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Schwere Herzinfarkte: Anteil jüngerer Frauen nimmt zu

Medizin am Abend Fazit: Schwere Herzinfarkte: Anteil jüngerer Frauen nimmt zu

Vom 8. – 11. April 2015 findet in Mannheim die 81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt. 
 
Von einem schweren Herzinfarkt (STEMI) sind deutlich mehr jüngere Frauen betroffen als noch vor 15 Jahren, zeigt eine aktuelle Auswertung des Berliner Herzinfarktregisters. Waren um die Jahrtausendwende nur zehn Prozent der Frauen mit einem STEMI (ST-elevation myocardial infarction) jünger als 55 Jahre, sind es heute bereits 17 Prozent. „Die prozentuale Verteilung der Altersgruppen hat sich seit 1999 über die Zeit vor allem bei Frauen hin zu jüngeren Altersgruppen verschoben“, so der Dr. Jens-Uwe Röhnisch, Leitender Oberarzt am Vivantes Klinikum Hellersdorf, Berlin, auf der 81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, bei der vom 8. bis 11. April in Mannheim 8.500 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern zusammentreffen.

„Das Rauchen hat vor allem bei jüngeren Altersgruppen zugenommen und liegt bei den Unter-55-Jährigen mit STEMI auf einem sehr hohen Niveau von 80 Prozent“, benennt Dr. Röhnisch eine we-sentliche Ursache dieser Entwicklung. Rauchten 1999 noch 47 Prozent der STEMI-Patientinnen der Altersgruppe 55-64, sind es heute bereits 62 Prozent. „Auch Adipositas hat insbesondere bei jüngeren Frauen zugenommen“, so Dr. Röhnisch.

Die Behandlung des ST-Hebungsinfarktes (STEMI) ist im Verlauf der letzten 15 Jahre zunehmend erfolgreicher geworden. Der immer häufigere Einsatz des Herzkatheters sowie der evidenzbasierten medikamentösen Therapie unabhängig von Alter und Geschlecht haben zu einer eindrucksvollen Reduktion der Krankenhaussterblichkeit geführt. Jetzt sei es wichtig, „sich aktuell auf die Primärprävention insbesondere bei jüngeren Frauen zu konzentrieren“, empfiehlt Dr. Röhnisch.

Im Berliner Register werden seit 1999 prospektiv Daten zur stationären Therapie von Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) erhoben. In die Untersuchung wurden alle 15.436 STEMI-Patienten aus bis zu 25 Kliniken eingeschlossen. Analysiert wurden Altersverteilung und Risikoprofil für Männer und Frauen in verschiedenen Altersgruppen über die Zeit (1999-03, 2004-08 und 2009-13).

Quelle: DGK-Abstract V1631. 15 Jahres- Daten eines Herzinfarktregisters – Gibt es einen Wandel im Risi-koprofil bei STEMI-Patienten? J.-U. Röhnisch, B. Maier, S. Behrens, R. Schoeller, H. Schühlen, H. Theres

Medizin am Abend DirektKontakt 

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
0621 4106-5002; 0621 4106-5005

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 9000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Weitere Informationen für Medizin am Abend beteiligte Leser:
http://www.dgk.org/presse
http://ft2015.dgk.org

Das Depersonalisations-Derealisationssyndrom - mein Film?

Medizin am Abend Fazit: Wenn das eigene Leben wie ein Film vorbeizieht - Das Depersonalisations-Derealisationssyndrom


Von dem Depersonalisations-Derealisationssyndrom Betroffene befinden sich über Monate oder gar Jahre in einem veränderten Bewusstseinszustand, so als ob alles unwirklich und „wie in einem Film“ sei. Von ihren eigenen Empfindungen und der Außenwelt fühlen sie sich wie abgetrennt. Obwohl das Syndrom seit Jahrzehnten als psychische Störung bekannt ist, wird die Diagnose nur extrem selten gestellt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Leitlinie hin. 
 
Allgemeinmediziner, aber auch Fachärzte für psychische Erkrankungen, kennen das Syndrom häufig nicht. Patienten müssen mitunter Jahre ohne angemessene Behandlung auskommen, erklärt die Fachgesellschaft. Das Depersonalisations-Derealisationssyndrom ist seit Jahrzehnten in den maßgeblichen diagnostischen Klassifikationssystemen eindeutig definiert.

