Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Jetzt fit für die Fortpflanzung? Reproduktive Sexualhormone von Frau und Mann

Medizin am Abend  Berlin Fazit: Immer der Nase nach: Bestimmte Frauen sind für Männer besonders dufte

Sexualhormone steuern den Monatszyklus der Frau, sorgen für ihre Fruchtbarkeit – und sie sorgen für einen wohlriechenden Körpergeruch. 

Wie Forschende der Universität Bern nun zeigen, duften einige Frauen in Männernasen besser als andere. 
  • Nämlich diejenigen, die für die Fortpflanzung am «fittesten» sind. 

Für Männer «dufte» oder nicht? Die Schnüffelprobe zeigt: Sexualhormone steuern den weiblichen Geruch und somit die Attraktivität.
Für Männer «dufte» oder nicht? Die Schnüffelprobe zeigt: Sexualhormone steuern den weiblichen Geruch und somit die Attraktivität. Soziale Neurowissenschaft / Universität Bern


Wir trauen nicht nur unseren Augen, sondern folgen auch unserer Nase: 

Bei der Wahl eines Partners oder einer Partnerin spielt nicht nur der visuelle Eindruck, sondern auch der Geruch eine wichtige Rolle – sowohl im Tierreich als auch beim Menschen. Bisherige Studien zeigen, dass Frauen, bedingt durch ihren Monatszyklus, für Männer zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich gut riechen: 
  • Am attraktivsten duftet eine Frau in der männlichen Nase während der fruchtbarsten Tage ihres Zyklus – in der Zeit also, in der sie sich tatsächlich fortpflanzen kann. 

Was bisher nicht beantwortet war: 

Gibt es zwischen den individuellen Düften der Frauen ebenfalls einen Unterschied, riechen bestimmte Frauen «besser» als andere?




Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Medizinalcannabis

Jetzt konnte ein Forschungsteam um Daria Knoch von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft der Universität Bern in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Konstanz, dem Thurgauer Wirtschaftsinstitut und dem Inselspital, Universitätsspital Bern zeigen, dass dem tatsächlich so ist:

Der Duft bestimmter Frauen ist für Männer universell besser als derjenige anderer. Den Grund dafür haben die Forschenden ebenfalls herausgefunden:  

  • Verantwortlich für die «dufte» Wahl der Männer sind die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron.

Bestimmte Sexhormone machen den Frauenduft attraktiv

Je nach dem Spiegel der Sexualhormone werden die Frauen von Männern attraktiver wahrgenommen oder eben weniger:

  •  «Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten sind olfaktorisch am anziehendsten für Männer», fasst Daria Knoch die Ergebnisse der Studie zusammen. 

Was für die Forscherin aus evolutionsbiologischer Sicht zweifellos Sinn macht:

  • Diese Hormonspiegel – viel Östrogen, wenig Progesteron – deuten auf eine hohe weibliche Fruchtbarkeit hin. 
  • Männer suchen gemäss Evolutionstheorie nach Frauen, mit der sie sich möglichst erfolgreich fortpflanzen können.

Untersucht hatten die Forschenden auch andere Faktoren, die den Geruch beeinflussen könnten: das Stresshormon Cortisol sowie auch bestimmte Gene, die das Immunsystem prägen.

 «Einige Studien postulieren nämlich, dass die Wahl eines Partners oder einer Partnerin auf möglichst unterschiedlichen Immunsystemen von Mann und Frau gründet, damit der Nachwuchs ein möglichst gutes Abwehrsystem gegen Erreger in die Wiege gelegt bekommt», führt Erstautor Janek Lobmaier von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft aus.

Doch die Resultate zeigen eindeutig, dass diese beiden Faktoren keinen Einfluss auf die Attraktivität des weiblichen Geruchs haben.

Striktes Versuchsprotokoll

Die Forschenden führten ihre Studie mit 28 Frauen und 57 Männern durch. Die Frauen, die ihren Duft spendeten, folgten «einem strengen Protokoll, um alle Faktoren zu minimieren, die den Duft verfälschen könnten», so Lobmaier. So durften die Frauen nicht mittels «Pille» die Empfängnis verhüten, in der Zeit der Dufterhebung nicht mit jemandem ihr Bett teilen, sie wuschen sich mit neutralem Duschmitteln, tranken an diesen Tagen keinen Alkohol und assen keine scharfen Speisen. Zur Zeit der höchsten Fruchtbarkeit klebten sie über Nacht Baumwolle-Pads in Achselhöhlen, um ihren ganz individuellen Geruch «einzufangen». Über Speichelproben wurden ihre Hormonspiegel bestimmt. Später im Labor schnupperten die Männer an den Baumwoll-Pads und verteilten für jeden Geruch, den sie wahrnahmen, 0 bis 100 Punkte – mit dem bekannten Resultat.

Signale der Frau


«Reproduktive Hormone sind Hinweise für die Fruchtbarkeit der Frau. Und je höher deren Spiegel ist, desto attraktiver wirkt die Frau auf Männer», sagt Lobmaier. 

Östrogen zum Beispiel wirke auch positiv auf die visuelle weibliche Anziehungskraft, wie Studien zeigten:

Hohe Östrogenspiegel machen Gesicht und Körper der Frau attraktiv für Männer. 

Und eben auch ihren Duft – auf jeden Fall bei Frauen, die nicht hormonell verhüten.

Wie es sich mit der Pille verhält, wurde nicht untersucht:

«Es ist aber zu vermuten, dass die hormonelle Verhütung den körpereigenen Geruch verfälschen kann», so Knoch.

Die Studie wurde nun im Journal «Proceedings of the Royal Society B» veröffentlicht.

Immer der Nase nach: Bestimmte Frauen sind für Männer besonders dufte

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Universität Bern
Institut für Psychologie, Abt. Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft

PD Dr. Janek Lobmaier, Tel. +41 31 631 40 24, E-Mail: janek.lobmaier@psy.unibe.ch
Prof. Dr. Daria Knoch, Tel. +41 31 631 46 90, E-Mail: daria.knoch@psy.unibe.ch

Nathalie Matter Universität Bern

Hochschulstrasse 6
3012 Bern
Schweiz
Bern

Telefon: 0041-31-631 45 80
Fax: 0041-31-631 45 62
E-Mail-Adresse: nathalie.matter@kommunikation.unibe.ch

Originalpublikation:
Janek S. Lobmaier, Urs Fischbacher, Urs Wirthmüller, Daria Knoch: The scent of attractiveness: Levels of reproductive hormones explain individual differences in women’s body odour. Proceedings of the Royal Society B, 12. September 2018, doi:10.1098/rspb.2018.1520
http://rspb.royalsocietypublishing.org/lookup/doi/10.1098/rspb.2018.1520

Vorhofflimmern: Herzrasen, innere Unruhe und Schwindel: Katheter-Kryoablation,

Medizin am Abend Berlin Fazit: „Eiskalter“ Eingriff gegen Vorhofflimmern: 

Neuer Kryoballon erstmals weltweit eingesetzt

Herzrasen, innere Unruhe und Schwindel – diese und weitere Symptome können auf Vorhofflimmern hindeuten.  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Notaufnahmen  
  • Falls eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht, kann den Patient*innen eine Kryoablation helfen, also eine gezielte Verödung der Lungenvenen mit Kälte, um den Herzrhythmus störende elektrische Signale zu unterbinden. 
Weltweit erstmalig haben Kardiologen an der Klinik für Innere Medizin II Anfang Oktober bei diesem Verfahren einen neuartigen Kryoballon eingesetzt. 

