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Stottern Sie? Planungen des Sprechens - hyperaktiven rechten Netzwerkes

Medizin am Abend Berlin Fazit: Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

„G-g-g-g-g-g-guten Tag“ oder „Ein M-m-m-mohnbrötchen bitte-...“ sind für etwa jeden hundertsten Erwachsenen in Deutschland tägliche Hürden. 

Dennoch ist bisher nur sehr wenig über die Ursachen dieser häufigen Sprechstörung, dem Stottern, bekannt. 

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Universitätsmedizin Göttingen haben nun herausgefunden, dass ein überaktives Netzwerk im vorderen Bereich des Gehirns eine wesentliche Rolle für dieses Defizit spielen könnte. 
  • Es hemmt die Betroffenen darin, Sprechbewegungen vorzubereiten und auszuführen – und hindert sie so daran, flüssig zu sprechen. 

 Was beim Stottern im Gehirn passiert
Was beim Stottern im Gehirn passiert Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Normalerweise stoppt der rechte IFG den Redefluss, der linke IFG unterstützt ihn hingegen. Beim Stottern sind beide Areal aus dem Gleichgewicht geraten: 

Der rechte IFG ist überaktiv, weil die umgebenden Faserverbindungen wie der Frontale Aslant-Trakt (FAT) stärker ausgebildet sind. Das hemmt den linken IFG und damit das fließende Sprechen. 
 
Rund einem Prozent der Erwachsenen und fünf Prozent der Kinder gelingt nicht, was uns allen selbstverständlich erscheint: flüssig zu sprechen. Stattdessen ringen sie in alltäglichen Sprechsituationen mit den Wörtern, wiederholen krampfhaft den Anfang eines Wortes wie in „G-g-g-g-g-g-guten Tag“ oder bleiben an einzelnen Lauten mitten im Wort hängen wie in „Ja“ für „Januar“, obwohl sie genau wissen, was sie sagen wollen.

Bislang ist jedoch nur wenig über die Ursachen des Stotterns bekannt. Frühere Studien haben zwar gezeigt, dass beim Stottern ein Ungleichgewicht zwischen der Hirnaktivität beider Hirnhälften auftritt: Eine Region im linken Stirnhirn ist viel zu schwach aktiviert, die entsprechende Region in der rechten Hirnhälfte ist wiederum viel zu stark aktiviert. Dennoch war bisher unklar, was diese veränderte Hirnaktivität bedeutet und wie sie zustande kommt. Bewirkt die minderaktive linke Hirnhälfte, dass die rechte Hirnhälfte ihre Aktivität als eine Art Ausgleichsreaktion erhöht, um so einem Funktionsausfall entgegenzusteuern? Oder ist es genau umgedreht und die hyperaktive rechte Seite unterdrückt die Aktivierung auf der linken, und ist demnach die eigentliche Ursache des Stotterns?

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig und der Universitätsmedizin Göttingen sind hier zu einer entscheidenden Erkenntnis gelangt: Die Überaktivität in den Regionen auf der rechten Hirnseite scheint der eigentliche Grund für das Stottern zu sein. „Die rechte untere Windung des Stirnhirns ist bei allen Menschen immer dann besonders aktiv, wenn wir Bewegungen wie Hand- oder Sprechbewegungen stoppen“, erklärt Nicole Neef, Neurowissenschaftlerin am MPI CBS und Erstautorin der zugrundeliegenden Studie.

„Ist diese Region jedoch überaktiv, kommt es zu einer übermäßigen Hemmung. Bei Personen, die stottern, sind davon höchstwahrscheinlich gerade jene Hirnregionen betroffen, die die Sprechbewegungen steuern.“

Dazu gehören die für das Sprechen relevanten Bereiche im linken Frontallappen, insbesondere der sogenannte linke Gyrus frontalis inferior (IFG), der für die Planung des Sprechens zuständig ist, sowie der linke Motorcortex, der dann die eigentlichen Sprechbewegungen steuert. „Sind diese beiden Prozesse zu stark gehemmt, wird eine Person daran gehindert, flüssig zu sprechen“, so Neef.

Untersucht haben die Wissenschaftler um Neef diese Zusammenhänge mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) und erwachsenen Versuchsteilnehmern, die seit ihrer Kindheit stottern.

Während der Untersuchung stellten sich die Studienteilnehmer vor, die Monatsnamen aufzuzählen.

Diese Methode des imaginären Sprechens wählten die Forscher, um sicherzustellen, dass tatsächliche Sprechbewegungen die sensiblen MRT-Signale nicht stören. Die Neurowissenschaftler konnten so per Hirnscanner auch analysieren, ob bei den stotternden Probanden von den überaktiven Regionen auf der rechten Hirnseite möglicherweise veränderte Faserverbindungen ausgehen.

Und tatsächlich: Innerhalb des hyperaktiven rechten Netzwerkes entdeckten sie eine Faserbahn, die bei den Betroffenen deutlich stärker ausgebildet war, als bei Teilnehmern ohne Sprechprobleme. 

  • Je stärker der sogenannte Frontale Aslant Trakt, kurz FAT, war, desto schwerer war das Stottern ausprägt. 

Aus früheren Studien wissen wir, dass diese Verbindung eine wichtige Rolle bei der Feinabstimmung von Signalen spielt, die Bewegungen hemmen“, so die Neurowissenschaftlerin.

„Die übermäßige Aktivität dieses Netzwerkes und seine stärkeren Verbindungen könnten darauf hindeuten, dass die eigentliche Ursache des Stotterns darin liegt, dass Sprechbewegungen zu stark gehemmt werden.“



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Verena Müller Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

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Depression: WathsApp als Frühwarnsystem - Dr. Eckart von Hirschhausen

Medizin am Abend Berlin Fazit: WhatsApp als Frühwarnsystem? Depression bei Jugendlichen erkennen

Handy-Kurznachrichtendienste wie "WhatsApp" werden von sehr vielen Menschen genutzt. 

Doch hinter kurzen Texten, Emojis und Bildern steckt oft mehr. 

Wissenschaftler aus Würzburg und Tübingen prüfen, ob Veränderungen im Kommunikationsverhalten zur Früherkennung von Depressionen genutzt werden können. 
 
