Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Das Gesundheitsklima

„Die Energiewende zu vollziehen, kostet einen Haufen Geld. Sie nicht zu vollziehen, kostet die Zukunft.“ Das sagte Bestsellerautor Frank Schätzing („Der Schwarm“) am Mittwoch als Gast einer Sitzung des Parlamentarischen Beirats für Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen zum Thema „Schnelles Handeln in der Klimakrise - verschiedene Szenarien unserer Zukunft“. Das größte Kapital, damit die Energiewende gelinge, sei nicht Geld, sagte er. Es sei das Vertrauen der Bevölkerung in die Gestaltungsmacht der Politik. Deren Aufgabe sei es nicht, Ängste zu verwalten, sondern „Ängsten positive Erzählungen entgegenzusetzen“.

Einige solcher positiven Erzählungen präsentierte Schätzing den Abgeordneten. „Green-Tech und Innovationen werden Deutschland zurück an die Spitze bringen“, lautete eine davon. Warum das so sei, erläuterte er auch: Die Nachfrage nach sauberen Technologien, erneuerbarer E-Mobilität, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft boome weltweit. „Unternehmen und Länder, die hier Pionierarbeit leisten, besetzen die Kernmärkte der Zukunft“, sagte er. Eine weitere positive Erzählung, die sich Schätzing von der Politik erhofft, lautet: Unabhängigkeit und Widerstandskraft werden Deutschland und Europa stark machen. Investitionen in den Klimaschutz seien betriebswirtschaftlich günstiger als die sozialen Schäden durch Unwetterereignisse, Ernteausfälle oder unterbrochene Lieferketten. Außerdem schütze die Abkehr von Kohle, Öl und Gas vor geopolitischen Preisschocks und Versorgungsengpässen, lautet seine Erklärung.

Schätzing empfahl den Abgeordneten auch gleich einen Masterplan, den diese vor dem EU-Parlament darlegen sollten. Schluss mit fossiler Verbrennung - alle Kraft in die Vollversorgung durch Erneuerbare, und zwar bis 2030, lautete sein erster Punkt. Außerdem brauche es „echte“ Innovationsschübe und Effizienzsteigerungen bei Wind, Solar, intelligenten Netzen, Zwischenspeichern, Batterien, autonomer Mobilität und künstlicher Intelligenz. Was es nicht brauche, so Schätzing, sei die „Nachbeatmung von Auslauftechnologien unter dem Deckmäntelchen der Technologieoffenheit“.

Als weitere Teile des Masterplans benannte er einen Bildungsturbo, die gezielte Einwanderung von Talenten aus dem Ausland mit einem „Fast-Track-Visum“, Kooperationen mit sonnenreichen Ländern zur Erzeugung grünen Wasserstoffs sowie Schuldenschnitte und „Green-Support“ für Länder des globalen Südens, damit diese „klimagerecht prosperieren können“. In Afrika, im globalen Süden, entscheide sich die Geopolitik von morgen, sagte der Autor.

Er erläuterte auch, warum es eigentlich das 1,5-Grad-Ziel gibt. „Unterhalb von 2 Grad haben wir gute Chancen die Ökosysteme, von denen unser Überleben abhängt, einigermaßen im Gleichgewicht zu halten, damit sie keine Kipppunkte überschreiten.“ Werde ein Kipppunkt überschritten, bewege sich ein System „unweigerlich in eine neue Richtung“. Schätzing illustrierte das mit dem grönländischen Eispanzer, den man sich wie einen Stapel Konservendosen vorstellen könne. Aus diesem könne man viele Dosen herausziehen, ohne dass er instabil werde. Greife man aber eine Dose zu viel, „kracht er in sich zusammen“. Diese Dose sei der Kipppunkt. Erwärme sich die Erde um mehr als zwei Grad, so Schätzing, drohten viele solcher Kipppunkte innerhalb kürzester Zeit überschritten zu werden. Dann komme es zu Kaskadeneffekten und damit zu einer noch stärkeren Erderwärmung, gegen die dann nichts mehr getan werden könne.

Das Geld für die Energiewende müsse „aus allen Quellen kommen“, forderte Schätzing. Für ihn ist die Rechnung ganz einfach: „Gelingt die Energiewende, wird sie sich in neuen Branchen, Arbeitsplätzen und Wachstum verzinsen, aus dem sich die aufgenommenen Schulden tilgen und Gewinne erzielen lassen.“ Misslinge sie, „weil unterfinanziert“, bleibe Deutschland im Hintertreffen, „in das es sich durch jahrelange Verwaltung des Stillstands hineinbugsiert hat“. Misslinge sie gar weltweit, werde Geld überhaupt nicht mehr in Wertschöpfung fließen, „sondern nur noch in Klimaanpassung verdampfen“.

Stichwort Klimaanpassung: Der Schriftsteller machte deutlich, dass dies keine Alternative zum Klimaschutz sei. „Klimaanpassung ist das, was es braucht, um die Folgen des menschengemachten Klimawandels, der Erderwärmung, erträglich zu gestalten.“ Die Menschheit könne nur innerhalb gewisser Rahmenbedingungen überleben. „Wir wären nicht die erste Spezies, die ausstirbt, weil es zu warm oder zu kalt wird“, sagte Schätzing. Setze man also nicht alles daran, die Erderwärmung zu stoppen, „ist irgendwann die Grenze jeder Anpassung überschritten“.

Auch was die politischen Umgangsformen angeht, äußerte Schätzing klare Vorstellungen. „Hören Sie bitte auf, sich öffentlich zu prügeln wie die Schulhofjungen“, sagte er. Auch das Einanderbeleidigen müsse aufhören. „Es ist am Ende immer eine Beleidigung des Wählers.“ Streiten um den richtigen Weg? Ja! Sich zerstreiten? Nein! „Zerstrittenen Anführern folgt niemand“, sagte Schätzing. Stattdessen gelte es, an einem Strang zu ziehen, über die Schatten des Machtwillens und der Parteiprogramme zu springen. „Verstehen Sie“, so Schätzing, „dass die Situation nicht so ist, wie sie ist, weil Extremisten stark sind.“ Sie sei so, „weil die Repräsentanten der Mitte schwach sind und sich gegenseitig weiter schwächen“.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen