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Wo möchten oder besser wo werden Sie sterben?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sterben im Krankenhaus: Rückläufiger Trend, aber nicht für alle

In vielen Ländern nimmt der Anteil derer, die im Krankenhaus sterben, seit Jahren ab. 

Bisher dachte man, dass dies für alle Altersgruppen gilt. 

Auf bestürzende Ausnahmen macht jetzt eine neue Studie aufmerksam. 
 
Ihre letzten Stunden möchten die meisten Menschen zu Hause verbringen – und nicht im Krankenhaus, wie es heute oft noch der Fall ist.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Feuerwehr 

Doch die Trendwende ist eingeleitet, wie eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock zeigt. Demnach sinkt seit Jahren der Anteil der älteren Menschen, die in einer Klinik sterben.

Ausgenommen von der erfreulichen Entwicklung sind jedoch ältere Menschen ab 80 Jahren.

In ihrer Studie zeichnen die Wissenschaftler um Angela Carollo die Entwicklung der Krankenhaussterblichkeit in Dänemark zwischen 1980 und 2014 nach. Zu diesem Zweck analysierten sie Statistiken zu allen Frauen und Männer ab 50 Jahren, die in diesem Zeitraum starben. Nach Auswertung von insgesamt rund 1,8 Millionen Datensätzen ergab sich folgendes Bild:  

Während 1980 insgesamt 56 Prozent der Männer in der Klinik starben, waren es 2014 nur noch 44 Prozent; bei den Frauen sank der Anteil im gleichen Zeitraum von 49 Prozent auf 39 Prozent.

  • Im Alter kippt der Trend

Den größten Rückgang verzeichneten die Forscher bei den 50- bis 59-Jährigen:
Während 1980 zwei Drittel (66,3 Prozent) aus dieser Altersgruppe in einer Klinik starben, waren es 2014 weniger als die Hälfte (48,9 Prozent). Der rückläufige Trend setzt sich demnach bis zum Alter von 79 Jahren fort und kommt bei den 80- bis 89-Jährigen zum Stillstand. In der letztgenannten Gruppe sterben heute rund 40,2 Prozent im Krankenhaus – ein Anteil, der sich seit 1980 kaum verändert hat.


Was die Forscher überrascht, ist der mit rund 23 Prozent enorme Anstieg bei den über 90-Jährigen.

Mit ihren weit zurückreichenden, umfassenden Datenreihen eigneten sich dänische Bevölkerungsregister besonders gut für solche Analysen, sagt Angela Carollo.

  • Die in ihrer Detailschärfe einzigartigen Ergebnisse ihrer Studie spiegeln die Entwicklung in weiten Teilen Europas und Nordamerikas wider und sind insofern von internationaler Bedeutung. 

Auch in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Belgien gelinge es zunehmend, Patienten einen würdigen Tod zu Hause, im Hospiz oder an einem anderen selbstgewählten Ort zu ermöglichen, sagt Carollo: „Das ist sehr zu begrüßen, denn der Tod im Krankenhaus ist für die meisten Menschen kein guter Tod.“

  • Stagnation in Deutschland

In der alten Bundesrepublik Deutschland erreichte der Anteil der Krankenhaussterbefälle im Jahr 1980 mit 55 Prozent aller Todesfälle einen Höchstwert, um 2016 für ganz Deutschland auf 46 Prozent zu sinken. „Auf diesem Niveau verharrt der Anteil hierzulande seit Jahren“, sagt Angela Carollo.

Als Alarmsignal werten die Rostocker Wissenschaftler die Entwicklung bei den über 90-Jährigen. 

 „Sie sind nicht nur die gebrechlichste, sondern in vielen Ländern auch die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe", sagt Angela Carollo.  

Viel zu häufig gehe der letzte Wunsch nach einem Abschied im privaten Rahmen nicht in Erfüllung.

Bemerkenswert sind auch die Detailergebnisse der neuen Studie.

An einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, einer der häufigsten Todesursachen, sterben demnach in den jüngeren Altersgruppen mehr Frauen als Männer im Krankenhaus.

Der Unterschied verliert sich mit etwa Siebzig und kehrt sich dann um:

Vom 80. Lebensjahr an überwiegt der männliche Anteil bei den kardiovaskulären Sterbefällen in der Klinik.

„Möglicherweise sterben mehr jüngere Männer als Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevor sie das Krankenhaus erreichen“, vermutet Angela Carollo. Das müsse aber noch genauer untersucht werden.


  • Die Ehe macht den Unterschied
  • Die Studie zeigt auch, dass Personen mit mittlerem und hohem Einkommen eher gefährdet sind, im Krankenhaus zu sterben als Bezieher niedriger Einkommen. 

Wo ältere Menschen sterben, hängt zudem stark davon ab, ob sie verheiratet sind oder nicht. 

Im Durchschnitt sterben mehr verheiratete Menschen im Krankenhaus als Unverheiratete, doch bei den über 90-Jährigen trifft es zunehmend die Unverheirateten.

Risikosteigernd seien darüber hinaus mehrere Krankenausaufenthalte binnen eines Jahres, sagt Angela Carollo und fügt hinzu: „Umgekehrt dürfte das Vermeiden langer Krankenhausaufenthalte, wie es seit Jahren üblich ist, zu weniger Sterbefällen auf den Stationen geführt haben.“

Todesursache Nummer eins im Klinikbereich sind Atemwegserkrankungen, vor allem bei den ältesten der alten Menschen. Auf den Plätzen folgen Schlaganfälle und Krebs, wobei die Krebssterblichkeit seit 2005 den stärksten Rückgang aufweist. Keine Angaben macht die Studie über Sterbeorte jenseits der Klinik. Carollo: „Wir können nur vermuten, dass die nicht im Krankenhaus Verstorbenen entweder zu Hause oder in einem Pflegeheim beziehungsweise einem Hospiz starben.“

Mit ihren Ergebnissen verbinden die Rostocker Forscher einen dringenden Appell an die Politik. Carollo:

„Jetzt kommt es darauf an, die Versorgung auszubauen und die gesetzlichen Regelungen anzupassen.