"WhatsApp against depression", also "WhatsApp gegen Depressionen" - so der Titel eines neuen Projektes am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze von Professor Phuoc Tran-Gia.

Die Informatiker Anika Schwind und Dr. Michael Seufert von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) möchten gemeinsam mit Psychologe Stefan Lüttke von der Universität Tübingen untersuchen, inwieweit die Analyse der Kommunikation über den Kurznachrichtendienst "WhatsApp" helfen könnte, Depressionen bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen. 

WhatsApp hat bisher eher einen schlechten Ruf, obwohl die Smartphone-Software über alle Altersgruppen hinweg sehr viele Nutzer hat. Die App lenke ab, es entstehe sozialer Druck in den Unterhaltungen, es biete sich Raum für Cyber-Mobbing und vieles mehr.

Verändertes Kommunikationsverhalten als Grundlage

Die Würzburger Forscher möchten nun einen sehr positiven Nutzen aus der Kommunikation via WhatsApp ziehen. "Ursprünglich wollten wir das gesamte Kommunikationsverhalten über WhatsApp analysieren und mit den resultierenden Modellen das Datenverkehrsmanagement in mobilen Netzwerken verbessern", sagt Dr. Michael Seufert.

Dabei ist "WhatsAnalyzer" (http://whatsanalyzer.informatik.uni-wuerzburg.de/) entstanden: eine webbasierte App, die WhatsApp-Nachrichtenverläufe auswertet. Jeder kann WhatsAnalyzer nutzen und Chats einsenden. Diese werden anonymisiert und das Kommunikationsverhalten analysiert. Im Gegenzug erhält jeder Nutzer interessante Einblicke in die eigene Kommunikation.

Nun hat sich eine weitere Einsatzmöglichkeit dieser Software ergeben.

Ziel dabei: "Eine Depression soll mit unserer App frühzeitig erkannt werden. Bevor es zu spät ist. So können wir betroffenen Kindern und Jugendlichen optimal helfen", sagt Informatikerin Anika Schwind. Es geht in dem Projekt ausdrücklich nicht darum, Depressionen per WhatsApp zu behandeln, sondern frühzeitig darauf reagieren zu können.

Psychologe Stefan Lüttke fügt hinzu: "Wir sind darauf aufmerksam geworden, weil wir aus der Forschung wissen, dass Menschen in einer depressiven Phase 'anders' schreiben als sonst, zum Beispiel mehr negative Wörter verwenden. Außerdem ziehen sich Nutzer, wenn sie sich etwa niedergeschlagen fühlen, zurück und tauschen dann vermutlich auch weniger Nachrichten mit dem Smartphone aus."

Crowdfunding-Kampagne zur Unterstützung

Für eine erste Studie von Psychologe Stefan Lüttke mit Probanden an der Universität Tübingen wollen die Würzburger Informatiker ihre App modifizieren, um aus den WhatsApp-Chatverläufen depressive Phasen der Kinder erkennen zu können. Zusätzlich werden die Nachrichten mithilfe einer Texterkennungssoftware unter anderem auf Signalworte und die Verwendung von Emojis gescannt. Bei Erfolg der Studie könnte im Anschluss eine App entwickelt werden, die direkt auf den Handys von Jugendlichen eingesetzt wird.

Frühe Erkennung einer Depression verbessert Aussicht auf Genesung

Die Vorteile einer App, die im Kommunikationsalltag der Jugendlichen verankert ist:

  • "Eine Depression wird oft erst dann erkannt, wenn man schon 'richtig' erkrankt ist – dabei lassen sich viele schwere Depressionen verhindern, wenn man sie in früheren Stadien entdeckt und behandeln kann", sagt Stefan Lüttke. 

Bis zum endgültigen Einsatz einer solchen App wird allerdings noch viel Arbeit der beteiligten Forscher nötig sein.

In der jetzigen ersten Phase des Projektes möchten die Wissenschaftler ihre Ideen mit einer Crowdfunding-Kampagne "What's up" bis Ende Januar 2018 finanziell untermauern und 5.000 Euro "einsammeln".

"Damit können wir die Pilotstudie vorbereiten und Gutscheine als Anreiz zur Teilnahme anbieten", sagt Schwind. Die Förderer des Projekts erhalten für ihre Unterstützung im Gegenzug eigens für das Projekt ausgewählte Fotokunstwerke.

Schirmherr des Projekts ist Dr. Eckart von Hirschhausen, der sich als ausgebildeter Mediziner in verschiedenen Medienformaten – meist humoristisch – mit Gesundheitsthemen auseinandersetzt.

Die Crowdfunding-Kampagne und eine genauere Beschreibung des Projekts findet sich hier: 

https://www.startnext.com/whatsapp-against-depression .

Dort ist auch ein Video hinterlegt, welches das Projekt anschaulich beschreibt:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=12&v=e-f2RLhFV6k

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Anika Schwind, Lehrstuhl für Kommunikationsnetze, T.: +49 931 31-89033, E-Mail: anika.schwind@informatik.uni-wuerzburg.de 

Marco Bosch Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Sanderring 2
97070 Würzburg
Deutschland
Bayern 


Weitere Informationen für internationale Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.startnext.com/whatsapp-against-depression

Beschreibung des Projektes auf der Webseite von Startnext

XXL - Leber 2018 - metabolisches Syndrom / TTE - Sonographie der 5 Organe geplant?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neues Jahr: Deutsche Leberstiftung empfiehlt Verzicht auf XXL-Größen bei Snacks sowie Getränken

Auch 2018 wird es einfach sein, „La Dolce Vita“ – das süße Leben – zu genießen: 

zuckerhaltige Snacks und Getränke gibt es überall. 

Immer häufiger werden die Verpackungsgrößen „optimiert“. 

Der Trend geht zu XXL-Formaten. 

Ob die Zweiliterflasche zuckerhaltige Limonade oder die 300 Gramm-Tafel Schokolade, Erwachsene und Kinder verzehren immer mehr Zucker. 

XXL bei Lebensmitteln ist ein Trend, der sich leider auch beim Organ Leber der XXL-Fans widerspiegeln kann: 
 
Die Zahlen der großen und kleinen Patienten, die eine nicht-alkoholische Fettleber im „XXL-Format“ entwickeln, sind alarmierend. 

Fürs neue Jahr rät die Deutsche Leberstiftung beim Genießen zur Formel „Less is More“ anstatt „XXL“. 
 
  • „Zu den wesentlichen Ursachen für die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung „nicht-alkoholische Fettleber“ zählt unser westlicher Lebensstil, der häufig durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot – insbesondere Kohlenhydrate – geprägt ist. 

Diese Kombination kann unter anderem die Leber krank machen“, betont Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

„Die Betroffenen entwickeln das sogenannte metabolische Syndrom, eine Risiko-Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Diabetes, die sehr häufig auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt hat.“

Viele Erwachsene und auch Kinder haben eine Fettleber


Neben falscher Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht kann auch starker Alkoholkonsum die Leber schädigen und verfetten.

Wenn die Leber mehr Giftstoffe wie zum Beispiel Alkohol verarbeiten oder mehr Zucker und Fette aufnehmen muss, als sie abbauen oder speichern kann, lagert sich zusätzlich Fett im Lebergewebe ab. 

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland hat eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die Zahl nimmt stetig zu. Auch bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet an dieser Krankheit, die in drei Stufen verläuft.

Die Leber wird stufenweise krank
  • Im ersten Stadium handelt es sich um eine reine Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. 
  • In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen, man spricht von einer „Steatohepatitis“. 
  • Diese sogenannte Fettleberhepatitis wird unterschieden in eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ (NASH). 

In der dritten Stufe, die circa zehn Prozent der Fälle umfasst, entwickelt sich aus beiden Fettleberhepatitis-Varianten über eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber). 

Auch Leberzellkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer entzündeten Fettleber.

Die Leber nutzt jede Chance zur Gesundung


Eine Fettleber, auch eine Fettleberentzündung, kann sich zurückbilden – vorausgesetzt, die Betroffenen ändern ihren Lebensstil:

Abhängig von der Ursache der Fettleber umfasst der veränderte Lebensstil eine kontrollierte Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und einen Alkohol-Verzicht. 

„Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Gewohnheiten wie den Genuss von süßen Snacks zwischendurch zu ändern, doch vielleicht gibt ein Arztbesuch mit einer Kontrolle der Leberwerte bei einer Blutuntersuchung den notwendigen Motivationsschub zu einem gesünderen Leben ab 2018.

Eine Fettleber kann in der Regel durch eine Lebensstiländerung wieder ausheilen und sich eigenständig regenerieren. Es muss nicht immer XXL sein beim Genießen“, sagt Professor Manns.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.


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Deutsche Leberstiftung
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Deine Regulierung des Stresssystems 2018 - Stoffwechselvorgänge im Körper2018

Medizin am Abend Berlin Fazit: Anti-Stress-Wirkstoff reduziert Fettleibigkeit und Diabetes

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie konnte erstmals die Begünstigung von Diabetes durch ein Stressprotein im Muskelgewebe nachweisen. 

Dies könnte einen vollkommen neuen Ansatz zur Behandlung ermöglichen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Studie im Detail
 




Vom Protein FKBP51 wissen Forscher schon länger, dass es in Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen und Angststörungen steht
  • Es ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt – ist das gestört, können psychische Erkrankungen entstehen. 
Nun haben Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) eine neue überraschende Rolle dieses Proteins entdeckt: Es fungiert als molekulares Bindeglied zwischen dem Stress-Regulationssystem und Stoffwechsel-Vorgängen im Körper. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich im renommierten Journal „Nature communications“ veröffentlicht.

„FKBP51 beeinflusst im Muskelgewebe eine Signalkaskade, die bei zu großer Kalorienzufuhr zur Entstehung von Glukoseintoleranz führt, also dem Kernsymptom von Typ II Diabetes“, resümiert Projektleiter Mathias Schmidt. 
Viel fettreiche, ungesunde Ernährung bedeutet Stress für den Körper. FKBP51 wird daraufhin vermehrt im Muskel gebildet und führt fatalerweise dazu, dass Glukose vermindert aufgenommen wird – Diabetes und Fettleibigkeit können entstehen.
Blockiert man FKBP51, so kommt es auch nicht zu Diabetes; selbst dann nicht, wenn weiterhin ein Überangebot an Kalorien zugeführt wird, wenn der Stress für den Körper also bestehen bleibt.

Weniger FKBP51 im Muskelgewebe bedeutet weniger Glukoseintoleranz und damit einen normal weiterlaufenden Stoffwechsel.

Protein-Hemmung liefert neuen Behandlungsansatz

Das Protein FKBP51 kann durch Moleküle, die am MPI von Felix Hausch (heute Uni Darmstadt) entwickelt wurden, pharmakologisch gehemmt werden. 

Zusammen mit Wissenschaftlern der TU Darmstadt sollen diese Substanzen, gefördert vom Bayerischen Staatministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, zu klinischen Testpräparaten weiterentwickelt werden.

„Denn diese Erkenntnisse liefern einen vollständig neuen Behandlungsansatz für Diabetes und weitere Stoffwechselerkrankungen“, so die Einschätzung von Alon Chen, Direktor am MPI. 

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Anke Schlee Max-Planck-Institut für Psychiatrie

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Anke Schlee

Telefon: 08930622263
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CAVE Darmhormone: Schlafverlust/Schlafmangel durch die Silvernacht 2017/2018

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schlafverlust wirkt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auf die Aktivität von DPP-4 aus

Schlafmangel hat bei Frauen und Männern eine unterschiedliche Auswirkung auf die Aktivität des Enzyms DPP-4. 
  • Nach einer Nacht ohne Schlaf bilden Frauen mehr DPP-4. 
  • Die erhöhte Enzym-Produktion kann zu Übergewicht, Leberverfettung sowie zu einer Insulin-Unempfindlichkeit führen. 
Bei Männern hingegen sinkt die morgendliche Aktivität des Enzyms. 

