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Medizin am Abend Berlin Fazit:  

Heute Abend: Vice - Der zweite Mann - Kino UCI de Luxe 


Er gilt als einer der mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten: Dick Cheney. "Vice - der zweite Mann" beleuchtet die sagenhafte Karriere des Bürokraten und Washington-Insiders, der an der Seite von George W. Bush zum einflussreichsten Politiker der Welt wurde und seine Macht zu nutzen wusste: Cheneys Entscheidungen prägen das Land noch immer, sein außenpolitisches Wirken ist bis heute spürbar. (Quelle: Verleih)
Regie Adam McKay
Darsteller Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell
Land USA







Lebende Medikamente

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gesundheitsinitiative RESTORE: Therapien, die heilen

Krankheiten heilen statt Symptome bekämpfen: 

Die europaweite Forschungsinitiative RESTORE steht unter der Leitung des BIH Centrums für Regenerative Therapien, eines gemeinsam von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) getragenen interdisziplinären Translationszentrums. 

RESTORE soll Europa eine Führungsrolle im Bereich neuartiger Therapien, der sogenannten Advanced Therapies, sichern. 

Dieses Ziel unterstützt auch die Europäische Kommission, die RESTORE jetzt eine Anschubfinanzierung von einer Million Euro zugesagt hat. 
 
Krankheiten heilen statt Symptome bekämpfen: 

Gleichzeitig hat die Kommission das Konsortium eingeladen, ihr Konzept weiterzuentwickeln und den Kreis der Forschenden und Institutionen zu erweitern, um Europa im Bereich der Advanced Therapies an die Spitze zu bringen.

Advanced Therapy Medicinal Products – kurz:

  • Advanced Therapies und häufig auch als „lebende Medikamente“ bezeichnet – umfassen unter anderem Zell- und Gentherapieprodukte, Gewebezubereitungen oder Kombinationen dieser Zubereitungen mit Biomaterialien. 

Sie bieten großes Potenzial, um Krankheiten zu heilen. 

Ihr Einsatz ist das übergeordnete Ziel von RESTORE, um so die Gesundheit von Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung hoher ethischer und qualitativer Standards wiederherzustellen.

Wenn das Konsortium im weiteren Verlauf des Wettbewerbs erfolgreich bleibt, wird es als groß angelegte Forschungsinitiative („Large-Scale Research Initiative“) im Framework-Programm der EU etabliert. Dafür könnte es langfristig bis zu eine Milliarde Euro in Forschungsvorhaben zu neuen Therapien investieren.

Hinter RESTORE steht eine internationale und interdisziplinäre Gemeinschaft aus wissenschaftlichen Institutionen, Krankenhäusern, Patientenverbänden und Partnern der Industrie. 
  • Koordinator ist Prof. Dr. Hans-Dieter Volk mit seinem Team. Prof. Volk ist Leiter des Instituts für Medizinische Immunologie der Charité, Direktor des BIH Centrums für Regenerative Therapien sowie am Berlin Center of Advanced Therapies (BeCAT) der Charité und des BIH tätig.
  • „Advanced Therapies haben das Potenzial, das Gesundheitswesen zu revolutionieren, indem sie darauf abzielen, die Gesundheit wiederherzustellen statt wie aktuell üblich Krankheiten langfristig zu behandeln“, erklärt Prof. Volk und ergänzt: 

„Wir verzeichnen eine zunehmende Anzahl von Erfolgsgeschichten, in denen Patienten im Endstadium ihrer Krankheit geheilt werden konnten. Gleichzeitig gibt es noch viele Hürden, diese vielversprechenden Therapien im Klinikalltag tatsächlich einzusetzen. RESTORE bietet uns eine einmalige Gelegenheit, diese Hürden zu überwinden, sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf Herstellung, klinisches Management und Kostenerstattung. Wir sind fest entschlossen, zukunftsweisende Forschungsergebnisse in sichere Therapien zu übersetzen, und wir werden disziplin- und länderübergreifend zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.“

Das Kernteam von RESTORE besteht aus weltweit führenden Einrichtungen der grundlagenorientierten und der klinischen Forschung sowie aus Biotech-Unternehmen. Dazu zählen neben der Charité auch das INSERM – Institut National de la Santé et de la Recherche (Frankreich), die Universität Zürich (Schweiz), Miltenyi Biotec GmbH (Deutschland), TissUse GmbH (Deutschland), Cell and Gene Therapy Catapult (Großbritannien), Pluristem Ltd (Israel), Innovation Acta S.r.l. (Italien), Fondazione Telethon Milan (Italien) und die Universität Minho (Portugal). Über 250 Experten aus der Wissenschaft und der Industrie sowie Vertreter von gemeinnützigen Organisationen und Patientenverbänden aus ganz Europa und weiteren Ländern haben ihre Unterstützung für die Gesundheitsinitiative RESTORE zugesagt und auf das bedeutende wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial von Advanced Therapies verwiesen.

