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http://www.simparteam.de - Die Kreissal-Ambulanz: Schütteltrauma - bei Säuglingen und Kleinkindern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gefahr für Babys durch Schütteln wird unterschätzt - Neues „Bündnis gegen Schütteltrauma”

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. 

  • Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas. 

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). 

Das NZFH hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). 
 
Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).  

Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 

24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben.

Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des „Bündnis gegen Schütteltrauma“ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“

  • Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. 

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet:

„Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann.

18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern.

Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können.

Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen.

Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Neue Informationsangebote:

Den Flyer und einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: http://www.elternsein.info

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt.

Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma finden Sie hier:

http://www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma oder

http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

Das Plakat gibt es auch zum Herunterladen unter:
http://www.bzga.de/presse/pressemotive/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

„Bündnis gegen Schütteltrauma“
Folgende Verbände, Vereine und Institutionen sind Mitglieder im „Bündnis gegen Schütteltrauma“:

• Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
• Berufsverband der Frauenärzte e. V.
• Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.
• Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e. V.
• Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e. V.
• Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V.
• Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.
• Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V.
• Deutsche Liga für das Kind e. V.
• Deutscher Hebammenverband e. V.
• Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V.
• Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
• Deutsches Rotes Kreuz e. V.
• Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern – Landesverband der Inneren Mission e. V.
• Frauenhauskoordinierung e. V.
• Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
• Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e. V.
• Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg
• Stiftung SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg
• Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V.
• Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Psychosoziale
Prävention

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut
e. V. Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.

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Dr. Marita Völker-Albert Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Maarweg 149-161
50825 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
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Telefon: 0221-8992280
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Angst vor Zahnbehandlungen auf dem Zahnarztstuhl?

Wissenschaftler des Uniklinikums Jena wiesen jetzt nach, das Maßnahmen wie Ablenkung, Entspannung und vor allem Hypnose gegen Angst vor Zahnbehandlungen helfen.
 Wissenschaftler des Uniklinikums Jena wiesen jetzt nach, das Maßnahmen wie Ablenkung, Entspannung und vor allem Hypnose gegen Angst vor Zahnbehandlungen helfen. Foto: M. Szabó/ UKJ

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PD Dr. Jenny Rosendahl
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Thüringen

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Der Kreissaal: Stillhormon - Aminosäure Prolaktin Peripartum-Kardiomyopathie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Die Rolle genetischer Veränderungen des Hormons Prolaktin bei Netzhaut- und Herzerkrankungen

Wissenschaftler der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität am Klinikum Nürnberg haben herausgefunden, dass genetische Veränderungen des Hormons Prolaktin, auch bekannt als „Stillhormon“, einen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen der Netzhaut und des Herzens haben können.  
In einer bioinformatischen Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass genetisch bedingte Änderungen von einzelnen Aminosäuren des Prolaktins, sogenannte Punktmutationen, die enzymatische Spaltung des Prolaktins, und somit die Menge der Prolaktin- Spaltprodukte vermehren oder vermindern können. 
Die Prolaktin-Spaltprodukte, sogenannte Vasoinhibine, regulieren verschiedene Funktionen von Blutgefäßen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Labor Prolaktin-Untersuchung

Diese sind sowohl bei Netzhauterkrankungen von Patienten mit Diabetes Mellitus (Diabetische Retinopathie und Makula- Ödem), als auch bei einer seltenen Form der Herzschwäche, die bei schwangeren Frauen oder stillenden Müttern auftreten kann (Peripartum-Kardiomyopathie), gestört.

  • Für diese Störung der Blutgefäßfunktionen können verminderte oder vermehrte Vasoinhibin-Mengen verantwortlich sein, die infolge der Mutationen im Prolaktin- Gen entstehen können. 

Deshalb könnten Veränderungen des Prolaktin-Gens, je nach Art der Mutation, eine schützende Rolle spielen oder aber einen Risikofaktor darstellen.

Eine praktische Konsequenz für Patienten geht aus dieser Studie derzeit nicht hervor, da die Ergebnisse zunächst in experimentellen und klinischen Studien mit Patienten bestätigt werden müssen.

Die Untersuchung, die die Nürnberger Wissenschaftler um Dr. Jakob Triebel aus dem Universitätsinstitut für Klinische Chemie, Laboratoriumsmedizin und Transfusionsmedizin (Leitung: Prof. Dr. Thomas Bertsch) des Klinikums Nürnberg in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Instituts für Neurobiologie der Nationalen Universität Mexikos (Universidad National Autónoma de México, UNAM) durchgeführt haben, wurde am 06.11.2017 in der Zeitschrift „Frontiers in Endocrinology – Genomic Endocrinology“ publiziert.