Das zeigt eine gemeinsame Untersuchung der Universität Uppsala, Schweden, und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), einem Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Die Ergebnisse wurden nun in „Diabetes Care“ veröffentlicht (DOI: https://doi.org/10.2337/dc17-1762). 

Schlafmangel hat bei Frauen und Männern eine unterschiedliche Auswirkung auf die Aktivität des Enzyms DPP-4.

Schlafmangel hat bei Frauen und Männern eine unterschiedliche Auswirkung auf die Aktivität des Enzyms DPP-4. Grafik: DIfE (Vogel)
 
Wer zu wenig ruht oder schlecht schläft, hat ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. 

Ähnliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat auch eine verstärkte Aktivität des Enzyms DPP-4, das wichtige Darmhormone des Zuckerstoffwechsels hemmt. 

Wird DPP-4 verstärkt gebildet und ins Blut abgegeben, kann das zu einer Körperfettzunahme, Fettleber sowie zu einer Insulin-Unempfindlichkeit führen. Das haben verschiedene Studien des DIfE gezeigt. Bislang war jedoch ungeklärt, ob Schlafmangel die Aktivität von DPP-4 beeinflusst.

Dieser Frage sind nun Forscherinnen und Forscher des DIfE und der Universität Uppsala nachgegangen.

Sie haben die Aktivität von DDP-4 im Blut bei 13 Frauen und 12 Männern (Alter 18-28 Jahre) am Morgen nach einer normalen Nachtruhe (mit sieben Stunden Schlaf und mehr) oder einer Nacht ohne Schlaf gemessen.

  • Dabei konnten sie deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. 

„Nach einer schlaflosen Nacht nahm bei Frauen die Aktivität des zirkulierenden DPP-4 um etwa 14 Prozent zu.

Anders sah es bei Männern aus.

Hier sank die DPP-4-Aktivität um etwa 11 Prozent“, erläutert Christian Benedict, Senior-Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Neurowissenschaften (Sleep and Chronobiology) der Universität Uppsala.

Die Autoren vermuten, dass mangelnder Schlaf bei Männern und Frauen über unterschiedliche Wege zu einer Stoffwechselerkrankung führen kann. 

„Obwohl reduziertes DPP-4 als eine günstige metabolische Reaktion von Männern auf Schlafverlust angesehen werden kann, ist zu beachten, dass chronisch schlechte Schlafmuster das Risiko für die Entwicklung von Stoffwechselerkrankungen (z.B. Fettleibigkeit) bei beiden Geschlechtern erhöhen", sagt Heike Vogel, Co-Senior-Autorin der Studie und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie des DIfE.

Original Publikation:
Frida H. Rångtell, Felix Schmidt, Josefine Würfel, Swathy Karamchedu, Peter Andersson, Heike Vogel, Christian Benedict: Morning enzymatic activity of DPP-4 is differentially altered by sleep loss in women and in men, Diabetes Care. 2017 Dec 4. pii: dc171762.
DOI: https://doi.org/10.2337/dc17-1762

Hintergrundinformation:
DPP-4 steht für Dipeptidyl peptidase 4. 


Das Enzym spaltet u.a. die Darmhormone (Inkretine) Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und Gastric inhibitory polypeptide (GIP), die hierdurch ihre Wirkung verlieren.

Dies begünstigt hohe Blutzuckerwerte.

Zudem wird die Funktion der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse negativ beeinflusst. 

DPP-4-Inhibitoren werden bereits als Medikament in der Diabetes-Therapie eingesetzt, um die Wirkung der beiden körpereigenen Inkretine GLP-1 und GIP zu verlängern. Ihr Ziel ist es, die Insulinausschüttung nach der Nahrungsaufnahme bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verstärken. 


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Dr. Heike Vogel
Abteilung Experimentelle Diabetologie
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Telefon: ++49 33 200 88 45 45
E-Mail: heikevogel@dife.de,

Christian Benedict
Department of Neuroscience
Uppsala University
Institutionen för neurovetenskap
BMC, Box 593
751 24 UPPSALA
Telefon: +4618-471 4326
E-Mail: Christian.Benedict@neuro.uu.se

Birgit Niesing Deutsches Zentrum für Diabetesforschung


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Dr. Astrid Glaser
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Fax: 089-3187-191619
E-Mail-Adresse: glaser@dzd-ev.de


Birgit Niesing
Telefon: 089 31873971
E-Mail-Adresse: niesing@dzd-ev.de

Falsche Vorsätze für das Jahr 2018: BodMods - bitte nicht

Medizin am Abend Berlin Fazit: HNO-Ärzte warnen vor Komplikationen nach Piercing und Bodymodifying

Piercings und Körpermodifikationen an Nase und Ohren liegen derzeit bei jüngeren Menschen im Trend. 

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC) warnt eindringlich vor Komplikationen am Knorpel, die nur schwer heilen und bleibende Schäden hinterlassen. 

Für deren Korrekturen sorgen dann oftmals HNO-Ärzte mit Erfahrungen in der plastischen Chirurgie.  
  • Ohrmuschel und Nase sind in Deutschland seit längerem die beliebtesten Stellen für Körpermodifikationen, auch „BodMods“ genannt nach dem englischsprachigen body modification. 
Piercings gelten in diesen Bereichen als ungefährlich, was sie aber nach der Erfahrung von Professor Dr. med. Andreas Naumann vom Klinikum Bremen Mitte häufig nicht sind. 

„Der Knorpel im Ohr- und Nasenbereich ist ein sehr empfindliches Gewebe, das normalerweise durch eine Knorpelhaut geschützt und ernährt wird“, erläutert der Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Plastische Operationen und spezielle Schmerztherapie.

„Wenn die Knorpelhaut beim Piercing durchtrennt wird, können Bakterien und Viren eindringen und eine Infektion auslösen. Deshalb sollten Körpermodifikationen wie Piercings nur unter strengen, aseptischen Bedingungen erfolgen. An der gepiercten Stelle könne es sonst, eventuell auch im Abheilungsprozess, zum Absterben von Knorpelgewebe kommen.„Wenn die Knorpelhaut beim Piercing durchtrennt wird, können Bakterien und Viren eindringen und eine Infektion auslösen.
  • Zu den Folgen gehören Deformierungen bis zum vollständigen Verlust von Teilen der Ohrmuschel oder der Nase. 
„Eine Korrektur ist dann komplex und nur von spezialisierten Ärzten durchführbar“, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Kopf-Halschirurgie bei der DGHNO-KHC. „Die Behandlung der Früh- sowie Spätfolgen reicht dabei von kleinen Narbenkorrekturen bis zu komplexen plastischen sowie rekonstruktiven Eingriffen.“

Auch das Tunnel-Piercing bleibt häufig nicht ohne Folgen. 