Aufgrund von Änderungen im Aufbau erlaubt er eine verbesserte Kontrolle der Signale aus den Lungenvenen während der Ablation und damit eine Patienten-individualisierte Anpassung der Therapie. 

Dr. Alexander Pott (links) und Dr. Tillman Dahme (rechts) führen den ersten Eingriff mit dem neuen Kryoballon im Herzkatheter-Labor des Universitätsklinikums Ulm durch.
Dr. Alexander Pott (links) und Dr. Tillman Dahme (rechts) führen den ersten Eingriff mit dem neuen Kryoballon im Herzkatheter-Labor des Universitätsklinikums Ulm durch.
Universitätsklinikum Ulm
 
„Mit der neu konzipierten Version des Kryoballons verkürzt sich nicht nur die Dauer des Eingriffs, sondern die Patienten werden auch weniger Röntgenstrahlung ausgesetzt.

Durch die technischen Verbesserungen ist auch zu erwarten, dass die ohnehin bereits geringen Komplikationsraten bei der Kryoablation weiter abnehmen werden“, erklärt Dr. Tillman Dahme, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter des Bereichs Elektrophysiologie an der Klinik für Innere Medizin II.

Dass der Kryoballon (kryo ist altgriechisch für „Frost, Eis“) nun weltweit zum ersten Mal bei drei Patienten mit Vorhofflimmern am Universitätsklinikum Ulm eingesetzt wurde, kommt nicht von ungefähr:

Dahme, ein national und international ausgewiesener Experte für Herzrhythmusstörungen und deren Behandlung, war an der zweijährigen technischen Entwicklung und den präklinischen Tests des Ballons federführend beteiligt.

  • Ursache für das Vorhofflimmern sind unregelmäßige, elektrische Signale aus den Lungenvenen, die in die Herzvorhöfe weitergeleitet werden und dort den Rhythmus des Herzschlags beeinträchtigen. 

Um dem Abhilfe zu schaffen, wird der Kryoballon-Katheter mit dem aufblasbaren Ballon an der Spitze durch die Leistenvene bis in den linken Herzvorhof eingeführt.  

Dort wird der Ballon an der Öffnung zur Lungenvene platziert, aufgeblasen und mit einem Kühlmittel gefüllt. Die Kälte (bis zu -70 °C) führt dazu, dass sich eine kreisförmige Narbe um die Lungenvene bildet.

  • Dadurch wird diese elektrisch isoliert und es gelangen keine elektrischen Störimpulse mehr von der Lungenvene in den Herzvorhof. 

Die Behandlung kann Vorhofflimmern heilen, anders als medikamentöse Therapien, die in der Regel nur vorübergehend Linderung schaffen. 

Um allerdings eine hohe Qualität bei der Ablationstherapie zu gewährleisten, ist ein hohes Maß an Erfahrung erforderlich. Daher werden große Herzrhythmuszentren wie am Universitätsklinikum Ulm durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert.

Aktuell sind in Deutschland mehr als eine Million Patienten von Vorhofflimmern betroffen.

Da die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, mit dem Alter zunimmt und die Lebenserwartung der Bevölkerung in Deutschland steigt, gehen die Ulmer Kardiologen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren stark erhöhen wird.

 „Die Katheter-Ablation mit dem Kryoballon ist jedoch auch für Patientinnen und Patienten, die 75 Jahre oder älter sind, empfehlenswert“, so Dr. Alexander Pott, Assistenzarzt der Klinik für Innere Medizin II, der gemeinsam mit Dr. Dahme die ersten Eingriffe am Uniklinikum durchgeführt hat.

„Für diese Altersgruppe werden ebenfalls sehr gute Ergebnisse bei geringen Komplikationsraten erzielt, wie wir in einer klinischen Studie zeigen konnten.“ 




Der Kryoballon wird während des Eingriffs aufgeblasen und mit Kühlmittel gefüllt. Die so entstehende Narbe führt zur elektrischen Isolation der Lungenvene und behebt das Vorhofflimmern.
Der Kryoballon wird während des Eingriffs aufgeblasen und mit Kühlmittel gefüllt. Die so entstehende Narbe führt zur elektrischen Isolation der Lungenvene und behebt das Vorhofflimmern. Universitätsklinikum Ulm

Nach den ersten erfolgreichen Eingriffen soll der neue Kryoballon bei Vorhofflimmer-Patienten in der Kardiologie des Universitätsklinikums regelmäßig eingesetzt werden.

„Wir freuen uns, dass der erste Einsatz des Katheters weltweit am Universitätsklinikum Ulm stattgefunden hat“, sagt Professor Dr. Wolfgang Rottbauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II.

„Unser jahrelanges Engagement in der Entwicklung der Herzrhythmustherapie hat sich gelohnt: Ab sofort können wir diese innovative Behandlungsmethode in Ulm anbieten und Patienten somit nun noch individueller behandeln.“

In den kommenden Wochen werden weitere Eingriffe mit dem neuen Kryoballon an ausgewählten weiteren Zentren in Deutschland und Europa, später dann auch weltweit folgen. 

„Eiskalter“ Eingriff gegen Vorhofflimmern: Neuer Kryoballon erstmals weltweit eingesetzt


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com








Über Goolge: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Tillman Dahme
Geschäftsführender Oberarzt und Leiter des Bereichs Elektrophysiologie
Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Innere Medizin II
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm
Email: elektrophysiologie@uniklinik-ulm.de

Annika Schmidt Universitätsklinikum Ulm

Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Deutschland
Baden-Württemberg 
Marieke Ehlen
Telefon: 0731/500 43057
E-Mail-Adresse: marieke.ehlen@uniklinik-ulm.de


Annika Schmidt
E-Mail-Adresse: annika.schmidt@uniklinik-ulm.de


Nina Schnürer
Telefon: 0731 500 43025
Fax: 0731 500 43026
E-Mail-Adresse: nina.schnuerer@uniklinik-ulm.de



Totgeburten, neurologische Störungen, Gehirnmissbildungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Langzeitschäden durch Zikaviren

Klinisch unauffällige Nachkommen infizierter Mütter können unter Spätfolgen leiden. 
 
Totgeburten, neurologische Störungen, Gehirnmissbildungen – wenn Zikaviren Schwangere infizieren, kann das für ihre Nachkommen schwere Folgen haben.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Personalausstattung  

In Gebieten, in denen Zikaviren in der Bevölkerung weit verbreitet sind, wie beispielsweise in Südamerika, sind jedoch mehr als neunzig Prozent aller Neugeborenen klinisch unauffällig.

Ob bei diesen vermeintlich gesunden Neugeborenen infizierter Mütter im Laufe ihres Lebens doch noch gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten, untersuchte nun ein internationales Forscher-Team um Professorin Dr. Gülsah Gabriel, Leiterin der Abteilung „Virale Zoonosen – One Health“ am Heinrich-Pette-Institut (HPI) und an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Dazu studierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem das Verhalten, die Gedächtnisleistung und die Gewebeveränderungen von Mäusen, deren Mütter während der Trächtigkeit eine milde Infektion mit dem Zikavirus durchlebt hatten.

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Grundsicherung  

Das Ergebnis: 

Scheinbar gesunde Nachkommen zeigten ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter neurologische Störungen zu entwickeln. Dies galt insbesondere für die männlichen Mäuse. Die Studie erschienen nun im renommierten Fachmagazin Nature Microbiology.