Originalveröffentlichung:
Human Prolactin Point Mutations and Their Projected Effect on Vasoinhibin Generation and Vasoinhibin-related Diseases, November 2017, Frontiers in Endocrinology – Genomic Endocrinology, DOI: 10.3389/fendo.2017.00294

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Dr. Jakob Triebel
Institut für Klinische Chemie, Laboratoriumsmedizin und Transfusionsmedizin
Klinikum Nürnberg & Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg
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90419 Nürnberg
T: +49.911.398.114181
E: Jakob.Triebel@klinikum-nuernberg.de 

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Fax: 0911 398 5031
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Der Kopfball - Dein Gehirn

Welche Auswirkungen auf das Gehirn haben Kopfbälle?  Universität Paderborn, Alena Gold







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Einladung zur Kinder/Eltern Studie: Depressionen, Angststörungen, Sucht oder Schizophrenie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Kinder psychisch kranker Eltern gestärkt werden können

BMBF fördert das Forschungsprojekt „COMPARE-emotion“ an den Universitäten Gießen und Bochum mit rund 1,1 Millionen Euro – Emotionsverarbeitung und -regulation im Fokus – Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Studie gesucht 
 
Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet:

Knapp 30 Prozent aller Deutschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal betroffen. 
Depressionen, Angststörungen, Sucht oder Schizophrenie sind nicht nur mit erheblichen Leiden und Beeinträchtigungen für die Betroffenen verbunden. 
Auch das soziale Umfeld leidet unter der tabuisierten Krankheit. 

Am deutlichsten wird das, wenn psychisch erkrankte Menschen minderjährige Kinder haben.

Kinder psychisch kranker Eltern stehen daher im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts an sechs deutschen Universitäten, darunter der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Schwenck (Professur für Förderpädagogische und Klinische Kinder- und Jugendpsychologie).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen der Initiative „Gesund ein Leben lang“ das Teilprojekt „Emotionsverarbeitung und -regulation bei Kindern von Eltern mit psychischer Erkrankung (COMPARE-emotion)“ in den kommenden vier Jahren mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro. Beteiligt sind daran auch die Professur für Psychotherapie und Systemneurowissenschaften der JLU (Prof. Dr. Rudolf Stark) und die Juniorprofessur für Entwicklungsneuropsychologie der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Sarah Weigelt).

Das mit dem Projekt verbundene Therapieangebot ist Teil des Forschungsprojekts „Children of Mentally Ill Parents at Risk Evaluation (COMPARE)” unter der Leitung von Prof. Dr. Hanna Christiansen, Professur für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Philipps-Universität Marburg.

„Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der BMBF-Förderinitiative erfolgreich waren und gratuliere ihnen herzlich zu diesem Erfolg“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Mit ihrer Forschung tragen sie dazu bei, dringend benötigte kindgerechte Therapien und Präventionsansätze zu entwickeln, damit psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen möglichst vermieden werden können. Denn viele Therapien sind auf Menschen mittleren Alters zugeschnitten.“

Schätzungen zufolge haben rund 4,75 Millionen Minderjährige in Deutschland mindestens ein psychisch erkranktes Elternteil.  

Für sie ist es ganz besonders schwierig zu verstehen, warum Mama oder Papa sich plötzlich anders verhalten, nicht mehr mit ihnen spielen oder lachen können. 

Viele Kinder psychisch erkrankter Eltern müssen mehr Verantwortung übernehmen, als es in ihrem Alter angemessen ist. 

Sie machen sich Sorgen um ihre Eltern und suchen die „Schuld“ für das Verhalten der Eltern bei sich selbst, weil sie nicht wissen oder verstehen, worunter die Eltern leiden.
  • Hinzu kommt, dass Kinder psychisch erkrankter Eltern selbst ein deutlich erhöhtes Risiko aufweisen, an einer psychischen Störung zu erkranken. 
Dieses erhöhte Risiko ist einerseits damit zu erklären, dass psychische Störungen teilweise genetisch bedingt sind.

Zum anderen sind die Kinder durch die Erkrankung der Eltern stärker belastet.

„Es ist daher dringend notwendig, präventive Angebote zu initiieren, um den Teufelskreislauf zu durchbrechen und zu verhindern, dass die Kinder selbst erkranken“ , so Projektleiterin Schwenck.  

„Faktisch bestehen in unserem Gesundheitssystem jedoch kaum Möglichkeiten, sich diesen Kindern zu widmen, solange sie selbst noch nicht erkrankt sind.“

Auch in der Forschung wurde das Thema Kinder psychisch erkrankter Eltern bislang kaum behandelt. Im Rahmen der BMBF-geförderten multizentrischen Studie sollen Eltern, die unter einer psychischen Störung leiden und Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben, psychotherapeutisch behandelt werden. Die Hälfte der Eltern erhält zusätzlich ein Elterntraining, das sogenannte Positive Erziehungsprogramm (Triple P). 
  • Das Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob sich diese zusätzliche Maßnahme positiv auf die Gesundheit der Kinder auswirkt. Für die Eltern ist die therapeutische Behandlung kostenlos, sie wird von den Krankenkassen getragen.
Am Standort Gießen werden zudem mögliche Übertragungswege der psychischen Erkrankung von den Eltern auf die Kinder untersucht. 

Dabei geht es vor allem darum, wie Kinder psychisch erkrankter Eltern Gefühle wahrnehmen, verarbeiten und steuern. 