Bei dieser Körpermodifikation wird ein Platzhalter im Ohrläppchen eingebracht und langsam aufgeweitet. Im Extremfall bleibt nur noch ein schmaler, umgebender Rest an Haut übrig. Probleme ergeben sich, wenn der Tunnel nicht mehr schick ist und entfernt werden soll. „Die verbliebenen Hautreste reichen dann häufig nicht mehr aus, um das Loch wieder zu verschließen“, erklärt Professor Naumann. „Wir müssen dann das Ohrläppchen durch eine komplexe Lappenplastik rekonstruieren.“

Eine relativ neue Körpermodifikation ist das sogenannte Elfenohr. 

Dabei wird die Ohrmuschel typischerweise im oberen Bereich durch das Einsetzen eines Implantates spitz geformt. „Der massive Eingriff in das natürliche Ohrgerüst birgt eine große Gefahr für das gesamte Haut-Knorpelgerüst des Ohres“, warnt der Experte. 
  • Zu den Folgeerscheinungen gehören Rötungen, Schmerzen, Missempfindungen aber auch schwere Infektionen bis hin zum Absterben von Knorpelgewebe. 
Professor Naumann erläutert: „Die dann erforderliche plastische Ohrrekonstruktion ist sehr aufwendig und nur an HNO-Kliniken mit Erfahrungen auf dem Gebiet der plastischen Ohrrekonstruktion möglich.“
  • Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. rät von Körpermodifikationen im Knorpelbereich von Nase und Ohr grundsätzlich ab. 
Auch bei anderen Piercings, beispielsweise dem Zungen-Piercing, sei Vorsicht geboten.

Hier komme es immer wieder durch die Verletzung einer Arterie im Zungenbereich zu erheblichen Einblutungen mit Schwellungen bis zur Atemnot. 

Das Komplikationsrisiko hänge bei allen Eingriffen von der Lokalisation des Piercings, dem verwendeten Material, der Erfahrung des Piercers, den hygienischen Bedingungen beim Piercing sowie von der Nachsorge ab.

Wer sich dennoch nicht abhalten lassen möchte, sollte sich vor dem Piercen seriös und ausführlich beraten lassen:

„Viele unserer Kollegen haben Erfahrungen auf dem Gebiet der plastischen Kopf-Halschirurgie und können über die Risiken aufklären“, so der Experte.

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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Stephanie Priester
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Tel: 0711 8931-605
Fax: 0711 8931-167
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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

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Dennis Makoschey
Geschäftsführer / Pressesprecher
Telefon: 030 2009 7777
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Das Ausmaß von Augenverletzungen durch Feuerwerks- und Knallkörper

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wenn Silvester beim Augenarzt endet: Jeder dritte Betroffene ist ein Kind

 Verletzungen durch Silvesterraketen und Böller betreffen vor allem Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre. 

Das ergab eine Erhebung der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft an deutschen Augenkliniken. 

  • Oftmals hatten die Betroffenen den Knallkörper nicht einmal selbst gezündet. 

Die Fachgesellschaft für Augenheilkunde fordert mehr Aufklärung und bessere Schutzmaßnahmen, um Augenschäden durch Feuerwerkskörper zu verhindern. 
 
Mit einer Umfrage zum Jahreswechsel 2016/2017 hat die DOG das Ausmaß von Augenverletzungen durch Feuerwerks- und Knallkörper untersucht. 

Insgesamt meldeten 41 Augenkliniken 350 Betroffene – ein Drittel von ihnen waren Kinder oder Jugendliche im Alter von ein bis 17 Jahren. Bei den jungen Erwachsenen war der Großteil der Verletzten zwischen 18 und 30 Jahre alt. 

Ein Drittel der Unfallopfer hatte zusätzliche Verletzungen im Gesicht und an den Händen. 

„Nur die Hälfte der Kinder hat den verursachenden Feuerwerks-oder Knallkörper selbst gezündet“, sagt Professor Dr. med. Hansjürgen Agostini von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. „Diese Zahlen belegen, wie unberechenbar und gefährlich Raketen und Böller sind und dass wir mehr Schutzmaßnahmen brauchen.“

Insgesamt konnten drei Viertel der Patienten mit Verletzungen am Augenlid sowie an Horn- und Bindehaut ambulant behandelt werden.  

Jeder vierte Patient jedoch erlitt eine schwere Verletzung, die stationär oder sogar in einer Notoperation behandelt werden musste – dazu zählten Prellungen oder Risse im Augapfel oft kombiniert mit Lid- und Oberflächenverletzungen.

Bei einem Zehntel der Patienten ist infolge der Verletzung ein Sehverlust zu erwarten. 

„Unsere Ergebnisse insbesondere zur Anzahl verletzter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener, die am Anfang ihrer Berufstätigkeit stehen, sind mit denen internationaler Studien vergleichbar.

Ebenso vergleichbar und dramatisch ist das hohe Risiko als unbeteiligter Zuschauer oder Passant getroffen zu werden.“, sagt Dr. med. Ameli Gabel-Pfisterer vom Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam.

Um die Belastbarkeit dieser Zahlen weiter zu erhöhen, ist für Silvester 2017 eine weitere Umfrage geplant.

Mit dieser Erhebung wollen wir der Diskussion um ein Verkaufsverbot für Feuerwerks- Knallkörper an Privatpersonen eine statistische Basis geben“, sagt die Expertin. Die Ergebnisse der Umfrage wurden auf dem diesjährigen DOG-Kongress präsentiert und können online eingesehen werden.

Ein solches Verkaufsverbot wurde von internationalen Fachgesellschaften bereits im vergangenen Jahr gefordert. 