Über das Zikavirus

Meist durch Mücken von Mensch zu Mensch übertragen, löst das Zikavirus bei Erwachsenen vorübergehend leichte unspezifische Symptome wie Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Fieber aus. Infektionen während der Schwangerschaft können zu Fehlgeburten oder neurologischen Störungen bei den Neugeborenen führen. 

Über die Langzeiteffekte bei vermeintlich gesunden Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft mit dem Zikavirus infiziert waren, war bislang wenig bekannt. Mithilfe eines Schwangerschaftsmodells in der Maus, das Gabriel mit ihrem Team etablierte, konnten verschiedene Arbeitsgruppen die Nachkommen infizierter Muttertiere hinsichtlich zahlreicher Gesichtspunkte untersuchen.

Gewebeveränderungen und Gedächtnisstörungen

Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Leiter des Instituts für Pathologie der TiHo, untersuchte Gewebeproben aus den Gebärmuttern der trächtigen infizierten Mäuse sowie aus dem Gehirn der Nachkommen infizierter Muttertiere und verglich die Gewebeveränderungen mit denen nicht infizierter Tiere. „So konnten wir beispielsweise zeigen, dass Zikaviren insbesondere in Zellen vorkamen, die in der Grenzzone zwischen mütterlichem Gewebe und Embryo liegen. Zudem stellten wir in den virusinfizierten Regionen der Gebärmutter ausgedehnte Zelluntergänge fest“, berichtet Baumgärtner. Diese Veränderungen könnten dazu führen, dass der Fetus während der Trächtigkeit nicht ausreichend versorgt wird und dadurch entweder geschädigt wird oder sogar abstirbt.

Auch bei den Nachkommen konnten die Pathologinnen und Pathologen der TiHo Veränderungen identifizieren: „Wir konnten Zikaviren im Gehirn der Neugeborenen nachweisen und vermuten, dass diese dort auch Schäden anrichten“, so Baumgärtner. Denn das Forscher-Team stellte fest: Am Tag ihrer Geburt wiesen infizierte Mäuse mehr zerstörte Gehirnzellen auf als ihre nicht infizierten Artgenossen. „Insbesondere die für die Gedächtnisbildung zuständige Region des Hippocampus schien betroffen zu sein“, berichtet Baumgärtner. Da weitere Untersuchungen zeigten, dass männliche Nachkommen infizierter Mütter deutlich höhere Werte des Sexualhormons Testosteron aufwiesen als Nachkommen von nicht infizierten Müttern, suchten die Forscherinnen und Forscher auch nach geschlechtsspezifischen Unterschieden – und wurden fündig: 

  •  „Testosteron spielt eine wichtige Rolle in der embryonalen Entwicklung des Nervensystems. 

Daher konnten wir bei den männlichen Nachkommen infizierter Mütter stärkere pathologische Veränderungen im Hippocampus nachweisen als bei den weiblichen Tieren“, so Baumgärtner.

Ob die genannten Gewebeveränderungen das Verhalten sowie die Lernstrategien bei den ausgewachsenen Nachkommen beeinträchtigen können, untersuchte Professor Dr. Wolfgang Löscher, Leiter des Instituts für Pharmakologie, mit seinem Team. Er berichtet: „Wir konnten zeigen, dass vor allem bei männlichen Mäusen die Lern- und Gedächtnisleistung eingeschränkt war. Um Probleme zu lösen, nutzten die Tiere Strategien, die darauf hinweisen, dass sie auf die Funktionen des Hippocampus nicht zurückgreifen konnten.“

Fazit

  1. Die Ergebnisse aller beteiligten Arbeitsgruppen unterstützen die Annahme, dass eine milde mütterliche Zikavirus-Infektion während der frühen Embryonalentwicklung die Entwicklung des Fetus im Uterus beeinflusst. 
  2. Nachkommen, die bei der Geburt klinisch unauffällig erscheinen, können infolgedessen im Erwachsenenalter an neuronalen Anomalien sowie an Lern- und Gedächtnisschwächen leiden. 
„Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es gerade bei zunächst unauffälligen Kindern von mit dem Zikavirus infizierten Müttern ist, ein gezieltes und geschlechtsspezifisches Monitoring durchzuführen“, erklärt Gabriel.

 Klinisch unauffällige Nachkommen infizierter Mütter können unter Spätfolgen leiden.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com
















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Gülsah Gabriel
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
guelsah.gabriel@tiho-hannover.de

Prof. Dr. Wolfgang Baumgärtner
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Pathologie
Tel.: +49 511 953-8620
wolfgang.baumgaertner@tiho-hannover.de

Prof. Dr. Wolfgang Löscher
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie
Tel.: +49 511 953-8720
wolfgang.loescher@tiho-hannover.de

Bünteweg 2
30559 Hannover
Postfach 71 11 80
30545 Hannover
Deutschland
Niedersachsen


Sonja von Brethorst
Telefon: 0511 / 953-8002
Fax: 0511 / 953-82-8002
E-Mail-Adresse: sonja.von.brethorst@tiho-hannover.de
Originalpublikation:
Male offspring born to mildly ZIKV-infected mice are at risk of developing neurocognitive disorders in adulthood.
Stephanie Stanelle-Bertram, Kerstin Walendy-Gnirß, Thomas Speiseder, Swantje Thiele, Ivy Asantewaa Asante, Carola Dreier, Nancy Mounogou Kouassi, Annette Preuß, Gundula Pilnitz-Stolze, Ursula Müller, Stefanie Thanisch, Melanie Richter, Robin Scharrenberg, Vanessa Kraus, Ronja Dörk, Lynn Schau, Vanessa Herder, Ingo Gerhauser, Vanessa Maria Pfankuche, Christopher Käufer, Inken Waltl, Thais Moraes, Julie Sellau, Stefan Hoenow, Jonas Schmidt-Chanasit, Stephanie Jansen, Benjamin Schattling, Harald Ittrich, Udo Bartsch, Thomas Renné, Ralf Bartenschlager, Petra Arck, Daniel Cadar, Manuel A. Friese, Olli Vapalahti, Hanna Lotter, Sany Benites, Lane Rolling, Martin Gabriel, Wolfgang Baumgärtner, Fabio Morellini, Sabine M. Hölter, Oana Amarie, Helmut Fuchs, Martin Hrabe de Angelis, Wolfgang Löscher, Froylan Calderon de Anda and Gülsah Gabriel
Nature Microbiology (2018), DOI: 10.1038/s41564-018-0236-1

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.nature.com/articles/s41564-018-0236-1

 

TOP-Einladung: Meet the Doctors der Charite:

Medizin am Abend Berlin Fazit: Das Publikum fragt – Top-Ärzte der Charité antworten

Am 13. Oktober 2018 findet zum ersten Mal die Charité Sprechstunde statt. 
 
Welche neuen Therapien gibt es gegen Rheuma?

Was sind die aktuellen Ergebnisse in der Krebsforschung?

Was hilft bei Bluthochdruck?

Um diese Themen geht es unter anderem bei der 1. Charité Sprechstunde am Samstag, den 13. Oktober ab 10:30 Uhr.

Chefärztinnen und Chefärzte der Charité sprechen mit dem Publikum über die neuesten Erkenntnisse zu den großen Volkskrankheiten. 




Charité Sprechstunde | 13.10.2018 | Berlin

Unter anderem erklärt Charité-Chef und Neurologe Prof. Dr. Karl Max Einhäupl den derzeitigen Stand der Demenz- und Alzheimer-Forschung, und die Opernsängerin Carolin Masur berichtet, wie das Leben nach einer schweren Krebserkrankung ist.


Beim „Meet the Doctors“ stehen die Professorinnen und Professoren für persönliche Fragen zur Verfügung.

Moderiert wird die Charité Sprechstunde von rbb Moderator Raiko Thal.

Mehr Informationen zum Programm:

http://www.worldhealthsummit.org/sprechstunde


Charité Sprechstunde
Samstag, 13. Oktober 2018
10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 9:30)
Kosmos, Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin


Eintritt frei, vorherige Anmeldung erforderlich:

http://www.worldhealthsummit.org/sprechstunde

Das Publikum fragt – Top-Ärzte der Charité antworten

Die Charité Sprechstunde findet statt aus Anlass des 10. World Health Summit.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com


















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Antje Schütt
Tel.: +49 30 450 572 114
communications@worldhealthsummit.org


Charité – Universitätsmedizin Berlin Charitéplatz 1
10117 Berlin
Deutschland
Berlin
E-Mail-Adresse: communications@worldhealthsummit.org

Tobias Gerber
Telefon: +49 30 450 572 114
Fax: +49 30 450 517 911
E-Mail-Adresse: tobias.gerber@charite.de

Hintergrund

Der World Health Summit ist eine der bedeutendsten internationalen Konferenzen für Global- und Public Health und steht traditionell unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Gegründet wurde die internationale Konferenz 2009 anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Charité. Seitdem kommen jeden Oktober rund 2.000 Teilnehmer aus 100 Ländern und den verschiedensten Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft nach Berlin, um über die Herausforderungen globaler Gesundheit zu diskutieren und Lösungen anzubieten.

In diesem Jahr findet der World Health Summit zum 10. Mal statt: vom 14.-16. Oktober im Kosmos. 

Erwartet werden 250 Sprecher, unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Microsoft-Gründer Bill Gates, WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, drei Nobelpreisträger, acht Minister, 17 Geschäftsführer von internationalen Unternehmen und NGOs sowie das World Doctors Orchestra
.
http://www.worldhealthsummit.org

Der gesamte World Health Summit ist presseöffentlich.

Akkreditierung unter: http://www.worldhealthsummit.org/media/accreditation.html

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist Berlins ältestes Krankenhaus und seit ihrer Gründung vor mehr als 300 Jahren ein weltweit bekanntes Markenzeichen für beste medizinische Versorgung und Ausbildung. Sie ist Europas größtes Universitätsklinikum mit einzigartiger internationaler Relevanz und Strahlkraft. Im 19. und 20. Jahrhundert erlangte die Charité ihren Ruf als Weltzentrum der modernen Medizin - so haben mehr als die Hälfte aller deutschen Medizin-Nobelpreisträger an der Charité gearbeitet und gelehrt.

Der Leitspruch der Charité lautet „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“.

http://www.charite.de

www.worldhealthsummit.org/sprechstunde

Programm und Anmeldung zur Charité-Sprechstunde

MRE/MRSA in der Versorgung am Lebensende (MEndoL): kolonisiert oder infiziert

Medizin am Abend Berlin Fazit: Förderpreis für Palliativmedizin für Arbeit zum Umgang mit multiresistenten Erregern am Lebensende

Ein kleines Jubiläum bedeutete für die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) die diesjährige Verleihung ihres Förderpreises für Palliativmedizin: 

Dieser wird mit einer Dotierung von 10.000 € seit nunmehr 20 Jahren von der Firma Mundipharma gestiftet. 

Mit herzlichem Dank übergab DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch den Preis im Rahmen des 12. DGP-Kongresses in Bremen an diese Autorengruppe: Prof. Dr. Christoph Ostgathe, PD Dr. Stephanie Stiel, Prof. Dr. Frieder R. Lang, Prof. Dr. Christian Bogdan, Prof. Dr. Cornel Sieber, Prof. Dr. Oliver Schöffski, Dr. phil. Franziska A. Herbst, Johanna M. Tiedtke, M.Sc., Thomas Adelhardt, M.Sc., Alexander Sturm, M.Sc., Dr. phil. Maria Heckel. 

DGP-Präsident Prof.Dr. Lukas Radbruch gratuliert Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Dr. Maria Heckel, PD Dr. Stephanie Stiel & Dr. Franziska Herbst mit Jurypräsident Prof.Dr. Norbert Frickhofen (v.l.n.r.)
DGP-Präsident Prof.Dr. Lukas Radbruch gratuliert Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Dr. Maria Heckel, PD Dr. Stephanie Stiel & Dr. Franziska Herbst mit Jurypräsident Prof.Dr. Norbert Frickhofen (v.l.n.r.) DGP/K Turna


Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Frickhofen entschied sich entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Bewertungskriterien für die Vergabe des Preises an die Arbeit mit dem Titel "MRSA in der Versorgung am Lebensende (MEndoL)".
  • Das Ziel der Studie bestand in der Entwicklung einer Strategie für den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen, die mit problematischen Infektionserregern kolonisiert oder infiziert sind („multiresistente Erreger“, kurz MRE). 
  • Den Mittelpunkt bildeten die Sichtweisen der Patientinnen und Patienten, der Angehörigen und der Mitglieder des Versorgungsteams. 

Dabei wurden Hypothesen zum Einfluss von MRE und angewandten Schutz- und Isolationsmaßnahmen auf diese Personengruppen entwickelt.

Ergänzt um institutionelle Einschätzungen zum Umgang mit von MRE betroffenen Patientinnen und Patienten am Lebensende und den entsprechenden Schutz- und Isolationsmaßnahmen flossen diese unterschiedlichen Perspektiven in ein Modell ein, aus dem eine Handlungsempfehlung zur Krankenhausversorgung von Patientinnen und Patienten mit MRE am Lebensende abgeleitet werden konnte.

In der Gesamtbewertung kam die Jury laut Professor Frickhofen zu folgendem Ergebnis: 
  1. “Patienten mit MRE sind häufig und stellen die Patienten selbst und das Fachpersonal in allen stationären Einrichtungen vor Probleme. 
  2. Isolation der betroffenen Menschen zur Vermeidung einer Verbreitung dieser Keime ist eine wichtige Maßnahme. 
  3. Isolation steht aber diametral zu dem palliativmedizinischen Ansatz einer intensiven persönlichen Betreuung. 

Am Lebensende ist der persönliche Kontakt und die Möglichkeit körperlicher Nähe wichtig, wenn man auf die Bedürfnisse eines Menschen in dieser Situation eingehen will.

Die Studie ermittelte aus der Perspektive aller Beteiligten die Problemfelder und erarbeitete Lösungswege.

Daraus resultierten Handlungsanweisungen, die publiziert wurden und über die Fachgesellschaft allen palliativmedizinisch Tätigen zur Verfügung gestellt wurden. Damit wird Sicherheit im Umgang mit den betroffenen Menschen geschaffen und die Maßnahmen zur Kontrolle der Keime auf das medizinisch Notwendige konzentriert.