Die Kinder nehmen an verschiedenen Verhaltensexperimenten teil. 

Von einem Teil der Kinder untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch die Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT).

 „Von dieser Studie erhoffen wir uns Aufschluss über Ansatzpunkte präventiver Maßnahmen für die Kinder psychisch erkrankter Eltern“, so Schwenck.

Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer gesucht
  • Für die Studie sucht das Gießener Wissenschaftlerteam ab Januar 2018 noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 
  • Teilnehmen können Eltern mit einer psychischen Erkrankung, die Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben, und sich einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung unterziehen wollen.
  • Gleichzeitig werden Eltern ohne psychische Erkrankung mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren gesucht, um die Gefühlsverarbeitung der Kinder beider Gruppen vergleichen zu können. 

Selbstverständlich unterliegen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei allen Erhebungen der Schweigepflicht.

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Prof. Dr. Christina Schwenck
Abteilung für Förderpädagogische und Klinische Kinder- und Jugendpsychologie
Otto-Behaghel-Straße 10C, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26333

Caroline Link Justus-Liebig-Universität Gießen
Telefon: 0641 / 99 - 12043
Fax: 0641 / 99 - 12049
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CAVE: Psychodiabetologen - Machen Sie bitte Ihren Termin

Medizin am Abend Berlin Fazit: Menschen mit Diabetes leiden doppelt so häufig an Depressionen

In Deutschland sind 6,5 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. 

Davon leiden schätzungsweise 800.000 Menschen gleichzeitig an einer behandlungsbedürftigen Depression. 

„Depressionen kommen bei Menschen mit Diabetes damit doppelt so häufig vor wie in der Allgemeinbevölkerung“, sagt Professor Dr. Diplom-Psychologe Bernd Kulzer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). 
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Psychatrische Hilfe 

Mit ernsten Folgen: 

Die Betroffenen haben schlechtere Blutzuckerwerte und entwickeln häufiger gefäßbedingte Folgeerkrankungen etwa an Nieren, Augen und Füßen. Betroffene sollten sich bei Warnzeichen psychologische Hilfe suchen, rät die DDG. 
 
Dafür gibt es spezielle Expertise – zum Beispiel von Fachpsychologen Diabetes der DDG.

„Depressiv erkrankte Menschen mit Diabetes können sich aber auch an jeden niedergelassenen Psychotherapeuten wenden“, ergänzt Dr. Andrea Benecke, Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).  

Lässt sich der Blutzucker nur schwer einstellen, helfen speziell weitergebildete Psychotherapeuten weiter.

„Depressionen bei Patienten mit Diabetes stellen ein massives und bislang unterschätztes Problem dar“, betont Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Past Präsident und Pressesprecher der DDG.

Auslöser einer begleitenden Depression sind häufig diabetesbezogene Belastungen. 

 „Patienten mit Diabetes müssen jeden Tag Verantwortung für ihre Therapie übernehmen, ihre Blutzuckerwerte genau im Blick haben, Medikamente dosieren und einnehmen, Rückschläge verarbeiten“, erläutert Kulzer. „Dies kann besonders dann sehr stressig und depressionsfördernd sein, wenn neben dem Diabetes noch andere Belastungen im Leben vorhanden sind, negative Erlebnisse wie Unterzuckerungen oder Folgeerkrankungen auftreten oder Menschen wenig Unterstützung im Umgang mit dem Diabetes erfahren.“

Die Auswirkungen einer klinischen Depression auf den Gesundheitszustand der Diabetespatienten sind gravierend.

„Depressive Stimmungseinbrüche können eine Diabetesbehandlung erheblich gefährden“, warnt BPtK-Vorstand Benecke. „Die Patienten sind nicht mehr ausreichend in der Lage, die notwendigen Blutzuckermessungen durchzuführen und sich Insulin zu spritzen.“ Sie versinken in negativen Gedanken, wie: „Ich kann den Diabetes nicht mehr ertragen”, „Ich tue mein Bestes, aber es reicht nicht”, „Ich will meine Ruhe haben und keinen Diabetes”. In der Konsequenz verschlechtert sich der Langzeitblutzuckerwert HbA1c.

Ohne eine psychotherapeutische Behandlung sei dann eine erfolgreiche Diabetestherapie kaum mehr möglich, betont Andrea Benecke.

Behandlungskosten steigen um bis zu 90 Prozent

Darüber hinaus übt die Depression einen direkten negativen körperlichen Einfluss auf die Stoffwechselstörung aus.

Grund: Die psychische Erkrankung führt über eine Aktivierung der Hypophysen-Nebennieren-Achse zu einer Erhöhung entzündlicher Prozesse an den großen und kleinen Blutgefäßen.

„Das wiederum fördert die Entstehung weiterer Folgeerkrankungen etwa an Nerven, Augen, Füßen oder Nieren“, so Kulzer. Insgesamt steigen die Behandlungskosten durch die Mehrfach-Therapie von Diabetes, Depression und Folgeerkrankungen um 50 bis 90 Prozent.1

Die Folgeerkrankungen – dazu zählen vor allem Schlaganfall und Herzinfarkt – tragen maßgeblich dazu bei, das Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit Diabetes und Depression zu verdoppeln.

Ein weiterer Faktor ist die erhöhte Suizidrate. 

„Wir müssen leider feststellen, dass das Suizidrisiko höher liegt als bei depressiven Menschen ohne Diabetes“, so Kulzer.

Wie eine aktuelle Studie zeigt, steigt die Suizidgefahr bei Diabetes um 50 Prozent im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, besonders bei jüngeren Männern mit Typ-1-Diabetes. 

„Hochgerechnet auf Deutschland bringen sich täglich mehr als zwei Personen mit Depression und Diabetes um, jährlich über 800 Menschen – eine viel zu hohe Zahl“, erklärt Kulzer. „Fest steht: Depressive Diabetespatienten sind kränker und sterben früher.“

Die Hälfte aller Depressionen wird nicht erkannt
Dennoch wird die Hälfte aller Depressionen bei Diabetes nicht erkannt. „Die Diagnose wird viel zu selten gestellt“, so Kulzer. Patienten sollten daher auf entsprechende Warnzeichen achten. „Wenn die Therapie zur Last wird und mehr Energie als bisher kostet, ist das ein Alarmsignal“, erklärt der Psychologe. Dann kann unter Umständen professionelle Hilfe notwendig sein. „Diabetespatienten, die unter depressiven Stimmungen leiden, erhalten seit dem 1. April dieses Jahres schnell einen Termin in der neu eingeführten psychotherapeutischen Sprechstunde“, betont BPtK-Vorstand Benecke. „Jeder niedergelassene Psychotherapeut kann depressiv erkrankte Menschen mit Diabetes behandeln.“ Ist der Blutzucker dauerhaft nicht stabil einzustellen, kann an speziell weitergebildete Psychotherapeuten vermittelt werden.

Ressourcen stärken, negative Muster bearbeiten
Im Zuge einer Psychotherapie stärken die Experten unter anderem die Ressourcen der Diabetespatienten, ermöglichen Erfolgserlebnisse oder finden tiefer liegende negative Muster, die der Diabetesbehandlung im Wege stehen und bearbeitet werden müssen. „Ziel einer Therapie ist eine gefestigte psychische Verfassung, die eine Rückkehr zu einem verlässlichen Selbstmanagement des Diabetes ermöglicht, was sich wiederum in einem stabilen HbA1c-Wert ausdrückt“, erläutert Andrea Benecke.

Mehr Psychotherapeuten für Diabetespatienten
Um die psychosoziale Betreuung von Patienten mit Diabetes und einer begleitenden Depression zu stärken, hat die DDG bereits vor Jahren eine Weiterbildung zum „Fachpsychologen DDG“ ins Leben gerufen. Darüber hinaus wird sich auch die psychotherapeutische Versorgung für Diabetespatienten mit psychischen Störungen wie Depressionen in Zukunft verbessern. Dafür sorgte Anfang des Jahres 2017 der 30. Deutsche Psychotherapeutentag in Hannover, der die Muster-Weiterbildungsordnung der Psychologischen Psychotherapeuten um eine Weiterbildung zur „Speziellen Psychotherapie bei Diabetes“ erweiterte.

„Wir begrüßen diese Entscheidung sehr“, betont Gallwitz. „Es ist wichtig, die psychische Seite des Diabetes viel mehr als bisher zu beachten und für die Betroffenen künftig angemessene Therapieangebote zur Prävention und Behandlung von psychischen Erkrankungen zur Verfügung zu stellen.“

Wer sich depressiv fühlt, kann zunächst einen Kurztest der WHO machen:

http://www.diabetes-psychologie.de/templates/main.php?SID=705.

Bei Bedarf helfen psychologische oder psychotherapeutische Spezialisten weiter (siehe unten).

Hier gibt es spezielle Hilfe:
• Die DDG führt eine Liste aller „Fachpsychologen Diabetes DDG“, die ein spezielle diabetologische Weiterbildung erhalten haben: http://www.diabetes-psychologie.de.

Suche nach Postleitzahlen ist möglich unter: http://www.diabetes-psychologie.de/templates/main.php?SID=2798

• Auch die Bundespsychotherapeutenkammer bietet eine Suche nach Psychotherapeuten an:

 http://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html.

In Rheinland-Pfalz gibt es erste Absolventen der neuen Weiterbildung zum Psychodiabetologen:

 https://www.lpk-rlp.de/

Quellen

1 Ciechanowski PS1, Katon WJ, Russo JE. Depression and diabetes: impact of depressive symptoms on adherence, function, and costs. Arch Intern Med. 2000 Nov 27;160(21):3278-85.

Kalsekar ID1, Madhavan SM, Amonkar MM, Scott V, Douglas SM, Makela E.The effect of depression on health care utilization and costs in patients with type 2 diabetes. Manag Care Interface. 2006 Mar;19(3):39-46.