Auch in Deutschland plädieren Augenärzte für mehr Bewusstsein für die Risiken von Eigen- und Fremdgefährdung, die von Knallkörpern ausgehen.

„Alljährlich erleiden in der Silvesternacht tausende Menschen in Deutschland Verletzungen, weil leichtsinnig, unsachgemäß und unter Alkoholeinfluss mit Feuerwerkskörpern hantiert wird“, sagt Agostini. 

Wer nicht auf das Feuerwerksspektakel verzichten möchte, sollte zu seiner eigenen Sicherheit eine Schutzbrille tragen, empfiehlt der Experte.

 „Besser wäre jedoch, die Feuerwerkskörper den Händen von ausgebildeten Profis zu überlassen.“

Quelle:

A. Gabel-Pfisterer, D. Böhringer, H. Agostini,
Augenverletzungen durch Feuerwerks- und Knallkörper: Eine Umfrage an deutschen Augenkliniken Silvester 2016/2017 (präsentiert auf der Posterausstellung des DOG-Kongresses vom 28.9. bis 1.10.2017, Berlin)
https://ansb.uniklinik-freiburg.de/misc/170917_Poster_gabel.pdf


DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6500 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

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Resistenzentwicklung des Prostatakrebses

Medizin am Abend Berlin Fazit: Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

Prof. Dr. Aria Baniahmad am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena erhält den Förderpreis der Astellas Pharma GmbH für Androgenrezeptor-Forschung. 

Damit werden seine Untersuchungen zu Signalmechanismen an dem Rezeptor gewürdigt, die zur Resistenzentwicklung des Prostatakrebses führen. 
 Hatto Zechel (l.) von der Astellas Pharma GmbH überreichte den Förderpreis für Androgenrezeptor-Forschung an Prof. Dr. Aria Baniahmad vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena.
 Hatto Zechel (l.) von der Astellas Pharma GmbH überreichte den Förderpreis für Androgenrezeptor-Forschung an Prof. Dr. Aria Baniahmad vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena.Foto: M. Szabó/ UKJ.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Labor Tumormarker 
 
Prostatakrebs ist der am häufigsten diagnostizierte Krebs bei Männern in westlichen Ländern. 
  • Der aktivierte Androgenrezeptor, der Rezeptor für das männliche Geschlechtshormon, hat eine zentrale Funktion bei der Regulation des Wachstums und Tumorentwicklung bei der Prostata. 
  • Deshalb gehört die Hemmung des Androgenrezeptors zu den zentralen hormonellen Behandlungsmöglichkeiten von Prostatakrebs-Patienten. 
  • Dies geschieht sowohl durch den Entzug von Androgenen, um die Aktivierung des Rezeptors zu verringern, als auch durch die Blockierung der Andockstellen für Androgene am Rezeptor mit demselben Ziel.
Leider entwickelt der Prostatakrebs im Laufe der Zeit gegen beide Hemmstrategien Resistenzen. 
  • Zum einen verlieren die den Rezeptor blockierenden Antagonisten oft ihre Wirkung. 
  • Zum anderen wird der Androgen-Rezeptor zunehmend von Kinasen aktiviert, Enzymen, die reaktionsfreudige Phosphatgruppen transferieren und so andere Proteine aktivieren können. 
Auch wenn beim Prostatakrebs inzwischen einige verschiedene Androgenrezeptor-Antagonisten mit unterschiedlichen Wirkungen sowie weitere Therapieoptionen zur Verfügung stehen, ist es sehr sinnvoll, eine Resistenzbildung früh zu entdecken und die Ursache zu kennen.

„Wir konnten nicht nur zeigen, dass die Aktivierung einiger Signaltransduktionswege und Kinasen eine wichtige Rolle bei dieser Resistenzbildung spielt“, so Prof. Dr. Aria Baniahmad, „wir analysieren mittlerweile die Gesamtheit der Kinasen, das sogenannte Kinom, und dessen Veränderungen durch Therapieresistenz, denn es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Androgenrezeptor und einigen Kinasen.“ 
Im detaillierten Verständnis des Tumors und der Tumorzellen sieht Prof. Baniahmad die Voraussetzung für neue Therapieoptionen und für eine zielgerichtete und individualisierte Therapie.
Für seinen Beitrag zum Verständnis der molekularen Veränderungen des Androgenrezeptors beim Prostatakrebs zeichnete die Astellas Pharma GmbH den Humangenetiker vom Universitätsklinikum Jena aus. Ein zweiter, ebenfalls mit 20.000 Euro dotierter Preis ging an Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Bonn.

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CAVE: Die Silvesterknaller https://www.handexperten.com/

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mit Silvester kommen die Ohrgeräusche

Silvesterknaller dürfen seit 2010 die doppelte Menge an Sprengstoff enthalten wie zuvor – das Pfeifen im Ohr ist vorprogrammiert. 
 
Jedes Jahr zu Silvester werden traditionell Raketen und Böller gezündet, oft in nächster Nähe zum Körper.

Dies kann nicht nur zu Verletzungen an Händen und Gesicht, sondern auch zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Hörvermögens führen. 
  • Ein einzelner, impulsartiger Knall kann eine Lautstärke von mehr als 150 Dezibel erreichen – ähnlich wie ein in 30 m Entfernung startender Düsenjet.
Betroffene bemerken Symptome wie Klingeln, Piepsen, dumpfes Gefühl im Ohr oder es plagt ein anderer störender Dauerton, ein sogenannter Tinnitus.

Gerade bei neu aufgetretenen Ohrgeräuschen sollte rasch eine Therapie erfolgen, denn die Wahrscheinlichkeit für eine Chronifizierung der Ohrgeräusche steigt mit jedem Tag ohne Behandlung. 

Leider ist die medizinische Standardtherapie oft nicht ausreichend. 

Hier kann die am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung entwickelte und wissenschaftlich überprüfte Neuro-Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell helfen.

In einer fünftägigen Kompakttherapiewoche werden die Bahnen im Gehirn, die den Tinnitus produzieren, beeinflusst bevor sie sich festfahren - und damit verringert sich nachhaltig die Tinnitusbelastung.