„Mit dem Beschluss, RESTORE zu unterstützen, wird deutlich, dass erstens der Bedarf an besseren Behandlungsmöglichkeiten für Patienten in Europa erkannt wurde, zweitens die hohe Qualität der europäischen Forschung auf diesem Gebiet gewürdigt wird und drittens das gemeinsame Bestreben gefördert wird, durch Kooperation an die Weltspitze in diesem wichtigen Gebiet zu gelangen“, sagt Prof. Volk. Er fügt hinzu: „Wir danken unseren Partnern und Unterstützern – wir schätzen uns glücklich, sie an unserer Seite zu wissen. Nun starten wir die Vorbereitungen zur Etablierung der groß angelegten Forschungsinitiative: Wir werden alles daran setzen, sämtliche Stakeholder einzubinden, die Herausforderungen zu identifizieren und unseren Plan weiter auszuarbeiten, wie Advanced Therapies in den klinischen Alltag einzubinden sind, damit jeder Patient in Europa, der von diesen neuartigen Behandlungsansätzen profitieren kann, dazu auch die Möglichkeit bekommt.“

BIH Centrum für Regenerative Therapien

Das BIH Centrum für Regenerative Therapien ist ein interdisziplinäres Translationszentrum von BIH und Charité mit dem vorrangigen Ziel, körpereigene Regenerationsprozesse mithilfe von Zellen, Biomaterialien und Faktoren zu verbessern und Ersatzstrategien zu unterstützen, um sie für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Therapien und Produkten zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen des Immunsystems, des Bewegungsapparats und des Herz-Kreislauf-Systems, klinische Überschneidungsgebiete wie Gewebehomöostase und Kachexie sowie seltene Erkrankungen. Die Einrichtung, die von 2006 bis 2018 als BCRT vom Bundesministerium für Bildung und Forschung kofinanziert wurde, wird seit 2019 unter dem Namen BIH Centrum für Regenerative Therapien vom Berlin Institute of Health kofinanziert.

Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT)
Das BeCAT wurde mit einer Förderung des Wissenschaftsrats in Höhe von 30 Millionen Euro gegründet, um die erforderliche Infrastruktur, fachliche Kompetenz, Mentalität und Plattformen für die Entwicklung und klinische Translation von Advanced Therapies in Regenerationsmedizin und Hämato-Onkologie zu fördern.

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Prof. Dr. Hans-Dieter Volk
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Sterbewahrscheinlichkdeiten: Heiraten/Kinderkriegen - Persönliche Lebensentscheidungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie wirken sich Elternschaft, Familienstand und Einkommen auf unsere Todesursachen aus?

Während die Auswirkungen von Rauchen, Alkoholkonsum, Sport etc. auf die Lebenserwartung gut untersucht und verstanden sind, gibt es kaum Untersuchungen dazu, wie persönliche Lebensentscheidungen wie das Kinderkriegen oder Heiraten die Sterbewahrscheinlicheiten und Todesursachen beeinflussen. 

Miguel Portela (Universidade do Minho, Braga, Portugal) und Paul Schweinzer (Universität Klagenfurt, Österreich) haben nun entsprechende Untersuchungen mit Daten aus Großbritannien angestellt.

 Sie kommen dabei zum biblisch inspirierten Schluss: „Lasset die Kindlein zu mir kommen.“ 
 
Die beiden Forscher nutzten für ihre Auswertungen die Daten des „Office for National Statistics Longitudinal Study“, das aus einem Prozent der Bevölkerung von England und Wales besteht. Sie verfolgten 205.277 Personen, die 1971 zwischen 16 und 50 Jahre alt waren über die fünf dortigen Volkszählungen zwischen 1971 und 2011. Bis 2011 verstarben 39 Prozent dieser Personen, für die Portela und Schweinzer das Alter, Zeitpunkt und Ursache des Todes, Kinder, Familienstand, Beruf und sozialen Status ermittelten.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem ein mitunter dramatisch verringertes Sterberisiko von Eltern. 

  • So haben beispielsweise Frauen mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Frauen nur eine 28%ige Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben.
  • Ein 34%iges Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben. (Die jeweiligen Gesamtpopulationen haben ein 100%iges Risiko.) 
  • Ähnlich bei Infektionskrankheiten: Frauen mit Kindern verglichen mit solchen ohne Kinder haben nur eine 53%ige Wahrscheinlichkeit, an Infektionen zu sterben. 
  • Die entsprechenden Reduktionen der Sterbewahrscheinlichkeit bei Vätern sind ähnlich, aber etwas geringer. 
  • Im Gegensatz dazu weisen verheiratete Männer im Vergleich zu Unverheirateten eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit auf: 
  • 171% bei Krebs und 123% für Herzerkrankungen. 
  • Portela und Schweinzer vergleichen diese Ergebnisse mit sozialen Statusvariablen wie hohem Einkommen und Hausbesitz, für die verringerte Risiken wohldokumentiert sind. 
  • Die Überraschung ist dabei, dass der lebensverlängernde Effekt von Kindern durchwegs stärker zu sein scheint, als der von hohem Sozialstatus. 
  • Schweinzer: „Verheiratet zu sein ist je nach Krankheit mit positiven oder negativen Sterbekorrelationen verbunden. 
  • Reiche Menschen leben natürlich länger, aber für uns war überraschend, dass sich die Präsenz von Kindern durchwegs stärker positiv auf die Überlebensrate auswirkt als hohes Einkommen und Wohnungs- oder Hauseigentum. 
  • In unseren Ergebnissen ist Kinder zu haben immer mit stärker reduzierten Sterbewahrscheinlichkeiten verbunden als alle anderen untersuchten Variablen.“

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Forschungskommunikation
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Originalpublikation:
Portela, M. & Schweinzer, P. (2019). The parental co-immunization hypothesis: An observational competing risk analysis. Scientific Reports 9, 2493: https://www.nature.com/articles/s41598-019-39124-2.