Wir sollten Hochaltrigen ein Leben zu Hause oder in einer guten Pflegeeinrichtung ermöglichen und ihnen unnötige Krankenhausaufenthalte kurz vor dem Tod ersparen.“

Über das MPIDR

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock untersucht die Struktur und Dynamik von Populationen: von politikrelevanten Themen des demografischen Wandels wie Alterung, Geburtenverhalten oder der Verteilung der Arbeitszeit über den Lebenslauf bis hin zu evolutionsbiologischen und medizinischen Aspekten der Alterung. Das MPIDR ist eine der größten demografischen Forschungseinrichtungen in Europa und zählt zu den internationalen Spitzeninstituten in dieser Disziplin. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.

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Angela Carollo Author of the Study (speaks English)
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Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern 

Originalpublikation:
Angela Carollo et. al.: Trends in hospital deaths in Denmark from 1980 to 2014, at ages 50 and over, Journal of the American Geriatrics Society (2018)

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https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jgs.15672

Diagnose von Prostatakarzinomen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr Diagnosesicherheit beim Prostata-Karzinom

Mit der Multiparametrischen Magnetresonanz-Tomographie und der PSMA-PET-Methode stehen mittlerweile moderne Untersuchungsverfahren zur Diagnose von Prostatakarzinomen zur Verfügung. 

PSA-Screening kann laut aktuellen Auswertungen Leben retten. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: PSA Labor  

Es sind neue Medikamente für Karzinome mit Kastrationsresistenz verfügbar. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Pflegeheime  

 
Mit rund 63.000 Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Laut Aussage der Deutschen Krebsgesellschaft steigt die Kurve der Neuerkrankungen seit drei Jahrzehnten kontinuierlich an.

Forschung und Wissenschaft arbeiten an Methoden, um die Früherkennung zu verbessern und neue Diagnose-Methoden zu entwickeln.

Multiparametrische Magnetresonanz-Tomographie und die PSMA-PET-Methode
  • Bislang konnte das Prostata-Karzinom mit den klassischen bildgebenden Verfahren in der Tumordiagnostik nicht exakt diagnostiziert werden. 
  • Denn bei Auffälligkeiten nach einem Tastbefund werden bei der mit transrektalem Ultraschall gelenkten Stanzbiopsie bis zu zwölf Gewebeproben systematisch, aber blind aus der Prostata entnommen. 
  • Ein Verfahren, welches zwar im Allgemeinen gut vertragen wird, sehr selten aber auch mit möglichen Nebenwirkungen wie Infektionen verbunden sein kann.

Das könnte sich nun ändern. 


„Die multiparametrische Magnetresonanz-Tomographie, abgekürzt mpMRT, ist ein neuartiges und äußerst genaues bildgebendes Verfahren“, erklärt Prof. Glen Kristiansen vom Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn. „Bei der strahlungs- und schmerzfreien Untersuchung werden die aggressiven Tumorherde in der Prostata erkannt, so dass der Radiologie oder auch der Urologe gezielter Gewebe entnehmen kann.

Die neue Methode hilft auch bereits dabei, klinisch insignifkante Tumoren von aggressiven Tumoren besser zu differenzieren.“ Noch ist das moderne Verfahren allerdings nicht in standardisierter Qualität auf breiter Ebene verfügbar. Und die systematische Biopsie ist immer noch nötig, da noch unklar ist, ob die alleinige Untersuchung mithilfe des mpMRT ausreicht, um alle klinisch signifikanten Tumoren zu erkennen.

Zu den innovativen Untersuchungsverfahren in der Diagnostik von Prostata-Karzinomen zählt zudem die Positronenemissionstomographie (PET) mit radioaktiv markierten, niedermolekularen Liganden des Prostata-spezifischem Membranantigens (PSMA). „Diese sogenannte PSMA-PET-Methode wird meist für die Stadieneinteilung in bei einem biochemischen Rezidiv nach radikaler Prostatektomie bzw. Bestrahlung verwendet“, erläutert Prof. Dr. Peter J. Wild vom Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Frankfurt.

„Selbst bei niedrigen PSA Werten gelingt der Nachweis von lokalen Rezidiven.

Eine Trefferquote von zirka 70 Prozent ist bei PSA Werten von 0,5-1ng/ml möglich. Auch Metastasen lassen sich durch diese Methode detektieren.“

Langzeitstudien zum PSA-Screening als Früherkennung erforderlich
  • Seit mehreren Jahren gibt es eine international kontrovers geführte Debatte, ob ein PSA Screening eine Früherkennung des Karzinoms unterstützt. 
Hierbei werden beschwerdefreie Männer auf einen erhöhten Wert des prostataspezifischen Enzyms PSA untersucht.

 „Die europäische Langzeitstudie ERSPC (European Randomized Study of Screening for Prostata Cancer) ist die derzeit aussagekräftigste Untersuchung“, so Prof. Kristiansen. „Sie läuft seit 1993 und weist eine Senkung des Sterberisikos bis heute um etwa 27 Prozent nach. Neueste Zahlen belegen, dass die Anzahl der Patienten, die therapiert werden müssen, immer weniger werden. Man kann also durch das Screening Leben retten, der Aufwand ist allerdings relativ hoch.“

Neue Medikamente bei Kastrationsresistenz

  • Von einer Kastrationsresistenz beim Prostatakarzinom spricht der Mediziner, wenn die Krebserkrankung fortschreitet, obwohl der Patient eine klassische Hormonentzugstherapie erhält. 
  • Dabei werden dem Tumor männliche Geschlechtshormone entzogen, sogenannte Androgene, um das Tumorwachstum zu hemmen. 

Voraussetzung für die Diagnose Kastrationsresistenz ist ein niedriger Testosteronspiegel im Blut. 

Für den Patienten bedeutet dies, dass Medikamente mit einer Wirkung des körpereigenen Hormons LH-RH nicht mehr greifen und der Tumor resistent gegen einen reinen Hormonentzug geworden ist.

Für diese Situation gibt es nun neue Therapiemöglichkeiten.

