäden davontragen werden oder ob sie sich uneingeschränkt körperlich belasten dürfen. 

Diesen Menschen wollen wir ihre Unsicherheit nehmen.“ 


„Wir wollen Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, bestmöglich untersuchen und beraten. Im Zuge unserer Studie haben wir deshalb eine Spezialambulanz eingerichtet, in der wir den Betroffenen modernste nicht-invasive Untersuchungsverfahren von Lunge und Herz anbieten“, sagt Oberarzt PD Dr. Dominik Buckert, der die Studie leitet. 

  • Zu diesen Verfahren gehören neben der etablierten Lungenfunktionsprüfung und Messung der Atemgase in Ruhe auch die Messung der Lungen- und Herzleistung unter körperlicher Belastung, die sogenannte Spiroergometrie. 
  • Mit Hilfe des Herzultraschalls (Echokardiographie) sowie des Herz-MRTs sollen die Auswirkungen der Covid-19-Erkrankung auf die Pumpkraft des Herzens und die Herzleistung untersucht werden. 

Mit diesen und weiteren Untersuchungen möchten die Lungen- und Herz-Expert*innen der Klinik für Innere Medizin II feststellen, welche Langzeitschäden eine Covid-19 Erkrankung an der Lunge und am Herzkreislaufsystems tatsächlich hervorrufen kann und wie häufig diese Schäden vorkommen.

  • Terminvereinbarung Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen
  • Ansprechperson: PD Dr. Dominik Buckert
  • Tel.: 0731 500 45010 

Professor Dr. Wolfgang Rottbauer und Oberarzt PD. Dr. Dominik Buckert bieten Menschen, die eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, in ihrer Spezialambulanz modernste nicht-invasive Untersuchungsverfahren von Lunge und Herz an.

 Professor Dr. Wolfgang Rottbauer und Oberarzt PD. Dr. Dominik Buckert bieten Menschen, die eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, in ihrer Spezialambulanz modernste nicht-invasive Untersuchungsverfahren von Lunge und Herz an. Foto: Universitätsklinikum Ulm

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Nina Schnürer Universitätsklinikum Ulm

Albert-Einstein-Allee 29
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Telefon: 0731 500 43025
Fax: 0731 500 43026
E-Mail-Adresse: nina.schnuerer@uniklinik-ulm.de


Dr. Daniela Schindler: Empfänger von Organen wie Herz, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse sowie von Stammzellen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Infektionsrisiken nach einer Transplantation vermeiden

Nach Organ- oder Stammzelltransplantation haben Patientinnen und Patienten ein hohes Risiko für schwere Infektionen. 

Die Zahl dieser Komplikationen ist groß, doch über die Zusammenhänge zwischen Transplantation und Infektionen ist bisher zu wenig bekannt. 

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) wurde eine Kohorte etabliert, die eine exzellente Grundlage für Forschungen in diesem Problembereich bietet: 

Die Transplantationskohorte des DZIF stellt umfassende medizinische Daten und biologische Proben von transplantierten Patienten in ganz Deutschland zur Verfügung. 

Die Sammlung von Bioproben ist für die Forschung unverzichtbar.
Die Sammlung von Bioproben ist für die Forschung unverzichtbar. HMGU/Kühn 

Die DZIF-Transplantationskohorte, die seit 2014 eingerichtet wird, enthält derzeit 21.025 Blutproben und 6.605 weitere Bioproben; insgesamt konnten bisher 1.661 Patientinnen und Patienten in die Datenbank aufgenommen werden. 

Dazu gehören Empfänger von Organen wie Herz, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse sowie von Stammzellen

  • Sie alle sind nach einer Transplantation durch Krankheitserreger hochgradig gefährdet, da ihre Immunabwehr unterdrückt wird, um das neue Organ vor Abstoßung zu schützen. 
  • Daten aus anderen Registerstudien wie der Swiss Transplant Cohort Study zeigen, dass Infektionen bei bis zu 52 Prozent aller Todesfälle nach einer Organtransplantation als ursächlich gelten.


Eine soeben veröffentlichte Publikation beschreibt den Aufbau und die spezielle Zielsetzung der DZIF-Transplantationskohorte. „Wir müssen besser verstehen, wie es zu Infektionen kommt, welche Faktoren beim Spender und beim Empfänger eine Rolle spielen und wie man das Risiko verringern kann“ sind sich die Erstautoren, Dr. Daniela Schindler und Prof. André Karch, einig. Viel zu viele Fragen seien noch offen, der Forschungsbedarf sei nach wie vor groß. Mehr als 3.500 Organtransplantationen und 7.000 Stammzelltransplantationen werden jedes Jahr in Deutschland durchgeführt.

Obwohl es viele etablierte Kohortenstudien und Register in der Transplantationsmedizin gibt, fehlte es bisher an Daten, die das Infektionsgeschehen genauer in den Blick nehmen, und an der Möglichkeit, diese Daten mit Probenmaterial zu kombinieren. „Die Gewinnung von medizinischen Daten und Proben, nicht nur zu festen Zeitpunkten, sondern auch im Falle einer Infektion, ist die besondere Stärke der DZIF- Transplantationskohorte“, betont Schindler, die das Projekt koordiniert. Da mehrere Universitätskliniken und Transplantationszentren über das DZIF an der Kohorte beteiligt sind, können ausreichend viele Patientinnen und Patienten rekrutiert sowie Proben gesammelt werden. Nach der Aufnahme zum Zeitpunkt der Transplantation werden im ersten Jahr alle drei Monate medizinische Daten erhoben, anschließend jährlich. 

  • Dazu gehören Informationen zu Vorerkrankungen, bestehenden Infektionen, dem Verlauf der Transplantation, der Medikation und auftretenden infektiösen Ereignissen. Als Biomaterialien werden Blut-, Urin- und Stuhlproben in Biobanken nach höchsten Qualitätsstandards gesammelt.


Diese Datenbasis steht nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem DZIF sowie externen Forscherinnen und Forschern für ihre Untersuchungen zur Verfügung. 

 „Indem wir detaillierte Informationen zu den verwendeten Medikamenten zur Immunsuppression sammeln und die Komplikationen sowie die Behandlungen genau dokumentieren, bieten wir ein breites Spektrum an Forschungsmöglichkeiten in diesem Feld an“, erklärt Daniela Schindler. 

Zukünftige Studien mit Proben und Daten der Kohorte können beispielsweise bestimmte virale Infektionen mit Komplikationen bei den Transplantierten in Verbindung bringen und die langfristige Wirkung von antiviralen Therapien als Vorsorgemaßnahme untersuchen. 

Bis 2023, so das Ziel der Beteiligten, sollen 3500 Patientinnen und Patienten in die Kohorte eingeschlossen und bis mindestens 2025 nachverfolgt werden.

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Dr. Daniela Schindler
Projektmanagement und Koordination DZIF-Transplantationskohorte
E-Mail: daniela.schindler@tum.de

Karola Neubert Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Deutschland
Niedersachsen

Karola Neubert
Telefon: 0531 6181 1170
E-Mail-Adresse: karola.neubert@dzif.de

Originalpublikation:

André Karch et al.: The transplant cohort of the German center for infection research (DZIF Tx-Cohort): study design and baseline characteristics. Eur J Epidemiol 25.01.2021
https://doi.org/10.1007/s10654-020-00715-3


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.dzif.de/de/arbeitsgruppe/transplantationskohorte Mehr Info zur Kohorte