 

Internationaler Frauentag 2019: Anti-Baby-Pille

Medizin am Abend Berlin Fazit: Anti-Baby-Pille beeinflusst Emotionserkennung von Frauen

Obwohl mehr als 100 Millionen Frauen die Anti-Baby-Pille zur Empfängnisverhütung nutzen, ist relativ wenig darüber bekannt, wie die Anti-Baby-Pille das Verhalten und Erleben dieser Frauen beeinflusst. 

  • Eine Reihe von kürzlich erschienen Studien legt nahe, dass die Anti-Baby-Pille die Verarbeitung emotionaler Reize und die Regulation emotionaler Reaktionen beeinflussen könnte. 

Ein Forschungsteam der Universität Greifswald, der Universität Rostock und der Universität Potsdam hat nun in der Zeitschrift Frontiers in Neuroscience eine Studie veröffentlicht, die Hinweise darauf liefert, dass die Anti-Baby-Pille die Emotionsverarbeitung von Frauen beeinflussen könnte. 
 
Die Studie https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2018.01041/full, 

die von Dr. Alexander Lischke

 https://psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/klinische-und-physiol... 

vom Institut für Psychologie 

https://psychologie.uni-greifswald.de/ 

der Universität Greifswald geleitet wurde, konnte zeigen, dass Frauen, die die Anti-Baby-Pille nahmen, schlechter im Erkennen von emotionalen Gesichtsausdrücken waren als Frauen, die nicht die Anti-Baby-Pille nahmen. 

  • Interessanterweise waren die Frauen, die die Anti-Baby-Pille nahmen, vor allem bei der Verarbeitung von emotionalen Gesichtsausdrücken, die generell schwierig zu erkennen waren, beeinträchtigt. 

Bei der Verarbeitung von emotionalen Gesichtsausdrücken, die generell leicht zu erkennen waren, waren dagegen keine Beeinträchtigungen feststellbar.

  • Die Ergebnisse zeigen, dass die Frauen, die die Anti-Baby-Pille nahmen, sehr spezifische Einschränkungen bei der Emotionsverarbeitung aufwiesen. 

Zudem handelte es sich eher um subtile, als um massive Einschränkungen, weshalb fraglich ist, inwieweit diese Einschränkungen tatsächlich Auswirkungen auf das Sozialverhalten dieser Frauen haben könnten.

Dr. Lischke weist daher ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund der vorliegenden Ergebnisse nicht davon ausgegangen werden kann, dass Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, „emotionsblind“ und damit zu „Problemfällen“ in Beziehungen werden.

Um derartige Aussagen treffen zu können, sind weitere Studien notwendig, in denen nicht nur der Einfluss der Anti-Baby-Pille auf die Emotionsverarbeitung, sondern auch auf die Beziehungsgestaltung untersucht wird.

In weiteren Studien möchte Dr. Lischke auch den Mechanismus untersuchen, der möglichen Beeinträchtigungen in der Emotionserkennung und Beziehungsgestaltung zu Grunde liegt.

  • Es scheint zwar plausibel zu sein, dass die Anti-Baby-Pille über eine Modulation der Zyklushormone Estrogen und Progesteron die Aktivität in emotionsverarbeitenden Hirnregionen und damit die Emotionserkennung beeinflusst. 

Ob dies aber tatsächlich der Fall ist, muss noch nachgewiesen werden.

Weitere Studien sind dringend notwendig, vor allem mit einem experimentellen Untersuchungsdesign und umfangreicheren Stichproben, um endgültige Schlussfolgerungen über den Einfluss der Anti-Baby-Pille auf das Erleben und Verhalten von Frauen treffen zu können. 

Da heute immer mehr Frauen die Anti-Baby-Pille unmittelbar nach Beginn der Pubertät und häufig bis zu Beginn der Menopause einnehmen, sind diese Studien nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Öffentlichkeit von Interesse.

Pahnke, R., Mau-Moeller, A., Junge, M., Wendt, J., Weymar, M., Hamm, A. O., & Lischke, A. (2018). Oral contraceptives impair complex emotion recognition in healthy women. Front Neurosci. doi: 10.3389/fnins.2018.01041


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Dr. Alexander Lischke
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Jan Meßerschmidt Universität Greifswald

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Internationaler FrauenTag 2019: Traditionelles Rollenverständnis mit Leidenschaft?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Leidenschaft, Arbeitsbelastung, Zukunftssorgen

Eine Studie der Universität Freiburg zeigt die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft 
 
Wie können Politikerinnen und Politiker zukünftige Förderprogramme so gestalten, dass die Tätigkeit in der Landwirtschaft ein attraktives Arbeitsfeld bleibt und zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums beiträgt?

Um darauf Antworten zu finden, befragte ein Team um Prof. Dr. Heiner Schanz vom Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz rund 2.400 Frauen mit einem Bezug zu einem der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg.

Die Ergebnisse dieser Studie liegen vor und dienen als Basis dafür, Theorien der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums zu entwickeln.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Weniger Arbeit mehr Freitzeit  

„Damit haben wir erstmals eine breite, flächendeckende Datenbasis zur Lebens- und Arbeitswirklichkeit der Frauen in der Landwirtschaft“, erklärt Minister Peter Hauk.