Entscheidend für die Wirksamkeit der Therapie ist allerdings, dass die herkömmlichen schulmedizinischen Verfahren zur Akutbehandlung bereits ausgeschöpft sind und die Ursache für den Tinnitus tatsächlich im Gehirn liegt, und nicht beispielsweise auf Niveau des Ohres oder des Hörnervs. 

Bei rund 80% der bisher behandelten Patienten konnte nach der Therapie eine deutliche Symptomreduktion bis hin zum Verschwinden der Ohrgeräusche erzielt werden.

Die Tinnitusambulanz des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung bietet laufend Kompakttherapien für Patienten mit akutem und chronischem Tinnitus an.

Weitere  nformationen für Patienten sind telefonisch erhältlich unter 06221 – 79 63 101 oder per E-Mail unter
tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de.

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet.  

Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung und Praxis unter einem Dach.

Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel.

Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation erkrankter Menschen.

Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

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Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
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Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
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69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 73 999 89
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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Handchirurgen fordern besondere Umsicht beim Silvesterfeuerwerk

Gemeinsame Mitteilung von Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH)

Jedes Jahr an Silvester kommt es zu zahlreichen Unfällen mit Feuerwerkskörpern, nicht zuletzt durch selbst hergestellte oder manipulierte Böller. Bei Verletzungen sind meist die Hände betroffen, oftmals schwer. Deshalb rufen die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) zum verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern auf. So lassen sich Unfallfolgen vermeiden, unter denen Betroffene oft langfristig leiden. 

 
Circa 50 bis 60 schwere Handverletzungen werden in einer Silvesternacht in einem großstädtischen Krankenhaus behandelt. Betroffen sind zumeist junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, eine weitere Risikogruppe sind 50- bis 60-jährige Männer. Zu den häufigsten Verletzungen zählen dabei tiefe Verbrennungen, abgetrennte Finger oder Fingerglieder. Die schwersten Folgen, wie eine zerstörte Hand, verursachen selbst „gebastelte“ oder außerhalb des Fachhandels erworbene Böller. Diese sind besonders gefährlich, da sie zu früh oder viel stärker explodieren können als erwartet.

Langzeitfolgen trotz erfolgreicher rekonstruktiver Maßnahmen
Durch wiederherstellende Operationen können Handchirurgen heute viel erreichen. Knochen, Sehnen, Nerven und Gefäße werden dabei so rekonstruiert, dass die Handfunktion zumindest teilweise erhalten werden kann. Dennoch bleiben fast immer Beeinträchtigungen zurück. „Handverletzungen durch Böller sind oft so schwer, dass sie die Lebensqualität des Patienten langfristig einschränken können“, sagt Dr. Walter Schäfer, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Oberberg und Präsident der DGH. „Meist bleiben Einschränkungen zurück, die sowohl Funktionen wie Halten oder Greifen betreffen als auch den Tastsinn der Hand.“

Unfälle mit Feuerwerkskörpern vermeiden
Daher rufen Handchirurgen, Orthopäden und Unfallchirurgen dazu auf, umsichtig und verantwortungsvoll mit Feuerwerkskörpern umzugehen. „Die wichtigste Regel lautet, Feuerwerkskörper ausschließlich im Fachhandel zu kaufen und keine Produkte aus unsicheren Quellen zu nutzen“, warnt Prof. Dr. Joachim Windolf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Vizepräsident der DGOU. „Am besten sollten nur Feuerwerkskörper verwendet werden, die gar nicht in der Hand gezündet werden. Dies gilt besonders, als bei den meisten Unfällen Alkohol im Spiel ist.“

Die Fachgesellschaften geben außerdem folgende Hinweise:
- Die Gebrauchsanweisung von Feuerwerkskörpern sorgfältig lesen! Außerdem auf das CE-Zeichen und die BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung) achten.

- Feuerwerkskörper keinesfalls am Körper tragen! Am besten verschlossen und in sicherem Abstand lagern.

- Knaller und Böller sollten für Kinder und Jugendliche tabu sein! Jugendliche sind besonders oft von schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper betroffen.

- Nicht explodierte Böller nicht noch einmal zünden! Am besten sofort entsorgen – dies schützt auch Kinder und Jugendliche, die Blindgänger sammeln und nachzünden.

Weitere Informationen zum Thema Handverletzungen finden Interessierte auch auf der Website www.handexperten.com, welche die DGH im Rahmen der Kampagne „Deine Hand verdient Experten“ anbietet. „Unser Ziel ist es, Patienten für die Erkrankungen und Verletzungen der Hand zu sensibilisieren“, erläutert Prof. Jörg van Schoonhoven, Chefarzt der Klinik für Handchirurgie an der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt und Generalsekretär der DGH. „Die Website informiert Patienten über Handverletzungen und unterstützt sie bei der Suche nach einem geeigneten Experten.“

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V., Geschäftsstelle
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Tel. 030 / 340 6036 66, sekretariat@dg-h.de

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
Susanne Herda/Swetlana Meier
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Tel. 030 / 340 60 36 06, presse@dgou.de

we care communications GmbH, Dana Kapsalis
Schauenburgerstraße 35, 20095 Hamburg
Tel. 040 / 756639-0, kapsalis@wecare-communciations.com

 


Radiochirurgie-Zentren: Präzisionsbestrahlung von Prostatakrebs - Prostatakarzinom

Medizin am Abend Berlin Fazit: Präzisionsbestrahlung bei Prostatakrebs: HYPOSTAT-Studie wird ausgeweitet

Die aktuell von den Universitätskliniken Schleswig-Holstein (UKSH), Frankfurt (KGU), Rostock (UMR) und Greifswald (UMG) sowie den Saphir Radiochirurgie Zentren durchgeführte HYPOSTAT-Studie befasst sich als erste und bisher einzige Studie in Deutschland mit einer neuen Form der kurzzeitigen hochdosierten Strahlenchirurgie mithilfe eines seinen robotergestützten Linearbeschleunigers zur Radiochirurgie für die Behandlung von Prostatakarzinomen, dem sogenannten „CyberKnife“. 

Nun gibt es neue Ergebnisse, eine neue Förderung, neue Zentren und neue Einschlusskriterien mit jüngeren Patienten. 