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Kerstin Ullrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641, Fax: 0711 8931-167

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Albrechtstraße 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-0, Fax: 030 3116937-20
info@ddg.info
http://www.ddg.info

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http://www.diabetes-psychologie.de/templates/main.php?SID=705

http://www.diabetes-psychologie.de

http://www.diabetes-psychologie.de/templates/main.php?SID=2798

http://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html

https://www.lpk-rlp.de/

Partizipationsrechte mit der Patientenversorgung?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mit mehr innerparteilicher Partizipation gegen den Mitgliederschwund

Bekommen Parteimitglieder die Möglichkeit in einem Sachfragereferendum mitzubestimmen, verändert sich ihre Einstellung gegenüber der eigenen Partei, und die Bindung an die Partei verstärkt sich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur innerparteilichen Demokratie von Sozialwissenschaftlern der Universitäten Mannheim und Konstanz. 
 
Beim SPD-Parteitag vergangene Woche haben die Mitglieder beraten, ob Gespräche über eine Große Koalition mit der CDU/CSU geführt werden sollen.

Sollte es zu einer Koalitionsvereinbarung kommen, will die Partei ihre Mitglieder darüber abstimmen lassen.

Seit der Wiedervereinigung haben die etablierten Parteien in Deutschland die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. 

Um diesen Abwärtstrend zu stoppen, weiten die Parteien sukzessive die Partizipationsrechte ihrer Mitglieder aus. 

Im Rahmen einer Studie haben die Mannheimer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Harald Schoen und Alexander Wuttke gemeinsam mit Dr. Andreas Jungherr, Juniorprofessor an der Universität Konstanz, Berliner CDU-Mitglieder zum Mitgliederentscheid zur gleichgeschlechtlichen Ehe im Jahr 2015 befragt. Das Ergebnis: Die Mitglieder sahen ihre Partei nach dem Mitgliedervotum in einem etwas anderen Licht.

Bei dem Votum im Jahr 2015 ging es um die Haltung der Partei zur gleichgeschlechtlichen Ehe; es war das erste Mitgliedervotum in der Geschichte der Berliner CDU. Die Parteiführung bezog keine einheitliche Position, vielmehr haben einige Personen der Parteispitze für ein Pro-Votum geworben, andere für ein Contra-Votum. Der Parteivorsitzende blieb neutral. Die Mitglieder der Berliner CDU wurden jeweils vor und nach dem Entscheid zu einer sozialwissenschaftlichen Befragung eingeladen.

„Unsere Daten zeigen, dass die Parteimitglieder nach der Abstimmung ihre Möglichkeiten, in der Partei Einfluss zu nehmen, deutlich positiver beurteilen als vorher.  

  • Dabei spielt es keine Rolle, für welche Position sie abgestimmt haben“, erklärt Alexander Wuttke. 
  • Dabei sei das Empfinden, durch den Entscheid Einfluss zu haben, besonders groß bei denjenigen Mitgliedern, die vor dem Votum der Meinung waren, in der Partei wenig gehört zu werden. 
„Das zeigt, die Befragten haben sich in ihrer Mitgliedsrolle gestärkt gefühlt“, erläutert Dr. Andreas Jungherr.

Darüber hinaus geht aus der Befragung hervor, dass die Mitglieder im Zuge eines Mitgliedervotums dazulernen und sich ihr Verhältnis zu den Parteieliten wandelt.

Sie lernen bisher verdeckte Sachfragepositionen von Spitzenpolitikern kennen und legen die inhaltliche Übereinstimmung mit einzelnen Spitzenpolitikern als Messlatte für ihre Bewertung von Parteieliten an.
Die Mitglieder beurteilen Parteieliten demnach nach einer solchen Abstimmung stärker nach ihren inhaltlichen Überzeugungen. 

„Anhand unserer Ergebnisse lässt sich sagen, dass innerparteiliche Partizipation dazu beitragen kann, die Bindung an die eigene Partei zu stärken.

Damit ist allerdings nicht gesagt, dass sämtliche Parteien die Partizipationsrechte von Mitgliedern weiter ausbauen werden.

Denn bei solchen Entscheidungen sind auch andere Gesichtspunkte zu bedenken“, resümiert Prof. Dr. Schoen.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Party Politics“ erschienen und frei zugänglich unter: 

http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1354068817745729

Eine aufbereitete Zusammenfassung ist abrufbar unter: http://www.innerparteiliche-demokratie.de/

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Schloss
68131 Mannheim
Deutschland
Baden-Württemberg


Telefon: 0621/181-1013
Fax: 0621/181-1014
E-Mail-Adresse: baer@uni-mannheim.de
 
 

Herzfibrosen/Hypertrophien: krankhaftes Wachstum des Herzmuskels

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

Bei Herzfibrosen vermehrt sich Bindegewebe im Herzmuskel und schränkt dessen Funktion ein. 