Trotz zeitlicher Belastung verspüren die befragten Frauen eine große Verbundenheit mit dem ländlichen Raum. Foto: Manuel Schönfeld/stock.adobe.com
Trotz zeitlicher Belastung verspüren die befragten Frauen eine große Verbundenheit mit dem ländlichen Raum. Foto: Manuel Schönfeld/stock.adobe.com

„Es zeigt sich, dass die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte auch vor dem ländlichen Raum nicht haltgemacht hat“, sagt Schanz. Die jüngeren Befragten verfügen insgesamt über einen hohen formalen Ausbildungsstand: In der Gruppe der unter 30-Jährigen gaben 33 Prozent der Teilnehmerinnen an, einen Hochschulabschluss zu haben, während dies in der Gruppe der zwischen 31- bis 60-Jährigen für 17 Prozent und bei den über 61-Jährigen nur auf acht Prozent zutrifft. „Doch die Anforderungen in den landwirtschaftlichen Betrieben bergen die Gefahr, als ‚Karrierebremse‚ für den eigentlich erlernten Beruf zu wirken“, erklärt der Freiburger Professor.

  • Daraus resultiere ein entsprechend durchschnittlich geringeres Brutto-Einkommen, das die Frauen außerhalb der Landwirtschaft erzielen. 
  • Gleichzeitig leiste dieses Einkommen aber einen wichtigen Beitrag zum Gesamteinkommen der Familienbetriebe.

Zudem wird in der Studie deutlich, dass die Situation der Frauen in der Landwirtschaft trotz gestiegenem Ausbildungsniveau nach wie vor durch ein traditionelles Rollenverständnis geprägt ist.

So ist Haushaltsführung weitgehend Frauensache, jeder dritte Partner beteilige sich nie daran — ein Wandel hinsichtlich einer gleichmäßigeren Aufteilung ist auch bei den jüngeren Befragten nicht zu erkennen.

Daraus resultieren eine starke zeitliche Belastung der Frauen und eine unausgewogene Work-Life-Balance. Trotzdem sei die große Mehrheit überwiegend zufrieden mit ihrer Tätigkeit und betreibe die „Landwirtschaft mit Leidenschaft“, sagt Schanz.

Während die Teilnehmerinnen die kurzfristigen Zukunftsperspektiven ihrer Betriebe für die nächsten fünf Jahre überwiegend noch als gut einschätzen, sorgt sich eine Mehrheit mit Blick auf die kommenden zehn Jahre um deren Existenz.

Die von den Frauen genannten Gründe hängen nicht in erster Linie mit der Wirtschaftlichkeit zusammen, sondern beziehen sich auf die zunehmenden gesetzlichen Vorgaben und bürokratischen Hürden.

Diese Gefahr sehen die Teilnehmerinnen der Studie zusätzlich verstärkt durch negative Bilder, die in der Öffentlichkeit von der Landwirtschaft vorherrschen würden.

Insgesamt spüren die Frauen eine große Verbundenheit und Verwurzelung im und mit dem ländlichen Raum. 


Über 80 Prozent bewertet es positiv, wie sich ihre Region, vor allem die mit guter sozioökonomischer Lage, in den zurückliegenden Jahren entwickelt habe.

  • Handlungsbedarf wird vorrangig im Bereich Internet und Telekommunikation, aber auch in der Verkehrsanbindung gesehen. 

Deutlich wird das unternehmerische Potenzial der Frauen für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums:

Ämter mit politischer Verantwortung nehmen sie hingegen aus Zeitmangel nur zurückhaltend wahr.

„Es ist ein wichtiges Ergebnis unserer Studie“, erklärt der Freiburger Professor, „dass die Frauen die Zukunft ihrer Region gerne mitgestalten würden, dafür aber keine Möglichkeiten und nicht die nötige Zeit sehen.“

Videolink:
www.pr.uni-freiburg.de/go/landwirtschaft

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Vor dem Frauentag 2019 in Berlin: Die Lebenziele für Jund und Alt

Medizin am Abend Berlin Fazit: Besser leben mit erreichbaren Zielen

Wer sich im Leben realistische Ziele setzt, kann später auf ein höheres Wohlbefinden und mehr Zufriedenheit hoffen. 

Wichtig ist dabei, ob die eigenen Lebensziele als erreichbar wahrgenommen werden und was sie einem bedeuten, wie Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel in einer Studie mit über 970 Befragten berichten. 

Entspannung am Pool: Erwachsene Menschen sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen.
Entspannung am Pool: Erwachsene Menschen sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen. Bild: Engin Akyurt/Pixabay | CC0

 Medizin am Abend Berlin ZusatzHinweis: Lebensziel Ruhe

Wohlstand, Gemeinschaft, Gesundheit, sinnvolle Arbeit: 

  • Lebensziele gehören zum Ausdruck einer Persönlichkeit, denn sie bestimmen das Verhalten und den Kompass, von dem sich ein Mensch leiten lässt. 
  • Erreichte Ziele, so nimmt man ebenso an, können massgeblich dazu beitragen, wie zufrieden man im Leben ist – oder wie unzufrieden, wenn wichtige Ziele nicht erreicht werden konnten.

Die Auswirkungen von Lebenszielen bei Erwachsenen differenziert untersucht hat ein Psychologieteam der Universität Basel im Fachblatt «European Journal of Personality».