Trotzdem wird es nur extrem selten diagnostiziert und daher häufig falsch behandelt. Dabei leidet rund ein Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an dem Syndrom.

Typischerweise vermuten Patienten zu Beginn der Erkrankung eine organische Ursache, weshalb sie zuerst ihren Hausarzt, Neurologen oder auch Augenarzt aufsuchen. Die befremdlichen Symptome machen den Betroffenen häufig Angst, sie befürchten „verrückt“ zu werden oder die Kontrolle über sich zu verlieren, weshalb sie ihr Leben immer weiter einschränken. „Dass ein emotionales Problem Ursache für ihr Leiden ist, ziehen viele nicht in Betracht“, sagt Dr. Matthias Michal, Stellvertreter des Direktors der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.

Obwohl das Depersonalisations-Derealisationssyndrom sich eindeutig von psychotischen Erkrankungen wie der Schizophrenie abgrenzen lässt, werden die Patienten nicht selten mit Antipsychotika behandelt. „Es gibt aber bisher kein Medikament, das zur Behandlung des Syndroms zugelassen ist. Die Therapie der Wahl ist eindeutig eine Psychotherapie“, erklärt Michal.

„Im ersten Schritt ist es für Betroffene schon hilfreich, wenn das Gegenüber ihre Leiden ernst nimmt und eine Erklärung bieten kann. Mittels einer Psychotherapie kann dann gemeinsam mit dem Patienten nach den Ursachen für die Erkrankung geforscht werden“, ergänzt Professor Dr. med. Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm und Mediensprecher der DGPM. Von der neuen Leitlinie erhofft sich die Fachgesellschaft, dass das Depersonalisations-Derealisationssyndrom von Ärzten aller Fächer schneller erkannt wird, die Behandlung evidenzbasiert erfolgt und den Patienten damit ein langer Leidensweg erspart wird.

Hier finden Interessierte die aktuelle Leitlinie zum Depersonalisations-Derealisationssyndrom: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-030.html



Medizin am Abend DirektKontakt 

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)
Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-457; Fax: 0711 8931-167
wetzstein@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen für Medizin am Abend beteiligte Leser:
http://www.dgpm.de

Einladung zur Männer - Gesundheitsstudie - Umfrage

Medizin am Abend Fazit: Teilnehmer für Umfrage gesucht: Männer und Gesundheit

Warum so wenige Männer an Programmen zur Gesundheitsförderung teilnehmen, wird jetzt in einer deutschlandweiten Befragung am Fachbereich Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg untersucht. 
 
Ist es tatsächlich so, dass Männer Bewegungs- und Gesundheitsmuffel sind? Oder liegt es vielmehr an den Inhalten der Programme, die als frauenspezifisch oder nicht passfähig wahrgenommen werden? Stimmt es, dass Männer auf ihre Gesundheit keinen Wert legen?

Krankenkassendaten zeigen, dass der Frauenanteil in Gesundheitsförderungsprogrammen, wie z. B. körperliche Aktivität, bei 75 Prozent liegt. Stresspräventionsprogramme werden sogar nur von 19 Prozent der Männer wahrgenommen, obwohl Statistiken verdeutlichen, dass stressbedingte Erkrankungen (wie z. B. Burnout) auch bei Männern stetig zunehmen.

Die Befragungsergebnisse sollen weiterhin dazu dienen, neue, bedürfnisorientierte Programme zu entwickeln, die die jeweiligen Interessen der Männer verschiedenster Altersgruppen berücksichtigen.

Die anonyme, datenschutzrechtlich abgesicherte Befragung wird in Hamburg in Kooperation mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz durchgeführt, damit auch eine Bedarfsanalyse für zukünftige Maßnahmen in der Region erfolgen kann.

Link zur Onlinebefragung:

http://ww3.unipark.de/uc/Maenner_2015

Medizin am Abend DirektKontakt

Tel.: 040 42838-5682 oder per E-Mail: Bettina.Wollesen@uni-hamburg.de

Auf Wunsch ist der Fragebogen auch per Post mit frankiertem Rückumschlag erhältlich.