„In den letzten Jahren wurden für diese Patientengruppe mehrere neue Medikamente zugelassen“, führt Prof Wild aus. „Hierbei sind vor allem zwei zu nennen: Abirateron in Kombination mit Prednison sowie Enzalutamid. Abirateron, Handelsname Zytiga, ist seit November 2017 zugelassen und ein selektiver Inhibitor des Enzyms CYP17A1, das normalerweise sowohl die Testosteron- als auch die Östrogen-Produktion katalysiert. Enzalutamid, Handelsname Xtandi, hemmt den Signalweg des Androgenrezeptors an drei Stellen und ist seit Juni 2013 für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs zugelassen.“

Die Zukunft: Biomarker und Liquid Biopsy

  • Immer mehr molekulare Marker helfen bei der Diagnostik von Karzinomen. 

Beim Prostatakrebs als genetisch sehr heterogene Erkrankung sind molekulare Tests bislang noch sehr teuer.

„Untersuchungen legen nahe, dass metastasierte Prostatakarzinome mit DNA-Reparaturdefekten auf eine systemische Therapie mit PARP-Inhibitoren, wie Olaparib, ansprechen, wenn Mutationen in Genen der DNA-Reparatur, sogenannte homologe Rekombinationsdefizienz, HRD, vorliegen“, so der Bonner Pathologe Kristiansen.

„In Studien wird auch eine besondere Form des Androgenrezeptors, AR-V7 als Biomarker zur Vorhersage des Ansprechens einer Therapie mit Abirateron/Enzalutamid untersucht.

Noch ist aber nicht klar, welche Rolle dieser Biomarker in der Praxis spielen wird und welches Testsystem das geeignetste ist.“

Eine wichtige Rolle als Frühwarnsystem nicht nur für das Prostatakarzinom kann zukünftig die sogenannte „Liquid Biopsy“ spielen, bei der Tumor-DNA in Blutproben nachgewiesen wird. 

Im Vergleich zu lokalen Verfahren wie Nadelbiopsien, bei der nicht immer alle Tumorläsionen entdeckt werden, fließen im Blut Tumorzellen aus unterschiedlichen Körperregionen zusammen. 

Noch ist die Wissenschaft allerdings auf der Suche nach hochsensitiven molekularanalytischen Verfahren, um auch kleineste Spuren von Tumor-DNA zuverlässig im Blut nachweisen zu können.

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Mehr Diagnosesicherheit beim Prostata-Karzinom



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CAVE: Rettungsstellen-KANZEL: Krebs und Armut

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebserkrankungen steigern das Armutsrisiko

Die sozioökonomischen Folgen von Krebserkrankungen hat Prof. Dr. Stefan Dietsche von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) im Rahmen des Projekts „Krebs und Armut“ untersucht. 

Die vom Institut für Angewandte Forschung Berlin finanzierte Studie zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation von Erkrankten in den Jahren nach der Diagnose im Schnitt deutlich verschlechtert. 
 
Welche Auswirkungen eine Krebserkrankung auf das Arbeitsleben und die finanzielle Situation von Betroffenen haben kann, hat Prof. Dr. Stefan Dietsche von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) im Rahmen des Projekts „Krebs und Armut“ untersucht. 
  • Die vom Institut für Angewandte Forschung Berlin finanzierte Studie zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation der Erkrankten in den Jahren nach der Diagnose im Schnitt deutlich verschlechtert. 
  • Zudem legt die Studie nahe, dass die Beratung der Betroffenen oft nicht ausreichend ist und diese nicht wissen, welche Leistungen ihnen zustehen.

Für das Forschungsprojekt wurden über 300 Krebspatienten befragt und Routinedaten von mehr als 3000 erkrankten Versicherten der AOK Nordost ausgewertet.

„Mit dem Projekt konnten wir zeigen, dass die wirtschaftliche Situation in den Jahren nach der Erkrankung deutlich schwieriger wird“, fasst Prof. Dietsche zusammen. 

  • So zeigt die Studie, dass ein Drittel der Befragten drei Jahre nach der Krebsdiagnose nicht mehr berufstätig war, obwohl alle in die Studie eingeschlossenen Personen noch im erwerbsfähigen Alter waren. 
  • Bei denjenigen, die trotz Erkrankung weiterhin berufstätig blieben, verringerte sich das durchschnittliche Einkommen. 
  • Als Hauptgrund für die veränderte Erwerbssituation gaben die Betroffenen einen Rückgang der Leistungsfähigkeit an.

Dabei seien die finanziellen Einschränkungen bei einem Großteil gravierend
.

So wurde in der Studie deutlich, dass die Erkrankten nicht nur deutlich weniger Geld für Freizeit, Unterhaltung oder Genussmittel ausgaben, sondern dass die Einschränkungen auch Grundbedürfnisse wie Ernährung, Bekleidung oder die finanzielle Absicherung betrafen.

Auffällig ist außerdem, dass die Mehrzahl der Befragten die Beratungsangebote über Sozialleistungen als nicht ausreichend empfanden:

57 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich nur unzureichend darüber informiert, welche Leistungen ihnen gesetzlich zustehen und wie sie diese in Anspruch nehmen können.

„Das ist ein Punkt, der besser werden muss – schließlich geht es hier um existenzielle Fragen“, betont Dietsche.

Die Studie wurde am 29. September in Wien während der Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie vorgestellt.

Auch ein Folgeprojekt ist bereits in Planung.

Prof. Dietsche: „Auch in diesem wird es weiterhin um die Folgewirkungen von Krebserkrankungen gehen. 

Wir wollen aber nun noch stärker auf die Lebenssituation der Betroffenen schauen und deren Sichtweisen berücksichtigen.“

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Prof. Dr. Stefan Dietsche
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Originalpublikation:
Dietsche, Stefan (2018): "Risk-factors for poverty following cancer". In: Oncology Research and Treatment. Band 41, Supplement 4, September 2018. S. 21

https://www.karger.com/Article/Pdf/492737

TOP-Hinweis: Die Menschlichkeit in der Krebsmedizin

Medizin am Abend Berlin Fazit: Prof. Dr. Sebastian Stintzing komplettiert den Schwerpunkt Krebsmedizin an der Charité

Mit Jahresbeginn hat Prof. Dr. Sebastian Stintzing die Professur für Hämatologie und Onkologie mit Schwerpunkt Medizinische und Internistische Onkologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. 