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat jetzt herausgefunden, dass microRNA 29 – kurz miR-29 – eine wichtige Rolle beim Entstehen solcher Fibrosen spielt. 
  • Diese treten seltener auf, wenn miR-29 in Herzmuskelzellen gehemmt wurde. 
Ältere Studien hatten dagegen den Schluss nahegelegt, dass ein niedriger miR-29-Spiegel Fibrosen auslöst. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: LABORUNTERSUCHUNG  

Die neuen Erkenntnisse eröffnen Forschungsansätze für zukünftige Medikamente. 

Prof. Stefan Engelhardt (r.) mit Petros Avramopoulos: Ein Team vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der TUM hat die Auswirkungen von miR-29 auf den Herzmuskel untersucht.
Prof. Stefan Engelhardt (r.) mit Petros Avramopoulos: Ein Team vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der TUM hat die Auswirkungen von miR-29 auf den Herzmuskel untersucht.
A. Heddergott / TUM
 
Dass microRNAs überhaupt existieren, ist erst seit relativ kurzer Zeit bekannt. In den vergangenen Jahren wurde aber immer deutlicher, dass diese Moleküle eine wichtige Rolle für die Funktion unserer Zellen spielen. Beispielsweise können sie beeinflussen, ob bestimmte Proteine gebildet werden. Für die Entwicklung neuer Therapien sind sie auch deshalb besonders interessant, weil sie relativ einfach künstlich nachzubauen sind. Zudem lässt sich zu jeder micro-RNA ein Gegenstück, eine Anti-microRNA, herstellen, die sie bindet und damit unwirksam macht.

Welche micro-RNAs besonders viel im Körper bewirken und auf welche Weise sie das tun, wird derzeit weltweit an zahlreichen Universitäten und Forschungsinstituten erforscht.

Schutz vor krankhaften Veränderungen

Auch das Team um Stefan Engelhardt, Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der TUM, beschäftigt sich mit diesem Thema. In einer früheren Studie hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler miR-29 als ein Molekül identifiziert, das mit krankhaften Veränderungen des Herzmuskels in Verbindung stehen könnte. Anhand eines Mausmodells konnten sie jetzt zeigen, dass Tiere, die von Geburt an besonders wenig miR-29 in ihren Zellen hatten, deutlich weniger anfällig für Herzfibrosen und Hypertrophien, also ein krankhaftes Wachstum des Herzmuskels, waren.

Eine vergleichbare Wirkung zeigte sich, wenn miR-29 mit Medikamenten unterdrückt wurde. „In weiteren Versuchen konnten wir außerdem zeigen, dass für diesen Effekt insbesondere miR-29 in Herzmuskelzellen, den Myozyten, verantwortlich war“, erläutert Yassine Sassi, gemeinsam mit Petros Avramopoulos Erstautorin der Studie.

Die Autorinnen und Autoren nehmen an, dass miR-29 am Beginn einer bestimmten Kette von molekularen Signalen in Organen steht, dem Wnt-Signalweg.

In gesunden Zellen ist diese Signalkette gewissermaßen stumm geschaltet. Wird der Wnt-Signalweg durch Stress aktiviert, bewirkt er unter anderem, dass besonders viele Bindegewebszellen gebildet werden.

Unterschiede zu früheren Studien

„Ein weiteres interessantes Ergebnis unserer Studie war, dass wir keine negativen Auswirkungen auf den Körper feststellen konnten, wenn miR-29 fehlte“, sagt Petros Avramopoulos.

Untersuchungen anderer Teams hatten Hinweise darauf gegeben, dass nicht ein hoher, sondern ein niedriger miR-29-Spiegel zu Fibrosen in Organen wie Leber, Lunge und Nieren führen kann. 

„Ein möglicher Grund für diese Abweichung ist, dass wir in unseren Experimenten die Unterschiede zwischen den Auswirkungen eines ‚normalen‘ und eines besonders niedrigen miR-29-Spiegels in einem intakten Organismus untersucht haben “, erläutert Stefan Engelhardt.

„Andere Teams haben sich dagegen vor allem auf bioinformatische Analysen und Zellkulturen verlassen oder die Auswirkungen eines künstlich erhöhten Spiegels von miR-29 untersucht.“

Aufbauend auf den Forschungsergebnissen seines Teams will er jetzt weitere Effekte von miR-29 untersuchen.

„Herzfibrosen sind gefährlich und bislang nur sehr schlecht zu behandeln“, sagt Engelhardt. 

„Wir untersuchen derzeit, ob anti-miR-29, das künstliche Gegenstück zu miR-29, helfen kann, diesen tückischen Prozess nicht nur zu verhindern, sondern auch umzukehren, wenn bereits eine Herzfibrose vorliegt.“ Eine weitere Herausforderung ist es, Methoden zu entwickeln, um zukünftige miR-29-basierte Medikamente gezielt in die Herzmuskelzellen zu bringen.