Die Forschenden verwendeten die Daten von 973 in der Deutschschweiz lebenden Personen zwischen 18 und 92 Jahren; über die Hälfte wurde nach zwei und vier Jahren erneut befragt.

Die Probanden hatten die Wichtigkeit und die wahrgenommene Erreichbarkeit von Lebenszielen in zehn Bereichen:

  • Gesundheit
  • Gemeinschaft
  • persönliches Wachstum
  • soziale Beziehungen
  • Ruhm
  • Image
  • Reichtum
  • Familie
  • Verantwortung
  • Fürsorge für kommende Generationen
  • Arbeit

 – zu bewerten, und zwar anhand einer vierstufigen Skala

Lebensziele mit Vorhersagekraft

Eines der Resultate:

  • Wenn jemand seine persönlichen Ziele als realisierbar wahrnimmt, ist dies ein Indikator für späteres kognitives und affektives Wohlbefinden. 
  • Menschen sind nämlich dann zufrieden, wenn sie ein Gefühl von Kontrolle und Erreichbarkeit erleben. 
Wie wichtig für sie ursprünglich das jeweilige Ziel war, ist dabei weniger entscheidend.

Lebensziele tragen damit auch eine Art Vorhersagekraft in sich:

Wer sich Ziele punkto sozialer Beziehungen oder Gesundheit gesetzt hatte, war später auch zufriedener mit seinen Freundschaften oder mit der eigenen Gesundheit.

Dieser Zusammenhang zwischen den Lebenszielen und dem späteren Befinden trat relativ unabhängig vom Alter der Befragten auf.

Jüngere wollen Status, Ältere soziales Engagement

Welche Lebensziele stehen in welchem Alter im Vordergrund?

Die Ziele in einer Lebensphase sind von den jeweiligen Entwicklungsaufgaben abhängig: 
  • Je jünger die Befragten, desto wichtiger schienen ihnen Ziele wie persönliches Wachstum, Status, Arbeit und gute soziale Beziehungen. 
Und je älter sie waren, desto bedeutender waren für sie soziales Engagement und Gesundheit.

«Viele unserer Ergebnisse konnten theoretische Annahmen der Entwicklungspsychologie bestätigen», erläutert Erstautorin und Doktorandin Janina Bühler von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel.

Die Lebensziele werden zwar stark durch das Alter bestimmt. 

«Wenn es aber darum geht, ob diese Ziele zufrieden machen, so ist das Alter weniger entscheidend», sagt die Psychologin.

Erwachsene Menschen, ob alt oder jung, sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen.

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Janina Larissa Bühler
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Originalpublikation:
Janina Larissa Bühler, Rebekka Weidmann, Jana Nikitin, Alexander Grob
A closer look at life goals across adulthood: Applying a developmental perspective to content, dynamics, and outcomes of goal importance and goal attainability
European Journal of Personality (2019), doi: 10.1002/per.2194

FrauenFeierTag in Berlin: Arbeitsplatzverluste/Arbeitslosigkeit: Gesundheitliche Folgen....

Medizin am Abend Berlin Fazit: Früher Arbeitsplatzverlust beeinträchtigt Gesundheit langfristig

Soziologen der Universität Bamberg untersuchen Erwerbsbiographien 
 
  • Zahlreiche Studien legen nahe, dass Arbeitsplatzverluste und Arbeitslosigkeit zu einer schlechteren Gesundheit führen. 

Soziologen der Universität Bamberg greifen diese Forschung nun auf und fragen:

  • Hat der Verlust des Arbeitsplatzes auch dann noch Auswirkungen auf die Gesundheit, wenn er schon Jahrzehnte zurückliegt und gegebenenfalls anschließend weitere Anstellungen folgten? 

Jonas Voßemer und Prof. Dr. Michael Gebel vom Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Methoden der empirischen Sozialforschung, an der Universität Bamberg zeigen in einer aktuellen Studie:

  • Der unfreiwillige Verlust des Arbeitsplatzes in einer frühen Phase des Berufslebens beeinträchtigt die Gesundheit langfristig. 
  • Mehr als 30 Jahre später lassen sich noch Auswirkungen auf die Gesundheit ausmachen, die auf diesen Bruch in der Biographie zurückzuführen sind.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher Daten der SHARELIFE Erhebung, der dritten Welle des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE).

Bei dieser länderübergreifenden Studie wurden rund 28.000 über 50-jährige Europäer rückwirkend zu ihrem sozialen und familiären Netzwerk, ihrer Gesundheit und ihrem sozio-ökonomischen Status über ihren gesamten Lebenslauf befragt.

Die Analysen, die Voßemer und Gebel gemeinsam mit Dr. Olena Nizalova von der University of Kent in England und Olga Nikolaieva von der ukrainischen Kyiv School of Economics durchführten, zeigen:

Personen, die ihre Stelle in den ersten zehn Jahren ihres Berufslebens unfreiwillig verloren, gaben mit einer im Mittel 6 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit bei der Befragung an, einen mittelmäßigen oder schlechten Gesundheitszustand zu haben als Personen, die in dieser Phase keinen Arbeitsplatzverlust erfuhren, aber ansonsten vergleichbare Eigenschaften hatten.

  • Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass dies sowohl für Arbeitnehmer gilt, die entlassen wurden, als auch für diejenigen, deren Betrieb schloss. 

Das spricht dafür, dass der Einfluss von Störfaktoren in den Analysen vermieden werden konnte.