Damit ist er der neue Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie am Campus Charité Mitte. 
 
  • Mit Prof. Stintzing ist das Trio renommierter Experten an der Spitze des Schwerpunkts Hämatologie und Onkologie der Charité komplett: 
  • Nach der Ernennung von Prof. Dr. Lars Bullinger und Prof. Dr. Ulrich Keller als Direktoren der Kliniken am Campus Virchow-Klinikum bzw. Campus Benjamin Franklin konnte die Charité für die Klinikleitung am Campus Charité Mitte nun Prof. Stintzing gewinnen. 

Er bringt eine weitreichende Expertise insbesondere in der Therapie von Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Darmkrebs in die Berliner Universitätsmedizin ein.

„An der Charité möchte ich die Durchführung klinischer Studien ausweiten und dafür sorgen, dass deren Ergebnisse schnellstmöglich in die Patientenversorgung einfließen“, sagt Prof. Stintzing. 

„Dabei freue ich mich auf die enge Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken und Instituten der Charité sowie dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Berlin Institute of Health.“

Der Onkologe sieht vor allem in der Weiterentwicklung immunonkologischer Therapiemöglichkeiten einen Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit. 

„Neben der universitären Hochleistungsmedizin soll aber auch die Menschlichkeit und die Sorge um unsere Patienten über das medizinisch Notwendige hinaus im Fokus stehen“, betont Prof. Stintzing. 
„Hier gilt es, den Patienten ins Zentrum unseres ärztlichen Handelns zu stellen und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.“

Kurzvita Sebastian Stintzing
Bis Ende 2018 war Prof. Dr. Sebastian Stintzing Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie der University of California, Irvine, USA. Nach seiner Dissertation am Institut für Pathologie in Erlangen im Jahr 2004 wechselte er 2008 an das Klinikum der Universität München, wo er 2011 seine Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin abschloss. Ein Jahr später wurde der Mediziner dort habilitiert und 2017 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

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Prof. Dr. Sebastian Stintzing
Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Campus Charité Mitte
Charité – Universitätsmedizin Berlin
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E-Mail: sebastian.stintzing@charite.de



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Fax: 030 / 450 570 940
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TOP-Einladung: Partnerschaften beim Krebserkrankten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studienteilnehmer für Online-Befragung gesucht

Medizinische Hochschule Hannover und Universitätsklinikum Düsseldorf untersuchen Auswirkungen von Krebserkrankungen auf die Partnerschaft 
 
Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung.

Wie wirkt sich eine Krebserkrankung auf die Partnerschaft aus?

Führt sie eher zu einer Trennung oder zu einer Stärkung der Beziehung? 

Das wollen Professorin Dr. Tanja Zimmermann von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Dr. André Karger vom Universitätsklinikum Düsseldorf in einer Studie herausfinden.

Um verlässliche Daten darüber zu erhalten, welchen Einfluss eine Krebserkrankung auf die Stabilität einer Partnerschaft hat, führen die Forscher eine anonyme Online-Befragung durch. 


  • Für die Befragung suchen die Forscher noch Teilnehmer. 
  • Mitmachen können Menschen, bei denen aktuell oder in der Vergangenheit eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, sowie Partnerinnen oder Partner von Krebserkrankten. 

Die Teilnahme ist kostenlos und dauert etwa zehn bis 15 Minuten. 

Die Daten werden anonym gespeichert und wissenschaftlich ausgewertet.

Über folgende Links kommen die Teilnehmer zur Befragung:

Link für die/den an Krebs Erkrankte/n: https://ww2.unipark.de/uc/partnerschaft/

Link für die Partnerin oder für den Partner:  

https://ww2.unipark.de/uc/partnerschaft_angehoerige

Die Krebsgesellschaften der Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die Schirmherrschaft für die Studie übernommen.


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Professorin Dr. Tanja Zimmermann
MHH-Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
zimmermann.tanja@mh-hannover.de

Dr. André Karger, Universitätstumorzentrum Düsseldorf
Andre.Karger@med.uni-duesseldorf.de

Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Postfach Hannover
30623 Hannover
Deutschland
Niedersachsen


Stefan Zorn
Telefon: 0511 / 532-6773
Fax: 0511 / 532-3852
E-Mail-Adresse: zorn.stefan@mh-hannover.de

Furchtextinktion: Angsttherapie: Traumatisierung / Dauerhafte Belastungsstörung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neuer Ansatz zur Verbesserung der Angsttherapie entdeckt

Mainzer Wissenschaftler veröffentlichen neue Erkenntnisse in der Resilienzforschung in Nature Communications

Die Forscher haben neue Hinweise darauf gefunden, wie sich nach einer Traumatisierung eine dauerhafte Belastungsstörung vermeiden lässt: 


durch eine feste Gedächtnisverankerung neuer, positiver Lernerfahrungen, dass die angstauslösenden Reize harmlos sind. 

  • Dafür ist es allerdings erforderlich, dass sich Betroffene ihren Angstauslösereizen immer wieder aussetzen. 

Die Mainzer Erkenntnisse über die Hirnprozesse, die solchen positiven Lernerfahrungen zugrunde liegen, könnten helfen, entsprechende Therapien zu verbessern und präventive Maßnahmen zu entwickeln. 
 
Traumatische Erfahrungen können sich tief in das Gedächtnis eingraben.

Wie sich eine daraus entstandene Furcht langfristig reduzieren lässt und wie es nach einer Traumatisierung gar nicht erst zu einer dauerhaften Belastungsstörung kommt, darauf haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz neue Hinweise gefunden:

Der Schlüssel liegt in entsprechenden neuen, positiven und fest im Gedächtnis verankerten Erfahrungen.

Durch diese lernen die Traumatisierten, dass die angstauslösenden Reize oft harmlos sind. Dafür ist es allerdings erforderlich, dass sich Betroffene ihren Angstauslösereizen immer wieder aussetzen.

Die Forscher haben die Hirnprozesse, die solchen positiven Lernerfahrungen zugrunde liegen, genauer untersucht.