Es bleibt Raum für das am Lebensende Wesentliche, die liebevolle, persönliche Betreuung.“

Dr. Ingrid Spohr, Leiterin Medizin, Mundipharma, schickte den Preisträgern ihre Glückwünsche: „Wir freuen uns sehr, dass wir nunmehr seit 20 Jahren die wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Palliativmedizin fördern und auch würdigen können.“

Den Preis übergab Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), im Rahmen des 12. Kongresses der DGP in Bremen, wobei er die Bedeutung der aus der wissenschaftlichen Arbeit entwickelten Handlungsempfehlung hervorhob:

„MRE im Krankenhaus führen für alle Beteiligten zu einer Gratwanderung zwischen der notwendigen Einhaltung unabdingbarer Hygienemaßnahmen und dem Wunsch, schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen auch unter diesen Bedingungen ein größtmögliches Maß an Begegnung und Nähe zu ermöglichen.“

Sein Dank galt in diesem Jahr besonders den langjährigen Stiftern der Mundipharma GmbH, die sich der Förderung der klinischen Wissenschaft in der Palliativmedizin verschrieben und im Rahmen dieses Engagements über nunmehr 20 Jahre mehr als 30 preiswürdige Arbeiten auf dem Forschungsgebiet der Palliativmedizin ausgezeichnet haben.

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. seit 1999 auf ihren Jahrestagungen den „Förderpreis für Palliativmedizin“. Die Auswahl der Preisträger wird von einem Fachgremium vorgenommen. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben. Auszüge aus den prämierten Arbeiten werden in der Zeitschrift für Palliativmedizin veröffentlicht.

Palliativmedizin für Arbeit zum Umgang mit multiresistenten Erregern am Lebensende

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Aachener Str. 5
10713 Berlin
Deutschland
Berlin


Karin Dlubis-Mertens
Telefon: 030/301010013
Fax: 030/301010016
E-Mail-Adresse: redaktion@palliativmedizin.de



Originalpublikation:
https://www.dgpalliativmedizin.de/images/RZ_170213_MRE_online.pdf

 

Disease-Management-Programme (DMPs): Vermeiden einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Medizin am Abend Berlin Fazit: DMP Typ-1-Diabetes: Institut empfiehlt Überarbeitung

Bedarf insbesondere bei Einsatz neuer Technologien und Häufigkeit von Schulungen 
 
Um sie an den Stand des medizinischen Wissens anzupassen, sollen Disease-Management-Programme (DMPs) in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Inhaltliche Vorgaben zu den DMPs sind in einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verankert und finden bundesweit Anwendung. Im Auftrag des G-BA hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) deshalb aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zu Diabetes mellitus Typ 1 recherchiert, deren Empfehlungen zu Kernaussagen zusammengefasst und überprüft, ob sich aus ihnen ein Überarbeitungsbedarf für das DMP ergibt. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Krankenversicherung EU-Bürger  

Laut Abschlussbericht ist das insbesondere in Hinblick auf das Vermeiden von Unterzuckerungen mithilfe moderner Technologien und bei Patienten-Schulungen der Fall. Im Vorbericht hatten diese Themen weniger im Vordergrund gestanden. Das liegt vor allem daran, dass das Institut neue Leitlinien in seine abschließende Bewertung einschließen konnte.

Bei allen Versorgungsaspekten Aktualisierung empfohlen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten nun insgesamt 37 Leitlinien in ihre Analyse einbeziehen, beim Vorbericht waren es noch 32 gewesen. Und bei einer Reihe von Leitlinien stand ihnen nun eine aktuellere Version zur Verfügung. Aus den 37 Leitlinien extrahierten sie insgesamt 2817 Empfehlungen. Diese beziehen sich auf verschiedenste Versorgungsaspekte, wie Diagnostik, Therapie oder die Kooperation der beteiligten Berufsgruppen. Inhaltlich überprüft hat das Institut die Empfehlungen nicht.

Technische Hilfsmittel können Blutzuckerregulierung unterstützen

Wie das Institut beim Abgleich von Leitlinien-Empfehlungen und Richtlinie konstatiert, könnten die Inhalte aller Versorgungsaspekte des DMPs Typ-1-Diabetes aktualisiert werden („potenzieller Aktualisierungsbedarf“). Geboten ist eine Überarbeitung aber unter anderem beim Vermeiden einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Denn dies ist mittlerweile auch bei Typ-1-Diabetes ein wichtiges Ziel der Behandlung.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe moderner technischer Hilfsmittel, die Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Immer häufiger eingesetzt wird etwa das kontinuierliche Glukose-Monitoring (CGM), bei dem Sensor-Elektroden unter der Haut platziert werden.  

Einige Geräte bieten eine Alarmfunktion, die eine drohende Unterzuckerung anzeigt.

 Kombiniert man die CGM mit der Insulinpumpe, kann die Insulingabe automatisch gestoppt oder gedrosselt werden, was unter anderem nächtliche Unterzuckerungen vermeiden helfen soll. 

  • In den für den Abschlussbericht ausgewerteten neuen Leitlinien werden diese Technologien aufgegriffen, im DMP fehlen sie jedoch.

Patienten sollten Kenntnisse in Schulungen auffrischen können


Die DMP-Richtlinie macht für Patienten-Schulungen bisher nur wenige inhaltliche und zeitliche Vorgaben. Laut neueren Leitlinien können Wiederholungsschulungen beispielsweise als Refresh- oder Ergänzungsschulungen aber die Betroffenen im Alltag unterstützen, etwa wenn sie Schwierigkeiten haben, die Therapie-Empfehlungen im Alltag umzusetzen.

  • Nicht nur Rauchverzicht ist bei Typ-1-Diabetes von Bedeutung

Im DMP gibt es seit langem ein Kapitel „Raucherberatung“. Tatsächlich gibt es in den Leitlinien aber mittlerweile eine ganze Reihe von Empfehlungen, die als „gesunde Lebensweise“ umschrieben werden können. Dabei geht es nicht nur um Tabak- und Alkoholkonsum, sondern auch um Ernährung und Bewegung.

  • Das Institut empfiehlt, diese Empfehlungen unter einem Gliederungspunkt „Lebensstilmanagement“ zu bündeln und inhaltlich zu erweitern.

Relevanz von Insulinanaloga in Leitlinien gestiegen

  • Diskrepante Aussagen stellt das Institut in Hinblick auf die Art des Insulins fest, das Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes spritzen. 
  • Denn während das DMP von Humaninsulin als „Mittel der Wahl“ ausgeht, betrachten die neuen Leitlinien Insulinanaloga inzwischen als gleichwertig.

Bei diesen vier Aspekten, also neue Technologien, Patienten-Schulungen, Lebensstilmanagement und Insulinanaloga, schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Überarbeitungsbedarf im Abschlussbericht höher ein als noch im Vorbericht.

space

DMP Typ-1-Diabetes: Institut empfiehlt Überarbeitung



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com



















Über Google: Medizin am Abend Berlin  
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Im Mediapark 8
50670 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: presse@iqwig.de

Dr. Anna-Sabine Ernst
Telefon: 0221 35685 153
Fax: 0221 35685 833
E-Mail-Adresse: anna-sabine.ernst@iqwig.de  
Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/versorgung/v16-02-leitlinie...

HSM. Herzschrittmacher-Implantation / Herzschrittmacher-Ausweis

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schlag für Schlag – vor 60 Jahren wurde der erste Herzschrittmacher implantiert.

Mit der ersten Herzschrittmacher-Implantation begann eine der größten Erfolgsgeschichten der modernen Herzmedizin. 