Publikation:

Y. Sassi, P. Avramopoulos, D. Ramanujam, L. Grüter, S. Werfel, S. Giosele, A.-D. Brunner, D. Esfandyari, A. S. Papadopoulou, B. De Strooper, N. Hübner, R. Kumarswamy, T. Thum, X. Yin, M. Mayr, B. Laggerbauer & S. Engelhardt. "Cardiac myocyte miR-29 promotes pathological remodeling of the heart by activating Wnt signaling". Nature Communications 8, 1614 (2017). DOI: 10.1038/s41467-017-01737-4

Publikation (Open Access): https://www.nature.com/articles/s41467-017-01737-4

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Chemotherapie - Tumorwachstum

Medizin am Abend Berlin Fazit: Interleukine - Krebsantreiber im Doppelpack

Neue Studie von Forschern der LMU-Medizin entlarvt, wie Tumorzellen Botenstoffe des Immunsystems für ihre eigenen Zwecke umprogrammieren. 
 
Die Krebsentstehung ist ein komplexes Phänomen.

Dabei spannen viele Tumoren auch das Immunsystem ein – also ein System, das eigentlich unter anderem der Abwehr bösartiger Geschwulste dient. 

Auf welche Weise Krebszellen das schaffen, beginnen Forscher erst allmählich zu begreifen.

Wissenschaftler der LMU-Medizin haben jetzt einen wichtigen Mechanismus beschrieben.

„Wir haben gezeigt, wie zwei wichtige Botenstoffe des Immunsystems zusammenwirken, um einen Tumor aggressiver und schneller wachsen zu lassen“, erklärt Studienleiter und Privat-Dozent Dr. Sebastian Kobold von der Abteilung für Klinische Pharmakologie am LMU-Klinikum.

Interleukin-22, kurz IL-22, ist einer dieser Botenstoffe, der in jüngster Zeit für Furore in der medizinischen Fachwelt gesorgt hat. 

In Dutzenden Studien haben Forscher weltweit Daten gesammelt, wonach IL-22 wichtig für das Wachstum fast aller sogenannten soliden Tumoren wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs ist. Je mehr IL-22 sich in einem Krebsherd oder seiner Umgebung befindet, desto schneller gedeiht er und desto geringer sind die Überlebenschancen der Patienten.

Seit längerem wissen die Forscher, dass sich alle möglichen Zellen und Botenstoffe um einen Tumorherd versammeln: T-Zellen und „Fresszellen“ finden sich in Scharen und verschiedene Botenstoffe wie etwa Interleukin-1 (IL-1) oder eben IL-22. Wahrscheinlich wandern sie ein, um einen Tumor gemäß ihrer Aufgabe zu vernichten. Doch der Schuss geht oft nach hinten los: Den Krebszellen gelingt es, ihre Feinde umzuprogrammieren und damit ihre eigene Vermehrung anzutreiben. Die Münchner Forscher wollten nun wissen, wie die Produktion von IL-22 zustande kommt.

In einer Serie von Experimenten mit menschlichen Tumorzellen und in Versuchen mit Mäusen haben die Forscher nachgewiesen:

Die „Fresszellen“ und die Tumorzellen selbst stellen Interleukin-1 her.
Das IL-1 wandert zu den T-Zellen in der Tumorumgebung, dockt dort an und „startet so in den T-Zellen die Produktionsmaschinerie für IL-22“, wie Kobold es ausdrückt. IL-22 wirkt dann auf die Tumorzellen ein und setzt etliche Prozesse in Gang.
Sie machen den Tumor aggressiver und auch resistent gegenüber der Chemotherapie.
Die Resultate der LMU-Mediziner erklären, wie bestimmte Medikamente funktionieren, die gerade in klinischen Studien mit Brustkrebspatientinnen und Lungenkrebspatienten getestet werden.

Diese Substanzen wurden ursprünglich für die Therapie entzündlicher Erkrankungen wie Rheuma entwickelt.

Sie blockieren den Effekt von Interleukin-1. „Darüber hinaus könnte es aufgrund unserer Ergebnisse interessant sein, Substanzen zu suchen, die IL-22 blockieren“, betont Sebastian Kobold.

Zwar mindern die IL-1-Blocker das Tumorwachstum, allerdings kann die dauerhafte Behandlung mit solchen Medikamenten zu schweren Infektionen führen. 

  • Denn IL-1 ist für die Abwehr von Viren und Bakterien unerlässlich. IL-22 ist weniger wichtig für den Kampf gegen Erreger. 

Somit dürften die Nebenwirkungen eines IL-22-Blockers geringer ausfallen.

„Wir wollen jetzt herausbekommen“, welche molekularen Prozesse IL-22 in den Tumorzellen auslöst“, sagt Kobold. So könnten sich eines Tages weitere Ansatzpunkte für neue Medikamente gegen den Krebs ergeben.

Literatur:

Cornelia Voigt und andere, Cancer cells induce interleukin-22 production from memory CD4+ T cells via interleukin-1 to promote tumor growth, Proc Natl Acad Sci U S A. 2017 Nov 17. pii: 201705165. doi: 10.1073/pnas.1705165114. [Epub ahead of print]

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Erkältung: Inhalieren mit Emser Salz // Salbei für die Stimme

Medizin am Abend Berlin Fazit: Stimmgesund durch die kalte Jahreszeit

Der Herbst ist die Zeit der Erkältungen, überall schnieft und hustet es. 