Für Rückfragen:

Dr. Bettina Wollesen, Prof. Dr. Klaus Mattes
Studienleitung
Fachbereich Bewegungswissenschaft
Tel.: 040 42838-5682
E-Mail: bettina.wollesen@uni-hamburg.de 

Birgit Kruse Universität Hamburg
 

Weitere Informationen für Medizin am Abend Beteiligte:
http://ww3.unipark.de/uc/Maenner_2015 - Männer-Befragung zur Gesundheitsförderung

Intervall-Fasten

Medizin am Abend Fazit: Intervall-Fasten optimiert den Energiestoffwechsel und schützt vor Typ-2-Diabetes

Wie ein Wissenschaftlerteam unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigt, reduziert Intervall-Fasten die Menge schädlicher Leberfette, die eine Insulinresistenz* begünstigen, und schützt dicke Mäuse vor Diabetes. Zudem verbessert es bei den Tieren den Energiestoffwechsel der Muskulatur. 

Die Studienergebnisse geben einen neuen Einblick in die molekularen Mechanismen, die den günstigen Effekten des Intervall-Fastens zu Grunde liegen. Die Erkenntnisse tragen dazu bei, die Vorgänge besser zu verstehen, die zu einer Insulinresistenz und später zu einer Diabeteserkrankung führen. Sie liefern so Ansatzpunkte für neue Behandlungsmöglichkeiten. 
 
Das Wissenschaftlerteam um Annette Schürmann, Robert Schwenk und Christian Baumeier vom DIfE veröffentlichte kürzlich seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Biochimica et Biophysica Acta (Baumeier et al. 2015, http://dx.doi.org/10.1016/j.bbalip.2015.01.013). Die Studie wurde vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Übergewicht führt bei vielen Menschen zu einer sogenannten Insulinresistenz, der Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Wie seit langem bekannt ist, kann eine verringerte Aufnahme von Nahrungsenergie, zum Beispiel im Rahmen einer Intervall-Fastenkur, eine bereits bestehende Insulinresistenz rückgängig machen. Warum sich hierdurch die Insulinempfindlichkeit wieder verbessert, ist allerdings noch nicht hinreichend erforscht.

Um die molekularen Mechanismen genauer zu untersuchen, die der positiven Wirkung des Intervall-Fastens zu Grunde liegen, führten die Wissenschaftler um Schürmann eine Studie an dicken Mäusen durch, die eine natürliche Veranlagung für Übergewicht und Typ-2-Diabetes besitzen. Wenn die übergewichtigen, bereits insulinresistenten Mäuse nur jeden 2. Tag uneingeschränkten Zugang zu fettreichem Futter hatten und an den anderen Tagen bloß Wasser trinken durften, reagierten sie wieder empfindlicher auf Insulin und waren vor einem Typ-2-Diabetes geschützt. „Dagegen wurden ihre Geschwister, die nach Belieben fressen durften, insulinresistent und fast die Hälfte entwickelte innerhalb kurzer Zeit einen Typ-2-Diabetes“, sagt Annette Schürmann, die am DIfE die Abteilung Experimentelle Diabetologie leitet.

Wie die Forscher beobachteten, beeinflusste das Fasten vor allem die Leberfette positiv, wobei sich besonders die Menge an denjenigen Fetten deutlich reduzierte, die im Verdacht stehen, eine Insulinresistenz zu fördern.

Fette liegen in der Leber in Form von winzigen Fetttröpfchen vor, die wiederum mit verschiedenen Eiweißmolekülen assoziiert sind. Wie die Wissenschaftler feststellten, veränderte sich nicht nur die Größe der Fetttröpfchen, sondern auch die Zusammensetzung der mit den Tröpfchen verbundenen Eiweißmoleküle. „Wir nehmen an, dass diese veränderte Eiweißzusammensetzung für den günstigen Effekt verantwortlich ist“, so Diabetesforscherin Annette Schürmann. Weitere Untersuchungen seien aber notwendig, um diesen molekularen Zusammenhang weiter aufzuklären.

„Zudem weisen unsere Messdaten darauf hin, dass sich durch das Fasten der Energiestoffwechsel deutlich verbesserte. Die Muskeln der Mäuse waren in der Lage, viel rascher zwischen der Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten zu wechseln. Diese größere Stoffwechselflexibilität trägt im gesunden Menschen dazu bei, die Mengen an schädlichen freien Fetten niedrig zu halten. Dies wiederum kann einer Insulinresistenz vorbeugen“, ergänzt Co-Autor Robert Schwenk.