Prof. Dr. Andreas Markewitz, Sekretär Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
Prof. Dr. Andreas Markewitz, Sekretär Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
 
Die kleinen künstlichen Taktgeber des Herzens haben die Herzmedizin revolutioniert: Vor 60 Jahren implantierte der schwedischen Herzchirurg Åke Senning den ersten Herzschrittmacher (HSM) zur Behandlung eines jungen Patienten, der aufgrund einer zu langsamen Herzschlagfolgemehrmals täglich ohnmächtig wurde. Heute sind die Aggregate der Herzschrittmachersysteme etwa so groß wie eine Armbanduhr, wiegen ca. 25 Gramm und kosten, in Abhängigkeit von der benötigten Funktion und systembezogenen Eigenschaften, 500 bis 3000 Euro.

„Die Implantation eines Herzschrittmachersystems ist seit geraumer Zeit ein Routineeingriff, der in einer 30 bis 60minütigen Operation, fast immer in lokaler Betäubung, erfolgt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Markewitz, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

  • In Deutschland wurden im Jahr 2017 nahezu 80.000 Herzschrittmacherssyteme eingesetzt und knapp 19.000 Aggregate ausgetauscht.“

Ein Schrittmachersystem besteht aus einem Impulsgeber (Aggregat), und mindestens einer Elektrode (Sonde), die den Impuls des Aggregats an das Herz weiterleitet oder herzeigene Signale - sofern vorhanden - dem Impulsgeber zurückmeldet.

Dadurch wird die Koordination zwischen dem Herzschrittmachersystem und dem Herzen des Patienten ermöglicht, d.h. der Herzschrittmacher arbeitet nur, wenn der Herzschlag des Patienten zu langsam ist. In Abhängigkeit von der Beanspruchung des Herzschrittmachers muss im Durchschnitt alle neun Jahre das Aggregat in einem erneuten Eingriff ausgetauscht werden.

Der Herzschlag in Ruhe wird mit einer Frequenz von 60 bis 80mal pro Minute durch den natürlichen Taktgeber, den sogenannten Sinusknoten, vorgegeben. Der entstandene Impuls wandert zunächst vom Sinusknoten über Leitungsbahnen in den Vorhöfen zum sog. AV-Knoten, der am Übergang von den Herzvorhöfen zu den Herzkammern liegt. Von dort wird der Impuls über weitere Leitungsbahnen bis hin zu den Herzmuskelzellen der beiden Herzkammern übertragen. Dadurch wird ein koordinierter Ablauf der Herzmuskelaktivität und damit eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers durch den Blutkreislauf gewährleistet. Ist das Herz in seinem Rhythmus gestört, ist auch die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet.

„Schlägt das Herz wegen einer Störung des Impulsgebers oder einer Blockade der Leitungsbahnen zu langsam, wird dies medizinisch als Bradykardie bezeichnet“, erläutert Herzchirurg Prof. Markewitz.

Symptome wie Atemnot, Schwindel, Erschöpfung bis hin zur Bewusstlosigkeit können auftreten. Durch die Einpflanzung eines Herzschrittmachers wird die zu langsame Herzschlagfolge korrigiert, der Herzrhythmus kontinuierlich überwacht und, falls nötig, durch den Herzschrittmacher unterstützt.

Etwa 40 Prozent aller Bradykardien sind auf Probleme mit dem Impulsgeber, dem sog. Sinusknoten, zurückzuführen. 

Weitere 40 Prozent bradykarder Herzrhythmusstörungen sind auf Störungen der Reizleitung zurückzuführen und rund 20 Prozent der Herzschrittmacher werden wegen Vorhofflimmerns mit langsamem Herzkammerersatzrhythmus, der sogenannten Bradyarrhythmia absoluta, implantiert.

„Durch die Herzschrittmacherimplantation hat sich die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich verbessert und die Gefahr, aufgrund einer zu langsamen Herzschlagfolge zu sterben, ist gebannt“, so Prof. Markewitz.

„Patienten mit Herzschrittmachern führen üblicherweise ein völlig normales Leben, können nahezu allen Berufen nachgehen, die allermeisten Sportarten betreiben und auch reisen.

Einen gut implantierten und eingestellten Herzschrittmacher wird der Patient im Alltag nicht bemerken.

Es ist ratsam, den Herzschrittmacher einmal pro Jahr überprüfen zu lassen, und die Patienten sollten stets einen Herzschrittmacher-Ausweis bei sich tragen.“

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige, wissenschaftliche, medizinische Fachgesellschaft, deren Ziele u.a. der Förderung der Wissenschaft und Weiterentwicklung von Therapien auf dem Gebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sind. Zu den weiteren Hauptaufgaben zählen die Durchführung von Weiter- und Fortbildungsprogrammen, Erstellung medizinischer Leitlinien, Förderung von Nachwuchskräften und die Ausrichtung medizinischer Fachtagungen. Als Vertretung der über 1.000 in Deutschland tätigen und in der DGTHG organisierten Thorax-, Herz- und Kardiovaskularchirurgen stehen die Verantwortlichen der Fachgesellschaft für einen Dialog mit der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft zur Verfügung.

Schlag für Schlag – vor 60 Jahren wurde der erste Herzschrittmacher implantiert.



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Aben Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Regina Iglauer-Sander
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

Langenbeck-Virchow-Haus Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
Deutschland
Berlin


Fax: 030/78890465
E-Mail-Adresse: presse@dgthg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://dgthg.de

Schlaganfallbedingte Dysphagie: Therapie-Verordnung pharyngeale elektrische Stimulation (PES)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schluckstörung nach Schlaganfall: Studie zeigt neue Option für schwer betroffene Patienten

Bei Patienten, die nach einem Schlaganfall unter Schluckstörungen leiden, bildet sich die schlaganfallbedingte Dysphagie deutlich rascher zurück, wenn sie eine pharyngeale elektrische Stimulation (PES) erhalten. 

Das bestätigt eine in „The Lancet Neurology“ veröffentlichte multizentrische Interventionsstudie. 

„Die PES stellt damit für diese schwerstkranken Patienten eine echte Therapieoption dar“, berichtet Studienleiter Prof. Dr. Rainer Dziewas, Leiter der Sektion Schlaganfall-Therapie an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster (UKM). 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Häusliche Krankenpflege  
 
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) bieten ganzjährig an verschiedenen Zentren sowie während der Neurowoche 2018 vom 30. Oktober bis 1. November in Berlin Fortbildungskurse für die flexible endoskopische Evaluation des Schluckaktes (FEES) an.

  • Rund 12,5 Prozent aller in ein Krankenhaus eingelieferten Schlaganfallpatienten werden künstlich beatmet und bei 16,3 Prozent muss eine Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) durchgeführt werden. 

In der Rehabilitation dieser Patienten ist die sichere Entfernung der Trachealkanüle ein wichtiges Ziel, um das Risiko von Atemwegskomplikationen und fatalen Krankheitsverläufen zu verringern und die Länge des Krankenhausaufenthalts zu verkürzen.

  • Eine fortbestehende, durch den Schlaganfall verursachte Dysphagie (Schluckstörung) ist in diesem Szenario der Hauptgrund, warum die Entwöhnung von der Trachealkanüle häufig nur sehr langsam oder überhaupt nicht gelingt. 

Zur Reaktivierung des Schlucknetzwerkes steht seit einigen Jahren mit der sogenannten pharyngealen elektrischen Stimulation (PES) eine innovative Neurostimulationstherapie zur Verfügung.