Denn bei einer Schließung sind alle Arbeitnehmer betroffen, sodass es weniger wahrscheinlich ist, dass der Arbeitsplatzverlust auf persönliche Merkmale der Arbeitnehmer zurückzuführen ist, die auch deren Gesundheit beeinflussen.

Welche Schlussfolgerung lassen die Ergebnisse zu?

Voßemer sagt:

„Im Einklang mit früheren Studien zeigen wir, dass Arbeitsplatzverluste und Arbeitslosigkeit nicht nur finanzielle Konsequenzen haben. 

Unsere Studie deutet außerdem daraufhin, dass diese Folgen lange weiterbestehen können.

“ Diese Ergebnisse, falls sie in weiterer Forschung bestätigt werden, legen nahe, dass die Politik in
ihrer Abschätzung der Kosten von Arbeitsplatzverlusten und Arbeitslosigkeit sowohl die gesundheitlichen Folgen als auch deren Dauerhaftigkeit berücksichtigen sollte.

Die Studie ist Teil des internationalen und interdisziplinären EU-Projektes EXCEPT (Social Exclusion of Youth in Europe: Cumulative Disadvantage, Coping Strategies, Effective Policies and Transfer), das von der Europäischen Union mit rund 2.4 Millionen Euro gefördert wurde.

Die Studie ist online nachzulesen unter https://doi.org/10.1016/j.alcr.2018.01.001

Weitere Informationen zum EU-Projekt EXCEPT finden Sie unter

www.uni-bamberg.de/empsoz/forschung/except-projekt/

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Originalpublikation:
https://doi.org/10.1016/j.alcr.2018.01.001


Bewegungsstörungen bei Parkinsonpatienten: Morbus Parkinson

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wir wissen viel über Parkinson – aber längst nicht alles

Professor Björn Falkenburger ist jetzt als neuberufener Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen an der Medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden auf der Suche nach neuen Therapieansätzen 
 
„Besonders faszinierend finde ich es, auf die molekulare Ebene abzutauchen, und da herauszubekommen, was eigentlich schief läuft in den Zellen, wenn sich bei Parkinsonpatienten die Krankheit manifestiert“, sagt Professor Björn Falkenburger.

Er ist seit dem 1.1.2019 neuberufen worden auf die Professur für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen.
 Prof. Björn Falkenburger
Prof. Björn Falkenburger Stephan Wiegand, MF TU Dresden


  • Auf den ersten Blick sind es die verarmten Bewegungen, der etwas unrunde Gang, ein Zittern in der Hand. 
  • Dahinter verbirgt sich nicht immer, wie die Umwelt auf den ersten Blick leider oft vermutet, der krankhafte Griff zur Flasche. 

Gerade bei den Menschen um die 60 ist die treffende Diagnose häufig: 

Morbus Parkinson. Mit diesem Krankheitsbild leben in Deutschland schätzungsweise 400.000 Patienten, und jährlich kommen 12.500 dazu. All denjenigen gilt es, ihre gewohnte Lebensqualität möglichst lange aufrechtzuerhalten. Dieses Unterfangen gelingt für viele Jahre nach der Diagnose recht gut. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien sind dann aber die Schädigungen im Gehirn so groß, dass der Alltag zu einer unlösbaren Herausforderung wird. 
  • Der Grund dafür sind falsch gefaltete Proteinaggregate, die sich ablagern und die Nervenzellen schädigen. 
„Wie diese entstehen und wie diese Proteinaggregate abgebaut werden, genau auf dieser molekularen Ebene beschäftige ich mich schon seit über fünfzehn Jahren mit der Parkinsonerkrankung“, sagt Prof. Falkenburger.

Streng betrachtet können diese Überlegungen noch als Zukunftsmusik verstanden werden.

Aber um die Krankheit in all ihren Ausprägungen tatsächlich zu verstehen, sind jene Gedankenspiele unabdingbar. Bereits in den 60er Jahren wusste man, dass die Ursache für Parkinson das Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen ist. Dieses Wissen prägt bis heute die Therapie. Was passiert aber im Gehirn, wenn das Dopamin ausbleibt? Eine Frage, die erst seit kurzem ausführlicher diskutiert wird.

So ist es jetzt aufgefallen, dass das Gehirn auf den Dopaminmangel reagiert.

 „Das Gehirn versucht auszugleichen, in dem es Verbindungen und Erregbarkeiten ändert – immer in der Hoffnung, dass es mit diesem Mangel zurecht kommt“, so Prof. Falkenburger.

Und dann gibt es noch eine ganze Reihe von Symptomen, die auf unsere Dopamintherapie gar nicht ansprechen, vermutlich, weil sie durch die bereits beschriebenen Protein-Aggregate verursacht sind. „Darauf müsste man auch reagieren, eben um die besagte Lebensqualität der Patienten über viele Jahre zu gewährleisten.“

Unser Gehirn steht diesen Veränderungen keinesfalls machtlos gegenüber. 
  • Nervenzellen können Proteinaggregate abbauen und versuchen, den Mangel an Dopamin auszugleichen. 
  • Manche dieser Reaktionen sind sinnvoll und müssen unterstützt werden, andere gehen in die falsche Richtung und müssen verhindert werden. 

Dass ein besseres Verständnis dieser Veränderungen den Verlauf der Erkrankung verändern kann, ist eine Vision.