* Insulinresistenz bedeutet, dass vor allem die Muskel-, Leber- und Fettzellen nicht mehr ausreichend auf den Botenstoff Insulin reagieren. Insulin reguliert die Zuckeraufnahme aus dem Blut in die Gewebe und spielt zudem eine wichtige Rolle für den Fettstoffwechsel. Reagieren die Zellen nicht mehr ausreichend auf Insulin und kann der Körper die Insulinresistenz nicht mehr durch eine verstärkte Insulinproduktion ausgleichen, entgleist der Stoffwechsel und man spricht von einem Typ-2-Diabetes.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Robert Schwenk
Abteilung Experimentelle Diabetologie
Start-up-Lab Epigenetik der Adipositas
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: 033200 88-4545
E-Mail: robert.schwenk@dife.de

Prof. Dr. Annette Schürmann
Abteilung Experimentelle Diabetologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: 033200 88-2368 (erst wieder ab 07. April 2015 telefonisch zu erreichen)
E-Mail: schuermann@dife.de

Dr. Gisela Olias
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: 033200 88-2278/-2335
E-Mail: olias@dife.de
www.dife.de

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Weitere Informationen zum DZD finden Sie unter http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 89 Einrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Einrichtungen rund 17.500 Menschen – darunter 8.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – bei einem Jahresetat von insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro. Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch die Vielfalt der in den Einrichtungen bearbeiteten Themen und Disziplinen aus. Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bewahren und erforschen das natürliche und kulturelle Erbe. Darüber hinaus sind sie Schaufenster der Forschung, Orte des Lernens und der Faszination für die Wissenschaft. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Weitere Informationen für die Medizin am Abend beteiligten Leser sind:
http://www.dife.de/forschung/abteilungen/kurzprofil.php?abt=DIAB Abteilung Experimentelle Diabetologie am DIfE

Sinkender Hormonspiegel - Wechseljahre

Medizin am Abend Fazit: Studie: Sinkender Hormonspiegel selten für Beschwerden in den Wechseljahren verantwortlich

Die Wechseljahre der Frau gelten als Ursache zahlreicher körperlicher und psychischer Beschwerden, gegen die in vielen Fällen eine Hormontherapie verschrieben wird. Ein Forscherteam des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden unter der Leitung von Prof. Kerstin Weidner hat nun herausgefunden, dass lediglich Hitzewallungen typisch für die hormonellen Umstellungen vor und nach der Menopause sind. Sie fordern deshalb, den Einsatz der Hormontherapie kritischer und individualisierter zu gestalten und Wechseljahre nicht als Krankheit zu verallgemeinern. Detaillierte Ergebnisse stellt Prof. Weidner beim Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Berlin vor. 

Prof. Dr. med. Kerstin Weidner, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Dresden. Prof. Dr. med. Kerstin Weidner, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Dresden.
Foto: Uniklinikum Dresden / Christoph Reichelt
 
In einer umfangreichen Studie ist ein Team um Prof. Kerstin Weidner, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, der Frage nachgegangen, welche Beschwerden tatsächlich auf die hormonellen Veränderungen in den Jahren vor und nach der Menopause zurückzuführen sind. Die Liste der körperlichen und psychischen Beschwerden, die mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden, ist lang: Sie reicht von Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen über Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Ängstlich- und Vergesslichkeit bis zur Trockenheit der Scheide und zum Nachlassen sexueller Lust. „Diese Symptome werden mit dem sinkenden Östrogenspiegel erklärt und deshalb häufig mit einer Hormontherapie behandelt, die aber zu unerwünschten Nebenwirkungen – etwa einem höheren Brustkrebsrisiko – führen kann“, sagt Prof. Weidner.