 Das "Cyberknife" ist ein robotergestütztes Linearbeschleuniger-System zur Radiochirurgie.
Das "Cyberknife" ist ein robotergestütztes Linearbeschleuniger-System zur Radiochirurgie.
UKSH

Übersicht HYPOSTAT-Studie

 Übersicht HYPOSTAT-Studie UKSH


Im Rahmen der HYPOSTAT-Studie wird die Prostata mit dem CyberKnife mit besonderer Präzision bestrahlt und die Gesamtzahl der Einzelbestrahlungen auf fünf Sitzungen innerhalb ein bis zwei Wochen reduziert. 

Dabei ist die extrem hypofraktionierte Strahlenchirurgie beim Prostatakrebs kein neues Behandlungskonzept.

Bereits seit über 15 Jahren wird in den USA aktiv diese Behandlungstechnik geprüft, die auf der Annahme basiert, dass eine hochdosierte kurzzeitige Strahlentherapie für die Prostata biologisch vorteilhafter ist, als eine konventionelle fraktionierte Strahlentherapie. Diese Annahmen beruhen auch auf den guten Ergebnissen der Hochdosis-Brachytherapie aus dem UKSH, Campus Kiel, seit den 1990er-Jahren. Die Daten aus den USA werden regelmäßig publiziert und sind ebenfalls Grundlage der HYPOSTAT-Studie, besonders die Daten von Dr. Alan Katz aus New York, der als Berater der HYPOSTAT-Studie im November vergangenen Jahres zu Gast in Kiel und Frankfurt war.

Jüngst wurden nun zum ersten Mal auch direkte Vergleichsstudien zwischen CyberKnife-Strahlenchirurgie und konventionell fraktionierter Strahlentherapie publiziert. Die Daten aus Polen zeigten für die Strahlenchirurgie eine deutlich geringere Grad-2-Nebenwirkungsrate von 3-12 Prozent gegenüber 18-42 Prozent für die konventionelle Strahlentherapie.

Die Auswertung der Tumorkontrolle steht noch an, aber die biologische Strahlendosis in der Prostata war deutlich höher bei den strahlenchirurgischen Behandlungen. Die dadurch resultierenden höheren Tumorkontrollraten bestätigten sich bereits bei den ersten Auswertungen von 400 behandelten Patienten am CyberKnife in Polen. Die mediane Nachsorgezeit war mit 15 Monaten zwar noch kurz, aber die Tumorkontrollrate lag bei 97,75 Prozent mit nur einem Prozent lokaler Rezidiv-Rate in der Prostata.

  • Zudem konnte nachgewiesen werden, dass der PSA Verlauf nach Strahlenchirurgie mit zusätzlicher Hormontherapie sich nicht von dem ohne Hormontherapie unterscheidet, so dass auf eine zusätzliche Hormontherapie nach Strahlenchirurgie verzichtet werden kann.

„Die Daten aus Polen bestätigen unsere Annahmen und befürworten die HYPOSTAT-Studie umso mehr“, sagt Prof. Dr. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie des UKSH und HYPOSTAT-Studienleiter. „Bislang waren alle Patienten sehr zufrieden und die Nebenwirkungen erwartungsgemäß gering, aber wir stehen im Vergleich zu anderen Ländern leider erst am Anfang“, so Prof. Dunst weiter. Die Studie wurde anfänglich durch das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und die Saphir Radiochirurgie Zentren alleinig finanziert, jedoch konnte nun eine Förderung der Dr. Ruranski-Stiftung dazugewonnen werden. „Wir sind besonders froh über die Förderung, da wir dadurch mehr Möglichkeiten haben, die Studie weiter auszubauen. Erfreulich ist auch, dass die neue S3-Leitlinie für die Behandlung von Prostatatumoren die Erprobung der Strahlenchirurgie in klinischen Studien ausdrücklich empfiehlt“, erklärt Prof. Dunst.

Bislang war die HYPOSTAT-Studie nur für Patienten über 70 Jahre zugänglich, jedoch soll nun aufgrund der neuen Daten und dem Ende der großen PREFERE-Studie die Altersgrenze auf 60 Jahre reduziert werden. „Die Änderung der Einschlusskriterien wurde vor kurzem vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt“, so Dr. Oliver Blanck, Studienkoordination der HYPOSTAT-Studie. 

„Zudem haben wir die Studie für weitere Radiochirurgie-Zentren in München, Berlin und Köln geöffnet, um so die Prostata-Strahlenchirurgie in Deutschland flächendecken zu evaluieren“, so Dr. Blanck weiter.

Literatur:
Jiang P, Krockenberger K, Vonthein R, Tereszczuk J, Schreiber A, Liebau S, Huttenlocher S, Imhoff D, Balermpas P, Keller C, Dellas K, Baumann R, Rödel C, Hildebrandt G, Jünemann KP, Merseburger AS, Katz A, Ziegler A, Blanck O, Dunst J. Hypo-fractionated SBRT for localized prostate cancer: a German bi-center single treatment group feasibility trial. Radiat Oncol. 2017 Aug 18;12(1):138.

Miszczyk L, Namysł Kaletka A, Napieralska A, Woźniak G, Stąpór Fudzińska MA, Głowacki G, Tukiendorf A. Cyberknife Radioablation of Prostate Cancer – Preliminary Results for 400 Patients Asian Pac J Cancer Prev. 2017 Apr 1;18(4):1007-1013.

Głowacki G, Majewski W, Wojcieszek P, Grabinska K, Wozniak G, Miszczyk L. Ultrahypofractionated CyberKnifeTM based stereotactic radiotherapy versus conventional radiotherapy in patients with prostate cancer - acute toxicity evaluation in two phase II prospective studies. Neoplasma. 2017;64(4):599-604.


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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Strahlentherapie, Prof. Dr. Jürgen Dunst
Tel.: 0431 500-26500, E-Mail: juergen.dunst@uksh.de

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Mobil: 0173 4055 000,
E-Mail: oliver.grieve@uksh.de
Campus Kiel Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31 24105 Kiel Tel.: 0431 500-10700 Fax: -10704
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