Studie: PES reaktiviert erfolgreich das Schlucknetzwerk

Die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlichte multizentrische Interventionsstudie PHAST-TRAC verglich die PES bei tracheotomierten Schlaganfallpatienten mit einer Scheintherapie.

Bei Patienten, die eine PES erhielten, bildete sich die schlaganfallbedingte Dysphagie deutlich rascher zurück. Deshalb konnte auch die Trachealkanüle bei signifikant mehr Patienten unmittelbar nach der Stimulationstherapie entfernt werden (49 versus 9 Prozent). Darüber hinaus war der Krankenhausaufenthalt der Patienten, die auf die PES-Behandlung ansprachen, durchschnittlich um 22 Tage kürzer als bei Patienten, die kein Therapieansprechen zeigten. Die Studie wurde vom Hersteller finanziert. „Die PES ist für tracheotomierte Schlaganfallpatienten nicht nur ein Riesengewinn, weil die Trachealkanüle schneller entfernt werden kann und der Krankenhausaufenthalt sich signifikant verkürzt, sondern auch, weil so das Risiko von Folgekomplikationen reduziert wird“, sagt Professor Dr. Peter Berlit, DGN-Generalsekretär und ehemaliger Chefarzt der Klinik für Neurologie am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen.

PES ist für schwerstkranke Patienten eine echte Therapieoption

„Neben diesen eindeutigen Effekten war insbesondere auch erfreulich, dass die Stimulationstherapie in PHAST-TRAC keine schwerwiegenden Nebenwirkungen mit sich brachte. Die PES stellt damit für diese schwerstkranken Patienten eine echte Therapieoption dar“, berichtet der Leiter der Studie, Prof. Dr. Rainer Dziewas von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster (UKM). „Die gesamte Entwicklung der PES von den vielfältigen Grundlagenstudien, die ja zum Teil noch aus dem letzten Jahrtausend datieren, über die wichtigen klinische Pilotprojekte bis hin zu der nun positiv abgeschlossenen Multicenterstudie stellt ein Paradebeispiel für die translationale klinische Forschung dar“, freut sich Prof. Dr. Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Neurologie des UKM.
  • Bei der PES wird eine dünne Sonde über die Nase in die Speiseröhre eingeführt. 
  • Diese Sonde ist mit einem Paar Ringelektroden bestückt, über die die Rachenhinterwand elektrisch stimuliert werden kann. 
  • Dies geschieht an drei aufeinanderfolgenden Tagen für jeweils zehn Minuten. 
  • Physiologisch wirkt diese Stimulationstherapie, indem sie die sensiblen Leitungsbahnen, die das Schlucken steuern helfen, aktiviert und so das komplex strukturierte Schlucknetzwerk moduliert und neuronale Reorganisation induziert.

Neurowoche 2018: DGN veranstaltet FEES-Basiskurs

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ein Curriculum für die flexible endoskopische Evaluation des Schluckaktes (FEES) erarbeitet, um die Ausbildung in der endoskopischen Dysphagiediagnostik zu optimieren und zu formalisieren.

FEES-Basiskurse werden regelmäßig im ganzen Bundesgebiet angeboten – auch auf der Neurowoche 2018 in Berlin:

Vom 30. Oktober bis 1. November 2018 veranstaltet die DGN unter Vorsitz von Professor Dr. Rainer Dziewas ein dreitägiges FEES-Basisseminar. Plätze sind noch frei, Teilnehmer sind von den Kongressgebühren befreit. 

Weitere Informationen unter: www.dgn.org/fortbildungskalender/fees-basiskurs-in-drei-teilen.


Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 9000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: info@dgn.org

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




















Über Google: Medizin am Abend Berlin  
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.


Prof. Dr. Rainer Dziewas
Leitender Oberarzt und Leiter der Sektion Schlaganfalltherapie und neurologische Intensivmedizin
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Münster
Tel.: +49 0)251 8348239
E-Mail: Rainer.Dziewas@ukmuenster.de

Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.


c/o albertZWEI media GmbH
Oettingenstr. 25
80538 München
Deutschland
Bayern
E-Mail-Adresse: presse@dgn.org
Frank A. Miltner

Telefon: 089 / 461486-0/-22
Fax: 089 / 461486-25
E-Mail-Adresse: presse@dgn.org

Originalpublikation:
Dziewas R. et al. Pharyngeal electrical stimulation for early decannulation in tracheotomised patients with neurogenic dysphagia after stroke (PHAST-TRAC): a prospective, single-blinded, randomised trial. Lancet Neurol 2018; online veröffentlicht am 28. August 2018.

Gute Beziehung zum Partner

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zur Sexualität junger Erwachsener in der Schweiz

Die Sexualität junger Menschen ist im Allgemeinen gesund – dies ist das Fazit einer gross angelegten Studie zum sexuellen Verhalten junger Erwachsener in der Schweiz. Die Studie wurde durchgeführt vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) des Universitätsspitals Lausanne in Zusammenarbeit mit dem UniversitätsSpital Zürich. 
 
7142 junge Menschen im Alter zwischen 24 und 26 Jahren beantworteten im zweiten Halbjahr 2017 einen Online-Fragebogen zu ihrer Sexualität. Die Studie wurde von einer Forschergruppe des IUMSP/CHUV, des nationalen Forschungszentrums LIVES der Universität Lausanne und des Universitätsspitals Zürich durchgeführt. «Insgesamt haben die meisten jungen Erwachsenen in der Schweiz eine gesunde Sexualität», resümiert Prof. Joan-Carles Suris vom IUMSP, Leiter der vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanzierten Studie.



Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Krankenstände in Deutschland 


Zum Zeitpunkt der Befragung befanden sich 75% in einer stabilen Beziehung, die sie durchschnittlich im Alter von 22 Jahren eingingen.

95% der Befragten hatten in ihrem Leben bereits mindestens einen Sexualpartner, 86% hatten ausschliesslich sexuelle Kontakte zum jeweils anderen Geschlecht.

Das Durchschnittsalter des ersten sexuellen Kontakts lag bei knapp 17 Jahren.

Fast alle Befragten haben bereits Oralverkehr (96%) und vaginale Penetration (95%) praktiziert. 

  • 49% der Männer und Frauen gaben an, Analsex gehabt zu haben. 
  • Nur eine sehr kleine Minderheit gab an, Sex in Gruppen zu praktizieren oder Medikamente zu nehmen, um die sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern.

Das Internet beeinflusst das Verhalten
Durch das Aufkommen des Internets hat sich in den letzten Jahrzehnten auch die Sexualität verändert. Mehr als die Hälfte der jungen Leute, d.h. 62% der Männer und 44% der Frauen, haben bereits eine Dating-Plattform genutzt. 48% der Männer und 43% der Frauen trafen sich mit einer Online-Bekanntschaft. 36% der Befragten hatten bereits Online-Kontakte mit erotischem Inhalt (28% der Frauen). 35% der Männer und 22% der Frauen hatten Sex mit jemandem, den sie zuerst online kennengelernt hatten.

Verhütung
93% der Befragten verhüten beim ersten Geschlechtsverkehr, meistens mit einem Kondom. «Es ist erfreulich zu sehen, dass ein so hoher Anteil junger Erwachsener verhütet, auch wenn natürlich eine Rate von 100% wünschenswert wäre», sagt Prof. Brigitte Leeners, Leitende Ärztin der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie am UniversitätsSpital Zürich (USZ).  