Die Forscher des Uniklinikums Dresden befragten deshalb 2014 rund 1.400 Frauen im Alter von 14 bis 95 Jahren und rund 1.200 Männer. Die Ergebnisse zeigen: Körperliche Beschwerden nehmen sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit steigendem Alter zu. Als typisch für die Wechseljahre stellten sich bei den Frauen lediglich Hitzewallungen und Schweißausbrüche heraus. Die Scheidentrockenheit häuft sich ab 60. Lebensjahr und ist als Alterungsprozess zu verstehen. Alterstypische Zusammenhänge bei psychischen Symptomen wie Depressionen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Erschöpfung konnten die Forscher nicht feststellen. Für die psychische Gesundheit sind vielmehr der Bildungsabschluss, das Einkommen, die Partnerschaft und Berufstätigkeit bedeutend sowie der Glaube, die persönliche Situation selbst gestalten zu können.

„Eine allgemeine Deutung dieses Lebensabschnitts als krankhaft und eine vorschnelle Zuschreibung der Symptome ist nach den Ergebnissen der Studie nicht haltbar“, erklärt Prof. Weidner. Insgesamt gab sogar rund die Hälfte der befragten Frauen zwischen 45 und 59 Jahren sogar an, gar keine Beschwerden zu haben. Für den Einsatz der Hormontherapie sieht Prof. Weidner klare Grenzen:

„Nur bei schweren Beeinträchtigungen, gegen die Verhaltensänderungen nicht helfen – zum Beispiel das Tragen von Schichtenkleidung bei Hitzewallungen –, ist eine zeitlich begrenzte Hormontherapie gerechtfertigt. 

Letztendlich handelt es sich bei den Wechseljahren im psychosomatischen Sinne um eine typische Schwellensituation mit körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen und der Notwendigkeit einer individualisierten Therapie.“

Medizin am Abend DirektKontakt

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Direktorin: Prof. Dr. med. Kerstin Weidner
Tel. 0351/ 4 58 70 89
E-Mail: kerstin.weidner@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/pso
Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Ostern 2015: Familienmitglieder - Benennung von Hunden, Katzen, oder Kaninchen

Medizin am Abend Fazit: Namengebung für Haustiere zunehmend individueller

Tiere als Familienmitglieder – Benennung von Hunden, Katzen oder Kaninchen spiegelt Individualisierung und Anbindung an die Familie wider 
 
Haustiere wie Hunde, Katzen oder auch Kaninchen bekommen heute mehr denn je einen menschlichen Namen und werden auch zunehmend als Mitglied der Familie gesehen. Sie werden in Todesanzeigen in einem Zug mit den Familienmitgliedern als Trauernde erwähnt oder etwa beim Tierarzt unter dem Familiennamen des Halters geführt. Die Benennung von Haustieren, so haben Sprachwissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) festgestellt, hat sich in den letzten 100 Jahren grundlegend geändert. Die Namen sind heute individueller, oft sind es Menschen- und gerne auch aktuelle Kindernamen, die dem Haustier gegeben werden. „Damit geht eine Ansippung des Tiers an die Familie einher“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling vom Deutschen Institut der JGU. Die Sprachwissenschaftlerin hat zusammen mit Antje Dammel und Mirjam Schmuck das erste Werk zu Tiernamen veröffentlicht, ein wissenschaftlich bislang kaum erforschtes Gebiet.

Lilly oder Lilli, Luna und Paul sind die beliebtesten Namen für Kaninchen. Dies ergab eine Untersuchung auf Basis von 977 Kaninchennamen im Jahr 2012, die in dem neuen Buch veröffentlicht ist. Allerdings kommen auch die häufigsten Namen nur 10 bis 14 Mal vor. „Wir stellen bei den Kaninchen wie auch schon bei Hunden und Katzen ein starkes Bedürfnis der Besitzer nach Individualisierung fest, was sich an der großen Anzahl unterschiedlicher Namen zeigt“, erklärt Damaris Nübling. „Außerdem fällt auf, dass recht oft heutige Kindernamen verwendet werden.“ Von 977 Kaninchen haben 648 einen unterschiedlichen Namen, sodass sich im Durchschnitt nur 1,5 Kaninchen den gleichen Namen teilen – ein Wert, wie er auch bei Hunden und Katzen zu finden ist. Deutlich mehr Namen als bei Hunden oder Katzen beziehen sich auf das Fell des Kaninchens: Namen wie Flocke, Fluse oder Teddy betonen den Status als eher kindliches Streicheltier.