Diese umzusetzen ist aber nur möglich, wenn das Umfeld stimmt.

„Das war meine Motivation, nach Dresden zu kommen.

Denn hier gibt es die perfekte Kombination aus Wissenschaftsnetzwerk und Patientenversorgung, ein Zusammenspiel aus Medizinischer Fakultät, außeruniversitären Forschungseinrich-tungen und Krankenversorgung – eben die Hochschulmedizin Dresden.“, freut sich Prof. Falkenburger über seinen Ruf nach Dresden.

Lebenslauf von Prof. Björn Falkenburger
1974 geboren, studierte Björn Falkenburger Medizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er 2002 auch promovierte und zwei Jahre als Assistenzarzt arbeitete. In den Jahren 2004 bis 2006 war Falkenburger als Postdoktorand und Assistenzarzt an der Georg-August Universität Göttingen tätig. Zwei Jahre später führte ihn sein beruflicher Weg in die USA mit einem weiteren Postdoc-Aufenthalt an der University of Washington in Seattle (2004-2008). Er beendete seine Facharzt-Weiterbildung an der RWTH Aachen und wurde nach seiner Facharztprüfung 2013 Oberarzt. Der Neurologe trug zunächst die Verantwortung für Normalstationen, später für Notaufnahme, Stroke-Unit und Intensivstation. 2014 übernahm er die Geschäftsführung der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum der RWTH Aachen. Noch im selben Jahr erhielt er den Ruf auf eine W1-Professur für Translationale Hirnforschung. 2017 habilitierte Falkenburger im Fach Neurologie. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner aktuellen Arbeit ist die Untersuchung intrazellulärer Prozesse bei Transport, Abbau und Sekretion von Proteinaggregaten, um die Entwicklung neuer Therapien für die Versorgung von Patienten mit der Parkinson-Krankheit voranzutreiben.

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Prof. Dr. Björn Falkenburger
Professur für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
und Medizinische Fakultät der TU Dresden
Telefon: +49 351 458 2532
E-Mail: bjoern.falkenburger@ukdd.de

Kim-Astrid Magister Technische Universität

Dipl.-Psych. Kim-Astrid Magister
Telefon: 0351 / 463-32398
Fax: 0351 / 463-37165
E-Mail-Adresse: kim-astrid.magister@tu-dresden.de

Dein Wohlbefinden,,,,,,

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schweine auf Stroh wirken glücklicher

Fotos spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, wie Produkte aus der Landwirtschaft bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. 

Ein Wissenschaftlerteam der Universitäten Bozen und Göttingen hat untersucht, wie Menschen Fotos von einem Schwein in unterschiedlichen Ställen wahrnehmen und bewerten. 

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift PLoS ONE erschienen.
 
Ob ein Schwein auf einem konventionellen Spaltenboden oder auf Stroh steht, hat einen Einfluss darauf, wie Verbraucher das Bild wahrnehmen.

Ob ein Schwein auf einem konventionellen Spaltenboden oder auf Stroh steht, hat einen Einfluss darauf, wie Verbraucher das Bild wahrnehmen.  Foto: Landpixel (Swen Pförtner)
 
Rund 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland bewerteten in der Studie Bilder eines glücklich oder eines traurig aussehenden Schweins jeweils in einem Stall mit Stroheinstreu oder Spaltenboden. 

  • Die Ergebnisse zeigen, dass der Stall, in dem ein Schwein abgebildet ist, den stärksten Einfluss darauf hat, wie das Tier wahrgenommen wird. 

„Die Haltung von Schweinen in heute üblichen Ställen, in denen die Tiere auf einem Betonboden mit Spalten zum Abfließen der Gülle leben, wird als sehr problematisch wahrgenommen“, sagt der leitende Autor Prof. Dr. Achim Spiller vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen.

 Die Umgebung des Tieres hat offenbar einen größeren Einfluss auf die Wahrnehmung als der Ausdruck des Tieres selbst.

Die Umgebung des Tieres hat offenbar einen größeren Einfluss auf die Wahrnehmung als der Ausdruck des Tieres selbst. Foto: Landpixel (Swen Pförtner)


„Der Strohstall wird im Vergleich als deutlich natürlicher und tiergerechter bewertet.

Daran ändert auch der traurige oder fröhliche Ausdruck des im Stall stehenden Schweins nichts.“

 Bei der Bewertung des Wohlbefindens des Schweins zeigt sich, dass dasselbe Schwein auf Stroh als zufriedener, gesünder und glücklicher bewertet wird als auf einem Foto mit Spaltenboden.

Die Ergebnisse helfen zu verstehen, wie die Öffentlichkeit Tierhaltungssysteme bewertet.

Ein von den meisten Menschen negativ bewertetes Haltungssystem wie der Spaltenboden wird demnach selbst dann nicht besser wahrgenommen, wenn auf den Bildern glücklich aussehende Tiere abgebildet sind.

Ein positiv wahrgenommener Stall, wie ein Stall mit Stroheinstreu, wird entsprechend selbst dann nicht schlechter bewertet, wenn das Tier darin traurig aussieht.