  • Die Erkenntnisse könnten helfen, die Therapie von Angsterkrankungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zu verbessern sowie entsprechende präventive Maßnahmen zu entwickeln. Sie sind nachzulesen in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Das menschliche Gehirn ist veränderbar. Es lässt sich durch Erfahrungen – gute wie schlechte – (um)formen. 

Dies ist die Ausgangsprämisse der Resilienzforschung und der Therapien zur Behandlung von Angststörungen.

Doch wieso gelingt es bei manchen Menschen, deren Angst zu mindern oder ihnen diese sogar zu nehmen, wenn sie mit einer ursprünglich angstauslösenden Situation wiederholt konfrontiert werden und dabei neue, positive Erfahrungen machen? 

Und warum hat diese sogenannte ‚Furchtextinktion‘ bei anderen langfristig keinen Erfolg?

Wie bildet und stabilisiert das Gehirn eines Menschen dessen Langzeitgedächtnis?

Welche Rolle spielen dabei spontane, neuronale Konsolidierungsprozesse, die nach dem Lernen einer neuen, überraschend positiven Erfahrung ablaufen? 

Diesen Fragen widmeten sich Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch und Dr. Anna M.V. Gerlicher zusammen mit anderen Wissenschaftlern des Deutschen Resilienz Zentrums (DRZ) Mainz und des Sonderforschungsbereichs 1193 „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“ an der Universitätsmedizin Mainz in der hier vorgestellten Studie.

„Wir wissen schon ganz gut, welche neuralen Prozesse wichtig sind, um zu lernen, dass von einem gefürchteten Reiz gar keine Gefahr mehr ausgeht. Neuere Forschungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr wichtig ist, sich auch später noch gut an solche Lernerfahrungen erinnern zu können. Denn nur so gelingt es, nicht immer und immer wieder in unnötige Angstreaktionen zu verfallen und somit resilient gegenüber einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu sein”, erläutert Dr. Anna Gerlicher, Erstautorin der Studie. „Wir haben uns in unserer neuesten Studie daher ganz auf die Frage fokussiert, wie es nach einem solchen ‘Extinktionslernen’ zur Verfestigung des Erlernten in unserem Gedächtnis kommt.”

Das Team um DRZ-AG-Leiter Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch fand heraus, dass die Gehirne ihrer Versuchspersonen während einer Extinktionslernerfahrung bestimmte Aktivierungsmuster aufwiesen, die nach dem Lernen in einer Ruhephase spontan wieder auftraten. Je häufiger diese Spontanreaktivierungen erfolgten, desto besser konnten sich die Probanden an einem anderen Versuchstag an ihre positive Erfahrung erinnern und desto geringer waren ihre Angstreaktionen auf Auslösereize.

Dass die gedächtnisrelevanten Aktivitätsmuster durch den auch als „Belohnungshormon“ bekannten Neurotransmitter Dopamin unterstützt werden, war eine weitere neue Erkenntnis. 
  • „Besonders faszinierend war für uns, dass wir durch Gabe eines handelsüblichen Medikaments, das in den Hirnstoffwechsel eingreift und zu einer Erhöhung des Dopaminspiegels im Gehirn führt, die Anzahl der Reaktivierungen erhöhen und somit im selben Maße spätere Angstreaktionen verringern konnten. 
Dies brachte folgende neue Erkenntnis: 

Das Gedächtnis für Extinktionslernen lässt sich, zumindest im Labor, relativ einfach verstärken – und zwar ganz ohne Übung oder Gedächtnistraining”, so Professor Kalisch.

Die Wissenschaftler sehen in ihren Befunden Potential für neue Einsichten in grundlegende Mechanismen der Gedächtnisbildung sowie für mögliche neue Ansätze zur Verbesserung der Traumatherapie.

Weitere Informationen zur Originalpublikation:
A.M.V. Gerlicher, O. Tüscher, R. Kalisch: Dopamine-dependent prefrontal reactivations explain long-term benefit of fear extinction; Nature Communications volume 9, Article number: 4294 (2018) | DOI: 10.1038/s41467-018-06785-y
www.nature.com/naturecommunications

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Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch
Leiter des Neuroimaging Center der Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-4588
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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de


Originalpublikation:
A.M.V. Gerlicher, O. Tüscher, R. Kalisch: Dopamine-dependent prefrontal reactivations explain long-term benefit of fear extinction; Nature Communications volume 9, Article number: 4294 (2018) | DOI: 10.1038/s41467-018-06785-y
www.nature.com/naturecommunications

Patienten mit Muskelschwund: Neuromuskuläre Erkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krankhafte Muskelveränderungen schnell und zielsicher erkennen


Dr. Lara Schlaffke, Mitarbeiterin der Neurowissenschaftlichen Forschung der Neurologischen Klinik am Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Martin Tegenthoff), erhält den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis der Sophia & Fritz Heinemann-Stiftung. In ihrem preisgekrönten Forschungsprojekt untersucht die Wissenschaftlerin, wie man mit bildgebenden Verfahren krankhafte Prozesse im Muskelgewebe zuverlässig und ohne invasiven Eingriff diagnostizieren kann.

Bild (v.l.): Dr. Anne-Katrin Güttsches und Dr. Lara Schlaffke im Labor des Muskelzentrums im Bergmannsheil Bild (v.l.): Dr. Anne-Katrin Güttsches und Dr. Lara Schlaffke im Labor des Muskelzentrums im Bergmannsheil Bildnachweis: Volker Daum/Bergmannsheil

  • Solche Verfahren könnten Medizinern wichtige Anhaltspunkte liefern, um die Behandlung von Patienten mit Muskelschwund zu optimieren. 

Dr. Lara Schlaffke erhielt den Preis im Rahmen der diesjährigen FoRUM-Tagung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) am 14. November 2018, die in diesem Jahr im Knappschaftskrankenhaus Bochum stattfand. Die Auszeichnung übergab Rita Gruska (Commerzbank Bochum) im Namen der Sophia & Fritz Heinemann-Stiftung.