Historisch ist über die Benennung von Tieren recht wenig bekannt, aber die wenigen Quellen zeigen, dass ein grundlegender Wandel vollzogen wurde. In einer badischen Kleinstadt mit 185 Einwohnern wurden um das Jahr 1900 insgesamt 143 Katzen gezählt, von denen nur 6 einen wirklichen Namen hatten. Katzen wurden damals kaum benannt und wenn doch, dann oft, indem sie die Namen gestorbener Katzen erbten. Auch bei Hunden war die namentliche Individualisierung gering.

Während es heute kaum noch unbenannte Hunde oder Katzen geben dürfte, zeigen die namenkundlichen Untersuchungen auch, dass und wie sich die Stellung der Heimtiere gewandelt hat. Fast 60 Prozent der Hunde und der Katzen tragen einen Personen-, oft einen Kindernamen und rücken damit näher an den Menschen heran. Nicht selten nehmen Katzen und insbesondere Hunde eine Partner- oder zumindest eine Familienposition ein, weshalb auch das Geschlecht deutlich am Namen erkennbar ist. Typische Hundenamen wie Bello, Rex oder Hasso haben ausgedient. „Der Hund wird nicht mehr als Hund, sondern zunehmend als Mensch benannt und wohl auch so wahrgenommen“, so die Mainzer Sprachforscherin.

Veröffentlichung:
Antje Dammel (Hg.), Damaris Nübling (Hg.), Mirjam Schmuck (Hg.)
Tiernamen – Zoonyme
Band I: Haustiere
Band II: Nutztiere (erscheint im August 2015)
Universitätsverlag Winter, Heidelberg, 2015

Medizin am Abend DirektKontakt

Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling
Historische Sprachwissenschaft des Deutschen
FB 05/Deutsches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-22611
E-Mail: nuebling@uni-mainz.de
https://www.germanistik.uni-mainz.de/abteilungen/historische-sprachwissenschaft-...

Weitere Links:
https://www.winter-verlag.de/de/detail/978-3-8253-6345-1/BZN_50_2015_1_2_Haustie...

Petra Giegerich Johannes Gutenberg-Universität Mainz
 

Komasaufen von Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren in Berlin

Osterparty heute abend : Energydrinks ohne Alkohol bitte schön....!

Hintergrund: http://www.bnk.de/

 

Medizin am Abend Fazit: 

 

Wachheit aus der Dose / Bei Energydrinks sollte man sich an eine Höchstgrenze halten und sie nicht mit Alkohol kombinieren

Energydrinks sind in aller Regel Koffeinbomben - in Maßen genossen ein brauchbarer Wachmacher. Aber wo liegt die kritische Grenze auch für den gesunden Organismus? Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat nun in einer Risikobewertung eine Verzehrempfehlung für Koffein herausgegeben:

Sie liegt bei maximal drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene und Jugendliche, berichtet die "Apotheken Umschau". Ein Liter Energydrink enthält etwa 300 mg Koffein. 

Gewarnt wird vor der Kombination mit Alkohol, da beide Stoffe Herz und Kreislauf beeinflussen. Wer dann noch ausgelassen tanzt, gerät leicht an die Belastungsgrenze. Wer es übertreibt, kann Zittern und Herzrasen bekommen, bis hin zu Herzrhythmusstörungen. Dr. Norbert Smetak vom Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen rät in solchen Fällen:

"Wenn es zu schlimm wird, unbedingt zum Arzt. Bei leichten Symptomen helfen Ruhe und viel Wasser trinken." 


Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 4/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Medizin am Abend DirektKontakt


Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de  

www.apotheken-umschau.de

Forderung: Professionelle Leichenschau

Medizin am Abend Fazit: BDK: Mit der Leiche alleine gelassen!

Der BDK wiederholt seit Jahren die Forderung nach der Einführung einer professionellen Leichenschau!

Zuletzt 2013 wies der BDK den Senator für Gesundheit und Verbraucherschutz, Herrn Czaja auf die dringende Notwendigkeit der Reformierung des Bestattungsgesetzes und der Leichenschau hin.

