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Die Belastung durch ein Kind mit Behinderung wirkt sich auf die ganze Familie aus. Staatliche Unterstützung kann jedoch die negativen Folgen abmildern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Janet Currie (Yale), die jetzt von der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) veröffentlicht wurde. Zweitgeborene Kinder, deren jüngeres Geschwisterkind eine Behinderung hat, suchen im Alter zwischen 9 und 20 Jahren mit einer um 13 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit selbst psychologische Unterstützung.

„Da Behinderungen in Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status häufiger vorkommen, könnte eine Behinderung ein unterschätzter Faktor sein, der sozioökonomische Benachteiligungen über Generationen hinweg verstärkt“, sagt Ko-Autorin Janet Currie, Research Fellow bei RFBerlin und Professorin an der Yale University.

Die Forscher stellten jedoch im Laufe der Zeit auch Verbesserungen bei der Unterstützung für Familien fest. Nachdem die dänische Regierung 1998 ihre Sozialleistungen für Eltern schwer kranker Kinder ausgeweitet hatte, sank die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe bei Zweitgeborenen von 21 Prozent auf 9 Prozent.

Zweitgeborene waren stärker betroffen als Erstgeborene, da sie zum Zeitpunkt der Geburt des behinderten Kindes jünger waren. Die Zahl der Besuche dieser zweitgeborenen Kinder bei Psychiatern stieg um 23 Prozent, während die Verschreibungen von Psychopharmaka um 18 Prozent zunahmen. Diese Geschwister suchten zudem 11 Prozent häufiger psychologische Beratung auf. Die Auswirkungen zeigten sich, als die Geschwister etwa 9 Jahre alt waren, und verstärkten sich dann im Laufe ihrer Teenagerjahre. Besonders ausgeprägt waren die Auswirkungen in Familien, in denen die Mütter nur über eine Grundschulbildung verfügten. In diesen Familien sank die Erwerbsquote der Mütter um 13 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Eltern zusammenblieben, war um 6 Prozent geringer.

Die Studie untersuchte über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als 60.000 dänische Familien mit drei oder mehr Kindern. Etwa jede vierzehnte dänische Familie hat ein Kind mit einer körperlichen Behinderung wie einem Herzfehler, Epilepsie oder einer Zerebralparese. Gleichzeitig wachsen die Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit junger Menschen; die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 14 Prozent der 10- bis 19-Jährigen an einer psychischen Störung leiden.

Janet Currie wird am 20. Oktober sprechen beim jährlichen öffentlichen Vortrag von RFBerlin an der Humboldt-Universität über das Thema „Investitionen in die psychische Gesundheit von Kindern: Auswirkungen auf die Entwicklung des Humankapitals“.

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janet.currie@yale.edu

Originalpublikation:
RFBerlin Research Insight: „Wenn ein jüngeres Geschwisterkind eine Behinderung hat, zahlen ältere Kinder einen Preis in Form psychischer Probleme“; auf Englisch von Currie, J., Daysal, N. M., Gørtz, M. und Hirani, J. C.; https://www.rfberlin.com/research-insight/

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