Neuromuskuläre Erkrankungen besser verstehen

Neuromuskuläre Erkrankungen gibt es in vielfältigen und oft sehr seltenen Ausprägungen. 

Über 800 Varianten sind bekannt. Dr. Lara Schlaffke beschäftigt sich in ihrem Forschungsprojekt mit der sogenannten sporadischen Einschlusskörpermyositis (sIBM):

  • Dabei handelt es sich um eine entzündliche, eher im höheren Lebensalter auftretende Muskelerkrankung, die sich in Muskelschwäche und Muskelschwund äußert und im Verlauf immer weiter fortschreitet. 

Betroffene sind daher im fortgeschrittenen Stadium oft auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Ursachen der Erkrankung sind bislang nicht endgültig geklärt. Derzeit gibt es keine Möglichkeit der Heilung. Mithilfe spezieller diagnostischer Methoden mittels der Magnetresonanztomographie (MRT) will Lara Schlaffke neue quantitative Biomarker identifizieren, die Aufschluss über die Ausprägung und den Verlauf der Erkrankung geben könnten. „Mit solchen Verfahren könnten wir die Therapieplanung bei betroffenen Patienten optimieren und den idealen Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn besser festlegen“, erklärt sie. „In Zusammenarbeit mit dem Muskelzentrum Ruhrgebiet, das am Bergmannsheil angesiedelt ist, haben wir hier hervorragende Voraussetzungen, um unseren Forschungsansatz weiterzuentwickeln und neue Türen für eine verbesserte Diagnostik dieser schweren Erkrankung aufzustoßen.“ Auch Dr. Anne-Katrin Güttsches, Mitarbeiterin der Neurologischen Klinik Bergmannsheil, beschäftigt sich wissenschaftlich mit der sIBM-Erkrankung.

Sie hat in grundwissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt, dass bei betroffenen Patienten Funktionsstörungen in zellulären Abbaumechanismen vorliegen, die offenbar ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung dieser Erkrankung haben. Ihre Arbeit wurde auf der FoRUM-Tagung der RUB mit einem Posterpreis gewürdigt.

Über die Sophia & Fritz Heinemann-Stiftung

Ziel der Sophia & Fritz Heinemann-Stiftung ist unter anderem die Förderung und Unterstützung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Humanmedizin, vornehmlich an der Medizinischen Fakultät in Bochum. Für diesen Zweck stellt die Stiftung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum in diesem Jahr einen Förderpreis in Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung. Die Stiftung trägt ihren Namen nach dem ehemaligen Bochumer Bürgermeister (1952-1969) Fritz Heinemann (* 1903, † 1975) und seiner Gemahlin Sophia. Die Stiftung wird von der Commerzbank AG verwaltet.

Über das Bergmannsheil


Das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil zählt zu den größten Akutkliniken der Maximalversorgung im Ruhrgebiet. 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung verunglückter Bergleute begründet, vereint das Bergmannsheil heute 23 hochspezialisierte Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 707 Betten unter einem Dach. Mehr als 2.300 Mitarbeiter stellen die qualifizierte Versorgung von rund 89.000 Patienten pro Jahr sicher.

Das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil gehört zur Unternehmensgruppe der BG Kliniken.
In ihr sind neun berufsgenossenschaftliche Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen verbunden. Mit 12.500 Mitarbeitern und jährlich über 550.000 Patienten ist die Gruppe einer der größten Klinikverbünde Deutschlands. Darüber hinaus ist das Bergmannsheil Teil des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). Weitere Informationen: www.bergmannsheil.de, www.bg-kliniken.de

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Dr. rer. nat. Lara Schlaffke
M.Sc. Biologie
Neurologische Universitätsklinik
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Tel.: 0234 / 302-6098
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Robin Jopp
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
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Diäten 2019: Welche Redukionsdiät ist geplant? Just do it! Bauchfett/Leberfett

Medizin am Abend Berlin Fazit: Intervallfasten: Kein Vorteil gegenüber herkömmlichen Diäten

Intervallfasten hilft beim Abnehmen und fördert die Gesundheit – allerdings nicht besser als herkömmliche Reduktionsdiäten. 

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg mit der HELENA-Studie, der bislang größten Untersuchung zum Intervallfasten. 

Für sie steht daher fest: 

Es gibt viele Wege zu einem gesünderen Gewicht, jeder muss die passende Diät finden und dann gilt: 

Just do it! 
 
Acht Stunden schlemmen und dafür die folgenden 16 Stunden darben?

Oder lieber gleich zwei ganze Tage fasten und dafür den Rest der Woche ohne Reue genießen?

Intervallfasten – besser bekannt als 16:8- oder 5:2-Diät – liegt im Trend. 

Zahllose populäre Ratgeberbücher zum Thema versprechen Gewichtsabnahme ohne Jojo-Effekt sowie eine nachhaltige Veränderung des Stoffwechsels und damit eine Verbesserung der Gesundheit.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt hingegen, das Intervall- oder intermittierende Fasten sei zur dauerhaften Gewichtsregulation nicht geeignet.

Außerdem fehle es an wissenschaftlich fundierten Untersuchungen zu den Langzeitfolgen dieser Diätform.

„Tatsächlich gibt es erst wenige kleinere Studien zum intermittierenden Fasten, die aber mit verblüffend positiven Effekten für die Stoffwechsel-Gesundheit aufwarten“, sagt Ruth Schübel vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

„Das hat uns neugierig gemacht und wir wollten wissen, ob sich diese Effekte auch in einer größeren Patientengruppe und über einen längeren Zeitraum nachweisen lassen.“

Gemeinsam mit einem Team aus DKFZ-Forschern und Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg untersuchte Schübel daher mit der HELENA-Studie über einen Zeitraum von einem Jahr 150 übergewichtige und fettleibige Probanden.

Diese wurden bei Studienbeginn nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt:

Ein Drittel ernährte sich 12 Wochen lang nach einer herkömmlichen Reduktionsdiät, bei der die tägliche Kalorienaufnahme um 20 Prozent gesenkt wird.