Bereits 2002 gelangte der Rechtsmediziner Brinkmann aufgrund einer Untersuchung von zwei Dritteln (23) der deutschen Institute für Rechtsmedizin zu der Schätzung, dass 1.380 Tötungsdelikte pro Jahr nicht bekannt werden. Brinkmann weist darauf hin, dass viele "Fehlklassifikationen" bereits damit zu tun haben, dass sich der Hausarzt, der den Leichenschauschein ausstellen soll, den Toten oft gar nicht genauer betrachtet. So führe nur rund jeder 10. Hausarzt (9 %) überhaupt eine Entkleidung des Verstorbenen durch.
Die durchgeführte Änderung des Bestattungsgesetzes und einhergehend mit der Vorgabe das zur Leichenschau die Leiche nun zwingend gänzlich zu entkleiden ist und bei ausreichender Beleuchtung zu erfolgen hat, stellt eine geringfügige Verbesserung dar.

Dem gegenüber steht aber immer noch eine nicht vorgeschriebene Fortbildung von Ärzten die eine Leichenschau durchführen dürfen, sowie die Tatsache, dass Leichen mit Leichenstarre nur schwerlich zu entkleiden sind und dies sicherlich in Anwesenheit der Angehörigen pietätlos erscheinen dürfte.
Es gilt nicht, die Unfähigkeit der Ärzte anzuprangern, sondern die fehlende verpflichtende Fortbildung zur Erkennung nicht natürlicher Todesursachen.
Dass ein Notarzt, der eben nur für Notfälle lebender Patienten zur Verfügung stehen soll, auch nur den Tod feststellen, aber nicht die Leichenschau durchführen soll, ist nachvollziehbar. Das nur ein Arzt die Leichenschau durchführen soll auch.

"Es ist nicht mehr nachvollziehbar, dass immer häufiger Schutz- und Kriminalpolizeibeamte bis zu 10 Std. neben der Leiche ausharren müssen, bis ein Arzt kommt, der die Leichenschau vornehmen kann. Diese Kolleginnen und Kollegen werden an anderer Stelle in dieser Stadt dringender gebraucht " sagt der Landesvorsitzende Böhl.

Die Angehörigen haben ein Anrecht auf eine zuverlässige Rechtsfindung und Trauer. Dazu gehört eine zeitnahe professionelle Leichenschau!

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Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Telefon: 0151 25 25 8210  http://www.bdk.de/

Alkoholstudie - Alkoholsucht und Allgemeinkrankenhaus

Medizin am Abend Fazit: Alkoholstudie liefert überraschende Ergebnisse

Die Sterblichkeit von Patienten mit Alkoholsucht in Allgemeinkrankenhäusern ist um ein Vielfaches höher als bei Behandelten ohne Alkoholabhängigkeit. 

Außerdem sterben sie im Schnitt rund 7,6 Jahre früher als Krankenhauspatienten ohne einen solchen Suchthintergrund. Das haben Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn mit britischen Kollegen anhand von Patientendaten mehrerer Allgemeinkrankenhäuser in Manchester (England) herausgefunden. 

Die Forscher fordern eine frühere und intensivere psychotherapeutische Begleitung von Alkoholkranken. Die Studie ist nun im Journal “European Psychiatry” veröffentlicht. 

Dr. Dieter Schoepf von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn.
Dr. Dieter Schoepf von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. (c) Foto: privat


Wie komme ich nur an Alkohol heran? Die Gedanken der Suchtkranken verengen sich zunehmend auf diese Frage. In dem Maße wie das zwanghafte Trinkverhalten zunimmt, werden andere Interessen vernachlässigt. Als typisch gilt auch, dass Betroffene ihre Sucht leugnen, unter Entzugserscheinungen leiden und die Gewöhnung an den Alkoholkonsum zunimmt. Darüber hinaus führt Alkoholismus zu Veränderungen der Persönlichkeit sowie zu Problemen in der Familie und am Arbeitsplatz.

„Mit der Alkoholsucht sind sowohl psychische Probleme als auch erhebliche körperliche Beeinträchtigungen der Gesundheit verbunden“, sagt Dr. Dieter Schoepf von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. „Im Schnitt sterben Alkoholiker, die wegen gesundheitlicher Probleme in britischen Allgemeinkrankenhäusern behandelt wurden, aufgrund des Zusammenwirkens mehrerer körperlicher Begleiterkrankungen 7,6 Jahre früher als Patienten ohne Alkoholsucht“, berichtet der Wissenschaftler. Für die Studie werteten Dr. Schoepf und Prof. Dr. Reinhard Heun vom Royal Derby Hospital in England Patientendaten von sieben Allgemeinkrankenhäusern in Manchester aus.

