Medizin am Abend Berlin: Im Verbund gegen Herz-Kreislauferkrankungen: Neues Herz-Forschungsgebäude in Göttingen eröffnet
Feierliche Eröffnung des neuen Herz-Forschungsgebäudes an der UMG.
Universitätsmedizin Göttingen investiert rund 11,3 Millionen Euro in den
Neubau.
Acht Arbeitsgruppen sind eingezogen und arbeiten
interdisziplinär an spitzenmedizinischer Grundlagenforschung des
Herzkreislaufsystems und des Herzens.
SchlüsselübergabeFoto: umg/spförtner
Schlüsselübergabe (v.l.): Prof. Wolfram Zimmermann (Standortsprecher
DZHK), Prof. Gerd Hasenfuß (Vorstandsmitglied DZHK,
Vorstandsvorsitzender Herzforschungszentrum Göttingen), Dr. Sebastian
Freytag (Vorstand Wirtschaftsführung UMG), Prof. Heyo K. Kroemer
(Vorstandssprecher UMG), Rüdiger Eichel (Abteilungsleiter Forschung,
MWK), Jens Rohland (Bau-Projektleiter Herzforschungszentrum,
Baumanagement UMG), Prof. Stephan Lehnart (Klinik für Kardiologie und
Pneumologie der UMG und Vertreter der Arbeitsgruppen und
Koordinationsbeauftragten des neuen Herz-Forschungsgebäudes), Prof.
Thomas Eschenhagen (Vorstandssprecher DZHK Berlin), Prof. Eberhard
Bodenschatz (Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und
Selbstorganisation), Dr. Martin Siess (Vorstand Krankenversorgung UMG),
Prof. Garret FitzGerald (Vorsitzender Scientific Advisory Board, DZHK,
Institute for Translational Medicine and Therapeutics, Philadelphia,
USA). Foto: umg/spförtner
Die Herzforschung an der Universitätsmedizin Göttingen
(UMG) hat ein neues Gebäude bekommen. Zwei Jahre nach Beginn der
Bauarbeiten ist das neue Herz-Forschungsgebäude der UMG am Montag, dem
11. September 2017, in Gegenwart von rund 150 Gästen im Innenhof
offiziell eröffnet worden. Die Baukosten in Höhe von 11,3 Millionen Euro
trägt die Universitätsmedizin Göttingen.
In dem neuen Herz-Forschungsgebäude sollen neun Forschergruppen des
Herzforschungszentrums Göttingen (HRCG) und des Deutschen Zentrums für
Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Göttingen, eng
zusammenarbeiten.
Sie forschen an den Ursachen von Erkrankungen des
Herzkreislaufsystems und des Herzens und entwickeln dafür innovative
diagnostische und therapeutische Verfahren. Wichtigstes Ziel ist die
translationale Forschung, das heißt: Resultate aus der
Grundlagenforschung sollen möglichst schnell in die klinische Erprobung
und zum Patienten gebracht werden. Der DZHK-Standort Göttingen ist einer
von insgesamt sieben Standorten bundesweit und besteht seit 2011.
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher der Vorstands der UMG, sagte bei
seiner Begrüßung: „Mit dem neuen Herz-Forschungsgebäude führen wir
Spitzenforscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung
(DZHK) und des Herzforschungszentrums Göttingen unter optimalen
räumlichen Rahmenbedingungen zusammen. Damit schafft die
Universitätsmedizin am Wissenschaftsstandort Göttingen eine
herausragende Expertise in der translationalen Herz-Kreislauf-Forschung.
Wenn ab dem kommenden Jahr gleich nebenan der Neubau für das
Heart-and-Brain-Center entsteht, steht die UMG für eine breite und
dynamische Entwicklung der Herzforschung in Göttingen auf nationalen und
internationalen Spitzenniveau.“
Für das DZHK würdigt dessen Vorstandssprecher Prof. Dr. Thomas
Eschenhagen den Neubau: „Der Standort Göttingen leistet einen wichtigen
Beitrag zur präklinischen und klinischen Forschung des DZHK. Mit dem
Neubau kann der Standort seine Forschungsaktivitäten noch weiter
ausbauen. Dies ist ein großer Gewinn für das DZHK.“
Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums
für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Vorsitzender des
Herzforschungszentrums Göttingen und Direktor der Klinik für Kardiologie
und Pneumologie an der UMG, sagt: „Das neue Gebäude bietet mit seinen
hochmodernen Rahmenbedingungen unseren Wissenschaftler optimale
Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Ziel, neue Diagnostik- und
Behandlungsverfahren für Pateinten mit Herzschwäche zu entwickeln – mehr
noch, diese dann schnellstmöglich dem Patienten zugute kommen zu
lassen.“
Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Sprecher des Standorts Göttingen
des DZHK und Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an
der UMG, sagt: „Exzellente Wissenschaft benötigt neben klugen Köpfen
optimal ausgestattete Labore.