Eine zweite Gruppe verschrieb sich einem 5:2-Programm, mit dem sie über die gesamte Woche gesehen ebenfalls 20 Prozent der Nahrungskalorien einsparten. Die Kontrollgruppe verfolgte keinen konkreten Diätplan, wurde jedoch, wie alle übrigen Teilnehmer, dazu motiviert sich an eine ausgewogene Ernährung zu halten, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Im Anschluss an die eigentliche Diätphase dokumentierten die Wissenschaftler für insgesamt 38 weitere Wochen Gewicht und Gesundheitszustand der Studienteilnehmer.

Das Ergebnis mag für Anhänger des Intervallfastens ebenso überraschend wie ernüchternd sein. Denn wie die HELENA-Forscher herausfanden, verbesserte sich der Gesundheitszustand durch beide Diätformen gleichermaßen. 

„Bei den Probanden beider Gruppen verringerte sich mit dem Körpergewicht das viszerale Fett, also das ungesunde Bauchfett, ebenso die Fettablagerungen in der Leber“, berichtet Schübel.

Die Änderung der Fettverteilung im Körper der Studienteilnehmer ließ sich mithilfe einer speziellen, von Johanna Nattenmüller im Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführten MRT-Bildgebung exakt ermitteln. Die gute Botschaft dabei ist: 

Schon ein kleiner Diäterfolg ist ein großer Gewinn für die Gesundheit: 

Wer sein Körpergewicht um nur fünf Prozent reduziert, verliert um die 20 Prozent des gefährlichen Bauchfetts und sogar über ein Drittel des Leberfetts – unabhängig von der Diätform.
  • Auch bei sämtlichen anderen analysierten Stoffwechselwerten sowie bei allen untersuchten Biomarkern und Genaktivitäten machten die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen beiden Diätformen aus.

Zwar untermauert die HELENA-Studie die euphorischen Erwartungen an das Intervallfasten nicht.

Doch sie zeigt auch, dass diese Methode nicht schlechter ist als eine herkömmliche Diät.

 „Zudem scheint es, dass es einigen Menschen leichter fällt, an zwei Tagen sehr diszipliniert zu sein, statt jeden Tag Kalorien zu zählen und sich einzuschränken.

Um das neue Gewicht zu halten, bedarf es aber auch einer dauerhaften Ernährungsumstellung auf ausgewogene Kost nach den Empfehlungen der DGE“, erklärt Tilman Kühn, leitender Wissenschaftler der Studie.

Er interpretiert die Studienergebnisse so, dass es nicht vorrangig auf die Diätform ankomme, sondern vielmehr darauf, sich für eine Methode zu entscheiden und diese dann durchzuziehen.

„Darauf deutet auch eine aktuelle Studie hin, die Low Carb- und Low Fat-Diäten miteinander vergleicht, also ein Reduzieren der Kohlenhydrate versus einer Fettreduktion bei ansonsten ausgewogener Ernährung“, so Kühn. Auch hier hatten die Probanden mit beiden Methoden vergleichbare Effekte erzielt.

„Just do it!“, lautet daher das Credo des Wissenschaftler-Teams.  

Denn Körper und Gesundheit profitieren auf jeden Fall von einer Gewichtsreduktion, sofern diese durch eine seriöse Diät und auf der Grundlage einer ausgewogenen Ernährung erfolgt.

Ruth Schübel, Johanna Nattenmüller, Disorn Sookthai, Tobias Nonnenmacher, Mirja E. Graf, Lena Riedl, Christopher L. Schlett, Oyunbileg von Stackelberg, Theron Johnson, Diana Nabers, Romy Kirsten, Mario Kratz, Hans-Ulrich Kauczor, Cornelia M. Ulrich, Rudolf Kaaks, and Tilman Kühn: Effects of intermittent and continuous calorie restriction on body weight and metabolism over one year: a randomized controlled trial. The American Journal of Clinical Nutrition 2018, DOI: 10.1093/ajcn/nqy196

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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Dr. Sibylle Kohlstädt
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Baden-Württemberg

CAVE: Ziel des Rauchverzichts ab Morgen: 01. Januar 2019

Medizin am Abend Berlin Fazit: Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage

Wer darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. 

Denn obwohl auch Übergewicht mit Gesundheitsrisiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. 

Das ist das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. 

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nimmt den Forschungsbericht zum Anlass, einmal mehr auf die Risiken des Tabakkonsums hinzuweisen. 
 
  • Nikotin dämpft den Appetit und steigert den Grundumsatz – zwei Effekte, die dabei helfen, das Körpergewicht zu reduzieren. 

Umgekehrt gehört ein gesteigerter Appetit zu den typischen Symptomen des Tabakentzugs.

  • Im Durchschnitt legen Ex-Raucher daher vier bis fünf Kilo zu, wenn sie konsequent auf die Zigarette verzichten. 

„Lange Zeit war unklar, ob dieser Effekt den Gewinn an Lebenszeit, der durch den Rauchstopp erzielt wird, teilweise wieder zunichte macht“, sagt Professor Dr. med. Claus Vogelmeier, Pneumologe und Direktor an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Marburg. Diese Bedenken könne die aktuelle Studie jedoch zerstreuen.

Die US-Forscher griffen auf die Daten von drei großen Langzeitstudien zurück und konnten darin über 160 000 Teilnehmer identifizieren, für die durchgehende Angaben zu Gewicht, Rauchstatus und Gesundheit vorlagen. In durchschnittlich fast 20, manchmal sogar 30 Jahren der Nachbeobachtung ergab sich ein umfassendes Bild zu den Veränderungen, die ein Rauchstopp im Vergleich zu einer fortgesetzten Raucherroutine mit sich bringt.

Der Wermutstropfen zuerst: Eine Gewichtszunahme während des Nikotinentzugs blieb durchaus nicht ohne gesundheitliche Folgen. Das Risiko, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln, stieg in den ersten fünf bis sieben Jahren nach dem Rauchstopp zunächst an, fiel danach jedoch wieder ab.

 „Das Diabetes-Risiko stieg dabei umso stärker, je mehr Gewicht die Teilnehmer zulegten“, erläutert Vogelmeier, Vorsitzender der DGIM.

So waren Menschen, die weniger als fünf Kilo zulegten, von dem Anstieg nahezu ausgenommen. 