Es handelt sich dabei um eine Langzeitbeobachtung: Die Daten erstrecken sich über einen Zeitraum von 12,5 Jahren. Mit ihrer Hilfe analysierten die Wissenschaftler die körperlichen Begleiterkrankungen von 23.371 Krankenhauspatienten mit Alkoholsucht und verglichen sie mit einer Kontrollgruppe aus zufällig ausgewählten 233.710 Behandelten ohne Alkoholismus.

„Im Beobachtungszeitraum starb etwa jeder fünfte Krankenhauspatient mit Alkoholsucht in einem der Krankenhäuser, während es bei der Kontrollgruppe nur jeder zwölfte Patient war“, fasst Prof. Heun das Ergebnis zusammen.

Mit der Alkoholsucht traten 27 Begleiterkrankungen gehäuft auf

Insgesamt 27 körperliche Krankheiten traten gehäuft bei Patienten mit Alkoholsucht auf: etwa der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes und des Nervensystems. Im Gegensatz dazu waren etwa Herzinfarkte, Herzkreislauferkrankungen und Grauer Star bei den Patienten mit Alkoholismus weniger häufig als bei der Kontrollgruppe.

 „Patienten mit Suchtproblemen werden oft als Notfälle in Kliniken eingeliefert. Bei der Diagnose stehen dann die akuten Symptome im Vordergrund - das führt möglicherweise dazu, dass nicht alle körperlichen Erkrankungen erfasst werden“, vermutet Dr. Schoepf.

Auch ein geringeres Schmerzempfinden und Wahrnehmungsstörungen der Suchtkranken könnten dazu führen, dass bestimmte Krankheitsbilder von den Ärzten nicht erkannt werden.

Die Studie sei in dieser Form einzigartig, betonen die Wissenschaftler. Die große Zahl erfasster Patienten und die umfangreiche Kontrollgruppe erlaubten eine sehr differenzierte Auswertung. Der für solche Untersuchungen ungewöhnlich lange Beobachtungszeitraum ermögliche darüber hinaus, auch Krankheiten zu erfassen, die nur allmählich Beschwerden machen.

Dass die Untersuchung ausgerechnet mit Daten aus Großbritannien durchgeführt wurde, hängt mit dem leichteren Zugang zu den notwendigen Informationen in England zusammen. „Die Ergebnisse beziehen sich zwar auf Allgemeinkrankenhäuser in Manchester, sie sind aber aufgrund der großen Stichproben repräsentativ und lassen sich deshalb auf andere Allgemeinkrankenhäuser in anderen Ländern verallgemeinern“, sagt Dr. Schoepf.

Forscher fordern Screening und frühzeitige Therapien

Aus Sicht der Wissenschaftler verdeutlicht die erhöhte Sterblichkeit der Patienten mit Alkoholismus in Allgemeinkrankenhäusern, dass die Sucht als Ursache der vielfältigen körperlichen Folgen in einem deutlich früheren Stadium therapiert werden muss. „Durch gewissenhaftes Screening und die frühzeitige Behandlung von psychischen und körperlichen Begleiterkrankungen sollte es möglich werden, die Lebenserwartung von Alkoholkranken deutlich zu erhöhen“, sagt Prof. Heun.



Prof. Dr. Reinhard Heun vom Royal Derby Hospital in England.


Prof. Dr. Reinhard Heun vom Royal Derby Hospital in England.
(c) Foto: privat

Publikation: Alcohol dependence and physical comorbidity: Increased prevalence but reduced relevance of individual comorbidities for hospital-based mortality during a 12.5-year observation period in general hospital admissions in urban North-West England, Journal “European Psychiatry”

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dr. Dieter Schoepf
Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie
des Universitätsklinikums Bonn
Tel. 0228/28716198
E-Mail: Dieter.Schoepf@ukb.uni-bonn.de
Johannes Seiler Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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http://dx.doi.org/10.1016/j.eurpsy.2015.03.001 Publikation im Internet