Durch das neue Herz-Forschungsgebäude und
die Zusammenführung von Göttinger Experten der Herzbildgebung und
Elektrophysiologie schaffen wir einen Kristallisationspunkt für die
Überführung hervorragender Grundlagenforschung in die klinische
Anwendung, ganz im Sinne unserer translationalen Strategie im DZHK.“
Prof. Dr. Eberhard Bodenschatz, stellvertretender Sprecher des Standorts
Göttingen des DZHK und Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und
Selbstorganisation, sagt: „Das DZHK hat die Zusammenarbeit am Göttingen
Campus stark befördert und ermöglicht hervorragende Wissenschaft zum
Wohle der Patienten an der Spitze der Forschung.“
Ministerialdirigent Rüdiger Eichel, Abteilungsleiter Forschung und
Innovation im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur,
sowie Prof. Dr. Garret FitzGerald, Institute for Translational Medicine
and Therapeutics, Philadelphia (USA), als Vorsitzender des Scientific
Advisory Board, DZHK, sprachen weitere Grußworte.
Anschließend überreichte Dr. Sebastian Freytag, Vorstand
Wirtschaftsführung und Administration, für den Bauherrn UMG symbolisch
den Schlüssel an Prof. Dr. Stephan Lehnart, Vertreter der Arbeitsgruppen
und Koordinationsbeauftragten des neu-en Herz-Forschungsgebäudes und
Leiter der Forschergruppe für Cellular Biophysics and Translational
Cardiology, Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG.
OPTIMALE BEDINGUNGEN FÜR DIE HERZ-FORSCHUNG
In dem neuen Herz-Forschungsgebäude werden neun Forschergruppen
arbeiten, acht von ihnen sind bereits eingezogen. Das neue
Forschungsgebäude verbessert damit die Bedingungen für die
Herz-Kreislauf-Forschung an der UMG und für deren besondere Schwerpunkte
im bundesweiten Forschungsverbund des DZHK. Dazu gehört unter anderem
die Forschungsarbeit mit höchstauflösenden Mikroskopen
(STED-Mikroskopie). Die Fundamente des neuen Forschungsgebäudes sind
deshalb so konzipiert, dass keine störende Schwingungen auftreten
können. Darüber hinaus bietet das neue Forschungsgebäude optimale
Räumlichkeiten für die experimentelle Forschung, die theoretischen
Arbeiten sowie für technischen Service und den Austausch der
Wissenschaftler am Campus Göttingen.
Das Gebäude hat zwei Geschosse und eine Nutzfläche von 1.650
Quadratmetern. Auf rund der Hälfte dieser Fläche sind insgesamt 44
Labore untergebracht sein, dazu kommen 17 Büroräume und ein
Konferenzraum. Das Raumprogramm für die Forschung umfasst neben
biochemischen Laboren insbesondere Mikroskopier- und Optiklabore. Eine
besondere Modulbauweise mit vorgefertigten Elementen konnte die Bauzeit
verkürzen. Im März 2017 wurde das Gebäude an die Nutzer übergeben.
Ins-gesamt wurde der Neubau sowohl bei den Kosten wie beim Zeitplan im
vorgesehenen Rahmen fertig gestellt.
DEUTSCHES ZENTRUM FÜR HERZ-KREISLAUFFORSCHUNG (DZHK), GÖTTINGEN
Im Standort Göttingen des bundesweit tätigen Deutschen Zentrums für
Herz-Kreislaufforschung (DZHK) arbeiten Forscher der Universitätsmedizin
Göttingen, der Georg-August-Universität, von drei Göttinger
Max-Planck-Instituten (Biophysikalische Chemie, Dynamik und
Selbstorganisation, Experimentelle Medizin) und des Deutschen
Primatenzentrums fächerübergreifend zusammen.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt des DZHK-Standorts Göttingen liegt auf
der Herzschwäche (Herzinsuffizienz), insbesondere den Forschungsfeldern
Pumpschwäche und Herzrhythmusstörungen.
Durch innovative
Bildgebungsverfahren werden neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
entwickelt. Schonende Herzstimulationsverfahren werden in die klinische
Anwendung gebracht.
Die Pumpschwäche bei Herzschwäche soll durch
Herzregeneration mittels künstlichem Herzgewebe (engl.: engineered heart
muscle) aus Stammzellen ausgeglichen werden.
Im Mittelpunkt verschiedener DZHK-Projekte am Standort Göttingen stehen die folgenden Themen:
• Hochauflösende Bildgebung am Gewebe durch innovative Mikroskopieverfahren (Nanoskopie)
• Echtzeitkernspintomographie zur Untersuchung der Herzfunktion am Patienten
• Hochauflösende 4-D Echokardiographie zur Analyse von Rhythmusstörungen
• Simulationsmodelle zur Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieerfolgen
• Niedrigenergie-Stimulationsverfahren zur Herz-Rhythmisierung
• menschliche Stammzellbanken und Modelle für die Erforschung von Herzerkrankungen
• Entwicklung von Stammzellbasierten Regenerationsverfahren über künstliche Herzgewebe.
Der Standort Göttingen koordiniert große nationale und internationale
klinische Studien mit dem Schwerpunkt diastolische Herzinsuffizienz.
Sprecher des DZHK-Standorts Göttingen ist Prof. Dr. Wolfram-Hubertus
Zimmermann, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der
UMG. Stellvertretender Standortsprecher ist Prof. Dr. Eberhard
Bodenschatz, Direktor der Abteilung Hydrodynamik, Strukturbildung und
Biokomplexität, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation,
Göttingen.
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