Beim letzten Geschlechtsverkehr waren Kondome (54%) und die Pille (45%) die gebräuchlichsten Verhütungs- und Schutzmethoden. 

Fast die Hälfte aller Frauen hat bereits die Pille danach genommen. 

  • Obwohl Kondome relativ häufig eingesetzt werden, wurde schon bei 10% der Befragten eine sexuell übertragbare Infektion (STI) diagnostiziert. 

Insgesamt haben 45% der jungen Menschen einen HIV-Test durchführen lassen.

Frauen gaben häufiger als Männer an, sexuelle Kontakte gehabt zu haben, ohne diese wirklich gewünscht zu haben (53%, gegenüber 23% bei den Männern).

  • Als Erklärung hierfür führten die meisten Befragten an, sie hätten damit eine gute Beziehung zu ihrem Partner aufrechterhalten wollen. 

16% der Frauen berichteten, sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung erlebt zu haben, verglichen mit 2,8% der Männer.

Eine kleine Minderheit der Befragten (3,7% bei Männern, 2,8% bei Frauen) tauscht sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld, Geschenke oder Vergünstigungen aus.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com

















Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Für die Deutschschweiz:
Prof. Brigitte Leeners, UniversitätsSpital Zürich, Leitende Ärztin, Klinik für Reproduktions-Endokrinologie. 044 255 50 09; brigitte.leeners@usz.ch.

Für die Romandie:
Prof. Joan-Carles Suris, CHUV, Institut universitaire de médecine sociale et préventive, 021 314 73 75 / 079 556 84 29; joan-carles.suris@chuv.ch

Nathalie Plüss UniversitätsSpital Zürich
Rämistrasse 100
8091 Zürich
Schweiz
Zürich


lic. phil. Martina Pletscher
Telefon: +41 44 255 86 20
E-Mail-Adresse: martina.pletscher@usz.ch


Nathalie Plüss
Telefon: +41 44 255 86 60
E-Mail-Adresse: nathalie.pluess@usz.ch


Originalpublikation:
https://www.iumsp.ch/fr/search/content/Publications pdf rds291_fr.pdf

 

Prozess des willentlichen Vergessens: Tag der Deutschen Einheit

Medizin am Abend Berlin Fazit: So vergisst das Gehirn mit Absicht

Was im Gehirn passiert, wenn Menschen willentlich etwas vergessen, hat ein Team der Ruhr-Universität Bochum und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg gemeinsam mit Kollegen aus Bonn, den Niederlanden und Großbritannien erforscht. 

Sie identifizierten zwei Hirnbereiche – den präfrontalen Kortex und den Hippocampus –, deren Aktivitätsmuster charakteristisch für den Prozess des Vergessens sind. 

Die Hirnaktivität maßen sie bei Epilepsie-Patienten, denen zur Operationsplanung Elektroden in das Gehirn implantiert worden waren. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Geburtshilfe und ökonomische Anreize 
 
Die Ergebnisse beschreiben die Forscherinnen und Forscher um Carina Oehrn und Prof. Dr. Nikolai Axmacher in der Zeitschrift Current Biology, online veröffentlicht am 6. September 2018.

„Im vergangenen Jahrhundert hat sich die Gedächtnisforschung hauptsächlich damit beschäftigt, das erfolgreiche Erinnern von Informationen zu verstehen“, sagt Nikolai Axmacher, Leiter der Bochumer Abteilung Neuropsychologie.

  • „Vergessen ist jedoch essenziell für das emotionale Wohlbefinden und um sich auf eine Aufgabe konzentrieren zu können.“

Rhythmische Hirnaktivität und Wörtertest

Die Forscher zeichneten die Gehirnaktivität von 22 Patientinnen und Patienten auf, denen Elektroden im vorderen Teil der Großhirnrinde, dem präfrontalen Kortex, oder einer tiefer liegenden Struktur, dem Hippocampus, implantiert worden waren. Sie zeigten den Probanden eine Reihe von Wörtern, entweder mit der Bitte, sich an diese zu erinnern oder sie zu vergessen. Ein Test zeigte, dass sich die Teilnehmer tatsächlich schlechter an die zu vergessenden Wörter erinnerten als an die, die sie behalten sollten.

Bei der Analyse konzentrierten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die synchrone rhythmische Aktivität im Hippocampus und präfrontalen Kortex in bestimmten Frequenzbändern. 
  • Während des aktiven Vergessens änderten sich die Oszillationen in den beiden Gehirnbereichen auf charakteristische Weise. 
  • Im präfrontalen Kortex traten verstärkt Oszillationen zwischen drei und fünf Hertz auf, also im sogenannten Theta-Bereich. 
  • Diese waren gekoppelt an verstärkte Schwingungen in höheren Frequenzbereichen, zwischen 6 und 18 Hertz, im Hippocampus.

Frequenz für das Vergessen

Die Daten zeigen uns, dass die Aktivität im Hippocampus, einer wichtigen Region für das Gedächtnis, durch den präfrontalen Kortex reguliert wird“, erklärt Carina Oehrn, die die Forschungsarbeiten in Bochum begann und jetzt am Universitätsklinikum in Marburg arbeitet. 

  • „Die Aktivität im Hippocampus wird nicht unterdrückt, sondern vielmehr auf eine andere Frequenz geschaltet, in der aktuell verarbeitete Informationen nicht mehr eingespeichert werden“, so die Neurowissenschaftlerin weiter.
Möglicher Therapieansatz für posttraumatische Belastungsstörung

Die Forschung zum absichtlichen Vergessen sieht das Team auch als Grundlage für mögliche neue Therapien der posttraumatischen Belastungsstörung, bei der Menschen negative emotionale Erinnerungen immer wieder wiedererleben.

„Der präfrontale Kortex, also die Hirnregion, die aktive Kontrolle auf unsere Gedächtnisprozesse ausübt, könnte zu Therapiezwecken durch eine oberflächliche magnetische oder elektrische Stimulation angeregt werden“, schildert Oehrn eine erste Idee.

„Zukünftige Studien müssen jedoch den Nutzen einer solchen Behandlung testen.“

Förderung

Die Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Sonderforschungsbereiche 874, 1280 und 1089 gefördert.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Nikolai Axmacher
Abteilung Neuropsychologie
Institut für Kognitive Neurowissenschaft
Fakultät für Psychologie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22674
E-Mail: nikolai.axmacher@rub.de

Carina Oehrn
Arbeitsgruppe Clinical Systems Neuroscience
Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Marburg
Tel.: 06421 58 66276
E-Mail: carina.oehrn@staff.uni-marburg.de

Dr. Julia Weiler Ruhr-Universität Bochum

Dr. Barbara Kruse
Telefon: 0234/32-22133
Fax: 0234/32-14136
E-Mail-Adresse: barbara.kruse@presse.ruhr-uni-bochum.de


Universitätsstr. 150
44780 Bochum
Postfach 10 21 48
44780 Bochum
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: info@ruhr-uni-bochum.de


Originalpublikation:
Carina Oehrn, Juergen Fell, Conrad Baumann, Timm Rosburg, Eva Ludowig, Henrik Kessler, Simon Hanslmayr, Nikolai Axmacher: Direct electrophysiological evidence for prefrontal control of hippocampal processing during voluntary forgetting, in: Current Biology, 2018, DOI: 10.1016/j.cub.2018.07.042