Die Studie wurde ermöglicht durch die Förderung des Projektes „Social Lab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft” durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

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Prof. Dr. Achim Spiller
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Telefon: (0551) 39-9897
E-Mail: a.spiller@agr.uni-goettingen.de
Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/11280.html

Dr. Gesa Busch
Freie Universität Bozen
Fakultät für Naturwissenschaften und Technik
Telefon +39 471 017117
E-Mail: gesa.busch@unibz.it

Thomas Richter Georg-August-Universität Göttingen
Wilhelmsplatz 1
37073 Göttingen
Deutschland
Niedersachsen


Romas Bielke
Telefon: 0551/39-12172
E-Mail-Adresse: romas.bielke@zvw.uni-goettingen.de

Originalpublikation:
Busch, G., Gauly, S., von Meyer-Höfer, M., Spiller, A. Does picture background matter? People’s evaluation of pigs in different farm settings. PLoS ONE (2019). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0211256

 

Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse: Risikoscore ASCVD

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 

Risikoscore aus den USA ist deutschen Risikorechnern überlegen

Für die USA entwickelter Risikoscore sagt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auch für die deutsche Bevölkerung am besten vorher 
 
  • Ein in den USA entwickelter Risikoscore, mit dessen Hilfe das individuelle Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen eingeschätzt werden kann, ist auch für deutsche Patienten besser geeignet als die in Deutschland geläufigen und von den Fachgesellschaften empfohlenen Risikorechner – so das Ergebnis einer aktuellen Studie, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg durchgeführt wurde.


Risikoabschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Teil des Check-up beim Hausarzt

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, zählen nach wie vor zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und sind Todesursache Nummer eins. Der Einfluss zahlreicher Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen ist gut untersucht und in zahlreichen Studien dokumentiert. Das Gesamtrisiko für vaskuläre Ereignisse setzt sich aus dem Wirken vieler verschiedener Risikofaktoren zusammen und lässt sich entsprechend abschätzen, wenn einzelne Parameter bekannt sind.

In der Vergangenheit wurden verschiedene Scoring-Systeme entwickelt, mit deren Hilfe das individuelle Risiko, innerhalb der nächsten 10 Jahre einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden und gegebenenfalls daran zu versterben, berechnet werden kann.

Die Risikorechner dienen der Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen:

Sie ermöglichen dem praktisch tätigen Arzt, Risikopatienten zu identifizieren und deren Behandlung entsprechend anzupassen und motivieren Betroffene eines erhöhten Risikos dazu, dieses positiv zu beeinflussen indem sie ihren Lebensstil verbessern, etwa indem sie körperlich aktiv werden, sich gesund ernähren oder auch lernen mit Stressfaktoren besser umzugehen.

In den USA wurde vor einigen Jahren ein neuer Risikoscore für die dortige Bevölkerung entwickelt, der ASCVD (atherosclerotic cardiovascular disease) Risikoscore, zu dessen Berechnung knapp 25.000 Personen aus verschiedenen US amerikanischen Kohorten mit einem langjährigen Follow-up von mindestens 10 Jahren herangezogen wurden.

In Deutschland werden verschiedene Risikoscores verwendet, darunter vor allem ARRIBA, PROCAM und der ESC-Heart Score.

  • ARRIBA basiert auf dem Framingham-Algorithmus und wird – obwohl wissenschaftlich nicht evaluiert – von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin empfohlen und vor allem von Hausärzten im Rahmen der Check-up Untersuchung genutzt. 

PROCAM ist ein in Deutschland entwickelter Score.

  • Der ESC-Heart-Score wird von den kardiologischen Fachgesellschaften in Deutschland (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) und Europa (European Society of Cardiology) empfohlen.

Wissenschaftler des Mannheimer Instituts für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH) und der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) haben den ASCVD Risikoscore und neun in Deutschland am häufigsten verwendete Risikorechner verglichen.

Sie ermittelten jeweils das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie die Sterblichkeit durch diese Erkrankungen in zehn Jahren, bezogen auf eine deutsche Population in der Primärversorgung.

In ihrer aktuell veröffentlichten Arbeit zeigen sie, dass der ursprünglich für die Bevölkerung der USA entwickelte Risikoscore ASCVD den in Deutschland verwendeten Risikorechnern überlegen ist: 

Er ist überraschenderweise auch für deutsche Patienten ausgezeichnet kalibriert, über eine große Altersspanne valide und berechnet als Endpunkte sowohl den nicht-tödlichen Herzinfarkt und Schlaganfall als auch diese Ereignisse mit Todesfolge.

  • Die Ergebnisse der Studie empfehlen, den amerikanischen ASCVD Score auch in Deutschland zu verwenden.

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PD Dr. med. Tanja Grammer
Universitätsmedizin Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH)
Ludolf-Krehl-Straße 7-11
D-68167 Mannheim
Tel. +49 621 383-71819
E-Mail: tanja.grammer@medma.uni-heidelberg.de

Dr. Eva Maria Wellnitz Universitätsmedizin Mannheim

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Deutschland
Baden-Württemberg


Telefon: 0621 / 383-71115
Fax: 0621 / 383-71103
E-Mail-Adresse: eva.wellnitz@medma.uni-heidelberg.de


Originalpublikation:
Cardiovascular risk algorithms in primary care: Results from the DETECT study
Tanja B. Grammer, Alexander Dressel, Ingrid Gergei, Marcus E. Kleber, Ulrich Laufs, Hubert Scharnagl, Uwe Nixdorff, Jens Klotsche, Lars Pieper, David Pittrow, Sigmund Silber, Hans-Ulrich Wittchen & Winfried März
Scientific Reports 9, Article number: 1101 (2019)
31 January 2019