Wer allerdings mehr als zehn Kilo zunahm, hatte ein im Vergleich zu fortgesetzten Rauchern um 60 Prozent erhöhtes Diabetes-Risiko.

Das wichtigste Ziel des Rauchverzichts blieb davon jedoch unberührt:

Unabhängig von der Gewichtszunahme lag das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei allen Ex-Rauchern deutlich niedriger als bei denjenigen Teilnehmern, die weiterhin zur Zigarette griffen.

Auch das allgemeine Sterberisiko, in dessen Berechnung auch alle anderen Todesursachen eingingen, wurde durch den Rauchverzicht deutlich gesenkt.

„Dieser Effekt stellt sich sehr rasch nach dem Rauchstopp ein und wird in den ersten zehn bis fünfzehn Jahren immer größer“, sagt Vogelmeier.

  • Wie die US-Forscher betonen, lässt sich das deutliche Absinken des Mortalitätsrisikos – oder anders ausgedrückt: der deutliche Gewinn an Lebenszeit – für alle Gewichtsgruppen beobachten.

 Lediglich bei einer sehr kleinen Zahl von Teilnehmern, die sechs Jahre nach dem Rauchstopp eine sehr starke Gewichtszunahme von mehr als 18 Kilogramm zu verzeichnen hatten, näherte sich das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, allmählich wieder dem von Immer-Noch-Rauchern an.

„Als Fazit bleibt festzuhalten: Ein Rauchstopp lohnt sich immer“, sagt auch DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch aus Kiel. 

  • Dies gelte auch für andere internistische Erkrankungen wie Rheuma und Magen-Darm-Leiden, die bei rauchenden Patienten häufig deutlich stärker ausgeprägt seien. 

Um den Gesundheitsgewinn auch wirklich auszuschöpfen, sei es aber ratsam, Strategien für einen Rauchstopp ohne massive Gewichtszunahme vorab mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. 


Originalpublikation:
Yang Hu et. al.: Smoking Cessation, Weight Change, Type 2 Diabetes, and Mortality; N Engl J Med 2018; 379:623-632-
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa1803626

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CAVE: Föten im Mutterleib ab heute Abend und am Neujahrstag

Medizin am Abend Berlin Fazit: Lungenärzte warnen: Silvesterfeuerwerk belastet Gesundheit und Umwelt

Am Neujahrstag erreicht die Feinstaubbelastung in Deutschland Spitzenwerte. 

  • Die Feinstaubmenge, die durch Raketen und Böller ausgestoßen wird, macht fast einen Fünftel der jährlichen Gesamtmenge durch den Straßenverkehr aus. 
  • Die verschmutzte Luft reizt die Atemwege. Besonders stark werden dadurch kleine Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen, vor allem der Lunge und des Herzkreislaufsystems, belastet. 

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ruft dazu auf, den Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. 
 
  • Laut Umweltbundesamt schießen die Deutschen in jeder Silvesternacht 5.000 Tonnen Feinstaub mit Feuerwerkskörpern in die Luft. 

„Das sind extrem hohe Werte, die die allermeisten Städte an keinem anderen Tag im Jahr erreichen“, sagt Professor Dr. Holger Schulz vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt.

Laut Gesetz darf der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM10) an jeder Messstelle höchstens 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen.

Am letzten Neujahrsmorgen wurde dieser Grenzwert an 32 Stationen um ein Vielfaches überschritten.

Besonders hoch waren die Werte in Leipzig (1860 µg/m³), München und Nürnberg (>1000 µg/m³) (1). 
  • Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. 
  • Bei windstillem Wetter kann die verschmutzte Luft mehrere Tage über der Region „liegen bleiben“ und sich in den unteren Schichten der Atmosphäre anreichern.

Wie sehr Feinstaub und andere Luftschadstoffe die Gesundheit belasten, ist durch viele internationale Studien gut belegt.

Die DGP hat den aktuellen Kenntnisstand dazu kürzlich in einem Positionspapier veröffentlicht (2).

  • Langfristig schadet die schmutzige Luft nicht nur der Lunge, sondern auch dem Herz-Kreislauf-System, dem Stoffwechsel und beeinträchtigt sogar die Entwicklung von Föten im Mutterleib. 
  • Kleine Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen leiden an den ersten Tagen im neuen Jahr besonders häufig unter Husten und Atembeschwerden und müssen vermehrt mit akuten Problemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. 

Schutzmöglichkeiten gibt es für diese Patientengruppen kaum, da die gängigen Atemschutzmasken die gefährlichen Partikel nur unzureichend herausfiltern können.

„Halten Sie sich bevorzugt in dünn besiedelten Gebieten jenseits der großen Städte auf, wo die Luft sauberer bleibt“, rät der Experte.

Privates Feuerwerk stark einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten, ist aus vielen Gründen eine gute Idee, findet DGP-Präsident Professor Dr. med. Klaus Rabe.

„Raketen und Böller verursachen eine starke Schadstoffbelastung, der sich niemand entziehen kann. 

Zumindest aus Rücksichtnahme auf weniger gesunde Mitmenschen, sollte man den privaten Gebrauch überdenken.“

Jedes Jahr werden außerdem Tausende Menschen durch Raketen schwer verletzt – meist handelt es sich bei den Betroffenen um unbeteiligte Zuschauer, die selbst gar keine Rakete gezündet hatten. 

Viele von ihnen behalten bleibende Schäden an Augen, Ohren oder Händen. 

Nicht zuletzt hinterlassen die Knallkörper am Neujahrsmorgen auch riesige Müllerberge, die aufwändig und teuer entsorgt werden müssen.

„Weniger Raketen und Böller oder gar der Verzicht auf das Feuerwerk hilft vielen Menschen und unserer Umwelt.

Den Betrag einer wohltätigen Organisation zu spe
nden wäre ein zusätzlicher positiver Schritt ins neue Jahr“, schließt Schulz.

Quellen:
(1) Umweltbundesamt:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/dicke-luft-jahreswechsel
 
(2) Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit, Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

https://pneumologie.de/service/aktuelles/#cs-news-123

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