Auch unsere Stimme leidet jetzt mehr als sonst, dabei hat das mit der schlechten Witterung eigentlich gar nichts zu tun. 

Wie eine gute Stimmhygiene Abhilfe schafft, erklärt Sabine Falkner, Leiterin der Berufsfachschule für Logopädie an der Hochschule Fresenius in Frankfurt am Main. Die Einrichtung feiert in diesen Tagen ihr dreißigjähriges Bestehen. 
 
„Die Kälte ist nicht ursächlich dafür, dass wir uns erkälten, dafür sind zu 95 Prozent virale und zu fünf Prozent bakterielle Infektionen verantwortlich“, sagt Sabine Falkner.

„Trotzdem spielt kalte Luft eine Rolle, weil wir uns mehr drinnen aufhalten, wo meist eher trockene Luft herrscht.“ Dadurch belasten wir eine wichtige Schutzschicht, unsere Schleimhäute. „Sind sie trocken, haben die Viren leichtes Spiel.“ Durch den Aufenthalt in geschlossenen Räumen steigt auch das Ansteckungsrisiko, die Keimzahl ist höher.

„Wenn wir in den Herbst- und Wintermonaten mehr frieren, erlebt unser Körper das als Stress – und Stresshormone schwächen das Immunsystem zusätzlich“, ergänzt Falkner.

Außerdem seien die mitunter großen Temperaturunterschiede im Herbst ein Problem für uns: „Wenn es tagsüber noch relativ warm und nachts sehr kalt ist, hat der Körper Anpassungsschwierigkeiten.“

Wenn die Schleimhäute zu trocken und wir schon erkältet sind, hat das oft auch negative Auswirkungen auf unsere Stimme. Die Stimmlippen können gerötet und geschwollen sein, sie schwingen nicht auf normalem Niveau – und schon klingt die Stimme rau, irgendwie brüchig, heiser. Im Normalfall ist das nicht schlimm und klingt mit der Erkältung nach spätestens zwei bis drei Wochen wieder ab. „Vorausgesetzt, ich schone meine Stimme und spreche ökonomisch“, mahnt Falkner. „Wer der Stimme keine Ruhe gönnt, erhöht die Gefahr chronischer Entzündungen. Das lernen auch unsere Logopädieschüler.“ Menschen, die beruflich viel sprechen oder gegen Lärm ansprechen müssen, stecken da in einem echten Dilemma. Dazu gehören die Berufssprecher im Fernsehen und Radio, beispielsweise aber auch Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen, Lehrerinnen und ihre männlichen Pendants. Gerade sie müssten in den Modus der „Stimmruhe“ umschalten, können es oft aber nicht, weil sie unabkömmlich sind.

Es gibt aber eine Reihe von Tipps, wie wir präventiv oder behandelnd gegen Stimmstörungen arbeiten können.

Das fängt mit der Vermeidung eigentlich ganz üblicher Reaktionen an.

„Flüstern und Räuspern sind zum Beispiel ganz schlecht“, sagt Sabine Falkner. „Beides belastet den Stimmapparat ungemein.“ Da sei ein kräftiges Husten oder ein Klopfen auf die Brust bei gleichzeitigem Summen schon deutlich empfehlenswerter.

Auch der mehr oder weniger gerne getrunkene Kamillentee oder das Mentholbonbon schaden mehr als sie Gutes bewirken.

  • Es mag im ersten Moment anders wirken, aber auch sie trocknen die Schleimhäute aus. 
  • Gleiches gilt für zu große Mengen an Kaffee oder schwarzen Tee. 
  • Auch der zu häufige Genuss von hochprozentigem Alkohol und sehr scharfen Gewürzen, zu kalten oder zu heißen Getränken und natürlich das Rauchen gehören auf die schwarze Liste der „Stimmgefährder“.

„Viel und regelmäßig trinken ist unabdingbar, vor allem Wasser und Kräutertees.

Außerdem sollten wir – und das wird gerade im Büro oft vergessen – für günstige Luft- und Temperaturverhältnisse sorgen und mehrfach am Tag eine Stoßlüftung vornehmen.“

Daneben ist eine aufrechte Kopf- und Körperhaltung gerade der Stimmgesundheit sehr dienlich, ebenso wie ein herzhaftes Gähnen oder Seufzen zwischendurch, auch wenn das vielleicht fragende Blicke nach sich zieht. 

„Insbesondere an belebten Orten sollte man durch die Nase atmen, was leichter fällt, wenn man einmal daran denkt, was wir bei der Atmung durch den Mund alles ungefiltert aufnehmen“, ergänzt Falkner.

„Viel Bewegung an der frischen Luft, Stressvermeidung und sich auch einmal eine Pause gönnen, unterstützen die gesunde Stimmhygiene zusätzlich.“

Wenn die Erkältung schon da ist, ist Inhalieren mit Emser Salz und vor allem Salbei mit dessen entzündungshemmenden Inhaltsstoffen nicht nur ein probates Mittel gegen die Erkrankung, sondern tut auch unserer Stimme gut.

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